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diary entries of Franz Ferdinand

Narromine, 19. Mai 1893

Mr. Mack hatte mich eingeladen, seine Farm zu besichtigen und beigefügt, sie sei auf der Fahrt nach dem Jagdplatz mit einem kleinen Umweg leicht zu erreichen. Ich folgte dieser Aufforderung mit Vergnügen, da ich gespannt war, das Haus eines Farmers kennen zu
lernen, in dem er inmitten der Herden, der unermesslichen Weiden und Wälder, so ziemlich von der Außenwelt abgeschnitten, zumeist auf sich selbst und auf die Familie angewiesen, seine Tage verbringt.

Bald hatten wir die Farm erreicht — ein äußerst nettes, ebenerdiges Gebäude mit einer ringsumlaufenden, offenen Veranda, ähnlich den Wohnhäusern der kleinen Gutsbesitzer in den südlichen Ländern unserer Monarchie. Das Haus ist aus getrocknetem Lehm erbaut und nur mit Wellblech überdacht, im Innern aber sehr geschmackvoll und gemütlich ausgestattet. Im Salon empfing mich die gesamte Familie Mack, in Gesellschaft einiger Freundinnen, die aus Melbourne und Sydney zu Besuch gekommen waren. Auch der wohlgepflegte, reizende Garten, in welchem ungeachtet des in Menge gefallenen Reifes die schönsten Blumen blühten und köstliche, uns zur Labung dargereichte Weintrauben an einem Laubengang prangten, wurde in Augenschein genommen. Als mir Minister Suttor plötzlich vorschlug, die im Haus anwesenden Damen zu unserem abendlichen Diner im Salonwagen einzuladen, war ich anfänglich nicht wenig betreten; da ich jedoch noch niemals Damen in einem Salonwagen bewirtet hatte, insbesondere nicht im australischen Busch, so trieb mich der Reiz der Neuheit, auf den Vorschlag einzugehen — ein Entschluss, der zum Teil durch die angenehme Aussicht erleichtert war, mich nach des Tages Mühen im Kreis schöner Damen zu befinden, unter welchen die Palme einer durch mandelförmig geschnittene, prächtige Augen ausgezeichneten, jungen Australierin gebührte.

Die Fahrt zum Jagdplatz fortsetzend, kamen wir an Gebäuden vorbei, in welchen die Schafe Mr. Macks mittels Maschinen geschoren werden, eine Prozedur, die sich so ungemein rasch vollzieht, dass ein Mann im Tage 100 Schafe zu scheren im Stande ist. Da jedoch jetzt nicht die Jahreszeit für die Schafschur war, konnten wir leider die Maschinen nicht in Tätigkeit sehen.
Auf dem Jagdplatz nahm der erste Trieb auf Känguruhs sofort seinen Anfang; doch schien leider die Passion, dem Wilde mit den Hunden nachzusetzen, die treibenden Reiter etwas zu sehr befallen zu haben, da zwar viele Känguruhs im Triebe waren, aber alle zur Seite oder rückwärts ausbrachen, so dass ich nur ein Stück erlegen konnte, während deren zwei gekillt wurden.

Mein Stand war diesmal in der Nähe eines großen Känguruhfanges, das ist eines mit hohen Zäunen umgebenen Platzes, zu dem breite, sich immer mehr verschmälernde Zugänge führen. Diese Vorrichtung dient dazu, größere Mengen Känguruhs einzufangen und dann zu erschießen oder totzuschlagen. Wenn nämlich die Känguruhs in einer Gegend stark überhandnehmen, was bei ihrer raschen Vermehrung sehr leicht geschieht, so beginnen die Farmer für ihre Weide zu fürchten, da die Känguruhs die gleiche Nahrung beanspruchen wie die Schafe; mehrere in demselben Distrikt befindliche Farmer arrangieren dann gemeinschaftlich große Treibjagden zu Pferde, wobei sie die Känguruhs rudelweise in solche Einfänge treiben und hiedurch oft unglaublich scheinende Mengen erbeuten. So sollen vor kurzem bei mehreren derartigen im Verlauf eines Jahres abgehaltenen Razzias auf Territorien von nicht mehr als 1000 bis 1300 ha bei 60.000 Känguruhs erlegt worden sein. Das Fleisch der Känguruhs wird nicht verwertet, dagegen liefert ihr Fell einen schätzbaren Artikel, besonders zur Ausfuhr nach Europa. 1892 wurden 144.712 Känguruhs und 655.598 Wallabies getötet. Was die Fruchtbarkeit der Känguruhs anbelangt, so dürfte dieselbe jener unserer Hasen gleichkommen, da sonst bei der unablässigen Verfolgung das Vorkommen so bedeutender Mengen nicht gut denkbar wäre; allerdings erhalten diese Tiere in den bewohnten Strecken stets wieder frischen Zuzug aus den noch im Urzustande befindlichen, ausgedehnten Teilen des Landes.

Der gebratene oder eigentlich nur angekohlte Hammel füllte auch heute eine Pause aus, worauf wieder eine Jagd auf Wasserwild folgte. Nach den gestrigen Erfahrungen versprach ich mir anfänglich nicht viel, wurde aber dann sowohl durch die Originalität der Jagd, wie durch die erzielte Strecke sehr angenehm enttäuscht. An einem langen, flussähnlichen Wasserarm angelangt, der sich mitten im Walde zwischen den Bäumen hindurchschlängelte, wollte das Jagdgefolge das Wasserwild von beiden Seiten zu Pferd aufjagen, so dass es seinen Zug stets in der Mittellinie des Wassers auf und ab nehmen sollte. In dem Wasser standen viele abgestorbene Eucalyptus-Bäume, welche der Örtlichkeit ein eigentümlich melancholisches Gepräge verliehen. Da der Wasserspiegel aber ungefähr 220 Schritte breit war, daher mit Schrot nicht überschossen werden konnte, erklärte mir Mr. Mack, — ein Farmer kennt keine Schwierigkeit — er werde mich mit dem Wagen in das Wasser fahren, dort die Pferde ausspannen und ich solle dann vom Kutschbock aus schießen. Gesagt, getan! Nach einigen kräftigen Peitschenhieben entschlossen sich die Pferde, den Wagen in das Wasser, das ihnen gleich anfangs beinahe bis an die Schultern reichte, hineinzuziehen und brachten denselben, in immer größere Tiefe gelangend, halb schwimmend, halb aufrecht gehend, endlich in die Mitte des Wassers. Vom Bock aus löste Mr. Mack die Stränge der Pferde, schwang sich auf den Rücken eines derselben und erreichte so das andere Ufer, während er mich meinem Schicksal überließ. Da aber auch der Kutschbock schon halb unter Wasser stand, so musste ich ein nicht gerade angenehmes Sitzbad nehmen. Das Wasser war eiskalt, — hatte es doch in den vorangegangenen Nächten gefroren — und die Jagd dauerte über eine Stunde; kleine Übelstände, auf die man jedoch in der Hitze des Gefechtes nicht achtet.

Ich war auf meinem feuchten Hochstande mit dem Laden der Gewehre eben fertig geworden, als schon ein Zug Enten nach dem andern über meinen Kopf strich, so dass ich das Feuer gleich eröffnen konnte; allerdings ohne sonderliches Ergebnis, da die Flüge ungemein hoch zogen. Wer beschreibt nun meinen Arger darüber, dass in dem Augenblick, in dem ich wieder einmal auf zu große Distanz ohne Erfolg geschossen und die Gewehre noch nicht geladen hatte, ein schwarzer Schwan vorbeistrich, ein Exemplar jener höchst interessanten Art der australischen Ornis, die ich an diesem Wasser zu finden gar nicht erwartet hatte. Zum Glücke blieb mir nicht lange Zeit zur Erwägung des misslichen Falles; denn nach wenigen Minuten schon sah ich aus der Ferne ein Paar schwarzer Schwäne heranstreichen und hatte das Waidmannsheil, beide mit Coup double zu erlegen. Es waren selten schöne Vögel mit schwarzem, geschmeidigem Leibe, weißen Schwingen und intensiv roten Schnäbeln. Gegen Ende des Triebes, der sehr geschickt ausgeführt worden war, kam mir noch ein Schwan zugestrichen, den ich aus bedeutender Höhe herabschoss. Meine Gesamtbeute bestand, abgesehen von den drei Schwänen, welche die Piece de resistance des heutigen Tages bildeten, in 12 Enten, zumeist australischen Löffelenten, ein Ergebnis, das wohl nicht im Verhältnisse zu der Anzahl der verbrauchten Patronen stand; aber die Enten strichen eben in beträchtlichen Höhen.

Nun galt es für mich, wieder aus dem Wasser herauszukommen, was jedoch große Schwierigkeiten bot. Die Pferde wurden zwar durch Berittene bis an den Wagen gebracht; doch kam man mit dem Einspannen nicht zurecht, da dasselbe vom Kutschbock aus bewerkstelligt werden musste und die Pferde sich völlig stutzig zeigten; war eines derselben endlich eingespannt, so riss sich das zweite los, das dritte wollte gar nicht mehr in die Nähe des Wagens, das vierte stieg kerzengerade empor, und schließlich begannen Wagen und Pferde sich im Kreise zu drehen, so dass endlich die Deichsel brach. Nachdem die Bemühungen lange Zeit und vergeblich gewährt hatten, sprang ich vom Kutschbock aus auf das Pferd eines der Treiber und schwamm so aus dem Wasser, worauf es nach einiger Zeit gelang, Pferde und Wagen an das Ufer zu bringen.

Den Abschluss der heutigen Jagd sollte abermals ein Känguruhtreiben bilden. Da es infolge der Episode im Wasser bereits spät geworden, drängte Mr. Mack sehr und führte uns abermals in gestrecktem Galopp quer durch den Wald über die Baumstämme hinweg, dass uns Hören und Sehen schwand. Während der Fahrt sah ich in ziemlicher Entfernung unter einem Nadelholzbaum ein Känguruh sitzen; ein glücklicher Kugelschuss streckte es im Feuer.

Mitten im Wald, in dem getrieben werden sollte, trafen wir mit den vorausgesandten Reitern zusammen, die auch nicht müßig geblieben waren, sondern einen Emu parforciert hatten. Das Thier, welches aufrecht stehend höher ist als ein erwachsener Mann, lag mit gebundenen Ständern am Boden und wurde abgeknickt, um der Sammlung einverleibt zu werden; dasselbe ist ungemein flüchtig, und die Reiter mussten den Emu mehrere Kilometer im schärfsten Run hetzen, bis sie ihn abgefangen hatten, so dass die Pferde vollständig ausgepumpt waren.
Der Trieb auf Känguruhs misslang und zwar wohl aus demselben Grund, wie der vormittags unternommene; denn es gab zwar sehr viele Känguruhs, aber zu scharf gehetzt, stoben sie auseinander und brachen an den Seiten aus, so dass nur ein Stück erlegt und ein zweites von den Hunden gefangen wurde.

Meiner Einladung entsprechend, fand das Diner im Waggon in Gesellschaft der Damen aus dem Hause Mr. Macks statt und verlief recht unterhaltend in zwangloser Heiterkeit; des Sprichwortes, dass Würde Bürde bringt, eingedenk, widmete ich mich als Hausherr vorzugsweise den älteren Damen, während meine Herren den jüngeren Mitgliedern der Tafelrunde die Honneurs machen konnten.

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  • Ort: Narromine, Australien
  • ANNO – am  19.05.1893 in Österreichs Presse. Die Neue Freie Presse vermeldet, dass die Bank von England die Zinsen auf vier Prozent erhöht hat, um die Konsequenzen der australischen Krise zu meistern. Britische Investoren hatten in Australien empfindliche Verluste erlitten.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt “Das Heiratsnest”, während da k.u.k. Hof-Operntheater das Ballet “Excelsior” aufführt.

Narromine, 19 May 1893

Mr. Mack had invited me to visit his farm and added that it was easy to reach by a small detour on the way to the hunting ground. I accepted this invitation with pleasure as I was eager to learn about how a farmer was living in the midst of the herds, of the boundless meadows and woods, more or less cut off from the rest of the world, mostly having to rely on himself and and his family to spend his time.

Soon we had reached the farm, a very pretty single floor building enclosed by an open veranda similar to the houses of the small landowners in the Southern parts of our monarchy. The house has been built out of dried clay and is only covered with corrugated iron. The interior however is very tastefully and cosily decorated. In the parlor The whole Mack family received me in the company of some friends who had come to visit from Melbourne and Sydney.  We took a look at the well tended lovely garden in which bloomed the most beautiful flowers despite the quantity of rain that had fallen recently and tasty grapes that were offered to us which grew on an arcade. When Minister Suttor suddenly proposed that I should invited the ladies present in the house to dinner in the evening in our dining wagon, I was at first a bit consternated. As I had never hosted ladies in a dinner wagon, especially not in the Australian bush, I was intrigued by the novelty of the proposal and wanted to accept it — a decision that was eased by the agreeable prospect of being surrounded by a circle of beautiful ladies after the hard work of the day. Among these ladies, the laurels belonged to a young Australian woman with gorgeous almond-shaped eyes.

Continuing the journey to the hunting ground we passed buildings where the sheep of Mr. Mack were shorn with machines. A procedure that happens so quickly that one man is able to shear 100 sheep per day. As it was not the season of shearing, we could not see the machine in action.

On the hunting ground, the first kangaroo hunt started immediately. Unfortunately the passion to hunt the game with dogs had taken too much possession of the riders so that despite the presence of many kangaroos on the ground they managed to escape on the flanks or in the rear, so that I only killed one piece while others bagged two more.

My position this time was near a large kangaroo trap that is a place enclosed by tall fences to which lead multiple narrowing access paths. This trap serves to catch large numbers of kangaroos and then shoot or bludgeon them. If the kangaroos in an area namely become too numerous which happens easily due to their quick reproduction, the farmer has to be afraid about his pasture as the kangaroos eat the same food as the sheep. Multiple farmers in the same district then organize large joint hunts on horses where the drive the kangaroos in groups into such traps and thus bag seemingly incredible quantities.  Thus it is said that recently during the hunts of a single year in a territory of not more than 1000 to 1300 ha 60.000 kangaroos were killed. The kangaroo meat is not used but their skin, however, is a valuable article, especially for export to Europe. In 1892 144.712 kangaroos and 655.598 wallabies were killed.  As far as the fertility of the kangaroos is concerned, they seem to be the equal of our hares as otherwise the size of the population could not be so important given the constant hunting.  The animals, however, always receive fresh additions from the extended untouched lands into the inhabited areas.

The grilled or better only charred mutton filled a break today too. Then followed again a hunt for water fowl. After the experiences of the day before I did not expect much but was very pleasantly surprised by the originality of the hunt as well as the pieces caught. Having reached a long river-like stream that was meandering in the midst of the woods between trees the hunting companions wanted to rouse the water fowl by horses on both sides so that it would always fly in the middle of the stream. In the water were many dead eucalyptus trees that gave the area a strange melancholic touch. As the water surface was around 220 paces wide, one could not shoot with grain as Mr. Mack explained to me. He said — a farmer does not acknowledge obstacles — he would drive the wagon into the water, then let the horses go free and I was to shoot from the coach box. Thus said and done! After a few heavy strokes with the whip, the horses decided to draw the wagon into the water that reached at the beginning up to their shoulders and took the wagon into the middle of the water reaching more and more deep areas by partly swimming partly standing. From the coach box Mr. Mack let the horses go, jumped on the back of one of them and reached the other shore, leaving me to my fate.  As the coach box soon was half submerged, I had to take a not very agreeable hip bath. The water was icy — during the previous nights it had even frozen — and the hunt lasted over an hour. Small miseries one does not take into consideration during the heat of the battle.

I had just completed loading the rifles in my wet position when a flock of ducks flew one after the other over my head so that I could immediately open fire. But without special success as the flocks flew at great height. Who can describe my anger when right at the moment I had again shot in vain at too large a distance a black swan flew past, a specimen of this extremely species of Australian bird which I had not expected to see in the water. Fortunately there was hardly time to reflect about this dire case as only a few minutes later I could see a pair of black swans fly by and had the hunter’s luck in bagging both with a coup double. They were extremely beautiful birds with black smooth bodies, white wings and intensively red beaks.

Towards the conclusion of the hunt that had been very skilfully organized I saw another swan fly by that I shot down out of a considerable height. My total catch consisted, apart from the three swans that constituted the pièce de résistance of the day, of 12 ducks, mostly Australian shovelers, a result that was in no relation to the cartridges spent. But the ducks flew at a considerable height.

Now it was my task to get out of the water again which proved difficult. The horses were in fact brought right to the wagon by riders. But the roping was tricky as it had to be done from the coach box and the horses proved obstinate. As soon as one was finally roped in, the second tore itself off, the  third would not come near the wagon and the fourth reared up vertically into the air. Finally the wagon and the horses started turning in circles until one of the axles broke. After spending much effort and time in vain, I jumped from the coach box on a horse of one of the drivers and thus swam out of the water. After some time, they succeeded to bring both horses and the wagon back on land.

The conclusion of today’s hunt was to be another kangaroo hunt. As it was already late due to the episode in the water, Mr. Mack rushed very much and again drove in fast gallop through the woods over tree trunks so that we were left in a daze. During the drive  I saw a kangaroo sit under a pine tree at a considerable distance. A lucky bullet caught it with a shot.

In the middle of the forest where the hunt was to take place we met the riders sent ahead. They had not been idle but had caught an emu. The animal that is taller than a grown man if it stands upright lay with bound legs on the ground and its neck was bent in order to find its way into my collection. The animal tends to be extremely evasive. The riders had to chase the emu over many kilometers at the hardest gallop until they managed to catch it, so that the horses were fully spent.

The kangaroo chase failed, and due to the same reasons as the one in the morning. While there were many kangaroos but if chased too fiercely, they dispersed and escaped at the flanks so that only one piece was bagged and a second one was snatched by the dogs.

In line with my invitation the dinner took place in the wagon in the company of the ladies of Mr. Mack’s family and was quite entertaining in its relaxed joviality. Thinking about noblesse oblige and my role as the host I talked mostly with the older ladies, while my gentlemen honored the younger members at the table.

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  • Location: Narromine, Australia
  • ANNO – on  19.05.1893 in Austria’s newspapers. Die Neue Freie Presse reports about the financial difficulties caused in England due Australian losses. The Bank of England raised interest rates to 4 percent in order to contain the Australian crisis.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Das Heiratsnest“ and the k.u.k. Hof-Operntheater is performing the ballet “Excelsior“.

Narromine, 18 May 1893

When we woke up in the wagons — the train served as our provisional quarter, a gorgeous fresh morning greeted us. For a long time we stood ready fully equipped waiting for Mr. Mack. But the brave farmer was nowhere in sight and only came towards 9 o’clock with a large break, drawn by four splendid Australian horses.

Now there was not enough space for us, the servants and the rifles in the wagon so that riding horses had to be caught for some of the gentlemen in the pasture. This took again quite some time even though the assigned riders were very skilled. They followed the group of horses at full gallop and drove the selected animals towards the barn where they could be saddled and mounted.

Thus we were finally ready — in front Mr. Mack, me and multiple gentlemen on the large wagon. Then the other gentlemen on horses and a number of also mounted acquaintances and employees of Mr. Mack who were to serve as drivers. We first rushed through the small village of Narromine, then past fields until we reached the forest.

The hunting ground was on the property of Mr. Mack who owned around 220.000 ha here and is one of the richest squatters of the country. His livestock consisted of 100.000 sheep, 500 heads of cattle and 500 horses. Some areas of his property he had cleared, surrounded with solidly constructed wire fences and grown wheat on it. Sheep, horses and cattle have to find their food in the nearly interminable „bush“ where only a few fences extending over wide areas exist to prevent animals from „getting lost“.

To increase and improve pastures, the farmers use a drastic measure which in the eyes of a European used to a rational forest management looks like vandalism.

As wood has little to no value here and its collection is unthinkable, the mighty trunks are incised deeply to about a hand’s width so that they die in time in order that they do not have to be cut. This measure clears a wood rather quickly so that undergrowth and grass starts growing and great pasture land is developed. It doesn’t require much fantasy to image how sad a forest treated like this is looking: Here rise mighty trees which are already showing signs of wasting away due to their incurable wounding. There some are already close to death and, bereft of their leaf cover, with their dry wide branches starring into the air, await the wind to topple them down to their brothers already on the ground. The extermination rage of the farmers is namely especially directed against eucalyptus trees as they claim that the long extended roots of that tree destroy the ground. Pinewood, casuarines, blue rubber trees, however are mostly spared. Due to this measure the woods which are already quite open by nature have even more gaps so that one can drive through the woods nearly everywhere without the need for any built paths.

Driving through the woods requires, however, robustly built wagons, brave horses and a certain insensibility to the shocks and hits that happen constantly while driving over the wild collection of fallen tree trunks that are everywhere. I had the opportunity to learn about these tracks as well as the skill of Mr. Mack who drove in full trot and gallop over the fallen tree giants which I had considered insurmountable obstacles. We had, however, to hold onto the wagon with both hands in order not to be thrown out of the wagon and soon Mr. Mack sat in my lap, soon I in his. But this did not concern us and on it went, always at the same steady speed.

After some time the crazy drive was stopped and a war council held. During it I bagged three delightful parrots that had landed near the wagons and their feathers were in all colors of the rainbow.

According to the decision taken I first undertook a hunt on wagon for kangaroos while the riders with their greyhounds remained behind at considerable distance. In fact I soon spotted a group of kangaroos that fleeing already at a great distance in the most comic jumps through the woods. But the dogs had already spotted the game and could not be held back despite the shouts of the riders and pursued the kangaroos. In a few minutes the dogs had caught a middle size piece but were driven away with the whip and led even further back. I then managed to bring the wagon close to a kangaroo so that I could kill it with a bullet when it stood up on its hind legs. Killing my first kangaroo made me rejoice very much, especially as it was a beautiful specimen of the large species of Macropus giganteus.

After this first success it was not possible to approach within shooting distance to these timid animals. Partly due to our giant wagon with its four horses made too much noise in the dry wood, partly because the impatient dogs made the game too nervous so that Mr. Mack attempted another hunt elsewhere, realizing the futility of our efforts here.

The hunt had barely started when a rider arrived with a message that the kangaroos had escaped from the drivers and entered a neighboring area. I and two other gentlemen then jumped into the wagon which Mr. Mack drove without regard for terrain over rocks and trunks at full gallop in order to still catch the kangaroos, letting the horses run as fast as they could through the woods. I felt like sitting on a gun munition wagon that had to overcome obstacles at full speed and can only admire the robustness of the wagon. Suddenly, Mr. Mack stopped and showed me the place I should aim for. At the first moment I was not a little surprised about my position as behind me, in the direction the drivers would approach 1400 sheep were bleating, to my left was a tall wire fence, to my right Mr. Mack took up position on his large wagon and behind me there were horses grazing. But I did not have much time to reflect. As soon as the rifles were loaded as the cries and whips of the riding drivers could be heard and just afterward appeared a large group of jumping kangaroos right between the sheep herd and the wire fence. They were still about 100 paces distant when I heard a noise behind me and saw three kangaroos flee by my position. With a quick coup double I killed a very strong old female and a middle sized piece. The shots confused the group that had approached close to my position, the lead kangaroo was jumping from one spot to the other, the group following it so that I managed to bag three pieces one after another.

A larger group of kangaroos fleeing in jumps offers a very strange and comic view. One can hardly believe that these seemingly awkward animals are actually fast and can jump huge distances thanks to their well developed rear legs and their tail which they use to propel themselves off the ground. They are timid and attentive, namely the lead kangaroo is watchful and continuously turns towards all directions.

Two females had a young one each in their pouches. The kids crawled out after their mothers had been killed. One of them was hairy, the other still naked. But both looked like they would survive.

My two shooting neighbors had also fired but missed. The riders who had arrived in the mean time had bagged three kangaroos that had been caught by the greyhounds, which by the way was no easy task as an especially old kangaroo had put up much resistance against the dogs and wounded them gravely with its strong claws on the rear legs, so that this time too two dogs had been grievously wounded.

While we examined the bagged pieces and their hides were collected, behind us again approached some kangaroos which however could not be turned towards us despite the riders getting quickly into their saddles.

As in India, the sons of Albion worshipped the custom of a luncheon even in the Australian bush. We had to comply with this custom. At least the lunch was in hunting style as there was no champaign nor silver cutlery or a covered table but only an open fire on which was roasted mutton on a grill and then eaten half raw, half burnt. The time necessary for this culinary procedure I used to bag some representatives of some bird species new to me.

On the proposition of Mr. Mack, another hunt was undertaken in an open wood of eucalyptus that had an undergrowth of tall yellow grass. The riders first drove in two especially strong kangaroos one of which was shot by Clam, the other — in full flight — by a bullet of mine. At the end a kangaroo jumped out alongside the fence which I shot when it passed over the branch of a stream.

As the time was rather too advanced for another hunting drive, our hunting guide led us across the bush to a water stream in the midst of the wood,  said to be a very popular place for water fowl, especially pelicans. I asked Mr. Mack not to drive up close to the water but to stop earlier so that we could sneak up but he was of the opinion that the game was not timid and would tolerate the appearance of the wagon. My fears were however justified. As soon as we came thundering down to the water with our antediluvian wagon a large flock of the most beautiful pelicans lifted off with heavy wings and was soon high up in the air. Still I and Wurmbrand who had quickly descended from the wagon managed to shoot two of these mighty birds (Pelecanus conspicillatus) that crashed with a thud into the water which splashed high into the air. As I hoped that the flock would return to the stream again, I hid myself behind a tall tree and in fact the pelicans flew lower and lower. Unfortunately good Mr. Mack spoiled everything with the best of intentions as he came driving by in his wagon in the decisive moment to tell me to only use coarse grain.

Naturally the timid birds disappeared and were never seen again. Instead at least there was much other water fowl of all kind flying and landing in this tiny stream. I managed to observe some representatives of this rich ornis such as cranes (Antigone australasiana), then spoonbills (Platalea regia), gray herons (Ardea paeifica), cormorants and darters (Plotus novae hollandiae) as well as multiple specimens of an Australian ibis species and numerous ducks and bag some of them.

But here too Mr. Mack failed to be patient. He soon approached in his wagon and some riders close to my position so that I had to give up the hunt, accepting the futility of waiting longer. I assumed my position in the coach box — not without regret. As the quiet water in the forest was not only a beautiful spot but would have offered many opportunities to bag many interesting pieces. For about 6 km we drove in the wagon, followed by the riders through the woods until we arrived back in Narromine after sunset.

The endurance of the Australian horses put to our service today was truly admirable. They had to run continuously at a fast hunting gallop, except for the breakfast pause, without the riders going easy on them. Even on the return trip some riders were joking around and chased each other or performed some kind of Jeu de barre. Our four-horse team too had to draw the heavy break loaded with six persons during the whole day cross country at fast trot or gallop — a performance that must be appreciated even more as these horses never are feed with barley or other type of corn food but only feed themselves on the pasture. As soon as they are no longer required for use, they are set free and have to care for themselves. The horses usually are very tall, have beautiful forms but a bony incredibly strong build. Each farmer has a considerable number of horses so that at any moment one can see a group of six to eight horses in the bush. If only some are needed, they are driven either into a fenced area or one catches them with a lasso.

It is not rare to see a farmer forced to reduce the number of his horses. This is namely necessary in the sad years of drought that occurs from time to time in the whole land as it is a question of preserving some of the scarce grazing for the upkeep of some of the sheep herds so that the other livestock is reduced as much as possible. Thus on many large farms during the last drought 6000 horses were shot in the woods. The drought is the greatest terror for the Australian farmer as it causes all sources, streams and standing water to dry out, grass is withering away and the livestock perishes from hunger and thirst. Farmers have to seek to preserve at least a small part of their sheep herds to resume rearing in the following years. Every other kind of livestock, cattle, horses and sheep, are lost. This year was especially rich in rain and thus the pastures everywhere quite luxurious so that we met only healthy and well nourished herds in the woods.

Hodek who had bravely ridden alongside the drivers during the whole day also made some catches in pursuing two kangaroos separated from the large main group until he had luckily caught them. But he lost his way in the bush during this wild chase, so that we had to send out a few riders after the hunt to find him — in a short time they completed their mission successfully.

On the drive through Narromine I met Mrs. Mack who arrived with her daughter and various other ladies in a pony-drawn wagon. The eleven-year old son of Mr. Mack, George, a splendid chap and skilful cross country rider  acted as a brave driver during the day.

We spent the evening and the night again in our special train.

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  • Location: Narromine, Australia
  • ANNO – on  18.05.1893 in Austria’s newspapers. Having collected enough money for the creation of a Goethe monument in Vienna, there is now a discussion where it should be erected. It would take until 1900 before it was actually unveiled in its current location opposite the Schiller monument.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Der Hüttenbesitzer“ and the k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera “Merlin“.

Narromine, 18. Mai 1893

Als wir in den Waggons — der Train diente als unser ambulantes Quartier — erwacht waren, begrüßte uns ein herrlicher, frischer Morgen. Lange standen wir in voller Ausrüstung bereit, Mr. Macks harrend; doch ließ sich der wackere Farmer zunächst nicht blicken und kam erst gegen 9 Uhr mit einem großen Break, welchem vier gute, australische Pferde vorgespannt waren, angefahren.

Nun fand sich aber für uns, die Diener und die Gewehre nicht genügend Raum auf dem Wagen, so dass erst Reitpferde für einige der Herren von der Weide eingefangen werden mussten. Das beanspruchte abermals geraume Zeit, obschon die hiemit beauftragten Reiter sehr geschickt vorgingen: sie setzten dem Rudel weidender Pferde im Galopp nach und trieben die ausgewählten Tiere dem Gehöft zu, wo diese gesattelt und bestiegen wurden.

So waren wir denn endlich flott — voran Mr. Mack, ich und mehrere Herren auf dem großen Wagen; dann die übrigen Herren zu Pferd und eine Anzahl ebenfalls berittener Bekannter und Angestellter Mr. Macks, die uns als Treiber dienen sollten. Wir eilten zunächst durch die kleine Ortschaft Narromine, dann an Feldern vorbei, bis wir im Wald anlangten.

Das Jagdterrain lag auf der Besitzung Mr. Macks, der hier ungefähr 220.000 ha sein eigen nennt und zu den reichsten Squatters des Landes gehört; denn sein Viehstand beträgt 100.000 Schafe, 500 Stück Rindvieh und 500 Pferde. Einige Flächen seiner Besitzung hat er roden, mit solid gearbeiteten Drahtzäunen einfrieden und mit Weizen bebauen lassen; Schafe, Pferde und Rindvieh müssen sich ihre Nahrung in dem schier unermesslichen „Busch“ suchen, in dem nur einzelne, auf weite Strecken gezogene Zäune die Tiere am Verlaufen hindern.

Um die Weideplätze zu vermehren und zu verbessern, bedienen sich die Farmer eines sehr drastischen Mittels, welches in den Augen eines an rationelle Waldkultur gewöhnten Europäers als Vandalismus erscheint.

Da das Holz hier wenig oder keinen Wert besitzt und an eine Bringung desselben nicht zu denken ist, werden die prachtvollen Stämme, um deren Fällung umgehen zu können, so stark — ungefähr handbreit — geringelt, dass sie allmählich absterben, ein Verfahren, welches den Wald ungemein rasch lichtet, so dass Unterwuchs sowie Gras aufsprießen und vorzügliche Weide liefern. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, um sich vorzustellen, welch trostlosen Anblick ein derart behandelter Wald bietet: hier ragen mächtige Bäume empor, welche vermöge ihrer unheilbaren Wunde die ersten Spuren des Siechtums zeigen; dort sind andere bereits dem Tod nahe und harren, des Blätterschmuckes beraubt, mit ihren dürren, weit in den Luftraum starrenden Ästen Gerippen gleichend, des Windstoßes, der sie zu ihren schon zu Boden liegenden Brüdern betten wird. Die Verfolgungswut der Farmer richtet sich namentlich gegen die Eucalypten, da, wie jene behaupten, deren lange, weit ausgreifende Wurzeln den Boden verderben; hingegen werden Nadelholz, Kasuarinen, blaue Gummibäume meist verschont. Infolge dieser Behandlungsart sind die Wälder, welche schon von Natur aus lichten Bestand aufweisen, noch lückenhafter, so dass man in denselben fast überall ohne gebahnte Wege fahren kann.

Zu den Fahrten in diesen Wäldern gehören jedoch widerstandsfähig konstruierte Wagen, tüchtige Pferde und eine gewisse Unempfindlichkeit gegen Stöße und Püffe, da es unausgesetzt über die gestürzten, in wildem Gewirr umherliegenden Baumstämme geht. Ich hatte Gelegenheit, diese Fahrbahn bald ebenso kennen zu lernen, wie die Bravour, mit welcher Mr. Mack im schärfsten Trab und Galopp über gefallene Waldriesen hinwegfuhr, die ich als ganz unübersteigliche Hindernisse betrachtet hätte. Allerdings mussten wir, um nicht herabgeschleudert zu werden, uns mit beiden Händen an den Wagen klammern, und bald saß Mr. Mack auf meinem Schoß, bald ich auf dem seinen; doch focht uns dies weiter nicht an und fort ging’s, immer drauf los im gleichen Tempo.

Nach einiger Zeit wurde die tolle Fahrt unterbrochen und Kriegsrat gehalten, während dessen ich drei reizende Papageien erlegte, die in der Nähe des Wagens eingefallen waren und alle Farben des Regenbogens in ihrem Gefieder aufwiesen.

Der getroffenen Bestimmung gemäß unternahm ich nun zunächst eine Pürsche zu Wagen auf Känguruhs, während die Reiter mit den Windhunden auf erhebliche Entfernung zurückblieben, und in der Tat erblickte ich bald ein Rudel Känguruhs, die, schon von weitem ausreißend, in den drolligsten Sprüngen durch den Wald flüchteten; aber die Hunde hatten das Wild bereits eräugt, waren trotz aller Zurufe der Reiter nicht mehr zurückzuhalten und setzten den Känguruhs nach. In wenigen Minuten hatten die Hunde auch ein mittelgroßes Stück abgefangen, wurden aber abgepeitscht und noch weiter zurückgeführt, worauf es mir gelang, mit dem Wagen so nahe an ein Känguruh heranzukommen, dass ich es mit der Kugel strecken konnte, als es sich eben ganz aufrecht auf die Hinterläufe gesetzt hatte. Die Erlegung des ersten Känguruhs freute mich umsomehr, als dasselbe ein schönes Exemplar der großen Art Macropus giganteus war.

Nach diesem ersten Erfolg war es aber nicht mehr möglich, sich den scheuen Tieren auf Schussdistanz zu nähern; teils weil unser Riesenwagen mit den vier Pferden im trockenen Holz zu viel Getöse verursachte, teils weil die ungebärdigen Hunde das Wild zu sehr beunruhigten, so dass Mr. Mack, die Fruchtlosigkeit unserer Bemühung einsehend, sich entschloss, einen Trieb zu versuchen.

Der Trieb war kaum eingeleitet, als ein Reiter mit der Meldung heransprengte, dass die Känguruhs aus dem Trieb ausgebrochen seien und in nachbarliches Gebiet gewechselt hätten, worauf ich und noch zwei Herren auf den Wagen sprangen, welchen Mr. Mack, um den Känguruhs zuvorzukommen, ohne jede Rücksicht auf das Terrain, über Stock und Stein im gestreckten Galopp, was die Pferde laufen konnten, quer durch den Wald lenkte. Ich hatte die Empfindung, als säße ich auf dem Protzkasten eines Geschützes, welches im vollen Lauf Hindernisse zu nehmen hat, und konnte die außerordentliche Widerstandsfähigkeit des Wagens nur bewundern. Plötzlich hielt Mr. Mack an und zeigte mir den Platz, auf dem ich mich anstellen sollte. Im ersten Moment war ich über meinen Stand nicht wenig erstaunt; denn vor mir blöckten in der Richtung, aus welcher getrieben werden sollte, 1400 Schafe, linkerhand befand sich ein hoher Drahtzaun, zur Rechten fasste auf wenige Schritte Mr. Mack mit seinem großen Wagen Posto, und hinter mir weideten Pferde. Doch hatte ich nicht lange Zeit zur Überlegung; denn die Gewehre waren kaum geladen, als ich schon das Schreien und Peitschengeknalle der reitenden Treiber vernahm und unmittelbar darauf ein großes Rudel Känguruhs geradewegs zwischen der Schafherde und dem Drahtzaun auf mich zuhüpfen sah. Sie waren noch auf ungefähr 100 Schritte entfernt, als ich hinter mir brechen höre und drei Känguruhs an meinem Stand vorbeiflüchten sehe. Mit raschem Coup double erlegte ich ein sehr starkes, altes Weibchen und ein mittelgroßes Stück. Durch die Schüsse wurde das Rudel, welches schon ganz nahe an meinen Stand herangekommen war, in Verwirrung gebracht, das Leitkänguruh sprang von einem Platz zum anderen, die Herde ihm nach, so dass ich unmittelbar nacheinander noch drei Stücke derselben erlegen konnte.

Ein größeres, in flüchtigen Sprüngen sich fortbewegendes Känguruhrudel bietet einen äußerst fremdartigen und komischen Anblick. Man sollte übrigens nicht glauben, wie behende die scheinbar unbehilflichen Tiere sind und welch gewaltige Sätze sie dank den stark entwickelten Hinterläufen und dem Schwanz, mit dem sie sich vom Boden abschnellen, auszuführen vermögen. Sie sind scheu und wachsam, namentlich das Leitkänguruh äugt und windet fortwährend nach allen Richtungen.

Zwei der Weibchen trugen in den Taschen je ein Junges, die, als die Mütter erlegt waren, herauskrochen; das eine derselben war behaart, das andere noch nackt, doch zeigten sich beide lebensfähig.

Meine beiden Nachbarschützen hatten ebenfalls geschossen, doch gefehlt. Die inzwischen angelangten Reiter brachten drei Känguruhs, welche von den Windhunden gefangen worden waren, was übrigens nicht so glatt ablief, da sich besonders ältere Känguruhs gegen Hunde zur Wehr setzen und ihnen tiefe Wunden mit den scharfen Krallen der Hinterläufe beibringen, so dass auch diesmal zwei Hunde stark geschlagen waren.

Während wir die erlegten Stücke betrachteten und deren Felle abgestreift wurden, tauchten hinter uns abermals Känguruhs auf, welche, obgleich die Reiter alsbald im Sattel waren, nicht mehr gewendet werden konnten.

Wie in Indien, so huldigen die Söhne Albions auch im australischen Busch der Sitte des Luncheons, welcher wir uns nun zu unterwerfen hatten; doch ließ sich das Lunch wenigstens waidgerechter an, da es keinen Champagner, noch auch silbernes Essgerät oder eine gedeckte Tafel gab, sondern nur am offenen Feuer über einem Rost ein Hammel gebraten und dann halb roh, halb verbrannt, verzehrt wurde. Die Zeit, welche diese kulinarische Prozedur erforderte, benützte ich, um einige Vertreter mir neuer Vogelarten zu erlegen.

Über Proposition Mr. Macks wurde noch ein Trieb in einem licht bestockten Eucalyptus-Wald, der von hohem, gelbem Gras unterwachsen war, durchgeführt, wobei die Reiter zuerst zwei auffallend starke Känguruhs auftrieben, deren eines von Clam, das andere — in tollster Flucht — von mir mit der Kugel erlegt wurde. Zum Schluss kam mir längs eines Zaunes noch ein Känguruh angesprungen, das ich schoss, als es den Arm eines Wasserlaufes passierte.
Da die Zeit für einen weiteren Trieb schon zu sehr vorgerückt war. führte mich unser Jagdherr quer durch den Busch an einen Wasserriss, der, mitten im Walde gelegen, ein beliebter Einfallplatz für Wasserwild, besonders für Pelikane, sein sollte. Ich bat Mr. Mack, nicht bis an das Wasser anzufahren, sondern früher zu halten, so dass wir uns anpürschen könnten; er aber meinte, dass das Wild gar nicht scheu sei und auch angesichts des Wagens ganz gut standhalten würde. Meine Befürchtung erwies sich jedoch als begründet; denn als wir mit diesem vorsintflutlichen Wagen an das Wasser angedonnert kamen, strich eine große Kette der schönsten Pelikane mit schwerem Hügelschlag ab und war alsbald hoch in den Lüften; gleichwohl gelang es mir und Wurmbrand, die wir schnell abgesprungen waren, zwei dieser mächtigen Vögel (Pelecanus conspicillatus) herabzuholen, die mit dumpfem Fall in das hoch aufspritzende Wasser stürzten. Da ich hoffte, dass die den Wasserarm noch immer umkreisende Kette wieder einfallen würde, verbarg ich mich hinter einem großen Baum, und in der Tat senkten sich die Pelikane immer tiefer und tiefer. Leider verdarb aber der gute Mr. Mack in der besten Absicht alles; denn im entscheidenden Augenblick kam er mit seinem Wagen wieder angefahren, um mir zu sagen, ich solle nur ja recht grobe Schrot nehmen.

Selbstverständlich verschwanden die scheuen Vögel auf Nimmerwiedersehen. Dafür hatte wenigstens allerlei Wasserwild anderer Arten, welches den schmalen Wasserriss auf und ab strich, ausgehalten. Ich konnte hier Kraniche (Antigone australasiana), ferner Löffelreiher (Platalea regia), graue Reiher (Ardea paeifica), Cormorane und Schlangenhalsvögel (Plotus novae hollandiae) sowie mehrere Exemplare einer australischen Ibisart und zahlreiche Enten beobachten und einzelne Vertreter dieser reichen Ornis erlegen.

Aber auch jetzt konnte Mr. Mack sich nicht gedulden; er kam mit dem Wagen und einigen Reitern bald wieder in meine Nähe, so dass ich, endlich das Nutzlose weiteren Wartens einsehend, die Jagd aufgab und meinen Sitz auf dem Kutschbock einnahm — nicht ohne Bedauern; denn das stille Wasser im Wald bildete nicht nur landschaftlich ein hübsches Plätzchen, sondern hätte mir auch Gelegenheit geboten, noch manch interessantes Stück zu erbeuten. Ungefähr 6 km weit gings nun im Wagen, gefolgt von der ganzen Kavalkade, durch den Wald zurück, bis wir nach Sonnenuntergang wieder in Narromine anlangten.

Die Ausdauer der heute in unseren Dienst gestellten australischen Pferde war geradezu bewundernswert; denn diese mussten mit Ausnahme der Frühstückspause fortwährend im flotten Jagdgalopp gehen, ohne dass die Reiter sie hiebei etwa geschont hätten. Ja, während des Rückweges trieben einige der Reiter noch allerlei Scherze, indem sie einander nachjagten und eine Art Jeu de barre aufführten. Auch unser Viererzug hatte den schweren, mit sechs Personen beladenen Break den ganzen Tag über querfeldein in scharfem Trab oder Galopp gezogen — Leistungen, die um so höher anzuschlagen sind, als die Pferde hier nie Hafer oder ein anderes Körnerfutter erhalten, sondern ausschließlich auf die Weide angewiesen sind, da sie, sobald man ihrer nicht mehr bedarf, freigelassen werden und für sich selbst zu sorgen haben. Die Pferde sind meist groß, haben keine schönen Formen, aber knochigen, ungemein kräftigen Bau. Jeder Farmer hält eine bedeutende Anzahl von Pferden, so dass jeden Augenblick im Busch Rudel von sechs bis acht Stücken zu sehen sind; werden nun deren einige gebraucht, so treibt man sie entweder in eine Einzäunung oder fängt sie mit dem Lasso ab.

Nicht selten geschieht es, dass ein Farmer sich genötigt sieht, die Anzahl der Pferde zu verringern; dies ist namentlich in den traurigen Jahren der Dürre, die sich von Zeit zu Zeit im ganzen Land einstellt, der Fall; dann handelt es sich darum, den spärlichen Weideertrag wenigstens einem Teil der Schafherde dadurch zu sichern, dass der übrige Viehstand möglichst eingeschränkt wird; so wurden auf mehreren der großen Farmen anlässlich der letzten Dürre an 6000 Pferde im Wald erschossen. Die Dürre bildet den ärgsten Schrecken für den australischen Farmer, da infolge derselben alle Quellen, Bäche und stehenden Wasser versiegen, der Graswuchs verdorrt, das Vieh an Hunger und Durst zugrunde geht. Die Farmer müssen dann darauf bedacht sein, mindestens einen kleinen Stamm ihrer Schafherde zu erhalten, um hiemit im nächsten Jahre die Aufzucht von neuem beginnen zu können; alles übrige Vieh aber, Rinder, Pferde und Schafe, ist verloren. Heuer war ein besonders regenreiches Jahr und daher die Weide allenthalben sehr üppig, so dass wir überall im Walde gesunden und wohlgenährten Herden begegneten.

Hodek, welcher den ganzen Tag über wacker mit den Treibern geritten war, hatte ebenfalls seine Strecke, indem er zwei von dem großen Trupp abgetrennten Känguruhs so lange nachsetzte, bis er sie glücklich gefangen hatte; doch verirrte er sich bei dieser wilden Jagd im Busch, so dass wir nach Abbruch der Jagd einige Reiter auf die — binnen kurzem erfolgreiche — Suche nach ihm aussenden mussten.

Während der Durchfahrt durch Narromine lernte ich Mrs. Mack kennen, die mit ihrer Tochter und mehreren anderen Damen in mit Ponies bespannten Wagen des Weges kam. Der elfjährige Sohn Mr. Macks, George, ein prächtiger Bursche und tüchtiger Naturreiter, hatte tagsüber als wackerer Treiber fungiert.

Den Abend und die Nacht verbrachten wir wieder in unserem Extrazug.

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  • Ort: Narromine, Australien
  • ANNO – am  18.05.1893 in Österreichs Presse. In Wien wird über den Standort des Goethe-Denkmals diskutiert, nachdem genügend Geldmittel dafür gesammelt worden sind. Tatsächlich sollte das Denkmal erst um 1900 an seinem heutigen Standort errichtet werden.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt “Der Hüttenbesitzer”, während da k.u.k. Hof-Operntheater “Merlin” aufführt.

Sydney, 17 May 1893

The most rewarding excursion out of Sydney because it is leads to the most beautiful part of New South Wales is the one to the Blue Mountains — a place that is in fact incomparable in its delightful scenery.

The Blue Mountains run nearly parallel to the coast at a distance of 40 km to 200 km delimited in the North by cross running Liverpool mountain ridge, that is it runs from West to East, and in the South by the mountainous area next to the Australian Alps whose highest elevation is Mount Beemarong (1230 m). This mountainous area rises sharply out of the plain to create an extended high plateau on which are set individual mountain ridges. Covered with woods and otherwise infertile but rich in mineral wealth the Blue Mountains split the undulating grass rich grazing grounds of the interior from the fertile luxurious alluvium strip on the East coast.

At the rather distant Redfern Station of the Western Line that from Sydney crosses the Blue Mountains in a Western direction, the minister of public education, Mr. F. B. Suttor, the guide and organizer of the journey as well as the German consul general Pelldram were awaiting us.

The day’s weather was wonderful, the atmosphere clear and clean. Even though the special train was driving at English speed it still took quite some time to get out of Sydney and its far extending suburbs and smaller settlements so that a visitor can well appreciate the extensive space and the growth of this young city during the last few decades. Everywhere there was cleanliness and prettiness. The houses in the suburbs are usually ground floor only, small and covered in corrugated iron. When the train finally had passed out of this labyrinth of houses, large orange gardens and also eucalyptus groves reach close to the railway line which then ascends the mountain ridge that is covered with pine wood. We find here Californian pines (Pinus insignis), Pinus Strobus (Weymouth pine) and now and then mighty rubber trees.

In these woods too there were numerous settlements as these outlying areas of the Blue Mountains serve as summer retreats for the Sydneysiders. All the richer inhabitants of the city own a country retreat here so that all the pretty points of view, all idyllic  spots in the valleys and gorges are covered with villas that are built in the spirit of cosiness and joyfulness. In all the gardens of the villas  a vast variety of Chrysanthemums and late blooming roses are flowering.

Having passed through a long tunnel the railway line ascends more steeply and the scenery starts to look like a mountain landscape. Valleys alternate with wooded mountain ridges and from time to time grotesque rock formations appear. Due to the clean atmosphere the more distant hills and mountain ridges appear in an intensive blue color which explains the name of „Blue Mountains“; this faint blue mist lies over the valleys — a strange spectacle of nature that I observed here for the first time.

Towards 1 o’clock we arrived at Wentworth Falls station, 871 m above sea level,  climbed into the waiting wagon and drove to a beautiful sightseeing spot as our guide modestly called it.  The drive might have taken half an hour through the eucalyptus forest, when suddenly after a turn of the road a mountain panorama opened up in front of us that could not be compared to anything else in its originality and impact.

Surrounded by steep, craggy heights, a wide deep valley bottom extends at our feet, covered in might mighty trees and ferns, bathed in an aromatic blue. A clear mountain stream descends as an impressive waterfall down into a depth of 300 m with great noise and sprays over three rocky ledges only to collect itself there in a basin to form a lake and gushingly continue its path down the valley. Fine water mist envelops the descending water like a shaking, swinging and floating cloud and turns into a colorful rainbow in the sunlight.

„Über allen Wipfeln ist Ruh'“ (‚Above all the peaks it is quiet‘), and only when a slight wind draws above the tree tops, they nod with quiet whispering their approval to the smashing accords of the waterfall. No twittering birds are audible and only now and then a predator bird is circling in the blue air.

Advancing up to the edge of a small rocky ledge on a stone cliff that descends for multiple hundred meters to the valley below, we enjoy the delightful spectacle to the full. The size of the height difference between our position and the bottom of the valley is best illustrated by the fact that the tall rubber trees that must be up to a hundred meters tall look like small bushes from above. The virgin forest stands so close that not even a spot of the ground is bare and the eye can only sweep across a blanket of tree tops. Everywhere luxurious plants are growing. Epacrideae and ferns glance curiously out of rock crevices at the wonders of nature. Even the most sterile ground is ornamented with all kinds of greens and contributes its share to embellish the view. Heavy dew that had fallen in the morning transformed itself under the force of the sun’s rays into many millions of pearls that now were glittering playfully in all colors on each blade.

Under the overhanging parts of a rocky face of the valley are installed small stair steps. They lead up to various rocky peaks and ledges that offer the most splendid views of always changing new scenes.

Only the constant insistence of our minders who were concerned about the possible delay of our special train made us take leave from these majestically beautiful paintings.

The train then drove past a number of lovely places among them the small village of Katoomba where multiple beautiful valleys meet and is one of the most popular summer retreats of Sydney.

At Blackheath station we stopped again to go to the waterfall of Govett’s Leap 5 km distant past delightfully situated villas. There we had a similar view as we had seen at Wentworth Falls.

Here too we viewed from the edge of a vertically descending rock face into a deeply cut valley that was surrounded by sharply pointed rocky heights and covered far and wide with green tree tops. The giants of this valley seemed to be even smaller than those at Wentworth Falls, as the rock face as if chiseled by man is descending even farther down. In an arc, here too, crashed down a mountain stream while a second smaller water course falls down to the valley in myriads of separate drops like a veil. The last rays of the setting sun offered magic light effects; the tender blue of the atmosphere blended into the rosy breeze of the illuminated mountain peaks. Above the dark-green woods descended in time a violet mist. Even the coolest critic of nature must be enthusiastic about Wentworth Falls and Govett’s Leap. As I believe it is right to boldly state — disregarding my existing preference and predisposition for natural beauty —  that this joy of viewing the Blue Mountains alone is compensation enough for the arduous seaborne journey to Sydney.

Apart from Wentworth Falls and Govett’s Leap there are also a number of other points here that are distinguished by their great beauty. But unfortunately the meagerly allocated time for our stay in New South Wales did not permit to visit all these remarkable places in this mountain area.

Back in the train again we soon reached the highest point of the railway line shortly before Zigzag  station at an altitude of 1025 m above sea level. For the part of the Western Line that crosses the mountain — called Zigzag Railway — the constructor Mr. John Whitton made use of zigzag lines in a similar way as this was the case at the mountain railway leading to Darjeeling. The zigzags start at Lapstone Hill and continue until a place 31 m below the highest point where the line starts to descend towards Bathurst.

While we descended towards the valley, there were quite a few signs that we were moving towards the interior of the country and its large farms. The freight trains mostly consisted of long rows of cattle wagons. Each of these wagons was filled with living sheep and thus loaded train after train moved towards the docks and slaughter houses of Sydney. The dry sheep pastures in the interior have forced the breeders to produce firstly fine wool producing animals and only at a lower priority sheep for meat production. Nevertheless despite the production centered on breeding sheep and on huge quantities of valuable wool in New South Wales the export of sheep for meat production is still considerable. The importance of the ship trade in this colony can be assessed by the fact that in the year 1892 1,583.666 heads of sheep were exported from here and 520.660 heads were imported into New South Wales.

At sunset we arrived at the other side of the foot of Blue Mountains. Before the train fully entered the plain it crosses an extended area rich in coal mines in which coal is found in mighty beds and everywhere one could see mining shafts, a sign of busy mining activities. Around the shafts are numerous quickly built settlements, the houses of the workers and mine owners. Some walls of corrugated iron or wood, the roof sometimes only formed out of the strong wood-like bark of the rubber tree — and a house is complete. In this manner the towns and villages of Australia grow in short time, as if they had been produced out of the ground by magic.

At Bathurst station dinner was served in the train. Towards midnight we reached the destination of our journey in Narromine where it was planned to hunt the next three days under the guidance of the farmer Mr. Mack.

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Sydney, 17. Mai 1893

Der lohnendste, weil in den schönsten Teil von Neu-Süd-Wales führende Ausflug von Sydney aus ist jener in die Blauen Berge — eine Partie, die an landschaftlichen Reizen in der Tat unvergleichlich ist.

Die Blauen Berge sind ein der Küste in der Entfernung von 40 km bis 200 km so ziemlich parallel laufendes, im Norden an die quer, das heißt von West nach Ost liegenden Bergzüge der Liverpoolkette, im Süden an die Australischen Alpen stoßendes Bergland, dessen bedeutendste Erhebung der Mount Beemarong (1230 m) bildet. Dieses Bergland steigt schroff aus der Ebene auf, um sich dann zu Hochebenen auszubreiten, auf welche einzelne Höhenzüge aufgesetzt sind. Mit Wald bedeckt, im übrigen unfruchtbar, jedoch reich an mineralischen Schätzen, scheiden die Blue Mountains die welligen, grasreichen Weidegründe des Innern von dem mit fruchtbarem Alluvium ausgestatteten, üppigen Landstriche der Ostküste.

An der ziemlich entlegenen Redfern Station der Western Line, welche von Sydney aus in westlicher Richtung die Blauen Berge übersetzt, erwarteten uns der Minister für öffentlichen Unterricht, Mr. F. B. Suttor, der Leiter und Arrangeur der Fahrt, sowie der deutsche Generalkonsul Pelldram.

Der Tag war wunderbar schön, die Atmosphäre klar und rein. Obgleich der Extrazug mit englischer Geschwindigkeit fährt, braucht er doch geraume Zeit, um Sydney und die weithin sich ausdehnenden Vorstädte und Vororte zu durchfahren, so dass der Reisende einen annähernden Begriff von der räumlichen Ausdehnung und von dem Aufschwung erhält, den diese junge Stadt innerhalb der letzten Dezennien genommen hat. Überall herrscht Reinlichkeit und Nettigkeit, die Häuser in den Vorstädten sind zumeist ebenerdig, klein und mit Wellblech gedeckt. Hat der Zug endlich dieses Häuserlabyrinth verlassen, so treten große Orangengärten und weiterhin Eucalyptus-Haine an die Bahn heran, welche nun an einer mit Nadelholz bedeckten Hügelkette emporzusteigen beginnt. Wir finden hier kalifornische Pinien (Pinus insignis), Pinus Strobus (Weymouthskiefer) und hin und wieder mächtige Gummibäume.

Auch in diesen Wäldern fehlt es nicht an zahlreichen Ansiedlungen, da die Ausläufer der Blauen Berge den Sydneyern als Sommerfrische dienen und jeder reichere Bewohner der Stadt hier sein Landhaus hat, so dass man alle hübschen Aussichtspunkte, alle idyllisch gelegenen Stellen in den Tälern und Schluchten mit Villen besäet findet, welche den Stempel der Gemütlichkeit und des Frohsinns an sich tragen. In den Gärten der Villen blühen überall in den mannigfachsten Varietäten Chrysanthemen und Spätrosen.

Nach Passierung eines langen Tunnels beginnt die Bahntrace stärker zu steigen und die Szenerie nimmt den Charakter der Gebirgslandschaft an; Täler wechseln mit bewaldeten Höhenzügen und von Zeit zu Zeit treten groteske Felsformationen hervor. Infolge der Reinheit der Atmosphäre nehmen die entfernteren Hügel und Bergketten eine intensiv bläuliche Färbung an, woraus sich der Name „Blaue Berge“ erklärt; dieser zartbläuliche Hauch liegt auch über den Tälern — ein seltsames Naturspiel, das ich hier zum ersten Mal zu beobachten Gelegenheit hatte.

Gegen 1 Uhr kamen wir in der Station Wentworth Falls, 871 m über dem Meer gelegen, an, bestiegen bereitgehaltene Wagen und fuhren, wie sich unsere Begleiter bescheiden ausdrückten, zu einem schönen Aussichtspunkt. Eine halbe Stunde mochte die Fahrt durch Eucalyptus-Wälder gegangen sein, als plötzlich bei einer Biegung des Weges ein Gebirgspanorama vor uns lag, das in seiner Originalität und effektvollen Wirkung wohl nicht seinesgleichen haben dürfte.

Umgeben von steilen, schroffen Höhen, breitet sich zu unseren Füßen ein weiter, tiefer Talkessel aus, bedeckt von mächtigen Bäumen und Farnen, gebadet in duftigem Blau. Ein klarer Gebirgsbach stürzt als imposanter Wasserfall mit gewaltigem Rauschen und Brausen über drei Absätze die Felsabhänge hinab in eine Tiefe von 300 m, um sich daselbst in einer Mulde zu einem See zu sammeln und sprudelnd seinen Weg in der Talsohle weiter zu eilen; feiner Wasserstaub überwölbt, einer zitternden, schwingenden, schwebenden Wolke gleich und weithin im Sonnenlicht als farbenprächtiger Regenbogen erglänzend, das abstürzende Wasser.

„Über allen Wipfeln ist Ruh'“, und nur wenn ein Windhauch über die Baumkronen zieht, nicken sie mit leisem Flüstern ihren Beifall zu den tosenden Akkorden des Wasserfalles; kein Vogelgezwitscher ist vernehmbar und nur hin und wieder zieht einsam ein Raubvogel seine Kreise im blauen Äther.

Auf einem schmalen, vorspringenden Felsen bis an den Rand der mehrere hundert Meter senkrecht zu Tal stürzenden Steinwand vorschreitend, genießen wir in vollen Zügen das entzückende Schauspiel. Die Größe des Niveauunterschiedes zwischen unserem Standpunkt und der Talsohle wird am besten durch den Umstand veranschaulicht, dass die riesigen, wohl zu hundert Meter emporwachsenden Gummibäume, welche vorzugsweise den Bestand des Waldes im Tal bilden, wie kleines Buschwerk erscheinen. Der jungfräuliche Wald steht dort so dicht, dass kein Fleckchen des Bodens bloß liegt und das Auge nur über einen Teppich von Baumkronen schweift; allenthalben sprießt üppiges Pflanzenleben hervor; Epacrideen und Farne lugen neugierig aus den Felsspalten nach den Wundern der Natur; ja selbst der sterilste Boden schmückt sich mit allerlei Grün und trägt sein Scherflein bei, den Anblick zu verschönern. Starker Tau, welcher des Morgens gefallen war, hatte sich unter der Kraft der Sonnenstrahlen in viele Millionen Perlen verwandelt, die nun in allen Farben spielend an jedem Halme glitzerten.

Unter den überhängenden Partien einer das Tal begleitenden Felswand sind schmale Steige hergestellt; sie führen zu verschiedenen Felsspitzen und Vorsprüngen, welche die wunderbarsten Bilder in immer neuer, wechselvoller Umrahmung zeigen.

Nur das stete Drängen unserer Begleiter, welche die mögliche Verspätung des Extrazuges mit Besorgnis zu erfüllen schien, konnte uns dazu bewegen, von dem majestätisch schönen Gemälde Abschied zu nehmen.

Der Zug führte dann an einer Reihe lieblicher Punkte, darunter auch an dem kleinen Orte Katoomba vorbei, welcher am Zusammenlaufe mehrerer anmutiger Täler liegt und eine der beliebtesten Sommerfrischen von Sydney ist.

In der Station Blackheath machten wir abermals halt, um an reizend gelegenen Villen vorbei zu dem 5 km entfernten Wasserfall Govett’s Leap zu gelangen, wo unser ein ähnliches Bild harrte, wie bei den Wentworth Falls.

Auch hier blicken wir vom Rand einer senkrecht abfallenden Felswand in ein tief unten gebettetes Tal, das von scharfgezackten, felsigen Höhen umsäumt und weithin von einer Matte grüner Baumwipfel bedeckt ist. Die Riesen dieses Tales dünken uns noch kleiner als jene von Wentworth Falls, da die Wand, wie von Menschenhand abgemeißelt, noch tiefer abfällt. In einem Bogen stürzt auch hier ein Gebirgswasser hinab, während ein zweites, kleineres Gewässer, in Myriaden von Tröpfchen zerstäubt, einem Schleier ähnlich zutal flattert. Die letzten Strahlen der sinkenden Sonne brachten zauberhafte Lichteffekte hervor; das zarte Blau der Atmosphäre verschwamm mit dem rosigen Hauch der beleuchteten Bergspitzen, und über dem dunkelgrünen Wald lagerte sich allmählich veilchenblauer Duft. Selbst der kühlste Kritiker der Natur muss von Wentworth Falls und Govett’s Leap begeistert sein; denn ich glaube — ganz abgesehen von meiner Vorliebe und Empfänglichkeit für landschaftliche Schönheit — kühnlich behaupten zu dürfen, dass der Genuss allein, welchen der Anblick der Blauen Berge gewährt, jeden für die Mühen langer Seefahrt nach Sydney reichlich entschädigen muss.

Außer Wentworth Falls und Govett’s Leap gibt es hier übrigens noch eine Reihe anderer Punkte, die sich durch hohe landschaftliche Schönheit auszeichnen; doch reichte die kärglich bemessene Frist unseres Aufenthaltes in Neu-Süd-Wales leider nicht hin, alle diese lohnenden Stellen seines Bergreviers in Augenschein zu nehmen.

Wieder im Zug, erreichten wir bald den höchsten, 1025 m über dem Meer und unmittelbar vor der Zigzag Station befindlichen Punkt der Bahn. Bei dem das Gebirg überschreitenden Teil der Western Line — Zigzag Railway genannt — hat sich der Erbauer Mr. John Whitton in einer ähnlichen Weise geholfen, wie dies bei der nach Dardschiling führenden Bergbahn der Fall war, da auch hier die Trace im Zickzack geführt ist. Die Zigzags beginnen bei Lapstone Hill und setzen sich bis zu einer 31 m unter dem höchsten Punkt der Bahn gelegenen Stelle fort, von wo die Trace nach Bathurst absteigt.

Während wir uns talwärts senkten, fehlte es nicht an Anzeichen, dass wir uns gegen das Innere des Landes bewegten, uns dessen großen Farmen näherten; denn die Lastzüge bestanden fast durchwegs aus langen Reihen von Viehwaggons; jeder dieser Waggons war mit lebenden Schafen vollgepfropft, und so beladen rollte Zug für Zug den Docks und den Schlächtereien von Sydney zu. Die trockenen Schafweiden des Innern haben die Züchter zwar darauf angewiesen, zunächst feine Wolltiere und erst in zweiter Linie Fleischschafe zu produzieren; allein trotz dieses vorwiegend auf Produktion von Zuchtschafen und von Massen wertvoller Wolle gerichteten Betriebes ist in Neu-Süd-Wales immerhin auch der Export von Fleischschafen ein bedeutender. Für den Umfang, welchen der Handel dieser Kolonie mit Schafvieh überhaupt angenommen hat, spricht, dass im Jahre 1892 1,583.666 Stück Schafe von hier ausgeführt und 520.660 Stücke nach Neu-Süd-Wales eingeführt worden sind.

Bei Sonnenuntergang waren wir am jenseitigen Fuß der Blauen Berge angelangt. Bevor die Bahn wieder völlig in die Ebene tritt, durchzieht sie ein ausgedehntes Gebiet reichhaltiger Kohlengruben, in welchem die Kohle in mächtigen Flötzen liegt und allenthalben Förderungsschächte, Kennzeichen eifrigen Bergbaubetriebes, zu sehen sind; rings um die Schächte wimmelt es von rasch emporgewachsenen Ansiedlungen, die Wohnhäuser der Arbeiter und Werksbesitzer umfassend. Einige Wände aus Wellblech oder Holz, das Dach manchmal bloß aus der starken, holzartigen Rinde des Gummibaumes gefügt — und die Behausung ist fertig. In dieser Art entstehen in Australien Städte und Ortschaften in unglaublich kurzer Zeit, fast wie aus dem Boden hervorgezaubert.

Bei der Station Bathurst wurde das Diner im Zug eingenommen, und gegen Mitternacht waren wir am Ziel unserer Fahrt, in Narromine, von wo aus wir unter der Leitung des Farmers Mr. Mack drei Tage hindurch Jagdzüge unternehmen sollten.

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  • Ort: Narromine, Australien
  • ANNO – am  17.05.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt “Torquato Tasso”, während da k.u.k. Hof-Operntheater “Der Wildschütz” aufführt.

Sydney, 16 May 1893

The youngest continent would not receive the sons of the old world in bad weather. As I arrived on deck at half past 6 o’clock, I found the sky clear and serene. The sun was just rising. The sea had calmed down to some degree. Various seagulls and sea swallows as well as large guillemots or penguins were swarming around our ship which was approaching the entrance to Sydney, Port Jackson. The day was gorgeous but the temperature was so low that we were well advised to wear warm coats. From afar we could see the two white shining capes or peninsulas — Outer North and South Head — through which the approach to the harbor leads. These peninsulas descend steeply into the sea with sharp rocky faces and cliffs. Splashing, the waves break against the shore. Hundreds of crag martins and common swifts were tweeting and circling above their nesting places. On Outer South Head is a light house. The entrance is rich in flashy direction obelisks. On a small steamboat the pilot was approaching toward us to take the position of our our old captain from Port Kennedy.

All the harbors that I have yet seen are surpassed by Sydney as far as the beauty of its scenery is concerned  — a view shared also by the other gentlemen who saw it for the first time.

Despite many enthusiastic descriptions of Port Jackson we have received, the scenery opening up before our eyes still surprised us and our astonishment and admiration grew minute by minute.

Having passed through the outlying mountains the ship enters into a narrow channel turns hard towards South-west — and now there lies a delightful sound in front of us. In the distance the sea of houses of Sydney are glittering, to the right and left small bays are open, surrounded by green hills covered with trees and countless villas and country homes whose gardens were filled with splendid flowers in the calendar autumnal colors. Overall it creates an extremely lively and serene view. The bays are populated with steam boats, yachts and boats of all kinds whose passengers wave greetings to the entering „Elisabeth“. Truly, Australia could not have offered us a more welcoming reception! We saw this as a good sign for our stay which we were looking forward to in a very good mood.

The fine clear cool air that refreshed us contributed in no small part to the great first impression — doubly welcome after the sweltering humid heat of Java that flags both mind and body.

Our joyful mood was even more increased by the German consul general Pelldram, who also represented Austria-Hungary here at the moment and had come to greet us and handed us three messages at the same time.

The whole force of the sanitary police regulations which is applied especially against ships coming from Batavia we had to endure too. First we had to anchor in Watson Bay for the health assessment — a stay we did not have to regret due to the delightful surrounding landscape.

After we had been given permission to proceed, „Elisabeth“ continued the journey alongside the picturesque bay shore whose ledges were crowned by small forts and batteries —  which seemed to me of subordinate fortification value. We then passed Garden Island with its arsenal and the navy yard of the Australian war fleet as well as Woolloomooloo Bay and then moored at a buoy amidst the warships of the Australian squadron at Farm Cove between Lady Macquarie’s Chair and Fort Macquarie.

The coastal defense is undertaken by the ships of the British navy stationed in Australian waters, the Australian Auxiliary Squadron and of warships in the service of the colony. According to the Australasian Naval Force Act of 1887 the Australian colonies pay an annual contribution of 1,092,000 fl. in Austrian currency to the British government for it to provide the Australian Auxiliary Squadron. Furthermore the construction costs borne by the British government for the ships of this squadron carries an interest of 5 percent paid by the colonies but the overall annual interest is not allowed to surpass 420.000 fl. in Austrian currency. This Auxiliary Squadron consists of 5 fast cruisers and 2 torpedo cannon boats and is commanded by a British Rear Admiral who also is in command of the squadron of the ships of the British navy stationed in Australian waters. This squadron consists of 1 armored ship, 3 cruisers, 3 cannon boats and 1 steam yacht; its main station is Sydney. The war fleet owned by the Australian colonies consists in total of 1 armored ship, 2 cruisers, 4 cannon boats, 13 torpedo boats, 2 torpedo barges and 7 steam boats; the majority of theses ships belongs to Victoria and Queensland, while New Zealand does not own any warship.

Next to us was moored the proud British ship of the admiral, the armored cruiser „Orlando„, with 5600 t; next to it followed the cruiser „Royalist“ and the cruiser „Mildura“ of the Australian Auxiliary Squadron besides the cannon boat „Boomerang“ and the cannon boat „Paluma“ owned by the colony of Queensland which is used at shared cost by the colony and the British government to map the coast. On these ships our anthem rang out accompanied by the sound of the guns.

In a short time appeared Lieutenant Governor Sir F. M. Darley, accompanied by his adjutant and cabinet secretary, and soon afterward the commander of the royal squadron, Rear Admiral Bowden-Smith, as well as the mayor of Sydney, Mr. Manning, came on board to greet me. The governor himself had been recalled to England after only two years of service. His successor is bound to arrive soon. Numerous compatriots namely Istrians and Dalmatians who are doing business in Sydney came on board of „Elisabeth“ to look for and find friends and acquaintances.

Dispositions for the next few days were quickly made. Then a boat brought me on land to set foot on the soil of the colony of New South Wales and visit its capital, the oldest city of Australia.

Sydney, which lies on the South coast of Jackson Bay that cuts deeply into the land, is situated on a couple of hills — imposing by the number and size of its buildings —  and then by and by blends into  villa settlements and the green of the landscape. Founded in 1788 as the seat of the penal colony of New South Wales, Sydney — originally Port Jackson, then named in honor of the secretary of state Viscount Sydney — has grown tremendously namely during the last few years. The population increase of Sydney is best illustrated by the following numbers:  In 1800 Sydney had barely 2600 inhabitants, in 1861 95.596, in 1881 already 237.300, on 31 December 1892 including the suburbs already 411.710 inhabitants.

As an important trading and industrial center Sydney owes its rise mostly to the safety and size of its harbor which handles more than three quarters of the total imports and more than half the exports of the colony of New South Wales. In the year 1892 2960 ships with 2,804.549 t entered here and 3067 ships with 2,842.635 t departed; the imports of the colony represented in this year a total value of 249,318.312 fl. in Austrian currency, the exports one of 263,666.964 fl. in Austrian currency.

The boat landed below Government House at Fort Macquarie where the road led along a quay to the city. On this quay there was a very busy life as the large steamers of the Peninsular and Oriental Steam Navigation Company as well as those of the Messageries maritimes are moored and are next to the warehouses of many floors in which wool bales and hides were loaded in and out without interruption. Viewed from the quay the two main streets and main traffic veins of Sydney, George Street und Pitt Street, cross the center of the city running parallel from North to South. Even though many streets are arranged in a grid, this monotonous regularity of modern city design is not much noticed as Sydney is situated on hills which continuously changes the scenery of the streets.

Among the many public buildings of Sydney all built in stone I mention the most remarkable: the university, a colossal building with a grandiose hall in Gothic style which rises at the North end of the beautiful Victoria Park, the cathedral and the newly built Catholic Church of Maria, the splendid Town Hall, the palatial post office with its colonnades and a large tower, the museum next to Hyde Park and finally the parliament.

Pretty houses, many with balconies and verandas, and shops on the ground floor where European goods are sold, line the macadamized streets where a busy crowd is going here and there. The streets are highly urban and still very cozy and friendly. Not the least because the visitor thinks to be in a European city as he sees but white faces, among them especially beautiful women and girls — an agreeable view after the colored and in our opinion not very attractive physiognomy of the natives of the countries we had recently visited.

The streets are very busy which is easy to understand in the case of Sydney as an important trading place. The only thing I find fault with is that they have introduced London cabs that are very uncomfortable for its passengers.

The acquisitions we had to do were fully made in the European manner. The transactions went smoothly and quickly and we appreciated not having to search and haggle for hours as in Bombay, Calcutta, Singapore and Batavia.

Then I paid a visit to the Lieutenant Governor in Government House built in Tudor style and distinguished in its interior by its noble calm elegance of its furnishings. Sir F. M. Darley speaks German fairly well which eased the conversation very much. He showed me the garden of the palace which offers a delicious view of the harbor and Mossmans Bay opposite it with its villa quater of St. Leonard. The garden is well kept and contains a rich collection of Australian tree and bush species.

The next visit was devoted to — I suffer from museum addiction — the museum housed in an imposing building and distinguished by the richness, correct arrangement and good conservation of its objects. As I was first interested in the especially Australian species, I turned towards the mammals to study namely the strange class of marsupials. Among the well stuffed animals were represented various kangaroo and wallaby species, from the giant kangaroo to the lovely rock wallaby (Petrogale penicillata), opossums, the flying squirrels, various species of quoll and possums, the Australian koala, wombat, dugong, the wild dog dingo or warragal and the platypus.

The bird world of Australia is completely represented. Noteworthy are: the New Dutch cassowary or emu; the rare lyrebird; the numerous species of intensely colored cockatoo and parrots, as well as the group of swamp and water fowl which included many species of which I was unaware. Australia seems to be poor in predator birds and chicken species according to the survey presented in the museum while the order of the pigeons has beautiful specimens. One well stuffed specimen of every bird species is presented  in a glass cabinet. Thousands of bird bodies, however, are kept in chests to serve as exchange objects from time to time.

The museum possesses too a rich collection of corals and shells, of beetles and butterflies and finally an ethnographic one of objects from the continent and the islands of Australia which I intended to see during a second visit.

In the mean time, the clock struck five, a time where the streets of Sydney are filled with the vivid traffic as the inhabitants of this city tend to go out into the open air at that time.

Following this example we ambled in Hyde Park and in George Street until it was time for the table d’hôte at the Australian Hotel which I intended to attend.

This giant building six floors high resembles in construction, dimensions and installations the English and American hotels but with the agreeably appreciated difference that one did not have to rely only upon English cooking of roast beef and  anodyne vegetables but was well supplied with food and drink. The table d’hôte reunited in a large hall a large company. The gentlemen were, according to English custom, wearing dress coats, the ladies even in mostly  low-cut festive dresses. Not much laudable can be said about the dinner music performed by some artists who elicited awful sounds out of their instruments.

As the operetta theater that it was said offered good performances was closed and a circus had just left Sydney the day before, there were only two entertainment locations for us who had been deprived of „artistic“ entertainment for a long time — the two music halls „Tivoli“ and „Alhambra“ in which popular singers, among them also Negroes, and female dancers produced themselves in front of the audience that applauded in the manner of the land by shrill whistling  and was not particularly distinguished. The audience consisted mostly of workers, sailors and small business men.

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Sydney, 16. Mai 1893

Der jüngste Kontinent wollte die Söhne der alten Welt nicht bei schlechtem Wetter empfangen; denn als ich um halb 7 Uhr morgens auf Deck kam, fand ich den Himmel klar und heiter; die Sonne war eben im Aufgehen begriffen; die See hatte sich einigermaßen beruhigt; verschiedenartige Möven und Seeschwalben, sowie große Alken oder Pinguine umschwärmten unser Schiff, welches sich der Einfahrt nach Sydney, Port Jackson, näherte. Der Tag war prächtig, doch herrschte so niedrige Temperatur, dass wir warme Mäntel wohl vertragen konnten. Aus weiter Ferne blicken uns schon die beiden Caps oder Halbinseln — Outer North and South Head — weiß leuchtend entgegen, zwischen welchen hindurch die Fahrt in den Hafen geht; diese Halbinseln fallen mit steilen Felswänden und Klippen scharf ins Meer, und schäumend bricht sich die Brandung an ihren Ufern; Hunderte von Felsen- und Mauerschwalben umkreisen da zwitschernd ihre Nistplätze. Outer South Head trägt einen Leuchtturm; die Einfahrt ist reich an grellen Direktions-Obelisken. Auf einem kleinen Dampfer kam uns der Lotse entgegen, um die Stelle unseres alten Kapitäns von Port Kennedy einzunehmen.

Alle Häfen, die ich bisher gesehen, werden an landschaftlicher Schönheit durch jenen von Sydney übertroffen — eine Ansicht, die auch die anderen Herren teilten, welche denselben zum ersten Mal sahen.

Trotz mancher begeisterten Schilderung von Port Jackson, die uns gegeben worden, überraschte uns die Szenerie, welche sich hier dem Auge darbot, und von Minute zu Minute wuchs unser Erstaunen, unsere Bewunderung.

Nach Passierung der genannten Vorgebirge tritt das Schiff in einen engen Kanal, wendet dann scharf gegen Südwest — und nun liegt ein reizender Sund vor uns. In der Ferne schimmert das Häusermeer von Sydney, rechts und links öffnen sich kleine Baien, umrahmt von grünenden, mit Bäumen bedeckten Hügeln, die mit zahllosen Villen und Landhäusern, deren Gärten trotz der kalendarischen Herbstzeit im Blütenschmuck prangen, besäet sind und so ein äußerst lebendiges, heiteres Bild darstellen. Die Baien sind bevölkert von Dampfern, Yachten und Booten aller Art, deren Insassen der einfahrenden „Elisabeth“ Grüße zuwinken. Wahrlich, Australien hätte uns einen freundlicheren Empfang nicht bereiten können! Wir alle erblickten hierin ein gutes Vorzeichen für unseren Aufenthalt, dem wir in gehobener Stimmung entgegensahen.

Nicht wenig trug zu dem gewinnenden ersten Eindruck die herrlich klare, kühle Luft bei, die uns erfrischend umwehte, — doppelt willkommen nach dem drückend heißen, feuchten Klima Javas, das auf Geist und Körper gleich erschlaffend wirkt.

Unsere freudige Stimmung wurde aber noch wesentlich dadurch gesteigert, dass der deutsche Generalkonsul Pelldram, welcher derzeit auch mit der Vertretung Österreich-Ungarns betraut ist und uns zur Begrüßung entgegengefahren war, drei Posten auf einmal überbrachte.

Die ganze Strenge, mit welcher die sanitätspolizeilichen Vorschriften, namentlich gegen die aus Batavia kommenden Schiffe, gehandhabt werden, hatten auch wir zu empfinden; denn wir mussten bis zur Konstatierung des Gesundheitszustandes in der Watson Bay vor Anker gehen — ein Aufenthalt, den zu bereuen wir keine Ursache hatten, weil wir mit Entzücken an der Landschaft hingen, die uns umgab.

Nachdem wir freie Prattica erhalten hatten, setzte die „Elisabeth“ die Fahrt längs der malerischen Ufer der Bai, deren Vorsprünge kleinere Forts und Batterien — von wie es schien untergeordneter fortifikatorischer Bedeutung — krönen, fort. Wir passierten noch Garden Island, mit dem Arsenal und den Werften der australischen Kriegsflotte sowie die Woolloomooloo Bay und gingen dann in der zwischen Lady Macquarie’s Chair und Fort Macquarie gelegenen Farm Cove mitten unter den Kriegsschiffen der australischen Escadre an eine Vertäuboje.

Die Küstenverteidigung wird von in den australischen Gewässern stationierten Schiffen der britischen Kriegsflotte, von der Australian Auxiliary Squadron und von Kriegsfahrzeugen, welche Eigentum der Kolonien sind, besorgt. Kraft des Australasian Naval Force Act vom Jahre 1887 zahlen nämlich die australischen Kolonien eine jährliche Subvention von 1,092.000 fl. ö. W. an die britische Regierung, wofür diese die „Australische Hiitsflotte“ zu erhalten hat; überdies werden die von der britischen Regierung getragenen Baukosten der Schiffe dieser Flotte von den Kolonien mit 5 Prozent verzinst, doch dürfen die Zinsen den Betrag jährlicher 420.000 fl. ö. W. nicht überschreiten. Diese Hilfsflotte setzt sich aus 5 schnellen Kreuzern und 2 Torpedokanonenbooten zusammen und steht unter dem Befehl eines britischen Contre-Admirals, welcher außerdem die in den australischen Gewässern stationierte, aus Schiffen der britischen Kriegsmarine zusammengestellte Escadre kommandiert. Diese Escadre wird aus 1 Panzerschiff, 3 Kreuzern, 3 Kanonenbooten und 1 Schrauben-Yacht gebildet; die Hauptstation derselben ist Sydney. Die Kriegsflotte, welche den australischen Kolonien gehört, besteht im ganzen aus: 1 Panzerschiff, 2 Kreuzern, 4 Kanonenbooten, 13 Torpedobooten, 2 Torpedobarkassen und 7 Dampfern; die Mehrzahl dieser Schiffe entfällt auf Victoria und Queensland, während Neu-Seeland kein Kriegsschiff besitzt.

Uns zunächst lag das stolze britische Admiralsschiff, der Panzerkreuzer „Orlando“, mit 5600 t; diesem reihten sich der Kreuzer „Royalist“ und von der Australian Auxiliary Squadron der Kreuzer „Mildura“ nebst dem Kanonenboote „Boomerang“ sowie das der Kolonie Queensland gehörige Kanonenboot „Paluma“, welches auf gemeinsame Kosten der Kolonie und der britischen Regierung zur Küstenvermessung verwendet wird, an. Auf diesen Schiffen erklang, von dem Donner der Geschütze begleitet, unsere Volkshymne.

Es währte nicht lange, so erschienen der Lieutenant Governor Sir F. M. Darley, von seinem Adjutanten und Kabinetssekretär begleitet, und bald nachher der Kommandant der königlichen Escadre, Contre-Admiral Bowden-Smith, sowie der Bürgermeister von Sydney, Mr. Manning, an Bord, um mich zu begrüßen. Der Gouverneur selbst war nach nur zweijähriger Dienstzeit nach England abberufen worden; sein Nachfolger soll demnächst eintreffen. Zahlreiche Landsleute, namentlich Istrianer und Dalmatiner, die in Sydney ihrem Erwerb nachgehen, fanden sich auf der „Elisabeth“ ein, um Freunde und Bekannte zu suchen und zu finden.

Die Disposition für die nächsten Tage war bald getroffen, dann brachte mich ein Boot ans Land, den Boden der Kolonie Neu-Süd-Wales zu betreten und deren Kapitale, die älteste Stadt Australiens, zu besichtigen.

Sydney, welches an der Südküste der tief in das Land einschneidenden Jackson-Bucht liegt, erstreckt sich — durch die Anzahl und Mächtigkeit seiner Gebäude imposant — über eine Reihe von Hügeln hin, um allmählich in Villeggiaturen überzugehen und sich so in das Grün der Landschaft zu verlieren. 1788 als Sitz der Strafkolonie Neu-Süd-Wales gegründet, hat Sydney — ursprünglich Port Jackson, dann dem Staatssekretär Viscount Sydney zu Ehren mit dessen Namen belegt — namentlich in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung genommen. Das Anwachsen der Bevölkerung Sydneys wird am besten durch die folgenden Zahlen illustriert: im Jahre 1800 hatte Sydney kaum 2600 Einwohner, im Jahre 1861 95.596, im Jahre 1881 schon 237.300, am 31. Dezember 1892 einschließlich der Vororte bereits 411.710 Einwohner.

Als Handels- und Industrieplatz von großer Bedeutung, verdankt Sydney seinen Aufschwung hauptsächlich der Sicherheit und Geräumigkeit seines Hafens, über welchen mehr als drei Viertel der Gesamteinfuhr und mehr als die Hälfte der Gesammtausfuhr der Kolonie Neu-Süd-Wales ihren Weg nehmen. Hier sind im Jahre 1892 2960 Schiffe mit 2,804.549 t eingelaufen und 3067 Schiffe mit 2,842.635 t ausgelaufen; die Einfuhr der Kolonie repräsentierte in diesem Jahr einen Gesamtwert von 249,318.312 fl. ö. W., die Ausfuhr einen solchen von 263,666.964 fl. ö. W.

Das Boot landete unterhalb des Government House bei Fort Macquarie, von wo aus der Weg einen Quai entlang in die Stadt führt. An diesem Quai herrscht überaus reges, geschäftliches Leben, da hier die großen Dampfer der Peninsular and Oriental Steam Navigation Company sowie jene der Messageries maritimes vertäut werden und sich in nächster Nähe die vielstöckigen Magazine befinden, in welchen ununterbrochen Wollballen und Felle aus- und eingeladen werden. Vom Quai aus durchschneiden die zwei Hauptstraßen und Verkehrsadern Sydneys, George Street und Pitt Street, von Nord nach Süd parallel laufend, das Innere der Stadt. Obschon viele Straßen im rechten Winkel geführt sind, fällt diese monotone Regelmäßigkeit moderner Stadtanlage wenig auf, weil Sydney auf Hügeln situiert ist, was beständige Abwechslung in den Straßenzügen mit sich bringt.

Unter den öffentlichen, durchwegs aus Stein erbauten Gebäuden, an denen Sydney so reich ist, nenne ich als die hervorragendsten: die Universität, ein kolossales, mit einer grandiosen Halle ausgestattetes Bauwerk in gotischem Stile, welches sich am Nordende des schönen Victoria-Parkes erhebt, die Kathedrale und die neuerbaute katholische Marien-Kirche, das prächtige Stadthaus (Town Hall), das palastartige, mit Kolonnaden und einem hohen Turm geschmückte Post Office, das nächst dem Hydepark gelegene Museum und endlich das Parlamentshaus.

Hübsche Häuser, vielfach mit Balkonen und Veranden versehen, in den Erdgeschossen Kaufläden enthaltend, worin europäische Artikel feilgehalten werden, säumen die macadamisierten Straßen ein, in denen eine geschäftige Menge auf und nieder wogt. Die Straßen machen einen großstädtischen und dabei anheimelnden, freundlichen Eindruck; nicht zum wenigsten, weil der Ankömmling sich in eine europäische Stadt versetzt wähnt, da er nur weißen Gesichtern begegnet, darunter auffallend vielen schönen Frauen und Mädchen — ein wohltuender Anblick nach der farbigen und von unserem Standpunkt aus nicht eben anziehend zu nennenden Physiognomie der Eingeborenen jener Länder, die wir kürzlich besucht hatten.

In den Straßen herrscht, wie dies für Sydney, als einen so bedeutenden Handelsplatz, wohl begreiflich ist, lebhafter Wagenverkehr, an dem ich nur auszusetzen finde, dass man hier die Londoner Cabs eingeführt hat, schnelle, aber für die Insassen unbequeme, ungemütIiche Gefährte.

Bei den Einkäufen, welche wir zu besorgen hatten, wurde ganz nach europäischer Art vorgegangen; die Abwicklung der Geschäfte vollzog sich glatt und rasch, und wir waren angenehm berührt, nicht mehr, wie in Bombay, Calcutta, Singapur und Batavia, stundenlang suchen und feilschen zu müssen.

Sodann stattete ich dem Lieutenant Governor einen Besuch im Government House ab, das, im Tudor-Stil erbaut, sich innen durch die vornehm ruhige Eleganz der Einrichtung auszeichnet. Sir F. M. Darley, welcher des Deutschen einigermaßen mächtig ist, wodurch die Konversation wesentlich erleichtert wurde, zeigte mir den Garten des Palais, von welchem aus sich ein reizender Ausblick auf den Hafen und die gegenüberliegende Mossmans Bay mit dem Villenviertel St. Leonards darbietet. Der Garten ist wohlgepflegt und enthält eine reichhaltige Sammlung australischer Baum- und Straucharten.

Der nächste Besuch galt.— ich leide an der Museomanie — dem Museum, das, in einem imposanten Bau untergebracht, durch Reichhaltigkeit, richtige Anordnung und gute Konservierung der Objekte ausgezeichnet ist. Da mich zunächst die spezifisch australischen Formen interessierten, wandte ich mich den Säugetieren zu, um namentlich die eigentümliche Klasse der Beuteltiere zu studieren. Unter den gut ausgestopften Tieren waren die verschiedenen Känguruh- und Wallaby-Arten, vom Riesenkänguruh bis zum allerliebsten Felsen-Wallaby (Petrogale penicillata), die Beutelratten, die fliegenden Eichhörnchen, verschiedene Beutelmarder- und Kusuarten, der australische Beutelbär, der Wombat, der Dugong, der wilde Hund Dingo oder Warragal und das Schnabeltier vertreten.

Die Ornis Australiens ist vollzählig versammelt; hervorgehoben zu werden verdienen: der neuholländische Kasuar oder Emu; der seltene Leierschwanzvogel; die zahlreichen, ungemein intensiv und bunt gefärbten Kakadu- und Papageienarten, sowie die Gruppe der Sumpf- und Wasservögel, welche manche mir noch unbekannte Spezies aufwies. An Raubvögeln und Hühnerarten scheint Australien, nach dem Überblick, den ich im Museum gewann, zu urteilen, arm zu sein, während die Ordnung der Tauben schöne Formen umfasst. Je ein Exemplar jeder Vogelart ist gut ausgestopft in einem Glasschrank untergebracht; hingegen werden Tausende von Bälgen in Truhen aufbewahrt, um gelegentlich als Tauschobjekte Verwendung zu finden.

Außerdem besitzt das Museum eine reiche Sammlung von Korallen und Muscheln, von Käfern und Schmetterlingen und endlich eine solche ethnographischer, von dem Kontinent und den Inseln Australiens stammender Gegenstände, deren Besichtigung ich jedoch einem zweiten Besuch vorbehielt.

Inzwischen war es 5 Uhr geworden, die Stunde, zu welcher in den Straßen Sydneys lebhafteste Bewegung herrscht, da die Einwohner der Stadt um diese Zeit sich im Freien zu ergehen pflegen.

Diesem Beispiel folgend, schlenderten wir im Hydepark und in der George Street umher, bis die Uhr zur Table d’hote im Australian Hotel, an welcher ich teilzunehmen beabsichtigte, rief.

Dieses, in sechs Stockwerken sich auftürmende Riesengebäude ähnelt in der Anlage, in den Dimensionen und den Einrichtungen den englischen und amerikanischen Hotels, jedoch mit dem angenehm berührenden Unterschied, dass man nicht bloß auf englische Küche mit Roastbeef und verwässerten Gemüsen angewiesen, sondern mit Speis und Trank gut versehen ist. Die Table d’hôte vereinigte in einem großen Saal eine zahlreiche Gesellschaft; die Herren waren, nach englischer Sitte, im Frack, die Damen in großer Toilette, zumeist sogar decolletiert erschienen. Wenig Rühmenswertes lässt sich der Tafelmusik nachsagen, welche von einigen Künstlern bestritten wurde, die ihren Instrumenten greuliche Töne entlockten.

Da das, wie man sagt, durch gute Vorstellungen sich auszeichnende Operettentheater geschlossen war und ein Zirkus tags zuvor Sydney verlassen hatte, erübrigten uns als Stätten lang entbehrten „künstlerischen“ Genusses nur — zwei Singspielhallen, „Tivoli“ und „Alhambra“, in denen sich Volkssänger, worunter auch Neger, und Tänzerinnen vor einem Publikum produzierten, welches seinem Beifall nach Landessitte durch schrilles Pfeifen Ausdruck gab und nicht eben sehr gewählt war; es bestand größtenteils aus Arbeitern, Matrosen und Geschäftsleuten geringerer Kategorie.

Links

  • Ort: Sydney, Australien
  • ANNO – am  16.05.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt “Die kluge Käthe”, während da k.u.k. Hof-Operntheater das Ballet “Die goldene Märchenwelt” aufführt.

In See nach Sydney, 15. Mai 1893

Mittags sind wir mit südwestlichem Kurs östlich von Smoky Cap und hoffen den nächsten Morgen in Sydney einzulaufen. Alles an Bord freut sich schon zum voraus der zehn Tage, die wir auf dem australischen Festland verbringen sollen. Diese Frist ist zum mindesten erforderlich, damit die Maschine und die Kessel gereinigt werden können.

Jedermann beseelt die bald nur heimlich genährte, bald laut ausgesprochene Hoffnung, dass unser in Sydney lang vermisste Nachrichten aus der Heimat harren werden. Ein wahrer Nachrichtenhunger hat uns befallen, da wir in der letzten Zeit postalische Entbehrung gelitten hatten. In Indien schon war eine fällige Post ausgeblieben und das gleiche Schicksal war uns in Singapur und in Batavia beschieden gewesen. Um übrigens keine Korrespondenzschuld auf uns zu laden, widmen wir uns in der Voraussicht, dass wir einem reichhaltigen, die Zeit ausfüllenden Programme entgegengehen, der Vollendung der für die Heimat bestimmten Briefe. So wollen wir den Aufenthalt auf australischem Festland mit der Absendung von Grüßen nach unserem lieben alten Kontinent beginnen.

ENDE DES ERSTEN BANDES

Links

  • Ort: nahe Sydney
  • ANNO – am 15.05.1893 in Österreichs Presse.
  • Das k.u.k. Hof-Burgtheater spielt “Kriemhilde”, während da k.u.k. Hof-Operntheater die Oper “Fidelio” aufführt.

At Sea to Sydney, 15 May 1893

At noon we are East of Smoky Cape in a South-Western direction and hope to arrive the next morning at Sydney. Everyone on board has been looking forward to spend the next ten days on the mainland. This delay was the minimum necessary to clean the machines and the boilers.

Everyone is filled with hope both hidden and openly expressed that in Sydney the long missed messages from home will be waiting for us. A real hunger for news has taken possession of us who has lately had to endure postal deprivation. In India already some of the expected mail had not been delivered and the same fate struck us in Singapore and Batavia. In order to not create any arrears of correspondence, by the way, and in forethought that we would have a rich, time-consuming program we devoted time to complete the letters intended to be sent home. Thus we want to start our journey on the Australian mainland by sending out greetings to our  dear old continent.

END OF VOLUME I.

Links

  • Location: approaching Sydney
  • ANNO – on 15.05.1893 in Austria’s newspapers.
  • The k.u.k. Hof-Burgtheater is playing „Kriemhilde“ and the k.u.k. Hof-Operntheater is performing the opera “Fidelio”.