Siriska, 24. Februar 1893

Nach der ersten regenlosen Nacht war Hoffnung vorhanden, dass ein Tiger mit Sicherheit bestätigt werden würde. Das Geschäft des Bestätigens verstehen die hiesigen Schikäris ganz vorzüglich; sie sitzen Tag und Nacht auf Bergspitzen, Graten und überhaupt hochgelegenen Punkten, von welchen aus sie eine gute Übersicht über Stellen, an denen sich die Tiger am liebsten aufhalten, genießen und namentlich die Plätze, wo die Büffelkälber zur Anlockung von Tigern angebunden sind, beobachten können. Schlägt ein Tiger das Kalb, so tut er sich in der Regel, nachdem er das Stück angeschnitten, in dessen Nähe für einige Zeit nieder. Bleibt er nun in einem bestimmten von Beobachtern umstellten Gebiet, einer Talschlucht oder einem Dschungel, so wird hievon schleunigst die Meldung ins Lager erstattet, wo alsbald lebhafte Bewegung entsteht, bis in aller Hast die letzten Vorbereitungen zur Jagd getroffen sind und die Elephantenkarawane zum Jagdplatz aufbricht. Nach dem Einlangen solcher Meldungen schickten wir meist unsere Jäger mit den Elephanten voraus und folgten zu Pferd, obgleich das Reiten auf den verrittenen und zappelnden indischen Gäulen gerade kein Genuss ist.

So war’s auch heute. Gegen 9 Uhr vormittags kam die Meldung, dass zwei Tiger in einem dichtbewachsenen Tal geschlagen hätten und dort bestätigt seien. Der Oberstjägermeister ritt auf seinem Elephanten mit den Schikäris und Treibern voraus, um alle Anstalten zu treffen; wir folgten eine Stunde später nach, durchquerten zunächst die Ebene und ritten dann in einem engen, sehr dicht verwachsenen Tal etwa 3 km vor, bis an einen Punkt, wo uns der Jagdgewaltige mit der sehr erfreulichen Meldung erwartete, dass die Tiger noch da seien, und zwar in der Nähe des Platzes, auf dem sie im Morgengrauen ein Büffelkalb gerissen hatten. Die Pferde wurden nun mit Jagdelephanten vertauscht; ich bestieg das Lieblingstier des verstorbenen Maharadschas, dessen sich dieser bei seinen Tigerjagden stets bedient hatte.

Der Head-Schikäri ordnete nun an, dass ich, da der Tiger sich entweder auf dem geschlagenen Büffel oder ganz in der Nähe befinden müsse, zuerst allein vorpürschen und anzukommen trachten solle, worauf im Fall des Misslingens ein Trieb gemacht werden würde. Meinem Mahaut wurde die größte Ruhe beim Vorgehen anempfohlen, damit nicht die Aufmerksamkeit des Tigers vorzeitig erregt werde. Ich richtete mich in meiner Häuda so gut als möglich ein und legte zwei Springer’sche Stutzen geladen neben mich, mit der Absicht, dem Tiger aus meinem alten 500er Stutzen, dessen ich mich auf heimatlichen Jagden bei der Erlegung von über tausend Stück Wild bedient hatte, den ersten Gruss zu senden. Janaczek und der Schikäri, welcher den Tiger bestätigt hatte, saßen hinter mir. So pürschte ich, auf meinem klugen Elephanten thronend, möglichst geräuschlos, den Bäumen und Ästen ausweichend, in der Talsohle weiter, während die Schikäris auf den Kämmen der Hügel folgten, um die Bewegungen des Tigers zu beobachten. Hohes, gelbes Gras wechselte mit Bäumen und dornigem Gebüsch, und jeden Augenblick glaubte ich das Haupt des Tigers irgendwo auftauchen sehen zu müssen.

Bald waren wir an dem Killplatz angelangt, wo das angerissene Kalb lag, um welches Geier und Schakale stritten; doch war vom Tiger keine Spur. Ich drang noch eine Strecke weiter vor und wollte eben auf Anraten des Schikäri umkehren, als von der jenseitigen Lehne ein spähender Schikäri laut „Bagh, Bagh“ (Tiger) zu mir herabschrie. In demselben Augenblick sah ich auf ungefähr 300 m einen Tiger in voller Flucht von der Höhe der Lehne durch das Gebüsch gegen das Tal zukommen, leider aber auch in einem dichten Dschungel verschwinden. Schon gab ich jede Hoffnung auf, erteilte aber gleichwohl dem Mahaut den Befehl, dem Tiger in der Direktion, die er genommen, so rasch als möglich nachzueilen. Zum Glück hatte Colonel Fraser, ein vielerfahrener Tigerjäger, der weiter rückwärts im Tal stand, das Manöver des Tigers bemerkt und schoss einige Meter vor denselben hin, um ihn zu einer Wendung zu bestimmen. Der Versuch gelingt; der Tiger schlägt um und kommt nun in voller Flucht auf 60 Gänge durch das Gebüsch an mir vorbei. Ich habe gerade noch Zeit, dem Mahaut „Teiro“ (Halt) zuzurufen, der Schuss kracht —- und wie ein Hase roulierend liegt das mächtige Tier vor mir.

Meine Freude über den ersten Tiger, den ich erlegt, vermag ich nicht zu schildern; nur ein Waidmann kann das Gefühl ermessen, das mich in diesem Augenblicke erfüllte. Mein Jäger musste einen herzhaften „Juchezer“ schreien, worauf die Herren herbeieilten, mich zu beglückwünschen.

Doch blieb keine Zeit zur näheren Besichtigung des Tigers; denn nach wenigen Minuten riefen uns die noch auf den Höhen postierten Späher und die das Tal absperrenden Treiber zu, dass sich noch ein Tiger im Tal befinde und wir gegen eine Schlucht vorgehend am Rand derselben Stellung nehmen sollten. Ich hielt es nicht für wahrscheinlich, dass ein zweiter Tiger nach den Schüssen und dem Lärm Stand gehalten haben würde und dies um so weniger, da die Breite der Schlucht höchstens 200 Schritte betrug und die Treiber mit größtem Geschrei schon bis an den Rand derselben vorgerückt waren. Doch klärte sich später der Sachverhalt auf; die Treiber hatten Recht; ein zweiter Tiger hatte sich tatsächlich in der dichtbewaldeten Schlucht niedergetan und wollte nun das Weite suchen, stieß aber hiebei auf die Treiberwehr, vor welcher er sich wieder in das Dschungel zurückzog.

Nachdem sich die Aufregung etwas gelegt, gingen wir in Linie auf unseren Elephanten gegen besagte Schlucht vor, ein Unternehmen, das nicht ganz leicht durchführbar war, da einige unter uns, zu denen auch ich gehörte, eine steile, steinige Lehne erklettern mussten. Hiebei hatte ich abermals Gelegenheit, die Geschicklichkeit und Kraft meines Elephanten zu bewundern, der mit dem Kopf sich anstemmend, einen im Wege stehenden Baum von mindestens 30 bis 40 cm im Durchmesser abknickte.

An dem steil abfallenden Rand der kesselartigen Schlucht stellten wir uns im Halbkreis auf, und zwar in folgender Anordnung: zu oberst stand Clam, dann folgten Stockinger, ich, Wurmbrand, Prónay und Kinsky, in der Sohle der Schlucht aber schloss sich der Head-Schikäri mit einigen Elephanten zur Abwehr an; auf der anderen Lehne hatten sich Colonel Fraser und Fairholme postiert. Dieser Punkt war eigentlich für mich bestimmt gewesen, doch hatte mich mein Mahaut in der Aufregung auf die linke Lehne entführt.

Die Treiber gingen höchst vorsichtig, Schritt für Schritt, Steine in die Schlucht rollend, vor. Nach einigen Minuten spannender Erwartung klopfte mir mein Jäger auf die Schulter, nach der Talsohle weisend, in der ich einen capitalen Tiger tief unter mir über eine kleine Blöße langsam gegen den Stand Frasers und Fairholmes wechseln sah — ein prächtiger Anblick, wie die große Katze, von allen Seiten bedrängt. vorsichtig schleichend, kaum die Äste des Buschwerkes streifend, nach einem Ausweg suchte. Schon seit langer Zeit wusste ich nicht mehr, was Jagdfieber sei; aber in diesem Augenblick erfasste es mich wieder so wie damals, da ich als Knabe ein Jünger St. Hubertus werden durfte und meine ersten Versuche im edlen Waidwerk unternahm.

Fairholme schoss auf den Tiger, fehlte ihn jedoch, so dass derselbe in das Dschungel zurückwechselte, um in der Sohle des Tales zu entweichen, wo er aber vom Oberstjägermeister mit seiner Wehr sehr geschickt vertrieben wurde, um sich dann in das dichteste Buschwerk zu verkriechen. Ich hatte diesen Bewegungen mit der größten Spannung zugesehen und konnte vor Ungeduld den Moment kaum erwarten, in dem Colonel Fraser das Zeichen geben würde, gegen den Tiger vorzugehen. Als dies endlich geschehen, spornte ich meinen Mahaut zu der größtmöglichen Eile an und kletterte nun auf meinem Elephanten die Böschung hinab, wo sich mir Kinsky und Prónay als die Nächststehenden anschlössen. So drangen wir in ein wahres Labyrinth von Bäumen und Buschwerk ein, bis ich, kaum 50 Schritte vorwärts gekommen, zwischen zwei Bambusschäften einen gelben Fleck erblicke. den ich, schärfer hinlugend, als Tiger ausnehme, welcher auf mich zurückäugt. Rasch gebe ich dem Mahaut das Zeichen zu halten; doch der Tiger bemerkt dies und wendet sich. Ich drücke los, sehe sofort nach dem Schuss den Tiger stürzen und höre ihn über eine kleine Lehne auf ungefähr 30 Schritte von meinem Elephanten mit großem Gepolter herabkollern. Im dichten Dschungel verliere ich das Tier aus dem Auge, sehe es jedoch bald wieder sich erheben und Anstalten treffen, meinen Elephanten anzugreifen; aber nur ein einziger Sprung gelingt dem Tiger, dann versagen die Kräfte und er bricht zusammen. In demselben Augenblick arbeitet sich Wurmbrand von der anderen Seite durch die Bäume und Äste, gibt dem Tiger einen Fangschuss in einen Lauscher und regungslos liegt das gewaltige Tier vor uns.

Da sich inzwischen Jäger, Schikäris und Treiber versammelt hatten, entwickelte sich in der wilden Schlucht rings um den toten Tiger eine der lebendigsten Szenen, die ich je gesehen. Oberhalb des Tigers 500 Treiber, die ihn alle aus nächster Nähe sehen wollen; neben dem Tiger die freudestrahlenden Schikäris, die in ihm einen alten Bekannten, dem sie so manche durchwachte Nacht gewidmet hatten, begrüßen und nun ihrer Freude durch Schreien, Jauchzen und fortwährende Verbeugungen vor mir Ausdruck verleihen; alle Elephanten im Halbkreis um den Tiger, darunter einige noch in höchster Erregung trompetend und schnaubend; mitten in diesem Chaos, hoch in seiner Häuda thronend, der Head-Schikäri, bald mich beglückwünschend, bald — Jupiter tonans gleich — schreiend, gröhlend und Befehle erteilend.

Der heutige Tag mit seiner Beute von zwei Tigern im Verlaufe von kaum einer halben Stunde bildet die schönste jagdliche Erinnerung meines Lebens, und heißen Dank sage ich dem heiligen Hubertus für solches Waidwerk.

Die beiden Tiger waren starke, ausgewachsene Exemplare mit auffallend schönen, tadellosen Decken und nach Schätzung des Oberstjägermeisters fünfjährig. Hodek hatte seinen photographischen Apparat mitgenommen und verewigte das Trio, nämlich den Tiger, „Tisza“ und mich, gleich an Ort und Stelle. Bei einer Flasche Champagner wurden die Tiger gefeiert, und fröhlich trat die Karawane den Heimweg an: voran die beiden Tiger, auf Elephanten gebunden; dann wir teils zu Pferde, teils auf Elephanten; hinter uns das ganze Corps der Schikäris und Treiber. Nach der Ankunft im Lager kam die Einwohnerschaft, Alt und Jung, des in der Nähe gelegenen kleinen Dorfes herbei, um die Tiger zu bewundern. Dann wurden diese der Hand Hodeks übergeben, der sie noch denselben Abend für meine Sammlung präparierte. Die Tigerin hatte vier Junge in der Größe von Ratten inne.

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  • ANNO – am 24.02.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt die Komödie „Der Erbförster“,  während das k.u.k. Hof-Operntheater Verdis „Troubadour“ aufführt.

Siriska, 24 February 1893

After the first night without rain, there was hope that a tiger will be confirmed with certainty. The business of confirmation is very well understood by the local shikaris; they sit day and night on mountain tops, ridges and other high points where they have a good overview on all spots tigers love to stay, enjoy and namely  the places where buffalo calves are roped to attract tigers. If a tiger kills a calf, it usually rests there for some time after it has cut a piece. If it is staying in a location surrounded by observers, a valley gorge or a jungle, this is swiftly reported to the camp which soon becomes very active in quick final preparations for the hunt and the departure of the elephant caravan for the location of the hunt. After the reception of such messages we usually send our hunters out with the elephants and follow up on horseback even though riding the badly trained and fidgety Indian horses is no pleasure.

Today events took place just as described above. Towards 9 o’clock in the morning the report came that two tigers had killed in a thickly covered valley and had been confirmed. The chief professional hunter rode ahead on his elephant with the shikaris and the drivers to prepare the hunt. We followed an hour later, first crossed the plain and rode then in a narrow thickly covered valley for about 3 km until we came to a spot where the mighty hunter was expecting us with the welcome news that the tigers were still there and in fact close to the spot where they had killed a buffalo calf at dawn. The horses were now switched with hunting elephants. I took my position on the favorite animal of the deceased maharaja who used to always hunt with this animal.

The head shikari now ordered me to advance alone and arrive on the spot where the tiger had killed the buffalo or they must be nearby. In the case of failing to meet them, a drive would be made. My mahaut was advised to calmly advance in order not to attract the attention of the tigers prematurely. I prepared myself in the hauda as well as I could and placed two loaded Springer rifles beside me with the intention to send the first greeting to the tiger with my old 500 rifle which had served me well at home on bagging more than a thousand pieces of game. Janaczek and the shikari who had confirmed the tiger sat behind me. Thus I advanced perched on my intelligent elephant, noiseless if possible, evading trees and branches across the bottom of the valley while the shikaris followed on the ridges of the hill to observe the movement of the tigers. High yellow grass alternate with trees and thorny bushes and any moment I believed to see the head of a tiger appear somewhere.

Soon we arrived at the killing ground where the torn calf was laying fought over by vultures and jackals. But no trace of the tiger. I continued for some time and wanted to go back on the advice of the shikari when an observant shikari on the ridge shouted „Bagh, Bagh“ (tiger) to me. In the same moment I saw the tiger in full flight coming from the ridge through the bushes to the valley but also disappearing into the thick jungle. I was on the verge of giving up hope but I ordered the mahaut to pursue the tiger in the direction it took as fast as we could. Fortunately  Colonel Fraser, an experienced tiger hunter who stood further back in the valley, had observed the maneuver of the tiger and shot a few meters in front of it to force it to turn around. The attempt succeeded. The tiger turned and came in full flight through the bushes up to 60 paces from me. I just had enough time to shout »Teiro« (halt) to the mahaut, the shot rang out — and tumbling like a hare the mighty animal lies in front of me.

My joy about my first tiger whom I killed I can not describe. Only a hunter is able to measure the feeling I had in that moment. My hunters had to shout a hearty „Juchezer“ whereas all the gentlemen approached to congratulate me.

But there was no time to inspect the tiger more closely. After only a few minutes, observers posted on the upper ridges and the drivers closing off the valley shouted that another tiger was in the valley and we should set up position near a gorge at the edge. I did not consider it probable that a second tiger would be around after all the shots and the noise and especially considering the width of the gorge of only 200 paces. The drivers had advanced to the edge of the gorge with much shouting. But later the situation became clear. The drivers were right. A second tiger was in the most wooden part of the gorge and was now trying to escape but was blocked by the line of drivers so that it turned back into the jungle.

After the commotion had subsided a little, we advanced in line on our elephants towards that gorge, a task that was not simple as some among us, me included, had trouble in climbing a steep rocky ridge. Here I had again the opportunity to observe the skill and power of my elephant that pushed  and broke off a tree with a diameter of 30 to 40 cm out of the way with the pressure of its head.

On the steeply inclined ridge at the edge of the cone shaped gorge we positioned ourselves in a semi-circle in the following order: at the top stood Clam, followed by Stockinger, me, Wurmbrand, Prónay and Kinsky, at the bottom of the valley the head shikari joined the defensive line with a couple of elephants; on the opposite side of the ridge Colonel Fraser and Fairholme had taken up position. This post had actually been intended for me but my mahaut had in his excitement led me to the ridge on the left.

The drivers advanced carefully, step by step, rolling stones down into the valley. After a few minutes of excited expectation, my hunter tapped me on the shoulder and pointed at the bottom of the valley where I could see a capital tiger advance slowly across a small clearing towards the position of Fraser and Fairholme — a gorgeous view like a big cat, constrained from all sides, sneaking cautiously, hardly touching the branches of the bushes, seeking a way out. For a long time I had not experienced the feeling of hunting fever. In this moment it caught me so hard as when I was a boy becoming a disciple of St. Hubertus and undertook my first attempts at the noble art of hunting.

Fairholme fired at the tiger but missed so that it returned into the jungle to escape by the way of the bottom of the valley where it was however driven back by the skillful defence of the chief professional hunter to hide itself in the thickest of bushes. I watched these movements with great excitement and impatiently could hardly await the moment until Colonel Fraser gave the signal to advance against the tiger. When this finally happened I pushed my mahaut to move quickly and climbed down the ridge on my elephant where I was joined by Kinsky and Prónay Thus we entered into a true labyrinth of trees and bushes. I had hardly advanced 50 paces when I saw a yellow spot amidst two bamboo shafts which I could identify as a tiger as I inspected it a bit closer. The tiger returned my glance. Quickly I give the mahaut the sign to halt but the tiger notices it and turns away. I fire and see the tiger stumble after the shot and hear it loudly fall over a small ridge about 30 paces distant from my elephant. In the thick jungle I lose sight of the animal but soon find it again as it was about to attack my elephant. But the tiger can only perform a single jump then its force is spent and it collapses. At the same time, Wurmbrand works his way through the trees and branches from another side and fires a shot into the tiger’s ear. The huge animal lies in front of us without moving.

As the hunters, shikaris and drivers had assembled in the mean time, the wild gorge around the dead tiger turned into one of the most vivid scenes I have witnessed. Above the tiger, 500 drivers who all wanted to have a close look, next to the tiger cheerful shikaris who had come to salute an old acquaintance that had cost them many sleepless  with shouts, cries and ongoing bows in front of me. All elephants around the tiger in a semicircle some of them blowing their trunks and snorting in wild excitement. In the midst of this chaos, throning high up in his hauda, the head shikari who congratulated me and — like Jupiter tonans — shouted and loudly gave orders.

This day with two tigers as prize of not even a half an hour is the most beautiful hunting memory of my life and I offer warm thanks to Saint Hubertus for such a successful hunt.

The two tigers were strong fully grown specimen with extremely beautiful and faultless skin and five years old according to the estimate of the chief professional hunter. Hodek had taken along his photographic apparatus and conserved the trio for eternity on the spot, namely, the tiger, »Tisza« and me. With a bottle of champaign the catch of the tiger was celebrated and the caravan returned to camp cheerfully. In the front, the two tigers bound on elephants, then we partly on horses partly on elephants, behind us the corps of shikaris and drivers. After the arrival in the camp the whole neighborhood, old and young, turned out to admire the tiger. Then they were handed over into the hands of Hodek who prepared them the same evening for my collection. The female tiger had four young ones the size of a rat inside of her.

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  • Ort:  Sariska, India
  • ANNO – on 24.02.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater plays a comedy „Der Erbförster“, while the k.u.k. Hof-Operntheater presents Verdi’s „Troubadour“.

Siriska, 23 February 1893

Thick fog covered the whole valley when I stepped out of my tent. The rain had stopped but it was still dripping from the trees and everything swam in water. There was no chance of hunting a tiger as the fog in the morning prevented a potential confirmation of the tiger.

Towards 11 o’clock the fog finally began to sink, the top of the mountains became visible, the sky was smiling blue and the sun was glittering friendly so that the head shikari could organize a hunt with falcons and caracals which turned out not as well as intended. The falcons turned out to be clumsy and untrained as they didn’t want to catch many of the fling chicken. The caracals, meanwhile, ignored the hares and after a few leaps returned to their masters.

In the mean time, sambars and nilgais had been confirmed which the chief professional hunter asked me to hunt. To his great astonishment I offered the first ones to Wurmbrand, the latter ones to Kinsky who  had lain in bed with fever while we shot the frowned upon nilgais in Bhartpur. Kinsky bagged one nilgai after an extended hunt and wounded a second one while  Wurmbrand returned, unfortunately, without completing the task.

Together with the other gentlemen I undertook a large hunt of the whole valley in which we searched even the tiniest of ground elevation, all jungles and ridges and bagged in four hours 80 chicken and sand grouses. Prónay and I shot too a white-footed fox each (Vulpes leucopus); also a jackal became my prize under unusual circumstances. We heard loud barking and howling of jackals and saw while we were marching across a hill eight jackals in the valley which followed a rancid fay while creating a hell of concert, hunting and biting one another so that at any moment, some of them stumbled over the others. I called our line of drivers to halt and sneaked up on them as good as I could in a plain without cover. I only managed to come to within 400 paces.

Clam and Prónay noticed this, the latter one ran on foot in front of the jackals while Clam on a pony drove them towards me. The main pride changed direction unfortunately and escaped out of sight. Two jackals however appeared in plain flight followed by Clam 100 paces away from my position behind a boulder where I had taken cover with difficulty so that I managed to kill one jackal with a bullet.

We were still fully occupied with the hunt when a shikari reported that tigers had been sighted in the next mountains. Naturally all firing ceased in time. We galloped to the camp where our physician Dr. Bem experienced a tragic-comical event. He too had mounted a horse proudly. But this valiant deed ended soon thereafter with a touch of the earth. His horse had been mean enough to throw him into a thick hedge of cacti so that he returned to the tent covered in thorns. He sank down on the bed, a pitiful spectacle, lamenting a thorn had pierced his lung and a long illness which would put him into bed for a long time, Even death could catch him here far from home in the wilderness where no fair hand would close his breaking eye.

Deeply moved from those dark images and groaning the poor lay there. We were full of compassion but also smiling against our will as the sighs and laments escaped  the body in a true Bohemian-German accent. Finally one of the English colleagues extracted over twenty thorns out of the body of the brave rider who now, free and comforted, gasped with relief and did not want to have anything to do with illness and sickness but was in a good mood again soon. According to the principle that those that suffered the damage were bound to earn the mockery, his story was the main topic of the evening.

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  • ANNO – on 23.02.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater plays a comedy „Der Unterstaatssekretär“, while the k.u.k. Hof-Operntheater presents once more „Die Rantzau“.

Siriska, 23. Februar 1893

Dichter Nebel bedeckte das Tal, als ich aus meinem Zelt trat; der Regen hatte zwar aufgehört, aber von den Bäumen träufelte es noch und alles schwamm im Wasser. An Tigerjagd war nicht zu denken, da die nur früh morgens mögliche Bestätigung eines Tigers durch den Nebel ausgeschlossen war.

Gegen 11 Uhr begann der Nebel endlich zu sinken, die Spitzen der Berge wurden sichtbar, der Himmel lächelte blau und die Sonne glänzte freundlich, so dass der Head-Schikäri eine Jagd mit Falken und Luchsen (Caracals) arrangieren konnte, die aber besser gemeint war, als sie tatsächlich ausfiel. Die Falken zeigten sich als ungeschickt und wenig abgerichtet, da sie auf die zahlreich aufstehenden Hühner nicht recht stoßen wollten, während die Caracals die Hasen, welche sie jagen sollten, wenig beachteten und nach einigen Sätzen zu ihren Herren zurückkehrten.

Inzwischen waren Sambars und Nilgaus bestätigt worden, die mich der Oberstjägermeister aufforderte, anzupürschen. Zu seinem größten Erstaunen überließ ich erstere Wurmbrand, letztere Kinsky. der damals, als wir die verpönten Nilgaus in Bhartpur geschossen, in heftigem Fieber gelegen war. Kinsky erbeutete auch nach langer Pürsche ein Nilgau und schweißte ein zweites stark an, während Wurmbrand leider unverrichteter Dinge heimkehrte.

Mit den anderen Herren führte ich eine große Durchstreifung des ganzen Tales aus, wobei wir alle kleinen Bodenerhebungen, alle Dschungel und Lehnen absuchten und in vier Stunden 80 Hühner und Sand grouse zur Strecke brachten. Prónay und ich schossen außerdem je einen Indischen Wüstenfuchs (Vulpes leucopus); auch ein Schakal fiel mir unter ungewöhnlichen Umständen zur Beute. Wir hörten lautes Bellen und Heulen von Schakalen und erblickten, über einen Hügel streifend, in der Ebene acht Schakale, die einer ranzigen Fee folgten. wobei sie ein Höllenkonzert aufführten, sich jagten und bissen, dass jeden Augenblick einige von ihnen übereinanderkollerten. Ich ließ unsere Treiberlinie halten und pürschte, wie es eben ging, vor, aber leider war die Ebene ohne gute Deckung, so dass ich nicht näher als auf 400 Schritte herankommen konnte. Clam und Prónay bemerkten dies, letzterer lief den Schakalen zu Fuß vor, während Clam auf einem Pony reitend mir dieselben zutrieb. Das Hauptrudel änderte leider die Direktion und passierte außer Schussweite; dagegen kamen zwei Schakale in voller Flucht, gefolgt von Clam, auf 100 Schritte an dem Stein vorüber, hinter dem ich mich notdürftig gedeckt hatte, so dass es mir gelang, einen Schakal mit der Kugel zu roulieren.

Wir waren noch im eifrigsten Jagen begriffen, als ein Schikäri meldete, es seien in den nächstgelegenen Vorbergen Tiger gesehen worden. Natürlich wurde alsbald das Feuer eingestellt. Wir galoppierten nach dem Lager, wo unserem Medicus Dr. Bem ein tragikomisches Missgeschick widerfuhr. Auch er hatte stolz ein Ross bestiegen: doch endigte dieses kühne Vorhaben sehr bald mit einer Berührung der Erde, wobei sein Pferd überdies boshaft genug war, ihn gerade über einer dichten Kaktushecke abzuschütteln, so dass er mit Stacheln bedeckt ins Zelt wankte. Daselbst sank er auf das Bett, ein Bild des Jammers, wehklagend, ein Dorn sei ihm in die Lunge gedrungen und eine schwere Krankheit, die ihn wochenlange ans Schmerzenslager fesseln werde, stehe bevor; ja selbst der Tod könne ihm hier, ferne von der Heimat, in der Wildnis nahen, wo keine teure Hand ihm das brechende Auge schließen würde. Tief ergriffen von solch düsteren Bildern und stöhnend lag der Ärmste da. Wir aber umstanden ihn voll Mitleid und doch wider Willen hellauflachend; denn in unverfälscht böhmisch-deutschem Akzent entrangen sich diese Seufzer und Klagen der gequälten Brust. Endlich waren durch den englischen Kollegen zwanzig große Stacheln aus dem Körper des tapferen Reiters entfernt, der nun frei und getröstet aufatmete, von Krankheit und Tod nichts mehr wissen wollte, sondern bald guter Dinge war. Nur hatte er, nach dem Grundsatz, dass, wer den Schaden hat, für den Spott nicht zu sorgen braucht, die Kosten der Unterhaltung während des Abends zu bestreiten.

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  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt die Komödie „Der Unterstaatssekretär“,  während das k.u.k. Hof-Operntheater wieder einmal „Die Rantzau“ aufführt.

Siriska, 22. Februar 1893

Schon den Abend zuvor hatte sich der Himmel getrübt, und in der Nacht begann Regen in Strömen niederzugehen. Die Umgebung der Zelte wurde tief durchweicht, doch hielten die Dächer unserer Behausungen zum Glück stand. Schlechte Aussichten für die Jagd, da der Tiger zwar bei solchem Wetter reißt, dann aber umherstreift, wogegen er bei warmem, sonnigem Wetter sich in der Nähe seines Opfers niedertut und von den Schikäris mit nahezu untrüglicher Sicherheit bestätigt werden kann. Vormittags ließ der Gussregen etwas nach; ich beschloss daher nach einer längeren Beratung mit dem Head-Schikäri und über dessen Anraten, da auf Tiger nichts unternommen werden konnte. zuerst auf Sambarhirsche zu pürschen und dann einen Trieb auf dieses Wild, sowie auf Schakale zu versuchen.

Alsbald brachen wir auf und strebten hoch zu Ross den nächstgelegenen Hügeln zu, wo uns ein Schikäri eilfertig entgegen kam, der einen Sambarhirsch bestätigt hatte. Alle Herren blieben zurück; ich allein pürschte mit dem Schikäri und Janaczek einen überaus steilen Bergrücken hinan, von dessen Grat aus der Schikäri nach der gegenüberliegenden Lehne auf einen angeblich starken Sambarhirsch deutete. Ich konnte diesen jedoch aller Bemühung ungeachtet durch längere Zeit nicht wahrnehmen, da er unbeweglich auf uns herüberäugte und sich durch seine braungelbliche Färbung von dem ihn umgebenden trockenen Gras gar nicht unterschied. Endlich ersah ich den Hirsch; der Schikäri wollte mich durchaus bewegen, sofort zu schießen, doch schien mir die Distanz — bei 400 Schritte — für einen sicheren Schuss zu groß. Da aber ein Anpürschen durch das zwischenliegende Tal nicht möglich war, so gab ich dem Drängen des Schikäri nach und schoss von dem einen Bergrücken auf den andern; der Hirsch zeichnete zu meiner besonderen Genugtuung gut auf Blattschuss, wurde flüchtig und verschwand auf der anderen Seite des Rückens. Mit großer Anstrengung kletterte ich über die Steine und das dornige Gestrüpp die eine Lehne herab, die andere hinan und fand am Anschuss Schweiß. Der Fährte folgend, sah ich den kranken Hirsch durch dichtes Gestrüpp ziehen und schoss noch einmal, fehlte jedoch in der Hitze des Gefechtes.

Die im Tal zurückgebliebenen Herren und die eingeborenen Jäger hatten nach dem Schuss den Hirsch ebenfalls krank flüchten gesehen, und nun ging es mit wildem Geschrei und Durcheinander hinter dem angeschossenen Stück her. Der Oberstjägermeister brüllte mit Stentorstimme Befehle von seinem Elephanten herab, die Schikäris wollten nach englischer Methode gleich nachlaufen, bis ich mich endlich, nach vielem Flehen und Schreien, mit den Leuten soweit verständigte, dass alle Eingeborenen sich von meinem Leibjäger in Ordnung anstellen ließen und, nachdem ich mit den Herren 1000 m vom Anschuss in der Lehne Posto gefasst, auf ein Signal gleichzeitig und regelrecht angingen. In der Tat kam der angeschossene Hirsch nach wenigen Minuten in Sicht und endete unter drei von mir und Wurmbrand abgegebenen Schüssen. Er war ein ausnehmend starkes Exemplar, anscheinend ein besonders rauflustiger Geselle, da er ganz verkämpft war und die Spuren davon an den Läufen, der Decke, sowie besonders an den völlig zerschnittenen Lauschern zeigte, so dass er, was ich lebhaft bedauerte, nicht einmal zum Ausstopfen geeignet erschien. Sehr schön waren die schmalen dunklen Grandln.

Während der Pürsche hatten die wartenden Herren im Tal sich die Zeit mit kindlichen Spielen wie „Blindekuh“, „Plumpsack“ u. dgl. m. gekürzt, zum besonderen Ergötzen des Oberstjägermeisters, der in eine Art Lachkrampf verfiel, vor Freude auf seinem Elephanten hin und her sprang und am liebsten mitgespielt hätte, wäre dies mit seiner Würde vereinbar gewesen.

Nun sollte ein Trieb versucht werden, doch kam abermals ein Schikäri mit der Meldung, dass in der Nähe noch ein Sambar bestätigt sei, worauf „Tisza“ mich zur Pürsche „befahl“ und die Herren auf die umliegenden Hügelspitzen verteilte. Ich keuchte, so schnell ich konnte. den steilen Hang hinan und musste, in einen kleinen Talkessel gelangt. unter ähnlichen, nur vielleicht noch ungünstigeren Umständen schießen wie das erste Mal, da der Hirsch spitz stand. Als ich ihn jedoch im Feuer geschossen hatte und das mächtige Tier, gefolgt von einer Lawine von Steinblöcken, mit Gepolter in die Tiefe stürzte, kam das ganze Corps der Schikäris laut jubelnd auf mich zu und beglückwünschte mich unter den drolligsten Kundgebungen der Freude. Befriedigt lächelnd empfing mich der Oberstjägermeister und ordnete den Weitermarsch an, der alsogleich auf den Elephanten angetreten wurde.

Auf einem steilen, steinigen Pfad zog die Karawane über ein Joch in ein langgestrecktes Tal, das mit hohem, trockenem Gras und dichten Dornen bedeckt war. Bei dem Abstieg über eine besonders schlechte Stelle, einen Felsabsatz, setzten sich die klugen Elephanten zuerst auf das Hinterteil, sprangen, auf den Rüssel gestützt, mit den Vorderfüßen hinab und zogen dann den Hinterleib nach.

Von den ausgesandten Schikäris kam die Meldung, dass sich leider keine Sambarhirsche in dem Tale befänden, weshalb wir beschlossen, ein besonders dichtes Dschungel an einer Berglehne abtreiben zu lassen. Wir stießen jedoch mit diesem Vorhaben auf den heftigen Widerstand Harnarains, der hievon nichts wissen, wohl aber ein Frühstück einnehmen und abermals Jäger ausschicken wollte, um allenfalls Sambarhirsche zu bestätigen. Gegen diesen Machtspruch war nicht aufzukommen und wir mussten uns fügen. Als die Ruhepause lange genug gewährt hatte, litt es uns nicht weiter; wir drangen in den Gewaltigen, der schließlich einen Trieb durch das Dschungel gestattete.

Wir verteilten uns rasch, Wurmbrand blieb am Ende des Dschungels, Clam und ich wollten die Höhe der Lehne erklimmen, um die nach oben gehenden Wechsel zu besetzen und einen Einblick in das Gewirre des Dschungels zu gewinnen: Prónay, Stockinger und Fairholme aber sollten mit den Treibern streifen. Das Erklimmen des Bergabhanges war jedoch leichter gesagt als getan; denn er war so steil und mit glatten Steinplatten und Felsblöcken besäet, dass wir nur als Ouadrupeden kriechend hinaufkommen konnten. Ich postierte mich an eine kleine Schlucht, die mir als Wechsel nach oben günstig erschien. Nach einiger Zeit begann der Trieb, wurde aber so schlecht geführt, dass wir kein Stück Wild zu Gesicht bekamen, da die tapferen Treiber wieder jede größere Dickung umgingen. Die Anwendung der kleinen Sammlung hindustanischer Kraftausdrücke, die ich mir bereits angeeignet hatte, fruchtete leider gar nichts, da der Jagdgewaltige kein Interesse mehr an den Tag legte und sich erst nach Beendigung des leeren Triebes, mit großer Seelenruhe und verschmitztem Lächeln nahend, wieder sehen ließ.
Solange noch Schusslicht andauerte, streiften wir in der Ebene beim Camp und brachten zahlreiche Hühner und Sand grouse zur Strecke. Wurmbrand hatte das Waidmannsheil, eine Gazelle zu erlegen.

Die im Lager verbliebenen Herren, darunter Kinsky, hatten nachmittags zu Pferd Schweine und Schakale gehetzt und einen Frischling gefangen, wobei auch Dr. v. Lorenz mitgeritten war, nicht ohne den sträflichen Leichtsinn mit zweimaliger Berührung der Mutter Erde büßen zu müssen.
Der Abend gehörte der Korrespondenz, da die Post den nächsten Tag abgehen sollte. Leider begann es neuerlich heftig zu regnen und strömte fast die ganze Nacht hindurch. Das Wetter verfolgt uns mit seinen Tücken; gerade jetzt, wo wir auf Tiger jagen wollen, müssen wir eine zweite Sintflut erleben!

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  • Ort:  Sariska, Indien
  • ANNO – am 22.02.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt Schillers „Jungfrau von Orleans“,  während das k.u.k. Hof-Operntheater Gounods „Margarethe (Faust)“ aufführt.

Siriska, 22 February 1893

Already during the evening yesterday the sky had become clouded and during the night it started raining heavily. The area around the tents was heavily soaked but the tents fortunately resisted fine. A bad prospect for the hunt as the tiger will hunt during such weather but will move whereas he will rest near its victim in warm sunny weather and can be tracked by the shikaris with near absolute certainty. In the morning the intensity of the rain lessened. I decided after a long council with the head shikari and on his advice, given that it was pointless to go after the tiger, to hunt sambar deer and later seek game as well as jackals.

Soon we left camp and moved towards the closest hills on horseback. There a shikari confirmed the presence of a sambar deer. All gentlemen remained behind. I alone with the shikari and Janaczek climbed a very steep ridge on whose ledge the shikari pointed out a supposedly strong sambar deer on the next ridge. Despite all efforts during quite some time, I was not able to see it as it stood Immovable watching us. Its brown yellow colors blended perfectly with the surrounding dry grass. Finally I saw the deer. The shikari wanted me to shoot at once but I believed the distance  — at 400 paces — too large for a safe shot. As it was impossible to get closer due to the valley between us, I gave in tot the shikari’s pressure and shot from this ridge to the other. To my great satisfaction, I scored a chest hit on the deer that fled and disappeared on the other side of the ridge. With great effort I climbed down the ledge over stones and through thorny thickets, up the other ridge and found blood marks at the location. Following the tracks I saw the wounded deer move through the thick greenery and shot once again but missed in the heat of the moment.

The gentlemen and the native hunters left behind in the valley had seen the wounded deer flee after the shot and now everyone was going after the wounded animal with shouts and in great turmoil. The chief professional hunter shouted with stentorian voice down from his elephant. The shikaris wanted to pursue it in the English method until I finally succeeded after much pleading and shouting to communicate to the people that all natives should be formed into a line by my personal hunter. After I and the gentlemen had taken up position in the ridge, the natives were to start walking at a signal. Truly, the wounded deer appeared after a few minutes and perished from three shots of mine and Wurmbrand’s. It was a very strong specimen, apparently a very rowdy fellow as he was scarred on the legs, on the back as well as completely cut ears. I lamented that the animal was not suitable for taxidermy. Its cuspids were beautiful.

During our hunt, the gentlemen in the valley had spent their time with children’s games such as „blind man’s buff“, „“duck, duck, goose“  etc. to the great pleasure of the chief professional hunter who couldn’t stop laughing and jumped around on his elephant. If it hadn’t been incompatible with his dignity, he would have gladly joined in.

Before a new hunt could be started, a shikari reported again that another sambar deer had been confirmed nearby. „Tisza“ then „ordered“ me and the gentlemen to take up position on the surrounding ridge top. I was gasping as I was climbing down the steep hill as fast as I could and, arrived at the bottom of a valley, had to shoot again out of an even more unfavorable position than the first time when I saw the deer. When I had fired and the mighty animal went down with much noise, followed by an avalanche of ibexes, the whole corps of shikaris approached me with loud congratulations and with funny expressions of joy.  With a satisfied smile, the chief professional hunter received me and commanded to resume the march with was made on the elephants.

On a steep stony path the caravan moved over a saddle into a long winding valley covered in high dry grass and thick thorns. During the descent over a particularly bad spot, a rocky ledge, the elephant’s sat down on their rear, then jumped down with the forelegs supported by the trunk and then drew along their rear end.

The shikaris of the advance party reported that there were unfortunately no sambar deer in the valley, so we decided to set up a hunt at an especially thick jungle ridge. This action met the fierce resistance of Harnarain who preferred to eat breakfast rather than hunt and wanted to deploy his trackers again to seek sambar deer. We could not overrule this and had to comply. After a long break when we couldn’t tolerate it any longer, we argued with the chief who finally granted us permission to undertake the hunt in the jungle.

We quickly spread out, Wurmbrand stayed at the edge of the jungle, Clam and I intended to climb to the top of the ridge to cover the upper escape route and have a good overview of the confusing jungle area. Prónay, Stockinger and Fairholme were tasked in following the trackers. The climbing of the hill was easier to say than to actually do. It was so steep and covered with smooth stone plates and rocks that we could only advance on all fours as quadrupeds. I took up position in a small gorge which I considered suitable for an escape route. After some time, the drive started but was so badly executed that not a single piece of game appeared as the drivers were evading all thicker parts of the jungle. The use of my small collection of Hindu strong language I had already learnt proved without effect as the chief displayed no more interest in  hunting that day and only appeared again with a calm demeanor and an impish smile after the fruitless drive of the hunt had ended. As long as we had enough daylight, we hunted in the plain and bagged numerous chicken and sand grouses. Wurmbrand had hunter’s luck and bagged a gazelle.

The gentlemen who did stay behind in camp, among them Kinsky, had hunted pigs and jackals in the afternoon and captured a young boar. Even Dr. von Lorenz did ride along, paying for this terrible flippancy with two unplanned contacts with Mother Earth.

The evening was devoted to writing letters as the post was to be sent off the day after. Unfortunately, it started raining violently again and continued to do so through the night. The weather is punishing us with all its caprices. Just now when we are to hunt a tiger, we have to live through a second deluge!

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  • Ort:  Sariska, India
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Siriska, 21 February 1893

The first tiger hunt was on the program. Already at 9 o’clock in the morning, the „head shikari“, the chief professional hunter of Alwar, Harnarain, came to the camp to announce that the tiger had killed and we should be ready to depart towards 11 o’clock. He would personally join the advance party to prepare and instruct the trackers.

Thrown off an elephant once, this dignitary was limping which gave his appearance and comportment an involuntary comical aspect. Remarkable to us was the resemblance of his face with that of the former Hungarian prime minister. Thus we christened him „Tisza„. The head shikari is rather curt with everyone, even with the resident Colonel Fraser, leader of our hunting expedition, gives his orders, swears mightily on occasion but is an important man in hunting matters in the state of Alwar. Thus we as hunters have to be nice to him, especially for the sake of the tiger. I had myself introduced to him most festively. Besides being the chief professional hunter  he is also general inspector of the irrigation systems, forests and gardens. The forests will not bring much acclaim as nothing is happening in terms of reforestation and only thorns and crippled woods are growing wildly even though the area seems in many places ideal for forestry.

At 11 o’clock the large hunt was started with a big shout of „hallo“, a legion of shikaris with rifles and lances joined us who were up on the elephants. In front of a narrow very romantic gorge we made a stop to await the sign of the head shikari who had ridden ahead to the trackers. Here there were the remains of a buffalo calf killed by the tiger. Vultures were circling above the carrion or sat on the trees.

Finally, after a long wait we could see the chief professional hunter appear on his elephant on the opposite side of the valley. Now it was time to take up the hunting position. The ride of nearly three quarters of an hour through the bottom of the valley was very picturesque but tiring as we had to fight against the thorny branches of the trees that struck the haudas at every step so that our hands were bloody. It is astonishing how careful the elephants advance and how skillful they follow narrow and steep tracks which I might as well call „chamois tracks“ very safely. The hauda was shifting up and down but the elephant shows no concern but checks every step with its trunk and its foot and only takes a step on hard ground. If a stone or tree is in the way, it is cleared away with the trunk or pushed out of the way with a push of the body so that a tree breaks off due to the applied pressure of the giant.

We formed a large semi-circle in the bottom of a thickly covered side valley in which the tiger was said to be living. I was on the highest position and had climbed with my elephant up on the right ledge of the valley up to half its height to have a good view over the valley. There I stopped and waited for the things to come.

Some spots were left bare in the thick thorny bushes and I calculated where and how I would shoot if the tiger showed up. The drive started with the usual clamor as the drivers began to move down from the heights. The hunting area to be covered was rather small but out of fear the drivers advanced very slowly, in groups of 30 to 40 one after the other on the best paths without clearing the thickets in which they only threw stones, so that it took two hours. Like in Tandur! By the way, the caution of the drivers proved unnecessary as the tiger only proved his notoriety by its absence.

For the first time we saw here sambar deer or rusas (Cervus unicolor), namely a minor buck of second head,  an old animal with a calf and a hind; they looked similar to our big game but lack the beautiful figure by far and the proud and falls short of the noble posture of our king of the woods, especially as the sambar deer carries its head almost always at a downward angle and the antlers does not go beyond six points despite reaching a length of 1.25 m.

After the failed hunt we came to a small pond surrounded by palm trees and rode on the elephants back to the camp to get pellet guns and undertake a hunt into the nearby hills which netted us a large number of Indian  partridges.

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Siriska, 21. Februar 1893

Die erste Tigerjagd stand auf dem Programm. Schon gegen 9 Uhr morgens kam der den Titel „Head-Schikäri“ führende Oberstjägermeister von Alwar, Harnarain, ins Camp, um uns zu sagen, der Tiger hätte gerissen, wir sollten uns bereit halten und gegen 11 Uhr aufbrechen; er selbst ginge gleich voraus, um seine Vorbereitungen zu treffen und die Treiber anzustellen.

Von einem Elephanten einst bös abgeworfen, hinkt dieser Würdenträger, in dessen Erscheinung und Benehmen etwas von unwillkürlicher Komik liegt. Auffallend war uns an ihm die frappante Ähnlichkeit seiner Gesichtszüge mit jenen des früheren ungarischen Ministerpräsidenten, weshalb wir ihm den Beinamen „Tisza“ verliehen. Der Head-Schikäri ist mit allen, selbst mit dem Residenten Colonel Fraser, der die Leitung der Expedition übernommen hatte, sehr kurz angebunden, erteilt seine Befehle, schimpft gelegentlich tüchtig, ist aber in Jagdsachen im Staat Alwar eine sehr gewichtige Persönlichkeit, so dass man als Waidmann, namentlich der Tiger halber, zart mit ihm umgehen muss. Ich ließ mich ihm daher auch feierlichst vorstellen. Neben dem Amt des Oberstjägermeisters versieht er noch die Funktionen des Generalinspektors der Bewässerungen, der Forste und der Gärten. Die Wälder dürften ihm aber kaum zu großem Ruhm gereichen, da für Aufforstungen gar nichts geschieht und nur Dornen und verkrüppelte Hölzer dem Boden entsprießen, obschon dieser an manchen Orten zur Waldkultur sehr geeignet scheint.

Um 11 Uhr wurde unter großem Hailoh gestartet, eine Legion Schikäris mit Gewehren und Lanzen begleitete uns, die wir auf Elephanten auszogen. Am Beginn einer engen, sehr romantisch gelegenen Talschlucht wurde Halt gemacht, um das Zeichen des Head-Schikäris, der zu den Treibern geritten war, abzuwarten. Hier lagen die Überreste eines von einem Tiger gerissenen Büffelkalbes; Geier umkreisten das Aas oder saßen angekröpft auf den Bäumen.
Endlich, nach langem Warten zeigte sich auf der gegenüberliegenden Höhe jenseits der Talschlucht der Oberstjägermeister auf seinem Elephanten, und nun hieß es die Stände einnehmen. Der fast drei Viertelstunden erfordernde Weg durch die Talschlucht war zwar sehr pittoresk, aber auch beschwerlich; denn wir mussten uns jeden Schritt durch die dornigen Äste der Bäume, die an unsere Häudas schlugen, erkämpfen, so dass wir an den Händen blutig gerissen wurden. Erstaunlich war die Vorsicht, mit welcher die Elephanten vorwärts drangen und die Geschicklichkeit, mit welcher sie steile und schlechte Saumwege, ich möchte sagen „Gamssteige“, vollkommen sicher hinanstiegen. Die Häuda schwankt, hebt und senkt sich, aber der Elephant lässt sich durch nichts beirren, sondiert vor jedem Schritt mit dem Rüssel und dem Fuß und tritt dann erst fest auf; ist ein Stein oder Baum im Weg, so wird das Hindernis mit dem Rüssel beseitigt, an größere Bäume stemmt sich der Riese mit ganzer Kraft an, bis der Stamm bricht.

Wir umstellten in Form eines Halbkreises eine kesseiförmige, dicht bewachsene Nebenschlucht, in der ein Tiger hausen sollte. Ich hatte den höchsten Stand und kletterte, in wahrem Sinne des Wortes, mit meinem Elephanten die rechte Lehne der Talschlucht bis zur halben Höhe hinan, um guten Einblick in die Schlucht zu gewinnen. Daselbst machte ich Halt und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Einige Stellen waren von dem dichten Dorngebüsch freier geblieben und ich berechnete genau, wo und wie ich schießen würde, falls der Tiger erschiene. Der Trieb begann mit dem üblichen Geschrei, wobei die Treiber von der Höhe herabstiegen. Die abzutreibende Strecke war eine ganz geringe, aber aus Angst gingen die Treiber nur langsam, in Partien zu 30 bis 40 hintereinander auf den besten Wechseln vor, ohne sich in die Dickungen, in welche sie nur fortwährend Steine warfen, zu wagen, so dass der Trieb zwei Stunden erforderte. Ganz wie in Tandur! Übrigens war auch diesmal die Vorsicht der Treiber ganz überflüssig, da der Tiger nur durch seine Abwesenheit glänzte.

Zum ersten Mal sah ich hier Sambarhirsche oder Rusas (Cervus unicolor), und zwar einen geringen Gabler, ein Alttier mit Kalb und ein Schmaltier; sie gleichen unserem Hochwild, haben aber bei weitem nicht die schöne Statur und die stolze, edle Haltung unseres Königs der Wälder; besonders da der Sambarhirsch das Haupt beinahe immer gesenkt trägt und am Geweih, obwohl dasselbe bis zu 1,25 m Länge erreicht, nie mehr als sechs Enden aufsetzt.

Nach dem misslungenen Trieb kamen wir an einem kleinen, von Palmen umgebenen Weiher zusammen und ritten auf den Elephanten nach dem Camp, um die Schrotgewehre zu holen und noch einen Streif auf den umliegenden Hügeln zu unternehmen, der uns eine große Anzahl von Indischen Rebhühnern einbrachte.

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Alwar to Siriska, 20 February 1893

For seven days we were to occupy a tent camp  40 km away from Alwar at Sariska — a territory known for its presence of tigers that has already been visited by the Duke of Connaught. The tent camp has been constructed by the government of Alwar to hunt tigers. In the morning it was beautiful and we woke up early to depart soon. But the time of departure was delayed for quite some time. First it was said that we should partly drive partly ride directly to the camp and hunt some chickens on the way until the baggage had time to arrive first at the destination. Soon, however, the message arrived that a tiger had been sighted close to the path so that the hunt could start immediately.

The consequence of these shifting plans was hopeless confusion, an awful turmoil as it seems to occur at nearly every hunting expedition in India. Here a hunter might not immediately find the necessary rifle. There ammunition was missing. Yonder, there were not enough wagons. A gentleman shouted in want of his baggage. Another one sought his photographic apparatus. Finally, we were all ready and the convoy to the camp was underway first in a carriage drawn by a four-horse team, while the hunters and the baggage followed in two-wheeled carts drawn by zebu oxen. The mounted lifeguard and a whole army of camels followed us in a trot, seemingly without any other purpose than to create clouds of dust.

The area we were crossing at speed offered new and welcome sights as we had spent so much time in plains. The narrow valley is enclosed by steep stony hills whose sparse vegetation — crippled trees and thorny impenetrable bushes — is remarkable. The landscape reminds me of Palestine and Syria. But the mountains in those countries are even more bare as those in Alwar. In many villages the whole population stood at the road and men and women sang in one voice some sort of choral which did not sound as unpleasant as the hitherto heard Indian singing.

We stopped at a charming spot, apparently to await news about the reported tiger, in reality to eat breakfast. The ruins of an old temple were visible in the shadow of huge trees, a dark-green harrier was a pleasure to see, steep ridges rise on the right and left. The stop was also a meeting place for all hunting elephants — 14 in numbers — which were beautifully equipped with their mahauts and haudas as well as all horses and baggage camels.

As  we were told to expect news about the tiger only in two hours‘ time, we undertook a hunt of our own into the fields nearby, extended to a small conical hill rising out of the valley and a steep rocky ridge. In the beginning all went well, when we came to the mountain ridge the climb became tough as rocky slates and blocks alternated with thorny bushes. Here too as in Darjeeling I hat to lament the lack of shoes with nailed soles. The number of peacocks was almost incredible. They walked around our feet and flew over our heads but we were unfortunately not allowed to shot one of these peacocks as these are considered holy birds, an idea we hunters did not think of as a unaccommodating idea of the Hindus.

Instead we bagged a number of the smaller long-eared hares as well as Indian partridges common quails, parrots of a species new to us  (Palaeornis cyanocephala), a charming honeysucker (Arachnechthra asiatica) and multiple beautifully colored southern green pigeons (Crocopus chlorigaster). Unfortunately I had with me a rifle I hadn’t used before so that I missed to hit, at a long distance, a  caracal (Felis caracal) which escaped at the edge of a rock and a giant crocodile that had sunned itself at the edge of a temple.Both animals had been splendid specimen and would have graced my collection of catches!

Soon the message arrived at the rest stop that the tiger’s location was uncertain and we should continue on to the camp. Some gentlemen rode, I however drove in an ancient coach with high arched springs. The four horse team was led by two old Hindus with white beards sitting on them and who wore a mixtum compositum of English and Indian uniforms. The valley became ever narrower, the area more romantic. We crossed many now dry river beds in which during the rainy season wild floods are roaring. Soon the kicks and swings from the antediluvian coach proved to be too strong. I then mounted an Arabian mare and covered the distance which still separated us from the camp at high speed.

If the camp at Tandur has already been spectacular, it was surpassed by far by the extent and the luxury of the camp at Siriska where we were catered for everything in a luxurious manner. In green surroundings, a true canvas city has arisen ranging wide and in meticulous order! 46 tents are for me alone and my entourage as well as the gentlemen and civil servants of the hunting party. Another 41 tents are intended for the servants and the cooks. A long path between the tents in whose midst stood my standard on an artificial hill, decorated with flowers, separates the snow-white tents of the gentlemen. The dining tent with a large salon next to it makes up the rear. Behind the dining tent rises another artificial hill, shaded by a large ficus tree and surrounded by facilities, greens, flower beds,  water fountains and basins with goldfish. The edge of the beds is covered with stripes of mosaics out of small colored stones that form bands with sayings and hunting scenes. I had besides my daytime tent also a salon with golden blankets and furniture at my disposition. Each of the gentlemen had his own tent with all desirable comforts — not forgetting to mention the bath cabins. If only the number of tigers whih we will bag is proportional to the splendor used here!

The camp extends itself in the middle of a large friendly valley basin surrounded by rocky hills. Next to the main camp are a number of other camps which each have a large number of animals and men and offer the observer many types and scenes. There is firstly the camp of the hunting elephants, their mahauts and guardians where after a day of work the large animals are fed and then cleaned for which they lay down, brushed and washed. Next to this camp is that of the drivers and camels as well as that of the mounted lifeguard and their horses. The latter ones are lashed together in four rows and are covered with warm blankets against the whims of the weather. The end is made up by the wagon park with numerous baggage wagons and the zebu oxen that draw them.

The number of the hunters, the drivers, the spear and baggage carriers, the elephant guides and guardians, the supervisors for the setup of the tents and all the people necessary for the various services and installations led to a notable total number of 1793 men. 25 elephants, 148 horses and 39 dogs were ready for the hunt. The train of the camp was 84 partly four- partly two-wheeled wagons and carts strong. In the camp are stood no fewer than 25 stalls in which artisans did their job and merchants offered goods of all kind. A troop commanded by a native officer of 40 cavalrymen is charged with the signal and postal services. A detachment of 72 infantrymen is in charge of security.

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  • Ort:  Sariska, India
  • ANNO – on 20.02.1893 in Austria’s newspapers. No new cholera cases in Hungary.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater plays „Der Störefried“ instead of „Verbot und Befehl“ due to the indisposition of Ms Schratt a.k.a. Emperor Franz Joseph’s mistress, while the k.u.k. Hof-Operntheater presents Donizetti’s opera „Die Regimentstochter“.

Alwar—Siriska, 20. Februar 1893

Für sieben Tage sollten wir ein 40 km von Alwar bei Siriska — einer durch das Vorkommen von Tigern bekannten, vor uns schon vom Herzog von Connaught besuchten Gegend — gelegenes Zeltlager, welches die Regierung von Alwar hatte errichten lassen, beziehen, um auf Tiger zu jagen. Der Morgen war schön und beizeiten standen wir bereit, den Marsch anzutreten; aber der Aufbruch verzögerte sich noch lange. Zuerst verlautete, wir sollten direkt bis ins Lager teils fahren, teils reiten, unterwegs nebenbei auf Hühner streifend, bis die Bagage Zeit hätte, vorauszukommen; doch lief bald die Nachricht ein, in der Nähe des einzuschlagenden Weges sei ein Tiger bestätigt worden, auf welchen unverzüglich Jagd gemacht werden würde.

Die Folge dieser wechselnden Pläne war eine heillose Verwirrung, ein arges Durcheinander, wie das in Indien fast bei jeder Jagdexpedition der Fall zu sein scheint. Hier vermochte ein Jäger die erforderlichen Gewehre nicht sofort zu finden; dort fehlten Patronen; da waren zu wenig Wagen; ein Herr schrie nach seinem Koffer, ein anderer nach dem photographischen Apparat. Endlich wurden wir flott und traten den Zug ins Lager zunächst in einem vierspännigen Gesellschaftswagen an, während die Jäger in anderen Wagen und die Bagage auf zvveirädrigen. mit Zebuochsen bespannten Karren folgten. Die berittene Leibgarde und ein ganzes Heer von Kamelen begleiteten uns im Trab, ohne anderen ersichtlichen Zweck, als jenen, sehr viel Staub aufzuwirbeln.

Die Gegend, die wir durcheilten, bot neue und, da wir so lange in der Ebene geweilt, willkommene Bilder; denn das schmale Tal ist von steilen, sehr steinigen Hügeln eingeschlossen, an denen spärliche Vegetation — verkrüppelte Bäume und dornige, undurchdringliche Gebüsche — bemerkbar ist. Die Landschaft erinnert hier an Palästina und Syrien: doch sind die Berge in diesen Ländern noch kahler als jene von Alwar. In mehreren Dörfern stand die gesamte Bevölkerung an der Straße und Männlein sowie Weiblein sangen zur Begrüßung unisono eine Art Choral, der übrigens nicht so unangenehm klang, wie die bisher vernommenen indischen Gesänge.

An einem reizenden Plätzchen wurde Halt gemacht, angeblich um Nachrichten über den angekündigten Tiger zu erwarten, in Wirklichkeit aber, um einem Frühstück zu fröhnen. Die Ruinen eines alten Tempels lugen unter dem Schatten riesiger Bäume hervor, ein dunkelgrüner Weiher erfreut das Auge, steile Lehnen ragen rechts und links empor. Der Haltplatz war auch das Rendezvous für sämtliche Jagdelephanten, die — 14 an der Zahl — schön ausgerichtet mit ihren Mahauts und Haudas dastanden, sowie für sämtliche Pferde und Tragkamele.

Da man uns erst in zwei Stunden nähere Nachrichten über Tiger in Aussicht gestellt hatte, so benützten wir die Zeit zu einer Streifung. die wir auf die umliegenden Felder, auf einen kleinen, aus dem Tal emporragenden Kegel und auf eine der steilen Felslehnen ausdehnten. Im Anfang ging alles gut; als wir aber in die Berglehne kamen. wurde das Gehen äußerst beschwerlich, da Felsplatten und Felsblöcke mit dornigem Gebüsch abwechselten. Auch hier hatte ich, wie in Dardschiling, den Mangel genagelter Schuhe sehr zu beklagen. Ganz unglaublich war die Menge der Pfauen, die fortwährend vor unseren Füßen aufstanden oder über unsere Köpfe strichen, aber wir durften leider keinen dieser Pfauen schießen, da dieselben als heilige Vögel erklärt sind, was wir Jäger als einen uns recht unbequemen Einfall der Hindus empfanden.

Hingegen erlegten wir eine Anzahl der kleinen, langlöffeligen Hasen, sowie Indische Rebhühner, Gemeine Wachteln, Papageien einer uns noch neuen Art (Palaeornis cyanocephala), einen reizenden Honigsauger (Arachnechthra asiatica) und mehrere schöngefärbte Fruchttauben (Crocopus chlorigaster). Leider führte ich einen Stutzen mit, den ich noch nicht versucht hatte, so dass ich, allerdings auf große Distanz, einen Caracal (Felis caracal), der an einem Felsrand flüchtig wurde, und ein gewaltiges Krokodil, das sich am Rand eines Tümpels behaglich sonnte, fehlte. Beide Tiere wären prächtige, für meine Sammlung sehr willkommene Beutestücke gewesen!

Bald traf auf dem Rastplatz die Meldung ein, der Tiger sei unsicher, es empfehle sich, den Weg ins Lager fortzusetzen. Einige Herren ritten, ich aber fuhr in einer altertümlichen Kutsche mit hohen, bogenförmigen Federn; bespannt war sie mit vier Pferden, auf welchen zwei alte, weißbärtige Hindus saßen, die ein Mixtum compositum von englischer und indischer Livree trugen. Das Tal wurde immer enger, die Gegend romantischer; wir durchquerten so manches, jetzt trocken liegende Wasserbett, in welchem während der Regenzeit wilde Fluten tosen. Allmählich wurden die Stöße und das Schwanken in der vorsintflutlichen Kutsche doch zu empfindlich; ich bestieg daher eine kleine arabische Stute und legte in schnellem Tempo die Strecke zurück, die uns noch vom Lager trennte.

War schon das Lager in Tandur großartig gewesen, so wurde es doch weit übertroffen von der Ausdehnung und dem Luxus des Lagers von Siriska, in welchem für unser leibliches Wohlergehen in verschwenderischester Weise gesorgt war. In grünender Umrahmung erhebt sich hier, weithin sich erstreckend und sorgsam angeordnet, eine wahre Leinwandstadt! 46 Zelte sind für mich, meine Suite und die anderen Herren und Funktionäre der Jagdgesellschaft, andere 41 Zelte für die Diener und das Küchenpersonal bestimmt; eine lange Zeltgasse, in deren Mitte meine Standarte auf einem künstlichen, mit Blumen geschmückten Hügel flattert, trennt die schneeweißen Herrenzelte; das Speisezelt mit einem nebenliegenden großen Salon bildet den Abschluss; hinter dem Speisezelte ragt wieder ein künstlicher Hügel empor, beschattet von einem großen Ficusbaum und umrahmt von Anlagen, Rasenplätzen, Blumenbeeten, Springbrunnen und Bassins mit Goldfischen. Den Rand der Beete bedecken aus farbigen Steinchen zusammengefügte Mosaikstreifen, welche Spruchbänder und Jagdszenen darstellen. Ich verfüge nebst dem Wohnzelt noch über einen Salon, in dem mit Gold geschmückte Decken und Möbel prangen, jeder der Herren über ein Zelt, das mit allem nur wünschenswerten Komfort — die Badekabinen nicht zu vergessen — ausgestattet ist. Wenn nur die Anzahl der Tiger, die uns zur Beute fallen sollen, im entsprechenden Verhältnisse zu der aufgewendeten Pracht steht!

Das Lager breitet sich mitten in einem großen, freundlichen Talkessel aus, der rings von steinigen Hügeln umgeben ist. In der Nähe des Hauptlagers berindet sich noch eine Reihe anderer Lager, deren jedes eine große Anzahl von Menschen und Tieren birgt und dem Beobachter manche neue Typen und Szenen zeigt. Da ist zunächst das Lager der Jagdelephanten, ihrer Mahauts und Wärter, wo nach vollbrachtem Tagewerk die großen Tiere gefüttert und dann, sich zu diesem Zweck oft niederlegend, von den Wärtern geputzt, gestriegelt und gewaschen werden. An dieses Lager schließt sich jenes der Treiber und Kamele, ferner das der berittenen Leibwache und der Pferde an; letztere stehen in vier Reihen angebunden und sind gegen die Launen des Wetters durch warme Decken geschützt. Den Schluss bildet der Wagenpark mit den zahlreichen Bagagewagen und den als Bespannung dienenden Zebuochsen.

Die Anzahl der Jäger, der Treiber, der Speer- und Lastträger, der Elephantenführer und Wärter, der Aufseher, der zum Aufstellen der Zelte bestimmten und jener Leute, welchen die verschiedenartigsten Dienste und Verrichtungen obliegen, erhebt sich zu der stattlichen Ziffer von 1793 Mann. 25 Elephanten, 148 Pferde und 39 Hunde stehen für Jagdzwecke zur Disposition. Der Train des Lagers umfasst 84 teils vier-, teils zweiräderige Wagen und Karren. Im Bereich des Lagers sind nicht weniger als 25 Buden aufgeschlagen, in welchen Handwerker ihrem Berufe obliegen und Krämer Waren aller Art feilbieten. Eine unter Kommando eines eingeborenen Offiziers stehende Abteilung von 40 Kavalleristen versieht den Nachrichten- und Postdienst, ein Detachement von 72 Infanteristen den Wachdienst.

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  • Ort:  Sariska, Indien
  • ANNO – am 20.02.1893 in Österreichs Presse. Zum Glück keine neuen Cholera-Fälle mehr in Ungarn.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Der Störefried“ anstatt „Verbot und Befehl“ wegen Unpässlichkeit von Frl. Schratt, bekanntlich Franz Josephs Mätresse,  während das k.u.k. Hof-Operntheater Donizettis Oper „Die Regimentstochter“ aufführt.