In See nach Sydney, 13. Mai 1893

Bei sonst ruhigem Wetter ist die See bewegt, so dass die „Elisabeth“ stampft. Diese Bewegung scheint der Ausläufer einer hohen, von Osten kommenden See zu sein. Wir sichten die Northumberland und Percy-Inseln, sehr steinige Eilande, welche durch die steil abfallenden Felsufer und die spärliche Vegetation wieder die Erinnerung an Dalmatien wachrufen. Zu Mittag sind wir gegenüber von Port Clinton, das wir nur als eine Linie am Horizont erkennen. Das große Korallen-Harrier Reef, welches uns bis jetzt stets backbord begleitet und einen guten Schutz gegen Wind und See gebildet hat, verlässt uns: wir befinden uns in freier See, die allmählich ruhiger wird. Gegen 8 Uhr abends überschreiten wir den Wendekreis des Steinbockes und passieren die Gruppe der Capricorn-Inseln. Spät nachts blinkt uns das Feuer von der Lady Elliot-Insel entgegen.

Im Lauf des Tages hatte ich Gelegenheit, eine reichere Tierwelt als bisher zu beobachten; Delphine erschienen und umspielten den Bug des Schiffes, — einige auf sie abgegebene Kugelschüsse blieben erfolglos — Fregattenvögel und verschiedene Möwen zeigten sich; unter letzteren eine solche von mir unbekannter Art, schwarzbraun gefärbt, mit auffallend langen und spitzen Flügeln; in elegantem Flug umkreiste diese Möwe das Schiff und stürzte plötzlich in die Wogen, um mit einem geschickt erhaschten Fang wieder emporzuschnellen.

Links

  • Ort: nächst Lady Elliot Island
  • ANNO – am  13.05.1893 in Österreichs Presse. Der Sultan von Johore, den Franz Ferdinand besucht hat, ist in Wien eingetroffen.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt “Die kluge Käthe”, während da k.u.k. Hof-Operntheater die Oper “Das goldene Kreuz” aufführt.

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