In See nach Borneo — Cap Po, 9. Juli 1893

Um 4 Uhr morgens wurden die Anker gelichtet, und nun steuerten wir, gefolgt von einem kleinen Dampfer, der ebenfalls die finstere Nacht über gewartet hatte und jetzt in unserem Kielwasser einherfuhr, durch die Api-Passage, die Insel Merunduny auf 2,5 Seemeilen passierend.

Die Nordwestküste Borneos lag in unserer unmittelbaren Nähe und bot ein eigentümliches, von jenem der bisher gesehenen Inseln völlig verschiedenes Bild; denn längs der ganzen Küste und, soweit man sehen konnte, auch im Land selbst erheben sich aus tiefliegenden Ebenen unvermittelt Hügel und Bergketten, deren ein Teil von ansehnlicher Höhe und dabei zumeist von grotesker Gestalt ist. So hatten einzelne Berge die Form — um mich bei aller Rücksicht für die geologische Wissenschaft der kulinarischen Terminologie zu bedienen — eines „Gugelhupfs“, andere jene eines Zuckerhutes. Ein weiterer Teil der Höhenzüge erscheint, wie manche Bergketten der Alpen, als unregelmäßiges, mit steilen Lehnen und Wänden versehenes Bergland, dessen Teile keineswegs wie die Glieder einer regelrechten Kette aneinandergereiht oder auch nur durch gemeinsame Linienzüge verbunden sind, sondern so vereinzelt dastehen, als wären sie über die Fläche ausgestreut worden. Eine Luftspiegelung ließ an Stelle der niedrigen Küstenstriche überall Wasser erscheinen, so dass die Bergkolosse gleichsam aus dein Wasser hervortraten und wir ein wahres Wirrsal hochragender Inseln zu sehen vermeinten — ein ebenso malerisches als originelles Trugbild. Unter den Höhen, welche wir von der Fata Morgana umgaukelt sahen, ragten die Caps Datu und Sipang ganz besonders hervor.

Beide Caps liegen bereits im Gebiet des als souverän anerkannten, seit 1888 unter britischem Protektorat stehenden Sultanates Sarawak, welches 106.200 km2 mit 320.000 Einwohnern umfasst, wovon ungefähr die Hälfte Dajaks sind, während die übrigen zumeist anderen malayischen Stämmen angehören. Einen wichtigen Bruchteil der Bevölkerung bilden Chinesen, welche auch hier wieder den namhaften Handel und die Urproduktion beherrschen.

Das Reich von Sarawak ist zum großen Teil Alluvialland der zahlreichen, von der südlichen Grenze des Gebietes zur Küste strömenden Flüsse, worunter insbesondere der Rejang mit seinem reichverzweigten Delta, der breite Batang lupar und der Sarawak anzuführen sind, an dessen Westufer die Hauptstadt Sarawak oder Kutsching, wie sie auch genannt wird, liegt. An den Küstenstrich schließt sich mit Hügeln bedecktes Terrain, weiterhin gegen Süden erheben sich hochragende Gebirgszüge.

Sarawak wird seit 1868 von dem Sultan Charles Johnson Brooke, dem Neffen und Nachfolger des Radschas Sir James Brooke beherrscht; letzterer — ursprünglich im Dienst der Britisch-Ostindischen Kompanie — hatte als Erbe eines bedeutenden väterlichen Vermögens auf eigene Faust ein Schiff, die Yacht „Royalist“, ausgerüstet und war, seiner Abenteurer- und Unternehmungslust folgend, nach Borneo gesegelt, wo sich ihm ein günstiges Feld der Tätigkeit darbot. Der Sultan von Brunei hatte eben einen Aufstand, dort, wo sich jetzt das Reich Sarawak befindet, zu unterdrücken, ohne diese Aufgabe mit den eigenen Machtmitteln allein lösen zu können. James Brooke stellte nun sich selbst und seine Schiffsbemannung in den Dienst des Sultans, worauf der Aufstand bald gebrochen wurde. Doch war Brooke als praktisch denkender Engländer nicht geneigt gewesen, seine Hilfe unentgeltlich zu leihen; er verlangte und erhielt auch zum Lohn das Gebiet von Sarawak eingeräumt.

Nach geschickten politischen Intriguen und Winkelzügen wurde Brooke den 24. September 1841 feierlich zum Radscha von Sarawak oder Sindschawan ausgerufen und wusste durch Energie und kluges Handeln seine Herrschaft bald so zu befestigen, dass er ein verhältnismäßig mächtiger, ganz selbständiger Fürst wurde.

Seine vornehmste Sorge widmete er der Unterdrückung der Seeräuberei, die in den Gewässern um Borneo ungemein überhand genommen hatte, da die vielen Buchten und Flüsse des Landes den Hyänen des Meeres willkommene Schlupfwinkel darboten. Er organisierte eine kleine Armee nach englischem Muster, errichtete Schulen und öffentliche Gebäude, versuchte, so viel wie möglich, die äußerst wilden Dajaks, die Ureinwohner des Landes, welche der Sitte der Kopfjagd huldigten, zu zähmen, zu zivilisieren, und begünstigte, vom Streben geleitet, den Handel und die Bodenkultur Sarawaks zu fördern, vom Jahre 1850 ab die Einwanderung von Chinesen. Allerdings musste er später zu wiederholten Malen energisch gegen dieselben einschreiten, — im Jahre 1867 gab es hier sogar einen allgemeinen Aufstand wider die gelben Menschen — aber trotzdem blieb ihre Tätigkeit, ihr Handelsfleiß für Sarawak nach wie vor unentbehrlich.

Das Aufblühen des Sultanats veranlasste England, auch dieses bisher unumschränkte Staatswesen, obschon es einem Briten seine Entstehung verdankte und unter James Brooke, wie seit 1868 auch unter Charles Johnson Brooke, zu Großbritannien freundliche Beziehungen unterhalten hatte, in das Gebiet seiner Machtsphäre einzubeziehen. Vermöge dieser Aktion ist Sarawak im Jahre 1888 in friedlicher Weise dem englischen Protektorat unterstellt worden, wobei gleichzeitig vertragsmäßig fixiert wurde, dass das Reich des Brooke’schen Regentenhauses, im Falle des Aussterbens desselben als Kronkolonie an England überzugehen habe. Der präsumtive Erbe des jetzt regierenden Sultans ist dessen dermalen neunzehnjähriger Sohn Charles Vyner Brooke.

Kutsching, die Residenz des Sultans, bildete zwar unser eigentliches Reiseziel, wir gingen aber, da diese Stadt ungefähr 25 Seemeilen stromaufwärts von der Mündung des Sarawak-Flusses gelegen ist, der Kommandant dessen Fahrwasser als zu seicht für die „Elisabeth“ bezeichnete und kein Pilot zur Stelle war, um 2 Uhr nachmittags an der Niederung des Sarawaks unter dem Leuchtturm von Cap Po vor Anker. Der Punkt war malerisch gelegen, aber nichts regte sich, kein Pilot, kein Boot, kein Signal war zu sehen.

Wie nun erfahren, ob die Fahrt stromaufwärts, wenigstens bis zu der Kohlenstation, in der wir Heizmaterial einnehmen wollten, um nach Bangkok zu gelangen, möglich sei? Unsere Schiffe „Saida“ und „Nautilus“ waren seinerzeit allerdings den Fluss bis zu dem 15 Seemeilen stromaufwärts an dem Zusammenfluss des Sarawaks und des Quops gelegenen Ankerplatze Pindany hinaufgefahren, die viel tiefer tauchende „Elisabeth“ aber konnte dies lediglich an der Hand der Karte unmöglich wagen, weshalb denn beschlossen wurde, einen Kadetten zu dem Leuchtturm zu schicken, um allenfalls dort Erkundigungen einzuziehen, und den nächsten Morgen nur mit der Dampfbarkasse nach Kutsching zu fahren.

Wiewohl es schon ziemlich spät am Nachmittage war, ließ ich mich doch noch in einem Boot an das nahegelegene Ufer rudern, um die Vegetation näher zu besehen und allenfalls Vögel zu erlegen; denn sobald wir wo immer Land erblickten, überfiel mich stets aufs neue mein Sammel- und Forschungseifer, und in solchen Fällen hielt es mich nicht mehr an Bord.

Das Stückchen Borneo, das wir vor Augen hatten, war wirklich überaus anmutig, ja einer der Herren vom Stab verglich die Umrahmung der Bucht, die aufstrebenden Hügel und Berge, die Felsen, die wir sahen, mit der Umgebung des Gmundener Sees. Allein ich fand, obgleich stets geneigt, allerorten beim ersten Anblick das Schöne hervorzusuchen und anzuerkennen, den Vergleich der Landschaft, die wir hier überschauten, mit der vielgepriesenen Perle des oberösterreichischen Gebirges denn doch etwas kühn.

Der Leuchtturm liegt auf einem 150 m hohen Hügel, der steil in das Meer abfällt und von mächtigen, äußerst phantastisch geformten Felsen umgeben ist. Das Jahrtausende lang fortgesetzte Andringen der starken Flut und der Anprall der Brandung haben den Fuß der Felsen unterwaschen und eine zahlreiche Reihe von Höhlen und Grotten gebildet, an deren Wänden, hoch über dem Wasserspiegel, Mauerschwalben ihre Nester kunstreich befestigt hatten, während unter dem Niveau des Wassers Austern und andere Muscheln festsaßen. Auch weiterhin ziehen sich solche von den Flutwellen angenagte oder ausgehöhlte Felsen die Küste entlang, und hie und da springen kleine Buchten sowie Einschnitte landeinwärts, überall aber drängen sich in malerischer Weise Palmen, Farnbüschel sowie Nadelholz, das mich allerwärts anheimelt, zwischen den Felsblöcken und Steinen hervor. Wo die Felsen zurücktreten, machen sich Mangroven breit, deren hundertfach verzweigte, in das versumpfte Wasser tauchende Luftwurzeln abscheuliche, fast undurchdringliche, Myriaden von Mücken bergende Dickichte bilden.

Da mir d!er mangelhafte Zustand meiner Fußbekleidung — die Goiserner Nagelschuhe, welche ich mir hatte nachsenden lassen, reisten bereits seit fünf Monaten hinter mir drein und befanden sich zur Zeit in Sydney — das Erklettern der Felsen verwehrte, versuchte ich durch ein solches Mangrovedickicht zu dringen; doch zwangen mich die verpestete, von Miasmen geschwängerte Luft und das faulige Wasser, das Dickicht nach wenigen Schritten wieder zu verlassen. Mit Ausnahme der Moskitos, dieser kleinen, aber zumal heute äußerst lästigen Blutsauger, war hier die Fauna spärlich vertreten, und nur einige schön gefärbte Nectarinen huschten durch die Zweige, während allerlei Taschen- und Einsiedlerkrebse sich im Schlamm umhertummelten.

Außerstande hier das Land zu erreichen, umfuhr ich Po Point in südlicher Richtung und akquirierte bei dieser Gelegenheit von zwei Dajaks, welche in einem kleinen Boote herbeigerudert kamen, einige Fische, worauf ich an Bord zurückkehrte.

Der Kadet, den wir zu dem Leuchtturm gesandt, kam erst spät nach Sonnenuntergang an Bord zurück, da er geraume Zeit hindurch nach einem Aufstieg zum Leuchtturm hatte suchen müssen und hiebei irre gegangen war. Die Nachrichten, welche der Kadet brachte, waren nicht eben erfreulicher Art: er hatte versucht, sich mit Hilfe eines Wörterbuches mit den Leuchtturmwächtern, zwei eingeborenen Malayen, zu verständigen, aber nur so viel konstatiert, dass es hier keine Flusspiloten gebe und dass von Po Point aus mit Kutsching weder eine telegraphische, noch auch eine optische Verbindung bestehe — so mussten wir denn am nächsten Morgen stromaufwärts unbedingt selbst auf die Suche gehen.

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  • Ort: Cape Po, Sarawak, Borneo
  • ANNO – am 09.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Der Störenfried“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

At Sea to Borneo — Cape Po, 9 July 1893

At 4 o’clock in the morning the anchors were hoisted and we now steered through the Api passage passing the island of Merunduny at a distance of 2.5 sea miles, followed by a small steam boat that had also spent the dark night awaiting daylight and now used our wake.

The North-western coast of Borneo was very close to us and offered a strange image much different from the islands we have seen before: along the coast and also in the interior of the land, as far as one could see, there were low-lying plains out of which abruptly rose hills and mountain ridges some of which were of respectable height and mostly in grotesque shapes. Thus some mountains had the form — to use culinary terminology in spite of all deference shown to the science of geology —  of a „Gugelhupf“ others those of a sugar loaf. Other parts of the mountain ridges appear, like many Alpine mountain ranges, as an irregular mountain land with steep slopes and faces whose parts do not queue up as in a regular range or even are connected to a continuous ridge line but instead stand there alone as if they were dispersed over the area. A mirage made water appear in place of the low coastal areas so that the mountain giants rose as if they emerged out of the water and looked like a maze of tall islands — a picturesque and original illusion. Among the heights we saw produced by the mirage, Cape Datu and Sipang were especially conspicuous.

Both capes are already within the sultanate of Sarawak declared sovereign and since 1888 a British protectorate which contains 106.200 km2 with 320.000 inhabitants of which around half are Dajaks while the rest mostly are members of Malayan tribes. A tiny percentage of the population are Chinese who here too are controlling the considerable trade and agriculture.

The territory of Sarawak is to a large part alluvial land of the numerous rivers flowing from the Southern border of the region to the coast, among them especially notable are the Rejang with its highly branched estuary, the wide Batang lupar and the Sarawak on whose Western shore the capital Sarawak or Kutching is situated as it is also called. The coastal area is followed by a hilly terrain. In the South furthermore there are high mountain ranges.

Sarawak has been ruled since 1868 by Sultan Charles Johnson Brooke, the nephew and successor of raja Sir James Brooke. The latter — originally in the service of the British East India Company — had equipped a ship at his own cost, being a heir of a considerable fortune from his father, the yacht „Royalist“ and had sailed to Borneo seeking adventures and enterprises where he found a favorable terrain for his actions. The Sultan of Brunei had just subdued an insurrection in what is now the territory of Sarawak but could not complete the task with his own means. James Brooke now offered his services and that of the ship’s crew to the sultan and soon thereafter put down the insurrection. But Brooke as practically thinking Englishman was unwilling to provide his assistance for free. He demanded and received the territory of Sarawak as compensation.

After skillful political intrigues and scheming Brooke was festively declared raja of Sarawak or Sindjavan on 24 September 1841 and knew with energy and smart actions to consolidate his rule so that he became a relatively powerful, fully independent prince.

His most noble task was to eradicate piracy that was very common in the seas around Borneo as the many bays and rivers of the land offered most welcome hiding spots for the hyenas of the sea. He organized a small army in the English manner, built schools and public buildings and tried as well as possible to tame and civilize the wild Dajaks, the natives of the land who used to practice head-hunting. He favored the immigration of the Chinese in order to promote trade and agriculture in Sarawak starting in 1850. He had repeatedly to step in forcefully, however — in 1867, there even was a general insurrection against the yellow people — but still their contribution, their trading industry still remained irreplaceable for Sarawak.

The growth of the sultanate made England integrate this territory into its domain even though this hitherto independent state owed its existence to a British citizen and had friendly relations with Great Britain both under James Brooke, as well as under Charles Johnson Brooke since 1868. Due to this action, Sarawak was put under an English protectorate in 1888 in a peaceful manner. In a treaty it was stipulated that the territory should be turned into a crown colony of England in case the ruling house of Brooke became extinct. The heir presumptive of the governing sultant is his nineteen-year-old son Charles Vyner Brooke.

Kuching, the residence of the sultan, may have been our main destination, but we anchored at 2 o’clock in the afternoon at the mouth of the Sarawak below the lighthouse of Cape Po as the town was about 25 sea miles upstream of the Sarawak river and the commander considered the water too shallow for „Elisabeth“ and there was no pilot. The position was picturesque but nothing was moving, no pilot, no boat and no signal.

How could we now learn whether the drive upstream was possible, at least to the coaling station where we wanted to load coal to reach Bangkok? Our ships „Saida“ and „Nautilus“ used to drive up to 15 sea miles upstream to the confluence of Sarawak and Quops with the anchoring spot of Pindany. The much deeper bottomed „Elisabeth“ however could not dare to undertake this journey solely based on the maps. It thus was decided to send a cadet to the lighthouse to ask for information and then drive with the steam barge to Kuching the next day.

Even though it was already quite late in the afternoon I had myself rowed in a boat to the shore nearby to inspect the vegetation and if possible hunt some birds. Wherever I saw land, my urge to collect and research became overwhelming. And in such cases, I could not stay behind on board.

The piece of Borneo we saw was very beautiful. One of the gentlemen of the staff even compared the surrounding of the bay, the rising hills and mountains and rocks to the lake of Gmunden. But I found the comparison of this landscape with the much praised pearl of the Upper Austrian mountains too audacious despite my willingness at the first glance of something to seek and appreciate its beauty.

The lighthouse is on a 150 m high hill that drops steeply down to the sea and is surrounded by mighty and very fantastically formed rocks. The strong tides of thousands of years and the breaking waves had scoured the foot of the rocks and formed numerous caves and grottoes on whose walls, high above the water level, the common swifts had artfully attached their nests, while below the water surface oysters and other shells had taken up position. Furthermore still there are rocks gnawed and hollowed out by tidal waves along the coast and now and then small bays as well as insections jut out. Everywhere there are between the rocks and stones picturesque bunched palm trees, ferns as well as pinewood which everywhere reminds me of home. Where the rocks recede, there are plenty of mangroves whose hundreds of branched air roots dip into the swampy water and form horrible almost impenetrable thickets filled with myriads of mosquitoes.

As my deficient footwear — the nailed shoes from Goisern that I had sent for had been catching up to me for five months and were currently in Sydney — did not permit climbing the rocks, I tried to enter into the mangrove thicket. But the pestilential air full of miasmas and putrid water forced me after a few steps to go back. With the exception of mosquitoes, those small but especially today very annoying bloodsuckers, the fauna here was very sparse and only a few beautifully colored sunbirds scurried through the branches while all kinds of great and hermit crabs were mingling.

Having no chance to land here, I drove around Po Point in a Southern direction and using the opportunity bought some fishes from two Dajaks who rowed by in a small boat. I then returned on board.

The cadet we had sent to the lighthouse returned only after sunset on board as he spent much time looking for a way to ascend to the lighthouse and had lost his way. The messages the cadet brought with were not especially favorable: He had tried to communicate with the two lighthouse guards, two native Malays, with a dictionary but could only ascertain that there were no river pilots here and there was no telegraph or optical relay from Po Point to Kuching — thus we had to go and look upstream for ourselves the following morning.

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  • Location: Cape Po, Sarawak, Borneo
  • ANNO – on 09.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Der Störenfried“. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.

In See nach Borneo, 8. Juli 1893

Die Navigation war, wie in den vorangegangenen, stockfinsteren Nächten, eine schwierige; doch boten immerhin einzelne hervorragende Inseln Anhaltspunkte, so Surutu (Soeroetoe) und Karimata, welche wir gegen 1 Uhr nachts passierten. Genau zu Mittag kreuzten wir zum zweiten Mal den Äquator, und zwar in 108° 20′ 2″ östlicher Breite, diesmal jedoch aus Rücksicht für die Kranken an Bord ohne Sang und Klang, obschon wir ursprünglich die Absicht gehabt hatten, den Tag durch ein Bestschießen zu feiern, das aber nun unterbleiben musste.

Bald nach Passierung des Äquators steuerten wir zwischen Direction Island und Pulo Datu (Datoe) hindurch, uns gegen Abend der Api-Passage nähernd.

Da die Insel Merunduny (Meroendoeny) und Cap Api sehr niedrig, überdies die Strömungen in der Api-Passage zuweilen recht stark sind und außerdem ein Regenguss jegliche Aussicht vollständig benahm, konnten wir die Fahrt durch diese Meerenge nicht wagen und mussten daher kurz nach 10 Uhr bei Tandjong Api vor Anker gehen.

Die Karten holländischer Provenienz, deren wir uns in diesen Gewässern bedienen mussten, waren zum Teil recht unverlässlich, weil die Küsten nur partienweise gelotet und Direktionspunkte auf dem Lande lediglich in beschränkter Anzahl aufgenommen sind. So ist zum Beispiel in der Api-Passage zwischen der Gruppe der Nord- und jener der Süd-Natuna- (Xatoena) Inseln der Name des Diana-Riffs eingezeichnet, doch weder dessen Lage genauer bestimmt, noch dessen Umgebung ausgelotet, vielmehr sind nähere Angaben recht lakonisch durch die warnende Bemerkung ersetzt: „Hier waarschijnlijk nog eenige Gevaaren.“

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  • Ort: nächst Pulo Datoe/Datu
  • ANNO – am 08.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Der Hüttenbesitzer“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

At Sea to Borneo, 8 July 1893

The navigation was very difficult as in the previous pitch-black nights. At least some prominent islands offered excellent direction markers such as Soeroetoe and Karimata that we passed towards 1 o’clock in the night. Exactly at noon we crossed for the second time the equator and namely at 108° 20′ 2″ Eastern latitude but this time in consideration of the sick on board without song and noise, even though we had planned to celebrate the day with a shooting competition that now had been cancelled.

Soon after having crossed the equator we steered between Direction Island and Pulo Datoe and were approaching the Api passage towards evening.

As the island of Meroendoeny and Cape Api are low and the currents in the Api passage at times quite strong and furthermore a rainstorm obscured all visibility we could not dare to cross the narrow passage and thus had to anchor shortly after 10 Uhr o’clock near Tandjong Api.

The maps of Dutch origin that we had to use in these seas were partly very unreliable as the coasts had only partially been sounded and points of direction on land had only been noted in limited numbers. Thus, for example in the Api passage between the groups of the North and South Xatoena islands, the name of the Diana reef is inscribed but neither its exact position nor its surroundings have been sounded. Instead a laconic warning notes the lack of detailed information: „Hier waarschijnlijk nog eenige Gevaaren.“ (Here probably some more dangerous locations).

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  • Location: near Pulo Datoe/Datu
  • ANNO – on 08.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Der Hüttenbesitzer“. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.

In See nach Borneo, 7. Juli 1893

Gegen Mittag wurde der bisherige Kurs gewechselt und nordnordwestlich durch die Karimata-Straße, welche Sumatra und Borneo von einander trennt, dem Chinesischen Meer zugesteuert. Von Borneo konnten wir nichts sehen, da sich fortwährend dichte Wolkenwände vor die Küste lagerten.

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  • Ort: in der Karimata-Straße
  • ANNO – am 07.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Die guten Freunde“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

At Sea to Borneo, 7 July 1893

Towards noon, there was a change in course to the North-northwest through the Strait of Karimata that separates Sumatra from Borneo towards the sea of China. Of Borneo we did not see anything as walls of clouds continuously lay in front of its coast.

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  • Location: in the Strait of Karimata
  • ANNO – on 07.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Die guten Freunde“. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.

In See nach Borneo, 6. Juli 1893

Unser Mittagspunkt fiel zwischen die Arends-Insel und die Solombo-Eilande, deren Position durch unsere Korvette „Erzherzog Friedrich“ bei der Weltumsegelung in den Jahren 1875 und 1876 auf Grund des astronomischen Besteckes berichtigt worden war; es sind dies kleine, runde Inseln, die wie Maulwurfshügel aus der weiten See emporragen.

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  • Ort: nächst der Arends-Insel
  • ANNO – am 06.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Krisen“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

At Sea to Borneo, 6 July 1893

Our position at noon was between the Arends island and the Solombo islands whose location had been corrected by our corvette „Erzherzog Friedrich“ during the voyage around the world in 1875 and 1876 based on astronomical instruments. These are small round islands that emerge out of the wide sea like molehills.

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  • Location: near Arends Island
  • ANNO – on 06.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Krisen“. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.

In See nach Borneo, 5. Juli 1893

Um 5 Uhr morgens sichteten wir Celebes und die Saleijer-Inseln und passierten eine Stunde später die Saleijer-Straße, welche die langgestreckte Insel Saleijer von der Südostspitze von Celebes scheidet. Nachmittags fuhren wir auf acht Seemeilen Entfernung an dem Leuchtturm von Taka Reva vorbei.

Das Wetter war wieder recht unbeständig geworden; bei Tage war es schön, gegen Abend und in der Nacht sprangen heftige Regenböen auf. Die See blieb glatt und ruhig.

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  • Ort: nächst Celebes
  • ANNO – am 05.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Die Grille“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

At Sea to Borneo, 5 July 1893

At 5 o’clock in the morning we caught sight of Celebes and the Selayar islands. An hour later we passed through the Strait of Selayar that separates the elongated Selayar island from the Southern tip of Celebes. In the afternoon we drove by the lighthouse of Taka Reva at a distance of eight sea miles.

The weather had again turned erratic. During the day it was clear but towards evening and during the night there were heavy rainstorms. The sea remained smooth and calm.

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  • Location: South of Celebes
  • ANNO – on 05.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Die Grille“. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.