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Schimonoseki — Mija-schima, 6. Aug. 1893

Vor der Einschiffung auf dem „Jajejama“ fand ich Gelegenheit, den japanischen Ministerpräsidenten, den vielgenannten Grafen Ito Hirobumi, kennen zu lernen und ihm gleichzeitig meine lebhafteste Teilnahme auszudrücken; denn er war nachts angekommen, um seinen Sohn zu besuchen, der an den Folgen eines schweren Sturzes darniederlag. Des Grafen Sohn war mir gleichfalls zugeteilt worden, hatte jedoch, als er uns entgegenfuhr, das Unglück gehabt, von einer Fallreeptreppe herabzustürzen und hiebei so bedeutende innere Beschädigungen zu erleiden, dass auch unser Arzt, welcher den Verletzten untersuchte, nur wenig Aussicht auf Wiederherstellung eröffnete.

Unter dem donnernden Salut sämtlicher Kriegsschiffe nahmen wir Abschied von Schimonoseki, während sich unser langer Kreuzer herumdrehte, um ostwärts gewendet in die vielgepriesene Inland-See zu steuern. Das japanische Binnenmeer, Seto-no-utschi-umi, das heißt das Meer zwischen den Straßen, wird im Süden von den Inseln Kiuschiu und Schikoku, im Norden aber von der Hauptinsel Hondo eingeschlossen und steht mit dem Ozean durch die Van der Capellen-, die Bungo- und die Linschoten-Straße in Verbindung; Flut und Ebbe wechseln in der Inland-See wie im Ozean ab, doch ist die Tiefe dieses Binnenmeeres eine geringe und beträgt häutig kaum 20 Faden. Von Schimonoseki im Westen, bis Osaka im Osten sich hinziehend, ist das Binnenmeer namentlich in seinem mittleren Teil von Inseln vulkanischen Ursprungs bedeckt, deren Zahl von japanischen Quellen auf mehrere Tausend angegeben wird.

Unmittelbar nachdem wir aus der schmalen Passage von Schimonoseki herausgefahren waren, verließen uns die Küsten der Inseln Kiuschiu und Hondo, welche hier scharf zurücktreten und den nach der Provinz Suwo benannten Teil des Binnenmeeres in weitem Bogen umfassen.

Der heutige Tag war ganz darnach angetan, uns alles im günstigsten Licht erscheinen zu lassen; denn wolkenlos lachte der Himmel in freundlichem Blau auf uns herab, und eine frische Brise brachte angenehme Kühlung. Die leicht bewegte See war durch zahllose Fahrzeuge belebt, welche, in den abenteuerlichsten Formen gebaut und mit den absonderlichsten Segeln versehen, auf den Fischfang ausgezogen waren, der eine bedeutende Rolle in der Ernährung von Japans Bevölkerung spielt, da Fische die hauptsächlichste Fleischnahrung darstellen. Nach dem hier geltenden Reglement haben Dampfschiffe den sich umhertummelnden Booten nicht auszuweichen, welch letztere vielmehr gehalten sind, den Dampfern freie Fahrt zu ermöglichen; doch geschieht dies mit einer gewissen Sorglosigkeit, so dass wir trotz häufiger Anwendung der Dampfpfeife nicht selten in bedenkliche Nähe einzelner Dschunken gerieten, bis schließlich eine derselben gerammt wurde, jedoch krachend an unserer Bordwand weiterglitt und mit Havarien am Steuer und an den Masten davonkam — eine Kollision, welche ohne Eindruck auf unseren Kommandanten blieb, der lächelnd weiterfuhr, als ob nichts vorgefallen wäre.

Nach etwa drei Stunden wechselten wir Kurs und steuerten nach Nordosten, um auf dieser Route in ein wahres Labyrinth von Inseln zu geraten. Die Fahrt durch dieses Gewirre von Eilanden ist wahrhaft entzückend, und ich kann aus eigener Anschauung bestätigen, dass die begeisterten, in Reiseberichten gegebenen Schilderungen der Naturschönheiten der Inland-See nicht übertrieben sind. Die größeren Inseln machen mit ihren mächtigen Bergen, die teilweise waldlos sind, aber gleichwohl einen äußerst wirksamen Hintergrund bilden, imposanten Eindruck; von den kleineren Eilanden, die überaus phantastische Formen zeigen, bestehen nicht wenige nur aus einem gigantischen Felsblocke, welcher dem Meer entstrebt, andere sind mit Hügeln und spitzen Kegeln bedeckt. Beinahe alle größeren Inseln sind besiedelt; an den Küsten reiht sich Ortschaft an Ortschaft, ein Fischerdorf an das andere; allenthalben tritt zutage, dass die Bewohner dem Landbau oder dem Fischfang obliegen; an den Abhängen der Hügel ziehen sich wohlbebaute Felder empor, und auf der leicht gekräuselten Oberfläche der See tanzen ganze Flotten von Booten. Auch eine kühn fliegende Einbildungskraft dürfte Mühe haben, eine landschaftliche Szenerie zu dichten, welche an Mannigfaltigkeit und an Bewegtheit, an Großartigkeit des Eindruckes und an Intimität des Reizes jene übertrifft, die sich hier vor dem Blick entrollt.

Obschon unsere Aufmerksamkeit vollständig in Anspruch genommen war, ließ der Kommandant des „Jajejama“ exerzieren, was mit den 12 cm Armstrong-Geschützen trotz der langen, schier endlos scheinenden japanischen Kommandos recht präzis und flott von Statten ging. Von Zeit zu Zeit spielte die Bordkapelle einige Musikstücke, so die unvermeidliche Ouverture aus „Tell“, ein Potpourri aus „Mignon“ und verschiedene heimatliche Tanzweisen. Bei aller Anerkennung, welche ich bereit bin, den Japanern nach dem, was ich bisher gesehen und gehört, zu zollen, kann ich nicht verschweigen, dass ich mich schon größerer Genüsse erfreut habe als des uns bereiteten Ohrenschmauses; einzelne der zum Vortrag gebrachten Piecen waren in der hier üblichen Auffassung nicht recht zu erkennen, und auch die Programme konnten auf Verlässlichkeit wenig Anspruch erheben, da sie beispielsweise die Oper „Carmen“ als Werk unseres Walzerkönigs Strauß bezeichneten.

Als wir den Kurs abermals wechselten, um nordwärts zu steuern, lag die bergige Küste der Provinz Suwo nur wenige Meilen backbord; diese Küste und später jene der Provinz Aki entlang dampften wir weiter, bis wir die Insel Mija sichteten — unser heutiges Reiseziel. Nachdem wir noch eine sehr enge Passage mit möglichster Gefährdung einiger Fischerboote, jedoch ohne Unfall durchmessen hatten, liefen wir in die Bucht Mija-schimas ein, woselbst zwei japanische Kriegsschiffe, der Kreuzer „Tschijoda“ und die Corvette „Tenriu“, die Ankunft des „Jajejama“ donnernd begrüßten. Zu meiner nicht eben angenehmen Überraschung gewahrte ich schon aus der Ferne sowohl auf dem Land als in Booten die an ihren weißen Uniformen kenntlichen, übereifrigen Polizisten.

Mija-schima, die Tempelinsel, zeichnet sich vor anderen Eilanden dieses Archipels in vorteilhafter Weise dadurch aus, dass die bis zu 457 m aufsteigenden Höhen mit prächtigem, geschlossenem Walde bedeckt sind; der Boden der Insel ist eben heilig, weshalb die Hand des Menschen sich nicht an die Bäume wagen darf und auch Wild sich hier ungestörten Daseins erfreut, so Hirsche, welche ganz zahm sind, mitten unter den Fußgängern umherlaufen und aus der Hand der Vorübergehenden fressen. Der religiösen Weihe ungeachtet, welche die Insel auszeichnet, bildet diese einen im Sommer viel besuchten Ausflugsort; denn reizende, gegen die See zu sich öffnende Täler, von zahlreichen angenehmen Pfaden durchzogen, eine nie zu hoch ansteigende Temperatur sowie erquickende See- und Süßwasserbäder bedeuten ebensoviele anziehende Momente. Die Insel ist von etwa 3003 Menschen — Priestern, Gastwirten, Fischern und Bilderschnitzern — bewohnt, deren Behausungen in reizender Verborgenheit entlang der Bucht zu Füßen eines grünenden Hügels liegen, von dem uns prächtige Nadelhölzer grüßen. Einen interessanten Gegensatz hiezu bildet der gegenüberliegende Küstenstrich der Provinz Aki; denn die scharf abfallenden Bergabhänge sind kahl und das lichtgefärbte, fast weiß schimmernde Gestein und Geröll tritt zutage, so dass es scheint, als seien die Berge mit Schnee bedeckt.

Auch auf Mija-schima musste ich eine Entree glorieuse feiern, eine Einführung, von welcher ich mich gerne entbunden gesehen hätte, die aber unausweichlich war, da die Japaner offenbar entscheidenden Wert darauf legten, bei jeder Gelegenheit die größte Feierlichkeit und den höchsten Pomp zu entfalten. An der Landungsbrücke standen in großer Anzahl hohe Würdenträger und Honoratioren, welche mir vorgestellt wurden und sich tief verneigten, als ich an ihnen vorbeikam. An diese schloss sich ein Spalier von Wächtern des Gesetzes, hinter denen sich eine Menge Volkes drängte, neugierig, den fremden Prinzen zu sehen, der, gefolgt von der heimatlichen und der japanischen Suite, zwischen dem Leibjäger in grüner Livree und dem Türsteher mit dem Schwert einherschritt. Ich gestattete mir jedoch eine kleine Abweichung vom Programm; denn als ich sah, dass die Wegstrecke bis zu unserer Behausung sich ziemlich lang hindehnte und deren Zurücklegung in dem Tempo des feierlichen Aufzuges bei der hohen Temperatur sowie bei dem Umstand, dass unser Pfad zwar nicht mit Rosen, wohl aber mit einer hohen Lage feinen Sandes bestreut war, nicht eben angenehm zu werden versprach, schlug ich eine Art Laufschritt an, der mich bald ans Ziel, das Gefolge jedoch zu allgemeiner Heiterkeit etwas außer Atem brachte.

Hatten schon die uns bisher auf japanischem Boden eingeräumten Quartiere unsere Bewunderung erregt, so wurden sie doch durch die landschaftliche Umrahmung, die Originalität der Anlage und die entzückenden Details der Wohnstätte weit übertroffen, welche hier für uns vorbereitet war. Der Weg hatte uns bis in eine enge Waldschlucht geführt; vielhundertjährige Bäume spenden hier angenehmen Schatten; in der Sohle der Schlucht rieselt ein kristallklares Bächlein dahin, von munter umherschwimmenden Gold- und anderen Fischchen belebt; zwischen den Bäumen ragen Felsen empor, auf welchen sich, scheinbar regellos verteilt und nur Launen des Geschmackes die Entstehung verdankend, allerliebste, kleine Häuser befinden, deren je eines für jeden von uns bestimmt ist.

An einigen Stellen seines Laufes ist das plätschernde Wässerchen zu Miniaturteichen gestaut, in deren Mitte auf Piloten sich offene Kioske mit Veranden erheben; in diesen laden Matten sowie schwellende Kissen zur Ruhe und zum Träumen bei dem Gemurmel des Baches ein. Alle die anmuthigen Bauwerke stehen mittels zierlicher Wege, Treppen, Stege und Brücken in Verbindung. Bald da, bald dort sprudelt eine Quelle zwischen dem Gesteine hervor, zischt und braust ein Springbrunnen empor, dessen Wasserstrahlen in muldenförmig ausgehöhlte Steine zurückfallen, die malerisch von allerlei Wasser- und Schlingpflanzen umrahmt und umrankt sind; allenthalben finden sich — ähnlich den Kapellen und Heiligensäulen, welche bei uns an Landwegen stehen — kleine, steinerne, mit Moos bewachsene Tempelchen, die bestimmt sind, des Abends ein Licht aufzunehmen, um auf diese Weise, ebenso wie in die Felsen gemeißelte Nischen, Beleuchtungszwecken zu dienen. Die Herrlichkeiten, welche uns hier umgeben, sind von wahren Künstlern geschaffen, deren rege Phantasie mit feiner Empfindung für die Schönheiten der Natur, mit gemütvoller Poesie gepaart ist. Unserem Erstaunen über die idyllische Waldniederlassung lauten Ausdruck gebend, eilten wir überall umher, das Zaubernest in jeglichem Detail in Augenschein zu nehmen.

Die einzelnen Behausungen wiesen bunte Mannigfaltigkeit in der Anlage und Ausführung auf, so dass wir über die reiche Gestaltungskraft der japanischen Baukünstler nicht genug staunen konnten; und doch trug jedes der kleinen Meisterwerke den einheitlichen Charakterzug der Niedlichkeit. Auch hier hatten als Baumaterial nur Holz, namentlich Bambus, Strohmatten und Papier Verwendung gefunden, allerdings nicht ohne dass die Werkleute ihr seltenes Geschick in hervorragender Weise bekundet hätten, mit den einfachsten Mitteln dem Auge wohltuende Wirkungen hervorzubringen; selbst die Ausstattung der Wohnräume war malerisch, den Gesetzen der Schönheit entsprechend. Während die decorative Kunst der stammverwandten Chinesen sich durch einen ins Bunte und Auffallende, ja zuweilen ins Schreiende
gehenden Zug charakterisiert, zeichnet sich jene der Japaner, ungeachtet aller Farbenfreudigkeit, durch künstlerisches Maßhalten, durch vollendete Harmonie und durch anheimelnde Intimität sowie durch zartes Verständnis dafür aus, das Leben mittels entsprechenden Komforts so angenehm als möglich zu gestalten. Die Grundzüge des japanischen Wesens, lebensfrohe Heiterkeit, ansprechende Sinnlichkeit und ausgeprägtes Schönheitsgefühl treten auf allen Gebieten des Volkslebens zutage und machen, in innig verwobener Wechselbeziehung mit der herrlichen Natur, jedem Fremden, der Japans Boden betritt, Land und Leute gleich sympathisch.

Nachdem ich mich von den Würdenträgern und Honoratioren, welche uns das Geleit gegeben, verabschiedet und von meinem Häuschen Besitz ergriffen hatte, begann ich die Nachbarschaft unseres Quartieres zu durchwandern.

Mija-schima ist seines berühmten Tempels wegen ein Hauptwallfahrtsort, eine Art Mariazell des südlichen Japans; wie in der Nähe unserer Gnadenkirchen gibt es auch hier im Bereiche des Tempels eine Unzahl von Kaufläden und Buden, in welchen die Pilger neben manch anderem auch Gegenstände der Erinnerung an die heilige Insel kaufen. Diese Objecte sind zumeist ganz vorzüglich geschnitzte oder bildliche Darstellungen der Niederlassung auf der Insel, des Tempels, der Hirsche u. dgl. m. und um geradezu lächerlich billige Preise erhältlich, ein Umstand, welcher wohl darthut, dass die Insel noch abseits von der großen Route der Touristen liegt und deren Bewohner durch reisende Engländer und Amerikaner noch nicht verwöhnt sind. In diesen Buden erwarb ich ganze Wagenladungen hübscher Gegenstände, insbesondere Tischchen, Vasen, allerlei Nachbildungen aus verkrüppeltem Holze, Kinderspielzeug und hundert andere Dinge.

Die Regierung hatte übrigens auch hier getrachtet, mir die Bereicherung meiner Sammlung so leicht als möglich zu machen; denn in einem Gebäude, dessen Räume sonst pädagogischen Zwecken dienen, waren Erzeugnisse der japanischen Kunstindustrie zu einer förmlichen Ausstellung arrangiert worden, welche im wesentlichen die in den Buden feilgebotenen Objekte enthielt, die aber, dem offiziellen Eingreifen entsprechend, das Dreifache der in den Läden verlangten Preise kosteten. Ich beschränkte mich daher auf die Erwerbung einer alten japanischen Rüstung nebst der dazugehörigen, durch einen martialischen Schnurrbart ausgezeichneten Fratzenmaske.

Weiterhin gelangte ich, eine steile Treppe emporklimmend, zu einer großen aus Holz erbauten, tempelartigen Halle, welche auf einem Hügel liegt und von Taiko-sama, dem Marschall und Regenten des Reiches, der seine Laufbahn als Stallbursche begonnen hatte, an der Stelle erbaut worden war, wo er im Jahre 1591 vor dem Auszug der japanischen Heere unter den Generalen Konischi Jukinaga und Kato Kijomasa zur Eroberung Koreas seine Befehle ertheilt hatte. Diese Halle, in der Taiko-sama auch große Festgelage abgehalten haben soll, ist durch zahlreiche an den Wänden hängende Votivbilder geschmückt; das Holzwerk einer unweit der Halle errichteten Pagode zeigt wie jene die ehrwürdigen Spuren des hohen Alters. Wenige Schritte oberhalb dieser Bauten und unweit eines gefallenen Kriegern zu Ehren errichteten Denkmales erfreute ich mich von einem dominierenden Punkte aus des reizenden Ausblickes auf das liebliche Mija-schima.

Das Diner nahmen wir unter den Klängen zweier Musikkapellen in einem der Teichkioske ein; in dieser uns ungewohnten Speisehalle herrschte eine äußerst wohlthuende Temperatur, so dass es nur wünschenswert wäre, wenn auch in der Heimat während der Sommerszeit ähnlich gestaltete und situierte Räumlichkeiten zu dem gleichen Zwecke verwendet würden, vorausgesetzt, dass die Gelsen dies gestatten, die auf Mija-schima das gemütliche Diner einigermaßen störten. Dem Mahl wohnte unter anderen Persönlichkeiten auch der sich eines sehr lebhaften und heiteren Temperamentes erfreuende Divisionscommandant von Hiroschima sowie ein Admiral bei, welcher aus der Hafenstadt Kure gekommen war — zwei Herren, mit welchen ich eine anregende Konversation unterhielt; die Mitteilungen des Admirals bestärkten mich in der Überzeugung, dass die Japaner auf die Ausgestaltung ihrer Kriegsmarine sorgfältig bedacht sind, ein Umstand, der nicht zum wenigsten durch die trefflichen Leistungen des kaiserlichen Seekadetten-Institutes dargetan wird, das auf der unweit Kure gelegenen Insel Eta errichtet worden ist.

Dem berühmten Tempel der Insel, einem Schinto-Heiligtum, galt ein abendlicher Besuch. Der Schintoismus und der Buddhaismus sind die beiden heidnischen Religionssysteme, welchen Japans Bevölkerung anhängt, und zwar bildet der Buddhaismus, gegenwärtig in sieben Hauptsekten gespalten und dem krassesten Götzendienst ergeben, die eigentliche Volksreligion, während die höheren Schichten der Gesellschaft jetzt zumeist der religiösen Indifferenz oder dem Atheismus verfallen sind. Neben den beiden genannten Religionen hat auch die Lehre des Konfuzius Aufnahme gefunden; sie ist zwar nicht sehr tief eingedrungen, hat aber doch auf die gebildeteren Stände und namentlich in früherer Zeit auf die Samurais großen Einfiuss ausgeübt.

Der Schintoismus bezweckt die Glückseligkeit des irdischen Lebens und geht von der Annahme aus, dass die Geister der Abgeschiedenen bei der Erreichung dieses Zieles behilflich sind, weshalb sie denn auch, wenn ein Gläubiger ihrer bedarf, durch Händeklatschen, Läuten u. dgl. gerufen werden. Charakteristisch ist für den Schintoismus oder die Kami-Lehre die göttliche Verehrung berühmter Männer neben jener einer angeblich nach Millionen zählenden Götterschar, deren Reigen von der Sonnenkönigin Amaterasu geführt wird. Der letzteren angeblicher Abstämmling, Dschimmu-Tenno (660 bis 585 v. Chr.), ist der Begründer des japanischen Reiches und Ahnherr des kaiserlichen Hauses, so dass der jeweilige Kaiser Japans als Sprosse des Himmels und daher als Gottheit verehrt wird. Dem Schintoismus sind eigentliche dogmatische und ethische Grundsätze fremd, wohl aber ein ausgebildetes Ritual und eine entwickelte Liturgie eigen. So wenig wie der Buddhaismus hat der Schintoismus sich in ursprünglicher Reinheit zu erhalten vermocht, sondern ist vielmehr in mannigfacher Beziehung von jenem beeinflusst worden.

Interessant ist, dass nach Beginn der neuen Ära im Jahre 1868 von der Regierung der Versuch gemacht wurde, den Buddhaismus zugunsten des Schintoismus zu verdrängen. Dieses Bestreben erklärt sich aus dem begreiflichen Interesse, das der Kaiser, oder, wie der übliche Titel lautet, der Mikado, an der Religion hat, welche ihn mit dem Begründer des Reiches sowie mit dem Himmel in Verbindung bringt und ganz geeignet erscheinen musste, zur Festigung der durch die großartige Reformbewegung wieder hergestellten kaiserlichen Macht beizutragen. Im Jahre 1876 wurde übrigens Religionsfreiheit proklamiert, und von diesem Grundsatze hat auch das Christentum Vorteil ziehen können; wenigstens sind bereits vor einigen Jahren römisch-katholische Bischofssitze in Tokio, Nagasaki, Kioto und in Sandani errichtet worden.
Der angeblich schon im 6. oder 7. Jahrhundert erbaute und drei Göttinnen geweihte Tempel der Insel erhielt durch Kijomori im 12. Jahrhunderte jene Gestalt, welche ihn als Bauwerk des westlichen Japans berühmt gemacht hat. Als Schinto-Heiligtum ist der Tempel, welchen die Kannuschis, die Schinto-Priester, uns zu Ehren, wenn auch spärlich beleuchtet hatten, gekennzeichnet durch die hohen galgenförmigen Portale, die Torii, welche, hier auf Piloten stehend, in die See hineingebaut sind; er umfasst ein Gewirr von Räumlichkeiten, welche die Heiligtümer bergen, und von Verbindungsgängen.

Der Eintritt in die eigentlichen Tempelräume blieb uns versagt; doch durften wir wenigstens einen Blick hineinwerfen, ohne jedoch außer Leuchtern und Bildern viel Bemerkenswertes wahrnehmen zu können. In der Mitte des Haupttempels sieht man eine Art Podium, welches für festliche Aufzüge an hohen Feiertagen bestimmt und von zwei Drachen aus Bronze, wahren Kunstwerken der Metallarbeit, flankiert ist; eigentümlich geformte, hohe Bronzevasen hatte ich schon am Tempeleingang bemerkt.

Die Priester, welche, mit weißen Seidengewändern angetan und versehen mit den eigentümlichen, an Bischofsmützen gemahnenden Kopfbedeckungen, uns das Geleit gaben, wiesen in zwei Kammern all die Gegenstände und Gerätschaften vor, die bei gottesdienstlichen Handlungen verwendet werden, und unter vielen anderen Dingen auch prachtvolle Stoffe, geeignet, den Neid mancher unserer Damen zu erwecken, ferner fratzenhafte Masken und verschiedene Schwerter, deren einige die unförmliche Länge von 4,5 m aufwiesen und offenbar nur als Schaustücke bei bestimmten Zeremonien verwendet werden.

Der Tempel auf Mija-schima zeigt in seiner prunkvollen Ausstattung deutlich die Folgen des weitgehenden buddhistischen Einflusses; denn der reine Schinto-Tempel zeichnet sich durch Einfachheit und insbesondere durch den Mangel von Metallzierat oder Lackschmuck aus. Auch sollen die Symbole beschränkt sein auf einen runden Metallspiegel als Sinnbild des göttlichen Glanzes, auf das Gohei, ein an einem Holzstäbchen befestigtes Papier, von dem angenommen wird, dass der Geist des Gottes sich darauf niederlasse, und auf einen Edelstein oder eine Kugel aus Bergkristall als Zeichen der Reinheit und Macht des Gottes.

Bemerkenswert ist die große Zahl der in einer Galerie des Tempels aufgehängten Votivbilder, welche zum Teil bedeutenden künstlerischen Wert haben und sich durch hohes Alter auszeichnen; einige derselben sind aus den Händen berühmter Meister hervorgegangen. Wir begegneten hier den denkbar mannigfaltigsten Darstellungen, da allerlei gute und böse Götter und Geister, mitunter mit greulichen Fratzen versehen, Affen, Hirsche sowie anderes Getier und in bunter Abwechslung Szenen aus dem Leben teils gemalt, teils geschnitzt, teils in eingelegter Arbeit vorgeführt sind.

Obschon die Nacht bereits ziemlich weit vorgerückt war, ließen wir uns noch, in Kimonos gehüllt, in einem der Teichkioske nieder, um, rauchend und plaudernd sowie Champagner schlürfend, im Genuss der uns umgebenden Natur zu schwelgen, deren Reize uns allen Ausrufe des lauten Bedauerns ob der programmäßigen Kürze des Aufenthaltes auf Mija-schima entlockten.

Schließlich nahmen wir noch ein kühlendes Bad in den Wellen des Baches, indem wir geradeaus von der Veranda des Kioskes in die Fluten sprangen und uns beim Schein roter Lampions darin fröhlich tummelten.

Links

  • Ort:  Mijaschima, Japan
  • ANNO – am 06.08.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper „Cavalleria rusticana“ aufführt.

Shimonoseki to Miyajima, 6 August 1893

Prior to embarking on „Yaeyama“ I had the opportunity to meet the Japanese prime minister, the often mentioned Count Ito Hirobumi, and express my most vivid sympathies as he had arrived during the night to visit his son who was ailing due to a heavy fall. The son of the count had also been assigned to my entourage but had had the misfortune during the trip to meet us to fall down from the gangway and sustain so heavy internal injuries that our doctor who had examined the patient declared that there was only a minor chance of recovery.

To the thundering salute of all warships we took leave from Shimonoseki, while our cruiser was slowly turning until it steered Eastwards into the much praised inland sea. The Japanese inland sea, Seto-no-uji-umi, that is the sea between the straits is enclosed in the South by the islands of Kyushu ans Shikoku, in the North by the main island of Hondo and is connected to the ocean by the strait of Van der Capellen, Bungo and Linschoten. High and low tide alternate in the inland sea just like in the ocean, but the depth of the inland sea is low and often barely 20 fathoms. Extending from Shimonoseki in the West to Osaka in the East, the inland sea is namely in the middle parts covered with volcanic islands whose number is given according to Japanese sources as being in the multiple thousands.

Just after we had exited through the narrow passage of Shimonoseki, the coasts of the islands of Kyushu and Hondo left us as they retreat here sharply an surround this part of the inland sea named after the province Suwo in a wide arc.

This day displayed an inclination to show everything in the best light. Without clouds the sky was smiling upon us in a friendly blue and a fresh wind brought agreeable cool air. The slightly moving sea was enlivened by countless vehicles built in the most adventurous forms and equipped with the strangest sails out to go fishing, as fish play an important role in the diet of the Japanese people as fish composes their main meat component. After the current regulations steamships do not have to evade the surrounding boats. It is upon the latter to make way for the steamships. But this is accorded with a certain carelessness, so that we had come all too close to some junks despite the frequent use of the steam whistle until we finally rammed one which however slid alongside our board wall with crunching sounds and survived with damages to its steering and masts — a collision that made no impression on our commander who continued his journey with a smile as if nothing had happened.

After about three hours we changed course and steered towards North-east to enter into a real labyrinth of islands on this course. Driving through this jumble of islands was truly enchanting and I can confirm with my own experience that the enthusiastic reports given in travel descriptions about the natural beauties of the island sea are not exaggerated.  The larger islands with their mighty mountains that are partly bereft of woods but still form a very effective background make a very imposing impression. Many of the smaller islands that are in very fantastic forms consist of only a single gigantic rock emerging out of the sea, others are covered with hills and pointy cones. Nearly all larger islands are inhabited. At the coasts village is followed by village, one fishing village after another. Everywhere it is apparent that the inhabitants rely either on agriculture or fishing for their living. On the slopes of the hills extend well cultivated fields and on the lightly curled surface of the sea danced complete fleets of boats. Even somebody with a very audacious imagination might have trouble inventing such a scenery that surpasses in diversity, movement and impressive greatness as well as charming intimacy  what is revealed in front of our eyes here.

Even though our full attention was already taken care of, the commander of „Yaeyama“ arranged exercises that happened quite precisely and quickly with the 12 cm Armstrong guns despite the long nearly endless Japanese orders. From time to time the ship band played some music pieces, among them the inescapable overture of „Tell„, a pot-pourri from „Mignon“ and various dances from home. For all the appreciation that I am read to accord the Japanese after all that I have heard and seen, I can not keep quiet about the fact that I have enjoyed much better performances than what was produced for our ears here. Some of the presented pieces could hardly be recognized in the manner played here and the programs too had no claim to reliability as they for instance declared the opera „Carmen“ to be a creation of our waltz king Strauß.

When we changed course again to steer northwards the mountainous coast of the province Suwo lay only a few miles away on port. Following this coast and later that of the province Aki we steamed until we came into sight of the island of Miya — our destination for today. After we still crossed a very narrow passage putting some fishing boats in danger but exited without accident, we entered into the bay of Miyajima where two warships, the cruiser „Chiyoda“ and the corvette „Tenriu“, greeted the arrival of „Yaeyama“ with thunder. To my not especially pleasing surprise we could already see from afar both on land and in boat the white uniforms of the overeager policemen.

The temple island Miyajima is remarkable in comparison to the other islands of this archipelago that its up to 457 m rising heights covered with splendid closed woods. The ground of the island is holy. That is why the humans are not allowed to lay hand on the trees and also the deer enjoy an undisturbed existence, so fully tame dear run around in the midst of pedestrians and eat out of the hands of a passer-by. Despite the religious dedication that distinguishes the island it is a much visited excursion place during the summer as the charming valleys that open up towards the sea are criss-crossed by numerous pleasant trails. A never too hot temperature as well as refreshing sea and freshwater baths are other attractive reasons for a visit. The island is inhabited by about 3003 people — priests, innkeepers, fishermen and wood cutters — whose houses are situated in charming seclusion along the bay at the foot of the green hills from which splendid conifers were greeting us. A very interesting contrast to this was formed by the province Aki on the opposite shore, as the sharply falling slopes of the mountains were bare and the light colored almost gleaming white stone and debris made it seem as if the mountains were covered by snow.

Also on Miyajima I had to undergo an entrée glorieuse, an introduction I would have gladly been spared but which was inescapable as the Japanese were very keen on creating the greatest ceremonies and the fullest pomp at any opportunity. At the landing bridge the high dignitaries and notables stood in great numbers. They were presented to me and bowed deeply when I passed them Then followed a cordon of the guardians of the law, behind them there was a crowd of the people curious to see the foreign prince who, followed by his own and the Japanese entourage, walked between the lifeguard in a green uniform and the doorman with the sword. I permitted myself a small deviation from the program.  When I noticed that the distance to our residence would be quite far away and covering it at the speed of a festive procession in the high temperature as well as the fact that the path was not covered with roses but a layer of fine sand not especially agreeable I started to walk at a double quick that soon brought me to my destination but the entourage was left breathless causing general hilarity.

While the residences on Japanese soil had already found our admiration, this was by far surpassed by the charming details of this residence prepared for us here as well as its scenic surrounding, the originality of the site. The path had led us through a narrow wooded gorge. Trees many hundred years old provided agreeable shade. In the base of the gorge a small crystal clear stream was flowing, enlivened by jolly goldfish and other species of fish swimming around.  Between the trees rose rocks on which there were very charming small houses distributed apparently randomly and only owe their existence to the fancy of good taste. Each of us was assigned to his own house.

At a few spots the ripply stream has been dammed to create a miniature pond in whose midst open kiosks with verandas stand on poles. In these mats as well as plushy pillows invite to rest and dream to the murmurs of the stream. All these enchanting buildings are connected with delicate paths, stairs, runways or bridges. Here and there a bubbling source splashes between the rocks, whizzes and sprays a water fountain whose jets fall back into the caves of the hollowed out stones that are surrounded by all kinds of water and climbing plants. Everywhere there are small stone temples covered in moss — similar to the chapels and votive pillars that stand on our country roads — that are intended to hold a light in the evening in order to provide illumination like niches cut into the rock. The wonders surrounding us here have been created by true artists whose brisk fantasies have been combined with a fine sensory for the beauty of nature and emotional poetry. Our astonishment about this idyllic retreat in the woods was loudly proclaimed and we rushed around everywhere closely discovering the magic place in all its details.

The individual houses were of a colorful diversity in their site and execution so that we could not cease to be amazed about the creativity of the Japanese builders. Still each of these small master works shared a common quality of cuteness. Here too the building material was only wood, namely bamboo, straw mats and paper but the artisans had shown their rare skills in such an excellent way that the most simple means created wholesome effects for the eye. Even the furniture of the living rooms was picturesque, consistent with the laws of beauty. While the decorative art of the related tribe of the Chinese is characterised by a preference for the colorful and flashy and sometimes even blatant, the Japanese, despite all variety of colors, are distinguished by their artistic moderation, the perfect harmony and the cosy intimacy as well as a tender understanding to create life as comfortable as possible. The principles of the Japanese character, the vivid hilarity, the attractive sensuality and notable sense for beauty are displayed in all areas of life of the people and make the people and the country equally sympathetic to any stranger who sets foot on Japanese soil.

After I had said good-bye to the dignitaries and notables who had escorted me and taken possession of our small house, I took a stroll in the neighborhood of my residence.

Miyajima is thanks to its famous temple a place of pilgrimage, a sort of Mariazell of Southern Japan; like in the proximity of our church of mercy there are in the area of the temple countless shops and stalls that sell souvenirs about the holy island to the pilgrims. These objects are mostly expert carvings or pictures of the settlement on the island, the temple, the deer etc. available for an almost ridiculous low price, a circumstance which might be explained that the island is still outside of the great tourist routes and the inhabitants are not yet spoiled by visiting Englishmen and Americans. In these shops I bought whole wagon loads of pretty objects especially small tables, vases and all kinds of copies of crippled wood, toys and hundreds of other things.

The government had also, by the way, made great efforts to make the enlargement of my collection as easy as possible. In one building whose rooms otherwise are used for pedagogical purposes they had arranged a formal display of the products of Japanese art industry which overall contained about the same objects sold in the shops but cost three times the price thanks to the official intervention. I limited my purchases there to an ancient Japanese suit of armor besides the matching grotesque mask with its martial moustache.

Climbing a steep stairs I arrived in a large temple-like hall built out of wood which is situated on a hill and had been constructed by Taiko-sama, the marshal and regent of the empire who had started out as a groom, in the spot where he had given orders in 1591 before the departure of the Japanese army under the generals Konishi Jukinaga and Kato Kiyomasa to the conquest of Korea. This hall in which the Taiko-sama is said to have held great festive banquets is decorated with large votive pictures hanging on the walls. The wood carvings on a pagoda constructed not far from the hall shows the honorable signs of old age.  A few steps above these buildings and near of a monument dedicated to a fallen soldier, on the dominant point of the island, I enjoyed the attractive panoramic view of the lovely Miyajima.

Dinner we ate to the sounds of two music bands in one of the pond kiosks. In that unusual dinning room there was very agreeable temperature so that it would be desirable that also in our country similarly built and situated rooms could be used for the same purpose during the summer months  if the mosquitoes permit this as they were noticeably disturbing the comfortable dinner at Miyajima. The dinner was attended, among other personalities, by the division commander of Hiroshima with a very vivid and jovial temperament as well as an admiral who had come from the port city of Kure — two gentlemen with whom I had a very inspiring conversation. The messages of the admiral strengthened my conclusion that the Japanese were carefully planning to expand their navy, a circumstance that not the least is shown by the excellent performance of the Imperial navy cadet school that had been set up on the island of Eta close to Kure.

The famous temple of the island, a Shinto shrine, we visited during the evening. Shintoism and Buddhism are both heathen religious systems practised by the Japanese population. Buddhism, currently split into seven main sects and devoted to the most crass idol veneration, is the actual religion of the people while the upper classes of society now are mostly religiously indifferent or lapsed into atheism. Beside the two religions noted the doctrine of Confucius has also taken hold. It has not penetrated very deeply but it has influenced many of the better educated classes and greatly namely the samurai of earlier times.

The Shintoism intends felicity during the mundane life and presumes that the spirits of the deceased assist in the achievement of this goal. That is way the believer clamp their hands and ring to call them. Characteristic for Shintoism or the Kami doctrine are the adoration of famous men as gods besides a multitude of gods apparently in the millions who are led by the sun queen Amaterasu. An apparent descendant of the latter, the Jimmu Tenno (660 to 585 BC), is the founder of the Japanese Empire and the ancestor of the Imperial House so that the respective Emperor of Japan is venerated as a son of heaven and thus as a god. To Shintoism actual dogmatic and ethical principles are alien but a well established ritual and a developed liturgy exist. Like Buddhism, Shintoism could not keep its original purity but has been influenced by the former in many ways.

It is interesting to note that at the beginning of the new era in 1868, the government tried to displace Buddhism in favor of Shintoism. This effort is explained by the understandable interest that the Emperor, or to use the more common title, the Mikado, has in this religion that connects him with the founder of the Empire as well as Heaven and thus must have been seen as suitable to strengthen the Imperial power restored by the great reform movement. In the year 1876, by the way, freedom of religion was declared and from this principle Christendom has profited too. At least Roman-Catholic bishops have been installed in Tokyo, Nagasaki, Kyoto and in Sandani a few years ago.

The temple on the island apparently built already in the 6th or 7th century and dedicated to received its form in the 12th century by Kiyomori which made it famous as a building in Western Japan. As a Shinto shrine the temple, that the Kannuschi, that is the Shinto priests, had illuminated in our honor even if only sparsely, is characterised by tall gallows-like portals called Torii that stand on poles and are attached to the sides.  The temple contains a multitude of rooms for the sanctuaries and connecting paths.

We were not allowed to enter into the actual temple rooms but we could at least take a look without seeing much that was remarkable beyond candle holders and images. In the center of the main temple one could see some kind of pedestal which was intended for festive processions on high holy days and flanked by two bronze dragons, true  metal master works. Strangely formed tall bronze vases I had noticed already at the temple entrance.

The priests clad in white silk clothes and equipped with strange headdresses reminding of a bishop’s escorted us and showed us in two chambers all the objects instruments used for their divine services, and among many other things also splendid cloth that would make many of our ladies envious, furthermore grotesque masks and various swords some of which of a bulky length of 4,5 m and probably are only demonstration objects for certain ceremonies.

The temple on Miyajima shows in its sumptuous decoration already the consequence of an important Buddhist influence, as a pure Shinto temple is distinguished by its simplicity and especially by its absence of metal decorations or lacquer ornaments. Also its symbols are restricted to a round metal mirror as an image of god’s splendor, the Gohei, a paper affixed to a small wooden stick of which it is assumed that the spirit of the god will sit down and a gemstone or crystal ball as a sign of purity and power of god.

The large number of hanging votive pictures, some of which have considerable artistic merit and are very old, in a gallery of the temple is remarkable. Some of those have been created by the hands of famous masters. We met here a great variety of illustrations with all kinds of good and bad gods and spirits,  some of which with grotesque faces, monkeys, deer as well as other animals and in a colorful mix scenes from life, partly painted, partly carved, partly in-laid.

Even though it had already been considerably late at night, we still were sitting around, clad in Kimonos, at one of the pond kiosks, smoking, chatting and sipping champaign enjoying the surrounding nature whose charms caused us to loudly lament the shortness of the stay in Miyajima allocated by the program.

Finally we took a cooling bath in the waves of the stream by jumping straight from the veranda of the kiosk into the water and happily splashed around in it under the shine of red lampions.

Links

  • Location: Miyajima, Japan
  • ANNO – on 06.08.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera „Cavalleria rusticana“.

Kumamoto, 5 August 1893

Soon after the break of dawn I fell into the hands of a barber who did complete his task in a very delicate manner with a great number of tiny knives but who put my patience to a hard test.

In the phaeton guided by Sannomiya we drove, in suffocating heat despite the early morning hour, to Kumamoto castle where I was received by prince Yoshihisa.

The city of Kumamoto, capital of the department of the same name comprising the provinces of Higo and Chikugo and after the census of 1891 counting more than 54.000 inhabitants, is situated at the river Shiragawa, about 6 km upstream from the mouth of that river, and was destroyed by a fire in the year 1877 as well as severely damaged by a later earthquake. Newly rebuilt in part, the city’s structures offer a very regulated impression and are characterised by wide clean roads with planted trees. The houses are very small and equipped with characteristic roofs. They allow everybody an unrestricted view into the interior of the house as well as the family life. Apart from the tea houses and palaces of rich owners, The shops lining the streets are filled with vast quantities of original objects.

The castle was built by Kato Kiyomasa, one of the senior general of Japan’s war against Korea (1592) but was like the park destroyed so that today the wide area is occupied by a large number of military buildings, barracks, stables, magazines, ammunition depots etc. The extremely high walls formed out of huge rocks and the deep moats that can be detected despite their having been filled-in are remarkable. Even in the interior the fortress is criss-crossed by walls that are punctuated by gates. Today the walls are not in a condition to act as a defense. The former stronghold could not withstand a siege supported by modern guns all the more so as the higher surrounding hills are not protected by forts or batteries. Currently therefore the castle has no role as a fortress even though it still fulfilled its purpose in the year 1877.

During the Satsuma uprising a garrison commanded by General Tani, and reinforced by part of the garrison of Kokura,  that consisted of an infantry regiment, four batteries of field artillery, one company of engineers and two companies from Fukuoka, in total about 3000 men,  resisted for 52 days against the rebels who besieged the castle with about 16.000 men. At that time the city quarter close to the fortress was fully burned down by the garrison in order to have a sufficiently open field of fire.

The path that leads up to the command post at the highest point on the hill passes through all the former defensive works and is notable by its steepness so that finally the horses pulling the phaeton completely refused to go on. They did no longer pull which caused the wagon to fall back and caused Sannomiya much embarrassment. He beat the horses, tore forcefully at the sharp poles and expressed his displeasure with swearwords that he took alternating from German and Japanese. This did however not improve the matter and the journey could only be continued after some runners rushed in and rescued us by pushing the wagon by its wheels upward.

Prince Yoshihisa received us most obligingly in the not really large but comfortable apartments and showed me a picture of the former fortress which he presented to me as well as three charming porcelain figures of high artistic value. From a bastion in front of the house where some old guns were waiting to be decommissioned, we enjoyed a panoramic view open to all  sides on the castle, the long-winded city at its foot and its surrounding area.

Using maps and lists of dates the prince gave me a very interesting account of the rebellion of 1877, in which, as stated, Kumamoto had played an important role. This Satsuma rebellion that was only put down after seven months proved to be a severe test which the modernised Japan had to pass. The soul behind the dangerous movement  was General Saigo Kichinosuke who deserved much credit for the restoration of power of the mikado  but had retired to his home since 1873. Sulking and unhappy, Saigo founded private schools for samurai with like-minded friends in Satsuma. They were educated in Chinese literature and instructed in military exercises. In time the number of these samurai grew to 30.000, who formed an army blindly devoted to Saigo.

In January 1877 the long prepared movement broke out and Saigo marched at the head of 14.000 rebels whose numbers considerably increased by new arrivals on Kumamoto. It was besieged by a part of the rebels while about 9000 men went Northwards towards the Imperial troops approaching from Kokura led by Arisugawa-no-miya. The rebels were soon beaten at Tawarasaka and the siege of Kumamoto had to be lifted. After a number of smaller battles the strongholds of the rebels, the cities of Miyakonocho and Nobeoka, fell into the hands of the Imperial troops which however did not prevent Saigo to capture Kagoshima at the head of 500 faithful and take the ample stocks assembled there. Already on 24 September Saigo and his small band were surrounded on Shira mountain near Kagoshima by 15.000 men of Imperial troops. The brave rebels soon were killed or captured. Saigo died by the hand of one of his companions named Beppu who cut off his head and so provided his leader with a last friendly deed. Himself he killed by committing Harakiri, that is the ritual slitting open of the belly.

On the bastion tents had been set up in which cooling drinks and frozen treats were served and the native adjutants fanned cool air towards us — a common local and very welcome use of these officials given the tropical heat. The view of the city that presented itself, the smiling landscape, the surrounding mountain ranges as well as the fortress were incredibly picturesque and all the more attractive the longer the viewer absorbs the impression of the scenic image. About 100 m distant from the bastion rise the last remains of the earlier art of fortification, a tall pagoda-like tower made out of wood that has probably been left standing as a historic landmark and now is used as an observation platform. Climbing the three floors on the steep wooden staircase of the tower we looked down from its vertiginous height. As images show, all walls and protruding edges carried such towers in the good old times when powder was unknown and shooting weapons were restricted to bow and arrow. The important number of such towers must have given a very strange appearance to a fortress.

From a lofty height we could survey the imposing extent of the castle and the number of buildings that had been constructed. Apart from the remains of the former fortifications, there lay the barracks of the 13th and 23rd infantry regiments built in the modern pattern, that is according to the pavilion system and equipped with spacious courtyards where troop formations performed platoon and company exercises in their summer uniforms. At some distance are the cavalry and artillery barracks whereas especially the former one with its trooper pavilion, the long troop stables, the smithies and the quarantine stations resembled a home cavalry barrack and really looked almost nostalgic to a former commander of a cavalry regiment.

Even though a visit of the cavalry barracks was not on the program, I asked the prince to visit this military institution given my understandable interest for my own branch of service. I also asked to see a mounted formation perform exercises. I had no reason to regret the fulfilment of these wishes. What I was presented astonished me in fact justly.

As the formation of cavalry in the European manner has only happened recently, the achieved results must be called rather excellent. Even though there are still some defects that can not be denied, still my expectations were surpassed by far. According to the organization of the Japanese cavalry it was set to consist of 6 battalions of the line at 3 squadrons each and 1 guard battalion of 2 squadrons. Each battalion of the line had a total strength of 497 men and 459 horses.

The stables that offered space for two troops each are built out of wood and very airy. In the stall there is no permanent straw. The appearance of the horses, even though some are well nourished and have glossy hair, in general leaves much to be desired. Some of the animals are much too meager and a great number had saddle sores. Remarkably many were stallions. The feed provided three times per day consists of barley and rather bad reedy hay. The army command has replaced the saddle in use with a new one built according to a German model but it did not look practical to me which also applied to the newly introduced string belts. The storage packs are at the rear, the coat and two small bags that contain each two magazines with three bullets each. are carried in front tied to the horn. Earlier the bit was very similar to ours, which was true for all horse gear, but was replaced recently by an English bit with very long lower parts which in my opinion offers no advantage. Completely unusable are the much too thin grass green saddle blankets, folded eight times, that are probably the reason of the numerous and often quite considerable saddle sores.

The troop rooms are covered with wood and are airy and cleanly kept. I noticed the large number of uniforms and shoes with which the soldiers are equipped. Each man has besides the parade and exercise uniform, a summer uniform and three to four striped jackets, a very comfortable piece of clothing. On boards that are fixed above the sleeping places there are everywhere nice tea bowls. The troopers who look well and strong are fed three meals per day which consists mostly out of rice, the national dish, and sufficient complements of fish or meat.

As far as the arms of the cavalryman are concerned I noticed that the saber’s blade was slim and thin while the hilt offered little flexibility so that the weapon nearly gave the impression of being made for children. The carbine is not held by belt as it our practice and bounces around on the back of the trooper at any movement. The revolver of the NCOs are easy to handle and much more practical weapons than those we use.

While we were inspecting the rooms of the barracks, a mounted troop of 14 pairs had assembled in the large courtyard upon the order of the commander who made a fine military impression. This troop performed all evolutions of troop exercises in every gait. It completely resembled the movements of the cavalry troops of our army because the German had taken the German regulations as their prototype which in turn was formed after our own regulations, with the exception that at the reception the troops salute too with the saber held high holding the hilt in front of the face.

All movements, turns, pulls, deployments and departures in pairs or fours were performed quietly. At the end of the exercise the troopers rode individually in circles which allowed us to precisely judge the quality of each horse and rider. The Japanese government had bought a couple of years ago some Hungarian studs and sent them to different areas of the country. The products of these ancestors form the cavalry horse of the Japanese army today which at the first glance reveals its Hungarian blood. The choice of the studs, however, does not have been a happy one as the descendants had a faulty, too short neck with a very pronounced lower jaw and sometimes bad backs while the legs mostly looked very good.  I would classify the presented animals as equal to our transportation horses of a minor quality. The horses of the Japanese cavalry are bought at the surprisingly low price of just below 200 fl. in our currency per piece and directly trained by the troop if they are not supplied by remounts from the government foal breeding farms.

The riding of the troopers still left much to be desired according to our standards. Not the leas due to the requirement for the rider to hold his fist very high because the coat and the bags with the ammunition had been packed in front of him. This causes a rather uneasy lead. The people in general treated their rarely ridden horses harshly despite the very sharp horse gear with a stiff lower jaw. In contrast, the troopers have a smooth good seat and I believe that a troop such as the one we inspected with its natural ability and the good will of the people could be taught in a short time by an instructor educated in European methods to achieve full parity with a good European cavalry regiment.

In any case I have experienced continental cavalry formations exercise that performed far worse than the presented Japanese troop to whose honor I have to insist that the inspection was in no way planned but improvised so that they could not train the exercises beforehand as this is said to be the case elsewhere. With words of true praise and heartfelt thanks I left the barracks, congratulating the brave colonel about the performance of his troop, not without regretting that the short time frame did not permit to inspect the infantry and artillery.

Prince Yoshihisa led us to a park not fully 2 km distant from the city called Suisenji which was once the garden of the country retreat of the Hosokawa family. The Japanese are justly quite proud about this park that serves as a place for excursions. It is really a sightseeing spot of a very strange kind as it is typical for the Japanese art of gardening. It gives the impression as if one had taken small trees, bushes, flowers, hills, rocks, ponds and pools out of a toy box and tastefully arranged them in groups and colorful stops in order to create a garden installation in the most delicate dimension.

While there had been large crowds on both sides of the road, there was an army of dignitaries at the entrance of the park. The most prominent were introduced to me while the rest formed a well organized cordon through which we walked to arrive at a hut decorated with flags and flowers where refreshments and tea was served. The latter was offered in the manner the Japanese like to drink it that is as a bitter tasting green broth that resembled a garden sorrel sauce which I did not like at all.

Japan almost only produces green tea and for the cultivation of the tea bush are allocated only areas in the plains or on gently sloping grounds. The best qualities of the Japanese tea, powder or pearl tea is almost completely consumed by the country itself while in general only tea from leaves of minor quality are exported. While we were trying to paralyze the oppressive heat by the consummation of refreshing drinks, a brilliant daylight firework was ignited.

The smartly profit-oriented merchants of Kumamoto had set up an exhibition of all kinds of Japanese artistic and industrial products not far from the park in an open theater in order to tempt us. As there were splendid things, exquisite objects made out of bronze, lacquer paintings, artistically formed and worked objects made out of bamboo, porcelain, silk and namely armor as well as weapons, among them especially artistically decorated swords are worth a mention.  The prices demanded were enormous. Still out of honor I had to make some acquisitions which seemed to cause quite some entertainment for my princely cousin.

A breakfast served in our small house attended by some higher officers of the garrison completed our stay in Kumamoto. The friendly prince Yoshihisa accompanied us to the station through a cordon of troops where we left under the thunder of the gun in a special court train on the line of the Kyushu railway that connects the island of Kyushu from Kumamoto in a Northern direction to the terminal station of Moji.

This railway line stops at some larger places such as Kurume, earlier the residence of the daimyo of Arima and now the capital of the province of Chikugo. Then the win city of Hakata-Fukuoka divided by the river Naka. The former is the harbor of the latter and formerly contained the business quarter while Fukuoka served as a garrison quarter with houses for the many thousands of samurai and now is the capital of the province of Chikusen. Finally just shortly before the terminal stop is Kokura, the capital of the province Busen. The railway soon turns to the West and then continues for some time alongside the coast and then to the North only to turn from Hakata in a large curve to the East and North-east to Moji.

Not only in the stations of the larger villages but also on all the smaller stations and even where the train did not stop great crowds had turned out led by governors, commanders and other dignitaries of all categories to greet me. I did not attend, however, the planned receptions and speeches of the stops in order to enjoy the peace by pretending to sleep so that the visiting dignitaries were reduced to only drop of their cartes de visite in the wagon.

Alongside all the tracks there were measures taken by the police to guarantee our protection. Even in places where the track passed a road stood a saluting guard fully aware about his dignity and importance. I may, I believe, say with justice that Japan has never before seen such a police deployment in such a limited space and I have never in my life felt to be under so much supervision as here.

The special train was not exactly flying by on the narrow gauge track so that it was a real pleasure to stand on the platform of the wagon and observe the cheerful scenery. The character of the country is harmonically suited to their happy polite inhabitants even though it could also be said that the inhabitants had conformed themselves to the character of the landscape. Everywhere there were friendly valleys opening up and numerous small villages peeped out of the lush green. Mountains and hills are in many places heavily stocked with coniferes below which dense bamboo bushes are growing. Unfortunately there are also important areas which had been completely deforested which is no wonder given the intense demand for wood in this country. In these places grows a  weed-like bamboo. Now and then one could see quite suddenly rising hills of a semI-spherical shape emerge out of the plains on which grew rich vegetation among which aventurously twisted pines were common that we had already seen in many Japanese gardens in natura and on lacquered boxes, vases etc. in more or less successful reproductions.

At Kokura where the railway comes very close to the sea, we greeted the sea colorfully illuminated by the setting sun. Out of its depths the mirror images of the golden mountain tops were gleaming. Hundreds of snow-white egrets were escorting us in a long line.

At the terminal stop of Moji a festive reception was awaiting me. Three Japanese warships were moored there: „Yaeyama“, „Takao“ and „Manchu“ fired the gun and board salute despite the fact that the sun had already set. Moji, which actually forms a single harbor with Shimonoseki on the opposite shore, is a newer urban settlement whose growth dates only back to 1891, as since that year the Kyushu railway ended there. In a barge we crossed the one mile wide strait of Van der Capellen or Shimonoseki. After a short journey we landed in Shimonoseki and thus at the South-western-most point of the large island of Hondo. As much as I could distinguish during the dusk, we had set foot in a very charming spot on earth. In the North of the harbor city rise steep but not high wooden hill ranges that provide cover against the raw Northern winds and thus in combination with the Southern orientation of Shimonoseki ensure a very favorable local climate.

Sanyodo — that is the area on the sunny side of the mountain — is the name of the landscape in whose province Choshiu the city of Shimonoseki is located which actually only consists of an about 3 km long road. We walked through a cordon constituted out of a battalion of fortress artillery to the house assigned to us that was dominating the harbor in which the same niceties, the same local comforts were offered as in the other Japanese houses that we had seen earlier.

The entrance to the strait is strongly fortified. Already above Kokura begin the fortifications consisting of seven forts equipped with modern batteries which continue by the island of Hiki to Shimonoseki. These fortifications are the fruits of the experiences the Japanese made in 1864. In that year Shimonoseki was, despite the brave Japanese resistance, completely shot up by a fleet composed of English, French, Dutch ships and a single warship of the United States of America, so that the daimyo of Choshiu had to ask for peace and pay an indemnity of nearly 7,500.000 fl. in Austrian currency. This act of violence had been caused by the said daimyo who had started to fire on all foreign ships that tried to pass through the strait of Shimonoseki.

After the dinner at which I sat between two mute government officials as they only were able to speak Japanese an illuminated fishing trip in the sea was set to happen. In a large transport boat we drove alongside the festively illuminated city close to the shore until we reached a spot where about 50 fishing boats had assembled. Each of it carried at the fore a flash-light of lighter wood. The principle of catching fish here as apparently of the same kind as our brave boatswain Zamberlin used at Owa raha with the difference that the fish here were not staked by Zamberlin but instead caught in small scooping nets or more correctly intended to be caught. A large number of dignitaries had escorted us whose puffing barges driving up and down may have enlivening the image but disturbed the water very strongly and thus made all sea animals flee out of the surrounding area. An eel-like fish as well as a clueless squid formed our only catch. This, however, proved sufficient to witness the skill of the fishermen. They discovered their catch already at great depth an caught it fast as lightning in their net.

Links

  • Location: Shimonoseki, Japan
  • ANNO – on 05.08.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing the ballet „Die goldene Märchenwelt“.

Nagasaki — Kumamoto, 4. Aug. 1893

Dem Programm entsprechend, welches von japanischer Seite festgestellt war, überschiffte ich mich auf den Torpedokreuzer „Jajejama“. Der Abschied von der „Elisabeth“ fiel, wenn er vorläufig auch nur für kurze Zeit erfolgte, doch schon recht schwer und war ein Vorspiel für die in Jokohama bevorstehende Trennung; es wurde mir weh ums Herz, als ich von unserem Schiff scheiden musste; Geschütz- und Wantensalut wurden geleistet und das Hurrah unserer braven Matrosen geleitete mich, noch lange in meinem Innern nachklingend.

An Bord des „Jajejama“ fand großer Empfang statt, da mich hier der Gouverneur, der japanische Admiral mit sämtlichen .Schiffskommandanten, die japanische Suite und eine große Anzahl von Würdenträgern empfingen, während die in grellrote Uniform gekleidete Marine-Musikkapelle die Volkshymne intonierte. Das Hissen der Standarte auf dem Großmast wurde von allen Schiffen, welche die volle Flaggengala angelegt hatten, mit 21 Schüssen begrüßt, so dass bald dichter Rauch den Hafen Nagasakis bedeckte, und wir hatten kaum die Anker gelichtet, so wiederholte sich Geschütz- und Raaensalut; doch klang das Hurrah der kleineren japanischen Matrosen nicht so dröhnend wie jenes, welches den kräftigen Lungen unserer Seeleute entbrauste. Hinaus ging es bei klarem Himmel durch die S-förmig gewundene Einfahrt, an dem Eiland Papenberg vorbei, nach Misumi.

Ein Torpedoboot geleitete uns; demselben schloss sich, unmittelbar nachdem wir die Bucht verlassen hatten, ein plötzlich erschienener und unter dem Donner seiner Geschütze nahender, prächtiger Kreuzer an, welcher, das Modell der „Elisabeth“ in kleinerem Maßstab darstellend, in unserem Kielwasser folgte. Außerhalb der Bucht fanden wir hohe, gekreuzte See, welche den „Jajejama“ bald so umherwarf, dass er bis zu 32° beiderseits zu rollen begann. Dieser in Japan selbst gebaute Kreuzer ist sehr lang und verhältnismäßig schmal, wodurch die starken Rollbewegungen bedingt sind; hohe, schwere See könnte dem Schiff bei dieser seiner Bauart recht unangenehm werden. Eine Folge des starken Rollens war, dass allmählich die japanische Suite, welche, ebenso wie alle Hofbediensteten, von der Seekrankheit ergriffen war, verschwand, und dass Tische, Stühle und Sofas auf dem Achterdeck in tanzende Bewegungen gerieten, um schließlich umzukippen und hin- und hergeschleudert zu werden.

Von dem Bedürfnisse nach Schlaf übermannt, begab ich mich in meine Kajüte, vor welcher zu meiner nicht geringen, mich heiter stimmenden Überraschung der mir vom Kaiser von Japan zugeteilte Leibjäger in voller Parade Wache hielt, die eine Hand am Griff seines Schwertes, als sollte dasselbe stracks zum tödlichen Streiche gezückt werden. Dieser Leibjäger entpuppte sich im Laufe der Zeit als ein ganz vortrefflicher Bursche, der während der Reise, obwohl wir kein Wort miteinander zu reden vermochten, meine volle Sympathie zu erwerben verstanden hat.

Klein, ziemlich wohlbeleibt und durch säbelförmige Beine ausgezeichnet, stak er in einer lichtgrünen, durch kanariengelbe Aufschläge gezierten Uniform, während ein hoher Sturmhut das theatralische Aussehen vervollständigte. Ein breites Bandelier aus schwarzem Lackleder, welches mein Leibjäger kühn umgeschwungen hatte, zeigte als Verzierung vorn und rückwärts in nicht geringer Dimension Pfeil und Bogen, die wohl als Symbole des Dienstes gedacht waren, uns aber umso mehr den Eindruck der Attribute Amors machten, als man ja gewöhnt ist, in Japan das Land freierer Liebe zu sehen.

Unsere Fahrt ging in südlicher Richtung, dann ostwärts sich wendend um den südlichsten Vorsprung Nomosaki der Halbinsel Hisen herum, zwischen der backbord bleibenden Halbinsel Schimbara und den steuerbord liegenden Inseln Amakusa und Kami hindurch auf Misumi, einen kleinen Hafenort, zu. Drei Stunden lang hatten wir in unsanftester Weise gerollt, bis wir zwischen die grünenden Eilande kamen, wo wir ruhigeres Fahrwasser fanden. Vor Misumi ertönte abermals Geschützsalut, denn der Kreuzer „Takatschiho“, welcher uns gefolgt war, kehrte nach Nagasaki zurück, während aus einer Seitenbucht das Kanonenboot „Tschokai“ hervorkam.

Mittels einer Barkasse, auf der sich zur Begrüßung eine größere Zahl von Personen — darunter der Adjutant des Prinzen Joschihisa aus dem der kaiserlichen Familie verwandten fürstlichen Hause Kita Schirakawa — eingefunden hatte, setzten wir ans Land, wo eine unabsehbare Menschenmenge, von der Polizei energisch in Schach gehalten, unserer Ankunft harrte. Ganz Misumi war beflaggt, von jedem Hause wehte Japans, des Landes des Sonnenaufganges, Wahrzeichen, die weiße Flagge mit dem roten Kreise, die Sonne im weißen Felde darstellend.

Ganz neu waren mir die uns zu Ehren abgebrannten „Tagfeuerwerke“, bestehend aus Steigraketen, die, aus einem Mörser emporgeschleudert, hoch in der Luft mit starker Detonation explodierten und nun eine große Zahl bunter Ballons, Wimpel, Fallschirme und langer Bänder ausstreuten. Alle diese Gegenstände, welche teils unsere schwarzgelben, teils die japanischen Farben zeigten, sanken langsam zur Erde oder wurden vom Winde hin und hergetragen oder flatterten in den Lüften, was einen ganz reizenden Eindruck hervorbrachte.
Die etwa 42 km lange Wegstrecke bis Kumamoto sollte in Hof-Dschinrickschas zurückgelegt werden, deren Läufer durchwegs gleich adjustiert waren und blaue, weite Blusen, weiße, bis oberhalb der Knie reichende Beinkleider trugen, so dass die Knie und die Waden unbedeckt
blieben, während die Füße durch kurze Strümpfe geschützt wurden: die Kopfbedeckung bildeten weiße Strohhüte. Meinem Gefährte waren drei Läufer vorgespannt, wovon einer in der Gabel ging, die beiden anderen aber vorauslaufend an dünnen Stricken zogen. Die Leistungsfähigkeit der Rickschaläufer grenzt an das Fabelhafte; denn obgleich die Hitze geradezu drückend war und der Weg bald bergauf, bald bergab führte, streckenweise auch frisch beschottert war, legten unsere Läufer, nur zweimal je eine kurze Frist rastend, den Weg bis Kumamoto im Laufschritt in der Zeit von 5 1/2 Stunden zurück. Ja einer der begleitenden Herren, welcher vor kurzem im Innern des Landes gereist war, erzählte mir, dass er an einem Tage mit einem und demselben Dschinrickschaläufer eine Strecke von ungefähr 120 km in 18 Stunden zurückgelegt habe!

Unmittelbar hinter Misumi steigt der Weg mächtig an, am Ufer des Meeres längs einer steilen Berglehne hinführend; später erweitert sich die Landschaft und der Weg durchzieht, nachdem wir ein Flüsschen überschritten haben, ein Gefilde, welches mit den lieblichsten Reizen ausgestattet ist. Das ganze Gebiet ist auf das emsigste kultiviert. kein noch so kleines Fleckchen liegt brach oder unbenützt; die Ebene ist, gut bewässerbar eingerichtet, zumeist dem Reisbau gewidmet, aber auch auf den Hügelabhängen und den Berglehnen sieht man die charakteristischen Linien der stufenförmig übereinander liegenden, der Reiskultur dienenden Terrassen. Das Auge blickt weit und breit nur auf wohltuendes Grün mannigfachster Schattierungen, vom Dunkel der ernsten Zypressenhaine bis zur lichten Färbung der heiteren Bambusstaude.

Schon die Eindrücke, die ich während der Fahrt nach Kumamoto gewonnen habe, sprechen für die Dichtigkeit der Besiedelung Japans; denn wir durchzogen und erblickten allenthalben Weiler, Dörfer und Städtchen. Die Häuser auf dem Land und in den Städten zeigen wenig Unterschiede; es sind ein bis zwei Stockwerke hohe, äußerst leichte und einfache, um nicht zu sagen, armselige, hauptsächlich aus Holz errichtete Bauwerke, deren Inneres sich durch große Reinlichkeit und Ordnung auszeichnet. Die Bedachung ist bald aus eigentümlich geschweiften Ziegeln, sogenannten „Taschen“, oder aus Holz, ja häufig genug aus Stroh, immer jedoch mit großer Sorgfalt hergestellt.

Bei unserer Annäherung eilten die Leute allenthalben vor die Häuser und drängten sich in den Straßen, wobei sich namentlich das weibliche Element durch Neugierde auszeichnete, was übrigens dem Vernehmen nach auch in unserer Heimat der Fall sein soll. Unter den Japanerinnen, welche uns freundlich zulächelten und heiter begrüßten, konnten wir so manche beobachten, die sich durch ein äußerst fein geschnittenes, allerliebstes Gesichtchen auszeichnete. Auch aus den Feldern liefen Männlein und Weiblein an die Straße, welche wir entlang zogen, und deuteten lebhaft gestikulierend nach mir oder, was wahrscheinlicher ist, nach dem indigenen Leibjäger, der unter seinem großen Federbusch die Huldigungen des Volkes mit stoischer Gelassenheit entgegennahm.

An der Spitze des Zuges fuhren zwei hohe Polizeibeamte, welchen ich in meinem Dschinrickscha folgte, dessen eine Seite von dem Leibjäger, die andere aber von einem Hofbediensteten — derselbe dürfte sonst die Funktion eines Türstehers bekleiden — flankiert wurde; letzterer hatte seine Physiognomie in ernste Falten gelegt und hielt mit beiden Händen ein mächtiges Schwert, das er, jeden Augenblick zum Hiebe bereit, vor sich hertrug. Während der fünfstündigen Fahrt hat der Mann, soviel ich beobachten konnte, keine Miene verzogen. Mir schloss sich zunächst die japanische Suite an, nach welcher die Herren des heimatlichen Gefolges eingereiht waren; den Schluss bildete ein Heer von Beamten, Hausoffizieren und Dienern.

Unsere Fahrt trug unverkennbaren polizeilichen Charakter an sich, da die Regierung großartige Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hatte, als gälte es, uns vor den schlimmsten Angriffen zu sichern; die Straße war polizeilich besetzt, jede Brücke stand unter Bewachung, und wo immer sich eine Gruppe von Menschen gebildet hatte, zeigte sich ein Polizeimann — von den zahllosen Detectives nicht zu reden, welche sich in den Orten, durch die wir kamen, unter der Menschenmenge befanden. Glücklicherweise gewohnt, mich in der Heimat vollkommen frei, ohne jede Vorsorge für die persönliche Sicherheit bewegen zu können, fand ich den polizeilichen Apparat zwar sehr befremdlich und nichts weniger als angenehm, immerhin aber erklärlich durch das ruchlose Attentat, dessen Gegenstand vor nicht langer Zeit der Cesarewitsch und zwar — eine besondere Schicksalstück — seitens eines Wachmannes gewesen ist. Zum Teil dürfte übrigens die Polizeimacht in so formidabler Masse auch aufgeboten worden sein, um uns vorgeführt zu werden, so dass ich mir schon jetzt ein Urteil über die ganz nach europäischem Muster vortrefflich organisierte japanische Polizei bilden konnte, welche vielleicht nur noch weniger auffällig und ruhiger ihres Amtes zu walten hat, um dem europäischen Vorbild ganz ebenbürtig zu sein. Angesichts des Eifers der Polizei beschlich mich die Ahnung, dass ich während meines Aufenthaltes in Japan, einem Gefangenen gleich, fortwährend von hundert Augen bewacht sein und nirgends unbekannt bleiben würde!

Nach geraumer Zeit wurden die Läufer durch Verabreichung frischen Wassers erquickt, welches in reihenweise am Saum der Straße aufgestellten Kübeln bereitgehalten war. Rasch taten die Läufer einige lange Züge, und dann ging es ohne Aufenthalt weiter, bis wir in einem reizenden Dorf an einem malerisch gelegenen Platz während einer Viertelstunde Rast machten; vor einem kleinen Schinto-Tempel, im Schatten herrlicher Bäume, reichten Diener, durch die Fürsorge des Mikados hieher entsandt, Erfrischungen, während die Rickschaläufer sich kurzer Ruhe hingaben. Leider war der Platz mit einer Art von Prellnetz und Dunkelzeug abgesperrt, so dass das Volk nicht in unsere Nähe kommen konnte und nur einige Honoratioren, welche im europäischen Kleid erschienen waren, Einlass fanden. Offenbar hatte die Abschließung des Raumes den Zweck, Attentate zu verhindern, was mich nicht wenig unterhielt.

Bald setzten wir unsere Rickschafahrt durch das liebliche Gelände und durch zahlreiche Ortschaften fort, an deren Eingang wir von Würdenträgern und nicht selten auch von den Mitgliedern der Feuerwehren begrüßt wurden, welch letztere an den blauen, mit weißen Abzeichen versehenen Blusen kenntlich sind. Die in den Feldern arbeitenden Mädchen kleiden sich in einer Art, die mich lebhaft an die leider immer mehr außer Gebrauch kommende Tracht in der Gegend von Hermagor in Kärnten erinnerte; die emsigen Arbeiterinnen trugen einen nur bis oberhalb der Knie reichenden Rock und kurze Wadenstrümpfe aus blauer Wolle, die Knie und die Füße waren unbedeckt, und ein weißes Kopftuch sollte gegen die sengenden Sonnenstrahlen schützen.

Zwischen den Reisfeldern ziehen sich zahlreiche Teiche und Tümpel hin, welche zu Bewässerungszwecken dienen, aber keineswegs so verunreinigt und verwahrlost sind, wie ähnliche Wasserbehälter in Indien, sondern gut instandgehalten und meist von den schönsten blühenden Lotospflanzen bewachsen waren. Schon hier ließ sich ein Schluss auf die Bedeutung der Reiskultur Japans, des hauptsächlichsten landwirtschaftlichen Produktionszweiges, ziehen. Das Überwiegen dieser Kultur ist ebenso charakteristisch für die Landwirtschaft Japans, wie die starke Zerstückelung des Bodens, infolge welcher überall Zwergwirtschaften und gartenmäßiger Feldbau vorherrschen. Da bei der Reiskultur die Verwendung von Zugvieh von vorneherein ausgeschlossen ist und die Bearbeitung der anderen Kulturen dienenden Felder geringeren Umfanges durch Menschenkraft allein möglich ist, erklärt sich der vorwiegend viehlose Landwirtschaftsbetrieb Japans. Tatsächlich werden hier die Pferde und Rinder zumeist als Lasttiere, erstere auch zum Reiten, seltener hingegen zur Bespannung von Pflug oder Wagen, die Kühe fast gar nicht als Melktiere benützt.

Weitere zweistündige Fahrt bedingte abermals eine kurze Rast, und zwar in einer Hütte, welche mit goldverzierten Schiebewänden ausgestattet war und einen Prunksessel unter Lotosblumen barg, auf dem ich Platz nahm und, wie Buddha sitzend, eine Eislimonade schlürfte, während die japanischen Höflinge sich unter rastlosen Verbeugungen im Halbkreis um mich gruppierten.

Gegen 6 Uhr abends näherten wir uns, zwar etwas „gerädert“, aber entzückt von der Landschaft des durchquerten Gebietes, der Stadt Kumamoto, an deren Eingange wir schon aus beträchtlicher Ferne eine gewaltige Ansammlung von Menschen und eine Husarenescadron wahrnehmen konnten, welche bei unserem Einzug unter den Klängen des japanischen Generalmarsches die Ehrenbezeigung leistete. Die Zahl der hier zu unserem Schutz aufgebotenen Polizisten hatte bedeutend zugenommen. Ich fuhr bis zu dem unscheinbaren, kleinen Palais, welches Prinz Joschihisa bewohnt, der hier die 6. Truppendivision kommandiert, und betrat dasselbe, an dessen Toren von dem Hausherrn begrüßt, unter Führung Sannomijas.

Der Prinz ist von untersetzter Gestalt und dunkler Gesichtsfarbe; die scharf gebogene Adlernase, die tiefschwarzen und blitzenden Augen, die buschigen Augenbrauen und. der dichte Schnurrbart verleihen der Physiognomie einen energischen Ausdruck. Joschihisa spricht ziemlich gut deutsch und französisch, welche Sprachen er sich während des die Jahre von 1870 bis 1877 ausfüllenden Aufenthaltes in Europa angeeignet hat. Im Jahre 1868 musste Prinz Joschihisa während der Kämpfe um die Wiederherstellung der weltlichen Macht des Mikados wider Willen eine politische Rolle spielen; denn als Prinz des kaiserlichen Hauses, einem alten Gesetz entsprechend, mit der Würde des Oberpriesters eines Tempels und zwar des Tojeisans zu Ujeno im Norden von Jedo bekleidet, fiel er in die Gewalt der Aufständischen und wurde zum Gegenmikado ausgerufen, in welcher Eigenschaft er macht- und willenlos den Rebellen preisgegeben war, um dann nach Niederschlagung des Aufstandes begnadigt und nach Europa gesandt zu werden.

Nach Vorstellung der beiderseitigen Suiten wurde Limonade kredenzt und fand der Austausch der üblichen Begrüßungen statt, worauf ich mit dem Prinzen einen hohen Phaethon bestieg, der von Joschihisa selbst bis zu unserem Absteigequartier gelenkt wurde, während drei Mann nebenherliefen und die Pferde führten; eine halbe Escadron trabte unserem Wagen voran, dem sich die ganze Karawane von Dschinrickschas anschloss; eine halbe Escadron bildete den Schluss des Zuges.

In den Straßen stand die gesamte Garnison Kumamotos Spalier; am Empfangsflügel waren die dienstfreien Offiziere aufgestellt, an die sich die Truppen des Spalieres, und zwar zunächst das 13. und 23. Infanterieregiment reihten. Die japanische Armee ist ganz nach französischem Muster adjustiert; die Infanterie, welche in Parade ausgerückt war, trägt blaue Röcke mit roten Aufschlägen und Achselklappen, auf welchen die Regimentsnummer ersichtlich gemacht ist, und rote Pantalons; die Kopfbedeckung bilden Czakos aus Glanzleder von wenig gefälliger Form; die Truppe ist mit in Japan erzeugten Hinterladern, System Murata, 11 mm Kaliber bewaffnet, das jedoch sehr bald durch ein Repetiersystem mit dem Kaliber von 8 mm ersetzt werden soll; Säbelbajonnette und Tornister, welch letztere an jene unseres alten Modells erinnern, vervollständigen die Ausrüstung. Als Commode-Uniform, die insbesondere bei den gewöhnlichen Exerzierübungen im Sommer getragen wird, sind weiße Leinenanzüge und Tellermützen preußischer Form im Gebrauch. Die Offiziere salutierten durch Senken und Seitwärtshalten des Säbels, während die Mannschaft präsentierte — ein Gewehrgriff, dessen Anblick uns bei unserer Armee aus unbegreiflichen Gründen leider nicht mehr gegönnt ist.

Die Kavallerie, deren Aussehen und Pferde mir nicht missfielen, ist zu bunt, beinahe schreiend adjustiert, da sie dunkelblaue Attilas mit gelber Verschnürung und rote Hosen mit breiten, grünen Lampassen trägt; die Bewaffnung besteht aus Karabinern des Systems Murata und aus Säbeln. Die Artillerie, an deren Uniformierung die blaue und gelbe Farbe vorherrscht, führt in Japan gegossene Hinterladegeschütze aus Bronze mit 7,5 cm Kaliber; die Bespannung ist, soviel ich wahrnehmen konnte, recht gut und gleichmäßig und besteht zumeist aus Hengsten.

Auch eine Trainabteilung, welche zu Pferd ausgerückt war, hatte im Spalier Aufstellung genommen; die blauen Aufschläge auf den Röcken der Mannschaft erinnern an die bei uns eingeführten und kontrastieren lebhaft mit den lichtgrünen Pferdedecken. Eine Abteilung Genietruppe, kenntlich an den Feldgerätschaften, welche an den Tornistern befestigt sind, und an den amarantroten Aufschlägen, schloss das Spalier ab. Im großen und ganzen machten die Truppen aller Waffengattungen auf mich einen recht guten Eindruck.

In unserem Absteigequartier stattete mir Prinz Joschihisa noch einen kurzen Besuch ab und lud mich zu einem Diner, das um 8 Uhr abends in den Festräumen des Kumamoto-Clubs stattfinden sollte.

Die Regierung hatte für unseren Aufenthalt ein reizendes Teehaus eingerichtet, bei dessen Betreten ich mich der landesüblichen Sitte, welcher zufolge die Schuhe abzulegen sind, fügen musste — ein Gebrauch, der mitunter recht lästig fällt, aber begreiflich ist im Hinblick auf die Reinlichkeit, die im Innern jedes japanischen Hauses herrscht, und die feinen Matten, welche den Fußboden aller Räume bedecken. Das Wohnhaus war ganz in original-japanischem Stil erbaut und eingerichtet, so dass wir die schon in Nagasaki von der Straße und im Teehaus, gemachten Studien hier aus nächster Nähe wiederholen und vertiefen konnten. Unseren Gebräuchen zu Ehren und als Zeichen besonderen Luxus waren in den durch die verstellbaren Schiebewände gebildeten Zimmern verschiedene Möbelstücke europäischen Charakters, sogar Betten, untergebracht, doch beschlossen wir, wie hier üblich, auf Matten zu ruhen. Um eine angenehm wirkende Abkühlung der Temperatur in den Wohnräumen zu erzielen, hatte die Regierung aus den Nordprovinzen Japans Eisblöcke bringen lassen, welche in schön geformten und die Zimmerecken schmückenden Vasen und Kübeln aus Bronze lagen. Eine Veranda führte um den ganzen Bau und bot einen hübschen Ausblick auf einen kleinen Garten sowie weiterhin auf einen Wallgraben, der mit blühenden Bäumen bewachsen war.

Die Japaner verstehen es ganz vortrefflich, ihren Behausungen durch Veranden und offene Gänge, welch letztere mitunter ein förmliches Labyrinth bilden, einen ganz eigentümlichen, uns unbekannten Reiz zu verleihen, und so machte unser Häuschen einen wahrhaft idyllischen Eindruck, der jedoch abends wesentlich durch eine der modernsten kulturellen Einrichtungen, nämlich durch elektrische Beleuchtung, beeinträchtigt wurde, die so gar nicht mit der Umrahmung und am wenigsten mit den auf der Veranda angeordneten zahlreichen altjapanischen Lampions harmonierte.

In der Besorgnis, dass die Küche, deren Erzeugnisse wir bei dem bevorstehenden Festmahl verkosten sollten, uns wenig zusagen dürfte, nahm ich vorsichtsweise ein grundlegendes kompletes Diner ein, erquickte mich an einem erfrischenden Bad von Eiswasser und fuhr sodann durch die mittels Lampions hell erleuchteten Straßen nach dem Kumamoto-Club, wo mich Prinz Joschihisa an der Spitze der Generalität sowie der Truppenkommandanten empfing und in den Garten geleitete, der im blendenden Licht unzähliger Lampions feenhaft erglänzte.

Die Japaner sind wahrhafte Meister im Illuminationswesen, da sie mit den einfachsten Mitteln wunderbare Effekte zu erzielen wissen: hier wurden nur kleine, rote Lampions verwendet, welche den Konturen der Bäume, Sträucher und Felspartien folgten, so dass feurige Linien in scheinbar ganz natürlich verlaufenden Biegungen und Wendungen gebildet waren, die gleichwohl auf einer künstlerischen Verteilung und Gruppierung der Beleuchtungskörper beruhten. Diese spiegelten sich hundertfach in den kleinen Teichen und den Bächlein, welche den dunklen, mit einem feurigen Gewebe durchzogenen Garten ungemein belebten.

Das Festmahl fand in einer geräumigen, im ersten Stockwerk des Clubhauses gelegenen, offenen Halle statt, die mit weißen Matten belegt war; dem Eingange gegenüber prangten an der Wand herrlich gearbeitete Kakemonos, Hängebilder, unterhalb welcher sich die für den Prinzen und mich bestimmten Ehrensitze befanden, während die Plätze für die anderen Gäste in langer Reihe zu beiden Seiten angeordnet waren. Auf kleinen Lederpolstern, fast auf den Fersen hockend, nahmen wir Platz, worauf alsbald der Obersthofmarschall und der Adjutant des Prinzen sich vor diesem und mir niederwarfen, mit der Stirne den Boden berührten und die Frage stellten, ob das Mahl seinen Anfang nehmen dürfe. Diese Art, ein Diner anzusagen, war mir neu und machte unwillkürlich lächeln, weil die absonderliche Zeremonie durch die Beleibtheit des Obersthofmarschalls und die ihm ersichtlich verursachte, mit Gestöhne verbundene Anstrengung der drastischen Komik nicht entbehrte. Die Würdenträger erhoben sich, der Obersthofmarschall klatschte in die Hände, und alsbald erschienen in der Türöffnung paarweise liebliche Mädchen, die in kostbare Kimonos mit prächtig gestickten Obis gekleidet waren und Tabako-bons mit dem Hi-rei, einem Gefäß für glühende Kohlen, sowie mit dem Hai-fuki, dem Aschenbecher aus Bambusholz, vor sich hertrugen. Bis in die Mitte des Saales trippelnd, hockten die Mädchen nieder, berührten mit der Stirne den Boden und rutschten dann auf den Knien zu den einzelnen Gästen. um diesen das Tabako-bon anzubieten. Unsere Dienerinnen waren die jugendlichen Töchter der reichsten und angesehensten Familien Kumamotos und hatten ihre heutige Rolle übernommen, um uns ganz besondere Ehren zu bezeugen. Leider konnte ich mit den aufmerksamen und dienstbeflissenen Musumes nicht sprechen, so dass unser Verkehr auf die Zeichensprache beschränkt blieb. Jedenfalls erregte ich die lebhafte Heiterkeit der jungen Damen, da ich infolge der herrschenden drückenden Schwüle und der zahlreichen, stark gewürzten Fischgerichte, welche uns vorgesetzt wurden, genötigt war, dem eingekühlten Champagner, ein Glas nach dem andern begehrend und leerend, fleißig zuzusprechen. Hiebei wusste ich es dem liebenswürdigen Wirt sehr zu Danke, dass er mit europäischem Durste gerechnet und uns mit jenem labenden Nass reichlich bedacht hatte.

Nach dem Tabako-bon wurden uns von den Mädchen unter den gleichen Zeremonien wie früher geschlossene Holzkästchen überreicht, welche in ihrem Innern je eine große Gelatinetafel bargen, die von künstlichen, aus Zucker und Tragant gefertigten Blumen umrahmt war und Flaggen, in den österreichischen und japanischen Farben dargestellt, zeigte. Dies war eines der bei japanischen Diners üblichen Schaugerichte, welche nach beendetem Mahl vom Festgeber den Gästen in der Regel nach Hause gesendet werden.

Jetzt erst begann das eigentliche Diner, welches mit einer Schale Tee eingeleitet wurde. Die emsigen Musumes setzten uns Lacktischchen vor, welche eine Unzahl von Gerichten trugen, hauptsächlich Meerestiere, nämlich Fische, Krebse und Krabben, ferner Gemüse, Reis, Schwämme, Früchte u. dgl. m., in mannigfacher Zubereitung und auf kleinen Lack- und Porzellantellerchen appetitlich verteilt; selbstverständlich fehlten auf keinem Tischchen die Esstäbe aus Elfenbein und bunte Papierservietten.

Obgleich die japanische Küche viel Ähnlichkeit mit der chinesischen aufweist, fand ich hier, wie schon früher in Nagasaki, die Gerichte schmackhafter und jedenfalls so zubereitet, dass man die Provenienz und die Bestandteile der einzelnen Speisen zu erkennen vermochte, wogegen die chinesischen Kochkünstler hierüber ganz im Unklaren ließen. Während ein Teil der Musumes mit dem Herbeitragen der Tischchen beschäftigt war, schenkten andere der niedlichen Dienerinnen den Gästen aus kleinen Porzellanflaschen in Schälchen Sake ein, der uns, in kleinen Mengen genossen, ganz gut mundete.

Die Piece de resistance des Diners bildeten Gerichte, und zwar Fische, Braten, Obst und Gemüse, welche in kunstvollster, phantasiereichster Art auf drei Tischchen arrangiert waren, die von je zwei Mädchen vor den Prinzen und vor mich hingestellt wurden. Da gab es, aus Kartoffel- und Bohnenpuree angefertigt, Felsen und Grotten, zwischen denen Fische ihre Köpfe hervorstreckten, ferner Kraniche und Störche aus roten und weißen Rüben und Zwiebeln gebildet und mit Lichtern aus Rosinen versehen; unter diesem Getiere dräute ein aus Pflaumen geformter Drache, neben welchem eine Schildkröte einer Melone entkroch; lebende Zwergbäumchen, die in diesen Kunstwerken zu wurzeln schienen, bogen sich unter der Last der daran befestigten Früchte.

Die üppigsten Blüten hatte die Phantasie der Köche bei der Zubereitung des Backwerkes gezeitigt, da dieses in der Gestalt der fabelhaftesten Tiere und der merkwürdigsten Wunderblumen erschien. Nachdem wir diese Orgie kulinarischer Formen — an sich eine Spielerei, aber interessant, weil äußerst schwierige und mühsame Arbeit verratend und für die Freude der Japaner an figuraler Gestaltung charakteristisch — genügend bewundert hatten, ließen sich einige der Mädchen bei den Tischchen auf die Knie nieder und begannen die Herrlichkeiten zu zerlegen sowie auf Tellerchen zu verteilen, welche uns die anderen Mädchen zutrugen, so dass jeder von uns seinen Anteil am Drachen, am Kranich, an der Schildkröte u. s. w. erhielt. Soweit das Tischchen jedes Gastes zur Aufnahme all der Teller und der Schüsseln keinen Raum mehr bot, wurden die Gerichte neben den Gast auf die Matte gestellt.

Dank der Vorübung, welche wir in Kanton und in Nagasaki durchgemacht, waren wir mit der Handhabung der Esstäbchen schon ziemlich vertraut, obwohl sich noch manche heitere Intermezzi ereigneten, welche die Lachlust anregten und Stoff zur Konversation gaben. Diese gestaltete sich dem Umstand zufolge, dass wir uns mit dem Gastgeber und einem Teil seiner Landsleute sogar in deutscher Sprache verständigen konnten, äußerst lebhaft.

Gegen Schluss des Mahles ertönte in einem anstoßenden Saal Gesang und Musik, unter deren Klängen jugendliche Mädchen, dem Kindesalter kaum entwachsen, einen Tanz der vier Jahreszeiten und der Blumen aufführten und hiebei in elegantem Faltenwurf ihrer Kimonos und in graziösem Fächerspiel Erstaunliches leisteten, so dass wir der Geschicklichkeit des Lehrers der kleinen Künstlerinnen alles Lob spendeten.

Erst spät abends kehrten wir in unsere freundliche Behausung zurück, auf deren Veranda wir, als Japaner in Kimonos gehüllt, die erfrischende Kühle genossen und uns an den Effekten einer Gartenbeleuchtung sowie eines Feuerwerkes erfreuten, das durch ein Meer von Licht und Flammen feenhaft wirkte. Man sollte glauben, dass die Pyrotechnik sich erschöpft habe und nur mehr schon Dagewesenes wiederholen könne; in Japan aber hat man Gelegenheit, sich angesichts der Überraschungen, welche die Feuerwerker hervorzaubern, vom Gegenteil zu überzeugen.

Links

  • Ort:  Kumamoto, Japan
  • ANNO – am 04.08.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper „Aida“ aufführt.

Nagasaki to Kumamoto, 4 August 1893

Conforming to the program that had been fixed by the Japanese I transferred to the torpedo cruiser „Yaeyama„. Saying good-bye to „Elisabeth“ was quite difficult, even it was just for a short time for now, and was a prelude to the upcoming complete separation in Yokohama. My heart hurt when I had to depart from our ship. The gun and board salute was performed and the „Hurrahs“ of our brave sailors followed me and reverberated for a long time in my soul.

On board of „Yaeyama“ a large reception took place as I was received by the governor, the Japanese admiral and all ship commanders, the Japanese entourage and a large number of dignitaries, while the navy music band in flashy red uniforms played our anthem. The hoisting of the standard on the main ma. st was greeted by all ships with a grand flag gala and 21 shots so that the harbor of Nagasaki soon was engulfed in dense smoke. As soon as we had hoisted the anchor, the gun and board salute was repeated but the „Hurrahs“ of the smaller Japanese sailors sounded not as loud as the roaring from the mighty lungs of our sailors. We exited under a clear sky through the winding entrance in s form, past the island of the Popists‘ Mountain, to Misumi.

A torpedo boat escorted us. It was joined just after we had left the bay by a suddenly appearing splendid cruiser that was roaring under the thunder of its guns. Being of a similar type as „Elisabeth“ but at a smaller scale it followed us in our wake. Outside of the bay we found a high rough sea which kicked around „Yaeyama“ so much that it began to pitch up to 32° in both directions. This cruiser constructed in Japan is very long and relatively narrow which causes the heavy pitching movements. High and rough sea could prove quite disagreeable for the ships of this construction. A consequence of the heavy pitching was that by and by the Japanese entourage and all court officials disappeared below deck, stricken by sea sickness, and tables, chairs and lounges on the afterdeck started to dance around and finally turned over and were pushed from side to side.

Overtaken by the desire to sleep I went to my cabin in front of which a lifeguard in full gala uniform assigned to me by the Emperor was keeping watch to my no little surprise that made me happy. One hand was on the grip of his sword with which he could immediately execute a deadly strike. This lifeguard proved to be in time a very splendid fellow who gained my full sympathy during the journey even though we were unable to speak a single word with each other.

Small, rather stout and distinguished by his crooked legs he wore a light-green uniform with canary yellow lapels while a tall assault helmet completed the theatric appearance. A wide sash made out of black lacquered leather that my lifeguard had audaciously slung over his body had decorations of considerable size of arrows and bows in front and back which probably acted as symbols for his service but for us gave more an impression of Amor as one is used to see Japan as a country of freer love.

Our journey went in a Southern direction, then turning East around the Southern promontory of Nomozaki of the Hizen peninsula, between the peninsula of Shimbara on port and the islands of Amakusa and Kami on starboard towards Misumi, a small port. For three hours we had endured a very ungentle pitch until we arrived between the green islands where the water was much calmer. In front of Misumi a gun salute again reverberated as the cruiser „Takachiho“ who had escorted us was returning to Nagasaki, while the gunboat „Chokai“ appeared out of a side bay.

On a barge that was filled with a large number of persons who had come to greet me — among them the adjutant of Prince Joshihisa from the princely house of Kita Shirakawa related to the Imperial family — we went on land where a huge crowd awaited our arrival, energetically kept in check  by the police. All of Misumi carried flags. In front of every house flew the characteristic white flag with the red circle of Japan that represented the sun in a white field.

Totally new for me were the „daylight fireworks“ ignited to my honor. They consisted of rockets that were slung into the air by a mortar and there exploded in a strong detonation and then scattered a large number of colorful balloons, pennants, parachutes and long bands. All these objects of which some showed our black-yellow or the Japanese colors sank slowly down to earth or were carried away by the wind or were fluttering in the air which produced a very charming impression.

The journey of about 42 km to Kumamoto was to be covered in court djinn rickshaws whose runners were all dressed in the same way. They wore wide blue blouses and white pants that ended above the knee so that the knees and the calves remained bare, while the feet were protected by short stockings. The headdress was formed by white straw hats. My vehicle had three runners assigned. One was running in the fork while the other two in front drew  thin tows. The performance of the rickshaw runners is phenomenal. Despite the oppressing heat and the fact that the journey went soon uphill and soon downhill and at times was freshly metaled, our runners covered the journey to Kumamoto at the double quick in only 5,5 hours with just two short breaks. One of the gentlemen of my entourage who had recently made a trip into the interior of the country told me that he had covered a distance of about 120 km in 18 hours with only a single djinn rickshaw runner!

Right beyond Misumi the journey ascends mightily leading alongside the sea shore on a mountain ledge. Later the landscape opens up and the road enters an area, after we had crossed a small stream,  that is full of charming sights. The whole area is most industriously cultivated. Not even the smallest spot remains bare and unused. The plain is very well irrigated and mostly assigned to rice cultivation but also on the ledges of the hills and mountains one can see the characteristic lines of the stepped terraces one above the other for cultivating rice. The eye looks pleasingly only upon green in many hues in all directions from the dark of the earnest cypress groves to the light colors of the fair bamboo bushes.

The impressions I made during the journey to Kumamoto already demonstrate the density of the settlements in Japan. Wherever we went, we saw houses, villages and small cities everywhere. The houses in the countryside and the towns show only small differences. They are one or two story high, very light and simple, not to say poor, mostly made out of wood whose interior is distinguished by its great cleanliness and order. The roof is either made out of strangely curvy bricks, so called „pockets?“ („Taschen“), or out of wood, and even often out of straw but always very carefully constructed.

When we approached the people rushed out of their houses and mingled in the road whereas especially the female element distinguished itself by curiosity, which is, by the way, also said to be the case in our home country.  Among the Japanese women who were smiling friendly towards us and greeted us gaily we could observe many who had a very delicately cut very attractive small face. Also from the fields men and women ran to the road we were passing and gesticulated vividly towards me or more probably at my native lifeguard who received the acknowledgements of the people with a stoic calm under his great plume of feathers.

In front of the cavalcade drove two police officials, then I followed in my djinn rickshaw flanked by the lifeguard on one side and a court servant on the other — whose usual profession must be that of a doorman. The latter had covered his physiognomy with earnest frowns and held a mighty sword in his hands, carrying it in front of him to be ready to strike at any moment. During the five hour drive the man kept a straight face for the complete drive. Behind me followed the Japanese entourage, followed by the gentlemen from my home country. The tail was formed by an army of officials, domestic officers and servants.

Our drive had a distinctive police character as the government had taken great security arrangements as if we had to be protected from the worst attacks. The road was secured by policemen, each bridge was under guard and wherever a group of humans had formed there was a policeman too — to say nothing about the numerous detectives who were placed among the crowds in the places that we passed through.  Used to fortunately move freely in my home country, without any precautions for my personal safety, I found the police apparatus quite strange and not really agreeable but it can be explained by the heinous assassination attempt of the Tsesarevich made by — a special twist of fate — a guard. In part, the police force might also have been put on display in such a formidable way to allow me to form an opinion about the excellently organized Japanese police that was modelled on the European pattern. The police only has to act a bit less conspicuous and calmer to be fully equal to their European model. Given the eagerness of the police I realized that I would be constantly observed like a prisoner by a hundred eyes and could never go anywhere incognito!

After a long time the runners were refreshed by a supply of fresh water which was held ready in a row of buckets at the side of the road. Quickly the runners took a few long gulps and then they continued without any stop until we reached a charming village in a very picturesque place where we made a break for a quarter of an hour. In front of a small Shinto temple, in the shadow of gorgeous trees, servants offered refreshments, sent here by the care of the mikado, while the rickshaw runners rested for a short time. Unfortunately the place was closed off with some sort of net and dark cloth soo that the people were unable to approach more closely and only a few dignitaries in European dress were allowed in. Apparently the enclosure of the space was intended to prevent assassinations but this was not entertaining.

Soon we continued our rickshaw drive across a very lovely landscape and numerous villages at whose entrance the dignitaries and not rarely the fire brigade were greeting us. The latter can be identified by their blue blouses with a white sign. The girls working in the field wore a dress that reminded me of those used in the region of Hermagor in Carinthia. The industrious workers wore a short skirt that reached only to above the knee and  short calf stockings made from blue wool. The knees and the feet were bare and a white headcloth was intended to protect from the glowing rays of the sun.

Between the rice fields there are numerous ponds and pools that are used for irrigation but are in no way as dirty and neglected as similar water containers in India but kept in good condition and mostly overgrown with the most beautiful blooming lotus plants. Already here one can see the importance of the cultivation of rice in Japan, the main agricultural production activity.  The preponderance of this cultivation is as characteristic for the Japanese landscape as the heavy splitting of the ground which has given rise to tiny parcels and garden-like field productions. As the cultivation of rice excludes the use of draft animals and the smaller fields dedicated to other cultivations can easily be worked by humans alone, it explains why Japanese agriculture does mostly not use cattle. In fact horses and cattle are used mostly as beasts of burden. The former mostly for riding and only rarely for drawing plows or carriages. Cows are rarely used for dairy production.

After a further two hours drive there was again a short rest, namely at a hut which was equipped with gold decorated moving walls and contained a pompuous chair below lotus flowers on which I sat down and sitting like Buddha, sipped an icy lemonade, while the Japanese courtiers grouped themselves around me in a semi circle bowing incessantly.

Towards 6 o’clock in the evening we were approaching, already feeling a bit „run over“ but still enchanted by the scenery of the area we had passed through, the city of Kumamoto, at whose entrance we could detect from afar a huge crowd and a squadron of husars which presented their arms to the sounds of the Japanese general march. The number of policemen organized for our protection had been increased considerably. I drove to the unimposing small palace in which prince Yoshihisa is living and commands the sixth army division here. I entered into the palace led by Sannomiya and greeted by the owner at its gate.

The prince himself is stocky and has a dark skin color. The sharply hooked nose of an eagle, the pitch-black flashing eyes, the bushy eyebrows and the thick mustache give his physiognomy an energetic appearance. Joshihisa speaks German and French rather well. He learned these languages during his stay in Europe during the years between 1870 and 1877. In 1868 prince Joshihisa had to play a political role against his will during the struggle for the restoration of the worldly power of the mikado. According to an old law the prince of the Imperial house occupies the position of the dignity of a high priest of a temple, namely that of Toyeisan at Ujeno in the North of Edo but was captured by the rebels and proclaimed by them as their mikado in that function he was at the mercy of the rebels without power and will. After the crushing of the rebellion he had been pardoned and sent to Europe.

After the presentation of both entourages we drank lemonade and exchanged the usual salutations. I then together with the prince mounted on an especially high phaethon that Yoshihisa himself led to our residence, while three men ran alongside and guided the horses. Half a squadron cantered in front of our wagon, followed by the caravan of the djinn rickshaws. The other half squadron formed the tail of the formation.

In the streets the complete garrison of Kumamoto was standing in formation on both sides. On the reception wing the unassigned officers had taken up their position followed by the soldiers, first the 13th and 23rd infantry regiments. The Japanese army is completely dressed according to the French pattern. The infantry that had been turned out for parade wore blue coats with red lapes and badges on which one could identify the regimental number and red baggy pants. The headdress was a leather shako of a rather displeasing form. The soldiers are armed with a breech-loading rifle produced in Japan, System Murata, 11 mm caliber, that was intended to be soon replaced by a repeating rifle with a caliber of 8 mm. Saber bayonets and knapsacks, the latter reminded me of our old model, completed the equipment. As an exercise uniform, used for practice especially during the summer, a white linen dress and a flat cap in Prussian style are used. The officers salute by lowering and extending the saber sideways while the soldiers present arms — a rifle grip that unfortunately is no longer in favor in our army because of inexplicable reasons.

The cavalry whose appearance and horses were not displeasing to me is too colorfully almost flashy dressed as it combined dark blue attilas with yellow lace and red pants with wide green pants stripes. They are armed with carbines of the system Murata and carry sabers. The artillery whose uniforms are predominately blue and yellow carries breech-loading guns cast in Japan made out of bronze with a caliber of  7,5 cm. The horse teams looked quite well as far as I could notice and was quite even, consisting mostly of stallions.

Also a mounted train detachment had taken up position. The blue lapels on the coats of the soldiers reminded me vividly of the those introduced at home. They were a stark contrast to the light green horse blankets. A detachment of engineers that was noticed by its equipment attached to their knapsacks and their amaranth red lapels completed the formation. Overall the troops of all arms made a very good impression on me.

Prince Yoshihisa paid a short visit to our residence and invited me to dinner which was to take place at 8 o’clock in the evening in the festive halls of the Kumamoto club.

The government had equipped a charming tea house for our stay. During the entrance I had to comply with the local custom of taking off the shoes — a custom that is at times quite annoying but understandable in view to the cleanliness of the interior in every Japanese house and the fine mats that cover the ground in all rooms. The residence was completely built in the original Japanese style and equipped in the manner we had already seen in Nagasaki from the street and in the tea house. We could now repeat and intensify these studies at a much closer distance. To honor our customs and as a sign of special luxury the rooms formed by the movable walls were equipped with various pieces of furniture of European style as well as with beds. But we decided to sleep on mats in the local manner. In order to achieve a refreshing temperature in the rooms, the government had arranged ice blocks carried from the Northern provinces of Japan. These ice blocks lay in beautifully formed vases and bronze buckets in the corners of the rooms. A veranda lead around the residence and offered a pretty view upon the small garden as well as the moat that had been planted with blooming flowers.

The Japanese are masters in decorating their homes with verandas and paths the latter forming real mazes and provide a very strange attraction unfamiliar to us. Thus the house made a very idyllic impression which however was negatively affected in the evening by one of the modern cultural achievements, namely electric lights that did not fit to its surrounding area at all and in the least to the veranda with its arranged numerous ancient Japanese lampions.

Fearing that the cooking whose products we would have to taste during the dinner would not be much to our liking, I ate a complete dinner as a precaution and refreshed myself in an ice-water bath, then drove  through the clearly illuminated streets by lampions to the Kumamoto club, where I was received by prince Yoshihisa at the head of the generals and unit commanders and then led into the garden basked in the blinding light of countless lampions.

The Japanese are true masters in the art of illumination as they produce marvelous effects with the most simple means. Here they used only small red lampions that followed the contours of the trees, bushes and rocks so that a fiery line was formed in apparently completely natural turns and twists that however were still based on the artificial distribution and grouping of illumination tools. These were mirrored a hundred times in small ponds and streams which made the dark garden extremely lively as it was criss-crossed by a fiery web.

The dinner took place in a spacious open hall on the first floor of the club house that had been laid out with white mats. Opposite the entrance hung splendid Kakemonos, scroll paintings, below which the prince and I had been set up in the seats of honor while the other guests were seated in long rows on both sides. On small leather cushions, nearly squatting on our heels we sat down. Then the chief lord steward and the adjutant of the prince threw themselves down on the floor in front of him and me, touched the floor with their front and asked whether the dinner might start. This way of starting a dinner was completely new to me and involuntarily made me smile, as this extraordinary ceremony was not without drastic comic effects caused by the stockiness of the lord steward and the visible effort that produced a groan. The dignitaries stood up again, the chief lord steward clapped his hands and soon appeared pairs of pretty girls in the entrance of the doors. They were wearing valuable kimonos with gorgeously stitched obi and carried in front of them Tabako-bons with the Hi-rei, a vessel for glowing coals, as well as Hai-fuki, a bamboo ash tray.

Walking up to the middle of the hall in small steps, the girls squatted and touched the ground with their heads and then slid on their knees towards the individual guests to offer them the Tabako-bon. Our servants were the youthful daughters of the richest and most honorable families of Kumamoto. They served in these roles today in order to honor us deeply. Unfortunately I could not talk to these attentive and diligent Musumes, so that our interaction was limited to sign language. In any case I caused much hilarity among the young ladies as I was forced by the muggy heat and the numerous very hot fish dishes to ask for and empty one glass after another of cool champaign time and again. Here I knew to be thankful to our dear host who was familiar with European thirsts and kept a large stock of the refreshing liquid.

After the Tabako-bon we were handed small closed wooden boxes by the girls in a similar ceremony as before. Inside they had each a large gelatin bar surrounded by artificial flowers made out of sugar and tragacanth and flags in both the Austrian and Japanese colors. This was one of the usual presentation spectacles during Japanese dinners. Usually these dishes were given by the host to the guests to carry home after the end of the dinner.

Now started the actual dinner with a cup of tea. The industrious Musumes placed small lacquered tables in front of us on which were countless dishes, mostly seafood, namely fish, crabs and shrimps, then vegetables, rice, mushrooms, fruits etc. in various preparation and arranged in an appetizing way on small lacquered and porcelain plates. Naturally the chopsticks made out of ivory and colorful paper napkins were not missing on any small table.

Even though the Japanese cooking has many similarities with the Chinese one I found here as well as earlier in Nagasaki that the dishes were more tasteful and in any case prepared in a way that one could recognize the origin and the  ingredients of the individual dishes whereas the Chinese artists fully kept me guessing about this. While some Musumes were occupied with carrying the small tables, others of these cute servants filled sake out of small porcelain flasks into the tiny bowls of the guests. Drunken in small quantities we quite liked it.

The pièce de résistance of the dinner were dishes, namely fish, roast, fruits and vegetables that had been arranged in a most artistic and fantastic way on three small tables that were place in front of me and the prince by two girls each. There were rocks and grottoes made out potato and bean paste between which fish stretched their heads out, furthermore cranes and storks made out of red and white beets and onions and equipped with lights made out of raisins. Among the animals threatened a dragon made out of plums, next to it a tortoise emerged out of a melon. Alive dwarf trees that seemed to be rooted in these works of art were bowing under the weight of attached fruits.

The most luxurious ideas the figment of the cooks produced in creating their cakes and pastries was in the form of fantastic animals and the most strange magical flowers. After we had sufficiently admired this orgy of culinary forms —  actually a gimmick but very interesting due to the difficulty and effort required and thus revealing the joy of the Japanese for figural creations —, some of the girls sat down on their knees at the small tables and started to divide the masterworks and place them on small plates which were carried to us by other girls so that each received some part of the dragon, of the crane, of the tortoise etc. If the table of each guest did not offer enough space to hold all those plates and bowls, the dishes were placed on the mats next to the guest.

Thanks to the practice we had had in Canton and in Nagasaki we were already familiar with the use of chopsticks even though there were still many funny intermezzi which caused much merriment and offered a topic for conversation. Thanks to the fact that the host and part of his companions could even speak German, the conversation was very lively.

Towards the end of the dinner the sound of singing and music was heard in a next-door hall where to those sounds young girls, hardly grown out of childhood, performed a dance of the four seasons and flowers and executed remarkable moves by their elegant draping of their kimonos and their gracious playing with their fans. I offered much praise to the skill of the teacher of the small artists.

Only late in the evening we returned to our friendly accommodation on whose veranda we enjoyed the refreshing cool air dressed in Japanese kimonos and the effects of the garden illumination as well as a firework that looked magically thanks to the sea of lights and flames. One might think that the pyrotechnics had run out of new effects and could only repeat acts shown already. In Japan, however, one has the opportunity to be convinced about the contrary given the surprises the fireworkers manage to conjure up.

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  • Location: Kumamoto, Japan
  • ANNO – on 04.08.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera „Aida“.

 

Nagasaki, 3. Aug. 1893

Dichter, bis zum Meeresspiegel niedergehender Nebel verwehrte jeden Ausblick und obendrein strömte unaufhörlicher Regen herab. Jupiter Pluvius, der mich während der Reise schon einige Mal verfolgt hatte, schien auch hier nicht aus der Rolle fallen zu wollen. Dass aber der launische Wettergott gerade heute des Himmels Schleusen öffnete, nahm ich ihm um so mehr übel, als innerhalb der letzten sechs Wochen kein Tropfen über der Landschaft gefallen war, so dass die Einwohner bereits Bittgänge veranstaltet hatten, um bei den Göttern Hilfe durch reichlichen Regen für die aufs höchste gefährdete Reisernte zu erflehen. Konnte die Erfüllung dieser Bitte nicht schon früher gewährt werden, so wäre mir ein kleiner Aufschub erwünscht gewesen.

Immerhin hätte mich die Unbill des Wetters nicht gehindert, Nagasaki vormittags zu besuchen, wenn nicht ein Platzregen von Audienzen und Aufwartungen zu bestehen gewesen wäre.
Kaum war mit dem Flaggenschuss die Standarte gehisst worden, so widerhallte der Hafen von dem Donner der Geschütze der hier ankernden Kriegsschiffe, deren jedes mit 21 Schüssen den Salut leistete, ein Ehrengruß, der auf mich immer eine ungemein erhebende Wirkung hervorbringt, da er ja unserer Standarte gilt.

Unmittelbar nach dieser Begrüßung wurde unser Fallreep durch eine Flotille von Barkassen und Booten belagert, welchen in schier endloser Reihe Dignitäre entstiegen: Admirale und Schiffskommandanten; der Gouverneur des Kens (Departements) Nagasaki, Takeaki Nakano; der Bischof und apostolische Vikar J. A. Cousin; der Bürgermeister von Nagasaki; die Mitglieder des Konsularkorps und die mir zugeteilte japanische Suite. Diese besteht aus dem Vize-Großmeister des kaiserlichen Zeremonienamtes (Schikibu Schiki), Yoschitane Sannomija, welchem in der Regel die Leitung von Reisen, wie jener, die ich unternehme, zufällt; ferner aus dem Küchenmeister (Meister der kaiserlichen Küche, Daisen Schiki) K. Jamanoutschi; endlich aus dem Linienschiffskapitän Kurvaka und dem Geheimsekretär des Kriegsministers, Major
M. Muraki. Die erschienenen Herren waren teils der deutschen, teils der französischen Sprache mächtig; drei derselben hatten Europa bereist und insbesondere auch Wien besucht, um den Haushalt und das Zeremoniell unseres Hofes zu studieren.

Nachdem das Gewimmel der Dignitäre im Laufe des Nachmittages ein Ende genommen, fuhr ich ans Land, Nagasaki zu besuchen. Zum ersten Mal betrat ich japanischen Boden und fand mich, obschon die Stadt nicht mehr rein japanischen Charakter trägt, sondern mannigfache Wirkungen europäischen Einflusses zeigt, alsbald von all jenen zur Wirklichkeit gewordenen zierlichen, bunten, lebhaften Szenen umgeben, welche den Inhalt unserer Vorstellung vom japanischen Leben ausmachen, die wir aus Büchern schöpfen und durch Darstellungen auf künstlerischen sowie industriellen Erzeugnissen bereichern.

Die engen und, weil die kleinen Häuser selten mehr denn ein Stockwerk tragen, doch luftigen, lichten Straßen entlang schlendernd, trieben wir „fensterlnd“ praktische Ethnographie. Die aus Holz und Papier erbauten Behausungen gestatten Einblick nicht nur in die Wohnräume der Japaner, sondern auch in deren daselbst sich abspielendes Leben; denn der Abschluss der Häuser gegen die Straße wird meist nur durch verschiebbare Wände gebildet, die tagsüber oft entfernt sind, so dass das ganze Innere sich den Blicken der Vorbeieilenden darbietet. Auch die Abteilung der Innenräume ist mittels hölzerner, mit Papier überspannter, häufig kunstvoll bemalter Wände gebildet, welche nach Bedarf ausgehoben und verschoben werden können.

Ein japanisches Häuschen hat daher die Fähigkeit, sich den räumlichen Bedürfnissen seiner Bewohner in einer Weise anzupassen, welche uns, die wir an die starren, unverrückbaren Mauern unserer Bauwerke gewöhnt sind, in höchstes Erstaunen setzt und in dem japanischen Wohnhaus kein „unbewegliches Gut“ in heimatlichem Sinn erblicken lässt. Was wir an Hausrat ersehen, bewegt sich in den bescheidensten Grenzen; mit Ausnahme einiger Geräte für den allernotwendigsten Gebrauch, wird jener hauptsächlich durch schöne, hellgelbe Strohmatten gebildet, welche den Fußboden aller Wohnräume bedecken. Um so mannigfaltiger sind all die gewerblichen Arbeiten, die sich in den Werkstätten und Verkaufsläden vollziehen und als Belege der Emsigkeit, des Kunstsinnes der Japaner wohltuende Wirkung hervorbringen.

In den Straßen immer weiterschreitend, waren wir Zeugen häuslicher Verrichtungen, wie sie das Alltagsleben des japanischen Volkes mit sich bringt, aber auch manche anmutige Familienszene spielte sich vor uns ab, und nicht wenige Söhne und Töchter Nippons konnten wir bei allerlei Phasen des intimen Lebens beobachten. Während nach unseren heimatlichen Sitten und Gebräuchen zwischen der Häuslichkeit und der Öffentlichkeit eine scharfe Grenze dort gezogen ist, wo die Türe geräuschvoll in das Schloss fällt, besteht hier eine ähnliche Scheidung nicht; denn das Leben im Haus, welches so offen vor uns daliegt, geht unmerklich in jenes auf der Straße über und umgekehrt scheint letzteres unbehindert in die Behausungen zu fluten.

Wo immer wir auch hinblickten, begegnete uns Reinlichkeit und Nettigkeit in wohltuendem Gegensatz zu der für das Chinesentum charakteristischen Unsauberkeit.

Die abendländische Kultur, welche sich in Nippon in überraschend kurzer Zeit Bahn gebrochen, kommt auch schon in der Kleidung zum Ausdruck, nicht eben zum Vorteil der Japaner, deren Gestalten und Formen für die europäische Tracht kaum geeignet sind. Die höheren Schichten der japanischen Gesellschaft bedienen sich fast ausschließlich europäischer Kleidung, welche für die Hofkreise und die Beamten geradezu vorgeschrieben ist, während die Masse des Volkes an der altgewohnten, durch Generationen ererbten Art, sich zu kleiden, noch festhält, obschon auch in den unteren Klassen bald dieses, bald jenes Zugeständnis an die neue Mode gemacht und so in die Landessitte eine Bresche um die andere gelegt wird. Als ausgesprochener Freund jeglicher Nationaltracht beklage ich die Verdrängung des so kleidsamen japanischen Kostüms durch unsere nivellierende, charakterlose Kleidung. So mancher Japaner, der sich in landesüblicher Gewandung recht gut präsentieren würde, wirkt befremdlich, um nicht zu sagen erheiternd, wenn er, mit langem Gehrock angetan und mit hohem Zylinder geschmückt, gravitätisch einherschreitet oder sich unaufhörlich verneigt.

Männlein und Weiblein eilen an uns vorbei, und zwar, soweit sie der Landessitte treu geblieben sind, immer fächelnd, auf Sandalen und Holzstöckelschuhen (Getas) einhertrippelnd und klappernd. Die Männer schienen mir, von einzelnen sympathischen und beinahe wohlgestalteten Erscheinungen abgesehen, im Durchschnitt unschön zu sein; in den Gesichtszügen finden sich die Merkmale der mongolischen Rasse scharf ausgeprägt, die Körperhöhe ist eine geringe, und die Beine sind auffallend häufig säbelförmig verkrümmt.
In Vergleichung mit den Männern ist der weibliche Teil der Bevölkerung fast hübsch oder, genauer gesprochen, äußerst zierlich zu nennen; alle Japanerinnen, welche wir zu sehen bekamen, zeigten den gleichen Typus und machten, während sie lächelnd und scherzend die Straßen entlang trippelten, den Eindruck lebendig gewordener, allerliebster Porzellanfigürchen.

Ab und zu begegneten wir einem Mädchen mit auffallend regelmäßiger, schöner Physiognomie, welche, selbst mit den Gesichtszügen europäischer Beautés verglichen, volle Anerkennung gefunden hätte; doch war mir schon bei der Wanderung durch Nagasaki die Möglichkeit geboten, mein Urteil dahin zu bilden, dass in so mancher Reisebeschreibung, die ich gelesen, in so mancher Mitteilung, welche ich erhalten, Japans Weiblichkeit über die Gebühr gepriesen wird, wenn die Mädchen dieses Himmelsstriches als die schönsten Töchter Evas geschildert werden.

Solches Lob dürfte doch nur auf Rechnung ganz individueller Geschmacksrichtung und besonderer Motive zu setzen sein. Die anmutige Wirkung der stets Heiterkeit atmenden Mädchengestalten liegt in der harmonischen Nettigkeit und Zierlichkeit der Erscheinungen, die aber dem europäischen Schönheitssinn doch zu puppenhaft dünken, um darauf Anspruch erheben zu können, einen idealen weiblichen Typus darzustellen. Leider verwelkt die Jugendfrische der Japanerin sehr rasch, so dass nur selten eine hübsche Frau zu sehen ist, wozu wohl auch die uns unbegreifliche Sitte beiträgt, dass Frauen ihre Zähne schwarz färben und die Augenbrauen abrasieren — entstellende Gebräuche, welche in den höheren Schichten der Gesellschaft allerdings kaum mehr vorkommen sollen, aber in den unteren Klassen noch immer üblich sind.

Obschon Japans Frauen durch die Volksanschauung zum Teil auch heute gezwungen sind, ihr Äußeres dem Ehegatten zum Opfer zu bringen, gehen die Damen hierin doch nicht weiter, als unbedingt notwendig erscheint; denn jede Japanerin, ob Frau ob Mädchen, wendet ihrer Kleidung und Haartracht besondere Sorgfalt zu. Wir hatten Gelegenheit, hierin Erfahrungen zu sammeln, da wir Zeugen waren, wie so manche Schöne Toilette machte; und nicht etwa nur in verstohlener Weise durften wir dies Schauspiel genießen, sondern frank und frei, von der Straße aus in das Boudoir blickend, machten wir Bekanntschaft mit den intimsten Geheimnissen der Künste, durch welche die Japanerin zu bestricken weiß. Unsere Neugierde ward uns übrigens gar nicht übel genommen, und keine der zierlichen Papierwände wurde vorgeschoben, um Schutz vor den Blicken Unberufener zu gewähren, ja ganz im Gegenteil, die belauschten Damen winkten uns freundlich zu oder brachen gar in helles Lachen aus, wenn sie unseres Erstaunens über die ungeahnte Freiheit der Sitten gewahr wurden.

Den kompliziertesten Bestandteil der Toilette bildet die Frisur, welche die größte Aufmerksamkeit erheischt und nur jeden dritten oder vierten Tag neuerdings hergestellt wird, weil die Konstruktion eines solchen Wunderwerkes, ganz ebenso wie bei den Frauen Chinas, enorme Mühe und einen Zeitaufwand von etwa zwei Stunden erfordert. Ich hatte begreiflicherweise nicht die Geduld, dem Werden eines kunstvollen Aufbaues vom Beginn bis zum Ende anzuwohnen, sondern begnügte mich mit der Erkenntnis, dass dem kühn aufstrebenden und nach rückwärts in koketten Linien ausladenden Arrangement eine Unzahl von Unterlagen aus Papiermache inneren Halt gewährt, sowie reichlich angewandte Pomaden und Öle äußere Glätte und Glanz verleihen.

Nadeln, Kämme, Blumen, Federn, Bänder und allerlei Flitter werden im Haar angebracht und tragen zur Gesamtwirkung wesentlich bei. Angeblich existieren an 60 verschiedene Arten von Frisuren, welche für den Wissenden sogar besondere Bedeutung haben, indem sie über Stand und Absichten der Trägerin Aufschluss geben, so dass Japans Frau, während in unseren Landen die Schönen nur durch Blumen und Fächer zu reden verstehen, auch eine „Haarsprache“ kennt. So soll eine Witwe, die nicht abgeneigt wäre, in einem neuen Bund ihr Glück zu suchen, das Haar in einer ganz bestimmten Form tragen, während eine Witwe, welche Hymen abgeschworen, dies durch eine einfache, offenbar Resignation ausdrückende Haartracht anzudeuten vermag. Dieser Verwendung der Frisur lässt sich praktische Bedeutung nicht absprechen, wie wenigstens diejenigen, welche auf Freiersfüßen wandeln, einräumen werden; denn es bedarf nur eines Blickes nach dem Haupt der Ersehnten, um das höher klopfende Herz darüber zu belehren, ob Erhörung zu hoffen ist oder nicht.

Von geradezu reizendem Effekt ist die nationale Tracht der Japanerinnen. Dieselbe besteht aus dem Kimono, einem bis auf die Knöchel herabreichenden, vorne etwas offenen Gewande mit weiten, bauschigen Ärmeln, welcher durch eine breite Schärpe, den Obi, die rückwärts zu einer großen Schleife geschlungen ist, zusammengehalten wird. Der Kimono schmiegt sich der Gestalt weich und zwanglos an, verleiht derselben etwas ungemein Graziöses und lässt sie in vorteilhaftester Weise zur Geltung kommen; allerdings aber glaube ich, dass eben nur die zierlichen, diskret modellierten Formen der japanischen Weiblichkeit sich für den Kimono eignen. Dieser ist übrigens auch das Kleidungsstück der Japaner, soweit letztere sich nicht schon europäischer Tracht bedienen, und wird nur kürzer sowie einfacher als jener der Frauen getragen. Der Obi der Männer stellt sich als wiederholt um die Lenden geschlungener Zeugstreifen dar, durch welchen die Samurais — die Vasallen des Schöguns, der als faktischer Herr des Landes die kaiserlichen Regierungsrechte ausübte, sowie der Daimios, der großen Feudalherren — früher zwei Schwerter steckten, während der Gürtel seit dem im Jahre 1876 ergangenen Verbote des Waffentragens nur mehr die friedlichere Bestimmung hat, neben dem Kleidungsstück selbst auch Fächer und Rauchrequisiten festzuhalten.

Anfänglich macht es auf den Europäer einen befremdenden Eindruck, die Kinder ebenso gekleidet zu sehen, wie die Erwachsenen, doch ist man an diesen Anblick bald gewöhnt und ergötzt sich an den putzigen, kleinen Menschen, die in ihren Gewändern mehr zu sein scheinen, als sie in der Tat sind. Da unter Japans Himmel die körperliche und geistige Entwicklung der Jugend sich offenbar sehr rasch vollzieht, sahen wir nicht wenige Kinder, die, ihres zarten Alters ungeachtet, überaus altkluge Mienen machten und sich so gesetzt benahmen, dass sie oft genug unsere lebhafteste Heiterkeit erregten.

Nagasaki, dessen Straßen wir mit wachsender, weil immer von neuem angeregter Schaulust durchzogen, ist vom höchsten historischen Interesse für den Europäer und für den Christen insbesondere. Noch immer eine der bedeutendsten Handelsstädte Japans, blühte Nagasaki aus einem ärmlichen Fischerdorf empor, nachdem um die Mitte des 16. Jahrhunderts der Daimio von Omura den Portugiesen gestattet hatte, sich daselbst anzusiedeln. Auf Kiuschiu schlug das Christentum seine tiefsten Wurzeln unter der eingeborenen Bevölkerung; hier hatte der Apostel Japans, ein Jünger Ignazens von Loyola, der heilige Franz Xaver, im Jahre 1549 in Kagoschima den Boden Nippons betreten. Innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit breitete sich das Christentum, begünstigt durch mannigfache Umstände, in überraschendem Maß aus; doch war vielleicht gerade dieser große Erfolg der nächste Anlass zu einer Reaktion, welche sich in immer blutigeren Verfolgungen äußerte, die auf Grund einer vom Schogun Ijejasu im Jahre 1614 erlassenen Proklamation im ganzen Land bald allgemein wurden. Durch diese Christenverfolgungen dürften jene im römischen Reich in den Schatten gestellt sein; denn Tausende und Tausende haben in bewundernswürdiger Standhaftigkeit ihre Glaubenstreue mit dem qualvollsten Tod besiegelt, und ruhmvolle Blutzeugen sind der Kirche in jenen fernen Weltteilen erstanden. Während jedoch die neubegründete Religion im römischen Reich aus den Blutbädern immer gekräftigter hervorgegangen ist, gelang es in Japan, die Lehre des Heiles durch das grausame Vorgehen wider ihre Bekenner auszurotten.

Im Jahre 1636 griffen endlich, durch die zwei Jahrzehnte dauernden Greuel zur Empörung getrieben, 30.000 bis 40.000 Christen des Fürstentumes Arima und anderer Gebiete der Insel Kiuschiu zu den Waffen, setzten sich in dem alten Schloss von Arima auf Schimbara sowie auf benachbarten Inseln in Verteidigungszustand und leisteten unter Nirada Schiro im Jahre 1637 dem zu ihrer Bekämpfung entsandten Itakura Schigemasa durch drei Monate heroischen Widerstand. Endlich aber ward die Feste bezwungen, und ihre tapferen Verteidiger wurden niedergemacht. Ströme Blutes flossen, Tausende gefangener Katholiken wurden nach der über 60 m aus dem Meere steil aufragenden, dem westlichen Hafeneingange Nagasakis vorgelagerten Insel Taka-boko geschleppt und von deren schwindelnder Höhe in den Ozean gestürzt. Die Holländer nannten diese Insel zum Gedächtnisse der schauerlichen Szenen, deren Schauplatz das Eiland gewesen, „Papenberg“, haben sich aber hiedurch, wenn die geschichtliche Überlieferung auf Wahrheit beruht, selbst kein ehrendes Denkmal gesetzt; denn durch den Hass gegen den Katholizismus und durch Handelsneid verblendet, sollen die Holländer den Schogun in seinem Kampf gegen die aufständischen Katholiken mit Waffengewalt unterstützt haben.

Dem Blutbad von Schimbara folgten die Vertreibung der Portugiesen, die nahezu gänzliche Unterdrückung des Christentums, das sich nur stellenweise und namentlich unweit Nagasakis in der großen Gemeinde Urakami bis in unsere Tage erhalten hat, und der Beginn jener Ära vollständigster Abschließung, durch welche Japan sich bis in die Neuzeit herein völlig isoliert hat. Die Chinesen und die Holländer unterhielten nahezu ausschließlich den Verkehr mit dem Westen und auch diesen nur in bescheidenem Umfange. Letztere mussten 1641 ihre Faktorei zu Hirado auflassen und sich auf Deschima (Vorinsel) ansiedeln, einer künstlichen Bodenantragung, die mit Mauer und Graben umgeben und mit Nagasaki durch eine steinerne Brücke verbunden war, deren Tor von einer japanischen Wache besetzt gehalten wurde. Derart in strengem Gewahrsam, um nicht zu sagen, in Gefangenschaft gehalten, vermittelten hier jeweils etwa 20 Holländer den Handel zwischen Japan und dem Mutterland, aus dem anfänglich jährlich nur ein Schiff, später aber deren acht zugelassen wurden.

Die Vorteile, welche aus diesem Handel geflossen sind, müssen in der Tat sehr bedeutende gewesen sein, um auch für all die wahrlich nicht geringen Demütigungen entsprechend zu entschädigen, denen die Holländer durch mehr als zwei Jahrhunderte unterworfen waren. So musste der Resident von Deschima alljährlich eine mit großen Kosten verbundene, unter strengster Bewachung erfolgende und nach genau geregeltem Zeremoniell sich vollziehende Reise nach Jedo (Yedo, Tokio) unternehmen, um dem Schogun Geschenke zu überbringen und Ehrerbietung dadurch zu bezeugen, dass er in einer feierlichen Audienz gegen den durch einen Vorhang verborgenen Schogun auf allen Vieren zukroch, das Haupt zu Boden senkte und wie ein Krebs wieder zurückschlich.

Bei einer darauf folgenden, minder feierlichen Vorstellung war es Aufgabe der holländischen Begleiter des Residenten, den Frauen und den übrigen Mitgliedern des Hofstaates zur Kurzweil zu dienen, indem jene auf Befehl des Schoguns singen, tanzen, Betrunkene vorstellen und derartiger Allotria mehr treiben mussten. Was doch der Homo sapiens um schnöden Mammons willen zu tun fähig ist! Das alte Deschima, der ewig denkwürdige Schauplatz blühenden Handelsgeistes und tiefer Erniedrigung, ist einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen und hat einer neuen Ansiedlung Platz gemacht — als hätte die in unserer Zeit erfolgte gewaltige Umwälzung der Verhältnisse sich auch auf die Vergangenheit erstrecken und durch Umgestaltung jener Stätte den Europäern die unrühmliche Mahnung an das alte Japan ersparen wollen!

Bei der Wanderung durch Nagasaki hielten wir oft genug inne, um unsere Blicke, soweit es das etwas günstiger gewordene Wetter gestattete, an der Szenerie zu weiden, welche der Hafen in seiner Umrahmung bietet und die uns schon bei der Einfahrt entzückt hatte. Die Bucht von Nagasaki wird, wie schon bemerkt, im Westen durch Taka-boko abgeschlossen, während die übrigen Seiten von Hügeln und bis zu 400 m sich erhebenden Bergen mit sanft ansteigenden Geländen umsäumt sind, so dass der Hafen ganz den Charakter eines lauschig verborgenen Gebirgssees an sich trägt. Diese Höhen weisen in ihren unteren Teilen Kulturen aller Arten und bald da, bald dort kleine Haine, Dörfer, Tempel und Häuschen auf; die höheren Partien sind zum Teil überaus malerisch mit Kiefern, Cryptomerien und Kampherbäumen bekleidet. Alle Töne der Farbenskala leuchten uns von den Gipfeln der Berge bis herab zu den bebauten, blumengeschmückten Gefilden und zu der bläulich schimmernden See entgegen, auf deren glattem Spiegel mächtige Kriegsschiffe und große Fahrzeuge friedlicher Bestimmung vor Anker liegen, zahlreiche Fischerboote dahinziehen und sich allerlei Barken tummeln.

Obwohl Nagasaki, welches 58.000 Einwohner zählt, kein produktives Hinterland wie die Städte Jokohama und Kobe hat, ist es dank seinem Hafen, in den Schiffe jeder Größe einlaufen können, noch immer eine bedeutende Handelsstadt, welche Schildpattarbeiten, Lack- und Tonwaren, ferner Steinkohle, Reis, Tee u. dgl. zur Ausfuhr bringt.

Dass vorzugsweise auf Ankäufe durch Fremde gerechnet wird, beweisen die zahllosen, die Straßen füllenden Läden, welche japanische Erzeugnisse aller Arten, namentlich solche, die wir als Kuriositäten zu betrachten gewohnt sind, bergen. Jene Läden, welche durch englische Aufschriften gekennzeichnet, also am fortschrittlichsten geartet sind, scheinen mir die geschmackvollsten und solidesten Artikel zu bieten; doch sind auch die exorbitanten Preise darnach, welche der Ladenbesitzer schmunzelnd ausspricht, um dann durch Ermäßigung im richtigen Augenblicke den kauflüstern gewordenen Fremdling zu weiteren Erwerbungen anzuspornen. Die Landschaft Kiuschiu, die gleichnamige Insel und deren Gebiet umfassend, ist der Sitz einer seit altersher berühmten Porzellan- und keramischen Industrie; daher sahen wir auch allenthalben Arita- oder Hisen-Porzellan, ferner Amakusa-Porzellan aus dem auf der Inselgruppe von Amakusa vorkommenden Porzellanstein und Satsuma-Steingut mit seiner farbenbunten und prächtigen Bemalung auf gelblichem Grunde, das zwar in Europa hochgeschätzt ist, meinem Geschmack aber nicht besonders entspricht.

Eine stattliche Reihe von Kaufläden hatten wir bereits abgelaufen und lenkten unsere Schritte nun einem der zahlreichen Teehäuser zu, welche hier die Stelle der Restaurants vertreten. Die Teehäuser sind überaus zierlich, beinahe filigranartig gebaut und enthalten eine Reihe von Räumen, welche jedoch infolge Verstellbarkeit der Wände nach Bedarf vergrößert oder verkleinert werden können, und offene Veranden. Hier finden sich die Gäste ein, nicht nur um die üblichen Erfrischungen, wie Tee, Sake, das ist Reiswein, der ähnlich wie Sherry schmeckt, u. dgl. m. zu schlürfen, sondern auch um vollständige Diners einzunehmen. Da hierzulande die Gepflogenheit herrscht, derartige Symposien durch die Produktionen von Sängerinnen und Tänzerinnen zu beleben, hatten auch wir Auftrag gegeben, solche Künstlerinnen, Geischas, welche nie im Teehaus, sondern außerhalb desselben wohnen und hieher berufen werden, kommen zu lassen.

Wir hatten uns in einer offenen Veranda auf weichen Matten kaum niedergelassen, als schon die Wirtin mit einer Schar von Kellnerinnen, — man pflegt sie mit dem Worte „Nesan“ zu rufen — Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren, erschien, um uns das Diner in einer Unzahl von Lackschächtelchen, Näpfchen, Tässchen und Tellerchen zu servieren. Obwohl die Küche begreiflicherweise nicht ganz nach unserem Geschmack war, fand ich die Gerichte doch viel appetitlicher als jene der chinesischen Kochkunst; Fische und Reis bildeten die Hauptbestandteile des Menüs, zu welchem wir anfänglich Reiswein tranken, bis ich das Vorhandensein von Bier entdeckte, worauf wir uns mit edlem Gerstensaft labten.

Während des Diners traten zuerst die Sängerinnen auf; es waren dies junge Mädchen, durchwegs gleich gekleidet und frisiert sowie stark geschminkt, welche sich unter zahllosen Verbeugungen uns zur Seite niederließen und zu den Klängen mandolinartiger Instrumente, Gekin und Biwa, die mit Klöppeln geschlagen wurden, einen Gesang anstimmten; dieser bewegte sich nur innerhalb weniger Töne und brachte eine ungemein monotone Wirkung hervor. Der Versuch, die Damen durch Genuss von Sake zu einem heiteren Lied oder wenigstens zu einem rascheren Tempo in ihrem Vortrag zu bewegen, schlug gänzlich fehl.

Äußerst zierlich und ansprechend war die Produktion der Tänzerinnen, welche choreographische Bewegungen in einer Weise zum besten gaben, dass wir die Gewandtheit und Beweglichkeit, hauptsächlich aber das erfolgreiche Streben, jede Figur in formvollendetster Weise zur Ausführung zu bringen, nicht genug bewundern konnten. Obschon die Künstlerinnen aus der Schule von Tanzmeistern hervorgehen, ist es doch unverkennbar die natürliche, im Wesen des japanischen Volkes liegende Grazie, welche die Tänzerinnen auszeichnet; denn die Art, wie sie vor- und rückwärtsschreiten, sich drehen und wenden, sich senken und heben, den Fächer halten und bewegen, ihre Gewandung in Falten schlagen und mit dem langen Ärmel spielen — dies alles atmet die vollkommenste Anmut. Stunde auf Stunde vermögen die Japaner, ruhig auf den Matten hockend und Tee schlürfend, dieses Schauspiel zu genießen; ich hätte bei aller Anerkennung, die ich den Künstlerinnen zolle, nicht die Geduld, mich ebenso lange an derartigen Produktionen zu weiden, die zwar sehr interessant sind, aber namentlich für einen Fremden und mit der Sache nicht völlig Vertrauten auf die Dauer eintönig werden. Die Tänze sollen bestimmte Handlungen veranschaulichen, die uns natürlich ganz unverständlich blieben.

Am Schluss der Vorstellung wurde noch eine Koryphäe vorgeführt, ein Mädchen im Alter von 13 Jahren, die Prima Ballerina des Viertels und der Stolz ihres Tanzmeisters; diese Künstlerin produzierte eine Reihe von schwierigen Tänzen und Evolutionen unter Zuhilfenahme von Masken, Blumen u. dgl. m. in wirklich vortrefflicher Art. Ein in unserer Gesellschaft befindlicher Japaner war ganz entzückt und lächelte glückselig angesichts so vollendeter Kunstleistung; ich aber konnte mich in einer übrigens den Verhältnissen Japans vielleicht nicht genügend Rechnung tragenden, heimatlichen Anwandlung des Widerstrebens nicht entschlagen, das ich gegen jede wie immer geartete Schaustellung von Kindern empfinde.

Von der Veranda des Teehauses genossen wir einen lohnenden Blick auf Nagasakis Umgebung sowie auf die Stadt selbst. Farbenbunten Bändern gleich ziehen sich in dieser die kleinen Hausgärten, zum Teile wahre Miniaturanlagen, hin, welche innerhalb sehr enge gesteckter Grenzen allerlei Zierrat, ferner blühende Blumen in großer Zahl und barock verschnittene Bäumchen bergen.

In den engen Straßen der Stadt rollen flüchtige Dschinrickschas auf und nieder. Ich vertraute mich, nachdem wir die verschiedenartigen kulinarischen und künstlerischen Genüsse, welche uns das Teehaus geboten, zur Genüge durchgekostet hatten, einem jener Vehikel an und unternahm so noch eine Spazierfahrt durch die Stadt, um dann am vorgerückten Abend an Bord zurückzukehren, wo es galt, noch die Vorbereitungen für die Ausschiffung und die Reise durch das Land zu treffen.

Während ich in der Stadt weilte, hatte mir der Gouverneur eine Anzahl von Photographien, welche teils Partien Nagasakis und seiner Umgebung, teils allerlei Szenen und Typen darstellten, sowie ein Paar allerliebster Zwerghühner an Bord gesandt — eine Aufmerksamkeit, für die ich dem liebenswürdigen Spender Dank weiß.

Links

  • Ort:  Nagasaki, Japan
  • ANNO – am 03.08.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper „Das goldene Kreuz“ aufführt.
The Wiener Salonblatt No. 32 notes the safe arrival of Franz Ferdinand in Nagasaki.

Das Wiener Salonblatt No. 32 vermeldet die wohlbehaltene Ankunft Franz Ferdinands in Nagasaki.

 

Nagasaki, 3 August 1893

Dense fog down to the sea level prevented any views and furthermore the rain was pouring down without a break. Jupiter Pluvius who had now been chasing me some time during my voyage did not want to step out of character here too. That the cranky weather god would open up the sluices of heaven just today, I took all the more personally as during the last six weeks not a drop had fallen on the landscape here, so that the inhabitants had already started processions to implore the gods for plenty of rain for the highly endangered rice harvest. If this demand could not have been satisfied earlier I would have preferred a slight postponement.

At least the bad weather did not prevent me to visit Nagasaki in the morning even if a pouring rain of audiences and official visits had to be endured.

Just after the standard had been hoisted with a flag salute, the harbor was filled with the echoes of the guns of the anchoring warships. Each of which offered its salute of 21 shots, a honorable salute that always creates a very lofty feeling in me as it performed in honor of our standard.

Right after these salutes our gangway was besieged by a fleet of barges and boats out of which emerged a nearly endless row of dignitaries: admirals and ship commanders, the governor of the Ken (department) Nagasaki, Takeaki Nakano; the bishop and apostolic vicar J. A. Cousin; the mayor of Nagasaki; the members of the consular corps and the Japanese entourage assigned to me. It consisted of the vice grand master of the Imperial department for ceremonies (Shikibu Shiki), Yoshitane Sannomiya who in general was in charge of such voyages as I was undertaking. Then the master of the Imperial kitchen (Daisen Shiki) K. Jamanouji; finally the captain of the line Kurvaka and the privy secretary of the war minister, Major M. Muraki. The gentlemen present were able to speak partly German partly French. Three of them had visited Europe and especially also Vienna in order to study the administration and the ceremonies of our court.

After the crowding of dignitaries came to an end during the afternoon, I drove on land to visit Nagasaki. For the first time I set foot on Japanese ground and found myself surrounded by all those delicate colorful scenes come to life,  even though the city no longer has a pure Japanese character but shows many effects of European influence, that constitute the content of our imagination of Japanese life that we form out of books and the images from their artistic and industrial products.

Walking along the narrow and still airy clear streets because the small houses are seldom more than a story high, we practised applied ethnography by „peeping into the windows“ („fensterlnd„). The houses made out of wood and paper offered views not only into the living rooms of the Japanese but also into life going on there. As every cover of the houses towards the street is made only out of movable walls that are often removed during the day so that the full interior is exposed to the glances of those passing by. The division of the interior rooms is formed by wooden walls covered with paper and often artfully painted. These walls can on demand be taken out and moved.

A small Japanese house thus is capable of being adapted to the space requirements of its inhabitants in a way that astonishes us used to the fixed immovable walls of our buildings.  A Japanese house thus is not an „immovable property“ in our native sense. What we saw of furniture is of the most modest kind. With the exception of a few appliances for the most necessary use, this is formed mostly by beautiful light yellow straw mats that cover the ground of all living rooms. All the more diverse are the genial productive craft activities that are done in workshops and shops and confirm the industriousness and artistry of the Japanese.

Continuing to walk in the streets we witnessed domestic activities common to the daily life of the Japanese people but also some charming family scene played itself out in front of us and not a few sons and daughters of Nippon we could observed in all kinds of phase of intimate life. While in our customs and manners at home there is a sharp division between domestic and public life, where the door is noisily locked, here a similar separation does not exist. Life within the house that is open to us passes indiscernibly into life on the street and vice versa the life on the street seems to sweep unimpeded into the homes.

Wherever we were looking we encountered cleanliness and neatness in a pleasant contrast to the dirtiness characteristic of the Chinese.

The European civilization which has established itself in Nippon in a surprisingly quick period is already expressed by the clothing, not particularly favorable to the Japanese whose figures and forms are not really suitable for European clothing. The upper classes of the Japanese society use nearly exclusively European clothing which are almost mandatory at court and for the officials while the mass of the people continues to hold on to the ancient way of clothing, inherited for generations, even though the lower classes too have made concessions to the new fashion and thus the local customs are breached more and more. As a dedicated friend of all national dresses I deplore the replacement of the very becoming Japanese costumes by our equalizing soulless clothing. So many Japanese who would make a good appearance in their local dress look strange, that is not to say hilarious if they are wearing a frock coat and ornamented with a top hat, walking majestically or bowing incessantly.

Men and women rush past us and namely, if they have remained faithful to the local tradition, always fanning, scuttling and rattling on sandals and wooden high heeled shoes (Getas). The men seemed to me, except for some individual sympathetic and even well-shaped ones, on average rather unattractive. In their faces, the features of the Mongolian race are to be found very pronounced, their size is small and their legs are conspicuously often bow-legged.

In comparison to the men, the female part of the population has to be called almost pretty. or more precisely, extremely delicate. All the Japanese women who we saw were of the same type and gave the impression of a charming porcelain figure come alive while they smiling and joking scuttled along the streets.

Now and then we met a girl with a noticeably regular and beautiful physiognomy that would have been fully appreciated if compared to the features of European beauties. The stroll through Nagasaki, however, already allowed me to form my opinion that the travel descriptions I have read and so many messages that I received that excessively praised Japanese women if they described the girls of this location as the most beautiful daughters of Eve. Such praise can only be upheld on account of truly individual tastes and special motives. The charming effect of the always cheerful girlish figures lies in their harmonic neatness and delicateness of their appearances that are however too doll-like for European beauty standards in order to claim to represent an ideal female type. Unfortunately the youthful freshness of the Japanese woman withers very fast so that only rarely one can spot a beautiful woman which is also increased by the for us incomprehensible custom of the women blackening their teeth and shaving their eye brows — disfiguring customs that are said, however, to be only rarely still practised among the upper classes of society but still common among the lower classes.

Even though Japanese women still are forced in popular opinion even today to sacrifice their exterior to their husband, the ladies here go even further than seems absolutely necessary as every Japanese woman, both adult and girl, devotes special care for her clothing and hairdo. We had the opportunity to collect experiences as we witnesses how so many a beauty prepared her styling. And we could appreciate this spectacle not only in a covert manner but frank and open, looking from the street into the boudoirs we became acquainted with the most intimate secrets of the arts that the Japanese women use to entrap. Our curiosity, by the way, was not in the least resented and none of the delicate paper walls were moved to provide cover from the unbidden glances, quite to the contrary the watched ladies waved friendly at us or burst into a bright laughter if they became aware about our astonishment about the unexpected liberal customs.

The most complicated part of the daily styling is the hairdo that is given the most attention and only redone every third or fourth day because the construction of such a miracle, similar to those of the Chinese women, requires enormous care and about two hours of time. I understandably did not have the patience to witness the creation of such an artful build-up from the beginning to the end but felt satisfied with the revelation that countless inlays made out of papier mâché provided the interior support for the audaciously rising arrangements that extend to the rear in coquettish lines as well as lavishly used hair grease and oils supplied the exterior smoothness and gloss. Pins, combs, flowers, feathers, bands and all kinds of gewgaw were attached to the hair and make a major contribution to the overall presentation.

Apparently there exist up to 60 different kinds of hairdos that even have special connotations for the insiders by revealing the status and the intentions of the wearer, so that Japan’s women can speak by using a „hair code“ while in our home countries the beauties only know how to speak with flowers and fans. A widow who was not disinclined to find new luck in a new marriage is said to wear her hair in a certain kind of way while a widow that had ceased to adhere to Hymen may express this by a simple hairdo, apparently a sign of resignation. This meaningful practical use of hairdos can not be denied which will be readily admitted at least by suitors. A single glance on the head of the desired one will instruct the wildly beating heart if there is hope of having a chance or not.

A really charming effect is produced by the national dress of the Japanese women. This consists of a Kimono, a dress that reaches down to the ankles and is somewhat open in front with wide baggy sleeves, that is held together by a broad sash called Obi that is knotted together on the back into a bow. The Kimono hugs the forms softly and effortlessly and provides it with an extreme graciousness and presents its in a most favorable way. I believe, however, that only the delicate, discretely shaped forms of the Japanese women are suitable for the Kimono. That is by the way also a piece of clothing for male Japanese if they are not yet wearing European clothes. It is just cut shorter and simpler than those worn by the women. The men’s Obi is a piece of linen repeatedly wound around the loins into which the samurai — the vassals of the shogun, the de facto ruler of the country who exercises the Imperial right to rule as well as the daimyo, the large feudal lords — pushed two swords during earlier times, while the belt now only has a peaceful purpose since the prohibition of bearing arms of the year 1876 and serves to hold besides the dress itself also the fan and the smoking tools.

At first it makes a strange impression on a European to see children dressed like adults but one soon gets accustomed to this sight and enjoys seeing these cute small humans who in their clothes seemed to be more than they actually are. As the physical and mental development of  the youth under Japan’s sky happens apparently very quickly we saw not a few children who, despite their tender age, made very precocious faces and acted so controlled that they often enough caused great hilarity among us.

Nagasaki, whose streets we were strolling through in constantly refreshed curiosity, is of the greatest historical interest for Europeans and especially for Christians. Still one of the most  important trading ports of Japan, Nagasaki rose quickly from a poor fishermen’s  village after the daimyo of Omura permitted the Portuguese in the middle of the 16th century to settle there. Christendom developed its deepest roots on Kyushu amidst the native population. Here the apostle of Japan, a disciple of Ignatius of Loyola, Saint Franz Xaver, set foot on Japanese soil in 1549 at Kagoshima. Within a relatively short time Christendom expanded to a surprising extent, favored by various circumstances; but probably this great success was the cause for a reaction that turned to ever more bloody persecutions that were happening in the whole country based on a proclamation of the shogun Ieyasu in the year 1614. The persecution of Christians might have dwarfed that of the Roman Empire as thousands upon thousands went to their most cruel death in admirable steadfastness to their beliefs. Glorious witnesses of the bloody acts arose for the church in that far away part of the world. While the newly created religion emerged strengthened from the blood baths in the Roman Empire, in Japan the creed of the salvation was successfully eradicated by the cruel actions against the believers.

In 1636, after two decades of continuous atrocities, 30.000 to 40.000 Christians of the principality of Arima and other areas on the island of Kyushu took up arms, set up a defense in the old castle on Shimbara and neighboring islands and put up a heroic resistance under the leadership of Nirada Shiro for three months in 1637 against Itakura Shigemasa sent to suppress them. Finally the castle was conquered and its brave defenders were butchered. Streams of blood flew, thousands of captured Catholics were carried to the island of Taka-boko rising more than 60 m out of the sea offshore to the Western entrance of Nagasaki’s harbor and there pushed into the sea from the dizzy heights. The Dutch called this island in memory of these horrible scenes „Hill of the Papists“ but did not themselves act honorably if the historical record is correct. Blinded by their hatred against Catholicism and their trading envy the Dutch are said to have supported with arms the shogun in his fight against the rebellious Catholics.

The blood bath of Shimbara was followed by the banishment of the Portuguese, the nearly complete suppression of Christendom, that survived only in parts and namely close to Nagasaki in the large community of Urakami up to the present day, and the start of the era of the most complete seclusion with which Japan isolated itself completely up to the present time. The Chinese and the Dutch kept up an nearly exclusive trade with the West and that only in a very limited fashion. The Dutch had to give up their factory in Hirado in 1641 and settle on Deshima (offshore island), an artificial mound of soil that was surrounded by a wall and a moat as well as only connected to Nagasaki by a stone bridge whose gate was under the protection of a Japanese guard. Thus under very severe lock, if not to say imprisonment, about twenty Dutch at a time kept up trade between Japan and the mother country from which at first only one ship was allowed annually to enter and later eight of them.

The advantages of this trade must have been in fact remarkable in order to compensate for all the truly not inconsiderable humiliations the Dutch had to endure for more than two hundred years. Thus the resident of Deshima had to undertake an annual voyage to Edo (Tokyo) at great cost and under most severe supervision according to a very precisely fixed ceremonial protocol in order to offer presents to the shogun and display their deference in a festive ceremony by crawling on all fours towards the shogun hidden behind a curtain, place the head on the floor and crawl back like a crab.

At a subsequent less festive presentation it was the duty of the Dutch companions of the resident to serve as entertainment for the women and the other members of the court by having to sing, dance and play drunk and other foolish things on the shogun’s order. What Homo sapiens is willing to do for filthy lucre! The old Deshima,  the eternally memorable place of commercial spirit and deep humiliation became a victim of a fire and has been replaced by a new settlement — as if the huge changes in the the relations of the present time had an effect on the past and wanted to spare the Europeans from coming to face with the inglorious warning about ancient Japan by reforming that place!

During the stroll through Nagasaki we often stopped to enjoy the scenery, as far as the somewhat better weather permitted. The view the harbor offers in its surrounding had already enchanted us during the entrance. The bay of Nagasaki is, as previously noted, delimited in the West by Taka-boko while the other sides are surrounded by gently inclining hills and mountains rising to up to 400 m, so that the harbor has a character of a snugly hidden mountain lake. These heights are filled with cultures of all kinds in their lower parts and now and then are small groves, villages, temples and tiny houses. The upper parts are in some places very picturesquely covered with pine trees, Japanese cedars and camphor trees. All shades of the color scale were lighting down from the mountain tops to the cultured, flower-covered regions and the blueish glittering sea. There on the sea smooth as a mirror lay moored mighty warships and large vehicles with a peaceful purpose. Numerous fishing boats were on the move and all kinds of barges were intermingled.

Even though Nagasaki, which counts 58.000 inhabitants, does not have a productive back country like the cities of Yokohama and Kobe it is still an important trading place thanks to its harbor which can be entered by ships of all sizes which exports tortoiseshell products, lacquer and earthenware as well as stone coal, rice, tea etc.

That they expect preferably to sell to foreigners is shown by the numerous shops filling the streets that offer Japanese products of all kinds, namely those that we are familiar with as curiosities. These shops marked by their English signs as the most advanced seemed to me to offer the most tasteful and solid articles. But the exorbitant prices are similar. The owner expresses them with a smile, only to offer a rebate at the right moment to incited the shopping mad foreigner to further acquisitions. The place of Kyushu, combining the island of the same name and its territory, is the seat of a very famous ancient porcelain and ceramic industry. Thus we saw everywhere Arita or Hisen porcelain, furthermore Amakusa porcelain with porcelain stones from the group of islands of Amakusa and Satsuma earthenware with its colorful and splendid paint on a yellowish foundation that might be highly esteemed in Europe but  is not especially to my taste.

We had already strolled past a considerable number of shops and turned our steps now to one of the numerous tea houses which here serve as a replacement for restaurants. The tea houses are very delicately built and contain a number of rooms that can be made larger or smaller thanks to the movability of the walls according to the demands as well as open verandas. Here the guests come not only to sip the usual refreshments such as tea, sake that is rice wine that has a similar taste like sherry etc. but to eat a full dinner. As the local custom requires that such symposia are animated by productions by female singers and dancers we had given orders to ask for such female artists, Geishas, who are never staying in the tea house but are living nearby and have to be asked  to come.

We had just taken a seat in an open veranda on the soft mats when the hostess appeared with a flock of waitresses, — they are usually called with the word „Nesan“ — girls aged from 10 to 18 years, to serve the dinner in a myriad of small lacquered bowls, dishes, small cups and small plates. Even though the cooking was understandably to fully to our taste, I found the dishes nevertheless much more appetising than the Chinese cooking. Fish and rice constitute the main components of the menu to which we at first drank rice wine until I discovered the existence of bear whereas we refreshed ourselves with the noble  amber nectar („Gerstensaft“).

During the dinner the female singers performed first. They were young girls all clothed and coiffed in the same manner and strongly made up who took their seats at our side with numerous bows and started to sing accompanied by the sounds of a mandolin-like instruments, Gekin and Biwa, that were played with clappers. The singing spanned only a few notes and produced a very monotonous effect. The attempt to incited the ladies to a much funnier song or at least to an increase in speed of their presentation by the infusion of sake failed completely.

Very delicate and charming was the production of the female dancers whose choreographic movements were performed in a way that we could only admire their skill and flexibility, but in the main their successful pursuit of performing every figure in the most perfect form possible. Even though these female artists were educated in a school of dancing masters, their natural grace in the character of the Japanese people is still unmistakable in the way it makes the dancers stand out.  The manner in which they stepped forward and backward, turn, bow and rise, hold their fan and move, creating folds in their clothing and play with their long sleeves — all this breathes the perfect grace. Hour upon hour the Japanese manage to enjoy this spectacle sitting quietly on the mats and sipping tea. In all admiration for the artists I would not have the patience to enjoy myself during such long-winded productions that might be very interesting but especially for a foreigner who is not completely familiar with the matter becomes monotonous in time. The dances were meant to illustrate particular actions that naturally remained totally incomprehensible to us.

At the end of the show a prodigy was presented, a girl of 13 years, the prima ballerina of the quarter and the pride of her dancing instructor. This artist showed a number of difficult dances and evolutions with the help of masks, flowers etc. in a truly excellent manner. A Japanese in our company was truly enchanted and smiled blissfully in view of such a perfect display of art. I however could not desist, perhaps not taking the Japanese situation fully into account, from a home-grown feeling of opposition to putting children on display for whatever purposes.

From the veranda of the tea house we enjoyed the rewarding view on Nagasaki’s surroundings and the city itself. Like colorful bands the small house gardens extend from one part to the other, some real miniature installations that had in very narrow delimited space all kinds of decorations, furthermore blooming flowers in large numbers and small trees cut in a baroque style.

In the narrow streets the fleeting djinn rickshaws are rolling up and down. I entrusted myself, having well enough tasted the different culinary and artistic delights offered in the tea house, into the care of one of these vehicles and so took a drive through the city and then return in the late evening on board where I was necessary to make preparations for my disembarkation and the voyage on land.

While I was in the city, the governor had sent on board a number of photographs that showed both parts of Nagasaki and its surroundings and all kinds of scenes and types, as well as a pair of lovely bantams — a consideration for which I thank the kind donor.

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  • Location: Nagasaki, Japan
  • ANNO – on 03.08.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera „Das goldene Kreuz“.
The Wiener Salonblatt No. 32 notes the safe arrival of Franz Ferdinand in Nagasaki.

The Wiener Salonblatt No. 32 notes the safe arrival of Franz Ferdinand in Nagasaki.

Nagasaki, 2 August 1893

In the morning there were heavy rainstorms from South-west and South-South-east. Due to the rough sea „Elisabeth“ was at times pitching up to 18°. In the late morning the island of Udsi was sighted for a short time. Towards noon we saw the group of the Koshiki islands. Then a heavy rains poured down on us that prevented sighting anything and only after 4 o’clock in the afternoon it cleared up a bit so that Nomo Cape came into view and we now could set the course for the harbor of Nagasaki.

Nagasaki lies on Kyushu (nine provinces), the most Southern of the large Japanese islands. The Empire of Japan, also known as Nippon or Nihon, of 382.412 km2 and 40.718.677 souls, contains, as it is well known, a number of islands of which four are of considerable size, namely Kyushu, Shikoku, Nippon or Hondo, the mainland that constitutes the actual Japan and finally to the North of it, Yezo. The rest of Japan’s surface is divided among a number of smaller islands.

A tall pillar of smoke revealed the small island of Taka at the entrance to the long-winded bay of Nagasaki, on which the sincerely bad fat coal is extracted with which the steamers entering Nagasaki usually are supplied.

The island of Kyushu or, more precisely, its Western heavily broken up peninsula of Hizen appears as a mountainous area fully covered by greenish vegetation. The coast and especially its offshore islands feature grotesque shapes in multiple places. In general, the entrance resembles that of a Norwegian fjord despite all the splendour of the harbor of Nagasaki as the about three sea miles long water strait leads in multiple turns between islands and land tongues until finally the harbor opens up and the city of Nagasaki — the „long promontory“ — becomes visible in a basin and and on the mountain sides in the background of the bay. A sharp division separates the clear European villa quarter out of which rise the signal masts of the consulates from the Japanese part of the city whose monotonous grey sea of houses extends at the North-eastern beach. At the entrance to the inner harbor are marine establishments, docks etc. of the Japanese naval station.

Already in the open sea we had been expected by the Japanese torpedo cruiser „Yaeyama“ and, having signalled its intention to serve as a guide, drove as a pilot ship in front of „Elisabeth“. From the deck of „Yaeyama“ the music band sent over sounds that apparently were intended to represent our anthem — a consideration we felt obliged to return by playing the Japanese anthem in reply.

I entered without standard into the harbor of Nagasaki which made the Japanese desist to fire gun and yard salutes from the numerous anchored warships for which all the preparations had already been made. A torpedo boat circled around us in the harbor at lightning speed and assigned us our anchorage that was marked by a flag in our colors swimming in the water. At the entrance of the harbor lay a larger English cruiser, „Leander„, that had been forced by machine damage to call here. Furthermore there was a squadron of Japanese warships in the harbor, that is namely:  the flagship „Itsukushima„, then the ships „Matsushima“, „Takawo“, „Takatshiho“, „Kaimon“ and „Katsuragi“, joined by our pilot ship „Yaeyama“. All these warships represent imposing beautiful ships that have been built based on the most modern models and have been armed with all innovations of maritime technology and arms as Japan sacrificed considerably to build its fleet and is quite a bit proud about its naval force that currently contains 55 ships with 55.053 t, 79.694 indicated horse powers and 439 guns as well as a complement of 6815 men.

Still during the evening our ambassador Rüdiger Baron von Biegeleben came on board in gala dress to inform me about the program of my stay in Japan about which I learned to my astonishment that my desire to drive on board of „Elisabeth“ up to Yokohama and only there officially start the journey could not be fulfilled. The preparations for the journey across the country had already been made and the representatives of the Japanese entourage whom I asked for to meet in Yokohama had already arrived in Nagasaki. Therefore I had to pass on driving on my dear „Elisabeth“ through the often praised inland sea and quietly visit at least a part of Japan in an unofficial capacity  and had to have me guided across the country by Japanese dignitaries already from Nagasaki in a festive procession, a sort of triumphal  cortege.

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  • Location: Nagasaki, Japan
  • ANNO – on 02.08.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is closed for summer until 15 September. The k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera „Don Juan“.

Nagasaki, 2. Aug. 1893

Des Morgens stellten sich heftige Regenböen aus dem Südwesten und dem Südsüdosten ein. Infolge starken Seeganges rollte die „Elisabeth“ zeitweise bis zu 18°. Vormittags wurde für kurze Zeit die Insel Udsi gesichtet; gegen Mittag erblickten wir die Gruppe der Koschiki-Inseln. Dann ergossen sich schwere Regen über uns, die jeden Ausblick verhinderten, und erst nach 4 Uhr nachmittags hellte es sich etwas auf, so dass das Cap Nomo in Sicht kam und wir nun den Kurs auf den Hafen von Nagasaki nehmen konnten.

Nagasaki liegt auf Kiuschiu (Neunland), der südlichsten der großen japanischen Inseln. Das Kaiserreich Japan, auch Nippon oder Nihon genannt, mit 382.412 km2 und 40,718.677 Seelen, umfasst bekanntlich eine Anzahl von Inseln, worunter vier von beträchtlicher Größe sind, nämlich Kiuschiu, Schikoku, Nippon oder Hondo, das Hauptland, welche das eigentliche Japan bilden, und endlich das nördlich hievon gelegene Jeso. Der Rest der Oberfläche Japans verteilt sich auf eine Anzahl kleinerer Inseln.

Eine hohe Rauchsäule verriet uns die am Eingang der langgestreckten Bucht von Nagasaki gelegene kleine Insel Taka, auf welcher die herzlich schlechte Fettkohle gewonnen wird, mit der sich die in Nagasaki einlaufenden Dampfer in der Regel versorgen.

Die Insel Kiuschiu oder, richtiger gesagt, deren westliche, vielfach zerrissene Halbinsel Hisen lässt von grünender Vegetation völlig bedecktes Bergland erscheinen; die Küste und insbesondere die ihr vorgelagerten Eilande weisen an vielen Stellen groteske Formen auf. Im allgemeinen erinnert die Einfahrt in den bei aller Großartigkeit anmutigen Hafen von Nagasaki an einen norwegischen Fjord; denn in vielfachen Krümmungen führt eine etwa drei Seemeilen lange Wasserstraße zwischen Inseln und Landzungen hindurch, bis sich endlich der Hafen öffnet und im Hintergrunde der Bucht die in einem Talkessel und an Berghängen gelegene Stadt Nagasaki — das „lange Vorgebirge“ — sichtbar wird. Scharf sondert sich das helle europäische Villenviertel, aus welchem die Signalmaste der Konsulate emporragen, von dem japanischen Teil der Stadt, dessen einförmig graues Häusermeer sich an dem nordöstlichen Strand dahinzieht. Am Eingang des Innenhafens sind die seetechnischen Etablissements, Docks u. s. w. der japanischen Marinestation angelegt.

Auf hoher See schon hatte uns der japanische Torpedokreuzer „Jajejama“ erwartet und war, nachdem er sich durch Signale zum Wegweiser erboten, als Lotsenschiff vor der „Elisabeth“ hergelaufen. Vom Deck des „Jajejama“ ließ dessen Musikkapelle Klänge zu uns herüberschallen, welche offenbar unsere Volkshymne wiedergeben sollten, — eine Aufmerksamkeit, die wir bemüssigt waren, durch Abspielen der japanischen Hymne zu erwidern.

Ich lief ohne Standarte in den Hafen von Nagasaki ein, was die Japaner abhielt, auf ihren zahlreichen, vor Anker liegenden Kriegsschiffen den Geschütz- und Raaensalut zu leisten, wozu bereits alle Vorbereitungen getroffen waren. Ein Torpedoboot umkreiste uns im Hafen mit Blitzesschnelle und wies uns den Ankerplatz, der durch eine im Wasser schwimmende, unsere Farben tragende Flagge bezeichnet war. Am Eingang des Hafens lag ein größerer englischer Kreuzer, „Leander“, den eine Maschinenhavarie genötigt hatte, hier einzulaufen; außerdem befand sich eine Eskadre japanischer Kriegsschiffe im Hafen, und zwar: das Flaggenschiff „Itsukuschima“, ferner die Schiffe „Matsuschima“, „Takawo“, „Takatschiho“, „Kaimon“ und „Katsuragi“, zu denen sich nun auch unser Wegweiser „Jajejama“ gesellte. Alle diese Kriegsfahrzeuge stellten sich als imposante, schöne Schiffe dar, die nach den modernsten Modellen gebaut, sowie mit allen Neuheiten maritimer Technik und Armierung versehen sind; denn Japan hat für seine Flotte eben nicht geringe Opfer gebracht und ist nicht wenig stolz auf seine Seemacht, welche gegenwärtig einen Stand von 55 Schiffen mit 55.053 t, 79.694 indizierten Pferdekräften und 439 Geschützen sowie mit einer Besatzung von 6815 Mann aufweist.

Noch am Abend kam unser Gesandter Baron Biegeleben in Gala an Bord, um mir das Programm für den Aufenthalt in Japan mitzuteilen. wobei ich zu meinem Erstaunen erfuhr, dass mein Wunsch, auf der „Elisabeth“ bis Jokohama fahren zu können und erst von dort die Reise offiziell fortzusetzen, unerfüllbar sei. Die Vorbereitungen für die Fahrt durch das Land waren bereits getroffen und die Mitglieder der japanischen Suite, welche ich telegraphisch für Jokohama erbeten hatte, schon in Nagasaki angelangt. So musste ich denn darauf verzichten, die Fahrt durch die vielgepriesene Inland-See auf der mir liebgewordenen „Elisabeth“ zurückzulegen, sowie mindestens einen Teil Japans in nicht-offizieller Weise, in aller Ruhe zu besichtigen, und mich bereits von Nagasaki aus in feierlicher Weise, in einer Art Triumphzug, von den japanischen Würdenträgern durch das Land geleiten lassen.

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  • Ort:  Nagasaki, Japan
  • ANNO – am 02.08.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper „Don Juan“ aufführt.

In See nach Nagasaki, 1. Aug. 1893

Die Fahrt verlief heute bei gutem, leicht mistigem Wetter und begünstigt durch frischen Monsun aus dem Südsüdwesten sowie durch vorteilhafte Strömungsverhältnisse. In der Nacht zeigte der Luftdruck abermals Neigung, abzunehmen.

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  • Ort:  Im Ostchinesischen Meer
  • ANNO – am 01.08.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater macht Sommerpause bis zum 15. September, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper „Lohengrin“ aufführt.