Hongkong — Kanton, 23. Juli 1893

Jeder in Hongkong befindliche Europäer trachtet, Kanton, die am Tschu-kiang oder Perlfluss gelegene Stadt, zu besuchen, welche ihren ursprünglichen, original-chinesischen Charakter noch vollständig bewahrt hat und daher eine Menge neuer und interessanter Eindrücke bietet. Die Erfüllung meines Wunsches, diese merkwürdige Stadt zu sehen, wurde durch die chinesische Seezollbehörde ermöglicht, welche so freundlich war, mir einen ihrer Dampfer, den Finanzkreuzer »Tschuen-tiao«, für die Fahrt zur Verfügung zu stellen; denn ohne diese Zuvorkommenheit hätte der Ausflug heute nicht angetreten werden können, da Sonntags die Passagierdampfer nicht verkehren. Bei strömendem Regen und dichtem Nebel schiffte ich mich mit unserem Kommandanten sowie den Herren des Stabes, Scala, Ramberg und Dr. Plumert, ein.

Der Kommandant des Finanzkreuzers, ein englischer Handelskapitän, durch welchen drei nach dem Typus des »Tschuen-tiao« gebaute Dampfer in der unglaublich kurzen Zeit von 28 Tagen von England nach Hongkong gebracht worden waren, — eine seemännische Leistung, auf die er mit Recht stolz sein darf — hatte sein Schiff so schmuck instand gesetzt, dass es sich »wie aus dem Schachterl« präsentierte; alles spiegelte, blitzte und glänzte, dass es eine Freude war. Die Finanzkreuzer, Fahrzeuge von 500 bis 700 t Gehalt, haben die Aufgabe, den in den chinesischen Gewässern sehr schwunghaft betriebenen Schmuggel, besonders mit Opium und Salz, hintanzuhalten, und sind daher mit vorzüglichen Maschinen versehen, sowie entsprechend armiert. Unser »Tschuen-tiao« führte zwei 9.5 cm Armstronggeschütze und zwei Schnellfeuerkanonen. Ein recht hübscher Salon diente als Speisezimmer, während ich die Kajüte des Kapitäns, die mir dieser abgetreten hatte, als Wohnraum bezog.

Bei der Durchquerung des Hafens von Hongkong kamen wir an einem vor wenigen Tagen gesunkenen Dampfer vorbei, dessen Masten und Rauchfang traurig aus dem Wasser ragten. Dieser Dampfer, »Amigo«, war von einem eigentümlich tragischen Schicksal ereilt worden; er hatte vollbeladen Jokohama mit dem Kurs auf Hongkong verlassen, und schon nach zwei Tagen lief hier die telegraphische Nachricht ein, der »Amigo« sei bei einem Taifune von einem anderen Schiffe gerammt worden und gesunken. Doch erwies sich die Nachricht als falsch; denn nach weiteren drei Tagen erschien das Fahrzeug wohlbehalten im Hafen von Hongkong und wollte sich eben vertäuen, um Ladung zu löschen, als es von einem anderen Dampfer mitten im Hafen tatsächlich gerammt wurde und binnen weniger Minuten sank. Dieser Unglücksfall zog überdies den Verlust von Menschenleben nach sich, da mehrere Kinder ertranken.

In der Nähe der Unglücksstelle lag auch ein sehr stark havariertes, großes Segelschiff, welches in einem schweren Taifun alle vier Masten verloren hatte und als Wrack auf dem Ozean herumgetrieben war, bis ihm glücklicherweise ein Dampfer begegnete, welcher es in den Hafen schleppte.

Der Kurs führte zwischen dem Festland und Lantao, dann durch ein Gewirr von anderen Inseln hindurch, bis wir endlich die Mündung des Perlflusses erreichten, ohne jedoch von dieser oder von dem Festland viel wahrnehmen zu können, da Regen und Nebel die Aussicht fast gänzlich verwehrten.

Bei der Mündung des Flusses, der Bocca Tigris, erheben sich auf beiden Ufern dunkle, kahle, nur stellenweise mit spärlicher Moosdecke überzogene Felsberge, welche mit Befestigungen versehen sind, die mit modernen, namentlich Krupp’schen Geschützen bestückt sein sollen. Ob diese Fortifikationen gleichwohl einem energischen Versuch vorzudringen nachhaltigen Widerstand leisten können, will ich dahingestellt sein lassen, halte aber, nur nach dem Anblick aus der Entfernung urteilend, die Anlage der Batterien für veraltet und vernachlässigt; den
gleichen Eindruck machte mir auch eine Reihe von weiter stromaufwärts liegenden Befestigungen, die auf Hügeln placiert sind, welche dem Boden entsteigen.

Hinter Bocca Tigris verflacht die Gegend, Reisfelder bedecken die Ebene — kein malerisches Bild. Von einem Hügel blickt eine sieben Stockwerke hohe Pagode — die erste, die wir zu Gesicht bekamen — auf den Fluss, und wir begrüßen in ihr ein uns von allen Chinoiserien her geläufiges Symbol des himmlischen Reiches. Ab und zu erschauen wir kleine Ortschaften.
An einigen Stellen ist der Fluss durch Barrikaden von Pfählen, in welchen nur eine schmale Passage frei geblieben ist, gesperrt — eine Frucht der Erfahrungen, die China in den Konflikten mit europäischen Mächten gemacht. Seit Errichtung dieser Flusssperren hat Whampoa, in früherer Zeit der Ankerplatz aller Schiffe, später aber verödet und verfallen, wieder an Bedeutung gewonnen, da Fahrzeuge, deren Tiefgang und Tonnengehalt eine gewisse Grenze überschreiten, die Flusssperre nicht passieren können und gezwungen sind, in Whampoa vor Anker zu gehen.

Der Kapitän wählte, um Kanton zu erreichen, nicht den in der Regel benützten Whampoa-Canal, sondern die südlichere Blenheim-Passage, und endlich lag, nachdem schon geraume Zeit vorher das häufigere Auftauchen von Ansiedlungen und der gesteigerte Verkehr auf dem Fluss die Nähe der großen Stadt deutlich genug angekündigt hatten, diese vor uns.

Kanton, Kwang-tschau (Goang-dschöu)-fu, in den Jahren 1859 bis 1861 bekanntlich in französisch-englischem Besitz, soll der Bevölkerungsziffer nach die erste Stadt des chinesischen Reiches sein, da die Zahl der Einwohner 1,5 Millionen übersteigt. An dem nördlichen Ufer des Whampoa-Canales, einem Arme des Perlflusses gelegen, ist Kanton die Hauptstadt der Provinz Kwang-tung (Goang-tong) und der Sitz des Generalgouverneurs der beiden Kwang (Goang)Provinzen. In der Geschichte des Handels mit Ostasien nimmt Kanton eine hervorragende Stellung ein, und durch Jahrhunderte war in dieser Stadt der nach dem Westen gerichtete Handel Chinas concentriert, welchem die Portugiesen den Weg eröffnet, die Engländer einen hohen Aufschwung gegeben haben. Aber erst der Vertrag von Nanking vom 29. August 1842 hat den kommerziellen Verkehr mit China von den auf ihm lastenden Beschränkungen und aus der eigentümlichen Form, welche er in Kanton angenommen hatte, befreit und ihm eine neue Verfassung verliehen; denn damals wurden mehrere Häfen — in der Folge traten noch andere hinzu — dem auswärtigen Handel eröffnet, die Ansiedlung fremder Kaufleute auf hiezu bestimmten »Concessionen« gestattet, Konsuln zugelassen u. dgl. m. Seit dieser Zeit hat Kanton, eben nicht mehr der ausschließliche Platz für den Handel nach dem Westen, an Bedeutung verloren, und auch das immer steigende Aufblühen Hongkongs hat die kommerzielle Wichtigkeit jenes Platzes nicht wenig beeinträchtigt.

Die Stadt ist von einer 16 km langen, 12 m hohen Ringmauer umschlossen, deren breite Krone mit zahlreichen Geschützen bewehrt ist; doch können diese Fortifikation und deren Zustand einem europäischen Soldaten kaum ernste Bedenken einflößen. Auf dem zwischen der Stadtmauer und dem Fluss gelegenen flachen Terrainstreifen erheben sich, teils auf festem Boden, teils auf Piloten ruhend, zahllose Hütten, einen Teil der Wasserstadt bildend, welche ihre Fortsetzung in einem schwimmenden Teile findet, in einer unabsehbaren Flotille eng aneinander liegender Boote. Man schätzt die Anzahl der Bewohner dieser Wasserstadt auf 80.000 bis 100.000.

Bietet Kanton von der Flussseite her ein höchst originelles und interessantes Bild, dem es an bestrickendem Reiz umso weniger fehlt, als auf dem Fluss wegen des ununterbrochenen Hin und Her der denkbar verschiedensten Fahrzeuge das regste Leben herrscht, so ist andererseits der Blick auf die von der Zwingmauer umschlossene Stadt selbst wenig lohnend. Diese steigt im Norden gegen die daselbst liegenden Hügel zu an und zerfällt in zwei Teile, die durch eine dem Flusse parallel laufende, mit Wassergräben versehene Mauer getrennt sind: in die eine weitaus größere Fläche umfassende alte Tartarenstadt im Norden und in die auf kleinerem Raume sich entfaltende, dem Fluss zugewandte eigentliche Geschäftsstadt, Neu-Kanton. Die Umwallungsmauer wird von acht, die Quermauer von vier Toren durchbrochen, während zwei Wassertore für die Boote bestimmt sind, welche in dem die Stadt durchziehenden Hauptkanal ein- oder austreten; alle diese Tore sind nachts geschlossen, tagsüber geöffnet, doch militärisch besetzt.

Die Tartarenstadt enthält nur zum Teil eine Häusergruppierung von städtischem Charakter, im übrigen aber Ackerland und brach liegendes Gefilde, auf dem sich weithin zerstreut Tempel sowie große, öffentliche Gebäude erheben, unter diesen der Palast des Generalgouverneurs, jener des Tartarengenerals, die Prüfungshallen, der Tempel der Fünf Genien und im aufsteigenden Teile die Fünfstock-Pagode. In der Nähe des Nordtores wurde im Jahre 1889 auch eine Münzstätte errichtet.

Im Gegensatze zur Tartarenstadt ist Neu-Kanton von dicht aneinandergereihten, selten ein Stockwerk übersteigenden Häusern erfüllt. Nächst den Pagoden ziehen schon vom Schiff aus die Godowns die Aufmerksamkeit auf sich, Bauwerke, welche die Wohnhäuser überragen und, entsprechend ihrer Bestimmung, als Magazine zu dienen, einbruch- und feuersicher hergestellt sind. Schmale Gassen durchziehen das Gewirr von Häusern.

Westlich der Stadt, außerhalb der Ringmauern, dehnen sich die neueren Vorstädte aus; südlich hievon liegt die Schlamminsel Scha-mien, der Sitz der Fremdenkolonie, welche als Concession bestimmt und auf gemeinschaftliche Kosten des englischen sowie des französischen Staatssäckels in den Jahren 1859 bis 1861 mit bedeutendem Aufwand zur Ansiedlung geeignet gemacht worden ist. Drei Brücken, welche unter scharfer militärischer Bewachung stehen, verbinden die Insel mit dem Festland, werden aber um 7 Uhr abends gesperrt, da nach dieser Stunde kein Europäer sich in der Stadt blicken lassen darf und auch den Chinesen, mit Ausnahme der Palankinträger, das Betreten von Scha-mien untersagt ist.

Gleich der erste Eindruck, welchen der Reisende — eben angelangt, noch an Bord — von Kanton empfängt, lässt jenem keinen Zweifel, dass er sich dem Chinesentum in seiner ganzen Originalität und Urwüchsigkeit gegenüber befindet. Um so kontrastierender, aber auch erhebender ist die Wirkung, welche der Anblick der römisch-katholischen Kathedrale hervorbringt, die mit ihren alle Bauten Kantons überhöhenden Doppeltürmen in dem südwestlichen Teile der Geschäftsstadt aufragt. Die Baukosten wurden zum Teil aus der Kriegsentschädigung, die China auf Grund des Pekinger Friedensvertrages vom 24. Oktober 1860 gezahlt hat, zum Teil aus den Mitteln der französischen Mission gedeckt. Es liegt nahe, dass dieser stolze Bau den Chinesen ein Dorn im Auge ist, und es bleibt fraglich, ob es nicht politisch klüger gewesen wäre, sich mit einem minder auffallenden Bauwerke zu begnügen. Auch die gelben Brüder können, wie Erfahrungen zeigen, in recht bedenklicher Weise verstimmt werden, wenn sie die Absicht merken; doch sollen sie sich vorläufig in der ihnen eigentümlichen Fähigkeit der Selbsttäuschung und in ihrem stark entwickelten Dünkel mit der Kathedrale dadurch abgefunden haben, dass sie in den zwei Türmen die Hörner des Widders, des Wappentieres von Kanton, erblicken und auf diese Weise in dem Gotteshaus nur eine Verherrlichung der Stadt Kanton durch die »fremden Teufel« sehen.

Mr. Drew, der Generalsekretär der chinesischen Seezollämter, kam an Bord, um mich einzuladen, während meines Aufenthaltes in Kanton sein Gast zu sein. Ich hätte zwar ein Hotel vorgezogen, einerseits um nicht zu stören, andererseits um nicht ein Dasein zu führen, welches durch die Notwendigkeit getrübt ist, den Frack anlegen zu müssen; da aber Kanton kein europäischem Geschmack auch nur halbwegs entsprechendes Hotel aufzuweisen hat, nahm ich Mr. Drews freundliches Anerbieten mit vielem Dank an.

Bald waren wir in dem auf der Insel Scha-mien gelegenen Home unseres Gastfreundes, wo uns dessen Gattin, eine Amerikanerin, willkommen hieß und mit sehr heißem Thee bewirtete; leider konnte ich mit der Hausfrau, die eine sehr liebenswürdige Dame zu sein schien, nicht konversieren, da sie nur der englischen Sprache mächtig ist. Mr. Drew hingegen spricht nicht nur etwas französisch, sondern verfügt auch über einen kleinen Schatz deutscher Worte — eine Errungenschaft, welche dem längeren Verweilen in Wien zu danken ist, wo Mr. Drew anlässlich der Ausstellung des Jahres 1873 als Kommissär Chinas fungiert und sich so wohl gefühlt hat, dass er von jener Zeit noch immer mit Befriedigung spricht.

Die Insel Scha-mien bietet dem Auge einen lieblichen Ruhepunkt: freundliche Villen, von Gärten mit schattenspendenden Bäumen umgeben, bedecken das kleine Eiland, schöne Alleen umsäumen das Ufer, und gut gehaltene Wege durchziehen die Ansiedlung, die mitten in dem Getriebe des Flusslebens den Eindruck vornehmer Ruhe bietet, obschon sich daselbst nicht nur die Wohnhäuser, sondern auch die Etablissements der großen Kaufleute befinden, deren Geschäfte Millionen in Umlauf bringen. Doch dringt das Knistern und leise Rauschen der Wechselbriefe, das Rollen und Klingen der Münzen nicht hinaus an das Ohr des Touristen.
Die Villa Mr. Drews liegt am Ufer des Flusses; zwei Eigenschaften zeichnen das Hauswesen vortheilhaft aus, nämlich eine sehr gute Küche und ein kühles Bad. Besonderer Erwähnung sind auch die Betten wert, die angenehme Ruhe versprechen, nicht zum wenigsten, weil dichte Netze den blutsaugenden Moskitos den Überfall auf den Schläfer verwehren.

Da es erst 5 Uhr nachmittags war, wollten wir noch den auf der Insel Ho-nan befindlichen Buddha-Tempel besichtigen. Hatten wir früher einen Gesamteindruck von der Wasserstadt empfangen, so fanden wir bei der Fahrt nach jener Insel Gelegenheit, wohl eine der merkwürdigsten menschlichen Ansiedlungen aus nächster Nähe kennen zu lernen. Boote aller Arten, Gestalten und Größen liegen hier enge aneinandergereiht; Dschunken, Sampans und Pantoffelboote wimmeln von Alt und Jung, von Männern, Weibern und Kindern, die in den schwimmenden Wohnstätten ihr Alles erblicken, hier geboren werden, leben, streben, lieben, sterben.

Meine Neugierde ließ mich eine Anzahl der kleineren Fahrzeuge besehen, in welchen ich zu meiner Überraschung einer unerwarteten Reinlichkeit und Nettigkeit begegnete. Die Boote sind mit wasserdichten Matten überwölbt und bergen zwei Räume, eine Art kleinerer Kajüte und einen Vorraum, beide mit färbigem Papier und allerlei Bilderwerk schmuck ausgestattet; ein großer Stein oder eine Lehmschicht, wo das frugale Mahl, aus Reis, Bohnen und Thee bestehend, gekocht wird, vertritt die Stelle des Herdes. Die Tonne des Diogenes scheint mir durch diese Behausungen noch übertroffen; denn während jener Weise sich des Alleinbesitzes seines Heimes erfreute, sind die einzelnen Boote, wie wenig Raum sie auch bieten, meist zahlreich bevölkert, da die auf dem Wasser lebenden Familien nicht weniger Kindersegen genießen, als die auf dem Festland hausenden. Der Erwerb, welchen die Bootsinsassen zu finden vermögen, soll ein äußerst dürftiger sein und reicht für eine ganze Familie oft kaum an die Grenze des europäischen »Hungerlohnes« eines Arbeiters heran.

Die Ausnützung des Raumes der Boote ist die denkbar vollkommenste. Abgesehen von den Säuglingen, welche gewöhnlich ihren Platz auf dem Rücken der Mutter finden, wird die heranwachsende Generation in kleinen, mit Deckeln verschlossenen, am Boden oder am Bug des Bootes befindlichen Verschlägen untergebracht, wo sie sich im Gegensatze zu unserer schreienden Jugend meist ruhig verhält. Lüftet nun der Eindringling den Deckel einer dieser »Kinderbewahranstalten«, so blicken ihn einige kleine, nackte, bereits mit dem Zöpfchen geschmückte Chinesen erstaunt an, um ihm sofort behende wie Affen entgegenzukriechen.
Nur chinesische Anspruchslosigkeit kann Lebensverhältnisse, wie wir sie hier finden, noch als genügende, ja, es scheint mitunter, sogar als behagliche betrachten.

Zwischen den verankerten Booten verkehren rastlos Schiffe aller Art, so dass es oft sehr schwierig ist, sich mit einem Boote durch das Getriebe hindurch den Weg zu bahnen. Unter allen Fahrzeugen, welche der Perlfluss trägt, sind die merkwürdigsten wohl die großen Passagierboote, welche, den Dampfschiffen nachgebildet, achter ein Rad haben, das aber nicht mit Dampf in Bewegung gesetzt wird, sondern durch menschliche Kraft, durch jene von etwa 25 Kulis, die in einem Tretwerk im Schweiß ihres Angesichtes arbeiten. Als die ersten Dampfboote der Europäer den Fluss heraufgekommen waren, versuchten die erstaunten Chinesen, so erzählt man, diese Erfindung nachzuahmen, was ihnen jedoch nicht vollständig gelang; denn die Construction der Maschine bot einige Schwierigkeiten. Die gelben Brüder wussten aber zu helfen, indem sie die Maschine durch Kulis ersetzten, deren Verwendung nicht nur einen einfachen Mechanismus gestattete, sondern auch den Vorzug der Wohlfeilheit hat, da ein Kuli, welcher durch acht Stunden täglich die ermüdende Arbeit der raschen und kräftigen Bewegung im Tretrad zu leisten hat, angeblich im »Monate nicht mehr als 75 fl. ö.W. an Lohn erhält! Damit nun das Werk auch von außen der Erfindung der »Barbaren« vollkommen entspreche. wurde dem Schiff ein hoher Rauchfang aufgesetzt, welchem dichter Qualm entstieg, da unterhalb stark rauchende Holzarten entzündet wurden. Hiemit war der Dampfer chinesischer Erfindung vollendet; später ließ man zwar den dampfenden Schlot hinweg, das Rad aber mit dem Tretwerke blieb.

Mit einiger Anstrengung wurden etliche Sampans zur Seite geschoben, um das Anlegen unseres Bootes an der Insel Ho-nan zu ermöglichen, und nach wenigen Schritten standen wir vor dem Hoitschong-dsy (Hai-tschoang-sy), einem der 125 Tempel verschiedener Kulte, welche Kanton zählt.

Diese Ziffer vermag wohl kaum Erstaunen zu erregen, da doch die Bevölkerung eine so zahlreiche ist und China drei religiöse Lehrsysteme besitzt: die Philosophie des Konfuzius, welche die Staatslehre repräsentiert und der daher der Hof, die Staatsbeamten und überhaupt die gebildeten Gesellschaftsschichten anhängen; den Buddha- oder Föh-Dienst, zu dem sich die unteren Volksklassen, die große Mehrzahl der Chinesen, bekennen; endlich das wohl nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Bekennern zählende System des Lao-dsy, welches den einzelnen Menschen als Selbstzweck betrachtet, ihm die Aufgabe stellend, sich innerlich zur Vollkommenheit zu erheben, um hiedurch zu dem höchsten Wesen, Dao genannt, zurückzukehren. Da das System des Konfuzius den Charakter einer staatlichen Institution trägt, erscheint dessen Bekennung für jeden Staatsbeamten obligatorisch; doch kann derselbe nebenbei auch Buddhist oder Daoist sein.

Der Hoi-tschong-dsy ist der größte Buddha-Tempel in Kanton und dehnt sich über eine bedeutende Fläche aus, die eine Reihe von Baulichkeiten und Höfen umfasst; Gärten und Begräbnisstätten vervollständigen die Anlage, und überdies steht mit diesem Gotteshaus ein Mönchskloster in Verbindung, wo sich angeblich 175 Priester dem Dienste Buddhas widmen. Der Eingang in den Tempel wird von vier fratzenhaften, überlebensgroßen Gestalten bewacht, deren Aufgabe es ist, dem frommen Pilger heilsamen Schrecken einzujagen, und die durch eine Anzahl von Votivzetteln, womit die Füße der Scheusale beklebt sind, offenbar milder gestimmt werden sollen. Einen mit Granitplatten gepflasterten, von schönen, alten Ficus-Bäumen beschatteten Gang durchschreitend, gelangt man in einen Pavillon, wo mystisches Halbdunkel herrscht; drei vergoldete Buddha-Figuren, aus Thon gefertigt. nehmen die Mitte des Raumes ein, während an den Wänden rechts und links etwas kleinere, aus dem gleichen Stoffe geformte Gestalten stehen, welche 18 Apostel Buddhas versinnbilden. Dieser wird hier in einer Art dargestellt, welche von der in Indien gebräuchlichen abweicht; denn der Buddha des Chinesen ist ein beleibter Gott, dessen wohlgenährtes, lächelndes Antlitz vollkommenes Wohlbehagen ausdrückt. Das bedeutende Embonpoint, mit welchem der Chinese seinen Buddha ausstattet, erklärt sich aus der Auffassung, wonach Beleibtheit auf Reichtum hinweist und daher dicke Leute in hohem Ansehen stehen. Vor den Götterbildern sind große Altäre mit Trommeln, Glocken und Opfergefäßen errichtet, welch letztere aus Silber oder aus minder edlen Metallen angefertigt, meist aber künstlerisch ausgeführt sind und die Form von hohen Leuchtern oder Urnen mit Drachenköpfen zeigen, die zur Aufnahme brennender Räucherkerzen bestimmt sind.
Der nächste Tempelraum enthält außer einem Bildnisse der Gottheit Kun-jem (Goang-in) eine sehr schöne Marmor-Pagode, vor welcher die heiligen Bücher liegen, deren sich die Bonzen bei dem Gottesdienste bedienen; die Pagode reicht bis zur Decke empor, ist an den einzelnen Absätzen durch reizende bronzene Glöckchen verziert und bringt vermöge ihrer schlanken Form und der eleganten Linienführung eine künstlerische Wirkung hervor. Als Intermezzo wurden uns hier heilige Schweine in Freiheit vorgeführt, die infolge des sorglosen
Daseins, welches ihnen beschieden, dermaßen fett sind, dass sie sich kaum zu bewegen vermögen. Einer der uns begleitenden Bonzen hieb, der Heiligkeit der Schweine ungeachtet, unter boshaftem Grinsen auf dieselben ein, ohne bei ihnen eine andere Wirkung als ein lebhaftes Grunzen hervorzurufen. Ein dritter Raum, der sich vor uns erschloss, birgt die Figur eines Gottes, über dessen seinerzeitigen Lebenswandel bei unseren Führern die widersprechendsten Ansichten herrschten. Jedenfalls hat sich die Kühnheit der chinesischen Phantasie bei der Darstellung der Gottheit keine Schranken auferlegt.

An die Tempelbauten sich anreihend und in deren Bereiche liegen die Behausungen der Priester, ein wahres Labyrinth schmutzerfüllter, kleiner Baulichkeiten, in welchen die Speiseräume und die Küche den Eindruck besonderer Verwahrlosung erwecken. Den Abschluss des Tempelgeheges bildet ein großer, in reichlichem Blumenschmuck prangender Garten, wo wir an das Grab eines heiligen Mannes sowie an jenes eines berüchtigten Tartarengenerals geführt wurden, der sich in Kanton dadurch ein trauriges Andenken gesichert hat, dass er ein Blutbad anrichten ließ, dem 60.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Die uns begleitenden buddhistischen Priester trugen den Schädel glatt rasiert und zeigten ein verkommenes Äußere; in ihren Mienen lag ein schlauer, listiger Zug, und mit größter Zudringlichkeit, jeder Würde bar, bettelten sie um Almosen. Die religiöse Tätigkeit dieser Tempeldiener beschränkt sich auf die tägliche, dreimalige Verrichtung eines Gebetes, während der übrige Teil ihres Tagewerkes im Nichtstun, im Umherlungern, im Betteln besteht. Es ist daher nicht zu verwundern, dass die gebildeten Chinesen den buddhistischen Priester verachten und in ihm einen Heuchler erblicken, der, Lastern ergeben, nur nach mühelosem Wohlleben sinnt. Auf mich haben die im Ho-nan-Tempel schaltenden Bonzen jedenfalls eine möglichst ungünstige Impression hervorgebracht.

Der Abend war dem Besuch einer Spezialität Kantons, jenem der berühmten, oft beschriebenen, sogenannten »Blumenboote« gewidmet. Der Gestalt nach Dschunken und gleich den anderen Fahrzeugen der Wasserstadt im Fluss verankert, sind diese Boote Restaurants und Etablissements, in denen Kanton sich amusiert, die Träger des Zopfes fröhlich werden. Hier geht es oft hoch her; denn Gelage werden gefeiert, Musik erklingt, Lieder erschallen und das ewig Weibliche verleiht höheren Reiz. Die Blumenboote sind in großer Zahl vertreten, doch selbstverständlich je nach der Klasse der Bevölkerung, aus welcher die
Besucher sich remitieren, sehr verschieden hinsichtlich dessen, was sie bieten, und des Reichtums der Einrichtung. Die Boote, die wir besuchten, enthielten mehrere Räumlichkeiten, hierunter einen Salon, der für Opiumraucher bestimmt ist, und Gemächer, welche geschlossene Gesellschaften zum Mahle vereinigen, also chinesische Chambres séparées. Die Ausstattung ist sehr reich, schön geschnitzte Möbel, mit gestickten Stoffen überdeckt, erfüllen die Lokale; hier steht kostbares Service für Tee, dort sind Tischchen für Opiumraucher mit Perlmutter und Steinen zierlich ausgelegt; an den Wänden ziehen sich vergoldete, in mäandrischen Mustern geschnitzte Verzierungen hin, und helles Licht, das sich in zahlreichen Spiegeln und Gläsern bricht, flutet durch die Räume.

Während in den Speisezimmern heitere Symposien gefeiert werden, frönt so mancher dem verhängnisvollen Genuss des Opiums im Salon. Wir trafen auf einen Raucher, der sich bereits im Zustande der vollständigsten Bewusstlosigkeit befand, der also den Gipfel des Genusses erreicht hatte; doch der Mann wand und krümmte sich derart, dass es schwer war, hierin den Ausdruck der durch selige Träume hervorgerufenen Verzückung zu erblicken. Um mir ein eigenes Urtheil bilden zu können, rauchte ich zwei Pfeifen Opium, die mir ein alter Chinese mit freudvollem Eifer »stopfte«, wäre aber nicht im Stande, hieran Geschmack zu finden; denn der Rauch erinnerte an jenen stark parfümierten Tabaks und mundete mir in keiner Beziehung. Dadurch, dass ich mich an Opium versucht, stieg ich offenbar in der Achtungsskala der Chinesen um ein Bedeutendes, da sich alles beeilte, mir Tee, Früchte und die erdenklichsten Erfrischungen anzubieten. Leider kann ich mich mit dem Tee, wie er hierzulande genossen wird, — sehr heiß und ohne Zucker — nicht befreunden.

Eine Schar junger Mädchen besorgte die Bedienung sowie die Unterhaltung der Gäste durch Musik und Gesang. Einige dieser Damen sind nach unseren Begriffen so übel nicht, doch verunstalten sie sich — mögen sie immerhin glauben, hiedurch das chinesische Schönheitsideal zu erreichen — vollkommen, indem sie sich ganz weiß schminken, auf die Unterlippe einen rothen Fleck malen und die abrasierten Augenbrauen durch hochgeschwungene künstliche ersetzen. Diese Metamorphose verleiht den Mädchen einen ebenso unnatürlichen, als chronisch verwunderten Ausdruck, der sie Puppen aus Wachsfigurenkabinetten ähnlich erscheinen lässt. Das Haar der Schönen ist in der kunstvollsten Weise geordnet; diese Frisur bedarf großer Sorgfalt und erheischt bedeutenden Zeitaufwand, so dass die Mädchen, um sich diesem mühsamen Geschäfte nicht allzu oft unterziehen zu müssen, dem stilvollen Aufbau erhöhte Konsistenz durch Anwendung eines Klebemittels geben, welches der Frisur eine mehrtägige Haltbarkeit sichert. Die Fingernägel, denen besondere Pflege gewidmet wird, lassen die Damen zu einer unförmlichen Länge gedeihen, auf welche Weise, wie durch lange Nägel bei beiden Geschlechtern überhaupt, angedeutet werden soll, dass der Träger der Fingerzier sich einer Wohlhabenheit erfreut, die ihn der Notwendigkeit enthebt, durch der Hände Arbeit seinen Lebensunterhalt zu erwerben. Die Mädchen sind in prächtige Gewänder gehüllt; selten schöne und geschmackvolle Stoffe haben bei den Toiletten der Nymphen des Blumenbootes Verwendung gefunden.

Die Püppchen, die uns umringten, waren recht nett und drollig anzusehen, so lange sie,, ununterbrochen fächelnd, uns schweigend umtrippelten — doch »wehe, wenn sie losgelassen«, zu singen und zu musizieren begannen. Der Gesang bewegte sich in wahrhaft schwindelerregenden Höhen und konnte nur als jammerndes, ohrenzerreißendes »Quietschen« bezeichnet werden; die Instrumentalmusik aber war jenem vollkommen ebenbürtig, indem Gongs, Zithern und Guitarren grässliche Töne entlockt wurden. Dies hindert nicht, dass derartige Musik den Chinesen als Ohrenschmaus erscheint, dem sie mit der gespanntesten Aufmerksamkeit sich hingeben, um dann ihrer Befriedigung über den Kunstgenuss lebhaften Ausdruck zu verleihen. Eine der Künstlerinnen trug mir ein als besonders schwärmerisch und hinreißend gepriesenes Liebeslied vor, das auf Chinesen immerhin einen solchen Eindruck hervorbringen mag; beglückte aber bei uns eine holde Schöne den schmachtenden Seladon in ähnlich lyrisch-melodischer Art, so würde sie unzweifelhaft eine mit ihren Gefühlen arg kontrastierende Wirkung erzielen, da der Angesungene nur in der schleunigsten Flucht sein Heil suchen könnte.

Mein Ergötzen erregte in dem erstbesuchten Blumenboot ein bemoostes, aber sehr joviales Haupt — ein 72jähriger Chinese vornehmen Standes, dessen Lebenslust ihn allabendlich das heitere Lokal aufsuchen ließ, wo er Stammgast und ein hoher Mandarin sein würdiger Kumpan war. Der ergraute flotte Bursche zeichnete sich durch die Virtuosität aus, mit der er das Krähen des Hahnes und das Gackern der Hennen nachzuahmen verstand, eine Kunstfertigkeit, welche der alte Sünder zum höchsten Entzücken der Besucher des Blumenbootes auszuüben pflegt. Offenbar hatte ich sein besonderes Wohlgefallen erregt; denn rastlos ließ er mich durch den Dolmetsch ersuchen, recht lange zu bleiben, wartete mir mit Tee auf, nahm in meiner Nähe Platz und krähte und gackerte, von dem schallenden Gelächter aller Anwesenden begleitet, frisch darauf los. »Der alte Drahrer« war in seiner Komik unbezahlbar und bat mich, als wir schließlich unter endlos.en Begrüßungen und Bücklingen von einander schieden, dringend, in den nächsten Tagen ja gewiss wiederzukehren.

Die Wanderung nach anderen Booten erforderte einige equilibristische Fertigkeit, da die Verbindung nur durch schmale Stege hergestellt war, unterhalb welcher der Fluss rauschend dahinströmt. Anfänglich waren die Besucher dieser Etablissements über unser Erscheinen einigermaßen erstaunt; doch begrüßten wir sie mit dem freundlichsten »Tsing-tsing«, — der üblichen chinesischen Formel — womit das Eis gebrochen war, so dass die Habitues sich nicht nur beruhigten, sondern uns auch aufforderten, Platz zu nehmen und Tee zu trinken. In Kürze war so allenthalben eine vollkommene Entente cordiale hergestellt.

Sehr befriedigt von den Eindrücken des Tages kehrten wir in später Stunde nach Scha-mien in unsere gemütliche Villa zurück.

Links

  • Ort: Kanton
  • ANNO – am 23.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater ein Ballet “Ein Tanzmärchen” aufführt.

Hongkong to Canton, 23 July 1893

Every European staying in Hongkong intends to visit the city on the Pearl river or Tschu-kiang which has still kept its original true-Chinese character nad thus offers a couple of new and interesting impressions. The realization of my desire to see this strange city was made possible by the Chinese maritime customs service that kindly offered their steamer, the customs cruiser “Tschuen-tiao” for the trip. Without this favor we could not have undertaken this excursion today as no passenger steamboats are operating on Sundays. In the pouring rain and thick fog I embarked with our commander as well as the gentlemen of the staff, Scala, Ramberg and Dr. Plumert.

The captain of the tax cruiser, an English trade ship captain, who had taken three steamboats according to the pattern of “Tschuen-tiao” in the incredibly short time of 28 days from England to Hongkong — a performance of seamanship he can be justly proud of. The captain had repaired the ship so splendidly that it looked as new as “out of the box”. Everything was gleaming and shiny that it was a pleasure to see. The tax cruiser of 500 to 700 t displacement are tasked to prevent the very active smuggling going on in the Chinese waters, especially with opium and salt, and are therefore equipped with excellent machines and suitably armed. Our “Tschuen-tiao” carried two  9.5 cm Armstrong guns and two rapidfire cannons . A quite pretty salon served as a dining room while I used the captain’s cabin that he had ceded to me.

Crossing the harbor of Hongkong we came past a steam ship sunk a few days ago whose sad masts and smokestack rose out of the water. This steam ship, “Amigo”, had a strange tragic fate. It had left Jokohama with a full load and set the course for Hongkong. After only two days the telegraphic message arrived that “Amigo” had been rammed by another ship during a typhoon and had sunk. But the message proved to be false as after three more days the ship arrived safely at the harbor of Hongkong and was just on the way of mooring to clear its load when it was in fact rammed by another ship within the harbor and sank within a few minutes. This accident led also to the loss of life as many children drowned.

Close to the spot of the accident is also a very heavily damaged large sailing ship that had lost all four masts in a heavy typhoon and had been driven around on the ocean until fortunately a steamship met it and towed it to the harbor.

The course first led us between  the mainland and Lantao and then took us through a maze of other islands until we reached the mouth of the Pearl river but we could not really see much of it or the mainland, as the rain and fog reduced our sight to almost nothing.

At the mouth of the river, called Bocca Tigris, rise on both shores two dark bare rocky mountains only partially covered with sparce moss. They had been equipped with fortifications said to be armed  with modern guns, namely from Krupp. Whether these fortifications could really resist an energetic attempt to enter for long, I will not discuss, but consider from my distant point of observation the design of the batteries to be outdated and neglected. The same impression I received from a number of fortifications further upstream that are placed on hills that rise out of the ground.

Beyond Bocca Tigris the region is flat. rice paddies cover the plain — not a picturesque view. From a hill a seven story pagoda — the first we have seen — looks down upon the river and we greeted it as a familiar symbol of the Heavenly Kingdom known from Chinoiserie. Now and then we could see small settlements.

In some of the places the river is blocked by pole barricades  that only leave a narrow opening — a learning from the experience China has made in conflicts with European powers. Since the erection of these river blockades, Whampoa, in former time the anchorage of all ships but later become desolate and derelict, has grown again in importance as vehicles whose depth and tonnage surpasses a certain limit are unable to pass the river blockade and are forced to anchor in Whampoa.

The captain chose not the usually selected Whampoa Canal to reach Canton but the more Southern Blenheim Passage, and finally the great city lay in front of us after the more frequent appearance of settlements and the increased traffic on the river had clearly announced its proximity.

Canton, Guangzhou, as is generally known a Anglo-French possession during the years of 1859 to 1861 is said to be the most populated city of the Chinese Empire as the number of inhabitants surpasses 1.5 million. Situated on the Northern shore of the Whampoa canal, an arm of the Pearl river, Canton is the capital of the province of Guangdong and the seat of the governor general of the two Guang provinces. In the history of trade with East Asia, Canton plays a predominant role and through centuries trade with the West was concentrated in this city which had been opened by the Portuguese and grown tremendously under the English. But only the treaty of Nanking of 29 August 1842 had liberated commercial trade with China from the burdening limitations and the strange form that had developed in Canton and given it a new constitution. It opened multiple harbors — subsequently other harbors were added — for foreign trade and permitted the installation of foreign merchants in dedicated “concessions” and consuls etc. Since that time Canton was no longer the unique spot for trading with the West and lost importance. The growing rise of Hongkong also had quite a negative impact on the commercial importance of the place.

The city is surrounded by a 16 km long, 12 m high circular wall whose broad crowns are said to be armed with numerous guns. But these fortifications and their condition can not really cause concerns to European soldiers. On the flat terrain between the city wall and the river are numerous huts partly on firm ground partly on poles. They constitute part of the water city that is continued in a floating part in which countless ships are moored close together. The population of this water city is estimated at 80.000 to 100.000.

While on the one hand Canton offers a very original and interesting view from the riverside which is not missing attractions as the river is filled with constant motion of the most diverse vehicles, on the other hand the view of the enclosure of the city wall has few merits. It rises in the North towards hills laying there and divides into two parts that are separated by a wall with a moat running parallel to the river:  In the one, much larger area is the old Tatar town in the North and in the smaller area toward the river is the actual business district of New Canton. The circular wall is broken by eight, the interior separation wall is broken by four gates while two water gates are intended for boats which enter and leave the main canal. All these gates are closed during the night and open during the day, protected by the military.

The Tatar city contains only in part groups of houses of an urban character. The rest is agricultural land and open areas on which stand dispersed temples as well as big public buildings among them the governor general’s palace, that of the Tatar general, the examination halls the temple of the five genii and in the rising part the five story pagoda. Close to the Northern gate a mint has been built in the year 1889.

In contrast to the Tatar city, New Canton is filled with closely packed seldom more than one story high houses. Next to the pagodas the godowns attract the attention already from the ship. These buildings overtop the houses and serve according to their purpose as warehouses and are built to resist burglars and fire. Narrow alleys run between the labyrinth of houses.

West of the city, outside the circular walls extend the newer suburbs. South of it lies the mud island of Shamian, the seat of the foreigners’ colony that had been made habitable at considerable expense of shared costs by the English and French government money as the concession stipulated during the years between 1859 and 1861. Three bridges that were under strict military observation connect the island with the mainland but are locked of at 7 o’clock in the evening as after this hour no European is allowed to be in the city and no Chinese is permitted to set foot on Shamian with the exception of the palanquin carriers.

Already the first impression that the visitor — just arrived, still on board — receives from Canton leaves no doubt that he is faced with Chinesedom in its full originality and genuineness. All the more a contrast is the effect of seeing the Roman Catholic cathedral whose twin towers in the Southwestern part of the business district is surpassing all the other buildings of Canton. The building costs were paid in part by the war indemnities China had to pay according to the Peking peace treaty of 24 October 1860, in part out of funds of the French mission. It is likely that the Chinese are displeased by this proud building and it remains questionable whether it would not have been politically smarter to be satisfied with a less conspicuous building. As experience teaches, the yellow brothers too can be disgruntled if they realize its intention. At the moment their very own remarkable skill of self-deception and their also very keenly developed sense of superiority means that they seem to have accepted the cathedral by the fact that they interpret the two towers as the ram’s horns, Canton’s animal in its coat of arms and thus see in the church only a  glorification of the city of Canton by the “foreign devils”.

Mr. Drew, the secretary general of the Chinese maritime customs service, came on board to invite me to be his guest during my stay in Canton. I would have preferred a hotel, on the one hand in order not to disturb others, on the other hand not to be forced by necessity to wear a dress coat. As Canton does not possess a hotel that matches European taste even halfway I accepted Mr. Drew’s friendly offer with many thanks.

Soon we arrived at the home of our host on the island of Shamian where his wife, an American, welcomed us and offered us hot tea. Unfortunately I could not make conversation with the lady who seemed to be a very kind woman, as she only spoke English. Mr. Drew however not only speaks a bit of French but knows quite a bit of vocabulary of German words — a skill due to his longer stay in Vienna where Mr. Drew acted as Chinese commissary during the world exhibition of 1873 and felt very comfortable so that he speaks of that time with satisfaction.

Shamian island offers the eye a delightful resting place: friendly villas surrounded by gardens with trees that provide shade cover the small island. Beautiful avenues run along the shore and well kept roads cross the settlement which offers a quiet impression in the midst of the activity of river life even though there are not only private dwellings but also the establishments of great merchants whose businesses keep millions in circulation. But the creaking and rustling of bills of exchange, the turning and sound of the coins stay beyond the hearing of the tourist.

Mr. Drew’s villa lies at the river shore. Two qualities distinguish the dwelling positively: namely very good cooking and a cool bath. Worth a special mention are also the beds that promised a quiet sleep, not the least due to the dense nets that prevented the ambush of the bloodsucking mosquitoes on the sleeping person.

As it was only 5 o’clock in the afternoon we wanted to visit the Buddha temple on Ho-nan island. We had already had a general impression of the water city but found during the journey to that island the opportunity to see probably one of the strangest settlements of humanity up close. Boats of all kind, form and size lay here moored one next to the other: Junks, sampans and slipper boats full of young and old people, men, women and children who have al they possess in this swimming homes. They are born here, live here, strive here, love here and die here.

My curiosity made me look at a number of the smaller vehicles in which to my surprise reigned an unexpected cleanliness and cosiness. The boat have vaulted mats that form two rooms, a kind of cabin and anteroom both decoratively equipped with colored paper and all kinds of images. A larger stone or a clay layer serves as the hearth where the frugal meal made out of rice, beans and tea is cooked. The barrel of Diogenes seems to me surpassed by these domiciles. As the sage was the only owner of his home, the individual boats, however small a space they offer, are mostly populated with many as the families living on the water are no less blessed with many children as those living on the mainland. The jobs these boat occupants seemed to be able to find are said to be very poor and only barely reaches the level of “starvation wages” of a European worker for a whole family.

The use of the space of the boats is imaginably perfect. Except for the babies who usually find their place on the back of their mothers, the younger generation is kept in small sheds covered with a top on the floor or at the aft where they keep mostly quiet in contrast to our noisy youth. If one opens one of the tops of these “children container homes”, one looks at some tiny naked Chinese already equipped with a pig-tail who immediately start to climb out skilful like monkeys.

Only Chinese modesty can accept conditions of living such as we found here as still satisfactory and it seems even comfortable.

Between the moored boats all kinds of ships moved without rest so that it was very difficult to find a path for one’s own boat through the throng. Among all the strange vehicles on the Pearl river the most strange probably are the passenger boats who resemble steam boats, have a wheel on the side which however is not propelled by steam but by human force. About 25 sweating coolies  move it by their steps. When the first steamboats of the Europeans appeared upriver, the surprised Chinese are said to have tried to copy this invention but they only partially succeeded. The construction of the machinery proved difficult. The yellow brothers found a way out by replacing the machinery by coolies which allowed the use of a simple mechanism and was also very cheap as a coolie who will work eight tiring and hard hours daily cost apparently only 75 fl. in our currency per month! In order that the work looked also from the exterior like the invention of the “barbarians” the ship was equipped with a tall smokestack out of which rose thick smoke as they burned types of wood below that produced much smoke. Thus the Chinese steamboat was complete. Later the burning smokestack was dropped, the wheel with the treadmill was kept.

With some effort numerous sampans were pushed to the side to allow our boat to land on the island of Ho-nan. After a few steps we stood in front of Hoitschong-dsy (Hai-tschoang-sy), one of the 125 temples of various cults in Canton.

These number may not astonish us much as the population is so large and China has three religious systems: the philosophy of Confucius that represents government rule and thus the court. The officials are overall part of the educated classes. The Buddha or Foh service to which the lower classes and the great majority of the Chinese declare allegiance. Finally, a relatively small number of adherents of Lao Zi that sees every human being as its own end in itself and are faced with the task of seeking inner perfection in order to return to the highest being, called Dao. As the system of Confucius has the character of a government institution its observance seems mandatory for each official. But he may also be Buddhist or Daoist.

Hoi-tschong-dsy is the largest Buddha temple in Canton and extends over an important area with a number of buildings and courts. Gardens and burial places complete the site. Furthermore a monastery is linked to the temple where apparently 175 monks are dedicating themselves to the service of Buddha. The entrance to the temple is guarded by four grotesque larger than life statues whose task it is to instil fear in the devoted pilgrim. They can apparently be appeased by votive papers that are glued to the feet of the monsters. Following a path on granite plates in an avenue of Ficus trees providing shade, one reaches a pavilion where a mystic semi-obscure reigns. Three gilded Buddha figures made out of clay are in the middle of the room while on the wall to the right and left stand a bit smaller figures made out of the same material which represent the 18 disciples of Buddha

He is shown here in a manner different from the one common in India as the Buddha of the Chinese is a portly god whose well-nourished smiling face expresses complete satisfaction. The considerable embonpoint the Chinese equip their Buddha signifies in their understanding that portliness means wealth and that fat people are highly regarded. In front of the images of the gods are large altars with drums, bells and sacrificial vessels the latter made out of silver and lesser noble metals but mostly artfully created and have a form of tall candle holders or urns with dragon heads that are intended to hold burning incense cones.

The next room of the temple contains an image of the god Kun-jem (Goang-in), a very beautiful marble pagoda in front of which lay holy books that are used by the bonzes to perform their services. The pagoda reaches up to the ceiling and is decorated with delightful small bronze bells on some ledges and thanks to its slim form and the elegant line creates an artful effect.

As a break, we were shown four free holy pigs that are so fat due to their life without sorrows that they are barely able to move. One of the bonzes accompanying us beat one, without consideration for their holiness, with a diabolical grin without producing another effect than a vivid grunting.

A third room we saw included a figure of a god about whose true life style there seemed to be contradicting opinions among our guides. In any case the audacity of the Chinese fantasy has not been limited in the imagination of this god.

Next to the temple buildings follow the dwellings of the priests, a true labyrinth of dirty small houses in which the dining room and the kitchen give a special impression of neglect. The end of the temple are is formed by a large garden with rich flower decorations where we were led to a grave of a holy man as well as that of a notorious Tatar general who has made sure that he is remembered with sadness as he arranged a massacre that killed 60.000 humans.

The Buddhist priests accompanying us had shaved heads and had a deprave exterior. In their means they had a canny, sly look and their begging was for charity with very great insistence and bereft of all dignity. The religious activity of these temple assistants is limited to a thrice daily prayer while the other part of their daily activities is dedicated to doing nothing, hanging around and begging. It is thus no wonder that the educated Chinese scorn Buddhist priests and regard them as hypocrites who seek an easy life and succumbing to their vices. On me the bonzes active in Ho-nan temple have in any kind created a highly unfavorable impression.

The evening was devoted to the visit of a speciality of Canton, the famous and often described so called “flower boats”. The purpose of these junks moored like the other vehicles in the river in the water city is to serve as restaurants and establishments where Canton amuses itself and the pig-tail wearers grow merry.  Here much is happening as feasts are celebrated and music played, songs rang out and the eternal female presents its higher charms. The flower boats are present in higher numbers but naturally very different depending on the class of the population that constitute its visitors in terms of what they offer and the wealth of their decorations. The boats we visited had multiple rooms among them a salon for opium smokers and separate rooms for small groups that celebrate a joint dinner, thus Chinese chambres séparées. The furniture is very rich, beautifully carved pieces of furniture covered with stitched cloths are filling the establishments. There are valuable tea sets and tables for opium smokers decorated with mother of pearl and delicate stones. On the walls are gilded  ornaments in meandering patterns and clear light that is mirrored by numerous glasses and mirrors floods the rooms.

While merry symposia were celebrated in the dining rooms so many were enjoying the fateful pleasure of opium in the salon. We met one of the smokers who had already lost his conscience and thus had reached the climax of pleasure. But the man was twisting and turned so strongly that it was difficult to interpret this as an expression of blessed dreams. In order to form my own judgement I smoked two pipes of opiums that an old Chinese prepared for me with pleased alacrity, but did not find to develop an appetite for it. The smoke reminded me of very strongly perfumed tobacco and did not like it at all. Trying to smoke opium apparently made the Chinese considerably increase their appreciation of me, as all hastened to offer me tea, fruits and all kinds of refreshments. Unfortunately, I can not make friends with the way tea is drunk here — very hot and without sugar.

A group of young girls took care of serving us and entertaining the guests with music and singing. Some of these ladies are not bad looking according to our tastes but they completely defaced themselves — even though they believe to thus fulfil the Chinese ideal of beauty — by painting their faces completely face and applying a red spot on the lower lip as well as replacing the shaved-off eye brows with  highly arched artificial ones. This metamorphosis gives the girls an unnatural and chronically puzzled expression and makes them look similar to the dolls in the wax figure museums. The hair of the beauties is most artfully composed. Their hairdo requires extreme care and eats up considerable amounts of time, so that the girls use some kind of fixative to increase the consistency for a stylish composition in order not to undergo the arduous process. Thus the hairdo retains its form for multiple days. The finger nails which are especially taken care of the ladies let grow to clunky lengths. Thus, long nails indicate for both sexes that the wearer of the finger ornament is wealthy as he does not have to work with his hands for his living. The girls are clad in gorgeous costumes. Extremely beautiful and tasteful fabrics have been used to create the dresses of the nymphs of the flower boats.

The dolls that surrounded us were quite pretty and funny to watch as long as they walked around us silently, fanning without interruption — but “beware when they are let go” and started to sing and make music.  The singing was at a truly dizzying pitch and could only be qualified as a wailing, ear-shattering  “squeaking”. The musical instruments were a full match for them as gongs, zithers and guitars produced awful sounds. This does not mean that such a music is not seen as pleasant by the Chinese as they gave their full attention to it and vividly expressed their satisfaction about the art. One of the artists offered an especially lyrical and much praised love song that never fails to create such feelings in the Chinese. If such a dainty beauty tried such a crooning soon in a similar lyrical melodious way in our country she would obtain a very different effect to her feeling as the target of her song would certainly seek his salvation in flight.

My amusement was produced in the first flower boat we visited by a mossy but very jovial head  — a 72 years old noble Chinese whose love of life made him seek the jovial place every evening where he was a regular with his dignified companion, a high mandarin.  The jaunty greybeard distinguished himself with his virtuosity in imitating the rooster’s crowing and the hens’ cackling. A skill the old sinner seems to perform to the delight of the visitors of the flower boat. Apparently I had attracted his special attention. Without fail, he asked the interpreter to make us stay for longer, offered me tea, took his seat close to me and crowed and cackled happily under the roaring laughter of all people present. “The old butterfly” was invaluable in his comical air and insisted that I return during the following days when we had to say good-bye after endless salutations and bows.

The walk over to other boats took some equilibristic skills as the connection was made only by narrow planks under which the river rushed by. At the beginning the visitors of these establishments were quite a bit astonished about our appearance but we greeted them with a friendly “Tsing-tsing” — the usual Chinese formula — which broke the ice so that the regulars not only calmed down but invited us to take a seat and drink tea. In a short time, everywhere a complete entente cordiale was established.

Much satisfied by the day’s impression we returned at a late hour to our cosy villa in Shamian.

Links

  • Location: Canton
  • ANNO – on 23.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing a ballet “Ein Tanzmärchen”.

 

Hongkong, 22 July 1893

In the morning we were greeted by the usual rain which did not stop me to go on land where I happened to come to an anatomical museum by chance. I soon was convinced that these presentations are as abhorrent as similar ones in Europe. The sight of all these horrors that are presented to the visitor in these museums creates as an after-effect the releasing good feeling when seeing the most common things as long as they are not hideous or abominable.

To improve my affronted aesthetic sensibilities as quickly as possible by pleasant impressions I stepped into a shop which offered artful and all kinds of other products from Japan. Even though the visit of this interesting country was still pending, I already bought here a nice collection of characteristic objects among them namely vases, lacquerware and bronzes and not to be forgotten, the delightful kimonos that we are used to see in the operetta “Mikado“. The shop owners, the brothers Kuhn from Hungary, had soon discerned who we were and seemed to find it repeatedly necessary to assure me that they would not try to take advantage from me.

The deeply felt need for a bit of fresher air made us climb Victoria Peak. At first we visited a Chinese managed bar modelled on the American type and then weaved in palanquin on the spry shoulders of rushing coolies to the station at St. John’s Cathedral from where a funicular railway led to Victoria Peak.

The English spare no effort or cost to improve the comfort of life where ever they own colonies in order to make the stay as agreeable or at least as tolerable as possible. Thousands of the sons of Albion venture out each year for a long time, sometimes forever, into the colonies where relief from the sometimes quite bleak territory, assistance against adverse climates, the possibility of recovery after a day’s toil has to be provided. English energy has been known for being triumphant in ameliorating and refurbishment. Hongkong is in more than one way an excellent example for it, so too is the colony created on the heights of Victoria Peak that owes its existence and development to such a healthy understanding and practical endeavor. The governor and other dignitaries have their domicile here for a good part of the year in comfortable villas. Members of the armed forces recover in a military sanatorium built in 1883 and large hotels offer the possibility to the inhabitants of Victoria to stay in airy heights during the hot season or to breathe in fresher air in the evening after the daily work has been completed. When dull mugginess is laying over the city, all who can will drive to the Peak during the evening hours to partake in the enjoyment of the difference in temperature of about 10° C in comparison to Victoria.

Victoria Peak has extremely steep slopes and drops abruptly down to the city. The funicular railway’s tracks are laid as audaciously as this situation demands and has to surpass great terrain obstacles even if not such slopes as on the Pilatus railway. It therefore can be justly called a marvel of technology. The railway ascends the slopes of Victoria Peak through the villa quarter where the richer Europeans have created agreeable places to live in their tasteful country mansions surrounded by delightful gardens. From the station next to a small Anglican church the trace is extremely steep up to the Peak. During the journey one has a panoramic view of rare beauty which increases in splendor in scope and picturesque beauty the higher we ascend. It nearly seemed like the sea of houses of Victoria was vertically below us and muffled, finally barely perceptible the accompanying noise of a pulsating life of the great city reaches our ear.

We ascended ever higher up until the city and the harbor with its countless ships lay below us like a Liliputian world and the proud “Elisabeth” seemed to have been reduced to the dimensions of a small ship model. From the heights our glances swept far over the infinite sea and all surrounding islands of Hongkong, the harbor, the city and the Chinese mainland which was plastically highlighted in front of a dark wall of clouds. The fantastic picturesque landscape we were marvelling about here looked in their attractive strangeness like those audaciously imagined images that contain the fancy allure that Chinese  and Japanese artists know to weave into their rugs.

Unfortunately we could not enjoy the view of this splendid panorama for long as a rainstorm was growing. Pushing fog and rain toward us, it soon made the magical images at our feet disappear, and we were in the midst of the rainstorm. Despite the bad weather we felt quite comfortable up there as we could for once breathe in mountain air! Only somebody who has spent months in the tropical seas may appreciate the full greatness of the delight offered by mountain heights and fresh air. “Freedom dwells in the mountains” — the freedom from the oppressive, tiring mugginess of the low lands, of the cities. But homesickness too which never fully leaves a traveller on such a long journey also dwells on the mountains and stronger than for a long time it affected me in these airy heights.The mountains of home rose in front of me out of the ocean and it seemed to me that no landscape was more gorgeous than our Austrian mountains.

The funicular railway ends at Victoria Cap, but not at the highest point of the Peak whose top still extends 70 m higher and is crowned by a signal station. Halfway there lies Mount Austin Hotel whose giant dimensions and equipped with all comforts does not only host permanent guests but also numerous Europeans in the evening who drive down to the city in the morning to engage in their professions. We celebrated our mountain trip with a Lucullan meal which was quite tasty, even if produced from English cooking, and made the return trip in a happy mood to Victoria which was illuminated in a sea of lights.

In Singapore I could not visit a Chinese theater due to my tropical fever that had taken hold on me. I therefore wanted to make good this lapse in Hongkong. But we found all art houses, we drove to one after another, unfortunately closed. We plainly did not consider that it was Saturday, a day the severe English police instructions prohibited any theatrical performances.

We therefore used the time to visit one of the numerous opium dens. In contrast to India where opium is generally consumed in forms of pills or as a liquid solution, in China it is customary to smoke opium. While it is proclaimed that the usual consumption of opium in India is said to increase the body’s performance and courage and prevent diseases — if at all, these effects must be due to the low dosage and only at the beginning — only negative effects are known about the smoking of opium. When we entered into the selected den it was still to early to observe the actual opium intoxication. At least the smokers were already in the preparatory stages. The opium smoker requires multiple pipes to obtain the desired state of intoxication which he smokes in certain pauses filled with smoking tobacco or dreaming idleness.

The narrow room contained wooden beds — “cots” — each of which had a low mount made out of wood or clay to serve as a pillow.

Half-naked men lay extended on the no less than luxurious daybeds and each had the tools for smoking opium at his side, especially the pipe which always consists of a bamboo tube and the conical pipe head that has a small opening for putting the opium inside. In front of each smoker also sits a vessel filled with viscous opium and a small lamp. The smoker puts a portion on the opening of the pipe which he lights up with the lamp in order to breathe in the intoxicating scent in long puffs. This is repeated until the desired effect is achieved and the smoker is carried away from reality with all its worries and all its misery and caught in a dream world, surrounded by delightful illusionary images in which he enjoys pleasures of all kind and all his desires are fulfilled. But at which price does this short flight from earthly misery into a land of sweet dreams come? Like ghosts with haggard bodies, fixed stares, pallid cheeks and lips the opium smokers stumble to an early death. The smokers laying in front of us had only reached their third or fourth pipe but their facial expressions showed without exception the mark of a horrible aberration, one of the miserable men had even reached the desired Elysium — he lay unconscious on the balcony of the house.

There exist by the way also opinions that not all smokers will suffer the fatal consequences from consuming opium that one is used to accept as a general rule and that we could witness in front of us. The level of negative effects is said to be considerably dependent on the passion with which the victim gives in during the consumption of opium, to the pleasure of this narcotic agent. From this it is concluded that the promotion of the opium trade and the fiscal exploitation of opium is not worse in terms of morality than the promotion of trade of spirits and its use as a source of tax income. Whether this is right, what I have seen in this den, gave me the impression that smoking opium is one of the most lamentable human aberrations. The prevalent temperature in the dull room, the horrible perspirations of the penned up humans, physical disgust and moral repugnance soon drove us out into the open air.

Another tour of these dens of vice in these active night life quarters proved soon so nauseatic that I quickly returned on board.

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  • Location: Hongkong
  • ANNO – on 22.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing a ballet “Die goldene Märchenwelt”.

Hongkong, 22. Juli 1893

Morgens begrüßte uns der übliche Regen, welcher mich jedoch nicht abhielt, ans Land zu gehen, wo ich, vom Zufall geleitet, in ein anatomisches Museum gelangte, um mich sehr bald zu überzeugen, dass diese Schaustellung ganz ebenso abstoßend, ja ekelerregend ist, wie Ähnliches in Europa. Die Betrachtung all der Scheußlichkeiten, die sich dem Besucher in derartigen Museen darbieten, bringt als unmittelbare Nachwirkung das erlösende Wohlbehagen an dem Anblick selbst der gleichgültigsten Dinge hervor, wenn dieselben nur nicht greulich und “grauslich” sind.

Um mein beleidigtes ästhetisches Gefühl so rasch als möglich durch wohltuende Eindrücke zu versöhnen, betrat ich einen Laden, in welchem kunstindustrielle und allerlei sonstige Produkte aus Japan feilgeboten wurden. Obschon der Besuch dieses interessanten Landes noch bevorsteht, erwarb ich schon hier eine recht hübsche Kollektion charakteristischer Objekte, worunter namentlich Vasen, Lackwaren und Bronzen vertreten sind, nicht zu vergessen natürlich die reizenden Kimonos, die wir in der Operette “Mikado” zu sehen gewohnt sind. Die Besitzer des Ladens, die Brüder Kuhn aus Ungarn, hatten sehr bald herausgefunden, wer wir seien, und erachteten es für nötig, uns wiederholt zu versichern, dass sie uns nicht übervorteilen würden.

Das tief empfundene Bedürfnis nach etwas frischerer Luft bewog uns, den Victoria Peak zu erklimmen. Vorerst besuchten wir noch ein nach amerikanischem Vorbild eingerichtetes, von Chinesen geleitetes Bar und schwankten dann in Palankinen auf den rüstigen Schultern eilender Kulis der Station bei der St. Johns-Kathedrale zu, von welcher aus eine Drahtseilbahn auf den Victoria Peak führt.

Die Engländer scheuen, wo immer sie Kolonien besitzen, weder Mühe noch Kosten, um den Komfort des Lebens zu steigern, den Aufenthalt so angenehm, mindestens so erträglich als möglich zu machen. Tausende der Söhne Albions ziehen alljährlich für lange Zeit, auch für immer hinaus in die Kolonien, wo Ersatz für mitunter recht trostlose Gegend, Abhilfe gegen schlimmes Klima, die Möglichkeit der Erholung nach des Tages Mühen geboten werden muss. Englische Energie versteht auf dem Gebiete der Ameliorierung und Assanierung Triumphe zu feiern, wofür Hongkong in mehr als einer Richtung einen hervorragenden Beleg bietet, so auch durch die auf den Höhen des Victoria Peak entstandene Kolonie, die ihre Anlage und Entwickelung jenem gesunden Verständnis und praktischen Bestreben verdankt. Der Gouverneur und andere Notabilitäten schlagen während eines großen Teiles des Jahres hier in komfortablen Villen ihre Wohnsitze auf, Angehörige der bewaffneten Macht finden in einem seit dem Jahre 1883 bestehenden Militär-Sanatorium Unterkunft und Erholung, und große Hotels bieten den Bewohnern Victorias die Möglichkeit, während der heißen Jahreszeit in luftiger Höhe zu hausen oder doch des Abends nach getaner Arbeit reinere, frischere Luft zu atmen. Wenn bleierne Schwüle über der Stadt lagert, fährt, wer immer nur kann, in den Abendstunden auf den Peak, um des Genusses teilhaftig zu werden, welchen ein Temperaturunterschied gegenüber Victoria von etwa 10° C zu gewähren vermag.

Der Victoria Peak hat ungemein steile Lehnen und fällt schroff zur Stadt ab; die Drahtseilbahn ist dieser Situation entsprechend kühn geführt, und hat, wenn sie auch nicht solche Steigungen wie etwa die Pilatus-Bahn aufweist, doch große Terrainschwierigkeiten zu überwinden, so dass sie als ein gelungenes Werk der Technik bezeichnet werden kann. Die Bahn zieht an den Abhängen des Victoria Peak durch das Villenviertel hinan, wo sich die reicheren Europäer in geschmackvollen, von reizenden Gärten umgebenen Landhäusern angenehme Wohnstätten geschaffen haben. Von einer Station ab, nächst einem anglikanischen Kirchlein, ist die Trace äußerst steil bis auf den Peak geführt. Während der Fahrt bietet sich ein Rundblick von seltener Pracht, der in dem Maß, als wir höher steigen, an Umfang und malerischer Schönheit gewinnt. Fast scheint es, als läge das Häusermeer Victorias senkrecht unter uns, und gedämpft, endlich kaum mehr wahrnehmbar dringt der das pulsierende Leben der großen Stadt begleitende Lärm an unser Ohr.

Wir klommen immer weiter empor, bis die Stadt und der Hafen mit den zahllosen Schiffen wie eine liliputanische Welt unter uns lagen und die stolze “Elisabeth” die Dimensionen eines kleinen Schiffsmodelles angenommen zu haben schien. Von der Höhe schweifte der Blick weithin über das unendliche Meer, über alle Hongkong umsäumenden Eilande, über den Hafen, über die Stadt und das chinesische Festland, welches sich plastisch von einer dunklen Wolkenwand abhob. Die phantastisch-malerische Szenerie, die wir hier erschauten, glich in ihrer fesselnden Fremdartigkeit jenen kühn gedachten, den Reiz des Aparten atmenden Bildern, welche chinesische und japanische Künstler in Teppiche zu weben verstehen.

Leider konnten wir in dem Genuss des herrlichen Panoramas nicht lange schwelgen, da sich stürmischer Wind erhob, Nebel und Regen einherfegend, so dass die zauberhaften Bilder zu unseren Füßen bald verschwunden, wir selbst aber vom Unwetter umhüllt waren. Trotz dieser Unbill der Witterung fühlten wir uns da droben herrlich wohl, war es doch wieder einmal Bergesluft, die wir atmeten! Nur wer durch Monate in den tropischen Meeren gekreuzt hat, vermag die ganze Größe des Entzückens zu würdigen, das Bergeshöhe und frische Luft bieten. “Auf den Bergen wohnt die Freiheit” — die Freiheit von lastender, drückender, ermattender Schwüle der Niederung, der Städte. Doch auch das Heimweh, welches den Reisenden auf so langer Fahrt nie ganz verlässt, wohnt auf den Bergen, und stärker als seit langem überkam es mich hier in luftiger Höhe. Die Gebirge der Heimat erhoben sich vor mir aus dem Ozean, und mir dünkte es, dass keine landschaftliche Szenerie der Welt schöner, herrlicher sein könne, als unsere österreichischen Berge.

Die Drahtseilbahn endet bei Victoria-Cap, jedoch nicht auf dem höchsten Punkte des Peak, dessen Spitze noch 70 m höher liegt und von einer Signalstation gekrönt wird. Auf halbem Weg nach dieser liegt das Mount Austin Hotel, welches, in riesigen Dimensionen angelegt und mit allem Komfort ausgestattet, nicht nur ständige Bewohner beherbergt, sondern allabendlich auch zahlreiche Europäer aufnimmt, die früh morgens wieder hinab zur Stadt fahren, ihrem Berufe zu obliegen. Wir feierten hier unsere Bergfahrt mit einem lukullischen Mahle, welches, wenngleich aus englischer Küche hervorgegangen, doch ganz schmackhaft war, und traten in fröhlicher Stimmung die Rückkehr nach dem in einem Lichtmeer erglänzenden Victoria an.

In Singapur hatte ich infolge des Tropenfiebers, das mich befallen, unterlassen müssen, ein chinesisches Theater zu besuchen, und wollte daher hier in Hongkong dieses Versäumnis nachholen; doch fanden wir bei allen Kunsttempeln, wo wir der Reihe nach vorfuhren, leider verschlossene Pforten; wir hatten eben nicht bedacht, dass heute Samstag war, an welchem Tage die strengen englischen Polizeivorschriften jede theatralische Aufführung untersagen.
Wir benützten somit die Zeit, um eine der zahlreichen Opiumhöhlen zu besuchen. Im Gegensatz zu Indien, wo Opium meist in Form von Pillen oder in flüssiger Lösung genossen wird, bildet in China das Rauchen von Opium die Regel. Während man behauptet, dass der in Indien übliche Genuss von Opium im Stande sei, eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit nach sich zu ziehen, den Mut zu erhöhen und Krankheiten hintanzuhalten, — wenn überhaupt, so dürften diese Wirkungen wohl nur infolge geringer Dosen und bloß anfänglich eintreten — werden dem Rauchen von Opium nur üble Folgen nachgesagt. Bei unserem Eintritt in die auserwählte Höhle war es noch zu früh an der Zeit, um den eigentlichen Opiumrausch beobachten zu können; immerhin befanden sich die Raucher bereits im Vorbereitungsstadium. Der Opiumraucher braucht, um sich in den Zustand der ersehnten Betäubung zu versetzen, mehrere Pfeifen, die er in gewissen, durch Tabakrauchen oder träumerisches Nichtstun ausgefüllten Pausen schmaucht.

Der enge Raum enthielt hölzerne Lagerstätten, — “Pritschen” — deren jede mit einem aus Holz oder aus Ton gefertigten niedrigen Gestell ausgestattet ist, welches als Kissen dient.

Halbnackte Männer waren auf diesen nichts weniger als üppigen Ruhebetten hingestreckt, und jeder hatte die zum Opiumrauchen erforderlichen Utensilien neben sich, vor allem die Pfeife, welche stets aus einem Bambusrohr und dem konischen Pfeifenkopfe besteht, an dem eine kleine, zur Aufnahme des Opiums bestimmte Öffnung angebracht ist. Vor jedem Raucher steht ein mit einer kleinen Lampe versehenes und mit dem dickflüssigen Opium gefülltes Gefäß, aus welchem der Raucher eine Dosis auf die Öffnung der Pfeife legt, die er an der Lampe in Brand setzt, um den betäubenden Duft in langen Zügen einzusaugen. Dies wiederholt sich, bis die gewünschte Wirkung eintritt und der Raucher der Wirklichkeit mit allen Sorgen, allem Elend entrückt ist, ein Traumleben ihn umfangen hält, entzückende Bilder ihn umgaukeln, er in Genüssen aller Art schwelgt, jeglicher seiner Wünsche ihm in Erfüllung gegangen ist. Aber um welchen Preis vollzieht sich die kurze Flucht aus dem irdischen Jammertal in ein Land süßen Träumens? Gespenstern gleich, mit abgezehrten Leibern, hohlem, stierem Blicke, bleichen Wangen und Lippen, wandeln die Opiumrauchcr einem frühen Ende entgegen. Die vor uns hingestreckten Raucher waren erst bei ihrer dritten oder vierten Pfeife angelangt, trugen aber ohne Ausnahme in ihren Gesichtszügen den Stempel ihrer schrecklichen Verirrung zur Schau, ja ein Unseliger war bereits in das ersehnte Elysium entrückt — er lag im Zustande vollkommener Bewusstlosigkeit auf dem Altane des Hauses.

Es findet sich übrigens auch die Ansicht vertreten, dass nicht bei allen Rauchern die Folgen des Opiumgenusses in jener verhängnisvollen Art eintreten, welche man als Regel anzunehmen gewohnt ist, und die wir hier vor uns sahen; der Grad der nachteiligen Wirkung soll wesentlich von der Leidenschaftlichkeit abhängen, mit welcher das Opfer des Opiums dem Genuss dieses narkotischen Mittels sich hingibt. Hieraus wird auch der Schluss gezogen, dass die Beförderung des Opiumhandels und die fiskalische Ausnützung des Opiums sich vor dem Forum der Moral als nichts Schlimmeres und als nichts anderes darstellen, denn die Begünstigung des Handels mit Brantwein und dessen Behandlung als Steuerquelle. Wie dem auch sei, was ich in dieser Höhle gesehen, ließ mir das Opiumrauchen als eine der beklagenswertesten menschlichen Verirrungen erscheinen. Die in dem dumpfen Raum herrschende Temperatur, die scheußliche Ausdünstung der zusammengepferchten Menschen, physischer Ekel und moralischer Abscheu trieben uns bald wieder ins Freie.

Ein weiterer Rundgang durch die Höhlen des Lasters in den Vierteln des blühenden Nachtlebens wirkte bald so anwidernd, dass ich schleunig an Bord zurückkehrte.

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  • Ort: Hongkong
  • ANNO – am 22.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater ein Ballet “Die goldene Märchenwelt” aufführt.

Hongkong, 21. Juli 1893

Nachts war der Wind eingelullt, so dass wir, ohne von einem Taifun heimgesucht worden zu sein, morgens um 2 Uhr das Leuchtfeuer von Gap Rock sichteten. Damit die “Elisabeth” jedoch nicht vor Tagesanbruch in die Einfahrt des Hafens von Hongkong komme, wurde der dritte Kessel außer Betrieb gesetzt und liefen wir daher, erst als es lichter geworden, in den East Lamm Channel ein und an Green Island vorbei. Doch stieß dies auf Schwierigkeiten, da dichter Nebel über der See lag und wolkenbruchartige Böen niedergingen, wodurch der Ausblick so behindert war, dass wir kaum auf 100 m vor uns sehen konnten und oft mit halber Kraft fahren mussten. Die Berge, welche den Hafen umgeben, waren nicht zu ersehen; erst als wir den Mastenwald der vor Anker liegenden Schiffe und im Hintergrund Häuser der Stadt erblickten, zweifelten wir nicht mehr daran, dass wir tatsächlich in den Hafen von Hongkong eingelaufen waren.

Trotz des schlechten Wetters bot dieser — der drittgrößte Hafen der Welt, was die Anzahl der ein- und auslaufenden Schiffe sowie deren Tonnengehalt betrifft — ein imposantes Bild. Wir sahen hier Fahrzeuge aus aller Herren Ländern: eine gewaltige Flotte mächtiger Dampfer, welche, den Verkehr von und nach allen Weltgegenden vermittelnd, hier Waren aus- und einladen und sich für die Weiterfahrt mit Kohlen versehen; dazwischen allerhand Segelschiffe vom gewaltigen Viermaster bis zum kleinen Küstenfahrer; eine Reihe von Kriegsschiffen, worunter mehrere englische, und zwar die Kanonenboote “Daphne” und “Plover” sowie als Hafenwachschiff das gehulkte Linienschiff “Victor Emanuel”, welches einst als imposantes Schlachtschiff die Flagge Großbritanniens über die Meere getragen hatte, jetzt aber, abgetakelt und mit einem hölzernen Dache versehen, seine Tage beschaulich im Hafen beschließt; das portugiesische Transportschiff “Africa”, welches das Ende der Taifun-Saison hier abwartet, um dann eine größere Reise anzutreten; einige kleinere chinesische Kanonenboote und Zollwachschiffe. Ein ähnliches Ungethüm, wie das Hafenwachschiff, das gleichfalls gehulkte Linienschiff “Melanie”, dient als Garnisonsspital.

In der Regel ist die Zahl der in Hongkong vor Anker liegenden Kriegsfahrzeuge eine bedeutend größere, aber infolge der Komplikationen zwischen Frankreich und Siam waren mehrere Schiffe in den Golf von Siam beordert worden und wenige Tage vor unserer Ankunft dahin abgedampft.

Eine ebenso fremdartige als originelle Staffage bilden die vielen Hundert chinesischer Dschunken, welche mit dem unförmlichen Schiffskörper und den dreieckigen, meist schon sehr schadhaften und zerfetzten, dunklen Segeln den Hafen erfüllen, um sich vor dem Quai zu einem förmlichen Walle von Schiffen zu stauen. Mit dem unverhältnismäßig hohen Bug und dem verzierten, ebenfalls stark erhöhten Achterkastell erinnern diese Fahrzeuge an Abbildungen von Schiffen aus der Zeit der Armada. Die Geschicklichkeit, mit welcher die Dschunken trotz der scheinbaren Schwerfälligkeit durch das Labyrinth verankerter Schiffe lavieren und manövrieren, ist in hohem Grad bemerkenswert, und es gewährt viel Vergnügen, das lebhafte Treiben der Dschunken zu beobachten; man meint, dass alle Augenblicke eine derselben an einen großen Dampfer anfahren oder ein anderes Schiff rammen werde, aber ein im letzten Moment unternommenes flinkes Manöver beseitigt die Gefahr, und unbehindert wird die Fahrt fortgesetzt. Die Dschunken, welche zunächst nur für den Handel an der Küste und für den Fischfang bestimmt sind, wagen sich gleichwohl auch weit in die offene See hinaus, obschon sie zufolge ihrer Bauart den schweren Taifunen nicht gewachsen sind, so dass, wenn plötzlich ein derartiger Sturm sich erhebt, die von ihm überraschten Dschunken meist auch zugrunde gehen.

Wie Mücken schießen unzählige kleine Sampans und “Pantoffelboote” im Hafen hin und her, während zahlreiche Dampfbarkassen eilfertig den Verkehr zwischen den Schiffen und dem Lande vermitteln. Am Quai liegen nebst der Legion von Dschunken auch die großen Raddampfer vertäut, welche täglich zweimal Passagiere nach Kanton befördern.

Daran gewöhnt, dass die Eingeborenen der Länder, die wir gesehen, jede Tätigkeit mit wüstem Geschrei begleiten, staunten wir nicht wenig über die lautlose Ruhe, mit welcher die Bemannung der chinesischen Schiffe ihren Dienst versah. Dank dem strömenden Regen, sahen wir zum erstenmal an den chinesischen Matrosen die eigentümliche Regenkleidung, bestehend aus einem langen, bis zu den Knien reichenden “Waterproof” aus Schilfgras, an dem auch der stärkste Regen abfließt, und einem riesigen, runden Rohrhut, ungefähr von den Dimensionen eines Wagenrades, welcher die Dienste eines Parapluies versieht.

Die Kronkolonie besteht aus der Insel Hongkong selbst, den kleinen dazugehörigen Eilanden (Stone Cutters, Green, Applechow oder Aberdeen, Middle, Round Island etc.) — 1841 von China an England abgetreten — und aus dem im Norden der Insel Hongkong gelegenen, die südliche Hälfte der Halbinsel Kau-lung (Kowloong) bildenden Stückchen Festland, welches 1861 an England überlassen worden ist. Dieses ist von der Insel Hongkong durch einen etwa eine Seemeile breiten, an seinem Ostende, dem Lyemoon-Pass, aber auf kaum eine Viertelmeile sich verengenden Meeresarm getrennt, welcher eben den etwa sechs Seemeilen langen und ein bis drei Seemeilen breiten Hafen von Hongkong bildet.

Die Insel Hongkong ist ein von allen Seiten, insbesondere aber an der Südküste, wo die Buchten tief ins Land einschneiden, steil aufsteigender Granitstock mit engen Tälern und Schluchten. Die höchste Erhebung der zumeist kahlen, zerklüfteten Insel ist der im Westen befindliche Victoria Peak (556 m); am Fuße desselben und am Nordrande der Insel liegt die Stadt Victoria, gewöhnlich Hongkong genannt.

Die kommerzielle, finanzielle und politische Bedeutung Hongkongs, der östlichsten Besitzung Großbritanniens in Asien, insbesondere aber die Wichtigkeit, welche dieser Freihafen nicht nur für den chinesischen, sondern auch für den gesammten ostasiatischen Handel besitzt, zeugt neuerdings für den weiten Blick Englands in der Erwerbung von Stützpunkten für seinen maritimen Verkehr. Auch hier, wie in Gibraltar, haben die Briten sich einen Punkt zu sichern gewusst, dessen Gewinnung von weittragender Folge für die Entwickelung ihrer Handelsmarine begleitet war.

Ob Hongkong in landschaftlicher Hinsicht mit Gibraltar, ja wie manche wollen, mit Neapel vergleichbar ist, vermag ich nicht zu entscheiden, da mir diese beiden Häfen nicht bekannt sind, jedenfalls aber erschien mir der Hafen von Hongkong als einer der schönsten, welche ich bisher auf meiner Reise berührt hatte.

Die Stadt Victoria baut sich am Fuße des Victoria Peak amphitheatralisch auf; dem Strand entlang wird zunächst die etwa 7 km lange Linie des breiten, mit stattlichen Gebäuden besetzten, belebten Ouais, der Praya, sichtbar; jenseits desselben ziehen sich terrassenförmig die übrigen Theile der wohlgebauten Stadt die Abhänge des Victoria Peak hinan. Die unteren Terrassen sind mit großen Häuserblocks erfüllt; weiter hinauf steigen Villen und Gartenhäuser empor. Der leider häufig in Nebel gehüllte Peak, welchen eine Bergbahn mit der Stadt verbindet, blickt majestätisch herab auf das Grün der Villenstadt, auf das glänzende Weiß der palastartigen Bauten, auf den breiten Quai und das Leben im Hafen.

Im Norden des Hafens, auf der Halbinsel Kau-lung, befinden sich weitläufige Schiffahrts-Etablissements, Docks, Marine-Depots, Werften, Werkstätten, Kohlenmagazine, Kabclhäuser und die Sternwarte mit der meteorologischen Station, welche hier eine ganz besondere Bedeutung dadurch hat, dass sie zugleich als Signalisierungsposten für die im ostasiatischen Meere so häufigen Taifune dient. Sie steht mit den Hauptpunkten der chinesischen Küste sowie mit Manila in telegraphischer Verbindung und zieht gegebenen Falles die weithin sichtbaren Sturmsignale auf, deren Gestalt und Farbe die Richtung des herrschenden Taifuns anzeigt, was für die auslaufenden Schiffe einen höchst wichtigen Navigationsbehelf bildet. Bei unserer Ankunft fanden wir das Signal “Taifun Nordost” gehisst und sahen dadurch unsere während der Fahrt nach Hongkong ausgesprochene Vermuthung bestätigt.

Sowohl auf der Halbinsel Kau-lung als auch auf der Insel Hongkong umrahmen steile Höhen mit scharf ausgeprägten Formen das Bild. Auf dem Festland springen sofort die kahlen, mit rötlicher Erde überzogenen Flecken ins Auge, welche, auf den Lehnen und Hängen der Berge unregelmäßig vertheilt, weithin leuchten. Der Gebirgsstock der Insel Hongkong ist bis auf das Gestrüpp und den niedrigen Graswuchs der Schluchten und Wasserrinnsale von Natur aus völlig kahl, doch haben es die Engländer verstanden, namentlich im Villenviertel und in dem östlich von Victoria gelegenen Tal “Happy Valley” einen Teil ihres Territoriums aufzuforsten und mit Parkanlagen auszustatten. Diese mit bedeutendem Arbeits- und Kostenaufwand hergestellte Melioration des Terrains ist durch die Wärme und Feuchtigkeit des Klimas während der Sommerszeit begünstigt, vielfach jedoch durch die Temperaturstürze im Winter beeinträchtigt gewesen. Aber auch hier hat systematische Kulturarbeit alle Hindernisse zu überwinden gewusst, so dass heute ein reizender Kranz von Parks und Gärten das Villenviertel von Victoria schmückt. Die Schaffung einer, wenn auch jetzt noch wenig umfangreichen Vegetationsdecke innerhalb dieses Territoriums ist zum Teil auch auf die Absicht zurückzuführen, hier günstigere sanitäre Bedingungen zu schaffen; denn tatsächlich ist das Klima Hongkongs ein recht ungesundes, wie sich aus der verhältnismäßig bedeutenden Sterblichkeit ergibt.

Dass trotz der ansehnlichen Zahl von Sterbefällen die Einwohnerschaft der Kronkolonie stetig wächst, ist auf die Chinesen zurückzuführen, welche den größten Teil der Bevölkerung bilden, während diese im übrigen nur etwa 10.000 Europäer und eine geringe Zahl Mischlinge aufweist.
Bei unserem Einlaufen in den Hafen ereignete sich ein aufregender Zwischenfall; wir fuhren nämlich ziemlich rasch zwischen den zahlreichen Dschunken und Dampfern hindurch, als plötzlich eine Störung an der Dampfsteuertransmission eintrat und diese den Dienst versagte, so dass das Schiff nach steuerbord ausbrach und ohne jede Steuerung geradewegs auf eine Menge verankerter Dschunken zufuhr. Gleichwohl gelang es, obschon wir uns bereits in so bedenklicher Nähe der Dschunken befanden, dass deren Bemannung Hilferufe ausstieß, jeden ernsteren Unfall dadurch zu verhindern, dass rechtzeitig beide Maschinen nach rückwärts arbeiteten und in voller Fahrt mit besonderer Schnelligkeit ein Anker geworfen wurde, der glücklicherweise Grund fasste und hielt.

Kaum war die Havarie des Steuerapparates beseitigt, so kam ein Seeoffizier an Bord, um uns den Ankerplatz anzuweisen, woselbst die “Elisabeth” an die für das Flaggenschiff der englischen Escadre bestimmte Vertäuboje gelegt wurde.

Unmittelbar hierauf leisteten wir den Territorialsalut und, nach dessen Erwiderung, mit 13 Schüssen den Salut für den englischen Contreadmiral Palliser.

Nun begann ein förmlicher Sturm auf die “Elisabeth”, indem zahllose chinesische Geschäftsleute und Händler in ihren kleinen Booten an das Fallreep herandrängten, um so rasch als möglich an Bord zu gelangen; denn jeder wollte dem andern zuvorkommen, seine Waren anzupreisen und Geschäfte zu machen. Der gelbe Strom ergoss sich nach aufwärts, die finsteren Blicke und scheltenden Worte unseres ersten Lieutenants vermochten ihn nicht mehr einzudämmen. Die ersten, welche das Deck der “Elisabeth” genommen hatten, waren zumeist ältliche Besitzerinnen von Waschetablissements, und jede derselben hatte als Hilfstruppe sechs bis acht junge, hübsche “Wäschermädel” aufgeboten, die sich, wohl gewaschen, fein säuberlich schwarz gekleidet, recht niedlich ausnahmen und an Puppen erinnerten. Diese Dämchen entwickelten nun eine staunenerregende Fertigkeit in der Anpreisung der Leistungen ihrer Etablissements und überdies ebenso große Energie als Emanzipation; sie drangen geradewegs in alle Kabinen und entrissen den Bewohnern derselben unter Lachen und Scherzen die Wäsche, um diese, in Bündel geschnürt, in den Sampans verschwinden zu lassen. Überall im ganzen Schiffe trippelte die Schar umher, und erst nach geraumer Zeit gelang es unserem gestrengen Profoßen, die Schönen zur Rückkehr ans Land zu bewegen.

Dann trat das männliche Geschlecht in die Bresche, da Verkäufer der verschiedenartigsten chinesischen Produkte, Schneider, Schuster u. dgl. das Deck überschwemmten; diese eifrigen, bezopften Brüder erschienen mit einem ganzen Bündel belobender Zeugnisse versehen, worunter auch manche von Schiffen unserer Marine, wie von der “Fasana”, der “Saida” und der “Zrinyi”, ausgestellt waren. Alle diese Geschäftsbeflissenen waren von einer fabelhaften Zudringlichkeit, die aber recht ergötzlich wirkte, weil sie von dem unglaublichsten Kauderwelsch der mannigfachsten Sprachen begleitet war. Einer der Händler, dessen Physiognomie an jene eines Fuchses gemahnte und sich durch den Ausdruck großer Schlauheit auszeichnete, war sogar der deutschen Sprache, welche er durch den Verkehr auf deutschen Kriegsschiffen erlernt hatte, so ziemlich mächtig, und dieser sprachkundige Chinese dankte einem Spassvogel den Namen “Bismarck”, den er nun selbst mit Vorliebe führte.

Auch Künstler kamen an Bord — Maler, welche ihr Geschäft sozusagen fabriksmäßig betreiben, indem sie binnen kürzester Frist nach Photographien Porträts in Lebensgröße herstellen, welche zwar meist nur die allgemeine Heiterkeit erregen, aber mitunter in einzelnen Zügen doch eine überraschende Ähnlichkeit mit den Originalen zeigen. Wir alle machten natürlich sofort Bestellungen, und einige .Matrosen folgten dem Beispiele, so dass in einiger Zeit mancher “Carlo” und “Beppo” in chinesischer Auffassung den künstlerischen Schmuck dalmatinischer Fischerhütten bilden dürfte.

Das rege geschäftliche Leben, welches sich an Bord entwickelt hatte, fand nur zu bald ein Ende mit Schrecken durch einen tropischen Platzregen, der mit großer Heftigkeit niedergieng und mit kurzen Unterbrechungen beinahe den ganzen Tag währte; auch hatte sich der Nebel wieder verdichtet und die Aussicht gänzlich benommen, so dass sich der Aufenthalt an Bord recht ungemütlich gestaltete.

In diesem bösen Wetter kamen die Würdenträger, deren Uniformen und Zylinder durch den Gussregen arg mitgenommen wurden, um ihre Aufwartung an Bord zu machen, und zwar zuerst, da der Konsulargerent selbst abwesend war, der interimistische Leiter unseres Konsulates, Herr Ernst Goetz, dann der Contreadmiral Palliser und zum Schluss der Gouverneur Sir William Robinson, welcher um mein Wohl nicht weniger besorgt zu sein schien als sein Kollege in Singapur. Letzterer hatte seinerzeit angesichts der Cholera, die in Singapur herrschte, warnende Depeschen nach Calcutta gesandt, ersterer aber mir durch unser Ministerium des Äußern nach Sydney die Nachricht zukommen lassen, dass in Hongkong eine Blatternepidemie ausgebrochen und die tunlichste Abkürzung des Aufenthaltes räthlich sei. Ich war jedoch durchaus nicht geneigt, welcher Krankheit immer einen Einfluss auf meine Entschließungen einzuräumen und gar den Aufenthalt in Hongkong abzukürzen, den ich vielmehr zu verlängern beschloss. Andererseits lehnte ich aber im Hinblick auf das angeblich grassierende Übel, von dem tatsächlich nichts zu bemerken war, mit Dank alle Empfänge und Festlichkeiten ab, um niemand in Gefahr zu bringen oder in der Ruhe zu stören. Ich war eben von dem Eindruck nicht frei, als sei unsere Anwesenheit dem Gouverneur etwas unbequem, so dass wir durch Vorschützen der Blatternepidemie von dem Besuch Hongkongs abgehalten werden sollten.

Da Besuch Gegenbesuch bedingt, ging ich trotz strömenden Regens ans Land, um Sir William Robinsons Visite zu erwidern, und war, nachdem ich einige Zeit hindurch im Palankin umhergetragen worden, — die Kulis, deren wir uns bedienten, hatten nicht sofort begriffen, wohin wir wollten — an Ort und Stelle. Ein wohlgepflegter Garten umgibt das Government House, von welchem sich ein prächtiger Ausblick auf Victoria und den mit Schiffen besäeten Hafen bietet. Hochgewachsene Sikhs hatten die Torwache am Palais bezogen; von den Engländern werden zur Versehung des Wach- und insbesondere des Polizeidienstes in Hongkong mit Vorliebe Inder verwendet, welche, mit dem hohen Turbane versehen und dem Policeman-Stock bewehrt, achtunggebietend in den Straßen stehen, uns lebhaft an unsere Freunde von Dschodpur gemahnend. Als wir einem dieser Policemen, der uns durch seine Erscheinung besonders aufgefallen war, erzählten, dass wir Dschodpur sowie Pratap Singh und Hardschi Singh kennen gelernt hätten, leuchteten seine Augen vor Freude.

Die Polizei in Hongkong scheint in Versehung ihres Dienstes sehr streng zu sein, da man die Stöcke der Polizisten häufig in unsanfte Berührung mit dem Rücken oder dem rasierten Kopf eines Chinesen geraten sieht.

Eine der Hauptaufgaben der Polizei ist es, nachts an der Praya Aufsicht zu führen, weil es nicht selten vorgekommen sein soll, dass Europäer, welche, an Bord ihrer Schiffe zurückkehrend, sich hiezu der Sampans bedienten, spurlos verschwunden sind — wahrscheinlich von den chinesischen Ruderern ermordet, ausgeraubt und in die Tiefe des Meeres versenkt. Um die Wiederholung derartiger Verbrechen tunlichst zu verhindern, überwachen die Policemen den nächtlichen Verkehr am Quai und notieren die Nummer sowie die Abfahrtszeit jedes zu einer Fahrt gedungenen Sampans.

In den Straßen wimmelt es von den landesüblichen Verkehrsmitteln, deren es hier zwei Arten gibt, nämlich die uns von Singapur her schon bekannten Dschinrickschas, welche von Läufern fortbewegt werden, und Palankine oder Bambussessel, die vorzugsweise in steileren Straßen Verwendung finden und, auf den Schultern von Kulis ruhend, einherschwanken. Während die Läufer der Dschinrickschas an Schnelligkeit und Ausdauer ihren Berufsgenossen in Singapur nachstehen, setzen die Träger der Palankine und Bambussessel durch ihre Leistungsfähigkeit in Erstaunen; denn Stunde um Stunde tragen sie, in einer Art Schnellschritt dahineilend, ihre schwere Last umher und befördern dieselbe leichtfüßig selbst auf die höchst gelegenen Punkte Hongkongs. Auffallend ist hiebei, dass diese Träger keine besonders kräftig entwickelte Muskulatur zeigen, ihre Hälse hingegen eine oft komisch wirkende Länge erreichen, was mit der alltäglich viele Stunden währenden Belastung der Schultern zusammenhängen soll.

An jeder Landungsstelle wird der Bootsinsasse durch eine Horde von Kulis begrüßt, welche mit lautem Geschrei die Vorzüge ihrer Transportmittel anpreisen. Ist die Wahl zugunsten eines derselben getroffen, so setzen sich dessen Träger oder Lenker, meist ohne das Ziel der Wünsche des Fahrgastes begriffen zu haben, alsogleich in eiligsten Lauf, um den Passagier an einem beliebigen, entfernten Punkte der Stadt abzusetzen. Mühsam versucht sich hier der Fahrgast mit dem Kuli zu verständigen und letzteren über seinen Irrthum aufzuklären; endlich scheint dies gelungen, und in raschem Tempo geht es alsbald weiter, zuweilen freilich abermals in einer ganz falschen Direktion, bis der Kuli endlich an den richtigen Punkt gesteuert ist. Die Bekleidung dieser Läufer und Träger ist stets die gleiche, aus weiten. blauen Kniehosen, Jacken dieser Farbe und großen Hüten bestehende; reiche Leute haben ihre eigenen, in ihren Diensten stehenden Läufer und Träger, welche zumeist weiß gekleidet und mit Schärpen in den Farben ihrer Herren geschmückt sind.

Die Stadt Victoria besteht aus zwei Teilen, dem östlichen, welcher sich als der europäische, und dem westlichen, welcher sich als der chinesische darstellt, eine Scheidung, die übrigens keine durchgreifende ist; denn es finden sich ebensowohl im europäischen Stadtteil Häuser und namentlich Kaufläden, die Chinesen gehören, als im chinesischen Teil Häuser und Geschäftslokale von Europäern. Dem Fremden fallen zunächst die breiten, schönen Straßen auf, welche die Stadt in paralleler Richtung zur Praya und in terrassenförmiger Anordnung durchziehen, während die Quergassen, welche die Verbindung zwischen diesen Hauptstraßen herstellen, mitunter recht steil geführt sind. Überraschend ist die allenthalben herrschende Sauberkeit, worin die von den Engländern gehandhabte strenge Polizei erkennbar wird, die um so nötiger erscheint, als die Reinlichkeit nicht eben die Haupttugend der Chinesen bildet.

Im europäischen Viertel ist der Praya entlang eine ganze Reihe imponierender Gebäude erstanden, welche hauptsächlich der geschäftlichen Tätigkeit gewidmet sind, so die Comptoirs der Großhändler, die Banken, allerlei industrielle und kommerzielle Unternehmungen und die meisten Konsulate. In der Flucht dieser Bauten scheint sich mehr der Großhandel konzentriert zu haben, während in der unabsehbaren Reihe von Läden zu beiden Seiten der Queens Road, der ersten Parallelstraße zur Praya, der Detailhandel mit Gegenständen des Luxus, der Kunstindustrie und Kunst blüht und in friedlicher Concurrenz Europäer mit Chinesen wetteifern. Dort wo die Peddar-Straße in die Queens Road einmündet, ragt der gewaltige Uhrturm, ein Wahrzeichen Hongkongs, empor. Groß ist die Anzahl der Kasernen, in deren Hofräumen schneeweiß adjustierte Mannschaften allerlei Exercitien übten.

Dem Chinesen-Viertel, dessen Straßen mitunter so schmal sind, dass kaum zwei Menschen nebeneinander zu gehen vermögen, verleihen Tausende bunter Firmatafeln ein charakteristisches Gepräge; diese sind schmale, oft 3 bis 4 m lange Bretter, welche, in den grellsten Farben originell bemalt und dekoriert, senkrecht herabhängen und in chinesischen Schriftzeichen Anpreisungen der Firma enthalten. Bunte, mit Flittergold und künstlichen Blumen geschmückte Hausaltäre fehlen in keinem Laden, und zahllose, großbauchige Laternen und Lampions sind bestimmt, helles Licht auf das nächtliche Treiben in dem Chinesen-Viertel zu werfen. Dieses Licht wird, seiner specifischen Beschaffenheit ungeachtet, durch das elektrische in den Schatten gestellt, welches in Hongkong allgemein eingeführt ist und im Chinesen-Viertel die durch die autochthone Beleuchtung hervorgerufene malerische Wirkung sehr empfindlich stört. Überall steht das Chinesentum im Vordergrund und drückt der Öffentlichkeit einen eigenartigen Stempel auf; es hebt sich hier viel lebhafter und plastischer ab als etwa in Singapur, da es in Hongkong doch den Hauptstock der Bevölkerung ausmacht, wiewohl auch noch manch andere Volkstypen das Colorit des Straßenbildes vervollständigen.

Die wohlhabenden Chinesen sind in dem Gewühle leicht an den weißen Blousen mit den weiten, faltigen Ärmeln, sowie an den Beinkleidern von blauer Farbe, an den Strümpfen aus Leinwand und an den Schuhen aus Seide kenntlich. Die ärmeren Klassen der chinesischen Bevölkerung begnügen sich mit einfacherer Kleidung, wozu meist dunkelvioletter Perkail verwendet wird; viele Männer der unteren Schichten tragen den Oberkörper entblößt und gehen, gleich den Frauen der ärmeren Stände, barfuß. Der dem Chinesen unentbehrliche Fächer ist in steter Bewegung. Auffallend ist die große Anzahl von Söhnen des himmlischen Reiches, die sich mit Brillen bewehren, was seine Erklärung zum Teil darin findet, dass sich, wie man mir sagte, zahlreiche chinesische Elegants dieses Mittels bedienen, nicht etwa um ihrem Sehvermögen nachzuhelfen, als vielmehr um sich den Anschein von Literaten zu geben und so den Reiz des persönlichen Eindruckes zu erhöhen, also aus Stutzerhaftigkeit. Diese Erscheinungsform des Gigerltums dürfte wohl nur in China möglich sein.

Vornehmere Chinesen lassen ihren langen, beinahe bis zur Erde reichenden Zopf frei herabbaumeln, während die ärmeren denselben aufbinden; bei allen jedoch ist stets das Haupthaar bis in die Mitte des Kopfes rasiert. Der Zopf bildet den Stolz jedes Chinesen, und diesen etwa im Scherze an dem “Pig-tail”, wie die Engländer das Haarschwänzchen nennen, zupfen, hieße den Zopfträger arg beleidigen. Hat Mutter Natur das zur Herstellung dieses Schmuckes erforderliche lange Haupthaar versagt, so wird — tout comme chez nous — künstlich nachgeholfen, und zwar durch das Einflechten langer Seidenfäden. Übrigens trägt jeder Chinese eine Schnur im Zopfe, die gewöhnlich von schwarzer, in Trauerfällen von weißer und bei Kindern von glückverheißender roter Farbe ist.

Chinesische Frauen sind, da sich deren Tagewerk vorzugsweise innerhalb der Mauern des Hauses abwickelt, auf der Straße nur in verhältnismäßig geringer Zahl zu sehen. An den Vertreterinnen höherer Stände kann man die eigentümlich verkrüppelten Füße beobachten, welche den garstigen, entenartigen Gang verursachen.

Jedermann in Hongkong widmet sich dem geschäftlichen Leben, alle Welt eilt in den Straßen, namentlich im Chinesen-Viertel, dem Erwerbe nach; da herrscht ein ununterbrochenes Hin- und Hereilen der sich drängenden Menge, welches zuweilen durch festliche Aufmärsche, durch Hochzeits- oder Leichenzüge gehemmt wird, deren Nahen das erschütternde Lärmen auf den unvermeidlichen Gongs schon von weitem verkündet.

In den kleineren, die parallelen Hauptstraßen durchquerenden Gassen sind die Kaufläden förmlich aneinandergeklebt, und in der Mitte dieser Verkehrsadern ambulante Garküchen etabliert, welche für Spottpreise Früchte und allerlei undefinierbare Speisen feilhalten. Der Chinese isst eben alles, und man könnte ein Buch über die Mannigfaltigkeit chinesischer Lebensmittel und Speisen sowie über die Bewunderungswürdigkeit des Magens der bezopften Brüder schreiben, welcher Dinge verträgt, die sich nicht selten in einem der Fäulnis nahe verwandten Zustande befinden. Der Lebensunterhalt stellt sich angesichts dieser Genügsamkeit in Bezug auf die Qualität der Esswaren ungemein wohlfeil, was der so zahlreichen Bevölkerung sehr zustatten kommt; für etwa zehn Kreuzer unserer Währung kann sich ein erwachsener Mann täglich vollkommen ausreichende Nahrung verschaffen.

Je weiter der Wanderer gegen Westen vordringt, um so zahlreichere Schankbuden, Opiumkneipen, Spielhäuser und andere Unterhaltungsorte zweifelhaftester Natur findet er, in welchen sich, als Versammlungsorten der Matrosen und Kulis, als Tummelplätzen der wildesten Leidenschaften, abends und nachts wüste Szenen abspielen.

Wenn die ärgste Hitze des Tages vorbei ist, etwa gegen 5 Uhr nachmittags, nimmt das Gewimmel und Gedränge in den Straßen einen bienenschwarmartigen Charakter an, alles geht, schiebt, stößt, drängt, eilt, läuft durcheinander, und der Fußgänger kommt bei Überquerung von Straßen nicht selten in Gefahr, von einem der zahlreichen heranstürmenden Rickschaläufer umgestoßen zu werden. Obgleich die Kulis sehr geschickt im Wenden und Ausweichen sind, widerfährt hie und da doch ein kleines Malheur, wie unser ebenso beliebter als beleibter Chefarzt bestätigen kann; denn sein Rickschaläufer vermochte das Vehikel infolge des nicht unerheblichen Körpergewichtes des Fahrgastes an einer abschüssigen Stelle nicht mehr zu bremsen und fuhr full pace in einen chinesischen Laden hinein, wo unser würdiger Chefarzt etwas unsanft mitten zwischen allen Waren abgesetzt wurde.

Bald da, bald dort angeregt und gefesselt durch fremdartige, lebendige Bilder und Scenen, betrat ich endlich, meiner Kauflust zu fröhnen, mehrere Läden, in welchen Artikel chinesischen Ursprunges feilgeboten wurden und sich immer dasselbe Spiel wiederholte. Des Feilschens war kein Ende, da die Verkäufer exorbitante Preise forderten, um dieselben nach einer halben Stunde zähen Handelns auf ein Drittel zu ermäßigen, worauf dann der Kauf perfekt werden konnte. Endlich war auch das Problem der zu entrichtenden Gesamtsumme vermittels längerer Kalkulation unter Benützung der Rechenmaschine glücklich gelöst, ein Einverständnis wegen Übersendung der erstandenen Schätze an Bord erzielt, und befriedigt konnte ich meine Schritte weiter lenken.

Trotz des Regens herrschte tagsüber wahrhaft drückende Schwüle, welche unausgesetztes Transpirieren bedingte; die fortwährend hohe, kaum einen Augenblick nachlassende Temperatur verleidet mitunter geradezu den Aufenthalt in diesen Breiten, da selbst die Nachtzeit häufig nicht bloß keine Linderung bringt, sondern die dumpfe Schwüle nur noch empfindlicher macht. Der Organismus fühlt sich ermattet, abgespannt; auch das lebhafteste Interesse für die sich darbietenden neuen Eindrücke erlahmt endlich unter dem Einflusse der Hitze, und wer sich verleiten lässt, Abkühlung im Genusse momentan erfrischender Getränke zu suchen, büßt dies nur zu bald durch eine gesteigerte Empfindlichkeit für die hohe Temperatur.

Die heißen Tage, deren auch wir in der Heimat während der “Hundstage” uns erfreuen, sind in ihrer abspannenden Wirkung auch nicht annähernd mit jener der glühenden und dabei während der Regenzeit wassergeschwängerten Atmosphäre der Tropen zu vergleichen, so dass es mir für Kinder der gemäßigten Zone eine harte Aufgabe zu sein scheint, dauernd in den Tropen leben zu müssen. Unsere Konstitution, unser Wesen ist den tropischen Klimaten nicht angepasst; Geist und Körper verlieren die Spannkraft, deren wir für unser Wohlbefinden, für die volle Leistungsfähigkeit bedürfen; mich wenigstens würden die drückenden Temperaturen dieser Breiten auf die Länge melancholisch machen. Alles in der Welt lässt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von — heißen Tagen.

Den Abend verblieb ich an Bord, leider unter dem Eindruck einer argen Enttäuschung. Wir rechneten nämlich mit Sicherheit darauf, endlich in Hongkong, da wir ja doch schon fast vier Monate ohne Nachrichten aus der Heimat waren und alle unsere Hoffnungen auf diesen Hafen gesetzt hatten, die heiß ersehnten Postsendungen zu erhalten, erfuhren aber, dass Coudenhove auf der Fahrt nach Bangkok, wo er mit uns zusammentreffen sollte, die in Hongkong für uns bereits eingelangte umfangreiche Post in der löblichen Absicht mitgenommen hatte, uns ehestens in deren Besitz zu setzen.

Nun hieß es, sich bis zum Eintreffen Coudenhoves abermals in Geduld zu fassen, was jedoch leichter gesagt, als getan war; denn der Unwille über das postalische Missgeschick, welches uns so chronisch verfolgte, brach durch die besten Vorsätze hindurch und machte sich in lauten Verwünschungen Luft. Namentlich einer der Herren des Stabes, das Muster eines zärtlichen Ehemannes, der tagtäglich einen Brief für seine junge Frau schrieb, war ganz unglücklich. Wir vertrösteten ihn in anerkennender Bewunderung seiner Ausdauer, so gut es ging, mit der kühnen Versicherung, dass ihm die nächste Post eine Legion Briefe bringen werde.

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  • Ort: Hongkong
  • ANNO – am 21.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater Wiener Walzer und ein Ballet “Sonne und Erde” aufführt.

Hongkong, 21 July 1893

During the night the wind had relented so that we saw the light beacon of Gap Rock at 2 o’clock in the morning without having been caught by a typhoon. In order to “Elisabeth” arriving at the entrance to the harbor of Hongkong not before daybreak, the third boiler was taken out of operation and we thus only entered into East Lamm Channel past Green Island when it had already dawned. Still there were complications as thick fog lay over the sea and rainstorms were pouring down which obstructed the view so that we could barely see 100 m in front of us and had to drive at half speed. The mountains surrounding the harbor were not visible. Only when we could see the forest of masts of the anchoring ships and in the background the houses of the city we were no longer doubting that we had actually entered into the harbor of Hongkong.

Despite the bad weather, the harbor — the third largest in the world in terms of entering and departing number of ships as well as tonnage — offered an imposing view. We saw here vehicles from all around the world. A mighty fleet of great steam ships that handle the trafic between all the regions of the world, and here load and unload goods as well as stock coal for their onward journey. Between them all kinds of sailing ships from huge four-masted ships to tiny coastal ships. A number of warships among them multiple English ones, namely the gunboats “Daphne” and “Plover” as well as harbor guard ship, the hulked ship of the line “Victor Emanuel” that once carried as an imposing battle ship the flag of Great Britain across the seas but now, unrigged and covered with a wooden roof, sees the end of its service in calm harbor duty. Also there were the Portuguese transport ship “Africa” that is awaiting here the end of the typhoon season before starting a longer journey, some smaller Chinese gunboats and the customs ship. A similar monster like the harbor guard ship, the ship of the line “Melanie” that was also hulked up served as a garrison hospital.

Usually the number of warships moored in Hongkong is considerably larger but due to the complications between France and Siam multiple ships had been ordered into the Gulf of Siam had steamed away a few days prior to our arrival.

An as strange as original background is presented by the many hundreds of Chinese junks that fill the harbor with their bulky ship hulls and the triangular and mostly already quite damaged and torn sails only to bunch together into a real wall of ships at the quay. Their disproportionally high fore and the decorated and also very high aft castle remind one of illustrations of ships from the time of the Great Armada. The skill with which these junks are steered and maneuvered through a labyrinth of moored ships despite their seeming sluggishness  is remarkable to a high degree. It is quite a pleasure to observe the lively activity of the junks. It looks as if one would ram one of the large steam ships or another ship in any moment, but a quick maneuver undertaken in the last moment undoes the peril and the journey continues without interference. The junks that are devoted first to the trade along the coast and for fishing still venture out wide into the open sea, even though their build will not resist heavy typhoons, so that if such a storm suddenly arises, then the junks surprised by it will usually perish.

Like mosquitoes countless small sampans and “slipper boats” race around in the harbor, while numerous steam barges diligently handle the trade between the ships and the land. On the quay, there lay, besides a legion of junks, also moored the large wheel steamboats that transport passengers twice a day to  Canton.

Used to see the natives of the countries we visited to perform every activity with great shouting we were no less astonished about the complete quiet with which the crews of the Chinese ships performed their duties. Thanks to the pouring rain we also saw for the first time the strange rain gear of Chinese sailors which consists of a long “Waterproof” made out of reed that reaches down to the knees and repels even the heaviest rain. A large round tubular hat about the size of a wagon wheel performs the duty of an umbrella.

The crown colony consists of the island of Hongkong itself, the small surrounding islands (Stone Cutters, Green, Applechow or Aberdeen, Middle, Round Island etc.) — ceded 1841 by China to England — and the small piece from the mainland of the Southern half of the Kowloon peninsula to the North of the island of Hongkong that had been transferred to England in 1861. This is separated from the island of Hongkong by an estuary that is about a mile wide at its Eastern end called Lyemoon Pass, but grows narrower to a width of only a quarter mile. The estuary is about six sea miles long and forms the three sea miles wide harbor of Hongkong.

The island of Hongkong is a steeply rising granite mound with narrow valleys and gorges that is deeply cut in on all sides, especially on its Southern coast where the bays cut deeply into the land. The highest elevation of the mostly bare and craggy island is found at Victoria Peak (556 m) in the West; at its foot and on the Northern end of the island lays the city of Victoria, usually called Hongkong.

The commercial, financial and political importance of Hongkong, the most Eastern possession of Great Britain in Asia, especially the role which the free harbor play not only for the Chinese but for all East Asian trade attests the long view of England in recent times for the acquisition of bases for its maritime trade. Here too, as in Gibraltar, the British have managed to secure themselves a position whose acquisition had far-ranging consequences for the development of its trading fleet.

Whether Hongkong is comparable in matters of landscape to Gibraltar or, as many want to claim, Naples, I am unable to decide as I am not familiar with either harbor. In any case, the harbor of Hongkong seemed to me one of the most beautiful that I have yet touched on my journey.

The city of Victoria rises like an amphitheater at the foot of Victoria Peak. Along the beach one first sees the about 7 km long line of imposing building on the crowded quay called Praya. Beyond it the remaining parts of the well laid out city rise in terraces on the slopes of Victoria Peak. The lower terraces are filled with large blocks of houses. Further up villas and garden mansions rise. The unfortunately frequent fog clouds the Peak which is connected with the city by a mountain railway and looks majestically down upon the green of the city of villas, the glittering white of the palace-like buildings, upon the wide quay and the life in the harbor.

In the North of the harbor, on the peninsula of Kowloon, are extended shipping facilities, docks, navy depots, shipyards, workshops, coal reserves, hawser houses and the observatory with the meteorological station which is of special importance here as it is a signal post for the very frequent typhoons in the East Asian Sea. It is connected by telegraph with the main points on the Chinese coast as well as with Manila. If a typhoon is detected, the storm signals visible from far away are raised whose form and color indicates the direction of the upcoming typhoon.  This is an extremely important navigational assistance for the departing ships. When we arrived, the signal “typhoon Northeast” had been hoisted and we thus had our assumptions during our journey to Hongkong confirmed.

Both the peninsula of Kowloon and the island of Hongkong are surrounded by steep heights with highly jagged forms. On the mainland one immediately notices the widely gleaming bare spots with red earth that are irregularly distributed on the ridges and slopes of the mountains The mountains of the island of Hongkong are naturally completely bare except for bushes and low grasses in the gorges and streams, but the English have managed to grow woods and create parks in part of their territory, namely in the villa quarter and in the “Happy Valley” East of Victoria. This amelioration of the terrain required notable expenditures and labour but has been favored by the warmth and the humidity of the summer climate. In the winter, however, the fall in temperature had been detrimental to the effort. Here too systematic agricultural work has managed to overcome all obstacles, so that today a lovely ring of parks and gardens is ornamenting the villa quarter of Victoria. The creation of a still not very voluminous layer of vegetation has in part been undertaken to improve the sanitary situation. In fact the climate of Hongkong is rather unhealthy which results in a relatively high death rate.

Despite the elevated death rate, the number of inhabitants of the crown colony is constantly growing, accounted for by the Chinese who constitute the largest  part of the population while the others are only about 10.000 Europeans and a low number of mixed-bloods.

During our entrance into the harbor, there was an unsettling incident: we were driving quite fast between numerous junks and steamers when suddenly there was a failure in the steam steerage transmission that stopped so that the ship drifted to starboard and headed undirected towards a number of moored junks. Even though we were already dangerously close to the junks so that their crews cried for help, our crew still succeeded to prevent a severe accident by setting both machines into reverse and quickly setting an anchor at full speed. The anchor fortunately caught hold in the ground and held.

Soon after the damage to the steering mechanism had been repaired, a navy officer came on board to assign us our anchorage where “Elisabeth” was moored at the buoy of the flagship of the English squadron.

Immediately afterwards we performed the territorial salute and after its reply, offered a salute to the English rear admiral Palliser with 13 shots.

Now happened a true assault on “Elisabeth”, as numerous Chinese businessmen and traders in their small boats closed in to the sea ladder in order to come on board as fast as possible. Each wanted to be in front of the next, to display his goods and do business. The yellow stream flowed upwards, the frowning stare and berating words of our First Lieutenant were unable to contain them. The first ones who had climbed up on deck of “Elisabeth” were mostly older owners of laundries. Each of these had a group of six to eight young pretty assistant laundresses who were well washed and neatly dressed in black, acted quite cute and reminded me of dolls. These little ladies then developed astonishing skills in praising the services of their laundries and displayed as much energy as emancipation. They entered straight into all cabins and took the dirty linen with smiles and jokes from the occupants to bundle them and take them away in their sampans. Everywhere on board, this flock traipsed around and only after considerable time our rigorous NCOs managed to get the pretty ones to return on land.

Then it was the turn of the male gender and vendors of the most various Chinese products, tailors, shoemakers etc. swarmed over the deck. These avid pig-tailed brothers appeared equipped with a large bundle of favorable testimonials among them many from ships of our navy such as “Fasana”, “Saida” and “Zrinyi”. All these businessmen were very impertinent which however proved entertaining as it was accompanied by an incredible gibberish of various languages. One of the merchants whose physiognomy resembled a fox and who was distinguished by his smartness was even able to speak German which he had learned by trading with German warships. A joker had named this linguistic Chinese “Bismarck”, a name he now preferred to use.

Artists too came on board — painters who performed their business in a quasi factory-style, by producing in the shortest time life-size portraits from photographs. They mostly caused general hilarity but some managed to achieve a surprising match to the original. We naturally all gave orders and some sailors followed our example so that soon many a “Carlo” or “Beppo” in Chinese interpretation will be the artistic ornament of Dalmatian fishermen’s huts.

The avid business that developed on board was only terminated by the sudden shock of a tropical rainstorm that poured down with in great intensity and continued during the whole day with short interruptions. The fog too had become more densely and reduced the view completely so that the stay on board was quite uncomfortable.

In this mean weather, the dignitaries came on board to pay their visits. Their uniforms and top hats had to endure much in the pouring rain. The first visitor was, as our consular agent himself was absent, the interim director of our consulate,  Mr. Ernst Goetz, then rear admiral Palliser and finally the governor Sir William Robinson who seemed to care about my health no less than his colleague in Singapore. The latter had sent a telegram to Calcutta warning about cholera in Singapore, the former had informed me via our ministry for foreign affairs in a message that a smallpox epidemic had broken out in Hongkong and advised us to cut our stay here short. I, however, was not willing to have my decisions influenced by whatever illness and even shorten our stay in Hongkong that I to the contrary decided to prolong. On the other hand and in consideration of the raging illness that one could not actually notice I declined with thanks all invitations to receptions and festivities in order to not endanger anybody or disturb the peace. I could not fully discard the impression that my presence here was somewhat uncomfortable to the governor, so that he wanted to prevent my visit by feigning concerns about smallpox.

As the visit required a return visit, I went on land despite the pouring rain to return Sir William Robinson’s visit after I had been carried around for some time in a palanquin — the coolies we used failed to understand where we wanted to go. A well-kept garden surrounds Government House which offers a splendid view of Victoria and the harbor full of ships. Tall Sikhs had taken up position at the gate of the palace. The English prefer to use Indians to perform guard and especially police duties in Hongkong. Clad in tall turbans and armed with a policeman’s baton their standing in the streets commands respect, and vividly reminded me of our friends from Jhodpur. When we told one of these policemen whose presence seemed especially remarkable that we had seen Jhodpur and met Pratap Singh and Harji Singh, his eyes lighted up with pleasure.

The police in Hongkong seems to perform its duties quite harshly as the batons of the policemen can often be seen to come into ungentle contact with the back or the shaved head of a Chinese.

One of the main duties of the police is keeping order at the Praya during the night because it happens all too frequently that Europeans who use a sampan to return on board of their ships have completely disappeared — probably murdered by Chinese rowers, robbed and then sunk to the bottom of the sea. In order to prevent the repetition of such crimes, the policemen supervise the nightly activity at the quay and note the number and the time of departure of each commissioned sampan.

The streets were filled with the local transport vehicles of which there are two, namely rickshaws we had already known in Singapore that are drawn by runners and palanquins or bamboo seats that are preferably used on steeper roads and shakily rest on the shoulders of coolies. While the runners in the rickshaws lagged behind those of their fellow runners in Singapore both in speed and endurance, the carriers of the palanquins and bamboo seats astonished us by their performance. Hour upon hour they carry , walking at a fast pace, their burden and transport it fleet-footed even to the highest points of Hongkong. It is remarkable that the carriers do not show especially strong muscles but their necks become instead extended to a comical length which is said to be related to the burden placed upon the shoulders for many hours day by day.

At each berth, the arriving people from the boats are greeted by a horde of coolies who praise their services with loud shouts. Has a choice been made, the runner or carrier departs immediately without having understood the destination of the passenger and drop off the passenger at an arbitrary place in the city. Tediously, the passenger then has to communicate with the coolie and inform the latter about his error. Finally it seemed to succeed and in a fast pace the journey continues, sometimes again in the wrong direction until the coolie finally is directed to the correct location. The dress of these runners and carriers is always the same: wide blue breeches, jackets of the same color and large hats. Wealthy people have their own runners and carriers in their personal service. These are mostly dressed in white and carry sashes in the colors of their masters.

The city of Victoria is divided into two parts. The Eastern part is European and the Western one Chinese, a division that is by the way not complete as there are houses and especially shops owned by Chinese in the European part as well as European houses and businesses in the Chinese part. A stranger first notices the wide beautiful streets that divide the city in parallel lines in the direction to the Praya and create terraces while the perpendicular streets that constitute the connections between the main streets can be at times quite steep. Surprising is the general cleanliness which shows the work of the police strongly led by the English and which is all the more necessary as cleanliness is not among the chief virtues of the Chinese.

In the European quarter the Praya developed alongside a whole row of imposing buildings that are mostly dedicated to business, thus the wholesellers’ booths, the banks and all kinds of industrial activities and most of the consulates. Behind these buildings the wholesellers seemed to have concentrated themselves while in an interminable row of shops on both sides on Queens Road, the first parallel street to the Praya, retail trade is blooming offering luxury goods, art and industrial products. There, Europeans compete peacefully for business with the Chinese. Where Peddar Street meets Queens Road, a giant clock tower rises, a landmark of Hongkong. The number of barracks is high in whose courtyards soldiers in snow-white uniforms perform all kinds of exercises.

The Chinese quarter whose streets are sometimes so narrow that two humans can barely walk side by side is characterized by thousands of colorful company boards. These are narrow, often  3 long 4 m long boards that are painted in the most flashy colors and decorated and hung vertically and contain praise about the company in Chinese letters. Colorful family altars decorated with tinsel and artificial flowers are missing in none of the shops. Countless, big-bellied lanterns and lampions serve to cast clear light on the nightly activities in the Chinese quarter. This light is surpassed, regardless of its specific character, by the electric light which has been generally introduced in Hongkong and is severely disrupting the picturesque effect of the native illumination in the Chinese quarter. Everywhere, Chineseness is put forward and imprints itself in a unique way in public life. It is much more pronounced, vivid and plastic than for instance in Singapore, as the Chinese constitute the major part of the population even though other peoples complement the colorit of street life.

The wealthy Chinese can be recognized easily in the crowd by their white blouses with wide plaited arms as well as pants in blue colors and linen stockings and silk shoes. The poorer classes of the Chinese population content themselves with simpler clothing of mostly a dark purple perkail; many men of the lower classes leave their upper body naked and walk barefoot like the women of the poorer classes. The fan, indispensable for the Chinese, is in constant motion. Remarkable is the large number of sons of the Heavenly Kingdom who wear glasses which is explained in part, I was told, that numerous Chinese dandies use this instrument not in order to improve their sight but to look like literati and thus increase the attractiveness of their personal impression, thus out of foppishness. Such an expression of dandyism might only be possible in China.

Wealthy Chinese let their queues fall freely nearly down to the ground while the poorer ones bind it up. All, however, shave their hair up to the middle of their head. The queue forms every Chinese’s pride. Plucking in jest at what the English call “pig-tail” would be a grave insult to the wearer. If mother nature had not favored the wearer with the necessary long hair, then artificial means assist —  tout comme chez nous— and long silk threads are woven into it. By the way each Chinese carries a thread in his pigtail, usually of black color and in the case of grief, white. Children use red that promises good fortune.

Chinese women whose daily activities preferably take place within the the walls of their homes can be seen only in relatively limited numbers in the streets. On members of the upper classes one can observe the strangely crippled feet that cause a nasty duck-like gait.

Everybody in Hongkong devotes himself to business. All the world rushes through the streets to do business, namely in the Chinese quarter. There is a never-ending rush here and there by the pushy crowd that is sometimes interrupted by festive processions, marriage and funeral corteges whose approach is from afar announced by shattering noises of the inevitable gongs.

In the smaller alleys crossing the parallel main streets the shops are as if stuck together and in the middle of these traffic veins mobile cookshops have established themselves that offer fruits and all kinds of undefinable dishes for a pittance.  The Chinese tend to eat everything and one could write a book about the diversity of Chinese ingredients and dishes as well as the respectful stomach of the pig-tailed brothers that tolerates things that are in a state very close to putrescence. The cost of life is extremely cheap in consideration of this frugality in terms of the quality of food which is beneficial to the numerous population. For about ten Kreuzer of our currency an adult man is able to get completely adequate daily nurture.

The further a walker advances to the the West the more numerous become beverage stands, opium dens and gambling houses and other entertainment venues of the most dubious nature. These are the places frequented by sailors and coolies as the stomping grounds of the wildest passions where ugly scenes are happening in the evening and during the night.

After the worst heat of the day is over, at about 5 o’clock in the afternoon the throng and crush in the streets takes on a bee swarm-like character. Everybody walks, pushes, moves, rushes and runs in shambles. A pedestrian is not infrequently in danger to be pushed over  by one of the rickshaw runners while crossing the street. Even though the coolies are very skilled in turning and evading, now and then a small accident happens as our as cherished as portly chief physician can attest. His rickshaw runner could not slowdown his vehicle at a very steep slope due to the not inconsiderable weight of the passenger and drove at full pace into a Chinese store where our worthy chief physician was dropped a bit ungently amidst all the goods.

Soon here and there excited, attracted and enthralled by these strange vivid images and scenes, I finally entered many shops that offered articles of Chinese origin in order to indulge in my shopping habit. There the same play repeated itself. The haggling found no end as the sellers asked for exorbitant prices which they reduced to a third after a half hour of hard bargaining, thus completing the trade. Finally the problem about the total amount due was also solved after extended calculations with a computing machine and agreements made regarding the transport of the bought treasures to our ship. Satisfied, I could continue my journey.

Despite the rain there was an oppressive heat during the day that caused uninterrupted transpiration. The continuously high temperature that hardly relents even for a moment makes staying in these latitudes uncomfortable as even the night offers not only no relief but makes the dull heat more susceptible. The organism feels weak, without force. Even the most vivid interest for the new impressions offered weakens finally under the influence of the heat. Those who give in to the temptation of seeking relieve in drinking refreshing beverages will suffer all the more by a higher susceptibility to the high temperature.

The hot days which we also enjoy at home as “canicular days”  can not in the slightest be compared in their de-energizing effect to the glowing and very humid atmosphere of the tropical regions during the rainy season, so that it seems to be hard work for children of the temperate zone to live permanently in a tropical region. Our constitution, our being is not suitable for a tropical climate. Body and soul lose their vigor that is required to stay in good health and perform at the highest level. I at least would in time become very melancholic in these oppressive temperature of these latitudes. Everything on this earth can be borne but not a number of — hot days.

The evening I spent on board, unfortunately clouded by a major disappointment. We had been very confident that finally in Hongkong the much expected mail would be received as we had been nearly four months without news from home and had put all our hopes on this harbor, but we were informed that Coudenhove had taken along the voluminous mail that had already arrived on his journey to Bangkok where we had been expecting to meet him in the commendable intention for us to get the mail at the earliest moment.

Now we had to be patient again until the arrival of Coudenhove, which was easier said than done as the displeasure about our postal misfortune that was dogging us chronically had crushed the best resolutions and caused loud maledictions to be uttered. Namely one of the gentlemen from the staff, an exemplary tender husband who was writing a letter each day to his young wife, was very unhappy. We consoled him approving and admiring his endurance by making audacious assurances that the mail would certainly include a legion of new letters.

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  • Location: Hongkong
  • ANNO – on 21.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing Viennese waltzes and a ballet “Sonne und Erde”.

At Sea to Hongkong, 19 and 20 July 1893

When we entered the region of the Gulf of Tonkin the wind grew notably stronger and caused much heavy pitching. The weather was very inconstant and the rainstorms looked very menacing from time to time.

Many signs indicated that a typhoon was approaching as the sky was filled with broken up clouds that are characteristic for the approach of such a storm. At sunset, the horizon was colored in an abnormal livid yellow and the rough sea flung “Elisabeth” violently to and fro. Only the barometer was not announcing the scourge of these seas as despite a quick decrease in barometric pressure it did not show the important oscillations that are usual precursors of these feared storms. Various weather observations had to made and all kinds of contradicting guesses were uttered. Timorous souls predicted one of the heaviest typhoons while staid meteorologists at first were of the opinion that the storm was behind us or would move parallel to our direction but at some distance to it. When the wind continued to grow stronger, the waves became rougher and rougher and finally there was a heavy rainstorm, everybody was nearly convinced that we would not reach Hongkong without having to pass through a cyclone.

A rare spectacle was presented by the numerous flashes in the night which crossed horizontally and illuminated the perturbed sea clear as daylight but ghostlike.

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  • Location: In the South China Sea
  • ANNO – on 18.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.

In See nach Hongkong, 19. und 20. Juli 1893

Als wir in den Bereich des Golfes von Tongking gekommen waren, frischte der Wind merklich auf und verursachte starken Seegang; hiebei war das Wetter überaus unstet, und die Regenböen nahmen zeitweise drohenden Charakter an.

Viele Anzeichen sprachen dafür, dass ein Taifun im Anzuge sei; denn zerrissenes Gewölk, welches für das Herannahen dieses Sturmes charakteristisch ist, bedeckte den Himmel, bei Sonnenuntergang erschien der Horizont in abnormaler, fahlgelber Färbung und schwer gekreuzter Seegang schleuderte die »Elisabeth« gewaltig hin und her. Nur das Barometer kündigte die Geißel dieser Meere nicht an, da jenes, obzwar der Luftdruck rasch abgenommen hatte, die bedeutenden Schwankungen noch nicht aufwies, welche jenem gefürchteten Sturme vorherzugehen pflegen. Die verschiedenartigsten Wetterbeobachtungen wollten gemacht worden sein, und allerlei widerstreitende Vermuthungen wurden laut; ängstlichere Gemüther prophezeiten das Herannahen eines der schwersten Taifune, während die gewiegten Meteorologen sich anfänglich der Ansicht zuneigten, dass der Sturm hinter uns sei oder parallel zu unserer Fahrtrichtung, jedoch in einiger Entfernung von derselben, vorbeiziehen werde. Als aber der Wind fortwährend steifer wurde, die See immer stürmischer wogte und sich endlich heftige Gewitter entluden, war jedermann nahezu überzeugt, dass wir Hongkong nicht erreichen würden, ohne vorher einen Cyklon bestehen zu müssen.

Ein seltenes Schauspiel boten nachts die zahlreichen Blitze, welche, horizontal verlaufend, das aufgeregte Meer taghell, aber gespensterhaft beleuchteten.

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  • Ort: Im südchinesischen Meer
  • ANNO – am 18.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

In See nach Hongkong, 17. und 18. Juli 1893

An Stelle des Südostwindes trat entschiedener Südwestmonsun bei anfänglich ruhiger See ein, doch verschlimmerte sich das Wetter zusehends, und allzuhäufig giengen heftige, lang andauernde Regengüsse nieder, welche den Aufenthalt auf Deck völlig verleideten. Die anhaltende Feuchtigkeit versetzte die Kleider und die Schuhe in den Kabinen in einen recht kläglichen Zustand.

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  • Ort: Im südchinesischen Meer
  • ANNO – am 17.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

At Sea to Hongkong, 17 and 18 July 1893

The Southeastern wind was replaced by a strong Southwest monsoon in fairly calm sea at the beginning but the weather grew worse and all too often heavy continuous rainstorms were pouring down which made staying on deck very unattractive. The constant humidity turns clothes and shoes in the cabins into a sad state of affairs.

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  • Location: In the South China Sea
  • ANNO – on 17.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.