In See nach Colombo, 4. Jänner 1893

Gegen 12 Uhr mittags erblickten wir in nebelgrauer Ferne die Umrisse indischer Gebirge.

Ein unterhaltender Sport, Jagd auf Rochen, fesselte mich um diese Stunde auf der Brücke. Sieben dieser flachen, nahezu 2 m langen Ungetüme schwammen backbord in so geringer Tiefe an uns vorbei, dass ich den dunkelbraunen Rücken, sowie die grünlich-weiß schillernde Unterseite dieser Tiere genau unterscheiden und hoffen konnte, eines derselben zu erlegen. Zuerst versuchte ich ohne die geringste Wirkung einen Schrotschuss, dann einen Kugelschuss, worauf ein großer Rochen sehr gut zeichnete. Leider konnte ich der allzu raschen Fahrt wegen nicht mehr beobachten, ob die Kugel eine tödliche gewesen.

Nachmittags frischte der Wind, der nun ganz aus Norden kam, bedeutend auf, die See ging hoch und wurde gegen Abend recht ungemütlich. Das Schiff schwankte bedeutend und das ganze Deck wurde durch Seen wiederholt überflutet.

Links

  • Ort: nächst Indien
  • ANNO – am 04.01.1893 in Österreichs Presse. Die Neue Freie Presse berichtet, dass Wien mit den Schneemassen kämpft, die zuweilen den Verkehr zum Erliegen bringen. Kutscher, Arbeiter und Arbeitslose leiden sehr an den tiefen Temperaturen und der Witterung. Insbesondere die Arbeitslosen, die zumeist wenig wärmende Kleidung besitzen.
  • Der Papst hat dem Kaiser telegraphische Neujahrsgrüße gesendet. In Paris, hingegen, sind alle revolutionären Demonstrationen und Versammlungen untersagt worden.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt Emile de Girardins 1885 Komödie „Lady Tartuffe“, das k.u.k. Hof-Operntheater führt Luigi Manzotti’s Ballet „Excelsior“ auf.

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