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Siriska, 23 February 1893

Thick fog covered the whole valley when I stepped out of my tent. The rain had stopped but it was still dripping from the trees and everything swam in water. There was no chance of hunting a tiger as the fog in the morning prevented a potential confirmation of the tiger.

Towards 11 o’clock the fog finally began to sink, the top of the mountains became visible, the sky was smiling blue and the sun was glittering friendly so that the head shikari could organize a hunt with falcons and caracals which turned out not as well as intended. The falcons turned out to be clumsy and untrained as they didn’t want to catch many of the fling chicken. The caracals, meanwhile, ignored the hares and after a few leaps returned to their masters.

In the mean time, sambars and nilgais had been confirmed which the chief professional hunter asked me to hunt. To his great astonishment I offered the first ones to Wurmbrand, the latter ones to Kinsky who  had lain in bed with fever while we shot the frowned upon nilgais in Bhartpur. Kinsky bagged one nilgai after an extended hunt and wounded a second one while  Wurmbrand returned, unfortunately, without completing the task.

Together with the other gentlemen I undertook a large hunt of the whole valley in which we searched even the tiniest of ground elevation, all jungles and ridges and bagged in four hours 80 chicken and sand grouses. Prónay and I shot too a white-footed fox each (Vulpes leucopus); also a jackal became my prize under unusual circumstances. We heard loud barking and howling of jackals and saw while we were marching across a hill eight jackals in the valley which followed a rancid fay while creating a hell of concert, hunting and biting one another so that at any moment, some of them stumbled over the others. I called our line of drivers to halt and sneaked up on them as good as I could in a plain without cover. I only managed to come to within 400 paces.

Clam and Prónay noticed this, the latter one ran on foot in front of the jackals while Clam on a pony drove them towards me. The main pride changed direction unfortunately and escaped out of sight. Two jackals however appeared in plain flight followed by Clam 100 paces away from my position behind a boulder where I had taken cover with difficulty so that I managed to kill one jackal with a bullet.

We were still fully occupied with the hunt when a shikari reported that tigers had been sighted in the next mountains. Naturally all firing ceased in time. We galloped to the camp where our physician Dr. Bem experienced a tragic-comical event. He too had mounted a horse proudly. But this valiant deed ended soon thereafter with a touch of the earth. His horse had been mean enough to throw him into a thick hedge of cacti so that he returned to the tent covered in thorns. He sank down on the bed, a pitiful spectacle, lamenting a thorn had pierced his lung and a long illness which would put him into bed for a long time, Even death could catch him here far from home in the wilderness where no fair hand would close his breaking eye.

Deeply moved from those dark images and groaning the poor lay there. We were full of compassion but also smiling against our will as the sighs and laments escaped  the body in a true Bohemian-German accent. Finally one of the English colleagues extracted over twenty thorns out of the body of the brave rider who now, free and comforted, gasped with relief and did not want to have anything to do with illness and sickness but was in a good mood again soon. According to the principle that those that suffered the damage were bound to earn the mockery, his story was the main topic of the evening.

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  • Ort:  Sariska, India
  • ANNO – on 23.02.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater plays a comedy „Der Unterstaatssekretär“, while the k.u.k. Hof-Operntheater presents once more „Die Rantzau“.

Siriska, 23. Februar 1893

Dichter Nebel bedeckte das Tal, als ich aus meinem Zelt trat; der Regen hatte zwar aufgehört, aber von den Bäumen träufelte es noch und alles schwamm im Wasser. An Tigerjagd war nicht zu denken, da die nur früh morgens mögliche Bestätigung eines Tigers durch den Nebel ausgeschlossen war.

Gegen 11 Uhr begann der Nebel endlich zu sinken, die Spitzen der Berge wurden sichtbar, der Himmel lächelte blau und die Sonne glänzte freundlich, so dass der Head-Schikäri eine Jagd mit Falken und Luchsen (Caracals) arrangieren konnte, die aber besser gemeint war, als sie tatsächlich ausfiel. Die Falken zeigten sich als ungeschickt und wenig abgerichtet, da sie auf die zahlreich aufstehenden Hühner nicht recht stoßen wollten, während die Caracals die Hasen, welche sie jagen sollten, wenig beachteten und nach einigen Sätzen zu ihren Herren zurückkehrten.

Inzwischen waren Sambars und Nilgaus bestätigt worden, die mich der Oberstjägermeister aufforderte, anzupürschen. Zu seinem größten Erstaunen überließ ich erstere Wurmbrand, letztere Kinsky. der damals, als wir die verpönten Nilgaus in Bhartpur geschossen, in heftigem Fieber gelegen war. Kinsky erbeutete auch nach langer Pürsche ein Nilgau und schweißte ein zweites stark an, während Wurmbrand leider unverrichteter Dinge heimkehrte.

Mit den anderen Herren führte ich eine große Durchstreifung des ganzen Tales aus, wobei wir alle kleinen Bodenerhebungen, alle Dschungel und Lehnen absuchten und in vier Stunden 80 Hühner und Sand grouse zur Strecke brachten. Prónay und ich schossen außerdem je einen Indischen Wüstenfuchs (Vulpes leucopus); auch ein Schakal fiel mir unter ungewöhnlichen Umständen zur Beute. Wir hörten lautes Bellen und Heulen von Schakalen und erblickten, über einen Hügel streifend, in der Ebene acht Schakale, die einer ranzigen Fee folgten. wobei sie ein Höllenkonzert aufführten, sich jagten und bissen, dass jeden Augenblick einige von ihnen übereinanderkollerten. Ich ließ unsere Treiberlinie halten und pürschte, wie es eben ging, vor, aber leider war die Ebene ohne gute Deckung, so dass ich nicht näher als auf 400 Schritte herankommen konnte. Clam und Prónay bemerkten dies, letzterer lief den Schakalen zu Fuß vor, während Clam auf einem Pony reitend mir dieselben zutrieb. Das Hauptrudel änderte leider die Direktion und passierte außer Schussweite; dagegen kamen zwei Schakale in voller Flucht, gefolgt von Clam, auf 100 Schritte an dem Stein vorüber, hinter dem ich mich notdürftig gedeckt hatte, so dass es mir gelang, einen Schakal mit der Kugel zu roulieren.

Wir waren noch im eifrigsten Jagen begriffen, als ein Schikäri meldete, es seien in den nächstgelegenen Vorbergen Tiger gesehen worden. Natürlich wurde alsbald das Feuer eingestellt. Wir galoppierten nach dem Lager, wo unserem Medicus Dr. Bem ein tragikomisches Missgeschick widerfuhr. Auch er hatte stolz ein Ross bestiegen: doch endigte dieses kühne Vorhaben sehr bald mit einer Berührung der Erde, wobei sein Pferd überdies boshaft genug war, ihn gerade über einer dichten Kaktushecke abzuschütteln, so dass er mit Stacheln bedeckt ins Zelt wankte. Daselbst sank er auf das Bett, ein Bild des Jammers, wehklagend, ein Dorn sei ihm in die Lunge gedrungen und eine schwere Krankheit, die ihn wochenlange ans Schmerzenslager fesseln werde, stehe bevor; ja selbst der Tod könne ihm hier, ferne von der Heimat, in der Wildnis nahen, wo keine teure Hand ihm das brechende Auge schließen würde. Tief ergriffen von solch düsteren Bildern und stöhnend lag der Ärmste da. Wir aber umstanden ihn voll Mitleid und doch wider Willen hellauflachend; denn in unverfälscht böhmisch-deutschem Akzent entrangen sich diese Seufzer und Klagen der gequälten Brust. Endlich waren durch den englischen Kollegen zwanzig große Stacheln aus dem Körper des tapferen Reiters entfernt, der nun frei und getröstet aufatmete, von Krankheit und Tod nichts mehr wissen wollte, sondern bald guter Dinge war. Nur hatte er, nach dem Grundsatz, dass, wer den Schaden hat, für den Spott nicht zu sorgen braucht, die Kosten der Unterhaltung während des Abends zu bestreiten.

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  • Ort:  Sariska, Indien
  • ANNO – am 23.02.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt die Komödie „Der Unterstaatssekretär“,  während das k.u.k. Hof-Operntheater wieder einmal „Die Rantzau“ aufführt.

Siriska, 22. Februar 1893

Schon den Abend zuvor hatte sich der Himmel getrübt, und in der Nacht begann Regen in Strömen niederzugehen. Die Umgebung der Zelte wurde tief durchweicht, doch hielten die Dächer unserer Behausungen zum Glück stand. Schlechte Aussichten für die Jagd, da der Tiger zwar bei solchem Wetter reißt, dann aber umherstreift, wogegen er bei warmem, sonnigem Wetter sich in der Nähe seines Opfers niedertut und von den Schikäris mit nahezu untrüglicher Sicherheit bestätigt werden kann. Vormittags ließ der Gussregen etwas nach; ich beschloss daher nach einer längeren Beratung mit dem Head-Schikäri und über dessen Anraten, da auf Tiger nichts unternommen werden konnte. zuerst auf Sambarhirsche zu pürschen und dann einen Trieb auf dieses Wild, sowie auf Schakale zu versuchen.

Alsbald brachen wir auf und strebten hoch zu Ross den nächstgelegenen Hügeln zu, wo uns ein Schikäri eilfertig entgegen kam, der einen Sambarhirsch bestätigt hatte. Alle Herren blieben zurück; ich allein pürschte mit dem Schikäri und Janaczek einen überaus steilen Bergrücken hinan, von dessen Grat aus der Schikäri nach der gegenüberliegenden Lehne auf einen angeblich starken Sambarhirsch deutete. Ich konnte diesen jedoch aller Bemühung ungeachtet durch längere Zeit nicht wahrnehmen, da er unbeweglich auf uns herüberäugte und sich durch seine braungelbliche Färbung von dem ihn umgebenden trockenen Gras gar nicht unterschied. Endlich ersah ich den Hirsch; der Schikäri wollte mich durchaus bewegen, sofort zu schießen, doch schien mir die Distanz — bei 400 Schritte — für einen sicheren Schuss zu groß. Da aber ein Anpürschen durch das zwischenliegende Tal nicht möglich war, so gab ich dem Drängen des Schikäri nach und schoss von dem einen Bergrücken auf den andern; der Hirsch zeichnete zu meiner besonderen Genugtuung gut auf Blattschuss, wurde flüchtig und verschwand auf der anderen Seite des Rückens. Mit großer Anstrengung kletterte ich über die Steine und das dornige Gestrüpp die eine Lehne herab, die andere hinan und fand am Anschuss Schweiß. Der Fährte folgend, sah ich den kranken Hirsch durch dichtes Gestrüpp ziehen und schoss noch einmal, fehlte jedoch in der Hitze des Gefechtes.

Die im Tal zurückgebliebenen Herren und die eingeborenen Jäger hatten nach dem Schuss den Hirsch ebenfalls krank flüchten gesehen, und nun ging es mit wildem Geschrei und Durcheinander hinter dem angeschossenen Stück her. Der Oberstjägermeister brüllte mit Stentorstimme Befehle von seinem Elephanten herab, die Schikäris wollten nach englischer Methode gleich nachlaufen, bis ich mich endlich, nach vielem Flehen und Schreien, mit den Leuten soweit verständigte, dass alle Eingeborenen sich von meinem Leibjäger in Ordnung anstellen ließen und, nachdem ich mit den Herren 1000 m vom Anschuss in der Lehne Posto gefasst, auf ein Signal gleichzeitig und regelrecht angingen. In der Tat kam der angeschossene Hirsch nach wenigen Minuten in Sicht und endete unter drei von mir und Wurmbrand abgegebenen Schüssen. Er war ein ausnehmend starkes Exemplar, anscheinend ein besonders rauflustiger Geselle, da er ganz verkämpft war und die Spuren davon an den Läufen, der Decke, sowie besonders an den völlig zerschnittenen Lauschern zeigte, so dass er, was ich lebhaft bedauerte, nicht einmal zum Ausstopfen geeignet erschien. Sehr schön waren die schmalen dunklen Grandln.

Während der Pürsche hatten die wartenden Herren im Tal sich die Zeit mit kindlichen Spielen wie „Blindekuh“, „Plumpsack“ u. dgl. m. gekürzt, zum besonderen Ergötzen des Oberstjägermeisters, der in eine Art Lachkrampf verfiel, vor Freude auf seinem Elephanten hin und her sprang und am liebsten mitgespielt hätte, wäre dies mit seiner Würde vereinbar gewesen.

Nun sollte ein Trieb versucht werden, doch kam abermals ein Schikäri mit der Meldung, dass in der Nähe noch ein Sambar bestätigt sei, worauf „Tisza“ mich zur Pürsche „befahl“ und die Herren auf die umliegenden Hügelspitzen verteilte. Ich keuchte, so schnell ich konnte. den steilen Hang hinan und musste, in einen kleinen Talkessel gelangt. unter ähnlichen, nur vielleicht noch ungünstigeren Umständen schießen wie das erste Mal, da der Hirsch spitz stand. Als ich ihn jedoch im Feuer geschossen hatte und das mächtige Tier, gefolgt von einer Lawine von Steinblöcken, mit Gepolter in die Tiefe stürzte, kam das ganze Corps der Schikäris laut jubelnd auf mich zu und beglückwünschte mich unter den drolligsten Kundgebungen der Freude. Befriedigt lächelnd empfing mich der Oberstjägermeister und ordnete den Weitermarsch an, der alsogleich auf den Elephanten angetreten wurde.

Auf einem steilen, steinigen Pfad zog die Karawane über ein Joch in ein langgestrecktes Tal, das mit hohem, trockenem Gras und dichten Dornen bedeckt war. Bei dem Abstieg über eine besonders schlechte Stelle, einen Felsabsatz, setzten sich die klugen Elephanten zuerst auf das Hinterteil, sprangen, auf den Rüssel gestützt, mit den Vorderfüßen hinab und zogen dann den Hinterleib nach.

Von den ausgesandten Schikäris kam die Meldung, dass sich leider keine Sambarhirsche in dem Tale befänden, weshalb wir beschlossen, ein besonders dichtes Dschungel an einer Berglehne abtreiben zu lassen. Wir stießen jedoch mit diesem Vorhaben auf den heftigen Widerstand Harnarains, der hievon nichts wissen, wohl aber ein Frühstück einnehmen und abermals Jäger ausschicken wollte, um allenfalls Sambarhirsche zu bestätigen. Gegen diesen Machtspruch war nicht aufzukommen und wir mussten uns fügen. Als die Ruhepause lange genug gewährt hatte, litt es uns nicht weiter; wir drangen in den Gewaltigen, der schließlich einen Trieb durch das Dschungel gestattete.

Wir verteilten uns rasch, Wurmbrand blieb am Ende des Dschungels, Clam und ich wollten die Höhe der Lehne erklimmen, um die nach oben gehenden Wechsel zu besetzen und einen Einblick in das Gewirre des Dschungels zu gewinnen: Prónay, Stockinger und Fairholme aber sollten mit den Treibern streifen. Das Erklimmen des Bergabhanges war jedoch leichter gesagt als getan; denn er war so steil und mit glatten Steinplatten und Felsblöcken besäet, dass wir nur als Ouadrupeden kriechend hinaufkommen konnten. Ich postierte mich an eine kleine Schlucht, die mir als Wechsel nach oben günstig erschien. Nach einiger Zeit begann der Trieb, wurde aber so schlecht geführt, dass wir kein Stück Wild zu Gesicht bekamen, da die tapferen Treiber wieder jede größere Dickung umgingen. Die Anwendung der kleinen Sammlung hindustanischer Kraftausdrücke, die ich mir bereits angeeignet hatte, fruchtete leider gar nichts, da der Jagdgewaltige kein Interesse mehr an den Tag legte und sich erst nach Beendigung des leeren Triebes, mit großer Seelenruhe und verschmitztem Lächeln nahend, wieder sehen ließ.
Solange noch Schusslicht andauerte, streiften wir in der Ebene beim Camp und brachten zahlreiche Hühner und Sand grouse zur Strecke. Wurmbrand hatte das Waidmannsheil, eine Gazelle zu erlegen.

Die im Lager verbliebenen Herren, darunter Kinsky, hatten nachmittags zu Pferd Schweine und Schakale gehetzt und einen Frischling gefangen, wobei auch Dr. v. Lorenz mitgeritten war, nicht ohne den sträflichen Leichtsinn mit zweimaliger Berührung der Mutter Erde büßen zu müssen.
Der Abend gehörte der Korrespondenz, da die Post den nächsten Tag abgehen sollte. Leider begann es neuerlich heftig zu regnen und strömte fast die ganze Nacht hindurch. Das Wetter verfolgt uns mit seinen Tücken; gerade jetzt, wo wir auf Tiger jagen wollen, müssen wir eine zweite Sintflut erleben!

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  • Ort:  Sariska, Indien
  • ANNO – am 22.02.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt Schillers „Jungfrau von Orleans“,  während das k.u.k. Hof-Operntheater Gounods „Margarethe (Faust)“ aufführt.

Siriska, 22 February 1893

Already during the evening yesterday the sky had become clouded and during the night it started raining heavily. The area around the tents was heavily soaked but the tents fortunately resisted fine. A bad prospect for the hunt as the tiger will hunt during such weather but will move whereas he will rest near its victim in warm sunny weather and can be tracked by the shikaris with near absolute certainty. In the morning the intensity of the rain lessened. I decided after a long council with the head shikari and on his advice, given that it was pointless to go after the tiger, to hunt sambar deer and later seek game as well as jackals.

Soon we left camp and moved towards the closest hills on horseback. There a shikari confirmed the presence of a sambar deer. All gentlemen remained behind. I alone with the shikari and Janaczek climbed a very steep ridge on whose ledge the shikari pointed out a supposedly strong sambar deer on the next ridge. Despite all efforts during quite some time, I was not able to see it as it stood Immovable watching us. Its brown yellow colors blended perfectly with the surrounding dry grass. Finally I saw the deer. The shikari wanted me to shoot at once but I believed the distance  — at 400 paces — too large for a safe shot. As it was impossible to get closer due to the valley between us, I gave in tot the shikari’s pressure and shot from this ridge to the other. To my great satisfaction, I scored a chest hit on the deer that fled and disappeared on the other side of the ridge. With great effort I climbed down the ledge over stones and through thorny thickets, up the other ridge and found blood marks at the location. Following the tracks I saw the wounded deer move through the thick greenery and shot once again but missed in the heat of the moment.

The gentlemen and the native hunters left behind in the valley had seen the wounded deer flee after the shot and now everyone was going after the wounded animal with shouts and in great turmoil. The chief professional hunter shouted with stentorian voice down from his elephant. The shikaris wanted to pursue it in the English method until I finally succeeded after much pleading and shouting to communicate to the people that all natives should be formed into a line by my personal hunter. After I and the gentlemen had taken up position in the ridge, the natives were to start walking at a signal. Truly, the wounded deer appeared after a few minutes and perished from three shots of mine and Wurmbrand’s. It was a very strong specimen, apparently a very rowdy fellow as he was scarred on the legs, on the back as well as completely cut ears. I lamented that the animal was not suitable for taxidermy. Its cuspids were beautiful.

During our hunt, the gentlemen in the valley had spent their time with children’s games such as „blind man’s buff“, „“duck, duck, goose“  etc. to the great pleasure of the chief professional hunter who couldn’t stop laughing and jumped around on his elephant. If it hadn’t been incompatible with his dignity, he would have gladly joined in.

Before a new hunt could be started, a shikari reported again that another sambar deer had been confirmed nearby. „Tisza“ then „ordered“ me and the gentlemen to take up position on the surrounding ridge top. I was gasping as I was climbing down the steep hill as fast as I could and, arrived at the bottom of a valley, had to shoot again out of an even more unfavorable position than the first time when I saw the deer. When I had fired and the mighty animal went down with much noise, followed by an avalanche of ibexes, the whole corps of shikaris approached me with loud congratulations and with funny expressions of joy.  With a satisfied smile, the chief professional hunter received me and commanded to resume the march with was made on the elephants.

On a steep stony path the caravan moved over a saddle into a long winding valley covered in high dry grass and thick thorns. During the descent over a particularly bad spot, a rocky ledge, the elephant’s sat down on their rear, then jumped down with the forelegs supported by the trunk and then drew along their rear end.

The shikaris of the advance party reported that there were unfortunately no sambar deer in the valley, so we decided to set up a hunt at an especially thick jungle ridge. This action met the fierce resistance of Harnarain who preferred to eat breakfast rather than hunt and wanted to deploy his trackers again to seek sambar deer. We could not overrule this and had to comply. After a long break when we couldn’t tolerate it any longer, we argued with the chief who finally granted us permission to undertake the hunt in the jungle.

We quickly spread out, Wurmbrand stayed at the edge of the jungle, Clam and I intended to climb to the top of the ridge to cover the upper escape route and have a good overview of the confusing jungle area. Prónay, Stockinger and Fairholme were tasked in following the trackers. The climbing of the hill was easier to say than to actually do. It was so steep and covered with smooth stone plates and rocks that we could only advance on all fours as quadrupeds. I took up position in a small gorge which I considered suitable for an escape route. After some time, the drive started but was so badly executed that not a single piece of game appeared as the drivers were evading all thicker parts of the jungle. The use of my small collection of Hindu strong language I had already learnt proved without effect as the chief displayed no more interest in  hunting that day and only appeared again with a calm demeanor and an impish smile after the fruitless drive of the hunt had ended. As long as we had enough daylight, we hunted in the plain and bagged numerous chicken and sand grouses. Wurmbrand had hunter’s luck and bagged a gazelle.

The gentlemen who did stay behind in camp, among them Kinsky, had hunted pigs and jackals in the afternoon and captured a young boar. Even Dr. von Lorenz did ride along, paying for this terrible flippancy with two unplanned contacts with Mother Earth.

The evening was devoted to writing letters as the post was to be sent off the day after. Unfortunately, it started raining violently again and continued to do so through the night. The weather is punishing us with all its caprices. Just now when we are to hunt a tiger, we have to live through a second deluge!

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  • Ort:  Sariska, India
  • ANNO – on 22.02.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater plays Schiller’s „Jungfrau von Orleans“, while the k.u.k. Hof-Operntheater presents Gounod’s „Margarethe (Faust)“.

Siriska, 21 February 1893

The first tiger hunt was on the program. Already at 9 o’clock in the morning, the „head shikari“, the chief professional hunter of Alwar, Harnarain, came to the camp to announce that the tiger had killed and we should be ready to depart towards 11 o’clock. He would personally join the advance party to prepare and instruct the trackers.

Thrown off an elephant once, this dignitary was limping which gave his appearance and comportment an involuntary comical aspect. Remarkable to us was the resemblance of his face with that of the former Hungarian prime minister. Thus we christened him „Tisza„. The head shikari is rather curt with everyone, even with the resident Colonel Fraser, leader of our hunting expedition, gives his orders, swears mightily on occasion but is an important man in hunting matters in the state of Alwar. Thus we as hunters have to be nice to him, especially for the sake of the tiger. I had myself introduced to him most festively. Besides being the chief professional hunter  he is also general inspector of the irrigation systems, forests and gardens. The forests will not bring much acclaim as nothing is happening in terms of reforestation and only thorns and crippled woods are growing wildly even though the area seems in many places ideal for forestry.

At 11 o’clock the large hunt was started with a big shout of „hallo“, a legion of shikaris with rifles and lances joined us who were up on the elephants. In front of a narrow very romantic gorge we made a stop to await the sign of the head shikari who had ridden ahead to the trackers. Here there were the remains of a buffalo calf killed by the tiger. Vultures were circling above the carrion or sat on the trees.

Finally, after a long wait we could see the chief professional hunter appear on his elephant on the opposite side of the valley. Now it was time to take up the hunting position. The ride of nearly three quarters of an hour through the bottom of the valley was very picturesque but tiring as we had to fight against the thorny branches of the trees that struck the haudas at every step so that our hands were bloody. It is astonishing how careful the elephants advance and how skillful they follow narrow and steep tracks which I might as well call „chamois tracks“ very safely. The hauda was shifting up and down but the elephant shows no concern but checks every step with its trunk and its foot and only takes a step on hard ground. If a stone or tree is in the way, it is cleared away with the trunk or pushed out of the way with a push of the body so that a tree breaks off due to the applied pressure of the giant.

We formed a large semi-circle in the bottom of a thickly covered side valley in which the tiger was said to be living. I was on the highest position and had climbed with my elephant up on the right ledge of the valley up to half its height to have a good view over the valley. There I stopped and waited for the things to come.

Some spots were left bare in the thick thorny bushes and I calculated where and how I would shoot if the tiger showed up. The drive started with the usual clamor as the drivers began to move down from the heights. The hunting area to be covered was rather small but out of fear the drivers advanced very slowly, in groups of 30 to 40 one after the other on the best paths without clearing the thickets in which they only threw stones, so that it took two hours. Like in Tandur! By the way, the caution of the drivers proved unnecessary as the tiger only proved his notoriety by its absence.

For the first time we saw here sambar deer or rusas (Cervus unicolor), namely a minor buck of second head,  an old animal with a calf and a hind; they looked similar to our big game but lack the beautiful figure by far and the proud and falls short of the noble posture of our king of the woods, especially as the sambar deer carries its head almost always at a downward angle and the antlers does not go beyond six points despite reaching a length of 1.25 m.

After the failed hunt we came to a small pond surrounded by palm trees and rode on the elephants back to the camp to get pellet guns and undertake a hunt into the nearby hills which netted us a large number of Indian  partridges.

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  • Ort:  Sariska, India
  • ANNO – on 21.02.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater plays „Krisen“, while the k.u.k. Hof-Operntheater presents „Die lustigen Weiber von Windsor“.

Siriska, 21. Februar 1893

Die erste Tigerjagd stand auf dem Programm. Schon gegen 9 Uhr morgens kam der den Titel „Head-Schikäri“ führende Oberstjägermeister von Alwar, Harnarain, ins Camp, um uns zu sagen, der Tiger hätte gerissen, wir sollten uns bereit halten und gegen 11 Uhr aufbrechen; er selbst ginge gleich voraus, um seine Vorbereitungen zu treffen und die Treiber anzustellen.

Von einem Elephanten einst bös abgeworfen, hinkt dieser Würdenträger, in dessen Erscheinung und Benehmen etwas von unwillkürlicher Komik liegt. Auffallend war uns an ihm die frappante Ähnlichkeit seiner Gesichtszüge mit jenen des früheren ungarischen Ministerpräsidenten, weshalb wir ihm den Beinamen „Tisza“ verliehen. Der Head-Schikäri ist mit allen, selbst mit dem Residenten Colonel Fraser, der die Leitung der Expedition übernommen hatte, sehr kurz angebunden, erteilt seine Befehle, schimpft gelegentlich tüchtig, ist aber in Jagdsachen im Staat Alwar eine sehr gewichtige Persönlichkeit, so dass man als Waidmann, namentlich der Tiger halber, zart mit ihm umgehen muss. Ich ließ mich ihm daher auch feierlichst vorstellen. Neben dem Amt des Oberstjägermeisters versieht er noch die Funktionen des Generalinspektors der Bewässerungen, der Forste und der Gärten. Die Wälder dürften ihm aber kaum zu großem Ruhm gereichen, da für Aufforstungen gar nichts geschieht und nur Dornen und verkrüppelte Hölzer dem Boden entsprießen, obschon dieser an manchen Orten zur Waldkultur sehr geeignet scheint.

Um 11 Uhr wurde unter großem Hailoh gestartet, eine Legion Schikäris mit Gewehren und Lanzen begleitete uns, die wir auf Elephanten auszogen. Am Beginn einer engen, sehr romantisch gelegenen Talschlucht wurde Halt gemacht, um das Zeichen des Head-Schikäris, der zu den Treibern geritten war, abzuwarten. Hier lagen die Überreste eines von einem Tiger gerissenen Büffelkalbes; Geier umkreisten das Aas oder saßen angekröpft auf den Bäumen.
Endlich, nach langem Warten zeigte sich auf der gegenüberliegenden Höhe jenseits der Talschlucht der Oberstjägermeister auf seinem Elephanten, und nun hieß es die Stände einnehmen. Der fast drei Viertelstunden erfordernde Weg durch die Talschlucht war zwar sehr pittoresk, aber auch beschwerlich; denn wir mussten uns jeden Schritt durch die dornigen Äste der Bäume, die an unsere Häudas schlugen, erkämpfen, so dass wir an den Händen blutig gerissen wurden. Erstaunlich war die Vorsicht, mit welcher die Elephanten vorwärts drangen und die Geschicklichkeit, mit welcher sie steile und schlechte Saumwege, ich möchte sagen „Gamssteige“, vollkommen sicher hinanstiegen. Die Häuda schwankt, hebt und senkt sich, aber der Elephant lässt sich durch nichts beirren, sondiert vor jedem Schritt mit dem Rüssel und dem Fuß und tritt dann erst fest auf; ist ein Stein oder Baum im Weg, so wird das Hindernis mit dem Rüssel beseitigt, an größere Bäume stemmt sich der Riese mit ganzer Kraft an, bis der Stamm bricht.

Wir umstellten in Form eines Halbkreises eine kesseiförmige, dicht bewachsene Nebenschlucht, in der ein Tiger hausen sollte. Ich hatte den höchsten Stand und kletterte, in wahrem Sinne des Wortes, mit meinem Elephanten die rechte Lehne der Talschlucht bis zur halben Höhe hinan, um guten Einblick in die Schlucht zu gewinnen. Daselbst machte ich Halt und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Einige Stellen waren von dem dichten Dorngebüsch freier geblieben und ich berechnete genau, wo und wie ich schießen würde, falls der Tiger erschiene. Der Trieb begann mit dem üblichen Geschrei, wobei die Treiber von der Höhe herabstiegen. Die abzutreibende Strecke war eine ganz geringe, aber aus Angst gingen die Treiber nur langsam, in Partien zu 30 bis 40 hintereinander auf den besten Wechseln vor, ohne sich in die Dickungen, in welche sie nur fortwährend Steine warfen, zu wagen, so dass der Trieb zwei Stunden erforderte. Ganz wie in Tandur! Übrigens war auch diesmal die Vorsicht der Treiber ganz überflüssig, da der Tiger nur durch seine Abwesenheit glänzte.

Zum ersten Mal sah ich hier Sambarhirsche oder Rusas (Cervus unicolor), und zwar einen geringen Gabler, ein Alttier mit Kalb und ein Schmaltier; sie gleichen unserem Hochwild, haben aber bei weitem nicht die schöne Statur und die stolze, edle Haltung unseres Königs der Wälder; besonders da der Sambarhirsch das Haupt beinahe immer gesenkt trägt und am Geweih, obwohl dasselbe bis zu 1,25 m Länge erreicht, nie mehr als sechs Enden aufsetzt.

Nach dem misslungenen Trieb kamen wir an einem kleinen, von Palmen umgebenen Weiher zusammen und ritten auf den Elephanten nach dem Camp, um die Schrotgewehre zu holen und noch einen Streif auf den umliegenden Hügeln zu unternehmen, der uns eine große Anzahl von Indischen Rebhühnern einbrachte.

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  • ANNO – am 21.02.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Krisen“,  während das k.u.k. Hof-Operntheater „Die lustigen Weiber von Windsor“ aufführt.

Alwar to Siriska, 20 February 1893

For seven days we were to occupy a tent camp  40 km away from Alwar at Sariska — a territory known for its presence of tigers that has already been visited by the Duke of Connaught. The tent camp has been constructed by the government of Alwar to hunt tigers. In the morning it was beautiful and we woke up early to depart soon. But the time of departure was delayed for quite some time. First it was said that we should partly drive partly ride directly to the camp and hunt some chickens on the way until the baggage had time to arrive first at the destination. Soon, however, the message arrived that a tiger had been sighted close to the path so that the hunt could start immediately.

The consequence of these shifting plans was hopeless confusion, an awful turmoil as it seems to occur at nearly every hunting expedition in India. Here a hunter might not immediately find the necessary rifle. There ammunition was missing. Yonder, there were not enough wagons. A gentleman shouted in want of his baggage. Another one sought his photographic apparatus. Finally, we were all ready and the convoy to the camp was underway first in a carriage drawn by a four-horse team, while the hunters and the baggage followed in two-wheeled carts drawn by zebu oxen. The mounted lifeguard and a whole army of camels followed us in a trot, seemingly without any other purpose than to create clouds of dust.

The area we were crossing at speed offered new and welcome sights as we had spent so much time in plains. The narrow valley is enclosed by steep stony hills whose sparse vegetation — crippled trees and thorny impenetrable bushes — is remarkable. The landscape reminds me of Palestine and Syria. But the mountains in those countries are even more bare as those in Alwar. In many villages the whole population stood at the road and men and women sang in one voice some sort of choral which did not sound as unpleasant as the hitherto heard Indian singing.

We stopped at a charming spot, apparently to await news about the reported tiger, in reality to eat breakfast. The ruins of an old temple were visible in the shadow of huge trees, a dark-green harrier was a pleasure to see, steep ridges rise on the right and left. The stop was also a meeting place for all hunting elephants — 14 in numbers — which were beautifully equipped with their mahauts and haudas as well as all horses and baggage camels.

As  we were told to expect news about the tiger only in two hours‘ time, we undertook a hunt of our own into the fields nearby, extended to a small conical hill rising out of the valley and a steep rocky ridge. In the beginning all went well, when we came to the mountain ridge the climb became tough as rocky slates and blocks alternated with thorny bushes. Here too as in Darjeeling I hat to lament the lack of shoes with nailed soles. The number of peacocks was almost incredible. They walked around our feet and flew over our heads but we were unfortunately not allowed to shot one of these peacocks as these are considered holy birds, an idea we hunters did not think of as a unaccommodating idea of the Hindus.

Instead we bagged a number of the smaller long-eared hares as well as Indian partridges common quails, parrots of a species new to us  (Palaeornis cyanocephala), a charming honeysucker (Arachnechthra asiatica) and multiple beautifully colored southern green pigeons (Crocopus chlorigaster). Unfortunately I had with me a rifle I hadn’t used before so that I missed to hit, at a long distance, a  caracal (Felis caracal) which escaped at the edge of a rock and a giant crocodile that had sunned itself at the edge of a temple.Both animals had been splendid specimen and would have graced my collection of catches!

Soon the message arrived at the rest stop that the tiger’s location was uncertain and we should continue on to the camp. Some gentlemen rode, I however drove in an ancient coach with high arched springs. The four horse team was led by two old Hindus with white beards sitting on them and who wore a mixtum compositum of English and Indian uniforms. The valley became ever narrower, the area more romantic. We crossed many now dry river beds in which during the rainy season wild floods are roaring. Soon the kicks and swings from the antediluvian coach proved to be too strong. I then mounted an Arabian mare and covered the distance which still separated us from the camp at high speed.

If the camp at Tandur has already been spectacular, it was surpassed by far by the extent and the luxury of the camp at Siriska where we were catered for everything in a luxurious manner. In green surroundings, a true canvas city has arisen ranging wide and in meticulous order! 46 tents are for me alone and my entourage as well as the gentlemen and civil servants of the hunting party. Another 41 tents are intended for the servants and the cooks. A long path between the tents in whose midst stood my standard on an artificial hill, decorated with flowers, separates the snow-white tents of the gentlemen. The dining tent with a large salon next to it makes up the rear. Behind the dining tent rises another artificial hill, shaded by a large ficus tree and surrounded by facilities, greens, flower beds,  water fountains and basins with goldfish. The edge of the beds is covered with stripes of mosaics out of small colored stones that form bands with sayings and hunting scenes. I had besides my daytime tent also a salon with golden blankets and furniture at my disposition. Each of the gentlemen had his own tent with all desirable comforts — not forgetting to mention the bath cabins. If only the number of tigers whih we will bag is proportional to the splendor used here!

The camp extends itself in the middle of a large friendly valley basin surrounded by rocky hills. Next to the main camp are a number of other camps which each have a large number of animals and men and offer the observer many types and scenes. There is firstly the camp of the hunting elephants, their mahauts and guardians where after a day of work the large animals are fed and then cleaned for which they lay down, brushed and washed. Next to this camp is that of the drivers and camels as well as that of the mounted lifeguard and their horses. The latter ones are lashed together in four rows and are covered with warm blankets against the whims of the weather. The end is made up by the wagon park with numerous baggage wagons and the zebu oxen that draw them.

The number of the hunters, the drivers, the spear and baggage carriers, the elephant guides and guardians, the supervisors for the setup of the tents and all the people necessary for the various services and installations led to a notable total number of 1793 men. 25 elephants, 148 horses and 39 dogs were ready for the hunt. The train of the camp was 84 partly four- partly two-wheeled wagons and carts strong. In the camp are stood no fewer than 25 stalls in which artisans did their job and merchants offered goods of all kind. A troop commanded by a native officer of 40 cavalrymen is charged with the signal and postal services. A detachment of 72 infantrymen is in charge of security.

Links

  • Ort:  Sariska, India
  • ANNO – on 20.02.1893 in Austria’s newspapers. No new cholera cases in Hungary.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater plays „Der Störefried“ instead of „Verbot und Befehl“ due to the indisposition of Ms Schratt a.k.a. Emperor Franz Joseph’s mistress, while the k.u.k. Hof-Operntheater presents Donizetti’s opera „Die Regimentstochter“.

Alwar—Siriska, 20. Februar 1893

Für sieben Tage sollten wir ein 40 km von Alwar bei Siriska — einer durch das Vorkommen von Tigern bekannten, vor uns schon vom Herzog von Connaught besuchten Gegend — gelegenes Zeltlager, welches die Regierung von Alwar hatte errichten lassen, beziehen, um auf Tiger zu jagen. Der Morgen war schön und beizeiten standen wir bereit, den Marsch anzutreten; aber der Aufbruch verzögerte sich noch lange. Zuerst verlautete, wir sollten direkt bis ins Lager teils fahren, teils reiten, unterwegs nebenbei auf Hühner streifend, bis die Bagage Zeit hätte, vorauszukommen; doch lief bald die Nachricht ein, in der Nähe des einzuschlagenden Weges sei ein Tiger bestätigt worden, auf welchen unverzüglich Jagd gemacht werden würde.

Die Folge dieser wechselnden Pläne war eine heillose Verwirrung, ein arges Durcheinander, wie das in Indien fast bei jeder Jagdexpedition der Fall zu sein scheint. Hier vermochte ein Jäger die erforderlichen Gewehre nicht sofort zu finden; dort fehlten Patronen; da waren zu wenig Wagen; ein Herr schrie nach seinem Koffer, ein anderer nach dem photographischen Apparat. Endlich wurden wir flott und traten den Zug ins Lager zunächst in einem vierspännigen Gesellschaftswagen an, während die Jäger in anderen Wagen und die Bagage auf zvveirädrigen. mit Zebuochsen bespannten Karren folgten. Die berittene Leibgarde und ein ganzes Heer von Kamelen begleiteten uns im Trab, ohne anderen ersichtlichen Zweck, als jenen, sehr viel Staub aufzuwirbeln.

Die Gegend, die wir durcheilten, bot neue und, da wir so lange in der Ebene geweilt, willkommene Bilder; denn das schmale Tal ist von steilen, sehr steinigen Hügeln eingeschlossen, an denen spärliche Vegetation — verkrüppelte Bäume und dornige, undurchdringliche Gebüsche — bemerkbar ist. Die Landschaft erinnert hier an Palästina und Syrien: doch sind die Berge in diesen Ländern noch kahler als jene von Alwar. In mehreren Dörfern stand die gesamte Bevölkerung an der Straße und Männlein sowie Weiblein sangen zur Begrüßung unisono eine Art Choral, der übrigens nicht so unangenehm klang, wie die bisher vernommenen indischen Gesänge.

An einem reizenden Plätzchen wurde Halt gemacht, angeblich um Nachrichten über den angekündigten Tiger zu erwarten, in Wirklichkeit aber, um einem Frühstück zu fröhnen. Die Ruinen eines alten Tempels lugen unter dem Schatten riesiger Bäume hervor, ein dunkelgrüner Weiher erfreut das Auge, steile Lehnen ragen rechts und links empor. Der Haltplatz war auch das Rendezvous für sämtliche Jagdelephanten, die — 14 an der Zahl — schön ausgerichtet mit ihren Mahauts und Haudas dastanden, sowie für sämtliche Pferde und Tragkamele.

Da man uns erst in zwei Stunden nähere Nachrichten über Tiger in Aussicht gestellt hatte, so benützten wir die Zeit zu einer Streifung. die wir auf die umliegenden Felder, auf einen kleinen, aus dem Tal emporragenden Kegel und auf eine der steilen Felslehnen ausdehnten. Im Anfang ging alles gut; als wir aber in die Berglehne kamen. wurde das Gehen äußerst beschwerlich, da Felsplatten und Felsblöcke mit dornigem Gebüsch abwechselten. Auch hier hatte ich, wie in Dardschiling, den Mangel genagelter Schuhe sehr zu beklagen. Ganz unglaublich war die Menge der Pfauen, die fortwährend vor unseren Füßen aufstanden oder über unsere Köpfe strichen, aber wir durften leider keinen dieser Pfauen schießen, da dieselben als heilige Vögel erklärt sind, was wir Jäger als einen uns recht unbequemen Einfall der Hindus empfanden.

Hingegen erlegten wir eine Anzahl der kleinen, langlöffeligen Hasen, sowie Indische Rebhühner, Gemeine Wachteln, Papageien einer uns noch neuen Art (Palaeornis cyanocephala), einen reizenden Honigsauger (Arachnechthra asiatica) und mehrere schöngefärbte Fruchttauben (Crocopus chlorigaster). Leider führte ich einen Stutzen mit, den ich noch nicht versucht hatte, so dass ich, allerdings auf große Distanz, einen Caracal (Felis caracal), der an einem Felsrand flüchtig wurde, und ein gewaltiges Krokodil, das sich am Rand eines Tümpels behaglich sonnte, fehlte. Beide Tiere wären prächtige, für meine Sammlung sehr willkommene Beutestücke gewesen!

Bald traf auf dem Rastplatz die Meldung ein, der Tiger sei unsicher, es empfehle sich, den Weg ins Lager fortzusetzen. Einige Herren ritten, ich aber fuhr in einer altertümlichen Kutsche mit hohen, bogenförmigen Federn; bespannt war sie mit vier Pferden, auf welchen zwei alte, weißbärtige Hindus saßen, die ein Mixtum compositum von englischer und indischer Livree trugen. Das Tal wurde immer enger, die Gegend romantischer; wir durchquerten so manches, jetzt trocken liegende Wasserbett, in welchem während der Regenzeit wilde Fluten tosen. Allmählich wurden die Stöße und das Schwanken in der vorsintflutlichen Kutsche doch zu empfindlich; ich bestieg daher eine kleine arabische Stute und legte in schnellem Tempo die Strecke zurück, die uns noch vom Lager trennte.

War schon das Lager in Tandur großartig gewesen, so wurde es doch weit übertroffen von der Ausdehnung und dem Luxus des Lagers von Siriska, in welchem für unser leibliches Wohlergehen in verschwenderischester Weise gesorgt war. In grünender Umrahmung erhebt sich hier, weithin sich erstreckend und sorgsam angeordnet, eine wahre Leinwandstadt! 46 Zelte sind für mich, meine Suite und die anderen Herren und Funktionäre der Jagdgesellschaft, andere 41 Zelte für die Diener und das Küchenpersonal bestimmt; eine lange Zeltgasse, in deren Mitte meine Standarte auf einem künstlichen, mit Blumen geschmückten Hügel flattert, trennt die schneeweißen Herrenzelte; das Speisezelt mit einem nebenliegenden großen Salon bildet den Abschluss; hinter dem Speisezelte ragt wieder ein künstlicher Hügel empor, beschattet von einem großen Ficusbaum und umrahmt von Anlagen, Rasenplätzen, Blumenbeeten, Springbrunnen und Bassins mit Goldfischen. Den Rand der Beete bedecken aus farbigen Steinchen zusammengefügte Mosaikstreifen, welche Spruchbänder und Jagdszenen darstellen. Ich verfüge nebst dem Wohnzelt noch über einen Salon, in dem mit Gold geschmückte Decken und Möbel prangen, jeder der Herren über ein Zelt, das mit allem nur wünschenswerten Komfort — die Badekabinen nicht zu vergessen — ausgestattet ist. Wenn nur die Anzahl der Tiger, die uns zur Beute fallen sollen, im entsprechenden Verhältnisse zu der aufgewendeten Pracht steht!

Das Lager breitet sich mitten in einem großen, freundlichen Talkessel aus, der rings von steinigen Hügeln umgeben ist. In der Nähe des Hauptlagers berindet sich noch eine Reihe anderer Lager, deren jedes eine große Anzahl von Menschen und Tieren birgt und dem Beobachter manche neue Typen und Szenen zeigt. Da ist zunächst das Lager der Jagdelephanten, ihrer Mahauts und Wärter, wo nach vollbrachtem Tagewerk die großen Tiere gefüttert und dann, sich zu diesem Zweck oft niederlegend, von den Wärtern geputzt, gestriegelt und gewaschen werden. An dieses Lager schließt sich jenes der Treiber und Kamele, ferner das der berittenen Leibwache und der Pferde an; letztere stehen in vier Reihen angebunden und sind gegen die Launen des Wetters durch warme Decken geschützt. Den Schluss bildet der Wagenpark mit den zahlreichen Bagagewagen und den als Bespannung dienenden Zebuochsen.

Die Anzahl der Jäger, der Treiber, der Speer- und Lastträger, der Elephantenführer und Wärter, der Aufseher, der zum Aufstellen der Zelte bestimmten und jener Leute, welchen die verschiedenartigsten Dienste und Verrichtungen obliegen, erhebt sich zu der stattlichen Ziffer von 1793 Mann. 25 Elephanten, 148 Pferde und 39 Hunde stehen für Jagdzwecke zur Disposition. Der Train des Lagers umfasst 84 teils vier-, teils zweiräderige Wagen und Karren. Im Bereich des Lagers sind nicht weniger als 25 Buden aufgeschlagen, in welchen Handwerker ihrem Berufe obliegen und Krämer Waren aller Art feilbieten. Eine unter Kommando eines eingeborenen Offiziers stehende Abteilung von 40 Kavalleristen versieht den Nachrichten- und Postdienst, ein Detachement von 72 Infanteristen den Wachdienst.

Links

  • Ort:  Sariska, Indien
  • ANNO – am 20.02.1893 in Österreichs Presse. Zum Glück keine neuen Cholera-Fälle mehr in Ungarn.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Der Störefried“ anstatt „Verbot und Befehl“ wegen Unpässlichkeit von Frl. Schratt, bekanntlich Franz Josephs Mätresse,  während das k.u.k. Hof-Operntheater Donizettis Oper „Die Regimentstochter“ aufführt.

Alwar, 19 February 1893

At 7 o’clock in the morning I was awakened with the news that we would soon arrive in Alwar. I dressed quickly and observed the changed landscape through the window of my compartment — steep hills rising out of the plain everywhere. They are stony and only covered with little vegetation. Some have sharply marked forms and contours. In the fields beside the railway tracks are prancing around numerous holy peacocks.

The state of Alwar ruled by a prince dependant on the British is one of the states of Rajputana, that large territory in the Northwest of continental India between the Yamuna and Indus river which reaches to the Tharr desert, the „Indian Sahara“, on whose border important developments took place. Among the nineteen protectorates of Rajputana, divided into seven British agencies, I name as especially remarkable: Jodhpore, Marwar, Jaipur, Mewar, Bikanir, Dholpur, the already mentioned Bhartpur and Alwar. Ajmere is already part of British territory.

Alwar, located in an area lacking water at the foot of a 400 m high conical hill topped by Fort Alwar and covered by a pointy mountain range has been founded at the end of the last century by Pratap Singh — from the house of Naruka descended from Udaikaran of Jaipur (1367 to 1388) — a vassal  prince of the maharaja of Jaipur. Insubordinate and ambitious, Pratap Singh emigrated and fortified himself on the spot where now stands Alwar and founded the still existing state after the Grand Mughal of Delhi had granted him a charter. Alwar’s princes are part of the parvenus and can not claim, though of noble blood, famous ancestors like for instance the Maharaja of Jhodpur who can apparently trace his lineage back to the  fourth century or like the prince of Udaipur whose ancestors have verifiably ruled already in the eighth century.

The states of the Rajputana agency are as stated guided by the English. But this is exercised in a mild, considerate and friendly manner as the princes of Rajputana  (royal sons) in general look kindly upon England and namely because their territory filled with warriors acts as a buffer towards the wild Afghans.

The current ruling maharaja of Alwar, Jai Singh, the son and successor to Sawai Mangal Singh (died 1892), famous both as a rider and tiger hunter and as a competent ruler and soldier — the last quality has made him a colonel in the English army — is a  Rajputan from the „sun family“ of that Kachwaha tribe which has founded the throne in Gwalior and still prospers today in Doäb in the land between the rivers Ganges an Yamuna.

Jai Singh is said, even though he is only about twelve years old, to have behaved very dignified and highly energetically after the death of his father and the accession to the throne. There exists here the strange custom that the ruler has to shoot a hare at the accession to the throne in front of the assembled people; if he hits, this is considered good fortune. Should he miss, however, this would be a bad sign. At this oracle-like inauguration of his government, Jai Singh knew how to control himself despite the stress that overcomes such a young boy in such a case so that he succeeded in his prophetic master shot.

At Alwar station I was received by the youthful hero of that episode and also by the English agent in Alwar, Colonel Fraser, who supervised the government of the country during the minority of the prince together with a council of local dignitaries.  Members of the council were present too at my festive reception. Jai Singh is a handsome boy with an intelligent open face whose character can in my opinion best qualified as „nice“.

Outside the station a honor guard company of giant Rajputs with full black beards, a squadron of cavalry — the soldiers of both units in red coats and turbans  — and a music band had taken up position. The Rajputs were well selected representatives of the warrior-like beautiful men of the country who not so long ago performed martial fights in the manner of our medieval tournaments but have proved themselves as an excellent unit in the modern sense among the new Anglo-Indian direction. The army of Alwar numbers around 8000 men who are under the command of English officers. A whole row of splendidly ornamented government elephants with rich gear, colorful blankets and gilded haudas was also present. Next to them stood strange wagons from the maharaja’s stable, actually two wheeled carts with pointed roofs covered with colorful fixings and zebu oxen as teams.

Opposite of them, splendid horses were parading, on long leashes, with well coiffed manes and tails. Mostly stallions from the ranch nearby. Also a number of court shikaris some with ancient lances some with brand new English rifles had formed up to embellish the festivities. Furthermore there was a troop of camels that had, as I noticed for the first time, cannons or strong charges intended for trombones packed onto their humps. These cannons were later fired during our trip. A colorful vividly moving procession with true Indian pomp and circumstance!

The honorable archbishop of Agra had the kindness as it was Sunday to send me a Capuchin to read mass in a small Catholic chapel. The Catholic community of Alwar state counts all of eleven heads. The good Capuchin was a former subject of Our Majesty the Emperor — he had been born in the Venetian lands at the time of Austrian rule —  gave a simple warm speech after the church service  in which he praised our country and asked for the Lord’s protection for our monarch. I have to admit that it moved me to listen to a priest of my creed in the midst of deepest India, amidst millions of Hindus and Muslims, in a chapel of only a few square meters ch  and hear him pray for Our Majesty.

After the service we drove to the palace of Banni Bilas built by the third ruler of Alwar, Banni Singh, from the house of Naruka. The palace had been given to our disposition. This garden palace outside the city makes a good impression from outside and differs favorably from the otherwise tasteless palaces of the modern Indian era. In the middle of a well maintained park it combines different styles harmoniously  and is notable for the good arrangement of the numerous verandas and bays which make the building look graceful. In front of the main facade of the palace stands  a large marble basin in whose midst rises a kiosk-like marble balcony. The interior of the palace is naturally European in character and displays little taste. From the balcony of my room I had a nice view on the tops of the trees in the park and the stony mountains around the palace with their ruins and forts.

After many days of bad weather the sky had finally turned blue again and the sun was smiling down and warmed the frozen sons of the earth.  As the official program of the morning was complete I used the pause to write letters home. Towards noon I was presented a number of horses from the stable of the  maharaja, products of Indian breeding that is Marwari and Kattywari, the latter one nearly all foxes with tiger stripes on the legs and a dark eel strip on the back. The horses looked splendid, showed good posture, namely beautiful heads and had good but too small feet for their heavy bodies. A rider of the maharaja, a black Rajput, presented the horses and performed with each a small feat of high dressage: one piaffed, the other marched in lancades,  the third stood up on its rear legs, a fourth knelt down and other jokes of this kind.

In the afternoon I paid a visit to the maharaja in his palace called by the English „The Royal Palace“ or „The City Palace“.

Alwar too has, like all the cities seen in India, its peculiarities in its setup and way of construction. new or newly used motifs in decoration of the buildings, which gives the city a peculiar appearance. The variety of the impressions which the visitor receives from these different cities is an important attraction of the Indian city landscapes.I would like to compare it to the attraction of a changing variation of a theme. Especially notable is the palace built by Jeodan Singh (died 1874), the son of Banni Singh, which now serves for the widows of the former one. That palace has numerous small additions and porches with windows as well as delicate ornaments that look like carved ivory.

The youthful ruler received us amidst his dignitaries. In the usual manner we sat together for some time on richly ornamented gilded chairs opposite one another when the maharaja dedicated a copy of the monograph by Th. H. Hendley „Ulwar and its Art Treasures“ (London, W. Griggs 1888) to me, a splendid work which includes illustrations some in color of among others the most precious pieces of the weapon collection, the library and the treasury of Alwar.

On the suggestion of the resident, the maharaja showed me the weapon collection where an old custodian demonstrated the pieces in a comical way. He not only dressed up in them but performed opera-like fighting poses in them. We saw splendid swords with precious blades and gilded handles that had once cost 20.000 rupees as well as small hunting knives, daggers and chainmail shirts.

The largest treasure by far of the palace is the old manuscript collection of the library which have a gild foundation under the writing and include like our old bibles gorgeous miniature illustrations.  The latter ones are so delicately painted and so fresh in color that one finds only in the most outstanding of our medieval manuscripts. Yes, I might in some aspect place those higher as the perspective is realized much better, the understanding much deeper than the artworks produced at the same time at home. With special pleasure I looked at numerous pictures that illustrated legends of the gods or lives of earlier maharajas which showed feasts and precious hunts, battles and campaigns. The most valuable piece of the whole collection is a manuscript dating from 1848, a copy of „Gulistan“ („the rose garden“, one of two main works by the Persian poet Sadi from the 13th century), whose production cost more than 120.000 fl. in Austrian currency,  in part is artfulness is attributed to the skills of a German.

The special circumstance of European influence can confuse the native sense of beauty I could observe in the treasury where the custodians presented as their most outstanding piece a clock in Empire style similar to those built in Geneva. This one contained a singing hummingbird and stood on a silver table over which the imitating floods of water flowed over artificial fishes — an ugly  bauble.

Not much better is the situation of the paintings and ornaments of the palace rooms. While some walls are decorated with impressive portraits of the maharajas, one finds only European common pieces. In the first floor of the palace one is proudly presented a room that contains small mirrors an mosaics of painted ornaments.  Despite its small size, it took thirty years to complete the ornaments of the room.  The artistic work in another room has been going on for more than twelve years without a visible end in sight; even during the visit there were artists present who scraped and painted on their masterwork. Given the work-shyness of the Hindus one could not be surprised by the slow progress of the work. If the work is finally completed, it is praised not even by its maker as its effect is nothing more than handsome and can only be called somewhat exceptional.

What an agreeable contrast to those glittering artificial works is the view from the platform of the palace on its surroundings! Below us the pond of Pratap Singh with wide stairs leading to the water surface and ten kiosks standing on pillars rising out of the water which are connected by runways with the terraces at the edge. On the left side of the palace, the south side of the water basin, stands the delicate mausoleum of Bakhtawar Singh (died 1815); in the West is a Vishnu temple leaning on the castle hill as are the small sanctuaries on the Northern side which are shaded by trees; finally, the charming architectural impression is completed by the fortress walls and the glittering white towers of the castle hill. Steep hill sides with rocky parts and mighty blocks of stone in the background and above it the deep blue sky unite to create with all these buildings a new attractive scenery. Unfortunately we could not enjoy the view on the palace itself and the city as that platform would have offered a view into the women quarters too.

The maharaja accompanied me to the carriage in the horse breeding farm, a large courtyard-like building where multiple hundred stallions and mares, mostly in free range, are held. The animals are bound with rope on their rear legs which is a common custom in India and often leads to rope wounds on the legs and illnesses caused by this custom like hedgehog foot, mallenders etc. Among the horses there are numerous races present from Arab purebloods to the most common nag but for breeding purposes they use almost exclusively Arabs and Kattyvvari. The breeding mares are all bred locally, country stock.

During the visit to the horse breeding farm we were shown animal fights of all kinds, a favorite entertainment of the Rajputs.  Partridges, cocks, rams, which were especially selected strong and mean animals that fought with determination as well as back-bucks that fought one afte the other. Even quails were set up to fight and proved their mettle as the cocks incited by the display of a hen in a cage attacked each other hotly and hit each other with their beaks so that their feathers flew apart. The piece de resistance was however the fight between two buffalo bulls that attacked in blind fervor and tried to pierce one another with their strong curved horns. One of the combatants was soon wounded and bled strongly which made them even angrier. In the decisive moment, the two combatants were separated by the wardens so that the fight ended in a draw.  Very beautiful was the final to this bloody spectacle, the production of trained parrots that could truly do remarkable tricks; one of these smart birds performed like a rope artist while the other arranged glass pearls in a row on a thread. A third one loaded a small cannon and fired it on its own. I admired the courage of the small artilleryman who stood on the barrel in the smoke of the powder.

Similar to the pigsticking, a panther sticking was arranged where a panther caught shortly before in the surroundings of Alwar was to be chased an killed with lances. To this purpose we moved on horse to a large open moor at the limit of the city where the panther was waiting in a cage. It took a long time before he left this protective shell and sneaked outside to flee in small jumps. Soon all riders took up pursuit but after only a few seconds an English captain pierced it in the flank before it could run at full speed. Now the animal crouched like a cat and tried to jump at the circling riders. A skilled strike with the lance by Prónay wounded it so strongly that it perished amidst further strikes. The English gentlemen stood around the poor panther with satisfaction while I could find no pleasure in such a way of hunting. There will never be a running pursuit as the panther will always crouch and be an easy target for a lance. But the English have a predilection for the chase and every kind of animal from the large nilgai to the jackal is chased. Had the panther perished by a bullet of mine I would have felt satisfaction as a hunter while the lance sticking brought out only laments in me about the destruction of a beautiful skin of the animal.

To inspect the two and three year old horses we rode away from the hunting ground to the courts of foals of the ranch. At the signal of a trumpeter a herd of 250 to 300 animals stormed out at full pace out of a pen, jumped over a high clay wall and ran up to the bar where the animals are fed barley, carrots and clover in the morning and the evening. Despite the apparently sufficient food, and all products of the stallion inspected earlier, the animals looked bad and namely thin; some are also, due to the non-noble blood of their mothers, underdeveloped and disfigured.

After our dinner at our palace to which all Englishmen living in Alwar attended, the illumination of the park and the ignition of a firework concluded the day.

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  • Ort:  Alwar, India
  • ANNO – on 19.02.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater plays „Medea“ and „Der Hexenmeister“, while the k.u.k. Hof-Operntheater presents the opera „Mephistopheles“.

Alwar, 19. Februar 1893

Morgens 7 Uhr wurden wir mit der Meldung geweckt, dass wir demnächst in Alwar ankommen würden. Rasch war ich angekleidet und betrachtete vom Coupefenster aus die vollkommen veränderte Gegend — überall direkt aus der Ebene emporsteigende steile Hügel, die sehr steinig und nur von spärlicher Vegetation bedeckt waren; einzelne derselben zeigten scharf markierte Formen und Konturen. In den Feldern neben dem Bahnkörper stolzierten unzählige heilige Pfauen umher.

Der Staat Alwar, welchen ein von den Briten abhängiger Fürst beherrscht, gehört zu den Staaten Radschputanas, jenes umfangreichen, zwischen der Dschamna und dem Indus gelegenen Gebietes im Nordwesten Vorderindiens, welches bis zur Wüste Tharr, der „Indischen Sahara“, reichend, gerade an deren Rand die bedeutendste Entvvicklung aufweist. Unter den neunzehn, in sieben britische Agentien eingeteilten Schutzstaaten Radschputanas nenne ich als besonders bemerkenswert: Dschodpur (Jodhpore, Marwar), Dschaipur, Udaipur (Mewar), Bikanir, Dholpur, das uns schon bekannte Bhartpur und Alwar. Adschmir (Ajmere) ist bereits dem britischen Gebiet einverleibt.

Alwar, in wasserarmer Gegend am Fuß eines vom Fort Alwar gekrönten, 400 m hohen Felskegels gelegen und von einer zackigen Hügelkette gedeckt, ist zu Ende des verflossenen Jahrhunderts von Pratap Singh, — aus dem von Udaikaran von Dschaipur (1367 bis 1388) abstammenden Haus der Naruka — einem Vasallenfürsten des Maharadschas von Dschaipur, gegründet worden. Unbotmäßig und ehrgeizig wanderte Pratap Singh aus, verschanzte sich an der Stelle, wo heute Alwar steht, und gründete, nachdem ihm der Großmogul von Delhi einen Freibrief erteilt, den noch bestehenden Staat. Alwars Fürsten gehören zu den Emporkömmlingen und vermögen sich, wenn auch vornehmen Blutes, doch nicht auf so ehrwürdige Herrscherreihen zu berufen, wie zum Beispiel der Maharadscha von Dschodpur, welcher den Beginn seines Hauses angeblich bis in das 4. Jahrhundert n. Chr. zurückzuleiten vermag, oder wie der Fürst von Udaipur, dessen Ahnen nachweisbar schon im 8. Jahrhundert n. Chr. regiert haben.

Die Staaten der Rajputana Agency stehen, wie gesagt, unter der Ägide Englands. Doch wird diese in milder, rücksichtsvoller und freundlicher Art ausgeübt, da die Fürsten der Radschputen (Königssöhne) im allgemeinen England sympathisch gegenüberstehen, und namentlich, weil ihr von kriegstüchtigen Mannen erfülltes Gebiet eine Schutzwehr wider Afghanistan bildet.

Der jetzt regierende Maharadscha von Alwar, Dschai Singh, der Sohn und Nachfolger Sawai Mangal Singhs (gestorben 1892), eines ebenso berühmten Reiters und Tigerjägers als tüchtigen Regenten und Soldaten — letztere Eigenschaft hatte ihm die Ernennung zum Obersten in der englischen Armee eingetragen — ist ein Radschpute aus dem „Sonnengeschlecht“ jenes Katschwaha-Stammes, welcher in Gwalior einen Königsthron gegründet hat, im Doab aber, das ist im Zwischenstromland des Ganges und der Dschamna, heute noch blüht.

Dschai Singh soll sich, wiewohl heute erst etwa zwölf Jahre zählend, nach dem Tod seines Vaters bei den großen Feierlichkeiten anlässlich seiner Thronbesteigung sehr würdig und höchst energisch benommen haben. Es herrscht hier nämlich die eigentümliche Sitte, dass der Herrscher bei der Thronbesteigung angesichts des versammelten Volkes auf einen Hasen schießen muss; trifft er ihn, so ist dies ein günstiges Vorzeichen für seine zukünftige Regierung, erfolgt jedoch ein Fehlschuss, so gilt dies als böses Omen. Bei jener orakelhaften Inauguration der Regierung wusste sich Dschai Singh ungeachtet der Befangenheit, die in einem solchen Fall begreiflicherweise einen Knaben dieses zarten Alters überfällt, so weit zu beherrschen, dass ihm der prophetische Meisterschuss gelang.

Auf dem Bahnhof von Alwar wurde ich von dem jugendlichen Helden dieser Episode, ferner von dem politischen Agenten Englands in Alwar, Colonel Fraser, der zugleich für die Dauer der Minderjährigkeit des Fürsten, im Verein mit dem aus einheimischen Würdenträgern zusammengesetzten Staatsrat die Verwaltung des Landes besorgt, sowie von den Mitgliedern des eben genannten Staatsrates festlich empfangen. Dschai Singh ist ein schmucker Junge mit intelligenten, offenen Gesichtszügen, dessen Erscheinung ich meines Erachtens am besten durch das heimatliche Wort „herzig“ charakterisiere.

Außerhalb des Bahnhofes hatten eine Ehrenkompanie riesiger Radschputen mit schwarzen Vollbärten und eine Escadron Kavallerie — die Mannschaften beider im roten Rock und Turban — neben einer Musikkapelle Aufstellung genommen. Die Radschputen waren gut ausgewählte Repräsentanten der kriegerischen, schön gewachsenen Männer des Landes, die noch vor kurzer Zeit Waffenkämpfe nach der Art unserer mittelalterlichen Turniere geführt, unter dem neuen anglo-indischen Reglement jedoch sich rasch als vorzügliche Truppe im modernen Sinn bewährt haben. Die Armee von Alwar zählt etwa 8000 Mann, die unter dem Kommando englischer Offiziere stehen.

Eine ganze Reihe prächtig geschmückter Staats-Elephanten mit reichem Geschirr, bunten Decken und vergoldeten Häudas war gleichfalls ausgerückt. Daneben standen eigentümliche Wagen aus dem Marstall des Maharadschas, eigentlich zweispännige Karren mit spitz zulaufenden, mit buntem Zeug belegten Dächern und Zebuochsen als Bespannung. Gegenüber paradierten prächtige Pferde, stark ausgebunden, mit schön frisierten Mähnen und Schweifen: meist Hengste aus dem naheliegenden Gestüt. Auch eine ganze Reihe von Hof-Schikäris, teils mit altertümlichen Lanzen, teils mit funkelnagelneuen englischen Rifles waren zur Erhöhung der Feierlichkeit aufmarschiert. Weiterhin stand ein ganzer Trupp Kamele, die, was ich zum ersten Male bemerkte, auf dem Höcker Kanonen oder eigentlich für starke Ladung bestimmte Trombons aufgeschnallt trugen, welche während unserer Fahrt abgefeuert wurden. Ein farbenbunter, lebhaft bewegter Aufzug mit echt indischem Glanz und Pomp!

Der würdige Erzbischof von Agra hatte, da es Sonntag war, die Freundlichkeit gehabt, einen Kapuziner abzuordnen, um uns in einer kleinen katholischen Kapelle die Messe zu lesen. Die Katholikengemeinde des Staates Alwar zählt nur elf Köpfe. Der gute Kapuziner hielt als ehemaliger Untertan Seiner Majestät des Kaisers — er ist im Venetianischen, noch zur Zeit der österreichischen Herrschaft geboren — nach dem Evangelium eine in schlichten Worten gehaltene. warm empfundene Ansprache, in welcher er unser Vaterland und unseren geliebten Monarchen dem Schutz des Allmächtigen empfahl. Ich muss gestehen, es ergriff mich tief, im fernen Indien, mitten unter Millionen von Hindus und Mohammedanern, in dieser nur wenige Quadratmeter messenden Kapelle einen Geistlichen meines Bekenntnisses für Seine Majestät beten zu hören.

Nach dem Gottesdienst fuhren wir zu dem von Banni Singh, dem dritten Herrscher von Alwar aus dem Haus der Naruka, gebauten Palast Banni Bilas, der uns zur Verfügung gestellt war. Dieses außerhalb der Stadt gelegene Gartenpalais macht von außen einen sehr imposanten Eindruck und weicht in angenehmer Weise von den sonst meist geschmacklosen Palastbauten der modernen indischen Epoche ab. Inmitten eines wohlgepflegten Parkes, zeichnet es sich durch harmonische Verschmelzung von verschiedenen Stilarten, sowie durch glückliche Anordnung der zahlreichen Veranden und Erker aus, welche das Gebäude anmutig beleben. Vor der Hauptfassade des Palastes liegt ein großes Marmorbassin, in dessen Mitte ein kioskartiger Marmorsöller aufstrebt. Die innere Einrichtung des Palais ist natürlich europäischen Charakters und dabei wenig geschmackvoll. Vom Balkon meines Zimmers aus hatte ich einen hübschen Blick auf die Baumkronen des Parkes und weiterhin auf die den Palast umsäumenden steinigen Berge mit ihren Ruinen und Forts.

Nach vielen Tagen schlechten Wetters hatte sich der Himmel endlich blau angetan und wärmend lachte die Sonne auf uns durchfrorene Erdensöhne herab. Da das offizielle Programm des Vormittages erschöpft war, benützte ich den Rest desselben, um Briefe in die Heimat zu schreiben. Gegen Mittag wurde mir dann auf dem freien Platz vor dem Palast eine Anzahl Pferde aus dem Marstalle des Maharadschas vorgeführt, Produkte indischer Zucht, und zwar Marwari und Kattywari, letztere beinahe ausschließlich Füchse mit Tigerstreifen an den Beinen und einem dunklen Aalstreifen am Rücken. Die Pferde sahen sehr gut aus, zeigten hübsche Figur, namentlich schöne Köpfe, und hatten gute, jedoch für den schweren Rumpf zu feine Füße. Ein Bereiter des Maharadschas, ein schwarzer Radschpute, ritt die Pferde vor und zeigte mit jedem ein anderes Kunststück der höheren Dressur; das eine piaffierte, das andere ging in Lancaden, das dritte auf den Hinterfüßen, ein viertes kniete nieder und dergleichen Scherze mehr.

Nachmittags stattete ich dem Maharadscha in dessen von den Engländern „The Royal Palace“ oder „The City Palace“ genannten Palast meinen Besuch ab.

Auch Alwar weist, wie jede der bisher gesehenen indischen Städte, Eigentümlichkeiten in der Anlage und Bauart, neue oder neuartig verwendete Motive bei der Ausschmückung der Bauwerke auf, wodurch die Stadt ein eigenartiges Gepräge gewinnt. Die Mannigfaltigkeit der Eindrücke, welche der Besucher von den verschiedenen Städten empfängt, bietet einen besonderen Reiz des indischen Städtebildes; ich möchte es dem Reize abwechslungsreicher Variationen desselben Themas vergleichen. Besonders in die Augen springend schien mir der von Scheodan Singh (f 1874), dem Sohn Banni Singhs, erbaute, nunmehr für des ersteren Witwen bestimmte Palast zu sein, welcher sich durch zahlreiche kleine An- und Vorbaue und Fenster mit zierlichen, wie in Elfenbein geschnitzten Ornamenten auszeichnet.

Der jugendliche Herrscher empfing mich umgeben von seinen Würdenträgern. In gewohnter Weise saßen wir einander durch einige Zeit auf reich mit Gold geschmückten Stühlen gegenüber, worauf mir der Maharadscha ein Exemplar der von Th. H. Hendley verfassten Monographie „Ulwar and its Art Treasures“ (London, W. Griggs 1888), dedizierte, eines Prachtwerkes, welches in vortrefflichen, zum Teil farbigen Reproduktionen unter anderem auch die kostbarsten Stücke der Waffenkammer, der Bibliothek und des Schatzhauses von Alwar darstellt.

Durch den Residenten aufgefordert, zeigte mir der Maharadscha die Waffensammlung, wobei ein alter Kustos die einzelnen Stücke in sehr komischer Weise demonstrierte, indem er dieselben nicht nur selbst anlegte, sondern so gerüstet auch operettenhafte Kampfesposen annahm. Wir sahen hier prachtvolle Schwerter mit wertvollen Klingen und goldbesetzten Griffen, deren eines 20.000 Rupien gekostet hatte, sowie kleinere Jagdmesser, Dolche und Panzerhemden.

Den weitaus größten Schatz des Palastes bilden aber die alten Manuskripte der Bibliothek, die unterhalb der Schriftzeichen feinen Goldgrund aufweisen und gleich unseren alten Bibeln die herrlichsten Miniaturmalereien enthalten. Letztere sind von einer Zartheit der Ausführung, sowie einer Frische des Kolorits, wie man sie nur in den besten Handschriften unseres Mittelalters finden kann. Ja, ich möchte jene in gewisser Beziehung höher stellen als diese, da die Perspektive eine viel gelungenere, die Auffassung eine tiefere ist als bei unseren Kunstwerken der bezeichneten Epoche. Mit besonderem Vergnügen besah ich diese zahlreichen Bilder, die meist Szenen aus der Göttersage oder dem Leben früherer Maharadschas, deren Feste und vorzüglich Jagden, Schlachten und Feldzüge darstellen. Das kostbarste Stück der ganzen Sammlung, eine 1848 vollendete Abschrift des „Gulistan“ („der Rosengarten“, eines der beiden Hauptwerke des persischen Dichters Sadi, aus dem 13. Jahrhundert), deren Herstellungskosten mehr als 120.000 fl. ö. W. betragen haben sollen, wird zum Teil der Kunstfertigkeit eines Deutschen zugeschrieben.

Dass unter Umständen europäischer Einfluss auch verwirrend auf den Schönheitssinn der Eingeborenen wirkt, konnte ich in der Schatzkammer beobachten, wo die Kustoden als hervorragendstes Kunstwerk eine Uhr im Empire-Stil, ähnlich jenen, die in Genf erzeugt werden, anführten. Dieselbe enthielt einen singenden Kolibri und stand auf silbernem Tisch, über den herab sich Fluten imitierten Wassers, künstliche Fische bergend, ergossen — eine scheußliche Spielerei.

Nicht viel besser ist es mit dem bildnerischen und ornamentalen Schmuck der Palasträume bestellt. Während einige Wände mit sehr bemerkenswerten Porträts der Maharadschas geschmückt sind, findet sich daneben europäische Dutzendware. Im ersten Stock des Palais wird mit Stolz ein Gemach gezeigt, das mit kleinen Spiegelplatten und mosaikartig gemalter Ornamentik bedeckt ist; trotz des geringen Umfanges desselben hat die Ausschmückung dreißigjähriger Arbeit bedurft. An der künstlerischen Ausgestaltung eines anderen Raumes
wird schon seit zwölf Jahren gearbeitet, ohne dass die Beendigung der Arbeit abzusehen wäre; ja auch während der Besichtigung schabten und pinselten einige Künstler an dem Meisterwerk. Bei der Arbeitsscheu der Hindus können übrigens derartige langsame Arbeitsfortschritte nicht Wunder nehmen, und ist das Kunstwerk endlich fertig, so lobt es nicht einmal seine Meister; denn der Effekt ist nichts weniger als schön und kann höchstens als gesucht auffallend bezeichnet werden.

Welch angenehmer Kontrast zu diesen schillernden, gekünstelten Werken in dem Blick von der Plattform des Palastes auf dessen Umrahmung! Unter uns der Teich Pratap Singhs, mit breiten, zum Wasserspiegel führenden Treppen und zehn im Wasser auf Säulen emporstrebenden, mit den Uferterrassen durch Stege verbundenen Kiosken; linkerhand vom Palaste, an der Südseite des Wasserbeckens, das zierliche Mausoleum Bakhtawar Singhs (gestorben 1815); im Westen Wischnu-Tempel, an die Felswände des Burgberges gelehnt wie die von Bäumen beschatteten, kleinen Heiligtümer der Nordseite; als Abschluss des reizenden Architekturbildes die Festungsmauern und die weiß leuchtenden Türme des Burgberges. Steile Berglehnen, mit Felspartien und mächtigen Steinblöcken im Hintergrund und darüber der tiefblaue Himmel vereinigen sich mit all diesen Bauwerken zu einer ebenso neuartigen, als anziehenden Szenerie. Leider durften wir den Blick auf den Palast selbst und die Stadt nicht genießen, da die hiezu erbaute Plattform auch in die Frauengemächer Einsicht gewährt.

Der Maharadscha begleitete mich zu Wagen in das Gestüt, ein großes, hofartiges Gebäude, woselbst mehrere hundert Hengste und Stuten, größtenteils im Freien, gehalten werden. Die Tiere sind an beiden Hinterfüßen mit Stricken gekoppelt, eine in Indien allgemein herrschende Sitte, aus welcher sich die häufigen Strickwunden an den Fesseln und hievon herrührende Krankheiten, wie Igelfuß, Mauken u. dgl. m. erklären. Unter den Gestütspferden sind alle möglichen Rassen vertreten, vom edelsten Araber bis zum gemeinsten Gaul, doch werden als Vaterpferde meist nur Araber und Kattyvvari verwendet. Die Mutterstuten sind aber durchwegs einheimischer Zucht, Landschlag.

Anlässlich der Besichtigung des Gestütes wurden uns Tierkämpfe aller Art vorgeführt, eine Lieblingsunterhaltung der Radschputen. Rebhühner, Hähne, Widder, welch letztere, ausgesucht starke und bösartige Tiere, mit Erbitterung fochten, und Black-bucks kämpften der Reihe nach. Sogar Wachteln mussten antreten und erwiesen sich als die besten Streiter, da die Hähne, nachdem sie durch den Anblick einer in einem Käfig verwahrten Henne gereizt waren, hitzig auf einander losfuhren und sich Schnabelhiebe versetzten, dass die Federn stoben. Die Piece de resistance war jedoch ein Kampf zweier Büffelstiere, die sofort mit blinder Wut zum Angriffe übergingen und sich mit den starken, krummen Hörnern zu durchbohren suchten. Einer der Kämpfer war bald verwundet und blutete stark, was den Zorn beider nur noch mehr reizte. Im entscheidenden Moment wurden die Tiere durch die Wächter getrennt, so dass der Kampf unentschieden blieb. Sehr anmutig war, als Schluss des blutigen Schauspieles, die Produktion dressierter Papageien, die in der Tat Erstaunliches leisteten; denn der eine dieser klugen Vögel turnte wie ein Seilkünstler, während der andere Glasperlen auf einen Zwirnsfaden reihte; ja ein dritter lud sogar eine kleine Kanone und feuerte sie selbst ab, wobei ich den Mut des befiederten Artilleristen bewunderte, der auf dem Rohre stehend, in Rauch und Pulverdampf ganz eingehüllt war.

Ähnlich dem Eberstechen, Pigsticking, war sodann ein Pantherstechen projektiert, wobei ein vor kurzem in der Umgebung von Alwar gefangener Panther gehetzt und mit Lanzen erlegt werden sollte. Zu diesem Zweck begaben wir uns zu Pferd auf eine große, freie Heidefläche an der Peripherie der Stadt, wo der Panther in einem Käfig seines Loses harrte. Lange dauerte es, bis er das schützende Asyl verließ und herausschlich, um in kleinen Sätzen den Feldern zuzuflüchten. Alsbald stürmten alle Reiter nach, doch schon wenige Sekunden danach stieß ihm, ohne dass es zu einem Run gekommen wäre, ein englischer Kapitän den Speer in die Flanke. Nun duckte sich das Tier wie eine Katze und machte Versuche, die umschwirrenden Reiter anzuspringen; aber ein geschickter Speerstich Prónays verwundete es stark, so dass es bald unter den nachfolgenden Stichen verendete. Befriedigt umstanden die englischen Herren den armen Panther, während ich an dieser Art, Panther zu jagen, keinen Gefallen zu finden vermochte: denn es gibt hiebei nie einen Run, weil sich der Panther immer gleich duckt und dann mit den Speeren leicht auszumachen ist. Allein die Engländer haben eine ausgesprochene Vorliebe für Hetzjagden und da wird jedes Tier vom großen Nilgau an bis zum Schakal hinab gehetzt. Wäre der Panther durch meine Kugel gefallen, so hätte mich die Erlegung desselben mit waidmännischer Genugtuung erfüllt, während ich beim Lanzenstechen nur den Verderb des schönen Felles beklagen konnte.

Um die zwei- und dreijährigen Pferde zu mustern, ritten wir vom Jagdplatz weg in den Fohlenhof des Gestütes. Auf das Signal eines Trompeters stürmte ein Rudel von 250 bis 300 Stück full pace aus einer Einzäunung hervor, setzte über eine hohe Lehmmauer und jagte bis zu den Barren, wo den Tieren morgens und abends Gerste, Rüben und Klee vorgelegt werden. Trotz des anscheinend reichlichen Futters sahen die Pferde, durchaus Produkte nach den früher besichtigten Hengsten, schlecht und namentlich mager aus; ebenso sind dieselben, auf das unedle Blut der Mütter zurückschlagend, unentwickelt und verunstaltet.

Nach dem in unserem Palast abgehaltenen Diner, zu welchem sich alle in Alwar lebenden Engländer vereinigt hatten, bildete die Beleuchtung des Parkes und das Abbrennen eines Feuerwerkes den Abschluss des Tages.

Links

  • Ort:  Alwar, Indien
  • ANNO – am 19.02.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Medea“ und „Der Hexenmeister“, während das k.u.k. Hof-Operntheater die Oper „Mephistopheles“ aufführt.