Tjipandak, 20. April 1893

Der Schauplatz der heutigen Jagd auf Bantengs lag von dem Camp bedeutend weiter ab, als jener des gestrigen Triebes; denn erst nach etwa dreistündigem Marsch erreichten wir unser Ziel. Der Ritt, in dessen Verlauf wir, wie am Vortag, mehrere Male den Fluss zu überschreiten hatten, führte, ohne dass wir andere besondere Terrainschwierigkeiten zu überwinden gehabt hätten, fast unausgesetzt durch Alanggras. Nur einmal war eine ungemein steile Schlucht zu passieren, welche für Pferde unübersteigbar schien, von unseren einheimischen
Kleppern jedoch in wahrhaft bewundernswerter Weise genommen wurde, da jene rutschend, gleitend, auf den Hinterbeinen sitzend ohne Unfall die Schlucht hinab- und fast aufrecht kletternd aus der Tiefe wieder empor gelangten, indessen wir zu Fuße nur mühsam über die Steinplatten und den glatten Lehmgrund der Schlucht hinwegkamen.

Während des Rittes sah ich auf einem der Hügel von ferne das Haupt eines Hirsches aus dem hohen Gras ragen; der Versuch, mich an das scheue Wild anzupürschen, blieb jedoch erfolglos.

Auch diesmal wurde in talwärts gelegenen Wäldern getrieben, die Stände aber wurden längs eines Hügelkammes eingenommen. Herr Kerkhoven stellte mich zu unterst auf und hatte die Absicht, oberhalb meines Standes, in der nächsten Nähe desselben, einen meiner Herren zu postieren. Durch ein Missverständnis des Eingeborenen, den Herr Kerkhoven mit dem auf dieses Arrangement bezüglichen Befehl zurückgesandt hatte, kam jedoch nicht einer meiner Herren, sondern Herr Borrel neben mir zu stehen. Ich saß unter einem Baum und hatte, da dieser fast gar keinen Schatten spendete, während des drei Stunden andauernden Triebes von Hitze viel zu leiden, umso mehr, als es im Interesse der Jagd geboten erschien, sich ganz ruhig zu verhalten. So konnte ich denn nur still sitzen bleiben und die Legion von Ameisen beneiden, welche, der Hitze ungeachtet, munter um mich her ab- und zuliefen. Der Ausschluss rings um den Stand war ein ziemlich beschränkter.

Nach dem Hebschuss hörte ich vor mir sehr starkes Brechen, das nur von einem mächtigen Wild herrühren konnte, doch war bald wieder alles still. Einige Zeit später fiel bei meinem Nachbar ein Schuss, dann sah und hörte ich nichts mehr wie das einförmige Geklapper der Treiber in der Wehre.

Endlich, am Schluss des Triebes, kam Herr Borrel zu mir und entschuldigte sich lebhaft, dass er einen Banteng-Stier erlegt habe, davon überzeugt, dass das Stück mir nicht mehr zum Schuss kommen würde. Inwieweit das seine Richtigkeit hatte, kann ich nicht beurteilen; jedenfalls war ich nicht sehr erfreut, dass weder ich noch einer meiner Herren dieses Waidmannsheil gehabt hatte und betrachtete mit einem starken Gefühl von Schussneid den kapitalen Stier, welcher sich durch seine auffallende Größe und Stärke auszeichnete.

Weit größer als unsere stärksten Rinder, steht der Banteng auf hohen Läufen; sein mächtiges Haupt ist mit aufwärts gekrümmten Hörnern geziert, die Decke ist glänzend schwarz; die Extremitäten sind vom Knie abwärts schneeweiß. Zieht Bantengwild durch die Dickung, so hört man schon von weitem das Brechen und Prasseln der Stöcke, welche von den Tieren niedergetreten werden. In den Wäldern, die wir heute durchstreiften, fanden wir allenthalben große Mengen von Bambusstöcken gebrochen und verdorrt — offenbare Spuren der wuchtigen Bantengs.

Herr Kerkhoven, der einigermaßen missvergnügt darüber schien, dass der Stier nicht von mir, sondern von Herrn Borrel erlegt worden war, hatte in der Ferne eine Banteng-Kuh gesehen; ebenso hatte Wurmbrand drei Stücke erblickt, die auf weite Distanzen vorbeigewechselt hatten.
Obgleich die Zeit noch gestattet haben würde, die Jagd fortzusetzen, wurde zum Rückzug geblasen, weil am Horizont ein schweres Gewitter drohte und unser Jagdleiter befürchtete, dass ein heftiger Regenguss den Fluss gänzlich unpassierbar machen würde. Doch verzog sich das Gewitter und wir bekamen nur einzelne Regentropfen zu spüren.

Da sich Jäger, Treiber und Hunde bereits verlaufen hatten und es daher mit dem Jagdsport für heute zu Ende war, so wollten wir, ins Camp zurückgekehrt, den Rest der Zeit noch dazu verwenden, im Fluss dem Fischfang zu obliegen. Es war nicht eben eine schöne Art des Fischereisports, die wir hier ausübten. Wir wendeten nämlich Dynamit an, was jeder unserer rationellen Fischer mit Recht perhorresciert haben würde, allein uns handelte es sich vorzugsweise darum, zu ergründen, ob sich überhaupt Fische im Fluss befänden und, wenn dies der Fall, welche Arten. Auch hatten die Eingeborenen berichtet, der Fluss enthalte Krokodile. So war denn Dynamit das schnellste und sicherste Mittel, über diese Fragen klar zu werden.

Der Fluss wurde auf einige hundert Schritte stromabwärts mit einem Netz abgesperrt; dann gingen die holländischen Herren daran, die Dynamitpatronen zu adjustieren, wobei ihnen mein Jäger als ehemaliger Unteroffizier des Geniekorps mit Rat und Tat beistehen musste. Mit der größten Seelenruhe hantierten sie mitten unter uns in der Speisehütte mit Dynamit und Zündschnüren, und nachdem sie, ohne dass die mit Recht gefürchtete Explosion eingetreten wäre, alles vorbereitet hatten, wurden die Patronen nach Entzündung der Schnur in den Fluss geschleudert. Die Explosion erfolgte alsbald, aber vorläufig ohne den gewünschten Erfolg; denn an der Oberfläche des Wassers erschien kein Fisch.

Wir, ich und einige Herren, hatten uns mittlerweile auf ein Fahrzeug verfügt, welches aus zwei durch Bambus verbundenen Kanus hergestellt war, und erwarteten, auf Fische zu stoßen. Indem wir uns vermaßen, das Fahrzeug mit Hilfe von Bambusstöcken selbst zu lenken, spielten wir eine klägliche Rolle, da unser Doppelboot entweder in drehende Bewegung geriet oder mit lautem Krach an das Ufer anfuhr, so dass wir die allgemeine Heiterkeit derauf dem Land zurückgebliebenen Eingeborenen erregten. Fische fingen wir nicht, dafür aber fiel Clam mitten im eifrigsten Rudern an einer sehr tiefen Stelle kopfüber ins Wasser und kam mit dem Haupt unter ein Kanu, wurde aber mit vereinten Kräften dem Strom wieder entrissen.

Nach diesem Intermezzo hielten wir es für ratsamer, unsere nautischen Fähigkeiten nicht länger zu erproben, sondern schifften uns aus, um die weiteren Effekte des Sprengmittels vom Land aus zu beobachten. Da längere Zeit hindurch kein Wassertier im Fluss sichtbar geworden war, kehrten wir endlich heim. Eine halbe Stunde später brachte uns ein Eingeborener einen Korb voll toter Fische und erzählte, es seien viele Hunderte Fische den Fluss hinabgeschwemmt worden, ohne dass man ihrer hätte habhaft werden können, da die mit dem Netz versehenen Leute sich bereits entfernt hatten. Meine Kenntnisse auf dem Gebiete der Ichthyologie genügten leider nicht, um die dem Dynamit zum Opfer gefallenen Exemplare näher zu bezeichnen. Einer der Fische von auffallend roter Färbung der Schuppen schien mir möglicherweise als Barbe klassifiziert werden zu können.

Links

  • Ort: Tji Pandak, Indonesien
  • ANNO – am 20.04.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Die Widerspänstige“, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper „Carmen“ aufführt.

Tjipandak, 20 April 1893

The ground for the Banteng hunt today was considerably farther away than the one the day before. Only after a three hour march did we reach our destination. The ride during which we had, like the day before, to cross the river multiple times lead almost continuously through Alang grass without the need to overcome any especially difficult terrain obstacles. Only one time there was a very steep gorge to pass which seemed impassable for horses but which our local nags overcame in a truly admirable way, as they slided and glided, sitting on their rear legs, down into the gorge without accident and then climbing almost vertically up out of the deep again while we on foot were only getting across with difficulties over the stone plates and the smooth clay underground.

During our ride I saw on a hill in the distance the head of a deer rise out of the tall grass. The attempt to sneak up to the shy game was unsuccessful.

This time too the drive pushed towards forests down in the valley but the hunting positions were taken up along a ridge. Mr. Kerkhoven first positioned me at the lowest level and had the intention to put one of my gentlemen in the closest upward position. By a mistake of the native who Mr. Kerkhoven had sent back with the order of this arrangement it was Mr. Borrel and not one of my gentlemen who took up position next to me. I sat under a tree and had to suffer during the three hours of the drive much exposure to heat as the tree offered no shade, even more so as it deemed necessary in the interest of the hunt to keep very quiet. Thus I could only sit quietly and envy the legions of ants that were running up and down unimpressed by the heat. The open space around the position was very limited.

After the lifting shot I heard a strong breaking that could only be the result of large game but soon everything was quiet again. Some time afterwards my neighbor fired a shot then I saw and heard nothing more than the monotonous rattles of the drivers in the defensive line.

Finally at the end of the drive, Mr. Borrel approached me and apologized vividly that he had shot a Banteng bull, convinced that the piece would not come into the range of my rifle. How correct this was I could not assess. In any way, I was not much pleased that neither I nor one of my gentlemen had had hunter’s luck and looked with much shooter’s envy upon the capital bull that distinguished itself by its remarkable size and strength.

Much taller than our strongest cattle the Banteng stands on high legs. Its mighty head is ornamented with upward pointing crooked horns. The top skin is glittering black. The extremities below the knee are white as snow. When a Banteng moves through the thicket, one can hear from afar the breaking and crackle of the branches that are crushed by the animals. In the forests which we were passing through today we found everywhere large quantities of broken and dry bamboo sticks — apparent marks of the mighty Bantengs.

Mr. Kerkhoven who stood there somewhat annoyed that the bull had been killed not by me but Mr. Borrel had seen a Banteng cow in the distance. Wurmbrand too saw three animals that crossed at a great distance. Even though there was time to continue the hunt, the retreat was sounded because a heavy storm was brewing on the horizon and our hunting master feared that a heavy rain would make crossing the river impossible. But the storm cleared up and we only were touched by a few rain drops.

As hunters, drivers and dogs were already lost and thus the hunt was over for today, we wanted to use the remaining time after the return to the camp to fish in the river. It was not an especially beautiful way of fishing that we were practising. We namely used dynamite which all of our rational fishermen would have found abhorrent, but we wanted mostly to know whether there were any fishes in the river and if so of what species. Here too the natives had claimed that the river contained crocodiles. Thus dynamite was the quickest and safest means to answer these questions.

The river was closed off a few hundred paces downstream with a net. Then the Dutch gentlemen started adjusting the dynamite cartridges while my hunter as a former NCO of the engineer corps had to provide them with help and advice.  With the greatest calm they were handling dynamite and fuses in our dining hut After they had prepared everything without causing a rightfully feared explosion, the cartridges were hurled into the river after their fuses had been lighted. The explosion followed soon afterwards but for the present without the desired success as no fish appeared on the water surface.

We, I and some of the gentlemen, had in the mean time gained control of a vehicle composed out of two canoes bound together by bamboo and were expecting to find some fishes. As we took it upon ourselves to guide the vehicle with bamboo sticks, we played a miserable role as our double boat either was turning in a circle or with a loud crash hit the shore, so that we attracted the attention of the natives who had remained on land and generated general merriment. We did not catch any fishes but instead Clam fell head first into the water at a very deep spot while in the midst of busy rowing and touched the underside of a canoe with his head but was rescued out of the river by a united effort.

After this intermezzo we considered it advisable to desist from testing our nautical skills further but disembarked in order to observe the next effects of the exploder on land. As for quite some time no aquatic animal became visible in the river, we finally returned home.  Half an hour later, a native brought us a basket filled with dead fishes and told us that many hundreds of fishes were being washed down the river without a possibility to catch them as the people with the nets had already gone away. My knowledge in ichthyology were unfortunately insufficient to determine the specimens precisely that had become victims of the dynamite. One of the fishes with a remarkable red coloring of the scales could be possibly classified as a barbel.

Links

  • Location: Tji Pandak, Indonesia
  • ANNO – on 20.04.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „De Widerspänstige“, while the k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera „Carmen“.

Sindangbarang — Tjipandak, 19. April 1893

Eine Folge des uns wenig willkommenen Ramelanfestes war leider, dass wir am Morgen unsere Pferde absolut nicht bekommen konnten und weder Pferdewärter, noch Kulis, noch Dorfälteste zu finden waren; alles ergab sich nach den Freuden des gestrigen Tages noch der Ruhe und wir wurden, obgleich um halb 5 Uhr morgens bereit, doch erst gegen 6 Uhr in Sindangbarang flott. Schlaftrunken bewegte sich die Karawane dem Meere zu.

Der Ritt in dem weichen Sand der Düne war dadurch reizvoll, dass uns die vorgeschriebene Route beinahe unausgesetzt längs der Küste führte, und wir so das weite, blaue Meer mit seinen mächtigen, ans Ufer anprallenden Wogen zur Rechten, die grünen Hügel der Küste zur Linken hatten. Der Morgen war vor Sonnenaufgang angenehm kühl, und zudem erfrischte uns und unsere Pferde der feine Wasserstaub, den die Brandung aufwarf; nach zwei Stunden nahm die Flut immer mehr zu und oft schlugen die Ausläufer der Wellen unter den Füßen unserer Pferde durch. Die gewaltige Brandung an der Südküste Javas, an die sich die riesigen Wogen der offenen See heranwälzen, um sich hier an einem unüberwindlichen Walle schäumend zu brechen, ist eines jener erhabenen Naturbilder, welche das Auge nicht müde wird zu schauen, welche das Gedächtnis auf immer dar bewahrt. Gewaltig, unermesslich, heilig ist die Macht der Elemente; wie schwach und klein dagegen der Mensch!

Tausende von Krabben liefen auf dem warmen Sand hin und her, auf dem wir große Stücke porösen Bimssteines fanden, welche von der See ausgeworfen, vom Ausbruch des Krakatau im Jahre 1883 herrühren sollen.

Bei dem Kadaver eines gefallenen Pferdes beobachtete ich einen Seeadler mit ganz weißer Brust und gleichfarbigem Kopf: später sah ich ein zweites Exemplar auf einer dürren Palme sitzen.

An einer Stelle verwehrten Felsen den Pfad an dem Strand, so dass wir mit einem Umweg tiefer ins Uferland zogen; doch auch hier stellte sich uns noch manches Hindernis entgegen, vor allem der ziemlich breite Tji Udjong (Oedjong), der sich in solchen Windungen fortbewegte, dass wir ihn auf einer ganz kurzen Strecke dreimal überqueren mussten; das erste Mal mittels einer improvisierten Fähre, auf welcher auch die Pferde einzeln verladen wurden; die beiden anderen Mal watend, wobei wir ziemlich tief ins Wasser kamen. Ein besonders störrisches Pony sprang von der Fähre in den Strom, schwamm aber lustig an das andere Ufer, so dass dieses Intermezzo keinen anderen Nachteil hatte, als dass der Reiter des Pony sich in einen von Wasser triefenden Sattel setzen musste.

Das Durchwaten des Flusses bot zumal bei der Tiefe des Wassers ein hübsches Bild: als erster ritt stets der ortskundige Führer hindurch; dann folgte ich auf meiner Schimmelstute, die sich übrigens im Wasser sehr vernünftig benahm, hierauf kamen die anderen Herren und zum Schluss der Jägertross auf den Ponys, die sich teils schwimmend, teils strampelnd fortbewegten und manchmal nur mehr den Kopf außer Wasser hatten.

Wir wurden zwar bei jedem derartigen Übergang ganz durchnässt, betrachteten dies jedoch als angenehmes Bad, da große Hitze herrschte; die Sonne meinte es recht gut, senkrecht sandte sie ihre sengenden Strahlen auf uns herab. Das war heute einmal eine der äquatorialen Zone würdige Temperatur!

Abermals am Gestade des Meeres, bogen wir endlich nach einem Ritt von 20 km nach Norden und standen dann binnen kurzem vor dem Camp in Tjipandak, das uns die nächsten Tage über beherbergen sollte. Etwas Wohnlicheres und Gemütlicheres konnte man nicht finden, und mit lauten Ausrufen der Freude und des Entzückens begrüßten wir Herrn Borrel, einen Freund Kerkhovens, der einige Tage vor uns hieher geeilt war, um dieses Lager zu schaffen. An dem Ufer des blau schimmernden Tji Pandak, der einem Gebirgsstrom ähnlich rauscht, lagen zwischen grünen Bäumen die Hütten, welche aufs luftigste ganz aus Bambus gebaut waren, während Palmenblätter die Wände und das Dach bildeten. In der Mitte des Camp stand auf Pfählen unter einem Palmendach eine Art Plattform, die uns als Speiseraum dienen sollte, rechts davon befand sich meine Behausung, links jene der Herren meiner Suite; im Hintergrund lagen Hütten, welche für Hodek und die Diener bestimmt waren. Für die Pferde war durch offene Ställe vorgesorgt. Vor dem Camp erhob sich im Wasser eine kleine Hütte, um das Baden auch im Sonnenbrand zu ermöglichen, ohne dass man Gefahr lief, vom Sonnenstich getroffen zu werden.

Das war alles, aber auch das Richtige für ein Lager im Urwald. Herr Borrel hatte mit vollem Verständnis für die Sachlage den klimatischen und lokalen Verhältnissen Rechnung getragen und jeden unnötigen Komfort bei Seite gelassen; man konnte hier eigentlich ganz im Freien leben, war aber gegen die Sonne doch geschützt und genoss in der Nacht, insbesondere dank der Nähe des Flusses, angenehme Erfrischung.

So gedenken wir denn in unserem kleinen Tal, von der Welt abgeschnitten, in wahrhaft idyllischer Weise zu leben; die Stunden, die nicht der Jagd gewidmet sind, wollen wir plaudernd und ruhend in der Speisehütte verbringen, um ab und zu in die Fluten des Gebirgsflusses zu tauchen, der mit seinem klaren, kühlen Wasser ein köstliches Bad spenden und uns laben soll; da soll uns keine Post, kein Telegraph, keine schnaubende Lokomotive die wohltuende Ruhe stören. Sei mir gegrüßt, jungfräuliche Natur, die du uns hier lieblich umfängst! Heute noch sollte gejagt werden. Das Ziel meiner Wünsche war nämlich, einen Banteng zu erlegen und dessen prachtvoll gehörnten Kopf als Trophäe heimzuführen. Stellt doch der auf den indischen Inseln, dann in Siam und Birma in Herden lebende Banteng (Bos sondaicus) die größte aller Arten des wilden Rindes der Jetztzeit dar. Herr Borrel meldete, dass alles bereit sei und stellte sich auf einem Sandelhout-Pony als Führer an die Spitze des Zuges. In der Nähe des Lagers waren ganz frische Fährten von Bantengs gefunden worden, und so sollten denn dort zwei Triebe gemacht werden. Der Weg zum Platz war für die Pferde abermals sehr anstrengend, da wir sehr steile Lehnen zu passieren hatten und den Fluss an drei Stellen durchwaten mussten; die ersten beiden Übergänge gingen ganz gut vonstatten; beim letzten aber kamen wir so tief in das reißende Wasser, dass die kleinen Pferde nur mit Mühe hindurchkamen.

Die Gegend, in der wir jagen wollten, trug einen anderen Charakter als jene, die wir bisher durchzogen hatten. Die Formation war allerdings dieselbe; doch war hier das von Tälern durchschnittene und von Schluchten erfüllte Höhenland nicht mehr gleichförmig mit Wald bedeckt, sondern wies zwischen vereinzelten Waldstreifen ausgedehnte, mit Alanggras bewachsene, grüne Flächen auf; offenbar hatten hier vor Zeiten große Waldbrände gewütet und den Boden an zahlreichen Stellen freigelegt.

Dieser Landstrich bildet den Lieblingsaufenthalt der Bantengs. welche tagsüber in den Dickungen der Wälder weilen, gegen Abend jedoch auf jene Stellen hinausziehen, wo das Alanggras junge Triebe zur Äsung bietet. Die einzig mögliche Art, hier auf Bantengs zu jagen, ist das Treiben, da an ein Pürschen in den undurchdringlichen Dickungen nicht zu denken ist. Nach Ablauf der Regenzeit, also anfangs Mai, zünden die Eingeborenen all die trockenen Alangflächen an, so dass dann das Wild in einer Waldparzelle leicht abzuspüren und zu bestätigen ist, und Triebe sofort unternommen werden können. Leider fiel meine Anwesenheit auf Java noch in die Regenzeit, weshalb denn das Jagen zu dieser Zeit überall durch den hohen Stand des noch grünenden Alanggrases ungemein erschwert war. Das Abspüren von Wild war fast unmöglich und selbst Wild, welches aus der Dickung hervorbrach, in dem hohen, dichten Gras nur in der Entfernung weniger Schritte sichtbar — stand doch das Alanggras an vielen Stellen so hoch, dass in ihm nicht einmal ein Pferd gesehen werden konnte, ja die Spitzen der Grashalme mitunter sogar über den Kopf des Reiters hinaus emporragten.

Die Triebe auf Bantengs werden in der gegenwärtigen Epoche auf folgende Weise durchgeführt: die Treiber umstellen eine Dickung und bilden eigentlich nur Abwehren, indem sie nach dem Hebschuss mit ihren Bambusklappern kolossalen Lärm verursachen, während einzelne Jäger auf den Wechseln eindringen und, sobald sie eine Fährte gefunden haben, die Hunde lösen, worauf diese alsbald Laut geben und das Wild auftreiben. Ist nun diese Methode nicht von Erfolg begleitet, so werden, soweit möglich, auch die Wehren zum Vorgehen beordert, was jedoch bei der in den südlichen Gegenden allüblichen Art zu jagen, mit wenig Erfolg geschieht.

Unordnung, Lässigkeit und Zeitversplitterung seitens der Treiber machten sich leider auch heute recht bemerkbar; bei systematischem, korrektem Treiben müsste es meiner Ansicht nach nicht allzu schwer fallen, Bantengs zu erbeuten. Allerdings würde dann diese seltene Spezies bald ausgestorben sein; denn offenbar ist es nur der Mangelhaftigkeit des Jagdbetriebes zu verdanken, dass heute so mächtige wilde Rinder überhaupt noch nicht völlig ausgerottet sind.
Als oberster Leiter unserer Jagden fungierte ein mohammedanischer Priester (Hadschi), der hier als der tüchtigste Sachkundige in Jagdangelegenheiten gilt und sich auch nach Kräften der Sache angenommen hatte.

Der erste Trieb war zu Ende gegangen und völlig resultatlos verlaufen. Ursprünglich bestand die Absicht, dem ersten Triebe einen zweiten folgen zu lassen, doch glaubte Herr Kerkhoven davon absehen zu sollen, da in dem Trieb Wild bereits flüchtig gespürt worden war, so dass keine Hoffnung bestand, bei einem neuerlichen Versuche besseren Erfolg zu erzielen. So kehrten wir denn, den Fluss wieder dreimal überquerend, in unsere Palmenhütten heim, wo unser ein von einem javanischen Kochkünstler bereitetes Mahl wartete, nach dessen Beendigung wir zu früher Nachtstunde unser Lager aufsuchten.

Ich schlief bereits fest, als ich plötzlich durch lautes Geräusch geweckt wurde, da in unmittelbarer Nähe meines Lagers eine Tierstimme ertönte. Aufspringend wurde ich des Tieres, dessen Laute mich so jäh geweckt hatten, alsbald gewahr. Es war ein Gecko, eine jener großen Eidechsen, deren brüllender Ruf dem Neuling wohl den Glauben beibringen kann, es schreie ein großes Tier. Der Feuerschein einiger Zündhölzchen, die ich rasch in Brand gesetzt hatte, verscheuchte den Störefried, welcher in dieser Nacht nicht wieder zum Vorschein kam.

Links

  • Ort: Tji Pandak, Indonesien
  • ANNO – am 19.04.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Das Heiratsnest“, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper „Der fliegende Holländer“ aufführt.

Sindangbarang to Tjipandak, 19 April 1893

A consequence of the unwelcome Ramelan feast was that we, unfortunately, were absolutely unable to get our horses in the morning and neither horse keepers nor coolies nor village elders could be found. Everybody was still at rest after the joys of the day before and we were finally  starting to move towards 6 o’clock in Sindangbarang, despite being ready for departure since half past 4 o’clock. Sleepily the caravan moved towards the sea.

The ride in the soft sand of the dune was very attractive as the prescribed route led almost all alongside the coast and we had the wide blue sea with its mighty waves crashing into the shore to our right and the green coastal hills on the left. The morning before sunrise was agreeably cool and the fine water mist of the crashing waves was refreshing us and the horses. After two hours the tide increased more and more and the outliers of the waves were splashing under the feet of our horses. The crashing waves on the Southern coast of Java that approach in giant waves from the open sea only to foamingly break against the insurmountable wall is one of the noble sights of nature which the eye never tires to look at, which the memory will forever preserve. Enormous, boundless, holy is the power of the elements; how small and weak is man in comparison!

Thousands of crabs were running back and forth on the warm sand in which we found large pieces of pumice which the sea has disgorged and which are said to come from the eruption of Krakatoa in 1883.

Near a cadaver of a dead horse I observed a sea eagle with a fully white breast and head in the same color. Later I saw a second specimen sitting on a barren palm tree.

At one place rocks were barring the way to the beach so that we had to take a detour deep into the shore land- Even there we were faced with many obstacles, especially the rather wide Tji Udjong (Oedjong) that lay in such turns that we had to cross it three times in a very short distance. The first time on an improvised raft on which the horses were loaded too. the other two times wading across whereas we were submerged rather deeply in the water. An especially stubborn pony jumped from the raft into the river and swam happily to the other shore so that this intermezzo had no other disadvantage than the fact that the rider of that pony had to sit on a water-soaked saddle.

The wading of the river offered a pretty view due to the depth of the water: In front rode always our local guide, then followed I on my white mare which by the way behaved very sensibly in the water, then the other gentlemen and at the end the hunting baggage train on ponies which advanced partly swimming partly splashing and sometimes only keeping the head above the water.

We became in fact completely wet during each crossing but considered this an agreeable bath as the heat was intense. The sun mean very well, it sent its vertical hot rays down upon us. The temperature was today for once suitable for an equatorial zone!

Again at the beach we finally turned after a ride of 20 km to the north and stood after a short while in front of the camp in Tjipandak which we would occupy during the next few days. Something more habitable and cosy one could not find. With loud shouts of joy and appreciation we greeted Mr. Borrel, a  friend of Kerkhoven, who had rushed ahead a few days before to create this camp here. At the shore of the glittering blue Tji Pandak that rushes similar to a mountain river were huts between green trees, built airily completely out of bamboo while  palm leaves formed the walls and the roof. In the center of the camp stood some kind of platform on poles under a palm leaves roof which was to serve as our dining room. To the right was my accommodation, to the left those of my entourage. In the background were huts intended for Hodek and the servants. For the horses there were provided open barns. In front of the camp there was a small hut in the water to allow taking a bath or sunning oneself without the danger of catching a sunstroke.

This was all but just the right kind for a camp in the jungle. Mr. Borrel had fully taken into consideration the climatic and local relations and left out every unnecessary comfort; one could thus live completely out in the open but was protected against the sun and enjoyed the agreeable refreshing night thanks to the river nearby.

Thus we intend to live truly in an Arcadian way in our small valley cut off from the world. The hours not devoted to hunting we wanted to spend in conversation and rest in the dining hut, dive from time to time into the water of the mountain river whose clear cool water offers a delicious bath and would refresh us. No mail, no telegraph, no steaming locomotive would interrupt the pleasant calm. I greet you, virginal nature that surrounds us here in such a lovely manner! Today still, a hunt was planned. The result of my desires namely should be to bag a Banteng and bring its splendidly horned head back as a trophy.  Bantengs (Bos sondaicus) which live in herds are truly the largest wild cattle of the present era in the Indian islands, Siam and Burma. Mr. Borrel reported that all was ready and placed himself as a guide on a Sandelhout pony  at the front of the column. Close to the camp fresh tracks of Bantengs had been found and thus two drives were to be undertaken from there. The ride to the place was again very tiring for the horses as we had to pass over very steep ridges and the river had to be waded across three times. The first two crossings went rather well, at the last one we had to go so deep into the rapidly flowing water that the small ponies came across only with difficulties.

The ground we wanted to hunt in had a different character than the areas we had up to now crossed. The formation, however, was the same, but here the highlands cut by valleys and filled with gorges was not covered equally with woods anymore but had extended green areas  with Alang grass between patches of woods. Apparently large forest fires had raged here some time ago and laid bare the ground in numerous places.

This spot was the favorite place of the Bantengs that stay in the thickets of the woods during the day and venture out towards evening to those spots where the Alang grass offers saplings for grazing.  The only possible art of hunting Bantengs here is the drive, a chase through the impenetrable thickets is not possible. After the end of the rainy season, that is the beginning of May,  the natives ignite the dry Alang areas so that then the game can be easily discovered in forest clusters and confirmed. Drives can then be immediately undertaken. Unfortunately my presence on Java was still during the rainy season, which made hunting extremely difficult due to the tall and still green Alang grass. The discovery of game was nearly impossible and even game that emerged out of a thicket was only visible from a few paces away in the tall dense grass — The Alang grass was in many places so high that not even a horse could be seen in it, the points of the grass stalks could even rise higher than the head of a rider.

Hunting Bantengs is performed in the current era in the following matter: The drivers surround a clearing and defend it in creating great noise with bamboo rattles after the lifting shot, while individual hunters enter into the clearing and as soon as they have found a track, send out the dogs that will bark as soon as they discover the game. If this method is unsuccessful, all are ordered to advance into the clearing if this is possible but usually without much success due to the hunting methods used everywhere in the southern regions.

Disorder, carelessness and waste of time by the drivers was very noticeable today. In a systematic and correct drive it should not have been too difficult in my opinion to bag some Bantengs. But then this rare species would soon go extinct. Apparently it is only due to the deficiency of the hunting organization that this mighty wild cows had not yet been eradicated.

As our chief hunter served a Mohammedan preacher (Haji) who was considered the best authority on hunting matters here and forcefully took charge of the affair.

The first drive ended completely without a result. Originally it was intended to follow-up the first drive with a second drive but Mr. Kerkhoven believed to desist as the drive had made all game escape so that there was no hope to achieve better results in the second attempt. Thus we returned, crossing the river three times again, to our palm huts where a meal cooked by a Javanese cooking artist was awaiting us. After the conclusion of the meal we went to rest at an early hour of the night.

I was already sleeping when a loud noise woke me as close to my rest an animal voice was heard. I jumped up and soon noticed the animal whose sounds had awoken me so abruptly. It was a gecko, one of these large lizards whose loud screams might mislead a novice to  think that it was a large animal. The light of a few matches which I had quickly ignited chased away the intruder that did not appear again during the night.

Links

  • Location: Tji Pandak, Indonesia
  • ANNO – on 19.04.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Das Heiratsnest“, while the k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera „Der fliegende Holländer“.

Tanggeng — Sindangbarang, 18. April 1893

Auf den heutigen Tag, den ersten des Monates Sawal nach dem Ende des Fastenmonates Ramelan (Ramasan) oder Pasa, fiel das Idul-Fitr-Fest der Javanen. Dieser Tag, — Garebeg Puwasa-Tag — welcher von den Eingeborenen als Neujahrstag betrachtet wird, wurde uns im Lauf des heutigen Ritts dadurch ersichtlich, dass allenthalben in den kleinen Ansiedlungen, die wir zu passieren hatten, Musik ertönte und Feststimmung vorherrschte.

Nach langem, erquickenden Schlaf brachen wir auf, um zunächst einen Berg auf einem Weg zu erklimmen, dessen Steilheit jener unserer Gebirgspfade nicht nachstand. Der Himmel hatte sich völlig geklärt, die Sonne stand hoch und wir genossen während des Aufstieges eine wunderbare Aussicht empor zu unzähligen Bergspitzen und Vulkanen, niederwärts zu den Hügelketten und Tälern des Umkreises; ein großer Teil der Residentschaft der Preanger Landschaften, ein herrliches Stück Westjavas lag uns vor Augen und zu Füßen.

An dem vollen Genuss dieses entzückenden Panoramas behinderte uns allerdings zuweilen die Sorgfalt, die wir auf dem schwierigen Terrain unseren Pferden zuwenden mussten; denn der Regen des verflossenen Tages hatte die an den steilsten Wegstellen in die Berglehne geschlagenen Stufen so überaus glatt und schlüpfrig gemacht, dass unsere Pferde nur mit der äußersten Anstrengung hinaufklettern konnten. Endlich waren wir mit Mühe auf dem Kamm angelangt, der die Grenzscheide der Distrikt Djampang wetan und Tjidamar bildet, und wurden hier von dem Chef des Distrikts Tjidamar mit vielen Bücklingen begrüßt.

Unsere sehr ermüdeten Pferde bedurften kurzer Rast, worauf es auf einem verhältnismäßig guten Weg bergab, bergauf weiter ging. Das Landschaftsbild übertraf an Schönheit selbst jenes, welches tagszuvor unser Entzücken wachgerufen hatte. Das war echter tropischer Urwald, in dem ein malerisches Bild das andere verdrängte; ein jedes aber war reizend und eigenartig. Hier säumen hohe Baumriesen den mit dichtem Rasen bekleideten Pfad ein; dort schießt wucherndes Unterholz auf einer Rodung empor; dann umfängt uns wieder dichter, viele Meilen Landes bedeckender Hochwald, in seinem Schoße dem Wilde Schlupfwinkel bietend, welche für den Jäger unerreichbar sind. Ob Baum, ob Strauch, Kraut oder Moos, hier war jede Pflanze üppig und schön, die Mannigfaltigkeit der den Boden schmückenden Gewächse
unerschöpflich. So bildete allein der Stamm eines abgestorbenen Baumes den Keimboden und Wurzelgrund für zwanzig der verschiedensten Pflanzenarten. Wir waren sämtlich darin einig, dass die Vegetation auf Java selbst das herrliche Pflanzenkleid Ceylons, geschweige andere Florenreiche Indiens, in jeder Hinsicht weitaus übertrifft.

Die Armut der Vogelwelt fiel uns auf, denn außer einigen Columbiden sowie einzelnen ganz kleinen Nektarinen sah ich nur noch einen großen Nashornvogel.

Von einer Ansiedlung an, bei welcher die Pferde gewechselt wurden, fiel der Weg ziemlich scharf gegen die Südküste Javas sowie gegen das nahe dem Meeresstrand gelegene Sindangbarang ab, und nun sahen wir zwischen den Bäumen tief unter uns das weite, blaue Meer schimmern und konnten deutlich die weiße Linie der starken Brandung unterscheiden.
Der Abstieg erfolgte meistenteils zu Fuß, wobei wir die Pferde am Zügel nachführten. Dann übersetzten wir den tiefen Fluss Sadea, was sehr rasch vor sich ging. obgleich in den kleinen Bambuskähnen, die wir hier benützten, stets nur je ein Pferd Platz fand.

Noch 7,5 km in ebenem Terrain, dem Ufer des Flusses entlang, und wir hatten ein kleines Rasthaus im Distriktsort Sindangbarang erreicht, das, umgeben von einer Ansiedlung, im Schatten mächtiger Bäume lag und bestimmt war, uns nach den Mühen des langen Ritts ersehnte Herberge zu bieten. Auch unseren Pferden schien die Rast willkommen zu sein; hatten sie doch 28 km in so ermüdendem Terrain zurückgelegt, dass sie zu Ende des Ritts angetrieben werden mussten und unaufhörlich gestolpert waren.

Obgleich Sindangbarang noch ungefähr 20 Minuten von der Seeküste entfernt ist, hörte man doch im Rasthaus das Brausen der brandenden See. Gegen Abend ging ich mit den Herren meiner Suite in der Absicht, etwa ornithologische Beute zu machen, bis an den Strand, wo wir uns an dem Anblick der mächtigen Brandung, die wie bei Ostende oder Helgoland über ganz flachen Sand hinschäumt, erfreuten. Doch genügte uns auf die Dauer die Betrachtung der Salzflut nicht und so liefen Clam und ich ohne Weiteres in die mannshohen Wellen und nahmen ein erquickendes, herrliches Duschbad. Die anderen Herren folgten bald unserem Beispiele und nun standen wir alle in den verschiedensten Kostümen auf dem Strand, um uns von den schaumenden Wellen überspülen zu lassen, was nach der Hitze des Tages außerordentlich angenehm war. Unsere Gewänder, die wir nicht abgelegt, hatten freilich bedeutenden Schaden erlitten, so dass wir unter allgemeiner Heiterkeit und allerlei Kurzweil in ziemlich mangelhafter Bekleidung in das Rasthaus zurückkehrten.

Dem großen Ramelanfest zu Ehren war abends im Dorf allgemeiner Spektakel, so dass ich, um meine Kenntnisse der Sitten und Gebräuche auf Java zu vermehren, noch einen längeren Rundgang machte; doch bot dieser nicht viel Neues oder Bemerkenswertes. Einige eingeborene Damen bearbeiteten wieder, im Takt singend oder eigentlich heulend, mit Bambusstäben einen ausgehöhlten Baumstamm, während sich in der Nähe große Menschengruppen um ein Wajang drängten. Dieses Wajang, welches mich lebhaft an ein ins Javanische übertragenes „Wursteltheater“ erinnerte, war dem Schattenspiel, das wir in Garut gesehen hatten, ziemlich ähnlich.

Noch bis spät in die Nacht hörte man die eintönigen Schläge des Gong und die melancholische Musik des Gamelang ertönen, was nicht zur Beförderung des allen so notwendigen Schlafes beitrug und uns weniger Äußerungen des Beifalles als solche des Unmuts entrang.

Links

  • Ort: Sindangbarang, Indonesien
  • ANNO – am 18.04.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Die Journalisten“, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper „Robert der Teufel“ aufführt.

Tanggeng to Sindangbarang, 18 April 1893

Today, the first of the month Sawal after the end of the fasting month Ramelan (Ramasan) or Pasa, was the Javanese feast of Idul-Fitr. This day — Garebeg Puwasa day — is considered the start of the new year by the natives which became apparent to us during the ride when the small settlements we passed through were all filled with music and a festive air.

After a long refreshing sleep we departed to first climb a mountain along our route whose steepness was in no way less demanding than one of our own mountain trails. The sky had completely cleared up, the sun stood high and we enjoyed a wonderful view upon the countless mountain peaks and volcanoes during our way up and on the way down upon the mountain ranges and surrounding valleys. A large part of the Preang residency lay in front of our eyes and feet, a splendid piece of West Java.

The full enjoyment of these enchanting panoramic views suffered from the care demanded by the difficult terrain so that we had to attend to our horses, as the rain of the last few days had made the steps cut into the steepest parts of the mountain trail very smooth and slippery so that our horses had great difficulty in climbing. Finally, with great effort we reached the top which marked the divide between the districts Djampang wetan and Tjidamar. There we were greeted by the district chief of Tjidamar with many bows.

Our very tired horses required a short rest and then the route descended on relatively good trails only to go up again. The scenery surpassed in beauty even that seen the day before which had enchanted us so much. This was true tropical forest in which one picturesque view displaced the next one; each, however, was enchanting and unique. Here giant trees are lining the trail that was thickly covered with grass. There emerges rampantly growing brushwood in a clearing, Then we are enclosed for miles by a thick high forest which provided cover for game that was unreachable for the hunters. Whether it was a tree, a bush, a herb or moss, every plant was luxurious and beautiful, the diversity of the plants decorating the ground seemed inexhaustible. Thus the trunk of a dead tree provided the seeding space and root bed for twenty of the most different plant species. We all agreed that the vegetation of Java surpassed the splendid plant variety of Ceylon by far, to say nothing about the other floral kingdoms of India.

The poverty of the variety of birds was noticed by us as, apart from some Columbidae as well as some small nectarines, I only saw a single large hornbill.

Starting at a settlement where the horses were switched, the trail descended steeply towards the Southern coast of Java as well as towards Sindangbarangab which was situated close to the sea coast. Now we saw between the trees deep down below us the glittering wide blue sea and were able to distinguish clearly the white line of the strong breaking waves.

The descent happened mostly on foot with us leading the horses by the reins. Then we crossed the deep river Sadea, which went very quickly despite the small bamboo barges we used that could only carry one horse at a time.

After 7,5 km in plain terrain along the river shore we reached the small rest lodge of the district village of Sindangbarang,  which was surrounded by a settlement and lay in the shadow of mighty trees and was to serve us as our much desired accommodation after a long ride. Our horses too seemed to appreciate the rest. They had covered 28 km of very demanding terrain so that they had to be pushed at the end of the ride and were stumbling constantly.

Despite Sindangbarang’s location about 20 minutes from the sea coast, one could still hear the booming sea in the rest lodge. Towards evening I went to the beach with the gentlemen of my entourage in order to bag some ornithological catches. We enjoyed the view of the powerful breakwater that expands over the totally flat sand  just like at Ostend or Helgoland. But just the view of the salty water did not provide sufficient entertainment and thus Clam and I ran without a plan into the man-high waves and took a gorgeous refreshing bath. The other gentlemen soon followed our example and now we were standing in the most diverse costumes on the beach and let the foaming waves splash around us which was very agreeable after the heat of the day. Our clothes which we had not taken off were however considerably damaged so that we  returned to the rest lodge all happy and entertained but in very deficient clothing.

To honor the great Ramelan feast there was a common spectacle in the village so that I made an extended tour to learn more about the customs and manners on Java, but it did not offer much that was new or remarkable. Some native women were beating again in time with bamboo sticks upon a hollowed out tree trunk, singing or actually howling, while nearby large crowds were packed around a Wajang. This Wajang, which reminded me vividly of a Javanese version of a „Punch and Judy theater“,  was similar to a shadow play which we had seen in Garut.

Until late in the night one could hear the monotonous beats of the gong and melancholic music of the Gamelang which didn’t help to catch some sleep that was so necessary for all and led not to words of appreciation but rather to expressions of displeasure.

Links

  • Location: Sindangbarang, Indonesia
  • ANNO – on 18.04.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Die Journalisten“, while the k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera „Robert der Teufel“.

Cianjur to Tanggeng, 17 April 1893

Today starts our hunting expedition to Cipandak which will take us across the jungles of Preang. Already at 5 o’clock in the morning, reveille was called and soon afterwards the special train departed which took us within half an hour to Tjibeber. Here it was time to say good-bye to our travel companions and the resident and entrust us to the guidance of Mr. Kerkhoven and Baron van Heeckeren van Walien, the two main organizers of the hunts who were expecting us with horses that we should use. After examining the saddling and bridles, the caravan set off, the necessary baggage having been sent ahead the day before, carried by coolies.

Our cavalcade was quite strangely composed and would have made many European spectators smile. In front of the column rode a native official with two village councilors on very small ponies. Then followed I and the gentlemen of my entourage, all in the most „tropical“ costume on excellent horses provided by the two planters. The end of the column was formed by our servants many of whom were riding a horse for the first time and were comical to look at on their fidgeting Sandelhout ponies, as well as Hodek and his assistant, furthermore a large number of village elders with gold laced hats and in half Dutch, half Javanese clothes.

In very beautiful and relatively not hot weather we advanced one behind the other towards the mountains. As we were at first riding through a small plain I would have preferred to proceed at a canter but  Mr Kerkhoven made me aware that the undulating terrain we would soon enter would only permit to ride all day in trot. This perspective did not meet my approval as we had to cover a large distance of 47 km. Truly after a short time the road began to ascend steeply up the mountains. The road was filled with stones and very difficult for our horses.

During the day we found ample compensation for the uninterrupted ride at a trot in the beauty of the countryside we were passing through. The monotonous rice paddies of the plains ended and the vegetation changed its character. Where there were no coffee or cinchona plantations, gorgeous jungle was rising high. Behind us lay culture in front of us nature! There stood on both sides of the road sky high Rasamala trees (Altingia excelsa, part of the family of Hamamelideae), whose trunks would grow up to 45 m and were the best wood for carpentry next to the teak tree; bananas and banians; Urostigma species (Urostigma religiosum, altissimum); all kinds of low jungle trees such as Ficus valida, obovata, javanica and Myristica species; thick groups of Bambusaceae etc. In between all kinds of herb- or treelike ferns were growing most luxuriously and orchids in full bloom and in hundreds of forms, called Angrek in Malay. Here I saw those plants grow for the first time in open air and enjoyed the sight of the rich variety of enchantingly beautiful flowers.

The road was meandering without break soon up over hills, ridges and saddles, down into green valleys and soon up steeply to cragged mountains. The road seems to be never driven in despite its width but only used by riders and pedestrians. The upkeep of the road is extraordinarily difficult due to the considerable slopes and the strong downpours in this zone. Every 4 m to 5 m stood a numbered stone that marked the road which had to be maintained by work groups from the inhabitants of the closest villages.

From time to time one sees small villages made completely out of bamboo, especially where two plantations are close together. The villages  look nice and friendly and are almost all built upon poles due to the copious rain. Despite being in the jungle, elements of culture had already reached these villages. A proof was supplied by finding a Singer sewing machine in one of the houses!

The population in this area seemed to be even more submissive than those in the northern part; as already at a great distance they took up their squatting position with downcast head and eyes as a sign of respect as if nobody was deemed worthy enough to look us in the face.

I rode on this tour on an old white horse named „Ratu“ that had been imported from Australia that took me despite its advanced age at to the cinchona plantations in Sukanagara (Soekanagara) in a kind of fast trot of 4,5 hours. Here the administrator, Mr Vlooten, invited me to a breakfast in his nicely decorated one story house. With great pleasure I accepted the friendly offer and stayed half an hour in the gentleman’s house at Sukanagara, where I also found a stove to my surprise. Answering my question Mr Vlooten explained that at an altitude of 877 m above the sea level it was very cool in the morning in August so that he had to heat. So close to the equator I would not have thought this possible!

Again in the saddle we entered the jungle, leaving behind the extended plantation dedicated entirely to the cultivation of cinchona. We had switched horses in Sukanagara and I now rode a delicate thoroughbred mare raised by Baron van Heeckeren that had earlier won many prizes on the racing course.

Just in the woods we were reminded about the still active rainy season by a heavy downpour; first heavy drops were falling and finally a heavy storm came down on us whose force made within half an hour all the streams and rivers rise so highly that we could only pass with difficulties two rivers that would otherwise have been easy. The first water course named Tji Djampang could be still passed by riding across, even though the high waves were breaking nearly above us and our horses. At the second river named Tji Lumut, riding across was impossible. We had to use a bamboo raft while the horses swam across led by the bridle.

I noticed here two large black monkeys of the kind which are called in Java Budeng (Semnopithecus maurus) in the branches of a tall tree where even the long-tailed four handed animal had sought shelter from the storm.

The downpours softened the road, the clay ground became very smooth and difficult for the horses so that we advanced very slowly. The jungle had ended in some places and given way to ridges and mountain slopes without trees but covered densely with alang.

Towards evening we passed over the Tji Buni (Boeni) through a high covered bridge. The river was foamingly roaring over the rocks like one of our local mountain rivers and finally went out of sight at a chasm. On the opposite shore, in the midst of all the green scenery, the small village of Tanggeng was greeting us where we would spend the night in a government bungalow, in Malay Passang Rahal, a lodge for government officials. Gamelang music was heard at the entrance to the village while a couple of the village belles expressed their joy about our arrival by smiling and singing while beating bamboo sticks on a wood block which thus produced a dull tune.

This lodge too had been built out of bamboo only and had just enough room for six among us — me, Wurmbrand, Prònay. Clam, Kerkhoven and Heeckeren — while the rest had to sleep on the veranda. Behind the lodge there were simple barns for the horses.

We exchanged our completely wet clothes for dry ones, took a frugal meal and smoking sat together for a short time on the veranda while out in the distance one could hear the sound of the Gamelang which reminded me about our Southern Slavic music. Then we went to bed as we had completed an intense march. The monotonous chirping of a Javanese locust and the tiny whirring of countless beetles, butterflies and other insects that all  had taken refuge in the house from the rain swayed us into a refreshing well earned slumber.

Links

  • Location: Tanggeng, Indonesia
  • ANNO – on 17.04.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Die neue Zeit“, while the k.u.k. Hof-Operntheater is performing the ballet „Cavalleria Rusticana“.

Tjiandjur—Tanggeng, 17. April 1893

Mit dem heutigen Tag begann die Jagdexpedition nach Tjipandak, welche uns durch die Urwälder der Preanger Landschaften führen sollte. Schon vor 5 Uhr morgens wurde Reveille geblasen, und bald darauf ging der Extrazug ab, der uns binnen einer halben Stunde nach Tjibeber brachte. Hier hieß es von unseren bisherigen Begleitern und dem Residenten Abschied nehmen und uns der Führung Herrn Kerkhovens sowie des Barons van Heeckeren van Walien, der beiden Hauptarrangeure der Jagden, anvertrauen, welche uns mit den Pferden erwarteten, deren wir uns von hier aus bedienen sollten. Nachdem Sattelung und Zäumung untersucht worden waren, setzte sich die Karawane in Bewegung; das nötige Gepäck war schon tagszuvor durch Kulis vorausgeschickt worden.

Unsere Cavalcade war recht eigentümlich zusammengestellt und hätte wohl manchem europäischen Beschauer ein Lächeln entlockt. An der Spitze des Zuges ritt ein einheimischer Beamter mit zwei Dorfräten auf ganz kleinen Ponies; dann kam ich mit den Herren der Begleitung, wir alle in den „tropischesten“ Kostümen auf vorzüglichen, von den beiden Pflanzern beigestellten Pferden; die Queue der Kolonne bildeten unsere Diener, deren mehrere heute zum ersten Mal zu Pferd saßen und sich auf ihren zappelnden Sandelhout-Ponies recht komisch ausnahmen, ferner Hodek und sein Gehilfe, sowie eine große Schar von Dorfräten mit goldverzierten Hüten und in halb holländischer, halb javanischer Adjustierung.

Bei sehr schönem, verhältnismäßig nicht warmem Wetter ging’s im Gänsemarsch dem Gebirge zu. Da wir anfangs eine kleine Ebene durchritten, hätte ich gerne einen Trab angeschlagen; doch wies Herr Kerkhoven darauf hin, dass das coupierte Terrain, in dessen Bereich wir demnächst gelangen sollten, den ganzen Tag hindurch nur Reiten im Schritt gestatte. Diese Perspektive entzückte mich umso weniger, als wir einen langen Marsch von 47 km zurückzulegen hatten. In der Tat begann nach kurzer Zeit der Weg steil bergan zu gehen; die Straße wurde steinig und für unsere Pferde recht schwierig.

Im Lauf des Tages fanden wir für das unausgesetzte Reiten im Schritt in der Pracht der Gegend, welche wir durchzogen, reichliche Entschädigung. Die einförmigen Reisfelder der Ebene hatten ein Ende genommen und eine Vegetation ganz anderen Charakters umfing uns. Wo sich nicht Kaffee- oder Chinabaum-Plantagen befanden, ragte herrlicher Urwald auf. Hinter uns lag die Kultur, vor uns die Natur! Da standen zu beiden Seiten der Straße himmelhohe Rasamala-Bäume (Altingia excelsa, zur Familie der Hamamelideen gehörig), deren bis zu 45 m emporwachsende Stämme nächst dem Teak-Baume das beste Zimmerholz liefern; Palmen aller Arten; Bananen und Banianen; Urostigma-Arten(Urostigma religiosum, altissimum); allerlei niedere Unvaldbäume, wie Ficus valida, obovata, javanica und Myristica-Arten; dichte Gruppen von Bambusaceen u. s. w. Dazwischen wuchern auf das üppigste kraut- oder baumartig alle erdenklichen Farne und in reichster Blütenpracht und in hunderterlei Formen Orchideen, malayisch Angrek genannt. Hier sah ich zum ersten Mal solche Pflanzen im Freien blühen und schwelgte in dem Anblick der fast überreichen Fülle zauberhaft schöner Blüten.

Der Weg schlängelt sich unablässig bald über Höhen, Kämme. Sättel hinab in grüne Täler, bald steil empor zu schroffen Bergen; die Straße scheint trotz ihrer Breite nie von Wagen befahren, sondern nur von Reitern und Fußgängern benützt zu werden. Die Erhaltung der Straße ist wegen der bedeutenden Steigungen und der starken Regengüsse dieser Zone eine außerordentlich schwierige; alle 4 m bis 5 m steht ein mit einer Nummer versehener Stein, der je die Strecke bezeichnet, welche partieweise von den Bewohnern der nächstgelegenen Dörfer zu erhalten ist.

Von Zeit zu Zeit erblickt man, insbesondere wo Plantagen nahe sind, kleinere Ansiedlungen, die, ganz aus Bambus gebaut, einen netten, freundlichen Eindruck machen und der vielen Regen halber fast ausnahmslos auf Pfählen angelegt sind. Trotz der Wildnis, in der wir uns befanden, waren Ausläufer der Kultur auch schon in diese Dörfer gedrungen; Beweis dessen, dass ich in einem der Häuser eine Singer-Nähmaschine vorfand!

Die Bevölkerung dieses Gebietes scheint noch devoter zu sein als jene im nördlichen Teil; denn schon in großer Entfernung von uns nahmen hier alle, ihre Ehrfurcht zu bezeigen, die übliche hockende Stellung ein, wobei Kopf und Blick gesenkt gehalten wurden, als sei niemand würdig, uns in das Antlitz zu sehen.

Ich ritt auf dieser Tour einen alten, aus Australien importierten Schimmel Namens „Ratu“, der mich trotz seines hohen Alters in einer Art Schnellschritt in 4 1/2 Stunden zu den Cinchona-Plantagen in Sukanagara (Soekanagara) brachte. Hier lud uns der Administrator Herr Vlooten ein, in seinem sehr nett eingerichteten, ebenerdigen Haus bei einem Frühstück zu rasten. Mit großem Vergnügen nahm ich das freundliche Anerbieten an und verweilte eine halbe Stunde in dem Herrenhaus zu Sukanagara, in dem ich zu meinem Erstaunen auch einen Ofen vorfand. Auf mein Befragen erklärte mir Herr Vlooten, es sei hier in 877 m Höhe über dem Meer besonders des Morgens im August zuweilen so kühl, dass er sich gezwungen sehe, zu heizen. So nahe am Äquator hatte ich dies nicht für möglich gehalten!

Wieder im Sattel, traten wir, die ausschließlich mit Cinchona bebaute, ziemlich ausgedehnte Plantage hinter uns lassend, in den Urwald ein. Wir hatten in Sukanagara Pferde gewechselt und ich ritt nun eine zierliche, von Baron van Heeckeren gezogene Vollblutstute, die früher auf der Rennbahn manchen Preis davongetragen hatte.

Kaum im Wald, wurden wir an die noch herrschende Regenzeit durch einen heftigen Guss erinnert; zuerst fielen schwere Tropfen und endlich ging ein tüchtiges Gewitter nieder, welches durch seine Wucht im Verlauf einer halben Stunde alle Rinnsale, Bäche und Flüsse so anschwellen ließ, dass wir nur mit aller Mühe zwei sonst ganz harmlose Flüsschen zu passieren vermochten. Das erste Wässerchen, der Tji Djampang, konnte eben noch durchritten werden, obgleich die hochgehenden Wellen beinahe über uns und den Pferden zusammenschlugen: beim zweiten, dem Tji Lumut, war an ein Durchreiten nicht mehr zu denken; wir mussten uns auf einem Bambusfloß übersetzen lassen, während die Pferde, am Zügel gezogen, die Strömung durchschwammen.

Ich bemerkte hier zwei große schwarze Affen von der Art, welche die Javanen Budeng nennen (Semnopithecus maurus), in dem Geäst eines hohen Baumes, woselbst die langschwänzigen Vierhänder Schutz vor dem Wetter gesucht hatten. Die Regenströme weichten den Weg auf, der lehmige Boden wurde äußerst glatt und für die Pferde schwierig, so dass wir nur langsam fortkamen. Der Urwald hatte nun stellenweise aufgehört und holzfreien Lehnen und Bergabhängen Platz gemacht, die mit Alang dicht bewachsen waren.

Gegen Abend passierten wir noch auf einer hohen, gedeckten Brücke den Tji Buni (Boeni), der wie einer unserer heimatlichen Gebirgsflüsse schäumend über die Felsen toste und sich endlich in einer engen Klause unseren Blicken entzog. An dem jenseitigen Ufer winkte mitten aus dem Grünen das Dörfchen Tanggeng entgegen, wo uns das Gouvernements-Bungalow, malayisch Passang Rahal, eine Herberge für Regierungsbeamte, die Nacht über aufnehmen sollte. Gamelang-Musik ertönte am Eingange des Ortes, während eine Schar von Dorfschönen der Freude über unsere Ankunft dadurch Ausdruck gab, dass sie lachend und singend mit Bambusstäben auf einen hohlen Holzklotz loshieb, demselben auf diese Art brummende Weisen entlockend.

Dieses Rasthaus ist ebenfalls nur aus Bambus gebaut und hatte gerade Raum genug für unser sechs — mich, Wurmbrand, Prònay. Clam, Kerkhoven und Heeckeren — während das Gefolge auf der Veranda übernachten musste; hinter dem Haus sind einfache Stallungen für Pferde angebracht.

Wir vertauschten unsere völlig durchnässte Kleidung mit trockenen Gewändern, nahmen ein frugales Mahl und saßen rauchend noch durch kurze Zeit auf der Veranda, während aus der Ferne die an unsere südslavische Musik erinnernden Töne des Gamelang erklangen. Dann ging es, da wir einen starken Marsch hinter uns hatten, zu Bette. Das eintönige Zirpen einer großen javanischen Heuschrecke und das leise Summen einer Unzahl von Käfern, Schmetterlingen und anderen Insekten, die alle im Hause Schutz vor dem Regen gesucht hatten, wiegten uns in erquickenden, wohlverdienten Schlummer.

Links

  • Ort: Tanggeng, Indonesien
  • ANNO – am 17.04.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Die neue Zeit“, während das k.u.k. Hof-Operntheater das Ballet „Cavalleria Rusticana“ aufführt.

Cianjur, 16 April 1893

This regent too wanted me to enjoy a hunt. He therefore invited me to a deer hunt in his favorite private hunting ground Panoembangan. Cianjur was still asleep when we left the small town. Only here and there a Chinese was visible who was just opening his shop. But the tireless escort was already in the square and accompanied us at a brisk gallop which again put some of the gentlemen in a tough situation. After only a few Paals (1 Paal = 1506.9 m), their up to then considerable number of riders had reduced itself to a minimum as some had been separated from their horses and others did not manage to guide their horses past the houses along the road.

This time we did not use the large government carriage as in earlier occasions but a very light hunting wagon with a roof which was much faster but had the big disadvantage of being built only for the short legs of the natives and we thus were sitting in a very uncomfortable position.

First the road led across the plain through a valley of many villages and numerous rice paddies. Then we turned to the north-east and reached a mountainous terrain which contained besides a few plantation mostly savannah of alang and forests.

In this mountainous terrain we advanced naturally much slower than in the valley below despite the exertions of our ponies. Some inclines could only be conquered with the assistance of an army of coolies who pushed behind each wagon, heaving and dragging while the coachmen were shouting and cracking their whips.

Strange were the numerous bamboo bridges of the roads we drove through. At a glance these filigrane constructions seemed not to look very trustworthy, as the trusses were only about 30 cm strong bamboo poles while the cross beams are even thinner. There are no pillars, the bridge hangs freely over the valley or river on bamboo ropes that are tied on both sides to trees.  Solid bridge fillings is missing too. It is replaced by woven bamboo fibers that resemble a mat. If a wagon is driving over such a bridge, the whole construction is swinging and creaking alarmingly even though the elastic material is said to have great lifting power. The Dutch resident seemed to be of a different opinion and not have much trust in the bridges in his residency as he asked us repeatedly to leave the carriage and pass the bridge on foot. Very naive was the behavior of the coolies: In the opinion to reduce the strains upon the bridge, about fifty guys carried the wagons across.

After a drive of three hours we finally arrived with our horses completely spent at the regent’s delicate hunting lodge built out of bamboo. The friendly owner offered us first a snack and use the time it took to eat to make final preparations with the hunters.

On a mountain ledge we saw an immense crowd of drivers who were beautifully assembled from the valley up to the top of the mountain.

The hunting ground was this time a mountain range without trees, completely covered in tall thick alang grass through which the drivers were to march towards us. Along a foot path on the ledge we were assigned raised stands all made out of bamboo that offered a view upon the grass jungle. The brave people had decorated my raised stand with crossed flags in black-yellow and red-white. As much as I appreciated the attention, I still asked to remove the flags as it would chase away the game.

I took up position at the outward right flank; next to me were the other gentlemen of my entourage. At a sign from the regent the drive started with the terrible noise of the drivers who advanced concentrically from the hills toward our position.They happily used their bamboo rattles which jumped up and down the whole line like platoon fire. Strangely the drive advanced in complete order even if at a very slow pace.

Just at the start of the hunt I saw an animal and a a calf cross at a large distance; after a while they came a bit closer in full flight and I managed to kill the animal. When the drivers had approached to about 800 paces, a strong animal and a spike became visible that collapsed after fleeing from my shots and died. Finally — the drivers were already close to the dais — a good deer escaped out of a bamboo thicket and fled just in my direction. Hit by my fire, it collapsed.

The other shooters had not killed anything; Wurmbrand shot in vain at long distance at an animal while one of the other gentlemen saw the game flee before he had even arrived at his hunting position.

The six-ender antler of the deer I killed was still in velvet. The deer on Java as well as those in India seem not to have a season for casting the antlers as at the same time there are deer with totally used up antlers, deer in velvet and those that had cast off their antlers.

Questioned about the reasons for the meager result of the hunt the native hunter explained that the current time period was not very favorable for a deer hunt as the abundant rain had led to very tall grass which made the finding of game and the hunt much more difficult.

By the way, the big game has already been mostly killed in the whole of Java. Hunting is free, the Javanese nobles are eager hunters and everywhere everything is mercilessly hunted that comes into view. The quantity of game that the island originally had may be assessed by the following:  When 25 years ago a Dutch resident visited one of the provinces of central Java, the native regent organized a hunt in which 1200 pieces of game were killed on a single day.This fact was reported to me by an eye witness who also said that the area was foul for weeks afterwards as the killed game could not be removed due to a lack of manpower but left behind on the spot.

At the end of the hunt all the drivers, more than 2000 men in numbers, streamed to my dais and started upon the sign of the chief hunter, a small old man, into a deafening cheer that nearly made the air tremble. The four bagged pieces were laid out beside the dais and soon I was standing in a a downpour of hats as the densely packed crowd had thrown their straw or bamboo hats into the air in order to applaud again.

Even more original was the procession to the hunting lodge. This procession was led by uniformed minor officials who performed a jig in front of the game carried on poles like King David did in front of the ark of the covenant. Then followed  the 2000 drivers, in whose midst I was quasi wedged in, all of them shouting and crying and making noise with bamboo rattles. A stranger who encountered this procession would think that a legion of madmen had escaped out of the madhouse and was enjoying their regained freedom. At the hunting lodge, the exaltation fortunately stopped.

Links

  • Location: Cianjur, Indonesia
  • ANNO – on 16.04.1893 in Austria’s newspapers. The Wiener Salonblatt mentions that FF has set course for Java from Singapore on 11 April 1894.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Das Heiratsnest“, while the k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera „Margarethe (Faust)“.

Tjiandjur, 16. April 1893

Auch dieser Regent wollte mir ein Jagdvergnügen verschaffen. Er lud mich daher zu einer Hirschjagd in seinem Privat-Lieblingsrevier Panumbangan (Panoembangan) ein. Tjiandjur lag noch im Schlaf, als wir das Städtchen verließen: nur hie und da wurde ein Chinese sichtbar, der sich anschickte, seinen Kaufladen zu öffnen. Doch die unermüdliche Eskorte war schon auf dem Platz und begleitete uns in flottem Galopp. welcher nun allerdings wieder manchem der Herren schlecht anschlug: denn nach den ersten paar Paals (Pfahl; 1 Paal = 1506.9 m) hatte sich die früher bedeutende Anzahl der Reiter auf ein Minimum reduziert, da sich einige von ihren Rossen getrennt hatten, andere aber ihre Gäule absolut nicht an den am Weg liegenden Häusern vorbeizusteuern vermochten.

Wir benützten diesmal nicht wie bei früheren Gelegenheiten eine große Staatskarosse, sondern einen ganz leichten, mit einem Dach versehenen Jagdwagen, der zwar rascher von der Stelle kam, dagegen aber den großen Nachteil hatte, dass er nur für die kurzen Beine der Eingeborenen berechnet war und wir daher äußerst unbequem saßen.

Zuerst ging’s in der Ebene durch ein mit vielen Ortschaften besiedeltes Tal fort, in dem zahlreiche Reisfelder sichtbar waren; dann bogen wir in nordöstlicher Richtung ab und erreichten ein gebirgiges Terrain, das neben vereinzelten Plantagen zumeist Alang-Savannen und Waldungen aufwies.

In dem gebirgigen Terrain kamen wir natürlich, obschon unsere Ponies eifrig ausschritten, weit langsamer vorwärts als zuvor in der Ebene; manche Steigung konnte nur mit Hilfe einer ganzen Heerschar von Kulis überwunden werden, die sich, während die Kutscher schrien und mit den Peitschen knallten, hinter jedem Wagen schiebend, stoßend, zerrend drängten.

Eigentümlich waren die vielen Bambusbrücken der durchfahrenen Strecke. Flüchtig besehen, machen diese filigranartigen Bauten einen keineswegs sehr vertrauenerweckenden Eindruck; denn die Unterlagsbalken bestehen nur aus etwa 30 cm starken Bambusstöcken, während
die Querbalken noch weit dünner sind. Pfeiler gibt es nicht; stets schwebt die Brücke frei über dem Tal oder über dem Fluss an Bambusstricken, die auf beiden Ufern an Bäumen befestigt sind; solide Brückenstreu fehlt ebenfalls; sie wird durch ein Geflecht aus Bambusfasern ersetzt, das einer Matte ähnelt. Fährt nun ein Wagen über eine solche Brücke, so schwingt und knarrt das ganze Machwerk sehr bedenklich, obschon dem elastischen Material große Tragkraft nachgerühmt wird. Der niederländische Resident schien allerdings anderer Meinung zu sein und den Brücken in seiner Residentschaft kein allzugroßes Vertrauen entgegenzubringen; denn er bewog uns wiederholt, den Wagen zu verlassen und Brücken zu Fuß zu passieren. Sehr naiv benahmen sich in solchen Fällen die Kulis; in der Meinung, hiedurch die Belastung der Brücke zu vermindern, trugen etwa 50 solcher Bursche den Wagen hinüber.

Nach dreistündiger Fahrt kamen wir endlich mit unseren ganz erschöpften Pferden bei dem zierlich aus Bambus gebauten Jagdhause des Regenten an. Der freundliche Hausherr bot uns zunächst einen Imbiss an, um während der Zeit, welche die Mahlzeit in Anspruch nahm, noch die letzten Vorbereitungen mit den Jägern besprechen zu können.

Auf einer Berglehne erblickten wir eine unzählbare Treiberschar, die, schön ausgerichtet, vom Tal an bis zu der Höhe des Berges empor aufgestellt war. Die Jagdgelegenheit zeigte sich diesmal als eine baumlose, mit hohem, dichtem Alanggras völlig bewachsene Hügelkette, welche gegen uns zu durchgetrieben werden sollte. Längs eines Fußweges, der sich die Lehne hinanzog, wurden uns die durchwegs aus Bambus gefügten Hochstände angewiesen, welche Ausschuss in das Grasdschungel boten. Die guten Leute hatten meinen Hochstand mit gekreuzten schwarz-gelben und rot-weißen Flaggen geschmückt. So sehr ich über diese Aufmerksamkeit gerührt war, bat ich doch, die Fahnen zu entfernen, da sie das Wild wohl verscheucht hätten.

Ich nahm den äußersten Stand am rechten Flügel ein; an mich anschließend waren die anderen Herren der Begleitung verteilt. Auf ein Zeichen des Regenten hin begann nun der Trieb mit einem furchtbaren Lärm der Treiber, welche von allen Hügeln konzentrisch gegen unsere Stände vorzugehen hatten und hiebei auf Klappern aus Bambus lustig loshieben, was sich wie ein Pelotonfeuer in der ganzen Linie fortpflanzte. Merkwürdigerweise ging der Trieb, obwohl sehr langsam, doch in Ordnung vor sich.

Gleich zu Anfang des Triebes sah ich ein Tier und ein Kalb in großer Entfernung vorüberwechseln; nach kurzer Zeit kamen sie, etwas näher, in voller Flucht zurück, wobei es mir gelang, das Tier zu erlegen. Als die Treiber sich auf ungefähr 800 Schritte genähert hatten, zeigten sich ein starkes Tier und ein Spießer, die auf meine Schüsse nach einigen Fluchten verendend zusammenbrachen. Endlich — die Treiber waren schon knapp beim Stand — wurde aus einem kleinen Rohrdickicht ein guter Hirsch flüchtig, der gerade die Richtung auf mich zu nahm und von mir getroffen im Feuer roulierte.

Von den anderen Schützen war leider nichts erlegt worden; Wurmhrand hatte vergeblich auf weite Distanz nach einem Tier geschossen, während bei einem anderen der Herren Wild schon aus dem Trieb flüchtig wurde, als der Schütze eben bei seinem Stande anlangte. Das Sechsergeweih des von mir erlegten Hirsches war leider noch im Bast. Die Hirsche in Java sowie jene in Indien scheinen keine bestimmte Abwurfzeit zu haben; denn zu gleicher Zeit kommen Hirsche mit ganz verschlagenem Geweihe, Hirsche im Bast und solche mit abgeworfenen Stangen vor.

Über die Ursachen des geringen Ergebnisses der Jagd befragt, erklärten die eingeborenen Jäger den gegenwärtigen Zeitpunkt als einen für die Hirschjagd besonders ungünstigen, da jetzt des reichlich gefallenen Regens halber das Gras noch viel zu hoch stehe, was das Abspüren des Wildes und das Jagen wesentlich erschwere.

Übrigens ist das größere Wild in ganz Java schon stark abgeschossen; die Jagd ist frei, die vornehmen Javanen sind eifrige Jäger und allenthalben wird unbarmherzig alles beschossen, dessen man ansichtig wird. Für die Menge Wildes, welche die Insel einst besessen hat, spreche das Folgende: als vor 25 Jahren ein neuer niederländischer Resident in eine der Provinzen Mitteljavas gekommen war, gab ihm der eingeborene Regent eine Jagd, bei welcher an einem Tage 1200 Stück Hochwild zur Strecke kamen. Dieses Faktum wurde mir von einem Augenzeugen berichtet, der mir nebstbei erzählte, dass jene Gegend wochenlang ganz verpestet gewesen sei, da aus Mangel an Arbeitskräften das erlegte Wild nicht weggeschafft werden konnte, sondern an Ort und Stelle liegen gelassen werden musste.

Nach Beschluss der Jagd kam die ganze, über 2000 Mann zählende Treiberschar zu meinem Stand geströmt und brach auf ein Zeichen des Oberjägers, eines kleinen, alten Mannes, in ein betäubendes Freudengeheul aus, das schier die Luft erzittern machte. Die vier erlegten Stücke wurden neben dem Stand gestreckt, und alsbald stand ich in einem förmlichen Platzregen von Hüten, da die ganze mich dicht umdrängende Schar, um ihren Beifall neuerdings kundzugeben, ihre riesigen Stroh- und Bambushüte in die Luft warf.

Noch origineller gestaltete sich der Zug zum Jagdhaus hin. Dieser wurde von den uniformierten Unterbeamten eröffnet, die, wie einst König David vor der Bundeslade, vor dem auf Stangen getragenen Wild einen Freudentanz aufführten; dann kamen die 2000 Treiber, in deren Mitte ich sozusagen eingekeilt war, alle schreiend, heulend und mit den Bambusklappern lärmend. Ein Unbeteiligter, dem dieser Zug begegnet wäre, hätte glauben müssen, eine Legion Tollhäusler sei ihren Asylen entsprungen und genieße in tobender Weise die wiedererrungene Freiheit. Beim Jagdhaus legte sich zum Glück die Begeisterung.

Links

  • Ort: Tjiandjur, Indonesien
  • ANNO – am 16.04.1893 in Österreichs Presse. Das Wiener Salonblatt vermeldet die Abreise von Singapur in Richtung Javas am 11. April 1893.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Das Heiratsnest“, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper „Margarethe (Faust)“ aufführt.