In See nach Nagasaki, 31. Juli 1893

Früh morgens auf der Höhe von Amoy. Das Wetter blieb uns hold, und nur zeitweise aufgeregtere See deutete an, dass ein Zyklon vor kurzem seinen Weg durch die Straße von Formosa genommen haben musste. Diese gefürchtete Passage war eben der Schauplatz des schrecklichen Taifuns, durch welchen die “Bokhara” einer Katastrophe zugeführt wurde, während unsere kleine “Fasana” den Sturm fast unversehrt zu bestehen gewusst hat.

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  • Ort: In der Straße von Formosa
  • ANNO – am 31.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater ein Ballet “Excelsior” aufführt.

At Sea to Nagasaki, 31 July 1893

Early in the morning we were on the same height as Amoy. The weather remained in our favor and an only partially agitated sea indicated that a cyclone must have moved a short time ago through the Formosa Strait. This feared passage was recently the place where the horrible typhoon had “Bokhara” into a catastrophe while our small “Fasana” knew to survive the storm almost unharmed.

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  • Location: In the Formosa Strait
  • ANNO – on 31.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing a ballet “Excelsior” and more.

In See nach Nagasaki, 30. Juli 1893

Offenbar war es uns dank der Voraussicht des Kommandanten gelungen, der Depression, die nicht nach dem Westen zog, zu entgehen; denn die Ergebnisse der Wetterbeobachtung waren günstige und der Horizont zeigte sich klar.

Gegen 6 Uhr vormittags wurde daher bei dem kleinen, aus den Meere ragenden Felsen Pedro bianco wieder in den Kurs auf den Formosa-Kanal gelenkt und so rasch als möglich unserem nächsten Ziele, Nagasaki, entgegengesegelt, im wahren Sinne des Wortes gesegelt; denn wir hatten zum ersten Mal während der bisherigen Fahrt — der Wind kam günstig von achter — unser einziges Segel beigesetzt. Dies machte allerdings mehr den Eindruck einer Spielerei als jenen eines die Fahrt wirksam beschleunigenden Mittels; bei den modernen Kriegsschiffen tritt die Takelage vollkommen in den Hintergrund, und das Segel ist gänzlich durch die Maschine verdrängt. Ein Stück Seemannspoesie weniger, welches unserem erfindenden Jahrhundert zum Opfer gefallen ist! Die Maschine wollte übrigens augenscheinlich zeigen, was sie gegenüber dem Segel vermochte; denn sie arbeitete so wacker, dass wir heute die Höchstzahl der bisher an einem Tag zurückgelegten Seemeilen erreichten und so einen guten Teil des Zeitverlustes wieder einbrachten, welchen das Zurückwenden des Kurses verursacht hatte. In der Nacht liefen wir in die Formosa-Straße ein.

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  • Ort: In der Straße von Formosa
  • ANNO – am 30.07.1893 in Österreichs Presse. Die Neue Freie Presse berichtet, dass der König von Siam das französische Ultimatum akzeptiert hat und Teile seines Reiches an Frankreich abtreten wird.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater ein Ballet “Wiener Walzer” etc. aufführt.

At Sea to Nagasaki, 30 July 1893

Apparently we succeeded to evade the depression that moved West thanks to the foresight of the commander as the results of our weather observation were favorable and the horizon showed itself clear.

Towards 6 o’clock in the morning the course was reversed to the direction of the Formosa Strait at the small rock Pedro bianco emerging out of the sea and we sailed as quickly as possible to our next destination of Nagasaki, sailed in the true meaning of the word as we set our only sail for the first time during this journey — the wind blew from aft. This however made more an impression as a gadget than actually increasing the speed of our journey. In a modern warship, the rigging is completely in the background and the sail is replaced completely by the machine. A part of sailor poetry gone that became the victim of our inventive century! The machine, by the way, wanted clearly to show what it was able to do compared to the sail. It worked so hard that we achieved the highest number of sea miles driven per day and made good quite some part of the time lost caused by reversing our course. During the night we entered the Formosa Strait.

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  • Location: In the Formosa Strait
  • ANNO – on 30.07.1893 in Austria’s newspapers. The Neue Freie Presse reports that the King of Siam has accepted the French ultimatum and will cede territories to the French.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing a ballet “Wiener Walzer” and more.

In See nach Nagasaki, 29. Juli 1893

Bei der Abfahrt von Hongkong erfreuten wir uns herrlichen Wetters, so dass wir, obschon der Luftdruck seit zwei Tagen fallende Tendenz zeigte, auf gute Fahrt durch die chinesische See hoffen durften, welche der häufigen und heftigen Wirbelstürme halber berüchtigt ist. Doch hatten wir kaum offenes Meer erreicht, als sich auch schon alle Anzeichen herannahenden schlechten Wetters einzustellen begannen: der Horizont wurde, wie sich die Seeleute ausdrücken, “mistig”; leichte Cirruswolken liefen von Norden nach Süden; aus Osten kam eine mit der Annäherung an die Formosa-Straße zunehmende Dünung.

Der Sonnenuntergang gestaltete sich nichts weniger als schön; abends nahm der Luftdruck rapid ab und die Dünung begann gekreuzt aus Ostnordosten und Ostsüdosten zu laufen. Die See ging hoch und die “Elisabeth” stampfte gewaltig, es konnte daher kein Zweifel mehr obwalten, dass ein Zyklon im Anzug war. Der Kommandant ließ nun zunächst, um die weitere Entwicklung der Dinge abwarten zu können, die Geschwindigkeit der Fahrt vermindern, entschloss sich aber, nachdem das Barometer noch weiter gefallen war und die Dünung zugenommen hatte, dem offenbar bevorstehenden Zyklon auszuweichen. Wir wendeten daher, als wir um Viertel nach 9 Uhr abends das durch Taifune oft genug heimgesuchte Gebiet von Swatau erreicht hatten, und steuerte gegen Hongkong zurück. In eben dem Maß, als wir gegen Weste fuhren, hörte das Fallen des Luftdruckes auf, eine frische Westbris sprang auf, und das Schiff rollte noch kurze Zeit hindurch in der vo achter kommenden Dünung, die sich jedoch bald verflachte.

The Wiener Salonblatt notes FF's departure from Hong Kong to Nagasaki,

Das Wiener Salonblatt vermeldet, dass FF Bangkok nicht besuchen konnte, obwohl das Blatt bereits über diesen Besuch berichtet hat. FF is nun auf dem Weg nach Japan, um den Kaiser zu treffen,

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  • Ort: In See nahe Shantou
  • ANNO – am 29.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater ein Ballet “Die goldene Märchenwelt” aufführt.

At Sea to Nagasaki, 29 July 1893

At the time of departure from Hongkong we enjoyed the splendid weather, so that we could hope for a good journey through the Chinese Sea, which is feared for its frequent and very intense typhoons, even though the air pressure had a falling tendency for two days. But we had barely reached the open sea when all the signs of approaching bad weather appeared. The horizon turned, in sailor speech, “ugly”. Light cirrus clouds ran from North to South. From the East came an increasing groundswell the closer we approached the Strait of Formosa.

The sunset was nothing less than beautiful. In the evening the air pressure dropped rapidly and the groundswell began to run crossed from East-Northeast and East-Southeast. The sea grew stronger and “Elisabeth” pitched mightily. There was no doubt that a cyclone was approaching. The commander first ordered the speed of the journey slowed down in order to observe the further developments but then decided, when the barometer again had fallen and the groundswell increased again, to evade the approaching cyclone. We thus turned, having reached Shantou, a region often visited by typhoons, at a quarter past 9 o’clock in the evening and steered back towards Hongkong. The more we drove towards the West the more the drop of the air pressure stopped, a fresh Western wind turned up and the ship was still for a short time pitching in the groundswell coming from the aft but this calmed down soon.

The Wiener Salonblatt notes FF's departure from Hong Kong to Nagasaki,

The Wiener Salonblatt notes that FF could not visit Bangkok due to the French-Siamese conflict and FF’s departure from Hong Kong to Nagasaki,

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  • Location: At Sea near Shantou
  • ANNO – on 29.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing a ballet “Die goldene Märchenwelt” and more.

Hongkong, 28. Juli 1893

Der heutige Aufenthalt in Hongkong bedeutete eine Verlängerung gegen das Programm; aber wir hatten mit dem Verpacken und Expedieren der in Kanton erworbenen Gegenstände so viel zu tun, dass die Verzögerung der Abfahrt unvermeidlich erschien. Vormittags blieb ich, mit derlei Geschäften befasst, an Bord und empfieng unseren sehr verspätet eingetroffenen Konsulargerenten, einen Deutschen, namens Kramer, der sich mit Erkrankung seiner Frau, die er in Japan hatte abholen müssen, entschuldigte.

Nachmittags “bummelte” ich noch, von Hongkong Abschied nehmend, in den Straßen der Stadt umher und abends gab ich ein Diner an Bord, zu dem ich die Österreicher, nämlich Generalkonsul Haas und Gemahlin, Coudenhove und den Lloydagenten, sowie Herrn Kramer geladen hatte. Bismarck, der deutsch sprechende Chinese, hatte mir als Tafelschmuck einen Blumenstrauß von riesigem Umfang verehrt. Nach dem Mahl lockte der wunderbare Mondschein die ganze Tischgesellschaft zu einer Rundfahrt in unserer Barkasse durch den Hafen.

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  • Ort: Hongkong
  • ANNO – am 28.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater ein Ballet “Coppella” und andere Nummern aufführt.

Hongkong, 28 July 1893

Today’s stay in Hongkong is considered an extension of the program. But we were so busy with the packaging and sending of the objects bought in Canton that a delay of the time for departure seemed inevitable. In the morning I stayed on board, occupied with all kinds of business and received our so late arrived consular agent, a German named Kramer who excused himself as he had to pick up his sick wife in Japan.

In the afternoon I “strolled” again in the streets of the city, taking my leave from Hongkong, and in the evening I hosted a dinner on board to which I had invited the Austrians namely consul general Haas and his wife, Coudenhove and Lloyd’s agent as well as Mr. Kramer. Bismarck, the German speaking Chinese, had presented me with a flower bouquet as table decoration. After the meal the wonderful moonshine enticed the all dinner participants to join a tour of the harbor in our barge.

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  • Location: Hongkong
  • ANNO – on 28.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing a ballet “Coppella” and more.

Macao — Hongkong, 27. Juli 1893

Früh morgens lag Macao vor uns. Nächst einem portugiesischen Kriegsschiff und umgeben von einem Walde von Dschunken und zahlreichen anderen, kleineren Fahrzeugen waren wir vor Anker gegangen — angesichts einer Stadt, um deren Namen für immer der Ruhm gewunden ist, eine der ältesten Stätten christlicher Kultur im fernen Osten gewesen zu sein, eines Handelsplatzes, der eine glänzende Blütezeit erlebt hat, um dann deren bittere Vergänglichkeit durchkosten und das wunderbare Gedeihen Hongkongs erleben zu müssen.

Die Gründung Macaos fällt in die Glanzzeit des portugiesischen Volkes — die Stadt erstand als Lohn einer Tat, durch welche die Portugiesen sich um das chinesische Kanton verdient gemacht hatten; denn ihrer Mitwirkung musste Kanton die Befreiung von den dieses hart bedrängenden Piraten zuschreiben. Der Dank der Chinesen bestand in der angeblich im Jahre 1557 ertheilten Erlaubnis zur Niederlassung auf einem halbinselartigen Vorsprunge der im Delta des Perlflusses gelegenen Insel Höng-tschan, und an dem Gestade des den chinesischen Seefahrern wohlbekannten Hafens Ngao-Men oder A-Ma-Ngao erwuchs Macao oder, wie die Kolonie mit vollem Namen hieß, “Cidade do Santo nome de Deos de Macao”. Im Jahre 1628 sandte der König von Portugal nach der zum städtischen Gemeinwesen erblühten Ansiedelung den ersten Gouverneur, Jeronimo de Silveira. Dieses Hoheitsrecht und deren andere hat das Mutterland auch in der Folge ausgeübt, aber China beanspruchte gleichfalls und mit Erfolg derartige Rechte.

Der hieraus sich ergebende Zustand der staatsrechtlichen Unklarheit hat zwar nie ein förmliches Ende gefunden, die fernere Entrichtung des von Portugal früher jährlich an China geleisteten Tributes von 500 oder 501 Täls (1 Hai-kwan Täl = 3373 fl. ö. W.) ist jedoch endlich im Jahre 1848 durch den Gouverneur Ferreira do Amaral, welcher die gänzliche Unabhängigkeit Macaos von China aussprach, verweigert worden. Diese Entschlossenheit hat den Genannten zum Opfer von Meuchelmördern, welche der Gouverneur von Kwang-tung bestellt hatte, gemacht, und der hierauf von China fruchtlos unternommene Versuch, Macao mit Waffengewalt zu zwingen, der kleinen, aber muthigen Garnison Gelegenheit gegeben, sich durch Tapferkeit auszuzeichnen. Seither ist Macao als portugiesische Kroncolonie von allen Mächten mit Ausnahme Chinas anerkannt worden.

Lange Zeit hindurch hatte Macao den Handel mit China faktisch nahezu monopolisiert, und Wohlstand, Reichtum, ein ungeahnter Aufschwung der Kolonie waren die Folge. Die vollständige Umgestaltung, welche die Handelsverhältnisse durch die Begründung Victorias auf Hongkong, durch die Eröffnung der Vertragshäfen und durch Veränderungen in der Schiffahrt erlitten haben, sowie wohl auch verfehlte Verwaltungsmaßregeln brachten Macao den Ruin in commerzieller und nicht lange darnach auch in moralischer Hinsicht. Nachdem durch die strengen Bestimmungen des im Jahre 1855 erflossenen Chinese Passengers Act die Verschiffung von Kulis nach fremden Ländern für englische Schiffe aufgehört hatte, gewinnbringend zu sein, wurde Macao der Mittelpunkt für dieses sich als Menschenhandel schlimmster Sorte darstellende Geschäft; das Gouvernement in Macao erwies sich als zu schwach, den mit jenem Unfuge verbundenen, den Namen Macaos befleckenden Greueln zu steuern, so dass eine Wendung zum Besseren hier erst seit dem Jahre 1874 platzgegriffen hat, wie denn gegenwärtig überhaupt die Verschiffung von Kulis gesetzlich geregelt ist.

Heute hat Macao seine Bedeutung als Handelsplatz fast ganz eingebüßt; denn die Schiffahrt beschränkt sich auf chinesische Küstenfahrzeuge, auf andere kleinere und auf wenige größere Schiffe, welche regelmäßige Verbindungen, hauptsächlich mit Hongkong und Kanton, aufrechthalten. Die Einnahmen der Kolonie beruhen hauptsächlich auf der Verpachtung der Spielhöhlen, auf dem Ertrage von Monopolsgegenständen, insbesondere von Opium, auf verschiedenen Taxen und sonstigen Abgaben. Macaos finanzielle Verhältnisse werden als sehr desolate geschildert; das chronische Defizit, an dem die Finanzverwaltung leidet, ist nicht zum wenigsten durch den Aufwand bedingt, den Macao für seine Dependenz, nämlich den portugiesischen Teil der Insel Timor, zu machen hat.

Der weitaus überwiegende Teil der Bevölkerung Macaos besteht aus Chinesen, nahezu 70.000, und, abgesehen von wenigen Fremden, teils aus vollbürtigen Portugiesen, teils aus Mischlingen von solchen und Chinesen.

Die Stadt präsentierte sich, vom Hafen aus betrachtet, viel günstiger und vortheilhafter, als ich nach so manchem, was ich gehört, erwartet hatte; denn Macao war mir geradezu als Trümmerhaufen geschildert worden, in den es nach dem furchtbaren Taifune des Jahres 1874 versunken sei und von dessen Folgen es sich nicht zu erholen vermocht habe.

Vom Gouverneur gesandt, kam, uns als Führer durch die Stadt zu dienen, Oberlieutenant Richetti an Bord. Ich war nicht wenig erstaunt, als dieser Offizier, einer landesüblichen Sitte und wohl auch Vorschrift huldigend, mir bei der Vorstellung die Hand küsste. In seinem Respekt für meine Person ergieng sich der kleine Portugiese mit südlicher Lebhaftigkeit in unaufhörlichen Verbeugungen und Knixen vor mir. Wir konnten der Besichtigung Macaos zwar nur drei Stunden widmen, gewannen aber dieser kurzen Frist ungeachtet, unter Richettis Leitung und von den raschen Rickschas an alle interessanteren Punkte gebracht, bald einen vollständigen Überblick über die Stadt und über deren Umrahmung.

Dem südlichen Hafen entlang, der sich hier eigentlich nur als die sanft gewölbte Bucht einer Rhede darstellt, liegt der europäische Teil der Stadt und zieht sich der Quai, die Praya, hin, in deren Nordosten sich das Castell Säo Francisco, im Südwesten aber das kleine Fort Bomparto erheben. Auf der Praya entwickelt sich eine Front dicht gedrängt stehender, zum Teil imposanter Gebäude, welche, in lebhaften Farben geschmückt, im eigentlichen Sinne des Wortes eine malerische Wirkung hervorbringen; auch einzelne Gärten mit schönen Bäumen sind sichtbar; fn regellosen Terrassen steigen von der Praya die Häuser der Stadt an. Heiß brannte die Sonne in den enggewundenen, steilen Straßen, welche wir durchwanderten und die — prunkender Schein — stolze Namen führen, wie »dos Embaixadores«, »do Rei«, »do Sol« u. s. w., während ich glaube, dass sich nie Embaixadores in diese Gässchen verirrt haben dürften. Wir kamen hier an zahlreichen massigen Gebäuden, an Klöstern und Kirchen vorbei, welche Spuren des Verfalles, wohl auch der Zerstörung durch den Taifun zeigten; augenscheinlich fehlen die Mittel, aber auch das Interesse, diese zum Teil bemerkenswerten Bauten in ordentlichem Stande zu halten.

In stolzer Höhe, die Stadt und die Kolonie beherrschend, thront das Fort Säo Paulo do Monte, über dem noch eine Batterie auf der Guya-Höhe liegt. Einzelne der Befestigungen sollen mit Krupp’schen Geschützen bestückt sein, doch haben jene keinen fortifikatorischen Wert mehr, da sie, ohne erneuert worden zu sein, bereits das Jubiläum ihres 150jährigen Bestandes in der ursprünglichen Anlage feiern. Oberlieutenant Richetti versicherte uns jedoch, dass er vom Könige hiehergesandt sei, um insbesondere die Befestigung Macaos zu studieren.

Westlich von der europäischen Stadt liegt der chinesische Teil der Ansiedelung, jenem von Victoria gleichend, ähnliche Bilder wie dieser und wie die Straßen in Kanton bietend, wenn auch in beschränkterem Rahmen. Dort breitet sich der westliche, der Dschunkenhafen aus, in dem sich hauptsächlich vereinigt, was Macao an maritimem und commerziellem Leben geblieben ist; doch scheint selbst die Erklärung Macaos zum Freihafen, ein letztes Mittel, den drohenden Verfall dieses Platzes aufzuhalten, zur Belebung des Handels wenig beigetragen zu haben.
Richetti geleitete uns auch nach dem Offiziersclub, dessen Lokale sich, nach unseren Begriffen, mehr als eine Kantine darstellt. Ein wackeliges Billard führt hier ein staubbedecktes Dasein; die Porträts einiger Generale mit langen Knebelbärten hängen schief an der Wand — voilä tout!

Das Arsenal machte der gähnenden Leere halber, die in demselben herrschte, seinem Namen keine Ehre; einige Bajonnette und Revolver bildeten den ganzen vorräthigen Waffenbestand, im übrigen aber waren nur leere Stellagen zu sehen. Richetti entschuldigte diesen Zustand in lebhaftesten Worten mit dem Hinweis auf den in Timor kürzlich ausgebrochenen großen Krieg, — ich und wahrscheinlich auch der größere Teil meiner Mitmenschen haben von diesem bedeutenden Ereignisse nichts gehört — welcher die Entleerung des Arsenales von allen Waffen nothwendig gemacht habe. Überhaupt war Richetti fortwährend bemüssigt, den Zustand der Kolonie bald aus diesem, bald aus jenem Grunde zu entschuldigen; er hätte dieselbe eben in seinem patriotischen Eifer am liebsten in glänzendstem Lichte gezeigt. Wo unser Führer nicht mehr zu beschönigen vermochte, da versprach er rastlos Abhilfe für die Zukunft.

Ein hübscher Fleck Erde, eine ebenso große Zierde als Annehmlichkeit Macaos ist der große Garten, welcher früher der Familie Marques gehört hat und dann in das Eigentum der Regierung übergegangen ist. Mit wahrhaft kunstsinniger Anlage vereinigt sich hier der Zauber prachtvoller Vegetation, um den Ruf, dessen der Garten genießt, vollauf zu rechtfertigen; eine besondere Weihe aber ist diesem Orte dadurch verliehen, dass Portugals großer Sohn Camoens, welcher, 1524 zu Lissabon geboren und eines satirischen Gedichtes halber aus Goa verbannt, durch fünf Jahre in Macao lebte, hier in einer Felsengrotte sein berühmtes Epos »Os Lusiadas« verfasst haben soll. Der Nachwelt ist es vorbehalten geblieben, dem Andenken des Dichters den Lorbeer zu weihen, den die Zeitgenossen versagt haben; erst nachdem Camoens in einem Spitale seine Seele ausgehaucht, ist dessen poetischer Verherrlichung der portugiesischen Nation die verdiente Bewunderung zutheil geworden. In Macao wurde die Stätte dichterischen Schaffens für immer durch eine Art Tempel gekennzeichnet, welcher in die Felsengrotte eingebaut wurde und des Dichters in Erz gegossene Büste enthält.

Nicht ohne Schwierigkeit gelangt man bis zu der Grotte, da die Wege steil und mit glatten Ziegeln belegt sind, so dass der kleine Portugiese infolge seiner Lebhaftigkeit zu Falle kam, was ihn veranlasste, sich in unendlichen Entschuldigungen zu ergehen.

Der Blick von der Höhe des Gartens auf beide Teile der Stadt und das dahinter liegende chinesische Gebiet, auf die Rhede und den Hafen, auf die belebenden Inselchen, auf den unabsehbaren, im Lichte des klaren Tages grün und lichtblau erglänzenden Ocean, welchem der Perlfluss unaufhörlich seine Wassermassen zuwälzt, ist wahrhaft fesselnd. Unwillkürlich werden die Gedanken angesichts einer Stätte, die gleich einem Markstein aus der Blüteepoche Portugals in unsere Tage hereinragt, der Betrachtung jener fernen Vergangenheit zugelenkt, in der portugiesische Schiffe kühn und stolz die weiten Meere durchfurchen, neue Seewege erschließen und des kleinen Heimatsstaates coloniale Herrschaft begründen. Die Geschichte ist hinweggeschritten über das, was der kühne Unternehmungsgeist jener Zeit geschaffen, und hat Portugal nur die Erinnerung an seine einstige Macht gelassen. Spurlos aber sind die Ereignisse an der ewigen Jugend der Natur vorübergegangen, die sich ihren Reiz im Wandel der Zeiten zu erhalten gewusst hat und so das versöhnliche, das erhebende Moment im unaufhörlichen Wechsel der Dinge ist — auch hier in Macao.

Am Eingange der Kaserne empfieng mich der Oberst des Infanterieregimentes mit dem Officierscorps und küsste mir gleichfalls die Hand, eine Ehrenbezeigung, die mich, obschon ich durch Richettis Vorgang bereits darauf vorbereitet war, abermals in Erstaunen setzte. Die Musik schmetterte eine Art Festmarsch, unter dessen Klängen ich die Kaserne betrat, um zunächst die Mannschaftszimmer zu besichtigen, welche luftig und geräumig sind und gute Schlafstellen bieten; hingegen ließen das Äußere der Mannschaft, die abgemagert und kränklich erschien, sowie deren Adjustierung zu wünschen übrig. Die Uniform, welche uns an den einzelnen Trägern in mannigfachsten Varianten entgegentrat, ist unschön und erinnert an jene unserer Landfeuerwehren. Auch das Officierscorps machte durchaus keinen sehr kriegerischen Eindruck. Bei einer Abtheilung des Regimentes traf ich einen guten Bekannten aus Österreich, nämlich das Kropatschek’sche Repetiergewehr, die anderen Abteilungen hingegen waren noch mit alten Snider Gewehren bewaffnet. Während die Musik mit nachahmenswertem Eifer ohne Unterlass die feurigsten Piecen aufspielte, besah ich noch die Küchen und Magazine der Kaserne, um mich sodann, nach Verabschiedung vom Obersten, der mir neuerlich die Hand küsste, in dem uns schon bekannten Officiersclub an einem Glase Bier zu erfrischen, wobei uns der redselige Freund Richetti mit größter Bereitwilligkeit die merkwürdigsten Aufschlüsse über militärische und allerlei sonstige Verhältnisse seines Heimatlandes gab.

Das Municipalitätsgebäude bot wenig des Sehenswerten; mehr Interesse hingegen erweckte eine mit Dampf betriebene Seidenspinnerei, in welcher ich Gelegenheit hatte, die Geschicklichkeit der hier beschäftigten Mädchen im Einfädeln des Coconfadens zu bewundern; alles vollzieht sich mit staunenerregender Schnelligkeit, und ehe man sich dessen versieht, ist ein ganzes Bündel Cocons abgespult und sind die Fäden gesponnen, worauf die Seide gedreht und in das Magazin abgeliefert wird.

Am Hafen erwartete mich ein, wie es schien, von dem Glauben an sich selbst stark durchdrungener englischer Zollbeamter, der mich herablassend ansprach und mir »une petite visite« an Bord ankündigte; doch verzichtete ich auf dieses Vergnügen und nahm Abschied von dem durch die Lebhaftigkeit und Wärme seines Temperamentes ausgezeichneten Richetti, der bei der Trennung noch die schönsten Verbeugungen und Complimente zum besten gab. Dann lichteten wir den Anker. Ich schied von Macao mit der Theilnahme, welche wir jedem
Schauplatz interessanter geschichtlicher Entwickelung und wechselvoller Schicksale entgegenbringen, aber auch mit dem Gefühle des Bedauerns, welches uns angesichts einer ehemals stolzen Schönheit beschleicht, die jetzt altert und dahinsiecht. Wird der Stadt noch eine zweite Jugend, selbst nur ein Johannistrieb einstiger Blüte beschieden sein? Die Nachbarschaft Hongkongs dürfte für Macao immer verhängnisvoll bleiben.

Gegen 3 Uhr nachmittags liefen wir in den Hafen von Hongkong ein. Die See war spiegelglatt, das Wetter prächtig, und wie ein Kranz der lieblichsten Blumen lagen alle die kleinen Inseln und Eilande, die seinerzeit bei dem ersten Einlaufen dichter Nebel verhüllt hatte, vor uns, und ich begreife heute vollkommen, dass man diesen Hafen den schönsten Seehäfen an die Seite stellen kann.

An Bord der “Elisabeth” galt es, Abschied zu nehmen von treuen Reisegefährten, die uns manche Kurzweil geboten hatten, von unseren Affen nämlich, die auf einem Lloyddampfer nach Triest gebracht werden sollten, um von hier aus ihren künftigen Bestimmungsort, Schönbrunn, zu erreichen. Fips machte ein recht trauriges Gesicht und auch Mucki war nicht so bei Stimmung wie sonst; es schien beinahe, als hätten die Tiere gemerkt, dass die Stunde der Trennung von dem Schiff, dem Schauplatz ihrer heiteren Streich, geschlagen.

Abends fuhr ich in Begleitung des Generalkonsuls Haas und seiner Frau sowie unseres Kommandanten abermals auf den Victoria Peak und genoss diesmal eine ganz reine und unvergleichlich schöne Aussicht nach allen Seiten der Insel, so dass wir lange auf der Plattform bei der Signalstation weilten. Unseren “Tschuen-tiao” konnten wir als ein kleines Pünktchen, der Bestimmung als Zolldampfer gemäß einer der nördlichen Buchten zusteuern sehen. Allmählich brach die Dämmerung an, der volle Mond ließ sein zauberhaftes Licht über Berge, Inseln, Stadt und See herniederfließen, und die Temperatur wurde derart angenehm, dass wir uns entschlossen, den Weg nach der Stadt zu Fuße zu machen. Lange Serpentinen führen vom Peak herab; ihrer Steilheit ungeachtet bot uns der erquickende Abendspaziergang doch unvergleichlichen Genuss.

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  • Ort: Macao
  • ANNO – am 27.07.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater ein Ballet “Rouge et Noir” und weitere Nummern aufführt.

Macao to Hongkong, 27 July 1893

Early in the morning, Macao lay in front of us. We anchored next to a Portuguese warship and surrounded by a forest of junks and numerous other smaller vehicles — with a view on a city whose name forever will carry the glory of having been one of the oldest places of Christian culture in the Far East, a trading place that had had a splendid bloom only to taste its own bitter transience and having to witness the miraculous rise of Hongkong.

The foundation of Macao dates back to the Portuguese people’s age of glory — the city was born as a result of a deed with which the Portuguese earned their merit for the Chinese Canton.  Their participation freed Canton from the hard grip of pirates. The Chinese thank consisted in the permission allegedly in the year 1557 to found an establishment on the peninsula-like protrusion of the island Höng-tschan in the estuary of the Pearl river. Out of the harbor Ngao-Men oder A-Ma-Ngao well known to the Chinese mariners grew Macao or, as the colony’s full name was, “Cidade do Santo nome de Deos de Macao”. In the year 1628 the king of Portugal sent the first governor, Jeronimo de Silveira, to administer the blooming settlement that had grown into an urban community. The sovereign power and others were subsequently exercised by the motherland, but China too insisted successfully on such rights.

The resulting state of constitutional uncertainty has actually never been resolved but the further payment of annual tribute to China of 500 or 501 Taels (1 Hai-kwan Tael = 3373 fl. in our currency) has however been stopped in the year 1848 by the governor Ferreira do Amaral, who declared the full independence of Macao from China. This determination has led to the latter becoming the victim of assassins hired by the governor of Guangdong. The subsequent futile Chinese attempt to take Macao by force gave the small but courageous garrison an opportunity to distinguish itself in bravery. Since then Macao has been accepted as a Portuguese crown colony by all powers with the exception of China.

For a long time Macao held nearly a de facto monopoly of trade with China and prosperity, wealth and an unexpected growth of the colony were the consequence. The complete change that the trade relations took after the foundation of Victoria on Hongkong, the opening of the treaty ports and changes in the way of shipping brought first commercial ruin to Macao and then also a moral one. After the strict stipulations of the Chinese Passengers Act of 1855 the shipping of coolies to foreign countries on English ships stopped to be profitable, Macao became the center for the business of this human trade of the worst kind. The government of Macao proved to be too weak to manage the horrors staining the name of Macao that were connected to this mischief, so that only in 1874 there had been a turn towards improving the situation. Currently the shipping abroad of coolies is in fact governed by laws.

Today Macao has almost totally lost its important as a trading place as shipping is limited to Chinese coastal vessels and some other smaller and a few larger ships that keep up the connection mainly to Hongkong and Canton. The revenues of the colony mainly consist of the lease of gambling halls, of the revenue from monopoly objects, especially opium, of various taxes and other dues. Macao’s financial relations are described as very desolate. The chronic deficit the financial affairs is enduring is in no small part caused by the expenses for Macao’s dependency, namely the Portuguese part of the island of Timor.

The great majority of the population of Macao consists of Chinese, nearly 70.000, and, a few foreigners excepted, partly of full-blooded Portuguese and partly of mixed-bloods between these and the Chinese.

The city presented itself viewed from the harbor as much more advantageous and propitious than I had expected based on so much of what I had heard. Macao had been described to me as nearly a wasteland to which it should have sunk after the dreadful typhoon of 1874 and from whose damages it would have been unable to recover.

Sent by the governor to serve as our guide in the city, first lieutenant Richetti came on board. I was quite a bit astonished when this officer kissed my hand during the introduction probably according to the local customs and also obligation. Showing his respect for my person, the small Portuguese kept on endlessly bowing and curtsying with a Southern vivacity. We only had three hours for the visit of Macao but nevertheless gained a complete overview of the city and its surroundings thanks to Richetti’s guidance and the quick rickshaws that took us to all the interesting points despite the short time frame.

Alongside the Southern harbor which actually is only a gently curving bay of a roadstead lies the European part of the city and continues to the quay, the Praya, in whose Northeast rise the fortress of Säo Francisco and in the Southwest the small fort of Bomparto. On the Praya stands a front of densely packed and in part very imposing buildings that are ornamented in vivid colors and in the literal sense produce a picturesque effect. Some gardens with beautiful trees can be seen too. In irregular terraces the houses fill the hill behind the Praya. The sun was burning hotly in the narrow and steep streets which we passed through and that carried proud names — flaunty illusions — such as “dos Embaixadores”, “do Rei”, “do Sol” etc., while I believe that there will never be Embaixadores who will have strayed into this alley. We arrived here at numerous massive buildings, past monasteries and churches that showed signs of decay and probably revealed the damages of the typhoon. Evidently the means as well as in part the interest to maintain these in part remarkable building in fair conditions are not available.

At a proud height, dominating the city and the colony, towers Fort Säo Paulo do Monte, above of which is still another battery on the Guya heights. Individual fortifications are said to be equipped with Krupp guns but they have no defensive value any more as they have not been replaced despite having already celebrated the 150th anniversary of the original installation. First Lieutenant Richetti assured us, however, that he had been specifically sent b the king to study the fortifications of Macao.

To the West of the European city lies the Chinese part of the settlement which resembles that of Victoria. Offering similar views like it and the streets of Canton, even if at a much more limited scale. There extends the Western harbor with its junks where everything assembles what remains of Macao’s maritime and commercial life. But it seems that even the declaration of Macao as a free-port, a last measure to stop the threatening decay, seems to have contributed little to revive the trade.

Richetti also led us into the officer club whose rooms looked more, in our view, like a staff canteen. A shaky billard table is living a dust-filled existence. The portraits of some generals with long bodkin beards are hanging askew — voilà tout!

The armory did not live up to its name due to its glaring emptiness. Some bayonets and revolvers constituted to whole stock of weapons. Otherwise there were but empty stacks. Richetti excused this state of affairs in most vivid terms with the mention of the recently started great war in Timor — I and probably the greater part of humanity have never heard about this important event — which made the removal of all weapons from the armory necessary. In fact Richetti felt continuously obliged to excuse the state of the colony due to this or that reason. He would have preferred in his patriotic fervor to show it in the most bright light. Where our guide was no longer able to embellish things, he promised future corrections without end.

A pretty spot on earth, an equally great ornament for the pleasantness of Macao is the large garden that used to be owned by the Marques family and then became government property. With a true artistic sense, the complex unites her the magic of splendid vegetation that fully justifies the reputation that this garden has. A special dedication however has been given to this place because Portugal’s great son Camoens  who was born in Lisbon in 1524 and had been banned from Goa due to the publication of a satyrical poem, has spent five years here in Macao and is said to have written his famous epos “Os Lusiada” here in a rock grotto, It remains for posterity to present the laurels to the poet that his contemporaries refused. Only after Camoens had expired in a hospital, has he been given the merited admiration for his poetic glorification of the Portuguese nation. In Macao, the place of the poetic activity was marked forever with some kind of temple that had been built into the rock grotto and contains a statue of the poet cast in ore.

Not without difficulties one arrives to the grotto as the paths are steep and tiled with smooth bricks so that the small Portuguese fell to the ground due to his vivacity which made him apologise endlessly.

The view from the top of the garden over both parts of the city and the Chinese hinterland, of the roadstead and the harbor, of the animated islands, of the endless ocean of a clear green and sky blue color during the day to which the Pearl river was continuously pushes new masses of water is truly fascinating. Automatically the thoughts direct themselves to a distant past due to a place that serves as a marker connecting Portugal’s boom period to the present day. A past where the Portuguese ships drove audaciously and proudly across the wide seas, discovering new sea passages and creating a colonial empire for the small home country. History has moved on from what the audacious entrepreneurial spirit of that time had created and Portugal rests but the memory of its former power. Without evidence the events have passed the eternally young nature which knew to maintain its charms during the times of change and thus is the reconciliatory, the uplifting element in the neverending change of things — here too in Macao.

At the entrance to the barracks I was received by the colonel of the infantry regiment and the officer corps. He also kissed me on the hand, a sign of honor that astonished me again even though I had been prepared about this custom by Richetti’s enactment of it. The music beat a festive march to whose sounds I entered the barracks, first to visit the soldiers’ quarters which are airy and spacious and have good beds. The appearance of the soldiers left much to be desired as they were meager and sickly as was their dress. The uniform which we had encountered in various variants of the individual wearers is not beautiful and reminds of those of country firemen. The officer corps too did not make a very warlike impression. In one battalion of the regiment I met a good acquaintance from Austria, namely the Kropatschek repeating rifle. The other battalions, however, were still equipped with old Snider rifles.

While the music kept, without break, playing the most fiery pieces with commendable alacrity, I had also a look into the kitchen and warehouses of the barracks and then said good-bye to the colonel who again kissed my hand, and then we refreshed us with a glass of bear in the already visited officer club, where our talkative friend Richetti offered with great eagerness the strangest revelations about the military and other relations of his country.

The municipality’s building offered not much to see. More interest generated the steam operated silk spinning works where I had the opportunity to admire the skill of the girls employed here in lacing the cocoon thread. Everything moves at an astonishing speed and in just a moment, a whole bundle of cocoons had been unspooled and threaded, then turned into silk and delivered to a warehouse.

At the harbor I was expected by an English customs official who, it seemed to me, was very full of his own self-importance and spoke to me very condescendingly and announced “une petite visite” on board. But I made do without this pleasure  and  said good-bye to Richetti with his outstanding vivacity and warm temperament. Taking leave he still offered the most beautiful bows and compliments. Then we hoisted the anchor. I left Macao with the consideration which we show all locations with an interesting historic development and changing fate but also with a sentiment of regret that wells up faced with an ageing and ailing once proud beauty. Will the city enjoy a second flowering even if it is only a second bloom ( Johannistrieb) of the former splendor? The closeness of Hongkong will always be fateful for Macao.

Towards 3 o’clock in the afternoon we entered the harbor of Hongkong. The sea was as smooth as glass, the weather splendid, and like a flower crest all the small islands that then had been covered in fog during our first arrival lay in front of us. I now fully understand why this harbor can be placed among the most beautiful sea havens.

On board of “Elisabeth” it was time to say good-bye to our dear travel companions who had offered us so much entertainment, that is from our monkeys that were to be shipped on a LLoyd’s steamer to Trieste in order to reach their future destination of Schönbrunn from there. Fips made a rather sad face and Mucki too was not in the usual mood. It nearly seemed as if the animals had noticed that the hour of separation from the ship, the location of their merry pranks, had come.

In the evening I drove again to Victoria Peak accompanied by consul general Haas and his wife as well as our commander and enjoyed this time the full and incomparably beautiful view to all directions of the island so that we stayed for a long time on the platform at the signal station. Our “Tschuen-tiao” we could see as a small point steering towards the Northern bays according to its purpose as a customs steam boat. In time dusk arrived, the moon sent down its magical light over the mountains, islands, the city and the sea and the temperature became so agreeable that we decided to make our way back to the city on foot. Long serpentines lead down from the Peak. Despite their steepness, this refreshing evening walk provided still incomparable pleasure.

Links

  • Location: Macao
  • ANNO – on 27.07.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing a ballet “Rouge et Noir” and more.