Bhanderia, 25 March 1893

Unfortunately this was the last hunting day in Nepal!

The brave natives did their utmost to get me a tiger for the farewell. In multiple locations of the jungle bulls were bound in place and in the morning there was truly a report that in two locations there had been kills. While the camp at Katni was being dismantled in order to transfer it to Bhanderia, 10 km distant, we rushed to the first location of a kill which was just in the place where I had shot the panther the day before. According to the shikaris the confirmed tiger was the one that had killed an animal the day before and dragged it for 400 paces. This seemed to be an experienced tiger that had probably survived a hunt because, when we arrived on the spot, the shikaris reported that they had seen the tiger but failed to encircle it. Probably the tiger had escaped — that they wouldn’t admit — in a very skilful way.

As we had to look for the tiger in the direction that fled, a line was formed and a beautiful forest crossed. It was evident to order not to fire on any other animals. By chance, as always happens in such cases, we discovered a large number of the most interesting game and within close shooting distance: capital chitals, muntjacs, even timid swamp deer dared to approach close to our elephants. After a long search, the shikaris gave up their hope of finding a tiger.

Breakfast was intended to sweeten the necessary consultation. I was already on the verge of enjoying myself. But no breakfast was prepared as the people in charge of it got lost with their elephants in the jungle; after barely half an hour, the carriers of supplies arrived attracted to the correct location by the hungry and thirsty cries of our English companions, so that we could breakfast for an hour.

In the mean time the shikaris advanced with the hunting elephants to track another tiger. We followed on riding elephants, passed by the empty camping location of Katni and finally found the shikaris at the shore of a river in a high reed jungle where they had encircled not a tiger but instead a panther. We had just climbed into our haudas, when the reed moved and the panther escaped out of the ring in full flight through a spot loosely guarded by elephants, without a possibility of firing a shot in the reed.

But this didn’t perturbate the shikaris used to such events — a few commands shouted out, the circle opened, the wings spread out anew and after about 200 paces closed again, so that only a few minutes later the panther was encircled again. It tried to escape again but was stopped by a dense phalanx of elephants and fled in the opposite direction only to be shot by me.  This panther was even stronger than the one from the day before.

On the way back from hunting the panther through a thick forest, consul general Stockinger suffered a slight mishap, as he was struck so hard on the head by a falling branch that one could see the  hit’s bloodshot marks on the forehead.

In the bright moonlight we occupied the new camp at Bhanderia south of Katni.

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  • Location: Bhanderia, Nepal
  • ANNO – on 25.03.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Rosenkranz und Güldenstern“, while the k.u.k. Hof-Operntheater is performing once again „Die Rantzau“.

Bhanderia, 25. März 1893

Leider der letzte Jagdtag in Nepal!

Die guten Eingeborenen taten ihr Möglichstes, um mir zum Abschied noch einen Tiger zu verschaffen. An verschiedenen Stellen des Dschungels waren Büffel angebunden worden, und am Morgen kam auch tatsächlich die Meldung, dass an zwei Plätzen Stücke gerissen worden seien. Während nun das Lager in Katni abgebrochen wurde. um nach dem 10 km entfernten Bhanderia verlegt zu werden, eilten wir zu dem ersten Killplatz, der sich eben dort befand, wo ich gestern den Panther geschossen hatte. Nach Ansicht der Schikäris war der bestätigte Tiger jener, der tagszuvor ein Stück gerissen und 400 Schritte weit hinweggeschleppt hatte. Dieser schien ein erfahrener Tiger zu sein, der wohl auch schon eine Jagd mitgemacht hatte; denn als wir am Stelldichein anlangten, meldeten uns die Schikäris, sie hätten einen Tiger gesehen, ihn aber nicht einkreisen können. Vermutlich — das wollten sie nicht eingestehen — war ihnen der Tiger auf irgend eine geschickte Weise entschlüpft.

Da wir den Tiger nunmehr in der Richtung, die er genommen, suchen sollten, wurde die Linie gebildet und ein schöner Wald durchstreift. Wie selbstverständlich war die Parole ausgegeben worden, hier auf kein anderes Tier zu schießen. Doch fügte der Zufall, wie fast stets in solchen Fällen, dass uns eben hier eine große Anzahl des interessantesten Wildes zu Gesicht und in beste Schussnähe kam; kapitale Axishirsche, Bellende Hirsche, selbst scheue Sumpfhirsche wagten sich nahe an unsere Elephanten heran. Nach langem Streifen gaben endlich die Schikäris die Hoffnung auf, den Tiger zu finden.

Ein Frühstück sollte nun die notwendige Beratung versüßen. Schon wollte ich frohlocken; denn kein Frühstück war zur Stelle, da die Leute, denen es anvertraut worden war, sich mit ihren Elephanten in dem Dschungel verirrt hatten; aber kaum eine halbe Stunde später kamen die Proviantträger, durch die von Hunger und Durst erpressten Rufe unserer englischen Gefährten auf den rechten Weg gebracht, herbei, so dass eine Stunde lang gefrühstückt werden konnte.

Mittlerweile waren die Schikäris mit den Jagdelephanten vorausgeeilt, einen anderen Tiger abzuspüren. Wir folgten auf Reitelephanten, kamen an dem verlassenen Lagerplatz von Katni vorbei und fanden die Schikäris endlich am Ufer eines Flusses in einem hohen Schilfdschungel, wo sie zwar keinen Tiger, wohl aber einen Panther eingekreist hatten. Wir waren kaum in unsere Häudas geklettert, als sich auch schon das Schilf bewegte und der Panther in voller Flucht an einer der weniger dicht mit Elephanten besetzten Stellen den Ring durchbrach, ohne dass in dem Schilf ein Schuss angebracht werden konnte.

Doch das brachte die an derlei schon gewöhnten Schikäris nicht aus der Fassung — einige Kommandorufe, der Kreis öffnete sich, die Flügel liefen neuerdings aus, um sich nach 200 Schritten wieder zu schließen, so dass nach wenigen Minuten der Panther abermals eingekreist war. Er versuchte es von neuem mit dem Durchbrechen, kam aber diesmal an eine dichte Phalanx von Elephanten und wurde in entgegengesetzter Richtung flüchtig, um schließlich von mir rouliert zu werden. Dieser Panther war noch stärker als jener des Vortages.

Auf dem Heimweg von der Pantherjagd, der durch einen dichten Wald genommen wurde, widerfuhr unserem Generalkonsul Stockinger ein kleines Missgeschick, indem ihn ein herabfallender Baumast so heftig am Kopf traf, dass die Stirne die blutunterlaufenen Spuren des Schlages zeigte.

Bei klarem Mondscheine wurde das südlich von Katni bei Bhanderia aufgeschlagene Lager bezogen.

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  • Ort: Bhanderia, Nepal
  • ANNO – am 25.03.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Rosenkranz und Güldenstern“, während das k.u.k. Hof-Operntheater „Die Rantzau“ aufführt.

Katni, 24. März 1893

Die Eingeborenen hatten für heute mit voller Bestimmtheit einen Tiger erwartet, da sie an einem sehr günstigen Platz mehrere Büffel angebunden hatten. Als nun um 9 Uhr morgens berichtet wurde, ein Tiger habe gerissen, gingen alsbald die Häuda- und Jagd-Elephanten ab, während wir erst eine Stunde später folgten. Trotz des Vorsprunges holten wir die Mahauts bald ein, die es nicht sehr eilig zu haben schienen, da wir sie mit ihren Elephanten in einem Fluss badend fanden. Nun hieß es warten, bis die Schikäris mit einer Anzahl von Elephanten in das Dschungel abgegangen waren, in welchem sie den Tiger zu bestätigen hofften.

Eigentümlicherweise scheinen es die Leute nicht gerne zu sehen. dass wir dem ersten Bestätigen und Einkreisen beiwohnen; wir warteten daher längere Zeit im Schatten hoher Sal-Bäume ab, bis endlich der Ober-Schikäri das Zeichen gab und wir uns in Bewegung setzten, um nach einigen hundert Schritten eine Anzahl Mahauts zu finden, die ratlos umherstanden und uns erzählten, man suche den Tiger, könne ihn aber in der Nähe des gerissenen Stückes nicht finden. Noch während dieser Erklärung hörten wir in nächster Nähe „Bagh, Bagh“ rufen und alsbald schien der ganze Wald Leben zu bekommen; denn aus allen Richtungen kamen Elephanten mit ihren Führern herbeigestürzt, die sich auf der Suche befunden hatten, und auch wir eilten so rasch als unsere Elephanten vermochten, der Stelle zu, wo „Bagh“ gerufen worden war, während die Treiber trotz der scheinbaren Unordnung sich eifrigst bemühten, einen Kreis zu formieren.

Mein Elephant ging in Riesenschritten durch das dichte Baumdschungel. Ich war vollauf damit beschäftigt, mich gegen die vielen in die Häuda schlagenden Äste zu schützen, als ich links von mir großes Geschrei vernahm, und gleich darauf, ziemlich weit, ein Axishirsch und beinahe in seinen Spuren ein starker Panther in voller Flucht vorbeiwechselten. Seiner Größe wegen hielt ich im ersten Augenblick den Panther für einen Tiger und schoss, obgleich die Distanz sehr bedeutend war, nachdem ich noch Zeit gefunden, meinem Mahaut „Rok!“ zuzurufen. Ich glaubte bestimmt, gefehlt zu haben, da der Panther, ohne zu zeichnen, flüchtig weiter ging und an den sich nach und nach, glücklicherweise aber noch zu rechter Zeit schließenden Kreis prallte, wo ihn das Geschrei der Elephantenführer zurückscheuchte.

Der Panther kam alsbald unter einem Baum hervor, unter welchem er sich nach Katzenart geduckt hatte, direkt auf mich los. Als ich im günstigsten Augenblick abdrückte, um in rascher Folge beide Schüsse abzugeben, versagte das Gewehr, weil mein Jäger in der Aufregung unterlassen hatte, dasselbe nach dem Abfeuern der beiden zuvor auf den Panther abgegebenen Schüsse, von neuem zu laden. Ich vergass aber meinen Unmut über diesen Zwischenfall rasch, da der Panther neuerdings eine Wendung machte und zum zweiten Mal flüchtig an mir vorbeikam, wobei ich ihn im Feuer roulierte. Mit Recht lassen die Eingeborenen bei jedem größeren, erlegten Stück Raubwild einige Zeit verstreichen, bevor sie sich ihm nähern. Auch der eben getroffene Panther erhob sich, wiewohl er bereits verendet schien, brüllend aufs neue, als wir an ihn herankamen, so dass ich ihm einen Fangschuss geben musste.

Der Tod dieses Panthers schien den Leuten viele Freude zu machen, da sie behaupteten, dieses auffallend große Männchen habe in den nahe befindlichen Herden sehr viel Schaden angerichtet und sei als furchtbarer Feind wohlbekannt. Der Panther hatte eine besonders schöne, goldgelb gefleckte Decke und schien in der Tat ein alter, sehr kampflustiger Bursche gewesen zu sein; denn sein ganzer Leib war mit Bisswunden bedeckt und der rechte Reißzahn war ihm, wahrscheinlich von einem Eingeborenen, mit Schrot ausgeschossen worden, deren sich noch einige in der Zahnwurzel fanden. Unter der Decke staken zahlreiche abgebrochene Spitzen von Schweinsstacheln; Stachelschweine sollen eben eine Lieblingsnahrung der Panther bilden, doch geht’s dabei nicht ohne Kampf ab, wie die Spuren bei dem erlegten Stück bewiesen.

Die Schikäris wollten nun noch einen Streif versuchen, um den Tiger zu finden, da sie behaupteten, dass nicht der Panther das am Morgen gekillte Stück gerissen haben könne, sondern dass ein Tiger der Täter gewesen sein müsse, weil der Büffel 400 Schritte weit fortgeschleppt worden war und ein Panther dies nicht im Stande sei. Die Linie wurde somit formiert und ein Walddschungel durchstreift. Einige Flussläufe, sowie mehrere recht schlechte Übergänge wurden durchquert, vom Tiger aber war keine Spur.

So wurde denn General-shooting angeordnet. Unter Leitung des Residenten wendeten wir uns ganz südlich, passierten, einen Fluss überschreitend, sogar die Grenze, jagten eine Weile hindurch in Britisch-Indien und kehrten mit einer Schwenkung wieder auf nepalisches Gebiet zurück. Es kam uns zwar kein Wild neuer Gattungen unter, dafür waren aber zahlreiche Wildschweine und Pfaue, sowie allerlei andere jagdbare Tiere vorhanden; auch erlegten wir wieder mehrere Exemplare des schönen Zibethmarders.

In einer Entfernung von 8 km vom Lager wurde nach Sonnenuntergang die Linie aufgelöst und von den Eingeborenen ein sehr komisches Wettrennen sämtlicher 150 Elephanten nach dem Lager arrangiert. Mit erstaunlicher Schnelligkeit bewegten sich die Tiere, von ihren Mahauts auf das eifrigste angetrieben, vorwärts, und wir unterhielten uns, obwohl erbarmungslos in unseren Häudas umhergeschleudert, bei diesem seltsamen Rennen dennoch ganz prächtig. Nicht wenig Stolz erfüllte mich, als mein großer Elephant der ersten einer das Ziel erreichte; allerdings hatte ich auch zwei eingeborene Elephanten-Jockeys, einen rechts, den anderen links von mir, die unausgesetzt mit kurzen Holzkeulen auf die dicke Haut des Elephanten droschen, um ihn in seinen besten Trab zu bringen.

Wie wir bei der Ankunft im Lager erfuhren, hatte hier während unserer Abwesenheit eine Leichenfeier stattgefunden, da ein in der vorangegangenen Nacht verstorbener Kuli verbrannt worden war.

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  • Ort: Katni, Nepal
  • ANNO – am 24.03.1893 in Österreichs Presse. Das Ausstellungs-Komitee für die Weltausstellung in Chicago hat Erzherzog Karl Ludwig sein Konzept „Alt-Wien“ vorgestellt. Dieser hat Franz Ferdinands Besuch der Ausstellung zugesagt.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Faust“, während das k.u.k. Hof-Operntheater das Ballet „Ein Tanzmärchen“ aufführt.

Katni, 24 March 1893

The natives were expecting a tiger with full certainty as they had bound many bulls at a very suitable spot. When it was reported at 9 o’clock that a tiger had killed, the hauda an hunting elephants soon departed. We followed an hour later. Despite the head start, we soon caught up with the mahauts who did not seemed pressed for time as we found them and their elephants bathing in the river. Now it was time to wait until a number of elephants were sent out into the jungle in which they hoped to confirm the tiger.

Strangely, the people dislike being observed in the activity of confirming and encircling. We were thus waiting for some time in the shadow of tall shala trees until finally the head shikari signalled us to move. After only a few hundred steps we met a number of mahauts who stood around helplessly and told us that they were looking for the tiger but could not find it near the killed animal. Still during this explanation, we heard someone shout „bagh, bagh“ in the vicinity and suddenly the whole forest was alive. Out of all directions elephants approached with their guides who had been on the lookout. We too rushed as fast as our elephants were able to the spot where the shout of „bagh“ had rung out, while the drivers tried eagerly to form the seeming disorder into a circle.

My elephant advanced in giant steps across the thick tree jungle. I was fully occupied with protecting myself against the many branches hitting the hauda when I heard great cries on the left and just thereafter I could see in the distance a chital and almost in its footsteps, a strong panther cross in full flight. Its size made me first assume the panther to be a tiger and fired, despite the great distance, after having found the time to shout „Rok!“ to my mahaut. I believed to have missed as the panther continued to flee without being touched. Fortunately it ran in time against the just forming circle where the shouts of the elephant drivers made it reverse direction.

The panther soon emerged from under a tree where it had hidden in a cat like manner and advanced towards me. When I fired at the most suitable moment to fire two shots, my rifle didn’t go off as my hunter had in the heat of the moment forgotten to reload after I had earlier fired twice on the panther. I quickly forgot my anger about this incident as the panther turned again and passed me for the second time in flight where I shot it. The natives justly wait for some time after the kill of a big predator before they approach it. The wounded panther too rose again even though he had seemed dead, roared again when we came close so that I had to kill it with another shot.

The death of this panther made the people very happy as they claimed that this remarkably big male had caused much damage to the neighboring herds and had been known as a terrible enemy. The panther had an especially beautiful golden yellow spotted skin and seemed really to have been an old, very quarrelsome fellow as its whole body was covered in bite marks and the right fang had been shot away probably by a native with a shotgun as only the root of the teeth remained. Under the skin were numerous broken porcupine pricks.  Porcupines are said to be the panther’s favorite food, but it is obtained not without a fight as the proofs from this bagged animal showed.

The shikaris wanted to attempt another sweep to find the tiger as they claimed that the panther could not have killed the animal in the morning. A tiger must have done it as the bull had been dragged for 400 paces which a panther is not able to do. The line was formed and a forest jungle crossed. Some streams as well as various rather bad crossings were forded, no sight of a tiger, however.

Thus a general shooting was commanded. Directed by the resident we turned straight south, crossed a river and even the border, hunted for a while in British India and returned with a turn back into Nepalese territory. We did not meet new species but bagged numerous wild boars and peacocks as well as all kinds of huntable animals. We also killed multiple specimens of the beautiful small Indian civet.

At a distance of 8 km from the camp after sunset the line was dissolved and a very funny race of all 150 elephants to the camp was arranged by the natives. The animals moved at an astonishing speed, driven most fervently by their mahauts. We amused ourselves splendidly in this strange race despite our being mercilessly flung around in our haudas. I was quite proud that my big elephant was one of the first to reach the goal. He had, though, two native jockeys who, one on the right, the other on the left, continuously beat the thick skin of the elephant with a wooden cudgel to incite the elephant to run at top speed.

Returning to the camp we learned that during our absence a funeral had taken place in which the body of a coolie who had died the day before was burned.

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  • Location: Katni, Nepal
  • ANNO – on 24.03.1893 in Austria’s newspapers. Archduke Karl Ludwig was presented the concept of „Old Vienna“ for the world exhibition in Chicago by the exhibition committee. He in turn has promised that Franz Ferdinand would pay a visit during his stay in Chicago.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Faust“, while the k.u.k. Hof-Operntheater is performing the ballet „Ein Tanzmärchen“.

Katni, 23. März 1893

Mit Spannung warteten wir auf die Berichte, die erst gegen 9 Uhr morgens einliefen und günstig dahin lauteten, dass ein Tiger bestätigt sei. In der Nähe des Platzes, wo ich am 20. März einen Tiger erlegt hatte, trafen wir in einem von hohen Bäumen umgebenen Grasdschungel den Kreis schon formiert an. Hodek, der sich die Erlaubnis erbeten hatte, mit den Schikäris vorauszureiten, rief uns schon von weitem zu, dass im Kreis ein sehr starker Tiger sei, den er genau gesehen habe, da der Tiger beim Einkreisen auf wenige Schritte vor seinem Elephanten aufgesprungen sei. Kaum auf meinem Stand, sah ich schon, dass sich das Gras vor mir bewegte, ja mein Jäger behauptete sogar, den Tiger genau gesehen zu haben. Leider rief mich plötzlich der Resident in der besten Absicht von meinem Stand ab und postierte mich gerade gegenüber auf eine Stelle, die mir einen weit ungünstigeren Ausschuss bot als die erste.

Einige Sekunden später erblickte ich den Tiger vom Gras gedeckt vorwärts schleichen und ließ mich verleiten, zu schießen, worauf er brüllend gegen Wurmbrand flüchtete, von diesem eine Kugel erhielt und, gegen mich zurückstürzend, von mir mit drei Kugeln gestreckt wurde. Nun ging’s gleich an eine genaue Untersuchung, weil Wurmbrand und ich von derselben Seite her geschossen hatten; zu meinem Bedauern wies der Tiger auf dieser Seite nur eine Kugel auf, über welcher meine drei Fangschüsse saßen. Da der Tiger bei Wurmbrand auf dessen Schuss hin gestürzt war, hatte ich offenbar gefehlt und muss gestehen, dass mich diese Tatsache doch mit einem gewissen Schussneid erfüllte, da der Tiger ein besonders starkes, schön gefärbtes Männchen war. Der alte Herr musste schon einmal eine Affaire mitgemacht haben; denn wir fanden zwischen Hals und Blatt eine ganz eingekapselte Rundkugel größten Kalibers, die ihm seinerzeit gewiss viel Unannehmlichkeiten bereitet haben dürfte.

Die Eingeborenen schienen, da in den letzten drei Tagen vier Tiger gefallen waren, ohne dass ich einen derselben erlegt hatte, mit dem Resultat der Jagd nicht einverstanden; sie eilten daher sofort ins Lager, wohin wir ihnen eine Stunde später folgten, zurück, um nachmittags einen Panther aufzusuchen, der in südlicher Richtung vom Lager gerissen hatte. Bei dem Eintreffen im Lager hieß es jedoch, der Panther sei nicht gefunden und als Ersatz für die Jagd auf diesen könne ein General-shooting unternommen werden.

Als wir uns zu diesem rangierten, fiel mir auf, dass hinter der Linie einige Leute Feuer anzündeten, um einen im hohen Dschungel sichtbaren Bau auszuräuchern. Auf mein Befragen wurde mir bedeutet, es handle sich hier nur um eine Spielerei der Leute, worauf wir beruhigt von dannen zogen, eine Ebene am Rand eines größeren Flusslaufes durchstreifend, in der ich wieder eine der schönen Bengal-Trappen mit weißen Flügeln, einen kapitalen Schweinshirsch mit hohem, starkem Geweih und zwei Zibethmarder, sowie verschiedenes kleineres Wild erlegte.

Leider entkam uns eine alte starke Hyäne auf eigentümliche Art. Ich passierte eben ein hohes Grasdickicht, als einige Elephantenführer in meiner Nähe mir auf nepalisch etwas zuriefen und gleich darauf unter Schreien und Gestikulationen ein Stück Wild verfolgten, das sie auch bald eingekreist hatten. Ich frug den neben mir reitenden Residenten, was es sei, worauf mir dieser bedeutete, es sei nur ein Zibethmarder, den man in dem Gras nicht erblicken könne, weshalb ich auch nicht zu der Stelle reiten möge, wo das Tier stehe, da ja doch jedes Bemühen vergeblich sei. Infolge dessen meinen Weg fortsetzend, gerieth ich jedoch in nicht eben freudiges Erstaunen, als ich, zurückblickend, aus dem Dickicht, welches früher leicht zu erreichen gewesen wäre, eine gewaltig große Hyäne springen und flüchtig werden sah. Ihr eine Kugel nachzusenden, verwehrte mir der Umstand, dass sich zwischen der Hyäne und meinem Standpunkt Leute und Elephanten befanden. Clam und Crawford vermochten nur auf weite Distanzen einige erfolglose Schüsse abzugeben.

Als die Jagd beendet war, brachten uns Leute zwei junge Hyänen ins Lager, die sie aus dem Bau, den ich schon bei Beginn der Jagd wahrgenommen, ausgeräuchert und erschlagen hatten; somit hatte ich Ursache, hinterdrein ärgerlich zu sein, über das in jenem Bau steckende Wild die Wahrheit nicht erfahren zu haben, da ich mit großem Interesse dem Ausgraben der jungen Hyänen beigewohnt hätte. Die beim Streif aufgetriebene Hyäne dürfte die Mutter der Jungen gewesen sein, welche bereits die Größe eines ausgewachsenen europäischen Fuchses hatten. Abends statteten wir noch dem Lager unserer Elephanten einen Besuch ab, um sie bei ihrem Abendessen zu beobachten.

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  • Ort: Katni, Nepal
  • ANNO – am 23.03.1893 in Österreichs Presse. Die Neue Freie Presse berichtet über die große Anteilnahme der Bevölkerung am Begräbnis von Jules Ferry in Paris.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Bernhard Lenz“, während das k.u.k. Hof-Operntheater „Die Königin von Saba“ aufführt.

Katni, 23 March 1893

Attentively we were expecting the reports which arrived only towards 9 o’clock in the morning with the good news that a tiger had been confirmed. Close to the spot where I had killed a tiger on 20th March we encountered the circle already completely formed in a grass jungle surrounded by tall trees. Hodek, who had asked for permission to ride  with the advance party of the shikaris, shouted to u from afar that a very strong tiger was inside the circle. He had already closely observed the tiger as it had jumped up just in front of his elephant during the formation of the circle. Having just arrived in my position, I saw the grass move in front of me, my hunter even claiming to have directly seen the tiger itself. Unfortunately the resident called me to abandon my position with the best intention and had me placed exactly on the opposite side which offered a much worse position as the first one.

A few seconds later I saw the tiger covered by the grass sneaking forward and induced me to fire which caused it to flee with a roar towards Wurmbrand who put a bullet in it. It recoiled towards me and I killed it with three bullets. Now it was time to examine it closely as Wurmbrand and I had fired from the same side. To my regret, the tiger had but one bullet on that side, above which were placed my three killing shots. As the tiger fell after Wurmbrand’s shot, I must have apparently and I have to admit that this fact made me quite a bit jealous for Wurmbrand’s shot as the tiger was an especially strong, beautifully colored male. The old guy must have lived through such a procedure as we discovered between the neck and shoulder a fully enclosed round bullet of a large caliber which once must have caused much discomfort.

The natives seemed not to like the hunt’s result as I had not killed a single one of the four tigers bagged during the last three days. They returned to the camp to where we followed them an hour later only for them to go in the afternoon looking out for a panther that had killed to the south of the camp. At our arrival in the camp, it was however reported that the panther had not been found and as a replacement a general shooting would be undertaken.

When we readying us for the shooting, I noticed that some people were setting fire behind the line to smoke out a burrow visible in the high jungle. My question regarding this received the reply that this was only a bit of play of some people. Reassured, we started the hunt in a plain at the shore of a larger river in which I bagged a beautiful Bengal bustard with white wings and a capital hog deer with high strong antlers and two small Indian civets, as well as various other small game.

Unfortunately, a large hyena escaped us in a strange way. I was just passing through a tall grass thicket when some elephant guides close to me shouted something in Nepalese to me and just then started to pursue a piece of game shouting and gesticulating. They had it soon surrounded. I asked the resident who was riding beside me what it was and he answered that it was only a small Indian civet that one could not see in the tall grass and that’s why it would be futile to ride to the animal’s current location. Thus I continued my ride but I was astonished and not particularly pleased, when I looked back, to see a huge hyena emerge and escape out of the easily reachable thicket. I could not send a bullet after it as between the hyena and my position were people and elephants. Clam and Crawford could only fire a few futile shots at great distance.

After the hunt had ended, people brought us two hyenas to the camp which had been smoked out and slain from the burrow we had discovered at the start of the hunt. Thus I had afterwards reason to be angry about not having been told the truth about the game inside the burrow as I would have assisted with great interest in the unearthing of the young hyenas. The hyena killed during the hunt must have been the mother of the young which were already of a size comparable to a grown European fox. In the evening we paid a visit to the camp of our elephants to observe them eating their meal.

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  • Location: Katni, Nepal
  • ANNO – on 23.03.1893 in Austria’s newspapers. The Neue Freie Presse reports about Jules Ferry’s funeral in Paris.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Bernhard Lenz“, while the k.u.k. Hof-Operntheater is performing „Die Königin von Saba“.

Katni, 22 March 1893

Today’s hunt was pretty much a failure, but the true hunter is well advised to remember the saying. „Every day there may be a hunt, but there will not be a catch on every day.“ The weather was just as splendid as it in in our country during especially fine September days.

The morning report said that a strong tiger had killed 11 km to the north of the camp. We therefore should leave quickly and go to the spot of the kill. The hunting and hauda elephants had already left, we followed them in a very pleasant ride through green shala woods to the hunting ground situated almost at the foot of a mountain. There we were received by the shikaris whose faces showed disappointment. The reported that they had already formed a circle but couldn’t find the announced tiger. The native hunting masters as well as the resident who had ridden with us were also very disappointed and after a long war council, had sent out trackers to check the most suitable places in the surrounding areas. Unfortunately in vain.

A breakfast had to save the situation. Afterwards, in want of tigers, there was a  general shooting with meagre results despite spending four hours on it. The good-natured natives were very unhappy about the day’s failure and sent out many people out on the same afternoon to search for tigers in order to promise with certainty a tiger the day after.

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  • Location: Katni, Nepal
  • ANNO – on 22.03.1893 in Austria’s newspapers. Based on one of Franz Ferdinand’s own letters home, the Neue Freie Presse summarizes his days in Jodhpur and mentions the killing of a Tiger at the end of February.
Franz Ferdinand in Jodhpur and hunting tigers in February (Neue Freie Presse, 22 März 1893, S.6).

Franz Ferdinand in Jodhpur and hunting tigers in February (Neue Freie Presse, 22 März 1893, S.6).

  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Kriemhilde“, while the k.u.k. Hof-Operntheater is performing Verdi’s „Der Troubadour“.

Katni, 22. März 1893

Der heutige Jagdtag war ziemlich missglückt, doch der richtige Jäger muss ja des Sprichwortes stets eingedenk sein: »Es ist alle Tage Jagdtag, aber nicht alle Tage Fangtag.« Das Wetter war so herrlich, wie es in unseren Ländern an besonders schönen Septembertagen zu sein pflegt.

Der Morgenrapport lautete, dass ein starker Tiger auf 11 km nördlich vom Lager gerissen habe, weshalb wir sofort nach dem Killplatz aufbrechen sollten. Die Jagd- und Häuda-Elephanten waren bereits vorausgegangen, wir folgten denselben, einen genussreichen Ritt durch einen grünen Sal-Wald bis zum Jagdplatz unternehmend, der fast unmittelbar am Fuß des Gebirges gelegen war. Daselbst empfingen uns die Schikäris mit dem Ausdruck der Enttäuschung in ihren Mienen und meldeten, dass sie bereits einen großen Kreis gemacht, den erwarteten Tiger jedoch nicht gefunden hätten. Die eingeborenen Jagdleiter, sowie der Resident, die mit uns geritten waren, zeigten nicht geringere Enttäuschung und ließen nach langem Kriegsrat, leider vergeblich, noch an den besten Plätzen der Umgebung nach Tigern spüren.

Ein Frühstück musste die Situation retten. Dann wurde in Ermanglung von Tigern ein General-shooting unternommen, welches eine sehr geringe Strecke lieferte, obwohl wir vier Stunden lang streiften. Die gutmütigen Eingeborenen waren über den Misserfolg des Tages sehr unglücklich und schickten, da sie sich für den nächsten Tag sicher einen Tiger versprachen, noch nachmittags eine große Anzahl Leute hinaus, um den Tigern vorzulegen.

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  • Ort: Katni, Nepal
  • ANNO – am 22.03.1893 in Österreichs Presse. Die Neue Freie Presse berichtet von Franz Ferdinands Aufenthalt in Jodhpur Ende Februar auf Basis eines seiner Privatbriefe.
Franz Ferdinand in Jodhpur and hunting tigers in February (Neue Freie Presse, 22 März 1893, S.6).

In Jodhpur jagt Franz Ferdinand Tiger Ende Februar (Neue Freie Presse, 22 März 1893, S.6).

  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Kriemhilde“, während das k.u.k. Hof-Operntheater Verdis „Der Troubadour“ aufführt.

Katni, 21. März 1893

Morgens hieß es, ein starker Tiger habe in der Nacht gerissen und sei in einem nicht sehr entlegenen Dschungel ziemlich sicher bestätigt. Entgegen dem Rat des Residenten, unsere Jäger mit den Häuda-Elephanten vorauszuschicken und erst eine Stunde später selbst nachzufolgen, zogen wir es vor sofort mitzureiten und wurden, auf dem Stelldichein angelangt vom Oheim des Maharadschas mit der Nachricht empfangen, dass der Tiger noch jung wäre und sich beim geschlagenen Stück befände. Als die Flügel voreilten, um den Kreis zu formieren, wurde aus dem Tiger ein Panther und, als der Kreis geschlossen war, aus dem Panther — nichts. Ziemlich enttäuscht verließen wir das Dschungel; doch da die Eingeborenen mit Bestimmtheit auf einen Tiger rechneten und uns versicherten, dass ein solcher sich in der Nähe befände, wurde die Linie gebildet und ein Streif in einem ziemlich lichten, benachbarten Dschungel unternommen, wobei aber auf kein anderes Wild als auf Tiger geschossen werden sollte.

Dem hervorragenden Spürsinn der Schikäris widerfuhr glänzende Genugtuung; denn wir mochten ungefähr eine halbe Stunde gestreift haben, als vom linken Flügel her der Ruf „Bara Bagh“ erscholl. Ich befand mich mit Wurmbrand und Kinsky in der Mitte und musste stehen bleiben, während die Flügel von den Schikäris zur Schließung des Kreises beordert wurden. Mein Mahaut wies, mir „Bagh“ zurufend, beständig gegen einen ziemlich entfernten Grasbusch hin, ohne dass ich jedoch etwas wahrnehmen konnte, da ich beim Halten der Linie in eine sehr ungünstige Position, in eine von Bäumen umgebene Vertiefung geraten war. Um die Anordnungen der Eingeborenen nicht zu beirren, verharrte ich auf meinem Posten und sah, als die Flügel bereits anfingen, den Kreis zu schließen, in beträchtlicher Entfernung von mir einen Tiger zwischen den Bäumen sich im Trolle fortbewegen. In demselben Augenblicke fiel ein Schuss Kinskys, der Tiger stürzte getroffen und tat sich bei einem großen Baum nieder. Kurz darauf schoss Wurmbrand links von mir auf einen schwachen Tiger, den ich nicht sehen konnte und der sich, auch getroffen, in einem Grasbusch verbarg. Unmittelbar nachher sah ich, ebenfalls sehr weit von mir, einen dritten Tiger über eine kleine Blöße direkt gegen Clam wechseln, der ihn roulierte, worauf das Tier noch bei Kinsky durchzubrechen versuchte, von diesem aber einen Fangschuss erhielt.

Bei dem Einschwenken des linken Flügels zur Schließung des Kreises war eine kleine Verwirrung dadurch entstanden, dass ein vierter Tiger durchbrach und Fairholme denselben mit einigen Elephanten besonders einzukreisen versuchte. Stockinger und Prónay wollten die hiedurch eingerissene Lücke verstellen, verloren aber hiebei die Direktion, erschienen im Jagdeifer plötzlich mitten im Kreise vor uns und eröffneten hier, auf den von Wurmbrand angeschossenen Tiger stoßend, auf diesen ein wohlgenährtes Schnellfeuer, so dass er zum Schluss von sieben Kugeln durchbohrt auf die Strecke gebracht wurde.

Da ich sah, dass die Jagd zu Ende war, rief ich Kinsky herbei und zeigte ihm den von ihm angeschossenen Tiger, damit er ihm den Fangschuss gebe. Es war sein erster Tiger, ein starkes Weibchen, die beiden anderen dessen Junge vom Vorjahr. Der vierte Tiger, der hinausgewechselt war, dürfte ein drittes Junges derselben Tigerin gewesen sein.

Bei der heutigen Jagd — einer neuerlichen Probe der Geschicklichkeit, der raschen Orientierung und des richtigen jagdlichen Sinnes der Nepalesen — hatten wir eine uns noch ungewohnte Methode kennen gelernt, nämlich das Einkreisen von Tigern in einem ganz lichten Dschungel ohne Unterwuchs, während die Tiger bisher stets in dichten Gras- oder Schilfpartien eingekreist worden waren. Leider hatte ich infolge meines ungünstigen Standpunktes von der Jagd wenig gesehen; doch erzählte mir Clam, dass er, durch eine Lichtung blickend, ein seltenes Schauspiel genossen habe. Als nämlich die Tigerin die Anwesenheit der vielen sie einkreisenden Elephanten bemerkt hatte. setzte sie sich, offenbar entschlossen, sich selbst und ihre Nachkommenschaft bis zum äußersten zu verteidigen, eines ihrer Jungen zur Rechten, das andere zur Linken, auf die Hinterpranten und begann, nach allen Seiten hin die Zähne fletschend, laut zu brüllen.

Bedauerlicherweise wurde auch bei dieser Jagd ein Elephant verletzt, doch nicht durch Tigerbiss, sondern durch eine Prellkugel, die von einem der glatten Baumstämme abgeprallt sein mochte und dem Elephanten gerade über dem Stoßzahn in den Rüssel gedrungen war. Auch ein Elephantenführer hatte durch einen wahrscheinlich zufolge eines Schusses abgesplitterten Teil eines Astes eine Verletzung davongetragen, die zum Glück ganz gering war; einige Rupien Schmerzensgeld wirkten nach der Miene des Verwundeten zu schließen, wie der beste Balsam. Dass solche Verwundungen vorkommen konnten, erklärt sich daraus, dass man stets gezwungen ist, in den Kreis hineinzuschießen und eben an den glatten Teak- und Sal-Bäumen leicht eine Kugel abprallen kann.

Der alte Oheim des Maharadschas war sehr ungehalten, dass ich keinen Tiger geschossen, beruhigte sich aber, nachdem ich ihm versichert, dass es mich nicht minder freue, wenn die Herren meiner Gesellschaft schössen, und ließ die Linie formieren, um mittels eines Generalshootings in das Lager zurückzukehren. Es ist in der Umgebung unseres Lagers von Katni auffallend weniger Wild als in den ersten Lagern, da die Eingeborenen hier viel schießen. Dieselben bedürfen jedoch zur Erlegung von Tigern besonderer Erlaubnis, welche dann erteilt wird, wenn ein Tiger unter den Viehherden der benachbarten Ortschaften große Verheerungen anrichtet.

Leider wurde abermals ein Nashornvogel gefehlt; Fairholme erlegte einen Black-buck, den ersten, den wir bisher in Nepal gesehen.

Gegen Ende unseres Streifs, schon ganz nahe am Lager, begannen zwei Elephanten aus unbekannter Ursache miteinander zu kämpfen, wobei der eine derselben mit einem Stoßzahne dem Mahaut des anderen Elephanten eine tiefe Riss- und Quetschwunde in der Kniekehle beibrachte und den Mann hiedurch so schwerverletzte, dass der Bedauernswerte das Bett wohl durch viele Wochen wird hüten müssen.

Im Lager statteten wir dem armen angeschossenen Elephanten einen Besuch ab und fanden ihn eben unter der Behandlung des Arztes, wobei ich die Klugheit und Geduld des Tieres bewundern konnte. Auf Befehl des Wärters legte sich der Elephant auf die rechte Seite und sah mit den klugen Augen nach dem Arzt, der die Wunde mit der Sonde untersuchte, ohne dass sich hiebei die Kugel gefunden hätte. Empfand der Elephant Schmerz, so verzog er nur die Lippen, verhielt sich aber im übrigen, ebenso wie bei der noch schmerzvolleren Operation des Auswaschens und Einpinselns der Wunde ganz ruhig, als wüsste er, dass ihm diese Prozedur nützen würde. Die Ruhe des Tieres war um so höher anzuschlagen, als nach den Tränen, welche den kleinen Augen entquollen, zu urteilen, die Schmerzen, welche der arme Häthi zu ertragen hatte, nicht geringe waren.

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  • Ort: Katni, Nepal
  • ANNO – am 21.03.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Bernhard Lenz“, während das k.u.k. Hof-Operntheater Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ aufführt.

Katni, 21 March 1893

In the morning it was said that a strong tiger had killed during the night and had been confirmed almost certainly in a valley not very far away. Against the resident’s advice to send the hunter with the hauda elephants in advance and only follow-up an hour later, we preferred to ride along and were received at the location by the maharaja’s uncle with the message that the tiger was still young and  was staying at the spot of the kill. When the wings  advanced to form the circle, the tiger transformed itself into a panther,  and out of the panther into  — nothing. Rather disappointed we left the jungle but as the natives still counted on the presence of a tiger and assured us that one was in the vicinity, a line was formed and a hunt was started in a very open adjacent jungle where no other game than a tiger was to be shot at.

The excellent hunting instinct of the shikaris was splendidly proved as we might just have advanced for about half an hour when th cry of „bara bagh“ rose on the left flank. I was in the center together with Wurmbrand and Kinsky. We had to wait while the wings of the shikaris were ordered to close the circle.

My mahaut pointed constantly to a rather distant grass bush,  shouting „bagh“, but I could not see anything as I had a very bad position in the line in a small depression surrounded by trees. In order not to confuse the natives, I kept at my position and saw the tiger move between the trees at a considerable distance while the wings were closing the circle. At that moment, a shot was fired by Kinsky and the struck tiger fell down and lay down near a large tree. Shortly afterward, Wurmbrand on the left of me shot at a weak tiger that I could not see and that, also hit, hid in a grass bush. Immediately afterwards I saw a third tiger, very distant from me, move across a small clearing directly towards Clam who shot it whereas the animal still tried to escape near Kinsky’s but was killed by him,

During the wheeling of the left wing, there was a slight perturbation during which a fourth tiger managed to escape and Fairholme tried to encircle it with some elephants. Stockinger and Prónay wanted to close the gap but lost their direction and suddenly appeared  in the heat of the hunt in the middle of the circle and, meeting the tiger wounded by Wurmbrand, opened a sustained rapid fire on it, so that it, pierced by seven bullets, died.

As I saw that the hunt was over, I called Kinsky to come to me and showed him the wounded tiger he had shot in order that he might fire a killing shot. It was his first tiger, a strong female, the mother of the other two one-year-old tigers. The fourth tiger that had escaped must have been the third child of the tigress.

During today’s hunt — another proof of the skill, the quick orientation and the hunting instinct of the Nepalese — we have learned about a new uncommon method of encircling the tiger in a completely open jungle without undergrowth, as the tigers up to now used to be encircled in the thick high grass or reed. Unfortunately, due to my bad position, I had not seen much of today’s hunt but Clam told me that his view across a clearing offered a rare spectacle. When the tigress noted the presence of all the encircling elephants, she sat down, apparently determined to defend herself and her family to the utmost. She placed one of the young on her right, the other on her left, rose on her rear legs and started baring her teeth and roared loudly in all directions.

Unfortunately, during this hunt another elephant was wounded but this time not by a tiger bite but by a stray bullet which might have been deflected from a tree and entered just above the tusk into the elephant’s trunk. Also one of the elephant guides had been wounded by a branch that had been cut by a shot but the wound was minor. A few rupees in compensation served as the best remedy according to the man’s facial expression. Such wounds occur as one has to constantly shoot into the circle and the smooth shala and teak trees easily deflected bullets.

The old uncle of the maharaja was very indignant about the fact that I had not shot a single tiger but I calmed him with the assurance that I was as happy to see the gentlemen of my entourage shooting and had the line form for a general shooting on the way back to the camp. In the surrounding of the camp there was remarkably fewer game than around the first camps as the natives are much quicker to shoot. They still need a special permission to shoot a tiger which is given in case when a tiger inflicts large losses on the cattle herds of the neighboring settlements.

Unfortunately a hornbill was missed again; Fairholme bagged a black buck, the first we had seen in Nepal.

Towards the end of our hunt, close to our camp, two elephants started fighting one another without a known reason. One inflicted with its tusks a heavy tearing and bruising wound on the other elephant’s mahaut’s hollow of the knee and wounded the man so gravely that the poor guy had to spend many weeks in bed to recover.

In the camp we paid a visit to the poor wounded elephant and saw that it was being treated by the doctor. I admired the intelligence and the patience of the animal.  On the order of the guard, the elephant lay down on the right side and looked with smart eyes upon the doctor who examined the wound with a probe without finding the bullet. If the elephant was in pain, it only moved its lips but otherwise kept completely calm, also during the more painful washing and swabbing of the wound, as if it was aware that this procedure would be beneficial. The calm of the animal was even more to be admired as the tears that were flowing from the small eyes proved that the pains that the poor „Hathi“ had to bear were considerable.

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  • Location: Katni, Nepal
  • ANNO – on 21.03.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Bernhard Lenz“, while the k.u.k. Hof-Operntheater is performing Rossini’s „Der Barbier von Sevilla“.