At Sea to Numea, 29 to 31 May 1893

On the high sea, direction New Caledonia. The wind blew continuously from North or North-east, piling up long mighty waves of the Pacific Ocean that hurled our brave „Elisabeth“ up and down like a toy. Especially uncomfortable were the heavy blows of the high sea against the protruding bays of the fore barbettes and on the gun batteries. These impact sent shock waves through the whole ship so that everything not fixed in place had to be tied down.  The living sea sometimes extended itself up to the forward tower and the iron deck was often completely under water.

All that breathed in the rosy light was more or less sea sick, even I who had up to now always shown resistance was affected. Even the menagerie whose numbers had been much increased in Sydney was suffering greatly under the effects of the bad weather. The two monkeys, namely especially Fips, became totally melancholic. The billy goat pressed its body sadly against one of the guns. The wild boar, the wildcat and the squirrel from Singapore refused to eat.

The least concerned seemed to be the mood of the birds if the endless spectacle they caused in the lower deck which robbed our poor commissary officer of sleep of  of sleep is not interpreted as an energetic protest against the persistent storms. The cockatoos, parrots and laughing jackasses were the lead voices in the choir in this savage concert.

During the whole trip the Pacific Ocean felt no compunction to honor its name and show us mercy. The moods were depressed by a dark melancholy which was only lifted by talking about the beautiful stay in Sydney and lamenting about being forced to leave the splendid calm harbor only to drive out into the stormy waves of the great ocean.

Numerous albatrosses, those huge storm birds, were flying  now and then close to the ship as if they wanted to jeer us by their show of beings that enjoyed it when the heavy winds were sweeping the sea. I let them be and did not shoot at them as the heavy sea would in any case not have allowed to send out a boat to bag the catch.

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  • Location: at sea to New Caledonia
  • ANNO – on  29.05.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Der Richter von Balamea“. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing Mozart’s opera “Don Juan”.

In See nach Numea, 29. bis 31. Mai 1893

Auf hoher See mit dem Kurs nach Neu-Caledonien. Der Wind blies unaufhörlich aus Nord oder Nordost, lange, mächtige Wellen des Stillen Ozeans aufwühlend, welche unsere so wackere „Elisabeth“ einem Kinderspielzeug gleich auf- und niederschleuderten. Besonders unangenehm waren die schweren Schläge der hohen See an die vorspringenden Erker der Bugprojektoren und an jene der vorderen Batteriegeschütze; diese Schläge zogen Erschütterungen des ganzen Schiffes nach sich, so dass alles, was nicht niet- und nagelfest war, angesorrt werden musste; lebende Seen kamen zeitweilig bis zum vorderen Turm und häufig stand das ganze Eisendeck unter Wasser.

Alles, was da im rosigen Licht atmete, wurde mehr oder weniger seekrank, und auch ich, der bisher stets Widerstand geleistet hatte, ward dem Übel untertan; ja selbst die Menagerie, die ich in Sydney bedeutend vermehrt hatte, litt stark unter den Unbilden des Wetters. Die beiden Affen, namentlich aber Fips, wurden ganz melancholisch; der Ziegenbock lehnte traurig an den Geschützen; das Wildschwein, die Wildkatze und das Eichhörnchen von Singapur versagten das Futter.

Am wenigsten schien der Humor der Vögel berührt zu sein, wenn nicht etwa der unaufhörliche Spektakel, den sie im Banjerdeck zum Schaden unseres armen Kommissärs, dessen Nachtruhe empfindlich gestört wurde, verursachten, als energischer Protest gegen das hartnäckige Unwetter zu deuten war. Die Kakadus, Papageien und Lachenden Hänse führten bei diesem Konzert in wilder Art den Reigen.

Während der ganzen Dauer der Fahrt fühlte der Stille Ozean kein Bedürfnis, seinem Namen Ehre zu machen und mit uns Erbarmen zu haben. Auf den Gemütern lagerte düstere Melancholie, die nur in solchen Momenten verscheucht wurde, in welchen das Gespräch sich auf den schönen Aufenthalt in Sydney lenkte und allseits immer wieder das Bedauern darüber ertönte, dass wir gezwungen waren, so bald aus dem herrlichen, ruhigen Hafen in die sturmbewegten Wogen des Großen Ozeans hinauszuschiffen.

Zahlreiche Albatrosse, diese riesigen Sturmvögel, strichen ab und zu in die Nähe des Schiffes, als wollten sie uns höhnen, zeigend, dass es Wesen gibt, denen auch wohl ist, wenn die Windsbraut über die See hintost. Ich ließ sie gewähren und schoss nicht nach ihnen, da bei dem hohen Seegang ohnehin kein Boot hätte gestrichen werden können, die Beute einzuholen.

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  • Ort: in See nach Neu-Caledonien
  • ANNO – am 29.05.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Der Richter von Balamea“, während das k.u.k. Hof-Operntheater Mozarts Oper “Don Juan“ darbietet.

In See nach Neu-Caledonien, 28. Mai 1893

Der Himmel hatte sich — „zum Abschiednehmen just das rechte Wetter“ — in tief herabhängende Wolken gehüllt, welchen feiner Regen entsprühte. Nicht weniger trüb war unsere Stimmung. Wir unterlagen alle einer Gemütsdepression — in der Heimat nennt man dies einen „moralischen Katzenjammer“ — angesichts der Notwendigkeit, Sydney, das uns so gastlich aufgenommen, und seine Bewohner, die uns so liebenswürdig und herzlich empfangen hatten, verlassen zu müssen. Nach der drückenden Schwüle der Tropengegend hatten wir hier klimatische Verhältnisse gefunden, die jenen der Heimat ähneln; von herrlichem Wetter waren die in jeder Beziehung ebenso gelungenen als anregenden Jagdexpeditionen in das Innere des Landes begünstigt gewesen; die in ihrer Großartigkeit Bewunderung, in ihrer lieblichen Umrahmung Entzücken erweckende Stadt Sydney hatte auf uns einen unvergesslichen Eindruck gemacht; alle Australier, die Bewohner und Bewohnerinnen Sydneys in erster Linie, mit denen wir in Berührung gekommen waren, hatten es verstanden, durch ihr gentiles, herzliches Wesen unsere Zuneigung zu erringen, so dass wir sie zu unseren besonderen Lieblingen erklärten — was Wunder, dass wir uns schwer von dem Benjamin der Kontinente trennten!

Ewig schade, dass Australien sich bisher in dem alten Europa fast nur durch den immer steigenden Einfluss der auf vielen wirtschaftlichen Gebieten schon bedenklichen Konkurrenz fühlbar gemacht hat, während seine intimen Vorzüge so wenig gekannt und gewürdigt sind, was infolge der brutalen Entfernung kaum anders sein kann. So möchte ich Australien einem Menschen vergleichen, der, schwer zugänglich, nur die rauhen Seiten seines Wesens fühlen lässt, jenen aber, die es verstehen, ihm näher zu kommen, den Zauber seiner trefflichen, liebenswürdigen Eigenschaften enthüllt.

Obgleich wir zu früher Stunde — um 7 Uhr morgens — die Anker gelichtet hatten, waren die Fenster aller Häuser und Villen dicht besetzt von unseren Freunden, die uns, Tücher schwenkend, Abschiedsgrüße zuwinkten. Beim Passieren des Flaggschiffes „Orlando“ spielte die Harmonie desselben unsere Volkshymne, während die Musikkapelle der „Elisabeth“ das „God save the Queen“ intonierte; von der spanischen Segelkorvette „Nautilus“ wurde „Glückliche Reise“ signalisiert.

Wir hatten Port Jackson kaum verlassen und Sydney aus dem Auge verloren, als uns schon ein scharfer Nord entgegenwehte, welcher die See hoch gehen ließ, so dass die „Elisabeth“ alsbald heftig zu stampfen begann. Anfänglich fuhren wir längs der Küste hin, nahmen dann den Kurs gegen Nordost und bald war auch das letzte Stückchen des australischen Kontinentes im Ozean versunken.

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  • Ort: östlich vor Australien
  • ANNO – am 28.05.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Das Heiratsnest“, während das k.u.k. Hof-Operntheater Verdis Oper “Aida“ darbietet.

At Sea to New Caledonia, 28 May 1893

The sky was overcast with low hanging clouds out of which was drizzling gentle rain — „just the right weather to say good-bye“. Our mood was just as sad. We all were in a depressed mood — what is called at home a „moral hangover“ — faced with the necessity of leaving Sydney that has been such a kind host and its inhabitants who had been so nice and have received us so cordially. After the muggy heat of the tropical regions we had found here a climate that resembled the one at home. We were favored with splendid weather in all aspects as well as during the hunting expeditions into the interior of the country. Admired for its size and delightful because of its lovely surroundings, Sydney has made an indelible impression on us. All Australians, first amongst them the inhabitants of Sydney, whom we have come into contact knew how to capture our heart by their gentle affectionate way so that we have declared them as our special favorites — no wonder we had such difficulties leaving this Benjamin of continents!

It is an eternal pity that Australia has been felt in old Europe only by its increasing influence in many economic activities as a already notable competitor while its intimate advantages are so little-known and appreciated what however hardly can be different given the brutal distance. Thus I might compare Australia to a human who is not easy to approach and only shows its rough side who however reveals to those who are able of coming closer its felicitous amiable character.

Even though we had hoisted the anchors early — at 7 o’clock in the morning — the windows of all houses and villas were densely packed with our friends waving handkerchiefs and sending good-bye greetings. While passing the flagship „Orlando“ its band played our anthem while the music band of „Elisabeth“ replied with „God save the Queen“; the Spanish sailing corvette „Nautilus“ signaled „Happy voyage“.

We had hardly left Port Jackson and lost sight of Sydney, when a hard North wind blew against us and made the sea choppy, so that „Elisabeth“ soon started pitching heavily. At first we drove alongside the coast but then took a North-eastern course and soon the last part of the Australian continent disappeared into the ocean.

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  • Location: at sea near Australia
  • ANNO – on  28.05.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Das Heiratsnest“. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing Verdi’s opera “Aida”.

Sydney, 27 May 1893

All Sydney today was talking only about the ball of the „Austrians“. In the streets, photographies of „Elisabeth“ were sold; the newspapers devoted multiple columns to reporting about our party and our cabin was overflowing with flowers which ladies had sent on board. Some ladies were said to have planned to send a delegation on board — led by a particularly beautiful spokeswoman — in order to effect a delay of departure for „Elisabeth“. Unfortunately this flattering request could not be granted due to the strictness of the travel itinerary from which we had already departed by extending the stay in Sydney harbor. I believe that nobody on board the ship would not have heartily welcomed to extend the stay in gorgeous New South Wales and namely in happy Sydney. Everywhere there was hope said as a joke that machine damage would force a prolonged stay which was not possible according to the official program. Various ladies were under suspicion — if the gossip were right — to have tempted our engineer to cause such machine damage.

I used the last day of our stay in Sydney for visits and shopping. I also went again to the museum to look more closely at the in fact interesting collection of ethnographic objects of the native territories of Australia and the South Sea. Apart from numerous weapons made only out of wood and cut stones as in those territories iron is partly unknown I also found as original as horrible dance and war masks. Many of these had been made out of human scalps and in many territories it was common to use parts of the slain enemies to produce various objects such as jewelry, hollow ware, weapons etc.  Martial decorations, products of a very primitive local industry and a whole collection of canoes with carved and painted oars offer a good image of the cultural level of their creators. I also browsed through the bird collection to determine more precisely various species of which I had bagged individual representatives during the hunting expedition in the country.

I managed to buy a large part of the ethnographic objects of a private collector whose objects exclusively were made by the original inhabitants of Australia called „Aborigines“ who are at the lowest cultural level and are in the way of dying out. In 1891 there were in total 8280 „Aborigines“ in New South Wales — 4559 men, 3721 women — who stood under the protection of a special association called „Aborigines Protection Society“, that was tasked to civilize as far as possible the former masters of the land and to atone for many of the atrocities inflicted upon them.

During the dinner we took again in the excellent Australian Hotel a funny scene happened which was typical of the naivety and also confidingness and, I might say, cosiness here and thus merits to be remembered. While I sat at a table with Clam and Sanchez, two well dressed gentlemen approached, introduced themselves as owners of a Sydney company and asked pointing at me whether I were the prince. When this was answered in the affirmative, they requested to shake my hand and when Clam indicated that this was not proper, they requested that I at least take a drink to their health — an impertinence that I however still complied with due their entertaining originality after which the satisfied gentlemen calmly went away.

The evening we spent in a circus that had arrived in Sydney two days before. It offered, filled to the last densely packed seat, performances that one had to appreciate even though one could naturally not expect anything new in this much practiced art. A special mention deserves an Aboriginal boy captured in the interior of the land who had accepted his new fate and showed feats of astonishing skill. The condition and quality of the horses however left much to be desired. During a break the director came to me to invite me to visit the stables where he proudly presented me two horses with special consideration as these animals the director valued so much had been ridden by Sarah Bernhardt. It seemed that the circus master qualified this as a special sign of the horses‘ talents for their current occupation. That actress was doubtless more familiar with tragedies than with horseflesh. Her former chargers were quite nasty and rich in flaws.

In his tent the director presented me — what turned out to be no less comical — one after another all his male and female artists whose colorful but quite used costumes ornamented with all kinds of glitter were a strange enough contrast to the artistic self-esteem expressed in the faces and stature of this masters and mistresses of their trades. Among the ladies the snake girl was especially notable for her pretty face. A fast steeple chase ridden through the whole circus which included a few good jumps concluded the show.

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  • Location: Sydney, Australia
  • ANNO – on  27.05.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Faust“. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing the ballet “Die goldene Märchenwelt”.

Sydney, 27. Mai 1893

Ganz Sydney sprach heute nur vom Ball der „Austrians“. In den Straßen wurden Photographien der „Elisabeth“ verkauft; die Zeitungen brachten spaltenlange Berichte über unser Fest, und unsere Kabinen waren von Blumen überflutet, die Damen an Bord gesandt hatten. Ja einige Damen sollen sogar beabsichtigt haben, sich — geführt von einer besonders schönen Sprecherin — als Deputation an Bord einzufinden, um eine Verlängerung des Aufenthaltes der „Elisabeth“ zu erwirken. Leider hätte diese schmeichelhafte Bitte angesichts der Strenge des Reiseprogramms, von welchem wir in Sydney durch Erstreckung der diesem Hafen ursprünglich gewidmeten Frist ohnehin schon abgewichen waren, erfolglos bleiben müssen. Ich glaube, dass sich auf dem Schiff niemand befand, der nicht eine Ausdehnung des Besuches im herrlichen Neu-Süd-Wales und namentlich in dem heiteren Sydney mit Freude begrüßt hätte, und allgemein wurde scherzhaft die Hoffnung geäußert, dass eine kleine Havarie der Maschine erzwingen werde, was das offizielle Programm nicht gestatten wollte. Mehrere Damen standen — wenn Fama Recht hat — im Verdacht, dass sie versucht hätten, unseren Ingenieur zur Herbeiführung einer solchen Havarie zu verleiten.

Ich benützte den heutigen, eigentlich letzten Tag des Aufenthaltes in Sydney zu einigen Besuchen sowie zu verschiedenen Einkäufen. Auch begab ich mich nochmals in das Museum, um die in der Tat höchst interessante Sammlung ethnographischer Objekte aus den von Eingeborenen bewohnten Gebieten Australiens und von den Südsee-Inseln genau zu besehen. Außer zahlreichen Waffen, die lediglich aus Holz und geschliffenen Steinen hergestellt sind, da in jenen Gegenden zum Teil Eisen noch unbekannt ist, fand ich hier ebenso originelle, als greuliche Tanz- und Kriegsmasken. Viele derselben waren aus menschlichen Skalpen hergestellt, wie denn in manchen Gebieten überhaupt Bestandteile der erschlagenen Feinde bei Erzeugung der verschiedenartigsten Gegenstände, so Schmucksachen, Trinkgeschirre, Waffen u. dgl. m., mit Vorliebe Verwendung finden. Kriegsschmuck, Produkte einer sehr primitiven Hausindustrie und eine ganze Sammlung von Kanus mit geschnitzten und bemalten Rudern geben hier ein treues Bild von der Kulturstufe ihrer Erzeuger. Auch durchstöberte ich die Vogelsammlung, um mehrere Arten, von welchen ich einzelne Vertreter während der Jagdexpeditionen im Land erlegt hatte, genauer zu bestimmen.

Bei einem Privatsammler gelang es mir, einen großen Teil seiner ethnographischen Objekte, die ausschließlich von den auf der niedersten Kulturstufe stehenden, im Aussterben begriffenen Urbewohnern Australiens, den „Aborigines“, herrührten, zu erwerben. 1891 zählte man in Neu-Süd-Wales im ganzen 8280 „Aborigines“, — 4559 männlichen, 3721 weiblichen Geschlechtes — welche unter dem Schutz eines besonderen Vereines, der „Aborigines Protection Society“, stehen, der sich die Aufgabe gestellt hat, nach Möglichkeit für die Zivilisierung der ehemaligen Herren des Landes zu sorgen und so manche an denselben begangene Greuel zu sühnen.

Im Lauf des Diners, das wir abermals in dem ausgezeichneten Australian Hotel einnahmen, ereignete sich eine heitere Szene, welche von der Naivität, aber doch auch von der Zutraulichkeit, ich möchte sagen Gemütlichkeit, die hier herrscht, Zeugnis gibt und deshalb vielleicht verdient, in der Erinnerung festgehalten zu werden. Während ich mit Clam und Sanchez an einem Tisch saß, näherten sich ersterem zwei gut gekleidete Herren, stellten sich als die Chefs einer Sydneyer Firma vor und frugen, auf mich deutend, ob ich der Prinz sei. Auf die bejahende Antwort baten sie, mir die Hand drücken zu dürfen, und ersuchten, als Clam ihnen bedeutete, dass dies nicht wohl angehe, ich möge wenigstens ein Glas auf ihr Wohl leeren — eine Zumutung, der ich ob ihrer unterhaltenden Originalität gerne entsprach, worauf die Herren beruhigt von dannen zogen.

Den Abend verbrachten wir in einem Zirkus, der zwei Tage zuvor in Sydney eingetroffen war. Er bot, bis auf das letzte Plätzchen dicht gefüllt, Leistungen, welchen Anerkennung nicht versagt werden konnte, obwohl selbstverständlich auf dem Gebiete dieser viel gepflegten Kunst Neues nicht erwartet werden durfte. Besondere Erwähnung sei eines in jüngster Zeit im Innern des Landes eingefangenen Aborigine-Knaben getan, der sich mit seinem Schicksal offenbar schon ausgesöhnt hatte und Proben erstaunlicher Geschicklichkeit bot. Hingegen ließen der Zustand und die Klasse der Pferde einiges zu wünschen übrig. In einer Pause kam der Direktor zu mir, um mich einzuladen, die Stallungen anzusehen, in denen er mir vor allem mit Stolz zwei Pferde vorwies, die mit besonderer Hochachtung betrachtet werden mussten; denn die Tiere hatten früher den vom Direktor hoch angeschlagenen Vorzug genossen, von Sarah Bernhardt geritten worden zu sein. Es schien, als erblicke der Herr des Zirkus in diesem Umstand eine besondere Eignung der Pferde für ihren nunmehrigen Beruf. Jene Künstlerin ist zweifellos mit der Tragödie viel vertrauter als mit der Hippologie; ihre ehemaligen Renner waren nämlich recht garstig und reich an Fehlern.

In seinem Zelt stellte mir der Direktor — was sich nicht wenig drollig ausnahm — der Reihe nach alle männlichen und weiblichen Artisten vor, deren bunte, mit allerlei Flitter geschmückte und nicht mehr in erster Frische prangende Kostüme seltsam genug mit dem wahrhaft künstlerischen Selbstbewusstsein kontrastierten, das sich in den Mienen und der Haltung all dieser Meister und Meisterinnen ihres Faches ausdrückte. Unter den Damen zeichnete sich das Schlangenmädchen durch ihre hübschen Gesichtszüge besonders aus. Eine durch den ganzen Zirkus flott gerittene Steeplechase, in deren Verlauf einige gute Sprünge produziert wurden, beschloss die Vorstellung.

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  • Ort: Sydney, Australien
  • ANNO – am 27.05.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Faust“, während das k.u.k. Hof-Operntheater das Ballet “Die goldene Märchenwelt“ darbietet.

Sydney, 26 May 1893

At 2 o’clock in the morning we steamed out of Moss Vale and towards Sydney. Despite the severe cold and the bad bed I slept splendidly. We had made good use of the day before being on foot without interruption from 6 o’clock in the morning to midnight.

I found everybody on board very busy with decorating our ship most brightly for the ball in the afternoon, the officers and the men competing in the effort. Tents had been set up on deck, electric lighting effects prepared, flowers, plants, flags and carpets lay ready to be used for decorative purposes. As much as the noise caused by these preparations permitted, I tried to sleep a little bit longer, and then drove towards 10 o’clock on land where the kind minister of education was waiting for me to watch a demonstration of a machine shearing a sheep. Even though it was not the season for such a procedure, one of the big wool companies had set up one of their machines to show me the procedure — a sign of the friendly reception we enjoyed everywhere in New South Wales.

The sheep shearing machine was similarly constructed as our horse shearing machines and are powered by steam and work exceedingly fast without harming the animal in the slightest. Something that happens very often during a manual shearing. Furthermore the resulting wool is very smooth and it shears off everything to the last atom. A man is capable to shear 120 to 150 animals per day. The highest performance that a very skillful and worker is capable of achieving is shearing 200 sheep. I tried personally to shear a ram and thus was able to personally witness how simple it was to handle the machine and how splendidly it worked. My example found many imitators among my gentlemen and other spectators so that the elegantly dressed group of gentlemen engaged in shearing sheep provided quite a comical sight. In the large magazines of many floors we passed through are stored many thousands stapled wool bales awaiting to be shipped out, representing an enormous capital value.

From here the minister accompanied me to a large meadow in a public garden where the natives were to demonstrate throwing boomerangs and spears. A black man from Western Australia, a truly hideous sight, demonstrated this art of his people in throwing the boomerangs made out of iron and wood and shaped like a scythe in different manners so that they always returned to him. Soon these projectiles rose straight up into the air, rotating constantly, soon they formed a circle or an ellipse and fell down at the feet of the thrower. Then they flew for an extended distance swooshing a meter above the ground only to suddenly rise high up etc.

Finally the Australian discus thrower threw two boomerangs at the same time in opposite directions, so that their paths crossed before they returned to him. A correctly thrown boomerang kills a human due to its enormous flying speed. The long distance spear throwing was as interesting. Even at a distance of 200 paces the thrower was very accurate in his throws.

An object of great pride for Sydney is its art gallery whose collection has only started a few years ago, and I gladly followed the desire of the city to pay it a visit. As neither effort nor cost have been spared for the acquisition of art works, the gallery already contains a great number of sometimes very remarkable pictures.

The signatures of Franz Ferdinand and his gentlemen Wurmbrand, Pronay, Clam-Martinic in the visitor's book of the Art Gallery of New South Wales in Sydney, Australia. Courtesy of the museum.

The signatures of Franz Ferdinand and his gentlemen Wurmbrand, Pronay, Clam-Martinic in the visitor’s book of the Art Gallery of New South Wales in Sydney, Australia. Courtesy of the museum.

I found here many works I already knew from the exhibitions in the Viennese Künstlerhaus. Especially an impressive battle painting by Detaille caught my eye, a cavalry attack of French hussars in the year 1809 [actually 1807] which has recently come into possession of the city.

Edouard Detaille (France 05 Oct 1848 – 23 Dec 1912): Vive L'Empereur - Charge of the 4th Hussars at the battle of Friedland, 14 June 1807, 1891.

Edouard Detaille (France 05 Oct 1848 – 23 Dec 1912): Vive L’Empereur – Charge of the 4th Hussars at the battle of Friedland, 14 June 1807, 1891. Art Gallery of New South Wales

Then a much admired picture of the Queen of Sheba’s visit to Solomon, in which the figurative part is well done, namely the queen whose dress the artist has seemingly interpreted quite freely. Otherwise the picture makes, for my taste, a too colorful, given the richness of the colors an almost screaming impression.

Edward John Poynter (England 20 Mar 1836 – 26 Jul 1919): The visit of the Queen of Sheba to King Solomon, 1890

Edward John Poynter (England 20 Mar 1836 – 26 Jul 1919): The visit of the Queen of Sheba to King Solomon, 1890, Art Gallery of New South Wales

The most modern aberration, open-air painting is represented by audacious master works, while among the pastels there are only few of them but those of a very good standard. It is worth mentioning especially a study, the head of a young girl. In the comprehensive and quite solid water colors department, landscapes are given prominence.

The visit to the gallery demonstrated to me that in Sydney there is much interest and understanding for art so that the city will soon own a very comprehensive collection of high artistic value if it continues to follow its current path.

Breakfast was eaten in the formidable Australian Hotel whose director, a Saxon, asked us after the lunch to go up to the tower of the hotel to enjoy a truly splendid view of Sydney and its suburbs. From a bird’s perspective Sydney impressed me by its large extended area. The city lay in front of us like in a large scale painting surrounded by a ring of hills, gardens and bays, coming alive by the stream of humans and vehicles. Unfortunately we could not enjoy this view for long as it was time to return on board where the last preparations for the ball had to be made.

After 2 o’clock the ship was in full gala. Everything was ready and we could calmly await the arrival of our guests  as the artists on board had exceeded even our audacious expectations and the ship indeed looked most splendidly. The middle deck had been transformed into a richly decorated ball room by the erection of a tent in which were placed flags, palm trees and other plants. The interior was ornamented with blue-white linen, while the outside ship parts on deck were covered with black and yellow canvas. This produced a very friendly and cheerful impression. For the music band a high stand had been erected above the stairs and the bridge from which both our, the English and the Australian coat of arms were displayed while the companion deck was surrounded by small tables as it was intended as a buffet for the dancers. All kinds of objects had been transformed into elegant seating furniture. Even the large carpet covered containers in which the corals collected on Thursday Island were stored in water had to serve as canapés.

In a lovely way the iron deck had been turned into a saloon. Heavy carpets lay on the floor and a dense wall of palm trees and flowers closed off the room towards the exterior. in each corner were spots that invited tired dancers to rest there while in the middle of the saloon a happy spring fountain splashed water out of a tuff basin. Strange in the midst of this room dedicated to a happy conviviality stood out the large 24 cm gun — an earnest contrast to the cheerful event that was soon to happen here.

In the battery was a buffet for the older gentlemen and the non-dancing members of society. The prepared large buffet in the officer carré however was only to be opened after the cotillion to provide ample refreshment to the hungry and thirsty on small tables. My saloon was serving as a wardrobe. The cabin of the captain as the ladies‘ wardrobe. Here only we had the assistance of a woman, a marchande de modes who was in charge of arranging the dresses and assist the ladies. Everything else, even the binding of the flowers and the most delicate decorative embellishments had been prepared by the rough sailors‘ hands. Our cook Bussatto was in charge of all buffets and displayed all his art — this time in good mood which was not always the case with him — most brightly exploring all his culinary fantasies. A legion of bowls of cold dishes that he had given the most varied perfectly executed were standing on the tables: rigged ships whose full sails were imminent for departure, palaces, basins with fishes, crowns, all kinds of imaginative land and sea monsters stood in a colorful row, so that the buffets almost resembled a toy store. Our Mahmood was at the head of a group of sailors acting as cupbearers and waiters. In his gold laced gala uniform he was an object of interest for all guests and he appreciated the curiosity especially of the ladies with a dismissive grin.

With uncommon punctuality the arrival of the guests started at 3 o’clock partly in our barges and boats that we had sent out to land, partly in their own vehicles. To send out the invitations we had asked an English admiral who knew Sydney’s society more closely than we and only limited the number of invited guests to 300. Soon, however, there were 500 guests on board as many of the invited had taken relatives along.

We however were not displeased as the ship had the capacity to easily host all those who had come on board and had considerably augmented the ring of beautiful dancers. Apart from the most honorable dignitaries of the city almost only ladies and gentlemen eager to dance had come and I have to admit that I had never before seen so many beautiful girls and ladies assembled on a ball. The ladies of Sydney combined the beauty of the motherland’s country with the Southern graceful moves and the perfect elegance in appearance.

While the music band played some numbers, the ship was closely inspected by the guests. Then the dance started to the sound of the „Blue Danube„. For the dance besides our officers and cadets were also invited all the officers and cadets of all the ships of the Sydney squadron and the Spanish corvette which had arrived two days before in Sydney. As the foreign sailors were nearly inseparable from the buffets and the smoking rooms during the whole ball, only our own gentlemen gave the honor of dancing without being able to fully satisfy the dancing desire of the numerous ladies who had arrived from Sydney despite the eager support by the local gentlemen. The dancing was enthusiastic. Even our captain and Wurmbrand joined in. Thanks to the attractive ladies, some of which were able to speak German or French so that I was able to engage in lively conversation with them, it was a pleasure to dance.

We encountered a courtesy among the gentlemen and ladies of Sydney which did not fail to make its effect. The open unaffected character is combined with a natural kindness — qualities which ease the exchange all the more as despite the honoring the ruling social norms a more open concept of conventional forms was practiced than it is common at home. Thus ladies addressed the word to gentlemen who had not been introduced to them beforehand without inhibition — which could happen all too frequently due to the number of arriving people — and greeted both in meeting and leaving everybody with a handshake.

Shortly before our arrival a banking crisis that had been looming for a long time had hit Sydney caused by overtrading and other reasons which deeply shocked the markets in all areas and was not only reported in the European newspapers but was also felt by the London stock exchange by wide fluctuations. All tiers of the population were negatively affected and had had to bear important losses. Even during our stay, the economic calamity was still going on. Even though our guests seemed not to be affected in their good mood and  cheerfulness, so that one could even hear some witty remarks about the crisis but no laments or complaints.

The cotillion arranged by Ramberg — a new choreographic spectacle for Sydney — pleased our guests immensely. The oldest figures of home such as the tunnel, the eight, columns etc, attracted the most vivid applause and with the final rounds with bouquets and the black and yellow bands the excited mood reached its high point.

Accounting for the cool weather at the moment and having no gifts of meteorological divination to know that the evening would be so mild we had announced the ball to take place in the afternoon and set the time of the event from „3 to 7 o’clock“. In Sydney they seem to respect punctuality both in the time the guests arrive as well as when it is time to leave in order not to create a hint of appearing immodest in staying too long.  Towards 7 o’clock began a general movement of departure. Our insistent pleas and words were in vain. The girls and young ladies were on our side; Mothers, fathers and husbands showed no mercy. Only a tiny group of faithful stayed behind with us, enjoying the dance for a long time and only leave „Elisabeth“ at an advanced hour after happy hours spent cosily on the iron deck.

We can rest well on the honestly and eagerly won laurels and be proud about the unanimous praise of the guests that no warship that entered Sydney had given such a party that was as beautiful and as successful as that on board of our „Elisabeth“.

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  • Location: Sydney, Australia
  • ANNO – on  26.05.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Torquato Tasso“. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera “Freund Fritz”.

Sydney, 26. Mai 1893

Um 2 Uhr morgens dampften wir von Moss Vale ab und Sydney zu. Trotz der empfindlichen Kälte und der schlechten Lagerstätte schlief ich wunderbar. Hatten wir doch den Vortag redlich ausgenützt, indem wir ohne Unterbrechung von 6 Uhr früh bis Mitternacht auf den Beinen waren.

An Bord fand ich bereits alle Hände emsig beschäftigt, um unser Schiff auf das glänzendste für den nachmittags stattfindenden Ball zu schmücken, wobei Offiziere und Mannschaft wetteiferten. Auf Deck waren Zelte aufgeschlagen, elektrische Beleuchtungseffekte vorbereitet: Blumen, Pflanzen, Flaggen und Teppiche lagen bereit, um allenthalben dekorative Verwendung zu finden. So weit das mit diesen Vorbereitungen verbundene lärmende Getriebe gestattete, versuchte ich, noch kurze Zeit zu schlafen, und fuhr dann gegen 10 Uhr ans Land, wo mich der liebenswürdige Unterrichtsminister erwartete, um mir die Vornahme der Schafschur mittels Maschinen demonstrieren zu lassen. Obgleich die Saison für diese Prozedur noch nicht gekommen war, hatte eine der großen Wollfirmen ihre Maschinen doch zu dem Zweck in Betrieb gesetzt, um mir Einblick in das Verfahren zu gewähren — ein Beweis mehr für das freundliche Entgegenkommen, dessen wir uns allerorten in Neu-Süd-Wales zu erfreuen hatten.
Die Schafscheren, ähnlich konstruiert wie unsere Pferdescheren, werden mittels Dampfkraft in Bewegung gesetzt und arbeiten ungemein rasch, ohne das Tier auch nur im geringsten verletzen zu können, was ja bei der Handschur so häufig vorkommt; überdies wird die Wolle sehr glatt und bis auf das letzte Atom abgeschoren. Ein Mann vermag regelmäßig in einem Tag 120 bis 150 Stück zu scheren, die höchste Leistung aber, welche ein sehr geschickter und flinker Arbeiter erzielen kann, besteht in der Schur von 200 Schafen. Ich versuchte es selbst, einen Widder zu scheren und konnte mich auf diese Weise persönlich überzeugen, dass die Maschine leicht zu handhaben ist und vortrefflich arbeitet. Mein Beispiel hatte bald bei meinen Herren sowie bei anderen Zusehern Nachahmung gefunden, und mag die elegant gekleidete, der Schafschur emsig obliegende Gesellschaft einen nicht wenig komischen Anblick geboten haben. In den großen, vielstöckigen Lagerhäusern, welche wir durcheilten, werden viele Tausende von Wollballen, ein enormes Kapital repräsentierend, vor der Einschiffung aufgestapelt.

Von hier geleitete mich der Minister nach einer großen Wiese in einem der öffentlichen Gärten, wo mir das Boomerang- und Speerewerfen der Eingeborenen produziert werden sollte. Ein Schwarzer aus Westaustralien, von wahrhaft scheußlichem Aussehen, zeigte sich daselbst in der Kunst seiner Landsleute, indem er sichelartige, aus Eisen und Holz verfertigte Boomerangs in verschiedenartigster Weise, aber stets so warf, dass sie zu ihm zurückkehrten. Bald stiegen diese Geschosse, fortwährend rotierend, kerzengerade in die Luft, beschrieben dann einen Kreis oder eine Ellipse und fielen zu Füßen des Werfers nieder; bald flogen sie sausend eine Strecke weit nur meterhoch über dem Boden dahin, um plötzlich hoch empor zu steigen u. dgl. mehr. Endlich schleuderte der australische Diskuswerfer zwei Boomerangs gleichzeitig in entgegengesetzter Richtung so, dass sie, zu ihm zurückkehrend, in ihren Flugbahnen sich kreuzten. Ein richtig geschleuderter Boomerang ist ein gefährliches Projektil, weil dasselbe vermöge seiner enormen Fluggeschwindigkeit einen Menschen zu töten vermag. Das Werfen von Speeren auf weite Distanzen mit der primitiven Holzschleuder war nicht weniger interessant; selbst noch auf die Entfernung von 200 Schritten war der Schütze seines Wurfes ziemlich sicher.

The signatures of Franz Ferdinand and his gentlemen Wurmbrand, Pronay, Clam-Martinic in the visitor's book of the Art Gallery of New South Wales in Sydney, Australia. Courtesy of the museum.

Die Unterschriften Franz Ferdinands und seiner Herren Wurmbrand, Pronay, Clam-Martinic im Gästebuch der Art Gallery of New South Wales in Sydney, Australia. Courtesy of the museum.

Ein Gegenstand besonderen Stolzes für Sydney ist die Bildergalerie, mit deren Anlegung erst vor wenigen Jahren begonnen wurde, und ich entsprach daher gerne dem Wunsche der Stadt, dieselbe zu besuchen. Da bei der Erwerbung von Kunstwerken aus aller Herren Ländern weder Mühe noch Kosten gescheut wurden, enthält die Galerie schon jetzt eine große Anzahl mitunter sehr beachtenswerter Bilder.

Ich fand hier manches Werk, das mir schon von den Ausstellungen im Wiener Künstlerhaus her bekannt war. Besonders in die Augen springend war ein imposantes Schlachtenbild von Detaille, eine Kavallerie-Attacke französischer Husaren aus dem Jahre 1809 [richtig ist 1807] darstellend, das erst vor kurzem in den Besitz der Stadt gelangt war;

Edouard Detaille (France 05 Oct 1848 – 23 Dec 1912): Vive L'Empereur - Charge of the 4th Hussars at the battle of Friedland, 14 June 1807, 1891.

Edouard Detaille (France 05 Oct 1848 – 23 Dec 1912): Vive L’Empereur – Charge of the 4th Hussars at the battle of Friedland, 14 June 1807, 1891.

ferner ein vielgerühmtes Bild, der Besuch der Königin von Saba bei Salomo, in welchem der figurale Teil, namentlich die Königin, deren Toilette vom Künstler in sehr freier Weise aufgefasst erscheint, gut behandelt ist. Im übrigen macht das Bild nach meinem Geschmack einen allzu bunten, ja vermöge des Farbenreichtums fast schreienden Eindruck. Die modernste Verirrung, die Pleinair-Malerei, ist durch kühne Meisterwerke vertreten, während sich unter den Pastellen zwar wenige, dafür aber sehr gute Leistungen finden, worunter besonders eine Studie, der Kopf eines jungen Mädchens, genannt zu werden verdient. In der Abteilung für Aquarelle, die reichhaltig und recht gediegen ist, nehmen Landschaften den ersten Rang ein.

Edward John Poynter (England 20 Mar 1836 – 26 Jul 1919): The visit of the Queen of Sheba to King Solomon, 1890

Edward John Poynter (England 20 Mar 1836 – 26 Jul 1919): The visit of the Queen of Sheba to King Solomon, 1890

Die Besichtigung der Galerie befestigte in mir den Eindruck, dass in Sydney viel Interesse und Verständnis für Kunst herrscht, so dass die Stadt, wenn nur auf dem bisher eingeschlagenen Wege fortgefahren wird, bald im Besitz einer sehr reichhaltigen Sammlung von hohem künstlerischen Wert sein wird.

Das Frühstück wurde in dem trefflichen Australian Hotel eingenommen, dessen Geschäftsleiter, ein Sachse, uns nach dem Lunch aufforderte, den Turm des Hotels zu besteigen, von dem aus sich eine in der Tat prächtige Aussicht auf Sydney und seine Vororte darbot. Aus der Vogelperspektive betrachtet, imponierte Sydney durch seine gewaltige Ausdehnung; die Stadt lag einem großartigen Gemälde gleich vor uns, reizend umrahmt durch den Kranz von Hügeln, Gärten und Buchten, belebt durch den flutenden Strom von Menschen und Fahrzeugen. Leider konnten wir in dem Genuss dieses Rundblickes nicht lange schwelgen, da die Zeit zur Rückkehr an Bord drängte, wo die letzten Vorbereitungen für den Ball getroffen werden mussten.

Nach 2 Uhr prangte das Schiff in vollem Glanz; alles war bereit, und konnten wir der Ankunft unserer Gäste mit Ruhe entgegensehen, weil die Bordkünstler die kühnsten Erwartungen übertroffen hatten und das Schiff in der Tat äußerst schmuck aussah. Das Mitteldeck war durch Errichtung eines Zeltes in einen mit Flaggen, mit Palmen und anderen Pflanzen reich geschmückten Tanzsaal verwandelt, welcher, an den Innenseiten mit blauweißem Linnen verkleidet, ebenso wie die auf Deck befindlichen, mit schwarzgelber Leinwand drapierten Schiffsbestandteile, einen überaus freundlichen und heiteren Eindruck hervorbrachte. Für die Musikkapelle war auf dem Treppenschacht und der Bootsbrücke ein hoher Söller errichtet, an dem von außen unser sowie das englische und das australische Wappen erglänzten, während das Hüttendeck, zum Buffet für die Tanzenden bestimmt, von Tischchen umrahmt war. Allerlei Gegenstände hatten hier eine Umgestaltung in elegante Sitzmöbel erfahren; sogar die großen Baljen, in welchen die in Thursday Island gefischten Korallen noch in Wasser verstaut lagen.
mussten, mit Teppichen überdeckt, als Canapees dienen. In reizender Weise war das Eisendeck in einen Salon verwandelt; daselbst lagen schwere Teppiche und schloss eine dichte Wand von Palmen und Blumen den Raum ganz nach außen ab; in jeder Ecke gab es Plätzchen, welche die vom Tanzen Ermüdeten zur Ruhe einluden, und in der Mitte des Salons plätscherte aus einem Bassin von Tuffstein lustig ein Springbrunnen hervor. Wunderlich genug nahm sich in diesem heiterer Geselligkeit gewidmeten Raum das große 24 cm Geschütz aus — ein ernster Kontrast zu dem fröhlichen Treiben, das sich hier bald entwickeln sollte.

In der Batterie befand sich ein Buffet für die älteren Herren und die nicht-tanzenden Mitglieder der Gesellschaft; das große Buffet aber war im Offizierscarré vorbereitet, durfte jedoch erst nach dem Cotillon geöffnet werden, um dann auf kleinen Tischchen Hungrigen und Durstigen reichliche Labung zu bieten. Mein Salon diente als Garderobe, die Kajüte des Kommandanten als Damen-Toilette. Hier allein stand uns ein weibliches Wesen, eine Marchande de modes, hilfreich zur Seite, welcher die näheren Arrangements der Toilette und die Dienstleistung daselbst übertragen waren; alles übrige an Bord, selbst das Binden der Blumen und die zierlichsten dekorativen Verschönerungen, war von rauhen Seemannshänden vortrefflich besorgt worden. Unser Koch Bussatto hatte sämtliche Buffets zu versorgen und zeigte — diesmal in gnädigster Stimmung, was bei ihm nicht immer der Fall zu sein pflegt — sein Können, indem er seiner kulinarischen Phantasie die Zügel schießen ließ, im glänzendsten Licht. Eine Legion von Schüsseln kalter Speisen, welchen er die mannigfaltigsten Gestalten in künstlerischer Vollendung gegeben, prangte auf den Tischen: aufgetakelte Schiffe, die mit vollen Segeln dahinzufahren schienen, Paläste, Bassins mit Fischen, Kronen, alle nur erdenklichen Land- und Seeungetüme standen in bunter Reihe nebeneinander, so dass die Buffets fast einem Spielzeugladen glichen. An der Spitze einer Schar Matrosen waltete des anvertrauten Mundschenkenamtes unser Mahmud, der in seiner goldstrotzenden Parade-Uniform ein Gegenstand der Aufmerksamkeit aller Gäste war und die Neugierde derselben, namentlich jene der Damen, als Huldigung mit herablassendem Grinsen entgegennahm.

Mit ungewöhnlicher Pünktlichkeit begann Schlag 3 Uhr die Auffahrt der Gäste, teils in unseren Barkassen und Booten, die wir ans Land geschickt hatten, teils in eigenen Fahrzeugen. Die Einladungen zu machen, hatten wir dem englischen Admiral, der ja die Sydneyer
Gesellschaft genauer kannte als wir, überlassen und nur die Zahl der zu Ladenden auf etwa 300 beschränkt. Bald aber waren an 500 Gäste anwesend, da viele der Geladenen Verwandte mitgebracht hatten.

Wir fanden aber keine Ursache, dies zu bedauern, weil das Schiff die Zahl der Erschienenen leicht fassen konnte und der Kranz schöner Tänzerinnen glänzende Bereicherung erfahren hatte. Außer den vornehmsten Honoratioren der Stadt waren beinahe nur tanzlustige Damen und Herren erschienen, und ich muss gestehen, dass ich niemals auf einem Ball so viele schöne Frauen und Mädchen beisammen gesehen habe wie hier. Die Damen Sydneys vereinigen in gleichem Maße die Schönheit der Töchter des Mutterlandes mit südlicher Anmut der Bewegungen und vollendeter Eleganz der Erscheinung.

Während die Musikkapelle mehrere Nummern exekutierte, wurde das Schiff von den Gästen einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Dann begann bei den Klängen der „Blauen Donau“ der Reigen. Als Tänzer waren außer unseren Offizieren und Kadetten sämtliche Offiziere und Kadetten der in Sydney stationierten Escadre sowie der vor zwei Tagen eingelaufenen spanischen Korvette geladen. Da jedoch die fremden Seeleute während der ganzen Dauer des Balles von den Buffets und Rauchzimmern nur schwer zu trennen waren, machten eigentlich nur unsere Herren die Honneurs als Tänzer, ohne dass dem Tanzeifer der in so großer Zahl erschienenen Damen trotz eifriger Unterstützung der Herren aus Sydney genügt werden konnte. Es wurde mit Begeisterung getanzt; selbst unser Kommandant und Wurmbrand taten wacker das ihrige. Dank dem Liebreize der Damen, deren mehrere auch deutsch oder französisch sprachen, so dass ich mit ihnen bald in der lebhaftesten Konversation begriffen war, bildete es ein Vergnügen, sich dem Tanz zu widmen.

Wir begegneten bei den Herren und Damen Sydneys einer Zuvorkommenheit, die ihre Wirkung auf uns nicht verfehlte; mit ungezwungenem, offenem Wesen verbinden sie viel natürliche Liebenswürdigkeit — Eigenschaften, welche den Verkehr umsomehr erleichtern und beleben, als trotz des besten in der Gesellschaft herrschenden Tones eine freiere Auffassung hinsichtlich konventioneller Formen zu gelten scheint, als dies in unserer Heimat der Fall ist. So richteten hier Damen an Herren, die ihnen nicht vorgestellt waren, — was bei der Zahl der Erschienenen nur zu leicht geschehen konnte — ungescheut das Wort und grüßten beim Kommen und Gehen jedermann mit freundlichem Händedruck.

Kurz vor unserer Ankunft war eine schon seit längerer Zeit drohende, auf Überspekulation und andere Gründe zurückzuführende Krisis über mehrere Banken Sydneys hereingebrochen, welche den Markt auf allen Gebieten tief erschüttert und nicht nur den europäischen Zeitungen Stoff zur Berichterstattung geliefert hatte, sondern in den letzten auslaufenden Bewegungen auch auf dem Londoner Platz zu verspüren war. Alle Schichten der Bevölkerung waren in Mitleidenschaft gezogen und hatten empfindliche Verluste erlitten, ja noch während unseres Aufenthaltes zog die wirtschaftliche Kalamität ihre verhängnisvollen Kreise. Gleichwohl schienen unsere Gäste hiedurch in ihrer guten Laune und in ihrem Frohsinn so wenig berührt zu sein, dass man von allen Seiten sogar witzige Bemerkungen über die Lage, aber keine Klagen, keinen Jammer vernahm.

Der von Ramberg arrangierte Cotillon — ein für Sydney neues choreographisches Ereignis — gefiel unseren Gästen ungemein. Die ältesten heimatlichen Figuren, als: Tunnel, Achter, Kolonnen u. s. w. errangen den lebhaftesten Beifall, und als die Schlusstouren mit den Bouquets und den schwarzgelb-weißroten Bandschleifen an die Reihe kamen, erreichte die animierte Stimmung den Höhepunkt.

Der herrschenden kühlen Witterung Rechnung tragend und ohne hinlängliche meteorologisch-divinatorische Begabung, um ahnen zu können, dass der Abend so überaus mild sein werde, hatten wir den Ball als Nachmittagsfest angesagt und auf den Einladungskarten die nähere Zeitangabe von „3 bis 7 Uhr“ beigesetzt. In Sydney scheint sich nun die Pünktlichkeit, mit welcher die Gäste eintreffen, auch auf den Aufbruch zu erstrecken, offenbar, damit nicht durch Verweilen über die fixierte Zeit hinaus der Verdacht der Unbescheidenheit erweckt werde; denn gegen 7 Uhr begann ein allgemeiner Aufbruch. Unser dringendes Bitten und Zureden war umsonst. Die Mädchen und jungen Frauen standen zwar auf unserer Seite; Mütter, Väter und Gatten aber ließen sich nicht erweichen. Nur eine kleine Zahl besonders Getreuer harrte bei uns, noch lange dem Tanz huldigend, aus, um dann nach einer recht gemütlich am Eisendeck verbrachten Stunde der Rast die „Elisabeth“ erst zu vorgerückter Nachtzeit zu verlassen.

Auf wohl und gerne errungenen Lorbeeren durften wir ruhen, stolz auf den einstimmigen Ausspruch der Gäste, dass noch keines der Kriegsschiffe, welches Sydney angelaufen, ein Fest gegeben habe, das in jeder Beziehung so schön, so gelungen gewesen wäre, wie jenes auf unserer „Elisabeth“.

Links

  • Ort: Sydney, Australien
  • ANNO – am  26.05.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Torquato Tasso“, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper “Freund Fritz“ darbietet.

Badgery Station, 25 May 1893

As the early morning hours promise as much success as the evening ones for the platypus hunt as the animals leave their lair also in the morning emerging out of the water to eat, I asked our hunting master to let me have another go at trying my luck in hunting platypus. At 6 o’clock sharp I was ready. Unfortunately, I took nearly one valuable hour until our horses had been caught in the meadow. Even though we covered the considerable distance to a suitable spot riding hard we only arrived at the river at an advanced hour. At least the situation was eased by the dense fog over the river area.

During this ride I learned about a method unknown to me of curing devious horses. The brave fox I was foundering but still had to gallop in order to transport me in time to the hunting ground.Rittes. When the malady understandably did not get better Mr. Badgery had me switch horses with him, so that the slim fox had to carry Mr. Badgery with all his weight which must have been twice that of mine at full gallop over rough and smooth. Incredible but still true — after half an hour the animal was cured!

The location where we were to hunt for platypus was similar to the one the day before in a steeply descending gorge shaded by trees, in the valley bed a stream was flowing calmly. Mr. Badgery remained behind with the horses while I and the hunter descended to the shore of the stream. Hardly arrived I already saw a platypus emerge and swim away in the water. A happy shot killed the animal on the spot but now it was hard to know what to do as the animal was floating downriver in the deep water and nobody was eager to swim in the ice-cold water of the river in the cool morning. Finally my practical Australian had a good idea to solve the problem by throwing rocks in the water behind the platypus. The waves thus triggered pushed the platypus towards the shore. This procedure took quite some time but finally resulted in us bagging the animal which was found to be an old male. A few hundred meters downriver I saw another platypus but I only could see the animal dive and was unable to fire a shot.

Now the hunter explained that there was another good spot about 2 km further away but we had to hurry to reach it in time. We quickly jumped into the saddle and rode along the valley ridge on a rather bad stony path which would have been only suitable for goats but which the horses followed with strange skill. We climbed down the slope to the river and soon I could see a platypus emerge and swim in circles according to the visible black back on the opposite shore, still out of range. The hunter also announced with signs that he had spotted a second animal further downriver. I decided to wait behind the tree cover until one of the animals was close to this shore which would have happened soon if not fate in the form of Mr. Badgery had intervened. He could no longer contain his curiosity and had advanced with the horse to the ledge where he could survey the water and unfortunately also discovered the two platypus. In the best intention he called without interruption to point out the presence of the two animals. The hunter who was with me could not abstain to shout back despite my pleading gestures not to respond so that a loud long distance conversation developed which naturally made the timid animals quickly disappear from sight. Even though they are at a lower level of development, they hear and view extremely good so that the most distant suspicion of a danger perceived by their senses made them dive and return to their lair from which they would only emerge again in the evening.

In a not very rosy mood I climbed up the slope and sacrificed a blameless rock wallaby that crossed my path to my bad mood and could criticize Mr. Badgery’s ardor — due to my limited knowledge of the English language — only by repeating in an accusing voice „not well, not well“. Mr. Badgery replied to my words in the beginning only with a stoic smile. Then he tried to give me a longer explanation. As he was repeatedly saying the word „breakfast“ and pointed in the direction of the farm, I had to conclude that his curiosity was based on a very prosaic motive, namely a huge hunger, and that he wanted to now allay it why a continuation of the hunt was no longer possible. I made a timid attempt to repeatedly and pleadingly say „platypus“  accompanied by gestures. „Piatypus“ being the English word for „Schnabeltier“ and pointing down to the river. My hunting master remained adamant, mounted his horse, waved at me to follow him and rode towards his breakfast. On the way back I had quite some hunter’s luck and bagged two bears and a  buzzard.

After Mr. Badgery had revitalised himself with a hearty breakfast we ventured out for a rock wallaby hunt as the sun had in the mean time conquered the fog. In the same location where we had achieved favorable results the day before. Already during the first drive an astonishing number of wallabies fled but this time were evading my position and escaped on the side where Wurmbrand and Clam stood, so that one bagged 18, the other 19 pieces. As the day before a few pieces had escaped on my left, the hunting master tried to stop that this time by positioning some people to defend the critical spot. But they had failed to understand their mission and defended not up from my position but in front of my position so that the game almost always retreated before I was able to shoot. Thus my result was only six rock wallabies. A second drive ended without any result while an improvised drive at a valley crossing delivered ten wallabies for me within only a few minutes even though the drive had begun before I had taken up my position.

Now we said good-bye to the beautiful rock valley where we have spent many a good hour yesterday and today and rushed past the farm to a distant hill where we tried to do a last hunt prior to our departure. Unfortunately the attempt failed as the game escaped on the flanks so that only Wurmbrand and Prónay bagged a  wallaby each while I made do with a hare.

This was the end of a eminently successful and interesting hunting expedition in New South Wales. We had to rush back to Sydney where social engagements awaited as an afternoon party was to be hosted by me and the gentlemen of the staff on board of „Elisabeth“ to which invitations had been sent out even before my departure to Arthur’s Leigh Badgery station.

In order to prevent any loss of time due to the wagons getting stuck, they had already crossed Wollondilly River earlier and we thus found the vehicles already in good order on the other shore when we crossed it on horseback. Here we said good-bye to the kind farmers and the hunting companions and started our return journey to Moss Vale. Our mounting the wagon was greeted with three „Hurrahs“. After a drive of four and a half hours we arrived in Moss Vale.

As the train would only depart at 2 o’clock in the morning to Sydney, we arranged quickly an improvised night hunt. We found a hunter who owned three well trained dogs that could track possums and quolls (Dasyurus viverrinus), chase them up the tree and then bark.

At the spot outside the village where the hunter was already waiting for us with the dogs, they started their chase on the command of „Go on“ only to bark loudly only a few minutes later. I rushed there and saw the dogs barking and jumping at an eucalyptus tree. The moon was favorable so that my first shot already gained me a quoll that I had discovered on a branch after some search. It is also part of the predator marsupials and resembles in build our marten. Its body is slight and elongated. The neck rather long, the head is elongated and the point of the muzzle is of a fleshy red color. The tail is long and uniformly bushy. The toes at the rear legs are armed with strong pointed claws. The fur is on the back a livid brown speckled with white spots, the belly is white. A bit smaller than a possum, Dasyurus viverrinus has a body length of 40 cm and its tail length is about 30 cm. In its way of life this marsupial resembles completely that of a possum. It spends the day in holes and ventures out during the night to feed checking in also in the chicken coops and there murdering everything without mercy.

Urged on by their owner the dogs rushed on and soon afterwards barking was heard again. But this time there was a novelty, namely a possum of a still unknown possum called ring tailed possum. Hunting with the three dogs was a great joy as they found new tracks quickly and pursued it until they had found and stopped the game. Only then did they start barking and waited for the hunters to arrive and kill the piece. The brave pack also retrieved a quoll who probably had not run up the tree quickly enough. The hunter’s son, about ten years old, distinguished himself by his excellent eyes. He was always the first to spot the game among the branches and pointed it out to me triumphantly. When a shot was fired, the boy quickly ran forward to protect the kill from the dogs. Until midnight we had bagged six quolls and six possums — certainly a rare result achieved under original circumstances at night in moonshine.

When we approached the home of the hunter during our march across the woods, the dogs suddenly disappeared and all whistling and calls were in vain. Their owner assumed that they had returned home to rest as they were tired from the long hunt. We followed their example and returned to Moss Vale.

Links

  • Location: Moss Vale, Australia
  • ANNO – on  25.05.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Faust“. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing “Der Freischütz”.

Badgery Station, 25. Mai 1893

Da die frühen Morgenstunden für die Jagd auf Schnabeltiere nicht weniger Erfolg versprechen als der Abend, weil die Tiere auch des Morgens ihren Bau verlassen und äsend emportauchen, bat ich unseren Jagdherrn, mich noch einmal mein Glück auf Schnabeltiere versuchen zu lassen. Schlag 6 Uhr war ich bereit; doch verging leider fast eine ganze kostbare Stunde, bevor unsere Pferde auf der Weide eingefangen waren. Obgleich wir dann die ziemlich bedeutende Entfernung bis zu einer geeigneten Stelle scharf reitend zurücklegten, kamen wir doch erst zu vorgerückter Stunde an den Fluss; immerhin wurde die Situation durch den Umstand gerettet, dass dichter Nebel über dem Flussgelände lag.

Während dieses Rittes lernte ich eine mir bis jetzt unbekannte Methode kennen, krumme Pferde zu heilen. Der brave Fuchs, den ich ritt, ging nämlich stocklahm, musste aber gleichwohl, um mich rechtzeitig nach dem Jagdplatz zu bringen, drauf los galoppieren; als nun das Übel begreiflicherweise nicht besser wurde, veranlasste mich Mr. Badgery, das Pferd gegen das seine zu tauschen, so dass der schmächtige Fuchs Mr. Badgery mit dessen Gewicht, welches das Doppelte des meinen überstieg, im gestreckten Galopp über Stock und Stein zu tragen hatte. Unglaublich und doch wahr — nach einer halben Stunde war das Pferd kuriert!

Der Ort, an welchem ich den Anstand auf Schnabeltiere beziehen sollte, war gleich jenem des Vortages eine steil abfallende, von Bäumen beschattete Schlucht, in deren Sohle ein Gewässer ruhig dahinfloss. Mr. Badgery blieb bei den Pferden zurück, während ich mit dem Jäger an den Flussrand abstieg, wo ich, kaum angelangt, schon ein Schnabeltier auftauchen und im Wasser fortziehen sah. Ein glücklicher Schuss tötete das Tier sofort, aber dann war guter Rat teuer, wie desselben habhaft werden, da es mitten im tiefen Wasser abwärts trieb und niemand danach gelüstete, an dem sehr kühlen Morgen in der eiskalten Flut zu schwimmen. Endlich kam mein praktischer Australier auf die rettende Idee, Steine hinter das tote Schnabeltier zu werfen und dasselbe durch die auf diese Weise entstehenden Wellen allmählich an das Ufer zu treiben. Diese Prozedur währte zwar etwas lange, brachte uns aber schließlich doch in den Besitz des Tieres, welches sich als altes Männchen erwies. Einige hundert Meter flussabwärts kam mir neuerdings ein Schnabeltier zu Gesicht; doch konnte ich das Tier nur tauchen sehen und leider keinen Schuss anbringen.

Nun erklärte der Jäger, dass er 2 km weiter noch eine günstige Stelle wisse; doch sollten wir eilen, um sie rechtzeitig zu erreichen. Wir schwangen uns also rasch in den Sattel und ritten die Tallehne entlang einen recht schlechten, steinigen Weg, der fast nur für Ziegen praktikabel gewesen wäre, den aber die Pferde mit merkwürdiger Geschicklichkeit zurücklegten. Wir kletterten die Böschung zum Fluss hinab, und bald sah ich nächst dem jenseitigen Ufer, vorläufig aber noch außer Schussweite, ein Schnabeltier wiederholt auftauchen und, nach der schwarzen Rückenlinie zu schließen, schwimmend Kreise ziehen; auch deutete mir der Jäger durch Zeichen an, dass er flussabwärts noch ein zweites Schnabeltier erblickt habe. Ich entschloss mich, hinter Bäumen gut gedeckt, abzuwarten, bis sich eines der Tiere dem diesseitigen Ufer genähert haben würde, was sehr wahrscheinlich bald geschehen wäre, wenn sich nicht in Gestalt Mr. Badgerys das Verhängnis eingefunden hätte. Dieser vermochte seine Neugierde nicht mehr zu bezwingen und war mit den Pferden bis auf einen Felsvorsprung angerückt, von welchem aus er das Wasser überblicken konnte und leider auch bald die beiden Schnabeltiere entdeckte, worauf er begann, mir in der besten Absicht unaufhörlich zuzurufen, um mich auf das Vorhandensein der Tiere aufmerksam zu machen. Der mich begleitende Jäger konnte sich nicht enthalten, ihm trotz meiner flehentlichen Gebärden zu antworten, so dass sich par distance ein lautes Zwiegespräch entwickelte, welches natürlich die so ungemein scheuen Schnabeltiere zu schleunigstem Verschwinden bewog. Obschon dieselben im übrigen auf einer tiefen Stufe der Entwickelung stehen, sind doch Gehör und Gesicht ungemein scharf, so dass der entfernteste, durch diese Sinne vermittelte Verdacht einer Gefahr die Tiere untertauchen und in den Bau fahren lässt, aus dem sie sich dann vor dem Abende nicht mehr hervorwagen.

In nicht eben rosiger Stimmung erkletterte ich wieder den Uferhang, opferte meinem Unwillen ein schuldloses Felsen-Wallaby, welches den Weg kreuzte, und konnte die Kritik des Übereifers Mr. Badgerys — bei meiner mangelhaften Kenntnis der englischen Sprache — nur in die wiederholt im Tone des Vorwurfes ausgerufenen Worte „not well, not well“ zusammenfassen. Mr. Badgery erwiderte meine Worte anfangs lediglich mit stoischem Lächeln; dann aber versuchte er mir in längerer Auseinandersetzung Aufklärung zu geben. Da sich hiebei das Wort Breakfast öfter wiederholte und Mr. Badgery in der Richtung auf die Farm deutete, musste ich schließen, dass seine Neugierde von einem sehr prosaischen Motiv, von gewaltigem Hunger, beherrscht war und er denselben nunmehr zu stillen wünsche, weshalb an eine weitere Fortsetzung der Jagd kaum mehr zu denken war. Ich machte zwar noch einen schüchternen Versuch, indem ich unter entsprechend begleitenden mimischen Zeichen wiederholt flehend „Piatypus“, das ist die englische Bezeichnung für Schnabeltier, ausrief und auf den Fluss deutete, aber mein Jagdherr blieb unerbittlich, schwang sich auf seinen Gaul, winkte mir zu folgen, und so ritten wir dem Breakfast entgegen. Auf dem Wege nach der Farm hatte ich doch noch einigermaßen Waidmannsheil, indem ich zwei Bären und einen Bussard erlegte.

Nachdem Mr. Badgery sich an einem guten Frühstück erquickt hatte, zogen wir, da mittlerweile die Sonne über den Nebel gesiegt hatte, zur Jagd auf Felsen-Wallabies aus, ebendorthin, wo am Vortag die günstigen Resultate erzielt worden waren. Schon im ersten Triebe wurde eine erstaunliche Anzahl von Wallabies flüchtig, die aber diesmal meinen Stand größtenteils mieden und seitwärts ausbrachen, wo Wurmbrand und Clam standen, so dass der eine 18, der andere 19 Stück erlegte. Da nämlich gestern einige Stücke links von mir ausgebrochen waren, beabsichtigte der Jagdleiter dies heute dadurch hintanzuhalten, dass er einige Leute zur Abwehr an den kritischen Punkt entsandte, doch hatten diese den Auftrag falsch erfasst und wehrten statt oberhalb meines Standes vor demselben ab, so dass das Wild fast immer umkehrte, bevor ich zum Schuss kommen konnte. So betrug denn meine Strecke nur sechs Felsen-Wallabies. Ein zweiter Trieb verlief ohne jegliches Ergebnis, während ein in aller Eile an einer Gabelung des Tales inszenierter, nur wenige Minuten erfordernder Trieb mir zehn Wallabies lieferte, obwohl zu treiben begonnen wurde, bevor ich meinen Stand bezogen hatte.

Nun sagten wir dem schönen Felsental, in dem wir gestern und heute manch frohe Stunde verbracht hatten, Lebewohl und eilten, die Farm passierend, nach einem entlegenen Hügel, auf welchem noch ein letzter Trieb vor unserer Abfahrt versucht wurde. Leider gelang dieser Versuch nicht, da das Wild an den Flanken ausbrach, so dass nur Wurmbrand und Prónay je ein Wallaby schossen, während ich mich mit einem Hasen begnügte.

Hiemit war auch das Ende der so vortrefflich gelungenen, interessanten Jagdexpeditionen in Neu-Süd-Wales gekommen. Wir mussten nach Sydney zurückeilen, wo unser gesellschaftliche Verpflichtungen harrten, da an Bord der „Elisabeth“ ein von mir und den Herren des Stabes gegebenes Nachmittagsfest stattfinden sollte, zu welchem die Einladungen schon vor meiner Abreise nach Arthur’s Leigh Badgery Station ergangen waren.

Die Wagen hatten, damit ja jedem Zeitverlust infolge Steckenbleibens vorgebeugt sei, den Wollondilly River schon früher übersetzt, und wir fanden daher, als wir denselben zu Pferde durchquert hatten, die Gefährte bereits wohlbehalten auf dem anderen Ufer. Hier nahmen wir von den liebenswürdigen Farmern und dem Jagdgefolge Abschied und traten, beim Besteigen der Wagen von einem dreimaligen Hurrah begrüßt, die Rückfahrt nach Moss Vale an, wo wir nach vierthalbstündiger Fahrt anlangten.

Da der Zug von hier erst tagsdarauf gegen 2 Uhr morgens nach Sydney abgehen sollte, arrangierten wir in aller Eile aus dem Stegreif eine Nachtjagd. Wir hatten einen Jäger ausfindig gemacht, der drei gute Hunde besaß, die zu dem Zweck abgerichtet waren, Kusus und Beutelmarder (Dasyurus viverrinus) zu suchen, auf Bäume zu treiben und dann zu verbellen.

An der Stelle, außerhalb des Ortes, an welcher der Jäger mit den Hunden unser bereits harrte, stürmten diese auf das Kommando „Go on“ auch schon fort, um nach wenigen Minuten heftig Standlaut zu geben. Ich eilte rasch hinzu und sah, wie die Hunde Hals gebend an einem Eucalyptus-Baume hinansprangen. Der Mond fiel günstig ein, so dass mein erster Schuss mir gleich einen Beutelmarder einbrachte, den ich nach einigem Suchen auf einem Ast entdeckt hatte. Dieser ebenfalls zu den Beuteltieren gehörige Räuber ähnelt im Baue sehr unserem Marder; der Leib ist schmächtig und gestreckt, der Hals ziemlich lang, der Kopf gestreckt und die Schnauzenspitze fleischrot, der Schwanz lang und gleichmäßig buschig behaart; die Zehen sind an den niederen Beinen mit sehr starken, spitzigen Krallen bewehrt; das Fell an der Oberseite fahlbraun, mit weißen Flecken gesprenkelt, an der Unterseite weiß. Etwas kleiner als der Kusu, erreicht der Dasyurus viverrinus eine Leibeslänge von 40 cm und eine Schwanzlänge von etwa 30 cm. In seiner Lebensweise erinnert dieser Beutler ganz an jene des Kusus, indem er den Tag in Löchern verbringt, nachts aber auf Nahrung ausgeht, den Hühnerställen gleichfalls Besuche abstattend und daselbst alles schonungslos mordend.

Von ihrem Besitzer angefeuert, eilten die Hunde weiter, und bald tönte abermals Standlaut; doch diesmal kam eine Novität, nämlich ein Kusu uns noch unbekannter Art, der Ringelschwanz-Kusu, zur Strecke. Mit den drei Hunden zu jagen, bereitete in der Tat Vergnügen, da sie rasch jede frische Fährte fanden und dieselbe verfolgten, bis sie das Wild zum Aufbäumen gebracht hatten; dann erst gaben sie Laut und hielten aus, so dass die Jäger herbeikommen und das Stück erlegen konnten. Einen Beutelmarder, der wahrscheinlich nicht schnell genug aufgebäumt hatte, apportierte uns die brave Meute. Der Sohn des Jägers, ein Bursche von etwa zehn Jahren, der sich dem Vater angeschlossen hatte, zeichnete sich durch die Schärfe seiner Augen aus, dank welcher er das Wild stets zuerst in den Ästen entdeckte, um es mir triumphierend zu zeigen; war ein Stück nach einem Schuss gefallen, so sprang der Knirps rasch zu, um es vor den Hunden zu bewahren. Bis gegen Mitternacht hatte ich sechs Beutelmarder und sechs Kusus erlegt — gewiss eine seltene, unter originellen Umständen bei Nacht im Mondschein erzielte Strecke.

Als wir uns beim Durchstreifen des Waldes der Behausung des Jägers genähert hatten, waren die Hunde plötzlich verschwunden, und alles Pfeifen und Rufen blieb vergeblich, weshalb der Besitzer vermutete, dass sie, durch die lange Dauer der Jagd ermüdet, heimgekehrt seien, der Ruhe zu pflegen. Wir folgten diesem Beispiel und fuhren nach Moss Vale zurück.

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  • Ort: Moss Vale, Australien
  • ANNO – am  25.05.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Faust“, während das k.u.k. Hof-Operntheater “Der Freischütz“ darbietet.