Kategorie-Archiv: diary

diary entries of Franz Ferdinand

At Sea to the Solomon islands, 5 and 6 June 1893

During the night from the 4 to the 5 June „Elisabeth“ had reached her Eastern-most point of the journey near the Loyalty islands — 167° 36′ longitude East of Greenwich — and at that time the course was set towards San Cristoval of the Solomon group. The wind remained fairly constant during the 5th so that there was still a heavy pitch but then relented on the 6th. The temperature on deck but especially in the cabins announced the approaching tropical region and the weather similarly changed in character on the 6th. The sky was often cloudy and rain storms came down with increasing intensity towards the evening.

During intense rain a large flock of terns (Hydrochelidon fuliginosa) was flying around the ship, some of which sat on the yardarm of the main mast and attracted everybody’s attention by their cries. When a sailor climbed up and caught one of these gliders of the air with his bare hands despite the great darkness, the terns startled by this circled again in the air and crashed into the foresail light as well as the two position lights. Two of the birds apparently much exhausted landed on the deck and were captured without effort.

We used the two days, as well as we could in this wind and weather, to package and store our acquisitions from New Caledonia as well as completing our diary entries.

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  • Location: At Sea to the Solomon islands
  • ANNO – on 05.06.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Das Heiratsnest“. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.

In See nach den Salomon-Inseln, 5. und 6. Juni 1893

In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni hatte die „Elisabeth“ bei den Loyalty-Inseln den östlichsten Punkt ihrer Reise — 167° 36′ östliche Länge von Greenwich — erreicht, und konnte zur selben Zeit in den Kurs auf San Cristoval der Salomon-Gruppe gesetzt werden. Der Wind blieb am 5. ziemlich konstant, so dass wir noch stark rollten, ließ aber am 6. nach. Die Temperatur auf Deck, vor allem aber in den Kabinen verkündete die nahende Tropenregion, und nahm auch das Wetter am 6. entsprechenden Charakter an; der Himmel trübte und umwölkte sich häufig, und Regenböen, die gegen Abend an Intensität zunahmen, gingen nieder.

Während des heftigsten Regens umstrich ein großer Schwarm von Seeschwalben (Hydrochelidon fuliginosa) das Schiff, deren sich einige auf die Raaen des Großmastes setzten und durch ihr Gekreische die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Als ein Matrose emporgeklettert war und trotz der großen Dunkelheit einen dieser Segler der Lüfte ohne Hilfsmittel mit der bloßen Hand gefangen hatte, kreisten die Seeschwalben, hiedurch aufgeschreckt, wieder umher und stießen gegen das Focklicht sowie gegen die beiden Positionslichter. Zwei der Vögel, offenbar sehr ermüdet, ließen sich auf Deck nieder und wurden hier ohne Mühe gefangen.

Wir verwendeten die beiden Tage, so gut dies bei Wind und Wetter eben ging, zur Verpackung unserer Erwerbungen aus Neu-Caledonien sowie zur Ergänzung unserer Tagebücher.

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  • Ort: In See nach den Salomon Inseln
  • ANNO – am 05.06.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Das Heiratsnest“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

In See nach den Salomon-Inseln, 4. Juni 1893

Trotz des programmäßigen Vorhabens, die Anker schon um 7 Uhr morgens zu lichten, mussten wir die Stunde der Abfahrt von Numea etwas verschieben, da außer der mir geschenkten Sammlung noch eine Reihe von Gegenständen einzuschiffen war, die mir vom Gouverneur und dessen Adjutanten zugesendet wurden, so mehrere Stämme edlen Holzes, welche der Aviso „Loyalty“ eine Tagreise weit hergebracht hatte, ferner eine teils lebende, teils ausgestopfte Exemplare umfassende Kollektion der auf Neu-Caledonien vorkommenden Vogelarten u. dgl. m.

Unter den Vögeln verdienen der Schopfpapagei, sowie der nur auf Caledonien vorkommende Kagu (Rhinochetus jubatus) besondere Erwähnung.

Beim Unterbringen der Tiere in die Käfige entkamen leider drei der schönen rosenroten Kakadus, die wir in Sydney eingeschifft hatten, und die Flüchtlinge strichen, der wiedererlangten Freiheit froh, sofort dem Lande zu. So sehr wir diesen Verlust bedauerten, hatten wir doch die Genugtuung, Neu-Caledonien möglicherweise um eine reizende Vogelart bereichert zu haben, weil die Kakadus hier bei den ihnen völlig entsprechenden klimatischen Verhältnissen auch andere günstige Bedingungen zur Vermehrung finden werden.

Nach dem Gottesdienst — es war Sonntag — dampften wir aus dem Hafen von Numea, während von den französischen Schiffen mit der Flagge, mit Wantensalut und mit dreifachem Hurrahrufe gegrüßt wurde, was wir ebenfalls mit Flaggengruß und Hurrahrufen sowie mit Salut längs der Reeling erwiderten. Auf der Insel Nu war eine Musikkapelle postiert, welche die Volkshymne intonierte, worauf wir, um der internationalen Höflichkeit zu genügen, mit der Marseillaise antworten mussten — ein drastisches Widerspiel: die hehren Klänge des „Gott erhalte“ und als Echo das revolutionäre Lied!

Wir nahmen den Kurs längs der Südwestküste und den vorgelagerten, kleinen Inseln südostwärts, so dass die Korallenriffe steuerbord blieben, und durcheilten die Woodin-Passage zwischen der Insel Ouen und dem Festland hindurch. In dieser schmalen Wasserstraße, welche an manchen Stellen kaum die Breite einer Seemeile erreicht, zieht eine Reihe malerischer Bilder an dem Auge des Seefahrers vorbei; steuerbord ragt die Insel Ouen in zackigen Umrissen empor, lange rote Streifen verraten den Reichtum derselben an eisenhaltigem Gestein; backbord erhebt sich die Küste von Neu-Caledonien, mit reicher, zumeist tropischer Vegetation bedeckt, in deren dichtem Gewirr, als Kennzeichen der besonderen Pflanzenregion dieses Teiles von Melanesien, Araucarien schlank und hoch aufstreben; auch einzelne Hütten und ein kleines Haus kommen in Sicht, und bringen einen belebenden Zug in die Szenerie.

Weiter geht die Fahrt durch die Prony-Bai, um die südliche Spitze Neu-Caledoniens herum an dem scharf vorspringenden Cap Ndua vorbei, dann mit einer Wendung nach Nordost durch den Havannah-Kanal und endlich aus dessen zahlreichen Korallenriffen und Strömungen heraus in die offene See. Mit nördlichem Kurs steuern wir auf die Loyalty-Inseln zu. Abends gestaltete sich die Navigation durch diese Inseln zwischen den Eilanden Molard und Hamelin hindurch recht schwierig; denn der Himmel hatte sich umwölkt, eine heftige Regenböe ging nieder, so dass wir auf wenige Meter vor uns hin keinen Ausblick mehr hatten und daher die Fahrgeschwindigkeit umso mehr heruntersetzen mussten, als noch keine genaue Aufnahme der Loyalty-Inseln durchgeführt ist und die Seekarten wenig verlässlich sind. Endlich aber kam der Mond wieder zum Vorschein, und nun konnte man die Inseln ohne Anstand passieren. Der Wind war den ganzen Tag von Nord und Nordost gegangen und versetzte das Schiff in starke Rollbewegungen.

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  • Ort: Nächst der Loyalty Inseln
  • ANNO – am 04.06.1893 in Österreichs Presse. Das Wiener Salonblatt vom 4. Juni liegt etwas mit der Berichterstattung zurück und vermeldet die Abreise Franz Ferdinands von Australien.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „König Ottokars Glück und Ende“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

At Sea to the Solomon Islands, 4 June 1893

Despite the program of hoisting the anchor already at 7 o’clock in the morning we had to delay the hour of departure for some time as, besides the collection gifted to me, a number of objects had to be loaded on board which the governor and his adjutant had sent like multiple logs of precious wood which the dispatch boat „Loyalty“ had brought back from a day trip as well as a collection of partly alive partly stuffed specimens of bird species present on New Caledonia etc.

Among the birds, a special mention is deserved for the broad-billed parrot as well as the kagu (Rhinochetus jubatus) that is restricted to New Caledonia.

During the billeting of the animals in cages three of the wonderful roseate cockatoos we had taken on board in Sydney unfortunately escaped. The fugitives flew, happy about their regained freedom, towards the land. As much as we felt sorry about this loss we had the satisfaction of maybe having introduced a delightful bird species to New Caledonia as the cockatoos should find a favorable environment here to multiply given the comparable climatic circumstances.

After the church service — it was Sunday — we steamed out of the harbor of Numea, while we were saluted by the French ships with the flag, with board salute shots and with triple shouts of Hurrah to which we replied also with the flag, salute and sideway shots. On the island of Nu a music band had taken up position and played our anthem which meant we had to reply out of international courtesy with  the Marseillaise — a drastic exchange: the noble sounds of „God save“ and as its echo the revolutionary song!

We set course along the South-west coast and the small offshore islands to the South-east so that the coral reefs remained to starboard and passed rapidly through the Woodin Passage between the island of Ouen and the mainland. In this small sea strait which is in some places barely a sea mile wide reveals a number of picturesque views  in front of the mariner’s eye. On starboard rises the island of Ouen in jagged contours, long red stripes betraying its wealth in iron rocks; on port the coast of New Caledonia rises covered in rich mostly tropical vegetation. In a dense tangle as a characteristic of this special plant region of this part of Melanesia grow the slender and soaring araucariae; also some huts and a small house become visible and bring a refreshing sign of life into the scenery.

The journey continues through Prony Bay, around the Southern point of New Caledonia past the sharply protruding Cape Ndua, then a turn to the Northeast through the Havannah canal and finally out of its numerous coral reefs and currents into the open sea, steering North in the direction of the Loyalty islands. In the evening navigating through these islands was quite difficult as the sky had turned cloudy, a heavy rain storm was coming down so that we could not see further than a few meters and thus had to reduce our speed even more as now precise soundings of the Loyalty islands existed and the sea maps were of little reliability.  Finally the moon appeared again and then we could pass the islands without problems. The wind came during the whole day from North and North-east and made the ship pitch mightily.

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  • Location: Next to the Loyalty islands
  • ANNO – on   04.06.1893 in Austria’s newspapers. The Wiener Salonblatt of 4 June informs its readers belatedly about Franz Ferdinand’s departure from Australia.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „König Ottokars Glück und Ende“. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.

Numea, 3 June 1893

For today there was a full program planned. In the morning at 8 o’clock the governor fetched me in his boat to visit the prison which was to be constructed on the island of Nu on the spot where the first penal depot had been built in 1864. Here the hard criminals as well as those who committed crimes during their time of detention which results in harder conditions or a prolongation of the sentence were to be kept. Furthermore the prisoners coming newly from France or from the colonies are to stay there until they can be distributed to the various places on the island.

After half an hour we landed at a garden which is assigned to the director of the establishment. It consists of a large number of large widely dispersed locations which we visited guided by the director. We started at a small barracks where a detachment of about 100 men of marine infantry under the command of a captain was staying. Then we had a look at various workshops where the prisoners performed various crafts such as a bakery, locksmithery, carpentry etc. In this prison too the prisoners are housed during the night in long rows of houses side by side like in Montravel. Only here the houses are surrounded by high walls. The middle of the housing complex was a place of execution where on occasion the guillotine is set up; all prisoners have to attend the executions on their knees while behind them the soldiers take up position with loaded rifles.

Above the prisoner houses rises a mighty building without windows in which small cells intended for the hardest criminals and namely the recidivists. These contain wooden beds with a blanket each to which the prisoner can be shackled with iron bars. To my surprise I found books in some of the prisoner’s cells. The director of the prison intends to house the hardest criminals in other locations without beds where the prisoner has to sleep on the naked ground and has no benefits at all.

The first cell whose iron door was opened for me held a six-times murderer whose fate rested on the outstanding decision of the president of the republic. When the governor directed a few questions to the prisoner condemned to death, he showed his bad behavior and answered quite impertinently. The criminal was shackled on one foot. The other leg which had been wounded by a revolver shot when he had attacked one of the guards was bandaged. A still young man of a strong almost Herculean build, the deported had started his criminal career by murdering his lover.

I had almost all the cells in the building opened and made the impression that the inmates showed without exception impertinent behavior which was evident in their answers. True criminal physiognomies that indicated crime and vice and made us realize that we faced the scum of the earth.

A part of the inhabitants of these houses  is awaiting their turn at the guillotine which was shown next. I had this earnest instrument of justice never seen before and could not resist an awkward feeling, due not in the least to the the cruelties of the large revolution which passed through my mind. The executioner, a former prisoner, a truly vile guy demonstrated how a criminal is tied to the horrible board and explained the mechanism of the machine. Finally he let the blade crash down on a reed bundle which was cut through by the impact of the falling executioner’s sword. This was accompanied by the vile man’s cynical jokes and smiling, he finally presented me with his photograph which had his name and the following words: „Executeur des hautes oeuvres“.

We visited also the magazine with all supplies and tools for road construction and then walked some kilometers to the hospital which was under the care of merciful sisters and held about 150 sick persons and is situated in a beautiful, healthy location at the edge of the sea. It was exemplary well run, especially concerning cleanliness and order.

Next to the hospital was an institution for the mentally ill with a large garden where these unfortunate humans seemed to be as well cared for as was possible. During my visit there were scenes similar to those in other mental homes. As all the poor ill persons approached us and gave speeches, presented themselves as kings of Spain and other countries, declared to be kept here illegally as mentally ill persons and uttered many words of sad mental state. One man who suffered from rage attacks of such an intensity that he could break iron bars that were as thick as a thumb showed me a nice blanket he had woven.

Leaving this dark place we drove in the barge and then with the wagon to the country retreat of the governor which was half an hour outside of Numea to attend here a Pilu-Pilu, that is a music and choreographic and warlike performance of the natives, in the honor of M. Gallet, the official in charge of native affairs. Under a tent that is usually set up on a place for lawn tennis games we enjoyed this strange but exciting spectacle.

Two groups of about fifty natives each from Montfaue and Huailu performed a funeral dance together accompanied by song. These groups alternated in the performance of a number of dances and then made room for the natives from Bai who also excelled in dance and song. The natives of Montfaue then sang a song that told about episodes and memories of the uprising of 1878, the year of uprising and war. In these fights the tribe of Unua fought on the French side. One of that tribe, a chief called Dui won fame by his audacity in the fight against the rebellious natives.

The members of each tribe distinguish themselves by their appearance from other tribes only in details. Their dances and songs are also similar. All actors, tall beautifully grown men, wore full war costumes with long spears and heavy clubs while the chiefs wearing many centimeters more of clothing than during the hunt yesterday were also armed with axes made out of serpentine stones. White cock feathers as well as combs stuck into the thick curly hair served as headdress.

The dances which were executed with a precision that would make any well drilled corps de ballet proud were accompanied by wild but at least rhythmic songs which included the singers convincingly imitating animal voices and sounds of nature. The choreographic productions — every single movement was executed by all dancers in sync — were partly funeral dances, that is religious ceremonial, partly war dances partly the illustration of emotions, actions, customs, machines etc. Thus one could see in an audacious step and movement: fruit bats, cattle, love, war canoes, a taro harvest feast, hunting, fishing, a free horse, the turning of a ship screw, a European threatening with his finger, a man with crippled arms, even the signals of a semaphore and surveying the land — for a ballet master a true treasure chest of surprising new effects.

In their songs these wild artists express partly harmless views and exhortations partly energetic inimical and bellicose thoughts and even examples of anthropophagous poetry. The latter was namely also the case in the sung episodes about the year 1878 of the Montfaue. Whatever the individual truth behind the content of these tales they were taken in their whole originality from the points of view of a primitive people and formed in a most naive way: „Prepare for the dance (Nipagüeü-nipagüeü)! — You are numerous, all begin! Dance the Nequipin! — Put a canoe in the river! — Have persons thin due to the inundation and his ship be carried away! — Prepare for battle! — Shout the war cry! — We want to kill chief Dui! — I will cut his brother Meino in two pieces! —“ etc.

The spectacle received great interest not only because it permitted insight into the importance of dance and song for these primitive humans as a means to express their desires, moods and feelings but also because these spectacles showed an excellent powers of observation and real talent to perform the noticed. They thus confirm the above average intelligence of the wild artists. Most remarkable was the endurance and the effort with which they danced and sang as well the rage that flashed in the physiognomies of the dancers.

The following spear throwing of the natives offered nothing exceptional as they were probably exhausted and excited from the dance so that many spears missed their target. The slinging of stones however was very original. The islanders put hard stones that they had sharpened at both ends into conical points into a twisted slip knot made out of fibers which they swung around in circles so that the stone escapes with speed and flies toward the distant target with force. The projectile flies hurling through the sky and penetrates even fairly think planks. These slings were once used as dangerous weapons in the never-ending fights between the different tribes.

This production was followed by a Pilu-Pilu native from Lifu, the largest of the Loyalty islands. The facial characteristics of these islanders who also have Polynesian blood mixed in are more beautiful than those of the natives of New Caledonia. They are also said to be more intelligent and more open to trade with Europeans than the latter. In contrast to the New Caledonians the  Lifuese were painted in the most flashy colors mostly vermilion and sky-blue. Even their faces had been fully covered and individual artists wore grotesque face masks. The Lifu islanders acted in two groups one of which performed a dance of the warriors accompanied by song. The other produced an episode of the family history of an old demon again with song and dance. The latter production starting with monotonous singing suddenly turned into wild pantomimic movements that however were executed only by a few artists while the others crouched or clapped hands and shouted.

This performance had an erotic character as it treated the kidnapping of the wife of an old demon by multiple young devils. These appear and try to lure the wife away from the old demon with all kinds of inciting tales. The old demon’s warning voice dies away in vain. „Come with us, our land is beautiful, and the paths that led there fine“ sing the young demons. After the fearful old demon’s „Don’t listen to them“ the flighty wife sings „I will follow you“, so that the old demon left alone can only ask the empty question „Where is my wife?“ and sadly answer in resignation „I have lost her..!“ The show would not have been suitable for ladies as the wild artists enjoyed their exuberant even unrestrained fantasies and many alternating songs especially that between the wife and the young devils left out nothing of comic and drastic matter.

Thus the program of the morning was complete. I then returned on board while my gentlemen ambled through the town and there made a number of purchases of ethnographic objects for me.

In the government building illuminated brightly as daylight by lampions and gas flames and whose entrance was a glittering triumphal arch, the governor hosted a gala dinner attended by about thirty dignitaries of Numea among them the bishop, the president of the council, the ship commander, the colonel of the infantry regiment, various councillers and other officials. In full concordance with the long duration of the hunting breakfast, the dinner lasted considerable time too so that after two hours no end was in sight. When the champaign was opened, the governor rose to offer a long but good and well received toast to His Majesty and me to which I replied with a few words. The dinner music was provided by a band composed of prisoners. As waiters too deported persons were used who probably had only been sentenced for small crimes and who wore immaculate livery appropriate to the occasion instead of prisoner clothing.

After the dinner which we left only at a late night hour, M. Picquie led me into a side room where he presented me a displayed collection of Kanak weapons and fetishes and to my pleasant surprise, to offer it, a kind act for which I am all the more thankful to the governor as this collection contains some pieces that are valuable due to their rarity and thus are a valuable enrichment to my prior acquisitions.

In the brightly illuminated garden a dance number by the Loyalty islanders was seen by a large audience as the governor had invited also the staff of Elisabeth“ and those of the French warships. The show resembled those in the morning only the wild men accompanied  their dances with sounds of somewhat primitive musical instruments, a kind of drum made out of leaves and plant fibers.

Then we said good-bye to the governor, assured him our vivid thanks for the most obliging and even cordial reception he gave us as well for his successful efforts to make our short stay on New Caledonia as agreeable and as educating as possible and repeated our large interest for this island.

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  • Location: Numea, New Caledonia
  • ANNO – on  03.06.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Der letzte Brief“. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.

Numea, 3. Juni 1893

Auf der heutigen Tagesordnung stand ein reichhaltiges Programm. Des Morgens um 8 Uhr holte mich der Gouverneur in seinem Boot zur Besichtigung der Strafanstalt ab, welche auf der Insel Nu dort errichtet wurde, wo sich 1864 das älteste Strafdepot befunden hatte. Hier werden, wie schon erwähnt, die schwersten Verbrecher sowie vorzugsweise solche angehalten, die sich während der Haft auf der Insel eine Handlung zuschulden kommen ließen, welche eine Verschärfung oder Verlängerung der Strafe nach sich zieht; außerdem sind in dieser Anstalt die aus Frankreich oder aus den Kolonien neu ankommenden Sträflinge jeweils bis zu dem Zeitpunkt untergebracht, in welchem sie nach den verschiedenen Plätzen der Insel abgeführt werden können.

Nach einer halben Stunde landeten wir bei dem Garten, welcher dem Direktor der Anstalt eingeräumt ist. Dieselbe besteht aus einer großen Anzahl umfangreicher, zerstreut liegender Etablissements, die wir unter Führung des Direktors der Besichtigung unterzogen. Wir begannen mit der kleinen Militärkaserne, welche durch eine Abteilung von 100 Mann Marine-Infanterie unter Kommando eines Kapitäns belegt ist, und besahen dann mehrere Werkstätten, in welchen Sträflinge verschiedene Handwerke betreiben, so die Bäckerei, Schlosserei, Tischlerei u. dgl. m. Auch in dieser Strafanstalt sind, wie in Montravel, die Häuser, worin die Gefangenen nachts untergebracht werden, in langen Reihen nebeneinander angeordnet; nur sind hier die Gebäude mit hohen Umfassungsmauern umgeben. Die Mitte des Gebäudekomplexes nimmt der Richtplatz ein, auf dem gegebenenfalls die Guillotine errichtet wird; den Hinrichtungen müssen alle Sträflinge kniend beiwohnen, während hinter ihnen Soldaten mit geladenen Gewehren Stellung nehmen.

Oberhalb der Sträflingshäuser erhebt sich ein mächtiges, fensterloses Gebäude, in welchem kleine, zur Aufnahme der schwersten Verbrecher und namentlich der Rückfälligen bestimmte Zellen angeordnet sind; diese enthalten hölzerne, mit je einer Decke ausgerüstete Lagerstellen, an welche die Sträflinge mit Eisenbarren gefesselt werden können. Zu meinem Erstaunen fand ich bei einzelnen Sträflingen in jenen Zellen Bücher. Die Strafhaus-Direktion trägt sich gegenwärtig mit dem Plan, für die schwersten Verbrecher andere Räume, und zwar solche ohne Lagerstelle in Anwendung zu bringen, in welchen der Sträfling daher auf nacktem Boden ruhen muss und überhaupt keinerlei Begünstigung genießt.

Die erste Zelle, deren eiserne Türe mir geöffnet wurde, war jene des sechsfachen Mörders, dessen Schicksal von der noch ausständigen Entscheidung des Präsidenten der Republik abhing. Als der Gouverneur in meiner Gegenwart an den dem Tode geweihten Sträfling einige Fragen richtete, legte dieser ein freches Benehmen an den Tag und gab recht unverschämte Antworten. Der Missetäter war an einem Fuß gefesselt; das andere Bein, welches bei dem letzten, von ihm gegen einen Wächter unternommenen Attentate durch einen Revolverschuss verletzt worden ist, stak in einem Verband. Ein noch junger Mann von kräftigem, fast herkulisch erscheinendem Körperbau, hatte der Deportierte seine Verbrecherlaufbahn mit der Ermordung seiner Geliebten begonnen.

Ich ließ mir fast alle Zellen des Gebäudes öffnen und machte die Wahrnehmung, dass die Insassen sich ausnahmslos durch unverschämtes Verhalten auszeichneten, welches in ihren Antworten zum Ausdruck gelangte; wahre Galgenphysiognomien, von welchen Verbrechen und Laster herabzulesen waren, verrieten, dass wir dem Auswurf der Menschheit gegenüberstanden.

Ein Teil der Bewohner dieses Hauses reift hier wohl der Guillotine entgegen, welche uns nun gezeigt wurde. Ich hatte dieses ernste Rüstzeug irdischer Gerechtigkeit noch nie gesehen und konnte mich bei seinem Anblick eines peinlichen Gefühles nicht erwehren, nicht zum wenigsten deshalb, weil alle die Greuel der großen Revolution, welchen die grässliche Maschine gedient, an meinem Geist vorbeizogen. Der Scharfrichter, ein ehemaliger Sträfling, ein recht widerlicher Kerl, demonstrierte das Anbinden des Delinquenten an das schauerliche Brett und erklärte den Mechanismus der Maschine. Endlich ließ der Nachrichter das Fallbeil auf ein Bündel Schilf herabfallen, welches durch das wuchtig niedersausende Richtschwert scharf durchgehauen wurde. Hiezu machte das Scheusal recht zynische Witze und überreichte mir schließlich lachend seine Photographie, unter welcher der Name des Conterfeiten sowie die Worte standen: „Executeur des hautes oeuvres“.

Wir besahen noch das Magazin mit allen Vorräten und Werkzeugen für den Straßenbau und schritten dann dem einige Kilometer entfernten Spital zu, welches, unter Aufsicht barmherziger Schwestern stehend, etwa 150 Kranke birgt und, in schöner, gesunder Lage am Rand des Meeres erbaut, musterhaft gehalten ist, insbesondere was Reinlichkeit und Ordnung anbelangt.

An das Spital schließt sich eine Anstalt für Geisteskranke mit einem großen Garten, in welcher für diese unglücklichen Menschen so gut als möglich gesorgt zu sein schien. Bei meinem Besuche spielten sich daselbst Szenen ab, wie in anderen Irrenhäusern; denn die armen Kranken kamen auf uns zu und hielten Ansprachen, stellten sich als Könige von Spanien und von anderen Ländern vor, erklärten, dass sie hier unrechtmäßigerweise als Irre zurückgehalten würden, und gaben dergleichen Äußerungen trauriger Geisteszerrüttung mehr kund. Ein Mann, der mitunter an Tobsuchtsanfällen von solcher Intensität leidet, dass er Eisenstangen von der Dicke eines Daumens zu brechen vermag, schenkte mir eine von ihm sehr nett und gefällig gewobene Decke.

Diesen düsteren Ort verlassend, fuhren wir in der Barkasse und dann mit Wagen zu dem eine halbe Stunde Weges von Numea entfernten Landhaus des Gouverneurs, um hier einem mir zu Ehren von M. Gallet, dem Chef des Dienstes für die Angelegenheiten der Eingeborenen, arrangierten Pilu-Pilu, das ist einer musikalisch-choreographischen und kriegerischen Produktion Eingeborener, anzuwohnen. Unter einem Zelt, das auf einem sonst dem Lawn Tennis-Spiele gewidmeten Platz aufgeschlagen war, genossen wir das ebenso fremdartige als anregende Schauspiel.

Zwei Gruppen, aus je etwa fünfzig Eingeborenen von Montfaue und von Huailu bestehend, führten gemeinsam unter Gesangsbegleitung einen Totentanz auf. Diese Gruppen wechselten in der Vorführung einer Reihe von Tänzen ab, um hierauf das Feld den Eingeborenen von Bai zu räumen, welche sich gleichfalls durch Tänze und Gesänge hervortaten, worauf die Eingeborenen von Montfaue noch einen Gesang anstimmten, der Episoden und Erinnerungen aus 1878, dem Jahre des Aufstandes und Krieges, zum Gegenstand hatte. In diesen Kämpfen stand der Stamm der Unua auf Seite der Franzosen. Einer des Stammes, der Häuptling namens Dui, errang hohe Berühmtheit dank der Tollkühnheit, welche ihn im Kampf gegen die aufständischen Eingeborenen auszeichnete.

Die Angehörigen jedes Volksstammes unterschieden sich in ihrem Äußeren von jenen der anderen Stämme nur durch unwesentliche Merkmale; auch ihre Tänze und Gesänge glichen einander. Alle Darsteller, schön gewachsene und große Männer, waren in vollem Kriegsschmuck mit langen Speeren und schweren Keulen erschienen, während die Häuptlinge, um etliche Zentimeter an Kleidung mehr als bei der gestrigen Jagd an sich tragend, überdies mit Beilen aus Serpentinstein bewehrt waren. Weiße Hahnenfedern sowie Kämme, ins dichte krause Haar gesteckt, dienten als Kopfputz.

Die Tänze, deren Präzision jedem wohlgedrillten Corps de ballet zur Ehre gereicht hätte, wurden mit wildem, immerhin aber rhythmischem Gesange begleitet, in dessen Verlaufe die Sänger Tierstimmen und Naturlaute täuschend nachahmten. Die choreographischen Produktionen — jede einzelne Bewegung wurde von allen Tänzern zugleich ausgeführt — waren teils Totentänze, also religiös-zeremoniellen Charakters, teils Kriegstänze, teils Darstellungen von Gefühlen, Verrichtungen, Gebräuchen, Maschinen u. dgl. m. Da gab es, in kühnen Pas und Bewegungen ausgedrückt und vorgeführt, zu sehen: Flederhunde, Rinder, die Liebe, Kriegskanus, ein Taro-Erntefest, die Jagd, die Fischerei, das Pferd in Freiheit, die Schiffsschraube, den Europäer, wie er mit dem Finger droht, den am Arme Verkrüppelten, ja selbst die Signale des Semaphors und die Vornahme einer Landvermessung — für einen Balletmeister eine wahre Fundgrube überraschender, neuer Effekte.

In ihren Liedern bringen die wilden Künstler teils harmlose Anschauungen und Aufforderungen, teils energischere, feindselige und kriegerische Gedanken, ja sogar Blüten einer anthropophagen Lyrik zum Ausdrucke; letzteres ist namentlich in den aus den Episoden des Jahres 1878 geschöpften Gesängen der Montfaue der Fall. Was aber auch im einzelnen der Inhalt dieser Ergüsse sein mochte, immer war er in seiner ganzen Ursprünglichkeit dem Gesichtskreis eines Naturvolkes entnommen und in die naivste Form gekleidet: „Bereitet Euch zum Tanz (Nipagüeü-nipagüeü)! — Zahlreich seid Ihr, beginnet alle! Tanzet den Nequipin! — Setzet ein Kanu im Fluss aus! — Lasset von der Überschwemmung Magere und sein Schiff hinwegtragen! — Bereitet Euch zum Kampf! — Stoßet den Kriegsruf aus! — Wir wollen den Häuptling Dui töten! — Ich will seinen Bruder Meino in zwei Stücke schneiden! —“ u. dgl. m.
Die Produktionen erregten hohes Interesse, nicht bloß weil sie einen Einblick in die Bedeutung von Tanz und Gesang für den Naturmenschen gestatteten, dem sie ein nie versagendes Ausdrucksmittel seiner Strebungen, Stimmungen und Gefühle sind, sondern auch, weil aus den Aufführungen scharfe Beobachtungsgabe und ausgesprochenes Talent zur Wiedergabe des Aufgefassten sprach und daher ein Schluss auf die nicht gewöhnliche Intelligenz der wilden Künstler gezogen werden konnte. Höchst bemerkenswert war auch die Ausdauer und die Verve, mit der getanzt und gesungen wurde, sowie der Ingrimm, welcher mitunter aus den Physiognomien der Tänzer leuchtete.

In dem hierauf folgenden Speerwerfen leisteten die Eingeborenen nichts Hervorragendes, wohl weil sie vom Tanz erschöpft und erregt waren, so dass mancher Speer sein Ziel verfehlte; hingegen war das Schleudern von Steinen sehr originell. Die Insulaner legen harte Steine, die sie mit großer Mühe an beiden Enden konisch zuspitzen, auf einen aus Fasern gewundenen und in eine Schleife gedrehten Strick, welchen sie einmal scharf im Kreise schwingen, so dass der Stein abschnellt und dem Ziel auf weite Entfernung mit Vehemenz zufliegt; sausend kommt das Geschoss geflogen und schlägt selbst ziemlich dicke Bretter durch. Diese Schleuder wurde früher in den unaufhörlichen Kämpfen der einzelnen Stämme wider einander als gefährliche Waffe verwendet.

An diese Produktion reihte sich ein Pilu-Pilu Eingeborener von Lifu, der größten der Loyalty-Inseln. Die Gesichtszüge dieser ebenfalls mit polynesischem Blute vermischten Insulaner sind schöner als jene der Eingeborenen der Insel Neu-Caledonien; auch sollen erstere intelligenter und dem Verkehre mit Europäern zugänglicher sein, als letztere. Zum Unterschiede von den Neu-Caledoniern waren die Lifuesen in den schreiendsten Farben, meist zinnoberrot und lichtblau bemalt; selbst die Gesichter hatten sie ganz beschmiert, und einzelne der Künstler trugen fratzenartige Masken. Die Lifu-Insulaner produzierten sich in zwei Gruppen, deren eine unter Gesangsbegleitung einen Tanz der Krieger in drei Figuren aufführte, während die andere ebenfalls mit Gesang und Tanz eine Episode aus dem Familienleben eines alten Dämons darstellte. Letztere Produktion, anfänglich von einförmigem Gesang begleitet, ging plötzlich in wilde, pantomimische Bewegungen über, die aber nur von einigen Künstlern ausgeführt wurden, während die übrigen sich niederkauerten und schreiend in die Hände klatschten.
Diese Aufführung trug erotischen Charakter an sich, da sie die Entführung des Weibes eines alten Dämons durch mehrere junge Dämonen behandelte. Diese treten auf und suchen das Weib durch allerlei verlockende Schilderungen dem alten Dämon abwendig zu machen, dessen warnende Stimme fruchtlos verhallt. »Komm mit uns, unser Land ist schön, und die Wege dahin sind gut« singen die jungen Dämonen. Auf das „Schenke jenen nicht Gehör“ des ängstlichen Alten singt das lockere Weib „Ich folge Euch nach“, so dass dem verlassenen Alten auf die etwas überflüssige Frage „Wo ist jetzt mein Weib?“ nur die traurig resignierte Antwort bleibt „Ich habe es verloren..!“ Die Schaustellung hätte sich für Damen nicht sonderlich geeignet, denn die wilden Künstler erfreuten sich einer recht üppigen, ja geradezu zügellosen Phantasie und manche Wechselgesänge, so insbesondere jener des Weibes mit den jungen Teufeln, ließen an Komik und Drastik nichts zu wünschen übrig.

Hiemit war das Programm des Vormittages gänzlich erschöpft. Ich kehrte daher an Bord zurück, während meine Herren die Stadt durchwanderten und daselbst für mich den Ankauf einer ganzen Serie ethnographischer Objekte besorgten.

In dem durch Lampions und Gasflammen taghell beleuchteten Regierungsgebäude, an dessen Eingang ein großer Triumphbogen erglänzte, gab mir der Gouverneur ein Gala-Diner, dem etwa dreißig Würdenträger von Numea zugezogen waren, hierunter der Bischof, der Conseilspräsident, die Schiffskommandanten, der Oberst des Infanterieregimentes, verschiedene Räte und andere Beamte. Ganz im Einklang mit der langen Dauer des Jagdfrühstücks, währte auch das Diner geraume, Zeit, so dass dessen Ende nach zwei Stunden noch nicht abzusehen war. Als der Champagner kredenzt ward, erhob sich der Gouverneur, um einen zwar langen, aber recht guten, warm empfundenen Toast auf Seine Majestät und mich auszubringen, worauf ich mit einigen Worten erwiderte. Die Tafelmusik wurde durch eine aus Sträflingen zusammengesetzte Kapelle besorgt; als Aufwärter hatten, so schien es wenigstens, ebenfalls Deportierte Verwendung gefunden, die wohl nur zu leichteren Strafen verurteilt waren und, der festlichen Gelegenheit entsprechend, an Stelle des Sträflingskleides tadellose Livreen trugen.

Nach dem Gastmahl, von dem wir uns erst in später Nachtstunde erhoben, geleitete mich M. Picquie in ein Nebengemach, um mir eine hier aufgelegte Sammlung kanakischer Waffen und Fetische zu zeigen und, zu meiner angenehmen Überraschung, anzubieten, eine Liebenswürdigkeit, für welche ich dem Gouverneur umso mehr Dank weiß, als diese Sammlung einige durch ihre Seltenheit kostbare Stücke enthält und so eine äußerst wertvolle Bereicherung meiner bisherigen Erwerbungen darstellt.

In dem hell beleuchteten Garten folgte noch eine Tanzproduktion der Loyalty-Insulaner, welcher ein zahlreiches Publikum beiwohnte, weil der Gouverneur auch den Stab der „Elisabeth“ sowie die Stäbe der französischen Kriegsschiffe geladen hatte. Die Schaustellung ähnelte jener des Vormittages, nur begleiteten die Wilden ihre Tänze mit den Klängen recht primitiver Musikinstrumente, einer Art von Trommeln, die aus Blättern und Pflanzenfasern gefügt waren.

Dann nahmen wir vom Gouverneur Abschied, versicherten ihn unseres lebhaften Dankes für den höchst zuvorkommenden, geradezu herzlichen Empfang, welchen er uns bereitet, sowie für seine erfolgreichen Bemühungen, unseren Aufenthalt auf Neu-Caledonien, der Kürze desselben ungeachtet, so angenehm und so lehrreich als möglich zu gestalten, und gaben nochmals dem hohen Interesse Ausdruck, das wir an dieser Insel genommen hatten.

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  • Ort: Numea, New Caledonien
  • ANNO – am 03.06.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Der letzte Brief“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

Numea, 2. Juni 1893

Heute sollte eine Hirschjagd stattfinden; jedermann versicherte, dass das Gebiet überaus reich an Wild sei, weshalb die Jagd ein vorzügliches Resultat ergeben werde. Obgleich in fremden Ländern immer etwas skeptisch gegenüber solchen Erzählungen und Versprechungen, trug ich mich doch mit der Hoffnung, wenigstens ein Exemplar der hier eingeführten und akklimatisierten Hochwildart zu erbeuten. Bei Tagesanbruch stießen wir von Bord ab und fanden an der Landungsstelle die Adjutanten des Gouverneurs sowie einen der höchsten Beamten, der vormals Resident in Tongking gewesen und vom Gouverneur mit dessen Stellvertretung bei der Jagd betraut worden war. M. Picquie konnte an dem Jagdausflug nicht teilnehmen, da er kürzlich bei einem Gartenfest, das er gegeben, mit jungen Damen „Fangen“ spielend, ausgeglitten war und sich ein Bein verrenkt hatte; doch schien der Gouverneur diese Ursache seiner Verletzung für zu wenig würdevoll zu halten, um sie mir mitzuteilen, sondern hatte mir erzählt, dass er bei einer Dienstreise mit dem Pferd gestürzt sei und sich hiebei beschädigt habe.

Die Gesellschaft des früheren Residenten von Tongking war mir übrigens sehr willkommen, da er während der Fahrt viel Merkwürdiges über dieses für die europäische Orientpolitik bedeutsam gewordene Land berichtete, in dem er durch viele Jahre geweilt hatte. Wir hatten zwar nur 21 km zurückzulegen, brauchten jedoch hiezu, weil die Pferde sich durch besondere Langsamkeit auszeichneten und der Weg bald bergauf, bald bergab ging, drei Stunden.
Das Wetter war günstig, die Temperatur angenehm frisch; befanden wir uns doch im Juni, also nahe an der kältesten Epoche dieses Himmelsstriches, während welcher — im Juli und August — die durchschnittliche Jahrestemperatur von 22 bis 23° C. am Tag um 5 bis 7° C. in den kühlen Nächten aber bis auf + 9° C. sinkt.

Die Gegend, welche wir durchfuhren, trägt einen landschaftlich meist monotonen Charakter an sich, da der Weg fast immer durch die einförmig wirkenden Niauli-Wälder zieht; gleichwohl fehlt es nicht an wechselnden und interessanten Eindrücken, ja in der Nähe eines Bergsattels, den wir zu überschreiten hatten, zeigte sich inmitten.von Niauli-Wäldern eine Oase mit fast tropisch prächtiger Vegetation. Wir kamen an zahlreichen, von großen Gemüsegärten umgebenen Ansiedlungen und weiterhin an Hotels, besser gesagt an Straßenkneipen vorbei, welche
sich mit stolzen Namen, wie „Au rendez-vous des chasseurs“, „Hotel beau site“ u. dgl. m., geschmückt haben und den Libérés willkommene Gelegenheit bieten, ihre geringen Ersparnisse zu vertrinken.

Der Orangenbaum gedeiht hier prächtig; doch faulen leider die goldenen Früchte auf den Bäumen, da es sich, bei der Unmöglichkeit, Orangen zu exportieren, nicht lohnt, Ernte zu halten.

Während der Fahrt erblickten wir nur wenig Vögel, was mir um so auffallender war, als 45 Arten von Vögeln speziell auf Neu-Caledonien indigen sind. Ich konnte nur einen kleinen Raubvogel, ferner einen Fischer sowie Mainas und einige Sänger beobachten. Noch ärmer scheint das Land an Säugetieren zu sein; denn außer Hirschen soll es nur noch eine Art fruchtfressender Handflügler, große Flederhunde (Pteropiden), aufweisen. Aus diesem Mangel an größeren Tieren und aus dem zeitweise fühlbaren Bedürfnisse nach substantiellerer Nahrung, als Fische, Flederhunde, Ratten, Würmer und Schnecken bieten können, wollen die Ethnographen die seit noch nicht allzu langer Zeit unterdrückte Vorliebe der Eingeborenen für Menschenfleisch erklären.

Der letzte Teil des Weges gestaltete sich überaus schlecht, da hier eine große Wasserleitung für Numea im Bau begriffen war und eben der Transport eiserner Röhren besorgt wurde.
Nächst einer kleinen Ansiedlung erwarteten uns zwei Herren, die uns zu Fuß durch ein breites Tal an den Jagdplatz führten. Hier hatte ich zum ersten Mal Gelegenheit, eine größere Anzahl Kanaken zu sehen, die aus dem Innern der Insel berufen worden waren, um als Treiber zu fungieren, — schön gebaute, muskulöse Männer von dunkelkaffeebrauner Farbe, mit ganz krausem, dichtem, echt papuanischem Haar, das sie hoch emporgekämmt trugen; ihre Gesichtszüge sind unschön und roh, verraten aber doch im Ausdruck eine gewisse Intelligenz. Die Kleidung beschränkt sich auf schmale Leibriemen; hingegen sind die Kanaken um so reicher mit allerlei Schmuck ausgestattet, den sie in Form von Halsketten und Armbändern aus Muscheln sowie von Fußringen, die aus den Haaren eines Flederhundes gedreht werden, tragen. Als Waffen dienen lange Lanzen mit sehr originellen Spitzen, ferner Keulen, verfertigt aus dem schweren Eisenholz, welches auf der Insel gefunden wird.

Die Ausdauer der Eingeborenen beim Schwimmen und ihre Geschicklichkeit beim Fischfang sind angeblich hervorragend. Meine Gewährsmänner wollen als Augenzeugen beobachtet haben, dass Insulaner häufig zwei bis drei Meilen weit ins Meer hinausschwimmen und
dort „wassertretend“ eine Angel auswerfen, um so zu fischen, worauf sie die solcherart erworbene Beute unter den Arm nehmen und den Fischfang fortsetzen, bis sie mit einer genügenden Anzahl von Fischen ans Land zurückkehren. Die Kanaken sollen es auch meisterlich verstehen, ihre Kanus zu lenken und beim Fischfang zu verwenden, aber die eben beschriebene Angelfischerei weitaus vorziehen. Es wäre übrigens auch möglich, dass meine Gewährsmänner etwas mehr gesehen haben, als sich wirklich ereignet hat, und dass die Fischer auf Riffen oder Klippen, die sich — dem Beobachter nicht wahrnehmbar — unter der Meeresfläche hin erstrecken, Fuß fassen, um dann von diesem festen Standpunkt aus dem Fang zu obliegen.

Im ganzen gibt es auf Neu-Caledonien noch ungefähr 40.000 Eingeborene, deren Rasse jedoch im Aussterben begriffen ist, da diese infolge zahlreicher endemischer und mancher eingeschleppter Krankheiten sowie des numerischen Missverhältnisses der Geschlechter von Jahr zu Jahr abnimmt. Das Töten der neugeborenen Mädchen soll hier üblich sein; auch werden die Frauen überaus schlecht behandelt und zu allen schweren Arbeiten angehalten. Früher trug zur Verminderung der Bevölkerung auch der Umstand bei, dass die einzelnen Stämme in fortgesetzten Fehden miteinander standen und die Gefangenen sowie die Erschlagenen stets verzehrt wurden; jetzt sind die Eingeborenen friedlicher gesinnt, ziehen sich aber vor den Weißen zurück.

Der Beamte, welchem die Eingeborenen unterstehen, war mit den Treibern ausgerückt und stellte uns zur Jagd am Fuß eines nur mit Gras bewachsenen Hügels auf, hinter welchem sich eine mit dichtem Wald bedeckte Berglehne hinzog, die von den Insulanern mit ihren Hunden abgetrieben werden sollte, um die Hirsche zu zwingen, über den Hügel zu wechseln. Dieser Schlachtplan entzückte mich gar nicht und in der Tat benahmen sich die Treiber auch so wie fast alle Eingeborenen, die bisher bei unseren Jagden verwendet worden waren. Sie gingen regel- und planlos im Trieb umher, nahmen auf kleinen Anhöhen oder an Rändern von Schluchten Stellung, um die längste Zeit vor sich hin zu brüllen, während nur sehr wenige Treiber mit den Hunden in die Dickungen drangen. Die Hunde gaben zwar einige Male Laut, die Jagd nahm aber eine von uns abgewandte Richtung, wie dies von vorneherein zu erwarten stand, weil das Wild gewiss auch in Neu-Caledonien keine Neigung verspürt, in ein offenes Tal zu wechseln, und dies umso weniger, als hinter uns an der Wasserleitung mit all dem hiebei unvermeidlichen Lärm gearbeitet wurde.

So saß ich drei volle Stunden da, als plötzlich, jedoch auf ziemliche Entfernung, ein Spießer flüchtig an mir vorbeiwechselte. Ich roulierte ihn, anscheinend mit einem Tiefblattschuss, im Feuer, doch wurde der Hirsch wieder hoch und zog sehr krank einige Schritte weiter, um sich in dem hohen Gras niederzutun. Kaum hatten die Treiber dies gesehen, als sie im vollen Sinn des Wortes wie die Wilden mit gewaltigem Geschrei auf den Hirsch zustürzten, der natürlich abermals hoch wurde und von den Wilden und Hunden verfolgt, in einen sehr dichten Wald flüchtete, wo man noch einige Zeit Laut geben hörte, bis der Hirsch für immer verschwunden war. Von einer regelrechten Nachsuche konnte selbstverständlich keine Rede sein, und auch die an die wilden Kerle recht inständig gerichtete Bitte, das angeschweißte Stück wenigstens nach ihrer Manier zu suchen und zur Strecke zu bringen, blieb vergeblich.

So war denn der erste Trieb vollständig verunglückt, obwohl das Wild, nach der uns beim Beginn der Jagd gegebenen Versicherung, in Wald und Flur einer Landplage gleich nur so wimmeln sollte. Wie gewöhnlich in solchen Fällen, wollten nun angesichts des Misserfolges der Jagd die Arrangeure ganz genau wissen, dass die Jagd, um zu einem Ergebnisse zu führen, entweder zu früherer Stunde oder als Pürschjagd hätte abgehalten werden sollen — eine Erkenntnis, die aber etwas zu spät kam; denn bei mir hätte der Vorschlag, die Jagd früher beginnen zu lassen, keinen Widerstand erfahren, ich wäre nötigenfalls auch um Mitternacht aufgebrochen.

Leider war an eine unmittelbare Fortsetzung der Jagd nicht zu denken, weil der Gouverneur, welcher später gefolgt war, unser bereits in dem nahegelegenen Haus eines Ansiedlers mit einem opulenten Frühstücke harrte, welches durch zwei volle Stunden währte, da Haushofmeister und Bediente in glänzender Livree eine unabsehbare Reihe von Speisen und Weinen servierten. Wie wohlgemeint dieses Festmahl auch war, so empfand ich — auf Nadeln sitzend — dasselbe doch nur als Verschwendung der Zeit und hätte vorgezogen, letztere zur Jagd oder zum Sammeln von Käfern und Schmetterlingen, mit einem Worte zu einem nützlicheren Zweck zu verwenden, da ich ja doch nicht für wenige Tage zum Besuch einer interessanten, mitten in der Südsee gelegenen Insel, die ich mein Leben lang nicht wieder betreten werde, erschienen war, um mich stundenlang den Freuden der Tafel hinzugeben! Nach Beendigung des Frühstückes hoffte ich der Erlösung nahe zu sein — aber mit nichten; denn es lief die Hiobspost ein, dass die Hunde der Treiber sich verlaufen hätten und die Jagd erst fortgesetzt werden könne, bis diese Köter wieder eingefangen seien. Mit Ausnahme meiner Herren schienen alle Teilnehmer der Jagd über diese Nachricht sehr erfreut zu sein und zechten weiter, bis es endlich am späten Nachmittag gelungen war, die Hunde zur Pflicht zurückzurufen.

Endlich begann ein neuer Trieb an einem Hügel, der dicht mit Farnen bewachsen war. Die hiesigen Insulaner mögen recht ehrbare Leute sein und allerlei gute Eigenschaften besitzen, aber vom Treiben und Jagen verstehen sie absolut nichts. Die Hunde gaben bald Laut, und unmittelbar danach sah ich ein Stück Hochwild in großer Entfernung durch die Büsche wechseln; leider aber hatten die Unglückstreiber den Hirsch auch schon bemerkt und rasten nun sofort von allen Seiten mit Geheul auf das Wild zu, welches selbstverständlich in entgegengesetzter Richtung ausbrach, worauf die Treiber sich vergnügten, vor meinem Stand schreiend und gestikulierend umherzustreifen und eine Art Kriegstanz aufzuführen.

Da mir die Möglichkeit fehlte, meine Ansicht durch einige eingeborene Kraft- und Kernworte zum Ausdrucke zu bringen, nahm ich in ohnmächtigem Ärger meinen Stutzen auf den Rücken und wandte mich von dieser „wilden, verwegenen Jagd“ ab, dem Wagen zu, wo ich von einem mir eiligen Laufes folgenden Jagdarrangeur die Nachricht erhielt, dass eben vier Hirsche über den von mir verlassenen Stand gewechselt hätten. Ich bezweifelte nicht im geringsten, dass es mit diesen, wenn auch vielleicht nur zur Ehrenrettung der Jagdleitung erschienenen Hirschen seine Richtigkeit haben mochte, ließ mich aber gleichwohl nicht mehr bestimmen, auf meinen Stand zurückzukehren und trat mit aller Seelenruhe die Heimfahrt an.

Diese entschädigte einigermaßen für die so misslungene Jagd. Zwischen den hohen, das Tal einsäumenden Bergen dahinfahrend, erfreuten wir uns an den lebhaften Farbeneffekten, welche die Strahlen der sinkenden Sonne auf den Bergabhängen hervorbrachten; bläulich schimmerten die Niauli-Bäume neben den Erdrissen und kahlen Flächen, welche metallisch glitzerten und infolge des reichen Eisengehaltes der Gesteine insbesondere in leuchtendem Rot erglühten.

Zu später Stunde waren wir wieder an Bord der „Elisabeth“, welche der Kommandant, von meinen Herren und einer Anzahl von Offizieren gefolgt, bald darauf verließ, um einem Diner beizuwohnen, welches die Offiziere des französischen Panzerschiffes „Thetis“ an dessen Bord gaben, während ich daheim blieb.

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  • Ort: Numea, New Caledonien
  • ANNO – am 02.06.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Der Meister von Palmyra“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

Numea, 2 June 1893

Today a deer hunt was to be organized. Everybody assured me that the territory was rich in game and thus the hunt promised excellent results. Even though I always am somewhat sceptic about such tales and promises in foreign countries, I was still full of hope to catch at least one specimen of the deer species introduced and acclimatized here. At dawn we set off from the board and met the adjutant of the governor at the landing as well as one of the highest civil servants who formerly had been resident in Tonkin and been assigned by the governor as his representative.

M. Picquie himself could not participate in the hunt as he had slipped and dislocated a leg while playing „catch“ with the young ladies during a garden party he had organized. Apparently the cause of his injury seemed to the governor not dignified enough to tell me and had instead communicated that he had fallen off a horse during a business trip and thus injured himself.

The company of the former resident of Tonkin by the way was very welcome as he could tell me during the drive many strange things about this country which had become important for the European Oriental politics and where he had lived for many years. We only had to cover 21 km but spent three hours as the horses were notable for their special slowness and the road went up and down the mountain.

The weather was agreeable, the temperature pleasantly fresh. We were now already in June, that is close to the coolest period in this part of hemisphere in which — in July and August — the average temperature drops from the annual average of 22 to 23° C during the day by 5 to 7° C, while it drops in cool nights down to about + 9° C.

The region we were driving through has a mostly monotonous character in scenery as the road goes almost always through the monotonous looking Niauli forests. Still there are changing and interesting impressions. Close to a saddle of a mountain which we had to cross there was an oasis amidst the Niauli forest with splendid almost tropical vegetation. We passed numerous settlements with large vegetable gardens and furthermore also hotels or more precisely road-side inns with proud names such as „Au rendez-vous des chasseurs“, „Hotel beau site“ etc. that offer the Libérés the prized opportunity to waste their small savings on drink.

The orange tree is growing splendidly here. Unfortunately, the golden fruits are fouling on the trees as it is not profitable to harvest them due to the impossibility of exporting oranges.

During the drive we saw few birds which was all the more remarkable as 45 species of birds were natives only of New Caledonia. I managed to observe only a small predator, then a kingfisher as well as a Myna and a few singing birds. Poorer still the country seemed to be as far as mammals were concerned. Apart from deer there seems to be only a species of fruit-eating  bat, large megabats (Pteropididae). This lack of large animals and the periodically recurring need for more substantial food than fish, megabats, rats, worms and snails is used by ethnographers to explain the native predilection for human meat suppressed not long ago.

The last part of the journey turned out to be very difficult as a large water pipeline was under construction for Numea and the iron pipes was just then being transported there.

Next to a small settlement we were expected by two gentlemen who led us on foot through a wide valley to the hunting ground. Here I had the first chance of seeing a large number of Kanaks who had been called out of the interior of the island to serve as drivers — beautifully built muscular men of a dark coffee-brown color with dense fully curly hair of a true Papuan character which they wore combed upwards. Their faces are not beautiful and raw, but show a certain intelligence in their expression. Clothing is limited to small waist belts. In contrast the Kanaks are all the more equipped with all kinds of ornaments which they carry as necklaces and bracelets made out of shells and footrings made by twisting megabat hair. As weapons they carry long lances with very original points as well as clubs made out of heavy ironwood that is found on the island.

The endurance of the natives at swimming and their skill in fishing are reportedly excellent. My informants claimed to have personally observed how these islanders had swum out two to three miles out into the sea and there threw out a fishing rod while „treading water“, then keep their catch under their arm and continue to fish until they had caught a sufficient number of fishes to return to land. The Kanaks are said to be highly proficient in guiding canoes and using them for fishing, a method much preferred to the just described fishing rod technique. It might well be possible that my informants had seen more than actually happened and that the fishermen stood on reefs and cliffs — not visible to the observer — below sea level and so on a firm setting could go after catching fish.

In total there are about 40.000 natives on New Caledonia whose race however is on the way to extinction as the numerous endemic and many newly introduced illnesses as well as the numeric gender imbalance causes their number to decrease year by year. The killing of new born girls is said to be widely practised. Women are also treated everywhere much worse and have to perform all the hard work. In earlier times, the population was reduced by the continued feuds between the different tribes where the prisoners and the killed were always eaten. Today the natives are more peaceful but withdraw from contact with the whites.

The civil servant in charge of the natives had set out with the drivers and posted us for the hunt at the foot of a hill covered only with grass behind which was a densely forested mountain slope. The islanders with their dogs were tasked to drive through these woods to force the deer to cross over the hills. This battle plan did not please me in the slightest and in fact neither were the drivers as well as almost all the natives that had before taken part in our hunting. They walked without order or plan during the drive, took up position on small hills or at the edge of gorges where they started shouting for extended periods while only a few drivers with dogs actually entered into the woods. The dogs still barked a few times but the hunt took another direction turned away from our position what was to be expected right from the start as the game in New Caledonia too shows no preference to cross into an open valley. All the more so as there was much noise behind us caused by the construction of the water pipeline.

Thus I sat there for a full three hours when suddenly but at great distance a spike was fleeing in front of me. I shot it, apparently a hit to the lungs but the deer stood up again and draw itself forward for a few steps to collapse in the high grass. As soon as one of the drivers had seen this, they all ran in the true sense of the word like wild men with great shouting to the deer that naturally again stood up and fled into the very dense wood pursued by the wild men and the dogs where one could hear their sounds for some time until the deer disappeared forever. From a true follow-up search one could naturally not speak and also a heartfelt request directed to the wild men to find the wounded animal in their own manner and kill it was in vain.

Thus the first drive was a complete failure even though the game was said to be plentiful which had been assured at the start of the hunt that the game was more like a plague on the land by their quantity in the woods and the fields. As usual in such cases the hunting masters were certain that the failure of the hunt would have been successful at an earlier hour or if executed as a chase — an insight that came too late. As I would have put up no resistance to start the hunt earlier, I would even have started our journey after midnight if necessary.

Unfortunately a straight continuation of the hunt was impossible as the governor who had followed us was awaiting us in a settler’s house close by for an opulent breakfast which consumed a full two hours as the majordomo and liveried servants presented a never-ending series of dishes and wines. As well meant this feast had been I still considered it a waste of time — sitting on pins and needles — and would have preferred to use the time for hunting or  collecting beetles and butterflies, with one word more purposeful as I had only a few days to visit the interesting island in the midst of the South Sea which I would never see again in my lifetime. I had not come to spend hours eating at a table! After the end of the breakfast I hoped to be released  —  but not at all. A Hiob’s message arrived that the dogs of the drivers had been lost and the hunt could only be continued after the dogs had been caught again. With the exception of my gentlemen all participants of the hunt seemed to e relieved and continued to eat until they finally managed to recall the dogs to duty late in the afternoon.

Finally a new drive started from a hill that was densely covered in ferns. The local islanders may be really honorable people and have all kinds of good qualities but driving and hunting they completely fail to understand. The dogs soon barked and one could see soon thereafter some great game run through the bushes. Unfortunately the unlucky drivers had noticed the deer too and now all ran in the direction of the game with cries. The deer naturally broke in the opposite direction which made the drivers happy and shouting and gesticulating in front of my position  perform some kind of war dance.

As I lacked the possibility to express my opinion with some native strong or swear words I slung my rifle on my back in my helpless anger and turned away from this „wild, daring hunt“ to the wagon where I received the message from the fast following hunting master that just now four deer had crossed at the position I just had vacated. I did not doubt the truth of the appearance of the deer which might also only have shown up to restore the honor of the hunting master but did not change my direction to return to the position and started calmly my homeward journey.

This partly compensated for the failed hunt. Driving between the high mountains surrounding the valley, we enjoyed the vivid color effects produced by the rays of the setting sun on the mountain slopes; The Niauli trees glittered in a blueish color next to the clefts and bare areas which glittered metallic and were glowing red due to the rich iron content in its rocks.

At a late hour we were back on board of „Elisabeth“ which its commander followed by my gentlemen and a number of officers soon after left to attend a dinner given by the officers of the French armored ship „Thetis“ on its board while I stayed home.

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  • Location: Numea, New Caledonia
  • ANNO – on  02.06.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Der Meister von Palmyra“. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.

Numea, 1. Juni 1893

Über der Insel Neu-Caledonien lag eine dichte Wolkenschicht, welche schon des Nachts das Leuchtfeuer unseren Blicken entzogen und dadurch die Navigation der „Elisabeth“ erschwert hatte. Die Peilung des Berges Mu ergab, dass das Schiff in der Nacht stark nach Süden versetzt worden war; die Position wurde daher berichtigt und Kurs auf den Leuchtturm der kleinen Insel Amédée genommen, den wir gegen 8 Uhr morgens sichteten. Wind und Seegang hatten sich stark abgeschwächt, und allmählich brach sich die Sonne siegreich Bahn, so dass wir die Umrisse Neu-Caledoniens mit seinen hohen Bergen immer deutlicher aus den beruhigten Wellen des Ozeans auftauchen sahen. Gegen 9 Uhr morgens lag die „Elisabeth“ vor der Bulari-Passage, wo der von Amédée gerufene Lotse an Bord genommen wurde, und wir fuhren nun zwischen den Riffen, welche Neu-Caledonien der Nordost- und der Südwestküste entlang mit nur vereinzelten Unterbrechungen begleiten und sich im Norden und im Süden weit in die See hinaus erstrecken, sowie zwischen den kleinen, grünen Eilanden Brun und Dubouzet hindurch.

Nachdem wir das Frohnleichnamsfest durch einen Gottesdienst in der Batterie gefeiert hatten, wurde das Schiff um halb 11 Uhr vormittags im inneren Hafen von Numea an der vom Hafenkapitän angebotenen Boje der Messageries maritimes vertäut.

Unter Neu-Caledonien wird gemeinhin der gesamte Archipel verstanden. Dieser begreift die 1774 von Cook entdeckte und zu Ehren Nordschottlands benannte Hauptinsel Neu-Caledonien, die östlich von dieser gelegenen, 1795 entdeckten Loyalty-Inseln, d. h. Mare, Lifu, Uea und die Beaupre-Eilande, ferner die Fichteninsel, südöstlich von der Hauptinsel, und endlich die im Westen der letzteren befindlichen Chesterfield-Inseln. Neu-Caledonien und die Loyalty-Inseln zusammengenommen umfassen nach der Zählung des Jahres 1890 eine Fläche von 19.823 km2 mit 62.752 Einwohnern.

Zuvor von englischen Kaufleuten und Missionären besiedelt, wurden Neu-Caledonien und die Lifu-Gruppe im Jahre 1853 von Admiral Fevrier-Despointes als französischer Besitz erklärt; doch hat die faktische Oberherrschaft der Franzosen über die ihnen lange widerstrebenden Einwohner erst nach Niederwerfung des Aufstandes von 1875 bis 1878 dauernd platzgegriffen.

Vormals dem Gouverneur der Tahiti- und Marquesas-Inseln unterstellt, besitzt die Kolonie „Neu-Caledonien und Dependenzen“ seit 1860 einen besonderen Gouverneur mit dem Amtssitz in Numea, während von 1853 bis 1854 Balade im Nordosten der Insel die französische Hauptniederlassung gebildet hat. Eine düstere Berühmtheit besitzt Neu-Caledonien als Strafkolonie, und obwohl schon früher Sträflinge hieher deportiert worden waren, hat doch erst die Internierung mehrerer Tausend von Verbrechern vom Jahre 1871 ab das Eiland in weiteren Kreisen bekannt gemacht.

Die Insel Neu-Caledonien liegt östlich von Australien, zwischen dem 20. Breitegrad und dem Wendekreise des Steinbockes; ihre Breite ist gegen die 440 km betragende Länge unverhältnismäßig gering. Die Küsten werden von Bergzügen begleitet, aus welchen im Südosten der Mont Humboldt, 1634 ra hoch, emporragt; diese Bergketten fallen nordöstlich schroff zum Meer ab, während sich an der Südwestküste zwischen dem Fuß der Gebirge und dem Strand Ebenen finden.

Die Einfahrt in den Hafen bietet reizende Ansichten, wenngleich sich der landschaftliche Eindruck, den wir hier empfingen, mit jenem nicht messen kann, den Port Jackson auf uns hervorgebracht hatte. Der Hafen von Numea wird gegen Westen durch eine ins Meer vorspringende Landzunge gebildet, welche die Stadt Numea trägt; gegen Osten schließt den Hafen eine Reihe kleiner Eilande ein. Auch hier schweift der Blick über malerische Buchten, welche, wie die Bulari-Bai im Osten und die Dombea-Bai im Nordwesten von Numea, tief in das Land bis an den Fuß der Berge dringen, von denen sich hier der Mont des Sources bis 1025 m und der Mont Dore bis 775 m erheben.

Im Hafen lagen das französische Panzerschiff „Thetis“, die Transport-Avisos „Durance“ und „Scorff“, sowie der Aviso „Loyalty“, ferner der englische Kreuzer „Tauranga“ vor Anker. Unser Territorialsalut fand seitens einer Landbatterie in sehr langsamem Tempo — die einzelnen Schüsse fielen nur in langen Zwischenräumen — Erwiderung. Beim Vertäuen an der Boje ereignete sich ein kleiner Zwischenfall. Eine Dampfbarkasse brachte der „Elisabeth“ die Trosse, kollidierte aber infolge ihres wenig geschickten Manövers mit dem Schiff, wobei durch den Anprall ein Mann aus der Barkasse in die See geschleudert wurde, der jedoch gleich darauf mittels eines Bootshakens wieder aufgefischt werden konnte.

Die Stadt Numea, obwohl in pittoresker Umrahmung gelegen, bringt mit ihren zahlreichen Häuschen und den kasernartigen Gebäuden keine sehr freundliche Wirkung hervor, die natürlich auch dadurch nicht gehoben wird, dass man schon vom Schiff aus die Bestimmung der Stadt, als Hauptort einer Strafkolonie zu dienen, wahrnimmt. Der Bucht entlang liegen Gruppen kleiner Häuser und von hohen Mauern umgebener Gefängnisse; ganze Kolonnen von Sträflingen, die in Zwilchanzüge gekleidet und durch große Strohhüte wirksam gegen die Sonne geschützt sind, arbeiteten an der Erbauung eines Quais.

Als wir vertäut waren, erschien zunächst der Kommandant des Aviso „Loyalty“, Linienschiffslieutenant Louis Lucas, um seine Dienste anzubieten, worauf der Gouverneur M. Albert Picquie, begleitet von dem Kommandierenden der See- und Landstreitkräfte sowie von den Kommandanten der französischen Kriegsschiffe, folgte, um mich im Namen der Kolonie zu begrüßen und zugleich das Programm für die nächsten Tage zu besprechen. Der Gouverneur selbst schien von dem Land, über das er gebot, nicht besonders entzückt zu sein, da er mich wiederholt darauf aufmerksam machte, dass ich in jeder Beziehung enttäuscht sein würde.

Eine Stunde später stattete ich dem Gouverneur einen Gegenbesuch in dem kleinen Regierungsgebäude ab, welches ungefähr im Mittelpunkte der Stadt auf einem Hügel liegt und von einem Garten umgeben ist, worin eine Statue der Freiheit einen künstlerisch keineswegs schönen, wohl aber mit der Bestimmung der Kolonie recht seltsam contrastierenden Eindruck hervorbringt. Die Salons des Gebäudes sind groß und mit einheimischen Holzarten getäfelt. Der Gouverneur dürfte ein Freund von Tieren sein; denn im Garten seiner Residenz befindet sich eine erhebliche Anzahl großer Käfige mit Papageien und Tauben; auch Hirsche, deren Art mir von jener der Hirsche auf Java abzuweichen schien, waren hier zu sehen.

Der Einladung des Gouverneurs, die Umgebung der Stadt zu besichtigen, folgend, fuhr ich in seiner Gesellschaft mit einem Viergespann, dessen einzelne Renner abwechselnd lahmten, zunächst nach Montravel, wo ein Zwangshaus gelegen ist, in welchem die in der Stadt oder deren Weichbild arbeitenden Sträflinge nachtsüber untergebracht werden. Je 50 Mann bewohnen hier ein Haus, worin jedem Sträfling eine Hängematte angewiesen ist; auf einem Brett oberhalb dieser Lagerstätte sind die Habseligkeiten des Sträflings verwahrt. Zwischen den Häusern, deren es, glaube ich, hier zwölf gibt, sind kleine Gemüsegärten angelegt und abseits hievon die Behausungen der Wächter sowie die Küche erbaut.

Ungemein erstaunt war ich über die reichlich bemessene Kost, welche den Sträflingen täglich verabreicht wird; dieselben erhalten morgens Kaffee, mittags Fleisch mit Gemüse und abends neuerdings Gemüse. Es scheint mir denn doch etwas zu weit gegangen, wenn diese Zuchthäusler in Bezug auf Kost und Wohnung ebenso gut, wenn nicht besser, gehalten werden als die Soldaten; aber mein Erstaunen wuchs noch mehr, als plötzlich eine 40 Mann zählende, aus Sträflingen gebildete Musikkapelle erschien und mich mit einem flott gespielten Walzer von Strauß begrüßte. Diese musikalische, mit dem Strafzweck unvereinbarliche Verwendung der Sträflinge kann ich nicht billigen; abgesehen von allem anderen schon deshalb nicht, weil diese Musiker offenbar durch ihre künstlerische Tätigkeit der gebürenden harten Arbeit entzogen werden.

Im Ganzen weilen auf der Insel etwa 8000 Sträflinge, die hauptsächlich beim Straßenbau, aber auch beim Bergwerksbetrieb in den großen Nickelminen verwendet werden. Hinsichtlich der örtlichen Verteilung und der Beschäftigung unterscheidet man im großen und ganzen dreierlei Arten von Sträflingen: die aus Frankreich oder aus den Kolonien unmittelbar kommenden, welche sofort zu Arbeiten an den verschiedenen Punkten der Insel herangezogen werden; ferner jene Deportierten, die sich auf der Insel neue strafbare Handlungen zuschulden kommen ließen und als Unverbesserliche im eigentlichen Hauptdepot auf der Insel Dubouzet oder Nu untergebracht sind; endlich die sogenannten Libérés, welche zwar ihre Strafe bereits abgebüßt haben, aber noch nicht in die Heimat zurückkehren dürfen. Letztere genießen ziemliche Freiheit, stehen aber unter polizeilicher Aufsicht und müssen sich an bestimmten Tagen bei der Behörde melden. Sträflinge, welchen ein Strafausmaß von acht Jahren zuerkannt worden ist, dürfen heimatlichen Boden nie mehr betreten; diejenigen, deren Strafausmaß weniger als acht Jahre beträgt, dürfen nach der doppelten Anzahl von Jahren nach Hause zurückkehren. Das größte Kontingent an Deportierten stellen natürlich die Franzosen; doch finden sich unter den Sträflingen auch zahlreiche Araber aus Algerien, sowie Tongkingesen. Als Wächter werden ausgediente Unteroffiziere der französischen Armee verwendet.

Der Gouverneur machte mir manche überraschende Mitteilung über die Verhältnisse der Sträflingskolonie. Er fungiert hier erst seit einem halben Jahr und scheint ein sehr energischer Mann zu sein, der meine Meinung theilt, dass zu weit getriebene Humanität bei verbrecherischen Individuen von der Kategorie der Deportierten die verderblichsten Folgen nach sich ziehen könne und gleichzeitig eine Ungerechtigkeit gegen die anständigen Elemente der Bevölkerung bilde. Der Vorgänger M. Picquies soll die weitgehendste Milde haben walten lassen und insbesondere von dem Grundsatz ausgegangen sein, dass man die Sträflinge nicht zur Arbeit zwingen solle, was zur Folge hatte, dass die meisten sich weigerten, zu arbeiten. Natürlich stellte sich unter so nachsichtigem Regiment eine Reihe von Missbräuchen ein. Von den patriarchalischen Zuständen, die allmählich eingerissen waren, zeugt der Umstand, dass die Verbrecher dem früheren Gouverneur, wenn er zu Inspizierungen erschien, Triumphpforten mit der Aufschrift „A notre père“ errichteten. Das Leben der Sträflinge gestaltete sich recht behaglich.

Als man endlich auf diese Zustände aufmerksam geworden war und der neuernannte Gouverneur die Zügel straffer anspannte, stieß er auf manchen Widerstand; die Sträflinge hatten sich der Arbeit entwöhnt, ja es kam vor, dass sich einzelne Deportierte selbst beide Augen ausstachen, um nicht arbeiten zu müssen. Der Gouverneur aber wusste sich zu helfen, indem er jene, welche sich des Augenlichtes beraubt hatten, in die Berge sandte, um die Selbstverstümmler dort in der Sonnenhitze täglich 10 Stunden lang Steine klopfen zu lassen — ein drastisches Vorgehen, welches auf die übrigen Sträflinge die heilsamste Wirkung ausübte.

Bei Antritt seines Amtes ließ M. Picquie zwei der ärgsten Verbrecher und Rädelsführer guillotinieren, was aber den dem Gouverneur beigegebenen Kolonialrat leider wieder mit Besorgnissen erfüllte. Letzterer legte daher, als der Gouverneur in der Folge sich neuerlich für den Vollzug der Todesstrafe an einem Verbrecher, der schon sechs Morde begangen und schließlich an einem der Wächter einen Mordversuch verübt hatte, entscheiden wollte, sein Veto ein, so dass sich der Gouverneur gezwungen sah, an die — zur Zeit unserer Anwesenheit noch nicht erflossene — Entscheidung des Präsidenten der Republik zu appellieren.

Unsere Fahrt wendete sich nun gegen das Innere der Insel, einer schönen Straße folgend, die einige mit Mangrove-Gebüsch dicht bedeckte Sümpfe überquerte und dann in östlicher Richtung den Fuß der Berge entlang durch blaugrünliche Niauli-Waldungen zog, in denen sich einzelne Araucarien und Kokospalmen vorfanden. Der Niauli-Baum (Melaleuca viridiflora), eine Myrtaceenart mit verkrüppeltem Stamme, bedeckt beinahe die ganze Insel und verleiht ihr einen Charakter, der sehr an jenen Australiens erinnert. Aus dem Niauli-Baume wird ein Öl gewonnen, welches dem aus Melaleuca leucodendron produzierten Kajeputöl in der chemischen Zusammensetzung ähnlich ist.

Längs des Weges findet man überall kleine Gendarmerie-Kasernen und Posten, deren Besatzung die Ordnung unter den arbeitenden Sträflingen aufrechtzuerhalten hat, sowie die Häuser oder, besser gesagt, Hütten der Polizisten, welch letztere aus der eingeborenen melanesischen, jedoch mit polynesischen Elementen durchsetzten Bevölkerung remitiert werden. Entweicht ein Sträfling in die unermesslichen Wälder der Kolonie, was ziemlich häufig vorkommt, so sind es diese eingeborenen Polizisten, die mit ihrem feinen Spürsinne den Flüchtling finden und — freilich zumeist nur mehr als Leiche — einbringen. Flüchtige Sträflinge fallen in der Regel entweder dem Hungertod oder der mordenden Hand der Eingeborenen anheim; denn die Regierung zahlt für jeden, sei es lebend oder tot eingebrachten Flüchtling eine Prämie von 25 Francs, und dass die Eingeborenen es viel bequemer finden, den abgeschnittenen Kopf eines entwichenen Sträflings als diesen selbst in lebendem Zustand einzuliefern, liegt ebenso nahe wie die sich hieraus ergebende Konsequenz. So unglaublich dies bei der etwa 1600 Seemeilen betragenden Entfernung der Kolonie von dem nächsten Punkte des Festlandes — Brisbane — scheint, sind doch einige, allerdings sehr wenige Fälle zu verzeichnen, in welchen es Sträflingen gelungen ist, von Neu-Caledonien glücklich zu entweichen.

Auch an netten Ansiedlungen von Libérés kamen wir vorbei; doch sind Niederlassungen europäischer, freier Kolonisten, trotz aller Bemühungen der französischen Regierung, diese Art der Besiedlung zu fördern, gar spärlich auf der Insel vertreten, da sich begreiflicherweise jeder unbescholtene Mann scheut, auf dieser dem Verbrechertum gewidmeten Insel seinen dauernden Wohnsitz aufzuschlagen oder beizubehalten, wenn er die auf derselben herrschenden Verhältnisse kennen gelernt hat. Der Gouverneur sprach auch sein Bedauern darüber aus, dass das schöne Eiland mit dem guten und gesunden Klima, dem produktiven Boden und den reichen mineralischen Schätzen — Gold, Kupfer, Antimon, Kobalt und insbesondere Nickel — tatsächlich der Besiedlung durch freie Kolonisten entzogen ist und deshalb in so großem Umfang brach liegt. Obwohl die Bedingungen, sowohl für die Entwicklung tropischer Pflanzen — die Kultur von Baumwolle, Mais und Kaffee hat auch schon Raum gewonnen — als für das Gedeihen von Gewächsen gemäßigter Himmelsstriche vorhanden sind, steht der Ackerbau kaum auf viel höherer Stufe, als die recht lässig betriebene Viehzucht, so dass die Insel noch heute in vielen Beziehungen auf den Import aus Australien angewiesen ist. Größere Sorgfalt wird dem Landbaue von den Eingeborenen, welche sich vorzugsweise von Vegetabilien nähren, behufs Gewinnung von Taro (Colocasia antiquorum), Yamswurzeln, Zuckerrohr u. dgl. m. gewidmet. Übrigens lässt die Entwickelung der Insel, auch was den Straßenbau und andere öffentliche Arbeiten betrifft, nach dem Urteil unbefangener Beobachter noch vieles zu wünschen übrig. In Frankreich sollen die Gründe, welche gegenwärtig dem Emporblühen Neu-Caledoniens entgegenstehen, wohl bekannt sein, und es soll daher die Absicht vorliegen, künftighin alle zur Deportation Bestimmten nach Cayenne zu bringen, Neu-Caledonien aber der Kolonisation durch anständige Bevölkerungselemente zuzuführen.

In einem kleinen Tal passierten wir eine unweit von Numea gelegene katholische Missionsstation, die, von französischen Schwestern geleitet, sich die Erziehung von Kindern der Eingeborenen zur Aufgabe gestellt hat; sie leistet, wie die übrigen zwölf Missionsstationen der Insel, viel für die sittliche und materielle Hebung der Eingeborenenstämme, die noch vor kurzem der Menschenfresserei gehuldigt haben. Das Missionswesen scheint in dieser französischen Kolonie sehr ausgebreitet und von segensreicher Wirkung zu sein; denn auf Neu-Caledonien bekennt sich von den Eingeborenen alles, was den christlichen Glauben angenommen hat, zum Katholizismus, während auf den Loyalty-Inseln, wo seit 1840 evangelische Missionäre gewirkt haben, die Zahl der protestantischen weitaus jene der katholischen Eingeborenen überwiegt.

Der Stadt uns zuwendend, schlugen wir einen steilen Weg ein, der schöne Fernblick auf die Küste, den Mont Dore und die kleinen Inseln in der Bulari-Bai bot.

Die unserem Wagen vorgespannten Artilleriepferde der Batterie von Numea schienen nicht besonders eingefahren zu sein; denn bald nach der Abfahrt hatten sie bereits Ermüdung gezeigt und waren, als wir nun die Höhe emporfahren wollten, am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, so dass sie durch keinerlei Mittel mehr vorwärts gebracht werden konnten und wir unseren Wagen verlassen mussten, um die Fahrt in einem anderen Vehikel fortzusetzen.
Die regelmäßig angelegten Straßen der Stadt schneiden sich im rechten Winkel; die Häuser sind klein, unansehnlich und sichtlich in aller Eile erbaut; das Gesamtbild der Stadt ist im wesentlichen ein melancholisches. Allenthalben begegnet man den langen Zügen der paarweise zu der Arbeit oder von derselben marschierenden Sträflinge, deren so manche wegen Fluchtversuchen, Disziplinarvergehen u. dgl. m. Ketten tragen; in den Straßen herrscht wenig freies Leben, nur einige Europäer und hin und wieder Eingeborene sind sichtbar. An größeren Gebäuden besitzt Numea außer dem Gouvernementshaus noch ein großes Truppenspital, zwei Kasernen, deren eine mit einem Marine-Infanterieregiment, die andere mit Artillerie belegt ist, sowie mehrere Schulen und Lagerhäuser; eine schöne, große Kirche ist im Bau begriffen und bereits der Vollendung nahe.

An Bord zurückgekehrt, genoss ich einen prächtigen Abend bei herrlichem Vollmond, der sich glitzernd in der ruhigen See spiegelte; angenehm kühle Luft umfächelte die Stirne; ab und zu drangen die Rufe der Wachen von den Kriegsschiffen zu uns. Von der Place des Cocotiers aber, wo die Musikkapelle konzertierte, tönten die hehren Klänge unserer Volkshymne herüber, die auf stürmisches Verlangen des zahlreich versammelten Publikums nicht weniger als dreimal wiederholt werden musste. Lange blieb ich, meinen Gedanken nachhängend, auf dem Verdeck.

Links

  • Ort: Numea, New Caledonien
  • ANNO – am 01.06.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt „Der Meister von Palmyra“, während das k.u.k. Hof-Operntheater vom 1. Juni bis 19. Juli geschlossen bleibt.

Numea, 1 June 1893

Above the island of New Caledonia lay heavy clouds which blocked the lighthouse from our view during the night and made navigation more difficult for „Elisabeth“. Taking the bearing of Mount Mu showed that the ship had moved far to the South during the night. The position had to be corrected and course set for the lighthouse of the small island of Amédée which we sighted towards 8 o’clock in the morning. The wind and the motion of the sea had much diminished and in time the sun broke through victoriously so that the contours of New Caledonia with its high mountains became clearer and clearer appearing out of the calm waves of the ocean. Towards 9 o’clock in the morning „Elisabeth“ was in front of the Bulari passage where we took the pilot called from Amédée on board and then we drove between the reefs which accompany New Caledonia along the Northeast and Southwest coast with only a few breaks in between and reach out far in the North and South as well as through the small green islands of Brun and Dubouzet.

After we had celebrated the feast of Corpus Christi with service in the battery, the ship was moored at half past 10 o’clock in the morning in the inner harbor of Numea at the Messageries maritimes buoy offered by the harbor captain.

New Caledonia generally comprises the whole archipelago. This includes the main island discovered in 1774 by Cook and named in the honor of North Scotland New Caledonia, the  Loyalty islands Mare, Lifu, Uea and Beaupre islands to the east discovered in 1795 as well as L’Île-des-Pins, Southeast of the main island, and finally the Chesterfield islands to the West. New Caledonia and the Loyalty islands together include an area of 19.823 km2 and 62.752  inhabitants according to the census of 1890.

First colonized by English merchants and missionaries, New Caledonia and the Lifu group of islands were declared French territory by admiral Fevrier-Despointes in 1853. The actual permanent French governance over the long resisting natives only happened after the subduing the insurrection of 1875 to 1878.

Earlier ruled by the governor of the islands of Tahiti and the Marquesas, the colony called „New Caledonia and dependencies“ has its own special governor since 1860 with his seat in Numea, while the main French settlement used to be Balade in the Northeast of the island from 1853 to 1854. New Caledonia is darkly notorious for its penal colony. Even though there had been prisoner transports to here earlier, only the internment of multiple thousands of criminals in the year 1871 made the island notable for a wider audience.

The island of New Caledonia lies to the East of Australia between 20 degrees latitude and the tropic of capricorn. Its width is relatively small compared to its length of 440 km. The coasts are accompanied by mountain ranges consisting in the South-east of Mont Humboldt, 1634 m. These mountain ranges drop off sharply in the North-east to the sea, while in the South-west coast there are plains between the foot of the mountain and the beach.

The entrance to the harbor offers beautiful sights even though the scenery of the landscape we were seeing can not match those of Port Jackson. The harbor of Numea is formed toward the West by a tongue protruding into the sea on which sits the town of Numea. Towards the East the harbor is closed off by a number of small islands. Here too the view passes over picturesque bays that reach deeply into the land up to the foot of the mountains like Bulari Bay in the East and Dombea Bay to the Northwest of Numea. The Mont des Sources at 1025 m and Mont Dore at 775 m are the most notable mountains.

In the harbor anchored the armored ship „Thetis“, the transport dispatch boats „Durance“ and „Scorff“, as well as the dispatch boat „Loyalty“ and the English cruiser „Tauranga“. Our territorial salute was answered by a land battery at a very slow pace — the individual shots happened after long intervals. While mooring the ship at the buoy, a small incident took place. A steam barge bringing baggage to „Elisabeth“ collided with the ship due to its clumsy maneuvering throwing one man out of the barge into the sea. But he was soon thereafter fished out of the water with a hook.

The town of Numea, even though it is situated in picturesque surroundings, presents naturally not improved by the fact that one can see from the ship the purpose of the town as the capital of a penal colony. Along the bay are groups of small houses and prisons with high walls. Whole columns of prisoners clad in denim and protected effectively against the sun with large straw hats are working on the construction of a quay.

When we were moored, the commander of the dispatch boat „Loyalty“, ship of the line lieutenant Louis Lucas, appeared first to offer his services, then came governor M. Albert Picquie to welcome me in the name of the colony, accompanied by the commander of the land and naval forces as well as the commander of the warships, and to discuss the program of the coming days. The governor seemed to be not very pleased himself about the country that he had to govern as he repeatedly said that I would be disappointed in all aspects.

An hour later I returned the visit of the governor in his small government building which lies about in the middle of the town on a hill and is surrounded by a garden where a statue of liberty causes an artistically not really beautiful impression that stands in a rather stark contrast to the purpose of the colony. The parlors of the building are large and paneled with local wood. The governor must be an animal lover as an important number of large cages with parrots and pigeons was in the garden of the residence. Deer too could be seen whose species seemed to me to be different from those on Java.

Accepting the invitation of the governor to visit the surrounding of the town I drove in his company in a four horse carriage whose horses alternatingly became lame first to Montravel, where a prison is located for housing prisoners working in the town and the surrounding areas during the night. 50 men each occupy one house where each man is assigned a hammock. On a plank above them the prisoners could store their possessions. Between the houses of which there are I think twelve small patches of vegetable gardens are set up as well as guard houses and a kitchen.

I was very astonished about the great quantity of food the prisoners received daily. They get coffee in the morning, meat with vegetables at noon and in the evening again vegetables. It seems to me to go too far to provide these jailbirds as far as food and board is concerned as well if not better than the soldiers. My astonishment increased when suddenly a music band appeared that was constituted by 40 prisoners and welcomed me with a fast played waltz by Strauß. This musical assignment not compatible with the idea of punishment I can not approve. Apart from everything because these musicians by performing their musical activities are spared from having to do any hard labor.

In total there are about 8000 prisoners on the island who are mostly building roads but also assist in mining the large nickel mines. Regarding the local distribution and occupation one distinguishes more or less three kinds of prisoners:  Those coming directly from France or the colonies who are immediately put to work at the different places of the island. Then there are those deported who commit new crimes on the island and were sent as die-hards to the actual main depot on the island of Dubouzet or Nu. Finally the so called Libérés who had already completed their sentence but were not allowed to return to France. The latter enjoy almost a state of liberty but are still under political surveillance and had to report to the government on certain days. Prisoners who were sentenced for eight years are not allowed to return to their own soil. Those sentenced to less than eight years may return home after the double number of years. The largest contingent of the deported are naturally made up by the French, but there are also among the prisoners  numerous Arabs from Algeria as well as prisoners from Tongking. Discharged NCOs of the French army serve as guards.

The governor made many surprising remarks to me about the state of the penal colony. He is only in office for half a year and seemed to be a very energetic man who shares my opinion that humanity towards criminals individuals among the categories of the deported gone too far has bad consequences and at the same time seems to be unjust towards the decent elements of society. The predecessor of M. Picquies seemed to have acted with extreme mildness and established the principle that prisoners should not be forced to work which had the result that most refused to work. Naturally under such a forgiving rule there were a number of abuses. The patriarchal state that came to be is shown by the fact that the criminals erected triumphal arches to the former governor when he made inspections with the letters „A notre père“. The life of the prisoners were quite nice.

When these conditions were finally noticed and the newly installed governor had reined in these practices, he was met with much resistance. The prisoners were no longer used to work. It even happened that some prisoners gouged out their own eyes in order to not having to work. The governor countered by sending those who had gouged out their eyes into the mountains to have these immolators cut stones for ten hours per day — a drastic proceeding that taught the other prisoners a most healthy lesson.

When he came into office M. Picquie had two of the worst criminals and gang leaders decapitated what however made the colonial council advising the governor anxious with concerns. It thus vetoed the death penalty when the governor again wanted to condemn a criminal to death who had already murdered six persons and finally tried to kill a guard so that the governor was required to appeal the decision to the president of the republic. No decision had been made during our stay here.

Our drive now turned to the interior of the island along a beautiful road that crossed a swamp thickly covered with mangrove bushes and then along the foot of the mountains in an Eastern direction towards blue-green Niauli forests in which we found individual araucariae and coconut palms. The Niauli tree (Melaleuca viridiflora), a Myrtaceae species with a crippled trunk, covers nearly the full island and gives it a character that is reminiscent of Australia. Out of the Niauli tree oil is collected which is similar to the cajuput oil produced by Melaleuca leucodendron in chemical composition.

Along the road one finds everywhere small gendarmerie barracks and posts whose garrison keeps up the order among the working prisoners as well as the policmen’s houses or more exactly huts who are recruited from the native Melanesisan population which is mixed with Polynesian elements. If a prisoner escapes to the endless forests of the colony, something which happens fairly often, then it is these native policemen who track down the fugitive with their fine senses and return them — actually only as a dead body. Fleeing prisoners either die of hunger or are murdered by the hand of the natives as the government pays out a prime of 25 Francs for each escapee dead or alive. As the natives find it much more convenient to return but the cut-off head than the live prisoner, this is the consequence. As incredible as it seems given the about 1600 sea miles of distance between the colony and the closest point on the mainland — Brisbane, there are a few but mostly just a few cases where prisoners managed to escape successfully from New Caledonia.

We also passed the nice settlements of the Libérés. But the settlements of free European colonists are rather scarce on the islands despite all the efforts of the French government to support such settlements, as any respectable man understandably is reluctant to permanently settle on this island dedicated to criminals or stay as soon as he knows about the actual state here.

The governor deplored that this beautiful island with its good and healthy climate, its productive soil and the rich mineral wealth — gold, copper, antimony, cobalt and especially nickel — is in fact renounced from being settled by free colonists and thus lies bare in such a large part. Even though the conditions are met both for the growth of tropical plants — the cultivation of cotton, maize and coffee is growing— and the growth of temperate plants, agriculture is not at a higher state than negligently managed  cattle breeding so that the island is still today dependent in many relations on imports from Australia. Great care is given by the natives who prefer to eat plant matter to the cultivation of taro (Colocasia antiquorum), yams roots, sugar cane etc. By the way the development of the island lets as far as the roads and other public works are concerned much to be desired according to the opinion of neutral observers. In France the reasons are said to be well known that currently hinder the full development of New Caledonia and there exists an intent to send the deported in the future to Cayenne so that respectable members of society can be added to the population of New Caledonia.

In a small valley we passed a Catholic mission not far away from Numea which was led by French nuns who made it their task to educate the native children. The mission does much, like the twelve other ones on the island to raise the moral and material level of the native tribes that not long ago practised cannibalism. Instituting missions seems to be very common in this French colony and show beneficial effects. As all natives on New Caledonia who adhere to Christianity are of the Catholic faith, while the number of Protestants surpasses the Catholics on the Loyalty islands where evangelical missionaries had been at work since 1840.

Turning towards the city we ascended a steep path that offered a beautiful view upon the distant coast,  Mont Dore and the small islands of the Bulari Bay.

The artillery horses of the battery of Numea drawing our wagon did not seem to be used to this task. Soon after the departure, they already showed signs of exhaustion and had reached the end of their strength when we wanted to ascend the mountain. They could not be moved by any means and we had to leave the wagon and continue our drive in another vehicle.

The regularly organized streets of the town intersect at a right angle. The houses are small, ugly and visibly built in a haste. The general view of the town is overall a melancholic one. Everywhere one meets the long columns of prisoners marching in pairs to an from work, many of whom are in chains for having attempted to flee or disciplinary offenses etc. There is not much life in the streets only a few Europeans and now and then a few natives become visible. Numea has besides the governor’s mansion also a large military hospital, two barracks, one of which is occupied by a marine infantry regiment the other with artillery, as well as multiple schools and depots. A beautiful church is being constructed and is nearing completion.

Returned on board I enjoyed a splendid evening with a gorgeous full moon glitteringly mirrored in the calm sea. Agreeable cool air fanned the brow. Now and then the calls of the guards on the warships could be heard by us. From the Place des Cocotiers, however, where our music band was giving a concert the noble sounds of our anthem rang out which was repeated no less than three times due to the roaring demands of the numerous audience.  For a long time I remained on deck, lost in my thoughts.

Links

  • Location: Numea, New Caledonia
  • ANNO – on  01.06.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Der Meister von Palmyra“. The k.u.k. Hof-Operntheater is closed from 1 June to 19 July.