Port Moresby — Jagdlager am Laroki, 16. Juni 1893

Der Verabredung gemäß sollten wir um 7 Uhr morgens zur Expedition an den Laroki-Fluss aufbrechen, jedoch erst von Bord abstoßen, sobald ein bestimmtes Signal, das Hissen einer roten Fahne auf dem Government House, angezeigt haben würde, dass alles bereit sei. Endlich, um die neunte Morgenstunde, erschien die rote Flagge, worauf wir uns ans Land begaben, wo mich der Gouverneur und vier seiner Beamten erwarteten, welche die Absicht hatten, an der Expedition teilzunehmen.

Der Beamtenkörper, über den der Gouverneur verfügt, umfasst nur wenige Personen, und das Aufgebot der militärischen Landmacht besteht in einer bewaffneten Polizeitruppe, welche 70 Mann zählt und gegenwärtig hauptsächlich aus Eingeborenen der Fidschi- sowie der Salomon-Inseln zusammengesetzt ist. Als Befehlshaber dieser Truppe fungiert der Commandant of Armed Constabulary. Die Policemen gelten als verwegene, gewandte Leute und rücken, sobald irgendein innerhalb Britisch Neu-Guineas angesiedelter Stamm Eingeborener sich etwas zuschulden kommen lässt, aus, um die Ordnung wieder herzustellen. Ist von den Eingeborenen ein Weißer ermordet worden, so werden die Schuldtragenden hingerichtet, und zwar, da die Eingeborenen das Erschießen als weniger schmählich ansehen, mit dem Strang; die Ermordung Eingeborener hingegen wird in der Regel weniger streng geahndet und mit Verurteilung zu Zwangsarbeit bestraft, zu welchem Zweck die Verbrecher auf eine nahegelegene Insel deportiert werden.

Zum Marsch nach dem Laroki waren für mich und die Herren, welche an der Partie teilnehmen wollten, Pferde bereit, während unsere Leute gehen mussten. Das Gepäck, der Proviant und die Munition wurden von Eingeborenen getragen, keineswegs aber von Männern, da sich diese zu solch knechtischem Dienste nicht herbeilassen, sondern von jungen Mädchen, welche die schwere Last mit bewundernswerter Ausdauer schleppten. Die Verwendung von ungefähr dreißig Mädchen zum Tragdienst verlieh selbstverständlich unserer Karawane ein ganz absonderliches Gepräge.

Als Führer für die schwierige Route zum Laroki-Flusse diente uns ein von einem Samoaner und einer Engländerin abstammender Mischling, namens George Bedford, der sich durch kräftige, untersetzte Gestalt auszeichnete. Dieser verbringt, ein echter Waldläufer, den größten Teil seiner Lebenszeit jagend und für Forscher sammelnd in den Urwäldern der Insel, um ab und zu in Port Moresby vorzusprechen und die auf seinen Streifzügen erworbenen Bälge an den in der Kolonie ansässigen Kaufmann zu veräußern.

Die Pferde, welche wir ritten, treiben sich, wenn man ihrer nicht bedarf, frei im Busch umher und wurden erst des Morgens mittels eines Lassos eingefangen; sie stammen alle von einigen australischen Pferden her, welche vormals von Goldgräbern an die Küste gebracht worden waren.

Der Tag war heiß und schwül. Wir überquerten zunächst die kahlen Kalksteinhügcl, die zu Häupten Port Moresbys ansteigen, und gelangten nach Überwindung eines steilen Abstieges in das jenseits dieser Hügelkette gelegene Tal; dort erblickten wir Bananen- und Yamspflanzungen, umgeben von starken Zäunen, deren Pfähle in regelmäßigen Abständen befestigt und durch Fibern einer Rebe, Sei genannt, untereinander verbunden sind.

Das Tal, welches wir nun, stets in nördlicher Richtung vordringend, durchritten, brachte mir in seinem Pflanzenkleide das Vegetationsbild des Tafellandes von Neu-Süd-Wales in Erinnerung; denn hier wie dort war der Boden von einzeln stehenden Büscheln hoher, bis zu 2 m aufstrebender Gräser übersäet; zwischen den Grasinseln der einer Savanne ähnlichen Fläche aber erhob sich ab und zu ein immergrüner Eucalyptus-Baum. Unregelmäßig angeordnete Hügelreihen verschiedenster Form und Größe begrenzten das Grasland.

Am nördlichen Horizonte tauchten in zartem Blau die Konturen des Owen Stanley-Gebirges und die Spitzen des zu 4002 m aufragenden Mount Victoria auf, dessen majestätisches Haupt am 11. Juni 1889 zum ersten Mal von einem Europäer, dem Gouverneur Macgregor, bestiegen worden ist.

Die Besteigung war mit den größten Schwierigkeiten verbunden, und die ganze Tour hatte 64 Tage in Anspruch genommen. Macgregor sowie seine Begleiter waren am 22. April 1889 in eine der Mündungen des Vanapa-Flusses und in diesem 6 Tage lang stromaufwärts gefahren, hatten dann hier, während Träger und Lebensmittel aus Port Moresby herbeigeholt wurden, campiert und waren am 17. Mai zu Fuße weiter gezogen. Unwetter, Sümpfe, Abgründe, schroffe Höhen, Hindernisse aller Art hemmten das Vorschreiten der Expedition, welche sich zumeist den Pfad Schritt für Schritt, die Axt in der Hand, durch Urwald bahnen musste, bis endlich am 11. Juni die Höhe erklommen war, welcher Macgregor den Namen Mount Victoria beilegte. Der Rückweg nahm die Zeit vom 13. bis zum 25. Juni in Anspruch. Verzögert und erschwert wurde die mühsame Partie auch dadurch, dass Macgregor nicht besonders gut zu Fuß ist.

Große Unternehmungslust scheint eine der Eigenschaften Macgregors, welchen die geographische Welt zu den hervorragenden Forschungsreisenden zählt, zu bilden, da er den größten Teil der Zeit hindurch auf Entdeckungsexpeditionen und Inspektionsreisen in das Innere des ihm unterstellten Gebietes begriffen ist, wobei er sich durch ebensoviel Ausdauer als Mut auszeichnet. Manches noch unerschlossene Gebiet, zahlreiche Eingeborenen-Dörfer hat er als der erste Weiße betreten und war freilich mitunter, wenn die Wilden ihn überfielen oder bekämpften, auch bemüssigt, seine Angreifer die verheerende Wirkung moderner Schusswaffen fühlen zu lassen.

Eine Expedition, welche Macgregor stets mit einem gewissen Selbstgefühl zu schildern liebt, ist jene den Fly River aufwärts. Dieser, im Zentrum Neu-Guineas entspringend und in einem ungeheuren Delta in den Golf von Papua mündend, ist 1845 von Captain Blackwood entdeckt und später von L. M. d’Albertis sowie von dem Missionär Mac Farlane auf dem Dampfer »Ellengowan« 800 km aufwärts befahren worden. Macgregor nun ist es gelungen, den mächtigen, in unzähligen Krümmungen strömenden Fluss noch 168 km über den Endpunkt der Fahrt d’Albertis hinaus, bis an die Grenze Britisch Guineas und des Deutschen Territoriums zu befahren, wobei zunächst der Dampfer „Merrie England“, weiterhin ein Walfischboot benützt wurde.

Der Bericht über Macgregors Forschungsfahrten ließ in mir eine wahre Sehnsucht erstehen, gleichfalls in jungfräuliche Gebiete vorzudringen, Flüsse, die weder gelotet noch vermessen sind, zu befahren, Landstriche, die vor mir noch kein Europäer betreten, zu schauen, als Sammler und Jäger kostbare, reichliche Beute heimzuführen.

So sinnend, ritt ich bei glühend heißem Sonnenbrand durch das eintönige Land fort, in dem wir drei Stunden lang ringsum nichts als die mit Gräsern und Gummibäumen bestandene Fläche erblickten, worin die Tierwelt gar spärlich vertreten war. Ab und zu fielen, wenn wir unter Eucalypten dahinritten, rote Ameisen auf uns nieder, die uns recht quälten. Nächst einem von Bäumen umschlossenen Sumpf flogen mit lautem Gekreische Kakadus und große Papageien auf, während von anderen lebenden Wesen in diesen Gefilden keine Spur zu entdecken war.

Im Bereiche des Laroki-Flusses endlich wurde die Vegetation üppig und mannigfaltig; mächtige Bäume, wie der Eisenrindenbaum (Notelaea ligustrina), Casuarinen, Mangroven und Ficus, traten hier an die Stelle der durch ihre Einförmigkeit ermüdenden Gräser und Eucalypten, und bald nahm uns schattiger, schöner Urwald auf, welcher, wie wir, am Südufer des Laroki angelangt, beobachten konnten, diesen Fluss zu beiden Seiten weithin begleitet. Da erschienen zwischen den hohen Stämmen allerlei Farne, rankende Rotangpalmen (Calamus Rotang), Orchideen, Misteln und andere parasitische Gewächse.

Der Laroki entspringt im Osten von Port Moresby jenseits der Astrolabe-Kette am westlichen Fuße der Richardson-Hügelreihe, nimmt anfänglich einen westlichen Lauf, um sich nach Aufnahme des Goldie River nordwestlich zu wenden und schließlich in die Redscar-Bai zu münden. An der Stelle, wo wir den Fluss erreichten, hatte dieser bei beträchtlicher Tiefe eine Breite von etwa 30 m, doch beträgt diese weiterhin 60 m und darüber; er beherbergt angeblich, wie alle anderen Gewässer dieses Gebietes, zahlreiche Krokodile, deren wir aber keines zu Gesicht bekamen.

Wir hielten an einer freieren Stelle des Ufers unter mächtigen Bäumen, um das Eintreffen der uns folgenden Karawane abzuwarten, mit welcher auch die ortskundigen Führer marschierten, die uns in den Urwald am Nordufer geleiten sollten.

Nach anderthalb Stunden kam die Karawane, von dem in den heißesten Tagesstunden zurückgelegten Wege vollkommen erschöpft und einer längeren Ruhepause bedürftig, an, während der wir in aller Eile unser aus Konserven bestehendes Mahl einnahmen, um sodann in Begleitung der Führer den Fluss zu überschreiten und uns der Jagd zu widmen. Mittlerweile richteten die Zurückgebliebenen auf dem Rastplatz das Lager auf.

Von dem Nordufer des Laroki aus schlugen wir verschiedene Direktionen in dem Urwald ein, und zwar drang ich, von dem Mischlinge Bedford sowie einem Papua begleitet, in nordwestlicher Richtung vor, wobei ich immer wieder, langsam vorwärtsschreitend, die Pracht und die feierliche Stille des von Baumriesen erfüllten Urwaldes bewundern musste.

Der Zweck, den ich hier verfolgte, war, eine möglichst große Zahl von Exemplaren der verschiedenen, auf Neu-Guinea so mannigfaltigen Arten der Vogelfauna zu erlegen, wobei ich es hauptsächlich auf Paradiesvögel, auf den großen Nashornvogel, auf Kronentauben (Goura albertisi) und auf Talegallahühner (Buschhühner) abgesehen hatte. Doch stieß, da ich weder englisch noch papuanisch spreche, die Verständigung mit meinen Begleitern auf einige Schwierigkeiten, die ich durch die Zeichensprache zu beheben suchte.

Die erste Beute war ein schön gefärbter Papagei, der, von weitem gesehen, auf dem Wipfel eines mächtig hohen Baumes nicht größer erschien als ein Zaunkönig. Bald darauf blieb mein Führer stehen und deutete auf eine Stelle im Unterwuchse, wo ich auf 80 Gänge weit einen großen, hühnerartigen Vogel entdeckte und schoss. Es war zu meiner Freude ein Talegallahuhn (Talegallus cuvieri).

Nur mit Aufwand aller Energie vermochte ich in dem dichten Urwald vorwärts zu kommen; denn fast unablässig musste ich mich wie eine Schlange durch das Gewirre der Ranken und Schlinggewächse winden, welches die mächtigen Stämme mit einander verkettete, zu den herabhängenden Ästen emporlief, von den Zweigen niederfiel, die Büsche verfilzte, den Boden bedeckte. Dornen und mit Widerhaken besäete Blattspitzen, dicke, kreuz und quer liegende, von Ranken überwucherte Stämme umgestürzter Bäume vermehrten die Hindernisse auf Schritt und Tritt. Des Schattens ungeachtet, welchen das dichte Blätterdach des Urwaldes spendete, war ich mit Schweiß bedeckt; doch staunte ich nicht wenig, in der Nähe des Flusses keine Moskitos vorzufinden, und so blieb mir mindestens diese Qual erspart.

Plötzlich vernahmen wir laute Vogelrufe, und es bemächtigte sich meiner, als Bedford mir bedeutete, es seien die Rufe des Paradiesvogels, eine gewisse Aufregung; denn wie der Tiger in Indien, so bildet in dem Gebiete der Südsee das erlesenste Ziel, die kostbarste Beute des Jägers der Paradiesvogel! Ist doch dieser ein ganz besonders scheuer Vogel, und vermag man seiner, da ihn in der Regel das leiseste Geräusch erschreckt und verjagt, meist nur durch Leimruten oder Schlingen, selten durch einen Schuss, habhaft zu werden. Die Schwierigkeit, Paradiesvögel zu erjagen, die Farbenpracht ihres Gefieders, insbesondere der Schwungfedern der Männchen, der Zauber auch, den Sage und Märchen um diese Bewohner der Lüfte gewoben haben — alles dies vereint erklärt wohl zur Genüge meine Begier, solche Beute zu erringen.

Mit äußerster Vorsicht schlichen wir zu den Bäumen hin, von welchen herab der Ruf ertönt hatte und schauten uns fast die Augen aus, bis uns endlich klar wurde, dass da droben nur Hennen saßen. Die schmucklosen Hennen aber waren mir kein erstrebenswertes Ziel; denn umgekehrt wie beim Menschen hat die Natur in der Tierwelt vorwiegend das männliche Geschlecht durch Schönheit begünstigt, so dass auch beim Paradiesvogel nur das Männchen den herrlichen Federnschmuck trägt, während das Weibchen ganz unauffällig gezeichnet ist.
Da kein Männchen den zärtlichen Rufen der Weibchen folgen wollte, musste ich nach einiger Zeit den Platz unverrichteter Dinge wieder verlassen. Auf einer kleinen, mit Gras bedeckten Lichtung sprangen plötzlich zwei kleine Wallabies zu meinen Füßen auf, deren eines ich, das andere Bedford erlegte.

Meine nächste Beute waren zwei sehr große Fruchttauben (Carpophaga pinon) und ein Exemplar einer mir ganz neuen, schwarz, gelb und weiß gefärbten Maina-Art (Eulabes dumonti), welches auf einem Eucalyptus-Baume saß. Ein Nachtreiher (Nycticorax caledonicus), den ich schoss, als er über meinen Kopf strich, ließ mich die Nähe von Wasser ahnen, und in der Tat kam ich bald an einen mit Röhricht überzogenen Tümpel, in dem sich allerhand Wasserwild umhertrieb. Die Enten schienen hier ihre gewohnte Scheu vergessen zu haben oder die Anwesenheit des Menschen nicht zu spüren; denn sie fielen, selbst nachdem ich bereits einige Schüsse abgefeuert hatte, immer wieder in den Tümpel ein, und so gelang es mir, zwei Baumenten zu erlegen, deren jede einer mir bisher unbekannten Art (Dendrocygna arcuata und guttata) angehörte. Von solchen Enten sah ich einen ganzen Flug von etwa 30 Stücken in meiner Nähe auf einem großen Ficus aufbaumen; auch Taucher und Rohrhühner gab es hier. Ferner schoss ich eine prächtige Ralle, vermochte aber leider den Vogel nicht zu bekommen, da der mich begleitende Papua um keinen Preis zu bewegen war, die Ralle aus dem sumpfigen Wasser herauszuholen.

Sehr erstaunt war ich, in dieser Einsamkeit plötzlich Rindvieh zu begegnen, welches mich eine Zeitlang anglotzte und dann scheu die Flucht ergriff. Auf meine Fragen wurde mir die Erläuterung zuteil, dass diese Rinder einer Herde entstammten, die vormals in Port Moresby gehalten, jedoch, da sie den Gärten der Eingeborenen argen Schaden zugefügt hatte, in diese Wildnis verbannt worden war, wo sich nun das Vieh in halbwildem Zustand umhertreibe. So oft man ein Stück Rindvieh brauche, werde es aus der Herde herausgeschossen.

An dem Rande des Tümpels standen zwei schneeweiße Reiher, an welche ich mich eben anpürschen wollte, als sie, von einem flüchtenden Zwergkänguruh verjagt, mit heiserem Geschrei abstrichen. Ungeachtet der Dämmerung, die schon hereingebrochen war, bemerkte ich, wenn auch nur undeutlich, noch einen weißen Vogel dasitzen; ich gebe Feuer, und vor mir liegt eine wunderschöne Ente (Tadorna radjah) mit schneeweißem Leibe, Kopf und Schnabel und mit metallisch schillernden, dunkelbraunen Flügeln.

Mittlerweile war vollkommene Dunkelheit eingetreten, so dass es dringend geboten war, in das Lager zurückzukehren. Von Leuchtkäfern umschwirrt, tappte ich nach dem Ufer des Flusses zurück, passierte diesen und fand am jenseitigen Gelände unweit des Lagerplatzes bereits meine Herren vor, welche gleichfalls einige Beute mit sich führten.

Das am Laroki unter riesenhaften Bäumen installierte Lager bot ein wahrhaft malerisches Bild; denn es war ein echtes und rechtes Waldläufer- oder Goldgräbercamp, keineswegs ein mit komfortablen Schlaf- und wohlausgestatteten Küchenzelten versehenes Lager, wie jene, welche mir auf meinen Expeditionen in Indien allerorten bereitet worden waren. Jeder von uns verfügte nur über eine an Bäumen befestigte Hängematte, oberhalb welcher zum Schutze gegen Regen ein etwa 2 ur großes Stück Wachstuch aufgespannt war, während man unterhalb das notwendigste Handgepäck und die Gewehre gestaut hatte. Gekocht wurde an offenem Feuer, und die Abendmahlzeit, aus Risotto und dem Inhalt einiger Konservenbüchsen bestehend, war einfach genug; sie mundete uns aber nach den Mühen des Tages weit besser, als die feine Küche Bussattos. Neben uns hatten sich rings um das große Feuer die papuanischen Führer und die Gepäckträgerinnen gelagert, welche von Zeit zu Zeit ihren einförmigen Gesang ertönen ließen; weiterhin standen die gefesselten Pferde. Zu unseren Füßen rauschte der Fluss und durch die dichten Laubkronen der Baumriesen flimmerten die goldenen Sterne, glänzte der silberne Mond.

Lange Zeit lag ich, in eine Decke gehüllt, am Ufer des Flusses, und wie ich so zum nächtlich strahlenden Himmel, auf die flackernden Lagerfeuer und die gespenstisch über die Stämme und Ranken des Urwaldes huschenden Schatten blickte, traten aus der Tiefe meiner Seele Erinnerungen aus meinen Kinderjahren hervor. Ja, so hatte ich einst, den »Letzten der Mohikaner« in der Hand, das Lagerleben der Cooper’schen Helden in den endlosen Wäldern Nordamerikas träumend geschaut . . .

Als ich endlich meine Hängematte aufgesucht hatte, begannen die Eingeborenen abseits zu tanzen und zu singen. Ihr Gesang und die einzelnen Freudenrufe, die sie ausstießen, gemahnten mich zuweilen an die Lieder und Juchezer, mit welchen in unseren Alpen die Burschen ihre „Diandln“ begrüßen, weckten manch schöne, heimatliche Erinnerung in mir und wiegten mich in Schlaf, in dem mich Traumbilder einer fernab von Laroki und von Neu-Guinea liegenden Landschaft umgaukelten.

Links

  • Ort: Port Moresby, Neu Guinea
  • ANNO – am 16.06.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Die Grille“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

Solve : *
12 × 7 =